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DIE FANTASTISCHEN „4“

Großer Preis von Deutschland 2015. Leute, der Motorrad Grand Prix auf dem Sachsenring ist in Deutschland seit Jahren „Kult“. Ich gestehe es reumütig ein, zu Beginn meiner Besuche im Jahr 2002 habe ich es nur widerwillig zugegeben, schließlich war MAN ja auf den „Nürburgring“ sozialisiert und geprägt, als Bewohner der Region Rheinland-Pfalz.

Die Leute hier rund um die Strecke in Hohenstein-Ernstthal bis nach Chemnitz LEBEN diese Veranstaltung und heißen „ihre Besucher“ an diesem „Renn-Wochenende“ tatsächlich im besten Sinne „WILLKOMMEN“.

Vielleicht sollte man sich rund um Hockenheim- und Nürburgring einmal dieses Wochenende als „Fortbildungsveranstaltung“ gönnen! Sicherlich könnten dann die „Verantwortlichen“ die richtigen Schlüsse daraus ziehen WARUM hier in Sachsen die „Hütte“ voll ist und gewisse Veranstaltungen auf dem Hockenheimring und Nürburgring Besucherzahlen einer Beerdigung aufweisen.

Aber jetzt zurück zu unseren aktuellen Rennen.

Die Saison 2015 ist aus meiner Sicht so spannend wie lange nicht mehr und das war nicht zu erwarten, wenn man die beiden zurückliegenden Rennjahre Revue passieren lässt. Also sind wir in froher Erwartung auf spannende Rennen an den Sachsenring gepilgert.

Moto 3, wie sieht es aus, wenn man die Klasse aus der „deutschen Brille“ begutachtet? Ein deutscher Fahrer mit Ambitionen auf das Podest ist derzeit nicht auszumachen. Das ist aber auch nicht tragisch, wenn es dem neutralen Rennfan nur um spannende Rennen geht. Philipp Öttl hat bislang den Kampfgeist seines Vaters Peter noch etwas vermissen lassen, aber vielleicht kommt es ja noch. Bei Sandro Cortese mussten die deutschen Rennfans auch etwas länger warten. Behalten wir die „deutsche Brille“ auf gibt es trotzdem GUTES zu berichten. Nach längerer Durststrecke im Anschluss an die gewonnene Moto 2 WM mit Stefan Bradl hat das KIEFER-Racing Team jetzt wieder alles richtig gemacht. Von der Moto 2 in die Moto 3 gewechselt. Mit Leopard einen guten Sponsor erwischt, wenn nur nicht die „blaue Lackierung“ wäre. Es sieht aus, als ob da jemand für „Höschenwindeln für unsere Kleinen“ Werbung fährt. Dabei handelt es sich bei der Firma um einen Energy Drink, der gerade (über den Benelux-Raum) in Europa Fuss fassen will. Die roten Bullen lassen grüßen. Sei`s drum, zumindest stechen die „blauen Flitzer“ von Danny Kent und Evren Vazquez im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge. Danny Kent führt die Klasse an und hat im Saisonverlauf ausgesprochen clever seine Renneinteilung nach dem Gesamtstand in der WM ausgerichtet. Während andere Fehler machten, hat er konstant Punkte eingefahren und die meisten Siege in der Klasse errungen. Mit dieser „Rennintelligenz“ ist „Steady Eddy Lawson“ viermal Weltmeister der 500er-Klasse geworden.

Die Trainings in der Klasse verliefen wie erwartet. Selbst ein Sturz im Qualifikationstraining konnte eine überlegende Polezeit von Danny Kent nicht verhindern. Sah es in den Freitagstrainings noch danach aus, dass der Lokalmatador Philipp Öttl mit den Stars der Moto 3 mithalten kann, war in der Qualifikation wieder die alte Kluft vorhanden und die deutschen Fans konnten im Rennen nur auf einstellige Punkte hoffen.

Und so kam es dann auch. Danny Kent machte seiner Konkurrenz ziemlich schnell nach Beginn des Rennens klar, dass er nicht gewillt war sich in Positionskämpfen aufzureiben und so sahen seine Gegner alsbald nur noch sein Heck und ER (Danny Kent) fuhr einem ungefährdeten Sieg entgegen. Das Glück für seinen Teamchef war am heutigen Tag komplett denn der „2. Mann“ auf dem Podest war der zweite Mann im Leopard Racingteam Efren Vazquez. Komplettiert wurde das Podest durch Enea Bastianini, der damit erneut Punkte im Gesamtstand der Weltmeisterschaft auf Danny Kent einbüsste.
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Philipp Öttl schlug sich wacker und war bis Rennende in einer großen Gruppe von Fahrern, die um den dritten Podestplatz kämpften. Leider ging er mit Platz 11 dahingehend leer aus.

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Die Moto 2 weist die meisten deutschen Starter auf. Ist auch kein Wunder, schließlich ist SIE ja die Nachfolgeklasse der 250er und die galt immer als deutsche Domäne. Wen hatten wir nicht alle da auf dem Siegertreppchen: Toni Mang, Reinhold Roth, Manfred Herweh, Martin Wimmer, Helmut Bradl und Ralf Waldmann. Und diese Riege hat dann in der Moto 2 Stefan Bradl fortgesetzt und einen WM-Titel nach Deutschland geholt.

Aktuell haben wir auch mit Jonas Folger wieder einen Siegfahrer und auf IHM lasteten nicht nur „unsere“, sondern auch die Hoffnung aller anderen deutschen Besucher am Sachsenring. Eine Bürde mit der man erst einmal klar kommen muss.

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In den ersten Trainingssitzungen am Freitag sah auch alles gut aus für die Fans von Jonas Folger. Am sonnigen Samstag tat er sich aber merklich schwer und erst in den letzten Minuten des Moto 2 Trainings konnten sich die deutschen Rennfans über gute Leistungen von Sandro Cortese und Jonas Folger freuen. Man war mit den Plätzen 7 und 8 bei der „Musik“, aber nicht in Schlagdistanz zum WM-Leader Zarco der in einer eigenen Liga fuhr.

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Das Rennen der Moto 2 verlief spannend, obwohl die Überlegenheit von Johan Zarco es zunächst nicht vermuten ließ. Der Belgier Xavier Simeon ließ einfach den Kontakt zu dem Polesetter nicht abreißen und blieb „eisern“ bis ins letzte Renndrittel an Johann Zarco dran. Der Rest ist schnell erzählt. Bei passender Gelegenheit sauber ausgebremst und dann die Linie gehalten ohne sich eine Blöße zu geben. Ziemlich zerknirscht musste Johann Zarco mit dem zweiten Platz vorlieb nehmen. Wahrscheinlich war er nur wenig später bereits wesentlich besser gelaunt, denn sein ärgster Widersacher Esteve „Tito“ Rabat, der Weltmeister des zurückliegenden Jahres, ging beim Kampf um den dritten Platz in der letzten Kurve mit seinem Kontrahenten Franco Morbidelli zu Boden. Bedanken konnte sich der Rookie Alex Rins, der einen ausreichenden Abstand zu den beiden Streithähnen aufwies und so locker den dritten Platz auf dem Podest erntete. Sandro Cortese wurde als bester Deutscher im Rennen 11.

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Kommen wir zu den „Königen“ des Motorradrennsports, der Moto GP. Wer einmal live die Klangkulisse erlebt hat, wenn sich ein Moto-GP Feld nach dem Start zur ersten Kurve „stürzt“ wird das nicht vergessen.

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Der Einschlag eines Kometen dürfte etwa eine ähnliche Geräuschkulisse verursachen. Was eine Fernsehübertragung wiedergibt ist ein „müder Abklatsch“ des Liveerlebnisses.

Hinzu kommt noch, dass die Protagonisten die Klasse in diesem Jahr so spannend machen, wie lange nicht mehr. Ein Grund dafür ist sicherlich, dass der absolute Held der Moto GP, Valentino Rossi, in dieser Saison reale Chancen hat seinen zehnten Titel zu holen. Der Jungstar Marc Marquez schwächelt etwas und so ist der Yamaha-Teamkollege Jorge Lorenzo wahrscheinlich der einzige, der das „Wunder“ verhindern kann.

Was habe ich, als eingeschworener Ducatisti, dem „Doktor“ die Daumen gedrückt, als er die „rote Diva“ um die Strecken trieb. Aber das Gespann Ducati und Valentino Rossi wollte einfach nicht funktionieren und der „Widerspenstigen Zähmung“ misslang gründlich. So gab „Rossifumi“ nach zwei Jahren auf und kehrte reumütig zu Yamaha zurück. An seiner alten Wirkungsstätte und nach einem Jahr Eingewöhnung waren auch die Erfolge wieder da und jetzt ist der „Doktor“ wieder dort angelangt wo er sich am Liebsten sieht: An der Spitze.

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Im Training gaben aber andere den Ton an. So fand der zweimalige Weltmeister Marc Marquez zu alter Stärke zurück und dominierte die MOTO-GP-Trainings. Sein Teamkollege Dani Pedrosa zeigte auch, dass der Sachsenring zu seinen Lieblingsstrecken gehört und reihte sich hinter Marc Marquez ein. Die erste Reihe wurde von Jorge Lorenzo komplettiert, der den Abstand in der WM-Punktetabelle zum „Doktor“ unbedingt vor der Sommerpause verringern wollte. Pech für Vale war dann auch noch, dass zwei Ducatis die Vorteile der „Spezialregelung“ in Sachen Openklasse ausspielten und sich mit „weichen Reifen“ im Training vor ihm platzierten. Aber Startplatz 6 war in Ordnung, schließlich hatte der Altmeister bereits Rennen von Startplatz 8 aus in souveräner Manier gewonnen.

Das Rennen ging los wie so oft in zurückliegenden Rennen. Jorge Lorenzo legte einen Blitzstart hin und platzierte sich vor den beiden Werks-Honda von Marc Marquez und Dani Pedrosa. Das „Strohfeuer“ war aber schnell abgebrannt und Marc Marquez setzte sich an die Spitze und in der Folge zügig von seinen Verfolgern ab.

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Erster Verfolger war zu diesem Zeitpunkt unser „Doktor“. Der hatte von Platz 4 nach der ersten Runde erst Lorenzo und dann Pedrosa „aufgeschnupft“. Im Verlauf des Rennens musste Rossi aber dann doch den superstarken Pedrosa vorbeilassen und sich mit dem dritten Platz zufrieden geben.

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Das war sicherlich zu verschmerzen, es kamen schließlich weitere drei Punkte auf seinen Vorsprung zum ärgsten Widersacher in der WM, seinem Teamkollegen Jorge Lorenzo, hinzu.

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Soweit die Geschichte und die Geschichtchen zum zurückliegenden Großen Preis von Deutschland am Sachsenring.

Jetzt die Antworten auf nicht gestellte Fragen zur „Logistik“ rund um die Veranstaltung. Mit Logistik meine ich: Wo komme ich unter → Welche Unterkunft kann man empfehlen?

Die „ganz Harten und Härtinnen“ haben hier nur eine Anlaufstelle und die hat bereits „Kultcharakter“. Der ANKERBERG ruft als Zeltplatz oder Örtlichkeit für den Camper.

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Voraussetzung für den Aufenthalt an diesem Platz ist → Man kommt auch mit wenig Schlaf aus, weil hier ist 24 Stunden rund um die Uhr Tamtam und man hat keine Probleme damit, dass sich „trinkfeste Ankerbergnutzer“ auch einmal in der Nacht bei der Suche nach ihrem Lagerplatz „verirren“. Vorteil: Nur den „Hang herunterkullern“ und schon ist man am Haupteingang zur Strecke.

Was empfiehlt „Flying Haggis“ seiner Leserschaft? Wir sind bereits seit 2002 am Rennwochenende zu Gast im Hotel „Alte Mühle“ in der Randlage von Chemnitz.

http://www.hotel-alte-muehle.de/

Auch außerhalb der Veranstaltung ist das Haus DER Übernachtungstipp. Der Chef des Hauses, Herr Degenhardt, hat ein qualifiziertes und sehr motiviertes Team um sich geschart. WICHTIG für Flying Haggis! Die Küche ist auch sehr gut und was die Sache noch toppt → das Personal im Service ist auch noch freundlich. UND das in der Servicewüste Deutschland.

Also auf nach Chemnitz – ABER wehe einer von Euch macht der besten Sozia von Allen und MIR unseren Stammplatz im Hotel streitig! Da hört der Spaß auf!

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