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Jede Phase des Motorradfahrerlebens hat ihre Zielgruppe an Verkehrsteilnehmern bei denen man erhöhte Vorsicht walten lassen sollte, sofern eine gesunde Heimkehr nach einer Motorradtour im Mittelpunkt unseres Strebens liegt.

Zu Beginn meiner Zweiradzeit waren dies die Herren mit Hut, der gehäkelten Klopapierabdeckung und dem berühmten Wackeldackel, aus dem Sortiment einer bekannten Mineralölfirma, auf der Heckablage.

Da diese Insignien der Unfähigkeit meist deutlich durch das Heckfenster erkennbar waren, konnte man sich auch zeitnah auf das jetzt nahende Problem vorbereiten. Dann kamen für mich die Treiber von Fahrzeugen mit den gelben Kennzeichen hinzu, bei denen erhöhte Obacht angebracht war, sollte der sonntägliche Ausflug nicht unter einem Campingwagen enden und unsere Anwesenheit unter seinem Gespann möglicherweise vom aufmerksamen Fahrer erst bei Rückkehr in das flache Nachbarland bemerkt werden.

In den letzten Jahren treibt aber eine neue Spezies in unseren Gefilden ihr Unwesen und die ist auf Grund der massiven fahrbaren Untersätze ungleich gefährlicher als ihre o. a. Vorgänger.

DIE SUV – MÜTTER!

Unterwegs mit Fahrzeugen, deren Bezeichnungen uns bereits den Angstschweiß auf die Stirn treiben sollten – hier ist ein „Schneemensch“ unterwegs, dort eine Mischung aus Tiger und Leguan oder auch der gern genommene X-Faktor mit Zahlenkombinationen jedweder Art. Zunächst dachte ich noch, in einem Anflug von kindlicher Naivität, dass die SUV – Mütter ihre Fahrzeuge dafür nutzen um ihren Nachwuchs artgerecht unmittelbar am Sandkasten ihrer Krabbelgruppe oder am Kindergarten abkippen zu können. Das ist aber weit gefehlt, denn die SUV – Mutter würde niemals zulassen, dass ihre Brut in Kontakt mit Sand, Schmutz oder Viren welcher Art auch immer kommt. Dabei wäre die orale Aufnahme des kompletten Inhalts eines solchen Sandkastens wahrscheinlich für die Zöglinge weitaus ungefährlicher, als die Fahrt in Mutters SUV.
Nein, nein vor den besagten Örtlichkeiten (und in der Folge bleiben auch Schulen nicht verschont) HALTEN die SUV – Mütter in zweiter oder dritter Reihe nebeneinander, um den Abschied von ihrem Nachwuchs zu zelebrieren. Schließlich muss die Welt davon erfahren mit welcher Inbrunst SIE ihrem Auftrag → Aufzucht und Hege nachgehen! Hupen nutzt jetzt wenig, weil dies die SUV – Mütter in ihrem Wahn zur Selbstdarstellung erst richtig bestärkt und unseren Aufenthalt hinter der SUV-Schlange nur unnötig verlängert.

Schon einmal auf der Landstraße auf eine SUV -Mutter aufgefahren? Na – auch gedacht, dass die Fahrerin volltrunken oder bekifft ist? Das war natürlich ein Fehler in der Wahrnehmung oder eine falsche Sozialisierung aus unseren früheren Zeiten. Die SUV – Mütter pflegen diesen Fahrstil auch im nüchternen Zustand und Dank der Fahrspurassistenten werden SIE rechtzeitig auf das Verlassen ihres Fahrstreifens hingewiesen, so dass SIE entsprechende Korrekturen einleiten können. Insofern ist der Fahrstil schon fast wieder erklärbar. Jetzt nicht böse sein Leute. Die SUV – Mütter sind alle (neudeutsch) multitaskingfähig. Wenn gerade eine SMS geschrieben werden muss und der Lippenstift nachgezogen und der Nachwuchs vom Rücksitz sein Weizenkleie Müssli an die Frontscheibe geworfen hat – dann können banale Kleinigkeiten wie das sichere Lenken eines Fahrzeuges schon mal zur Nebensache mutieren.

Apropos Rücksitz. Der ist natürlich ausgestattet mit dem Testsieger der Kindersitze aus allen repräsentativen Vergleichstests. Die Zöglinge werden aber in diesen Sitzen nicht arretiert, weil sie dadurch in ihrer Entwicklung Schaden erleiden würden. So werden wir stille Beobachter der Szenerie und können auch abschließend mitteilen ob Sören oder Livgrete uns die Zunge herausgestreckt und freundlich den Stinkefinger gezeigt haben. SUV – Mama persönlich hat uns nämlich mittels großflächigem Aufkleber mitgeteilt, WEN sie an Bord so alles transportiert.

Die Masse der SUV – Mütter sind FDP Wähler! Also das ist jetzt nicht empirisch erhoben, sondern beruht eher auf einer (fundierten) Vermutung eures werten Erzählers.

Die (zum Glück) verflossene FDP Justizministerin Frau Leutheusser-Schnarrenberger hat sich immer für den Datenschutz in Deutschland stark gemacht. Meine Mutmaßung ist jetzt, dass die SUV – Mütter den Fahrtrichtungsanzeiger ihrer Boliden deshalb nicht nutzen, weil es ihre Umgebung nichts angeht WOHIN sie fahren! Datenschutz eben! Deshalb LEUTE – Passt auf, wenn ihr eine dieser Spezies auf der Strecke überholen wollt! Es könnte Euer „letztes Fahrmanöver“ gewesen sein!

Freuen wir uns auf die Saison 2016 – Aber mit der gebotenen Vorsicht!

ACHTUNG → SUV – Mütter!

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