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Keine Angst dem werten Autor dieses Tourenberichtes sind jetzt nicht plötzlich alle Grundkenntnisse der deutschen Sprache abhanden gekommen. Es handelt sich vielmehr um den oft zitierten Leitsatz des kleinen, liebevollen Völkchens im Südwesten unserer Republik – den Saarländern. Spätestens seit „Heinz Becker“ ist der gemütliche Dialekt der Saarländer landauf landab bekannt und hat in der Republik für das ein oder andere Schmunzeln gesorgt. Was den Saarländern nachgesagt wird und auch einer genaueren Betrachtung durchaus standhält ist die Lebensart. Wohl verbunden mit der räumlichen Nähe zu Frankreich. Man isst gerne und sitzt auch gerne bei einem Plausch gemütlich zusammen. Die todernst und preußisch Geprägten unter uns können sich bei der heutigen Tour, insbesondere bei den ersten Pausenstationen ein Beispiel daran nehmen. Man kommt leichter und vor allem besser gelaunt durchs Leben.

Wir starten in Trier bei den alten Römern und verlassen die Stadt über den Stadtteil Olewig und fahren über Korlingen in Richtung Waldrach weiter.

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Beide kleinen Orte touchieren wir lediglich in Randlage. Bei dem kleinen Kreisverkehr Waldrach nehmen wir die 1. Ausfahrt und fahren die L 149 bergan in Richtung Thomm. Auch da brauchen wir nicht in den Ort, denn Ortsdurchfahrten halten einfach nur auf.

Über die K 82 geht es in Richtung Fell. Achtung Leute die K 82 oder auch „Thommer Berg“ war jahrelang ein Lauf zur Europa-Bergmeisterschaft. Allerdings in umgekehrter Richtung. Kurven sind also angesagt und durchaus auch der anspruchsvolleren Art. Für diejenigen, die an diesem Tag wirklich Zeit mitbringen, sei noch der Abstecher zum „Besucherbergwerk Fell“ empfohlen. Die Zufahrt ist ausgeschildert und in unserer Fahrtrichtung geht es dorthin kurz vor Fell rechts ab.

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Die anderen rollen weiter, diesmal müssen wir aber zumindest kurz in die Ortslage Fell. Dort halten wir uns rechts und fahren über die L 150 wieder bergan an Weinbergen vorbei weiter. Nach einem längeren Gefällstück warnt schon eine Geschwindigkeitsbegrenzung 50 km/h vor einer gefährlichen Kreuzung. Wir sind bei Büdlicherbrück und fahren hier rechts ab in Richtung Bescheid (L 148), bzw. Hermeskeil.

An der nächsten Kreuzung geht es links ab (L 152) grobe Richtung Beuren, Dhronecken, Malborn. Ausnahmsweise setzen wir dann unsere Fahrt auf einer Bundesstraße (B 327) in Richtung Hermeskeil fort, verlassen diese kurze B-Episode aber alsbald nach links in Richtung Thiergarten. Nicht falsch geschrieben, man hat in der Region eine Vorliebe für das ein oder andere „h“ im Ortsnamen. Die L 166 cruisen wir gemütlich bis zur nächsten, etwas unübersichtlichen Kreuzung und da geht es nach links in Richtung Brücken bzw. Birkenfeld auf die L 165. Apropos „h“ zu viel. Vor Brücken landen wir noch im Örtchen Abentheuer. Hier ist aber nicht Nomen est omen. Alles komplett ruhige Ortschaften im Hochwald und nur geringes Verkehrsaufkommen. Wie für uns gemacht, eine stressfreie Tour. Abenteuer sucht man in Abentheuer vergebens.

Bei Brücken geht es auf die L 167 nach Birkenfeld. Wir sind jetzt im „Zentrum“ des Landkreises Birkenfeld und stellen fest, dass es sicherlich aufregendere Zentren gibt und ebenfalls auch schönere Orte zum Verweilen. Wer dennoch dringend einer Pause bedarf, kann dies am Bistro Cafe „Treibhaus“ tun. Es liegt unmittelbar an unserer weiteren Strecke in Richtung Dienstweiler und bietet sich für ein Raucherpäuschen der kleineren Art an. Die Nahrungsmittelaufnahme verschieben wir noch etwas – es ist nicht mehr weit.

Also Dienstweiler auf der L 170 und bei Hoppstätten, wenn die Straße nichts anderes mehr zulässt nach links auf die L 169 nach Heimbach. Dort in der Ortslage nach rechts, Fohren-Linden ist das nächste Zwischenziel (L 347). Wir nähern uns jetzt mit Riesenschritten der „Lyonergrenze“. Lyoner ist im Saarland ein Ring Fleischwurst und gehört in einer bodenständigen saarländischen Gaststätte in irgendeiner Form auch auf die Speisekarte.

Also in Fohren-Linden der Wegweisung in Richtung Freisen folgen und d. h. rechts ab auf die L 348 und über Berschweiler nach Freisen. Geschafft wir sind im Saarland. Um uns nicht durch die Ortschaft Freisen zu quälen fahren wir am Ortseingang nach links auf die L 122. Hier geht es unspektakulär parallel zur Autobahn und nach kurzer Wegstrecke rechts ab über Oberkirchen auf die L 309 und dann auf die L 312 nach Hoof.

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Da jetzt langsam ähnlich wie bei einem Fahrradrennfahrer auf einer Bergetappe der „Hungerast“ droht wird es Zeit eine entsprechende Örtlichkeit aufzusuchen, um den drohenden Verknappungen auf dem Ernährungssektor Herr zu werden. Also zügig Hoof verlassen und wenig später nach rechts auf die L 122. Jetzt brauchen wir fast nicht hochzuschalten, denn die nächste Abzweigung nach rechts auf die B 420 ist schnell erreicht.

Durch die Ortschaft Marth und in Niederkirchen in der Ortslage nach rechts auf die L 307 Richtung Sankt Wendel. Die L 307 wird kurz vor St. Wendel zur Ostertalstraße und beheimatet jetzt unsere Pausenstation den „Wendelinushof“. Wunderbarer Biergarten UND entgegen der sonstigen deutschen Gewohnheit, die dem hungrigen „Motorradfahrer“ oder –fahrerin gerne einmal ein mehr oder weniger freundliches „Warmes Essen nur bis 14:00 Uhr und draußen nur Kännchen“ entgegenschmettert, gibt es hier während der kompletten Geschäftszeiten „warmes Essen“.

„Wendelinushof „ → St. Wendel? Richtig da hört sich nicht nur etwas phonetisch ähnlich an. St. Wendelinus oder auch Wendelin ist der Stadtpatron und hat St. Wendel den späteren Namen gegeben. Später soll heißen, dass um die 1.000 n. Chr. aus dem Ort „Basonis Villare“ dann St. Wendel wurde. Einige Legenden um die Person St. Wendelinus gehen sogar so weit, dass er ein schottischer Königssohn gewesen wäre. Aber wie das mit Legenden und/oder Reliquienverehrung so ist. Hauptsache die Heerscharen an Gläubigen kommen in großer Zahl und lassen abschließend reichlich Geld im Wallfahrtsort. Wahrscheinlich hat sich in unserer Gesellschaft von 1.000 bis 2.000 n. Chr. weniger getan, als wir alle glauben. Lediglich die Art und Weise wie man an das Geld der Bürger/-innen kommt ist wohl etwas hintergründiger geworden.

Alternative zur Pause gefällig? Aber gerne und genauso gut und ebenfalls mit Biergarten ausgestattet. Wie hinkommen? Bei Oberkirchen auf der L 309 bleiben und über Leitersweiler und den St. Wendeler Stadtteil Urweiler rein nach St. Wendel. Die Navi-fahrer unter uns geben Kelsweiler Str. 54 ein und landen dann unmittelbar an der „Felsenmühle“. Die anderen fahren die L 309, die zur Hauptstraße – Jahnstraße wird, in die Ortslage St. Wendel rein und dann nach rechts auf die L 132 Gudesbergstraße. Hinter der Bahnlinie geht es dann bei der zweiten Straße links ab.

Jetzt wird es schwer – Suppenkoma -. Wie kommen wir jetzt wieder einiger-maßen in Schwung?

Am besten suchen wir unser Heil zunächst auf kleinen Landstraßen und los geht`s ins Ostertal, konkret über Niederkirchen nach Bubach und dann weiter nach Krottelbach (L 307 , K 11). Auf der L 352 suchen wir jetzt weiter unseren Weg nach Quirnbach und kämpfen uns durch Glan-Münchweiler nach Niedermohr. Jetzt wird es straßentechnisch zum Glück wieder „kleiner“. Also ab auf die K 6 in Richtung Reuschbach und weiter über Fockenberg-Limbach nach Reichenbach. Hier rollen wir über die L 367 dann in grobe Richtung Altenglan und Kusel (Ober-, Niederstaufenbach, Friedelhausen). In leichten Schwüngen sind wir jetzt in Altenglan gelandet und falls jemand noch ein paar Handschuhe, Stiefel oder einen neuen Helm benötigen sollte, so kann er bei Promoto in Altenglan unweit unserer Route einen „Kaufhalt“ einlegen.

Jetzt haben wir regional außer dem Saarland auch noch in einem „Abwasch“ ein kleines Stück Westpfalz erledigt und sind im Grunde genommen routenmäßig bereits auf dem Heimweg. Irgendwie möchte ich mich aber nicht durch die Ortslage Kusel quälen und wähle deshalb in Altenglan erst einmal die Richtung Lauterecken, um alsbald in Ulmet links abzubiegen. Die K 23 über Oberalben und Dennweiler-Frohnbach ist jetzt unsere Route bis Körborn und Thallichten-berg.

Thallichtenberg ist nicht zu verfehlen, denn die Silhouette der Burg ist weithin sichtbar. Um 1214 wurde die große Burganlage durch die Grafen von Veldenz erbaut. Heute beherbergt sie eine Jugendherberge. Wie fast alle Burganlagen hat sie eine wechselhafte Geschichte. So nannte sie auch Frankreich mal ihr Eigen bis sie 1816 zum Fürstentum Lichtenberg gehörend eine Exklave des Herzog-tums Sachsen-Coburg-Saalfeld wurde. Danach preußisch ist die Burg seit 1945 im Besitz von Rheinland-Pfalz.

Aber jetzt wenden wir uns erst einmal nach rechts auf die L 176 in Richtung Baumholder. Straßenmarkierung und entsprechend ausgebaute Leitplanken geben beredtes Zeugnis darüber, dass hier wohl der ein oder andere auf der Strecke mit seiner Maschine Newtons Gesetze etwas zu weit ausgelegt hat. Bei entsprechend angepasster Geschwindigkeit sind die zunächst weiten und dann enger werdenden Kurvenradien allerdings ein Genuss.

Jetzt nur nicht zu viel Schwung mitnehmen, denn nach dem Bergaufstück biegen wir nach links in Richtung Mettweiler ab (L 347). Mit Elan durch Fohren-Linden und dann nach Heimbach.

Als nächstes geht es aber in Heimbach rechts ab und auf der L 176 nach Reichenbach. Hier dann links über Nohen nach Rimsberg (L 172). Weil wir uns die Fahrt durch Birkenfeld ersparen möchten halten wir uns kurz auf der B 41 in Richtung Idar-Oberstein auf, um aber schleunigst nach ein paar Kilometern nach links abzubiegen. Ziel ist Niederhambach und Oberhambach und dann die B 269 in Richtung Morbach. Wir sind jetzt in der Region rund um den Erbeskopf, die größte Erhebung von Rheinland-Pfalz. Die Straße ist zwar für uns wenig anspruchsvoll, aber dennoch hat die „Gegend“ mit ihrem dichten Wald etwas und wenn es auch nur unserer „Entschleunigung“ dient.

An einer Kreuzung mittendrin im „Nirgendwo“ biegen wir nach links in Richtung Thalfang ab auf die L 164. An der nächsten Kreuzung nochmals nach links und „kurz“ auf die B 327, der wir bis zur Rothmühle folgen um dort nach rechts auf die L 152 abzubiegen. Dem Straßenverlauf folgen wir jetzt über Beuren zur nächsten größeren Abzweigung, wo es uns nach rechts zieht, weil wir nach Bescheid und dann nach Lorscheid (L148 / 149) wollen.

Die Ortsendungen -scheid im Hunsrück sind sprachlich ähnlich den Endungen -rath abzuleiten. Es bezeichnet Flächen, die aus einem Waldgebiet durch Rodungen ausgeschieden worden sind. Meistens tragen Ortschaften mit einer „Höhenlage“ diese Ortsendung die auf die fränkische Besiedlungsphase im 11. und 12. Jahrhundert zurückzuführen ist.

Geschichtsunterricht beendet – Wer hat wieder Hunger? Dann in Lorscheid an der Hauptstraße beim „Wirtsgarten“ bremsen und Einkehr halten. Gut bürgerliche Küche und auch ausreichend Raumangebot für größere Gruppen erwarten Euch. Habt ihr den Bremspunkt verpasst? Kein Problem – einfach weiter in den nächsten Ort Herl und dort an der Hauptstraße (Parkplatz gegenüber der Gaststätte) bei der „Herler Stuben“ anhalten. Wer bei der Nahrungsmittelauf-nahme nicht Veranlagungen wie ein Holzfäller hat, der sollte bei der „Schnitzelauswahl“ in Richtung „Seniorenangebot“ gehen. Diese Variante ermöglicht zumindest „etwas Raum“ für die Sättigungsbeilagen auf dem Teller.

Falls beides nicht so richtig in das aktuelle Spektrum passt so kann, wenn das Wetter schön sonnig ist, im nahen Farschweiler der Biergarten des „Outback“ angefahren werden. Typisches Ausflugslokal mit gemütlicher Außenanlage und „australischem Angebot“. Wenn wir jetzt nicht mit unseren Maschinen unterwegs wären, könnte man sich schon an dem ein oder anderen „Fosters“ laben.

Jetzt heißt es nur noch irgendwie zurück zu unserem Zielort nach Trier. D-Zug Variante ist die B 52 und dann einfach der Beschilderung nach. Wer noch nicht ausreichend Kurven hatte am heutigen Tag, der verlässt die B 52 in Höhe Thomm und fährt über Waldrach, Korlingen und die Höhenstadtteile in die Trierer City ein.

Das war ein langer Tag heute und wir haben das gesamte „Nationalitätenspektrum“ des „Südwestens“ kennengelernt. So war hoffentlich für jeden Charakterzug ein passendes Pendant dabei. Das gilt für die ausgewählte Strecke, Land und Leute und nicht zuletzt für das „Essen“. Die „neuen Stationen“ sind wie immer bei den Tipps
für Rasten und Übernachten ergänzt.

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