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Kategorien-Archiv: Auf und Davon

Toskana – die Herzensregion auf „Durchreise“

26 Freitag Dez 2025

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Auf und Davon

≈ 2 Kommentare

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Gladiator, Lucca, Pienza, Pisa, Pitigliano, San Gimignano, Siena, Toskana

Gefühlt ist die Toskana „DIE Herzensregion“ deutscher Urlauber in Italien. Die Landschaft an sich, die vielen pittoresken Orte, die offenherzigen Menschen und nicht zuletzt die gute Küche sind da sicherlich die tragenden Aspekte.

Die schönen regionalen Sprichwörter, dass man bei Tisch nicht altert oder „besser trüber Wein als klares Wasser“ zaubern mir unmittelbar ein Lächeln ins Gesicht. Lebensart und Gefühl kommen im deutschen Alltag eben eher seltener vor.

Urlaub kann man in der Toskana wochenlang machen, ohne dass man ALLES Sehenswerte gesehen hat. Deshalb kümmern wir uns heute um eine Variante.

Wo kann ich bei einer Rundreise durch Italien, einer Anfahrt oder Rückfahrt, die Toskana mit einbauen und habe dabei möglichst viel der vielseitigen Region gesehen und erlebt? Auf geht`s!

Beginnen wir unsere Tour am Bolsenasee, also lediglich 90 km nördlich von Rom.

Alte Leser wissen, dass wir ursprünglich aus der Region Trier stammen und die Eifel häufig unser Ziel mit dem Motorrad war. Also auch die dortigen Maare. Der Bolsenasee ist ähnlich aber um einiges größer als die Eifelmaare was seinen Umfang angeht. An seiner tiefsten Stelle ist er ca. 150 m tief und hat einen Umfang von 43 km.

Sitzt man an einer der schönen Terrassen am See kommt fast so etwas wie Strandgefühl am Meer auf oder zumindest am Gardasee. Der Lago di Bolsena hat seinen ganz eigenen Charme.

Aber wir wollen ja heute auch noch die Klischees der Toskana bedienen. Keine 40 km müssen wir dafür zurücklegen und haben einen Ort erreicht, der auf alle Fälle diese Klischees erfüllt.

Pitigliano ist u. a. bekannt für seinen preisgekrönten „Bianco di Pitigliano“, einen regionalen Weißwein und die Süßspeise Sfratto (längliche Teigrolle mit einer Füllung aus Honig, Nüssen und Zimt). Einmalig ist die Lage des Ortes hoch erhoben auf einem Felsen aus Tuffstein. Auf den ersten Blick könnte man Pitigliano für eine Filmkulisse halten. Von einer Kulisse ist Pitigliano aber weit entfernt. Hier pulsiert die italienische Lebensart. Also genehmigen wir uns auch einen Espresso und frischen unsere Erinnerungen im Herzen mit einigen Fotos auf.

Weiter geht es in Richtung Norden. Wie war das noch zu Beginn? Toskana die Herzensregion der Touristen? Es gibt wohl kaum einen Reiseführer, der nicht mit den wunderschönen Fotos der Zypressenalleen aufwartet.


Auf unserem Weg nach Pienza auf der SR 2 im Val d`Orcia machen wir deshalb einen Fotostopp am Agriturismo Poggio Covili. Die kleine Straße hinauf zum etwas exponiert liegenden Agriturismo ist gesäumt von Zypressen und gibt ein traumhaftes Fotomotiv ab. Noch mehr Klischee geht eigentlich nicht. Schön ist es aber trotzdem und lässt den Betrachter mit einem Lächeln zurück.

Weiter zum nächsten Ort, den man sich unbedingt ansehen sollte, verbunden mit einem Bummel in der Altstadt und einem Espresso. Wir sind in Pienza. Die Stadt hat eine bewegte Historie. „Unser Kaiser“ Friedrich II., dessen Castel Monte wir uns ja bereits angeschaut haben, hatte die Familie der Piccolomini 1220 mit der Region um Pienza belehnt. Diejenigen unter uns, die „ihren Wallenstein“ gelesen haben, können mit dem Namen Piccolomini etwas anfangen.

Abgesehen von der wunderbaren Aussicht in das Hinterland ist der Dom von Pienza auf alle Fälle noch ein Fotomotiv wert.

Apropos Fotomotive und Filmkulissen. Rund um Pienza wurden einige Filmszenen des bekannten Hollywoodfilms „Gladiator“ mit Russel Crowe gedreht. Bei unserer weiteren Route fahren wir an der Fattoria Poggio Manzuoli vorbei. Die Fattoria stellte im Film das Haus von „Maximus“ dar.

Weiter geht es auf ziemlich direktem Weg in Richtung Siena. Links und rechts unserer Route wären natürlich alternative Traumstrecken und Fotomotive en masse, aber uns geht es ja heute um eine „ziemlich direkte“ Route durch die Toskana OHNE viel Aufwand als Transferstrecke.

Also über die Via Cassia weiter nach Norden und Siena. 2008 hatte hier auch Daniel Craig als James Bond in „Ein Quantum Trost“ Halt gemacht. Irgendwie weiß der britische Agent wo es schön ist. In Matera ist er uns kürzlich auch schon begegnet.

Siena ist im Grunde genommen das „stadtgewordene Sinnbild“ der Toskana. Die berühmte Piazza del Campo wo das nicht minder berühmte Pferderennen Palio der Stadtviertel Sienas stattfindet. Der beeindruckende Turm als Zentrum des Platzes und der Dom mit seinen wunderschönen Mosaiken.

Jede Gasse ein Fotomotiv – einfach wunderschön.

Aber wir sind ja nur auf Durchreise. Also weiter auf unserem Weg zum nächsten Höhepunkt, den man auf unserer Route bereits von weitem erkennt. Auf nach San Gimignano der Stadt mit den weltbekannten Geschlechtertürmen.

Ganz nebenbei auch noch mit einer „Weltklasse-Eisdiele“ am Marktplatz. Und so schlendern wir mit einem Gelato in der Hand durch die pittoreske Altstadt.

Bei unserer weiteren Route driften wir leicht ab in Richtung Mittelmeerküste, lassen das ebenfalls schöne und sehenswerte Volterra links von uns liegen und fahren nach Pisa.

Schließlich wollen wir auf unserer „Durchreise“ durch die Toskana auch sämtliche Klischees erfüllen und da darf der Campanile in Pisa nicht fehlen.

Also in unmittelbarer Fotodistanz zum „schiefen Turm“ die Maschine auf einem Rollerparkplatz abgestellt. Hier nochmals Dankeschön an die Polizia Locale von Pisa und dann die obligatorischen Fotos vom Campanile und Baptisterium geschossen.

Jetzt haben wir nur noch knappe 20 km bis zu unserem heutigen Endpunkt der Route. Wir fahren nach Lucca. Schön ruhig und beschaulich, nicht touristisch überlaufen lädt uns die Altstadt zum Flanieren und Erholen ein.

Und das machen wir jetzt auch bei „Dolce“ und einem Kaffee und lassen die heutige Route nochmals im Geiste Revue passieren.

300 km waren es quer durch die Toskana. Ideal als Transferstrecke und für den, der mehr Zeit mitbringt, ebenfalls ideal für die vielen versteckten interessanten Punkte, welche die Toskana noch verbirgt.

Viel Spaß beim Nachfahren!


Cinque Terre und WAS noch?

30 Donnerstag Okt 2025

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Auf und Davon

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Cinque Terre, La Spezia, Passo Bracco, Rapallo

Bei geneigten Italienurlaubern tauchen hinsichtlich der Orte oder Regionen, die man im „bel Paese“ Italien gesehen haben muss, häufig dieselben Namen auf.

Die Amalfiküste und die Cinque Terre haben sicherlich Podestplätze bei der Hitliste dieser Höhepunkte eines Italienurlaubes.

Jetzt sind wir aber mit unseren Motorrädern unterwegs und da ist der Anspruch sicherlich ein anderer, als für „Otto-Normalverbraucher“ seines Zeichens Pauschaltourist.

Die unmittelbare räumliche Nähe zu den Cinque Terre mit dem Motorrad zu erkunden ist in etwa so prickelnd wie mit einer vollbepackten Reiseenduro in Rüdesheim durch die „Drosselgasse“ zu jonglieren.

Insofern erfolgt hier der Reisehinweis von Flying Haggis und der besten Sozia von Allen:

Die Cinque Terre erkundet man am besten von der Seeseite her. In La Spezia auf einen der vielen Ausflugsdampfer und dann einen Tag investiert und sich stressfrei, zumindest halbwegs, von Ort zu Ort schippern lassen.

So schauen wir uns die Orte Riomaggiore, Corniglia, Vernazza, Manarola und Monterosso gemütlich auf Schusters Rappen an. Bewundern die traumhafte Lage der Dörfer und die pittoresken Ortskerne und können dann abschließend auch die Einheimischen verstehen, warum zu viel oftmals tatsächlich auch Zuviel sein kann.

Aber wir fahren ja auch noch Motorrad und das machen wir von La Spezia aus auf der SS 1, der Via Aurelia, bis Pian di Barca. AUFGEPASST und die Abzweigung nach Pignone nicht verpassen. Die Cinque Terre sind mit ausgeschildert, aber dort wollen wir gar nicht hin.

Wir suchen einfach nur eine schöne abgelegene Anfahrt hin zu unserem eigentlichen Protagonisten.

Heißt jetzt konkret – bei Pignone nicht in Richtung Cinque Terre abbiegen, sondern grobe Fahrtrichtung Casale und Cassana. Dann führt uns unser Weg zurück auf die Via Aurelia und vorbei an Carrodano.

Damit haben wir jetzt knappe 25 km eine Kurve nach der anderen und sind sozusagen auf der Heimstrecke der Motorradfahrer der Region rund um La Spezia und Sestri Levante mit Namen „Passo Bracco“.

Im Grunde genommen steigen wir von „Meereshöhe“ auf knapp über 600 m. Der Passo Bracco ist auch bereits zu historisch sportlichen Ehren gekommen. Bei dem ersten Giro d`Italia 1909 wurde er schon von den Radrennfahrern überquert. Bis heute ist er Bestandteil der Rundfahrt als Berg der dritten Kategorie. Was hinsichtlich der Einstufung kein Wunder ist, wenn man bedenkt welche Riesen die Rennfahrer in den Dolomiten überqueren. 2009 war der Passo Bracco noch Bestandteil eines Einzelzeitfahrens. Es geht uns heute aber gar nicht darum Alpenpässen Konkurrenz zu machen.

Wir genießen den kurvigen Verlauf und die wirklich erstklassige Asphaltdecke, die über die gesamte Strecke einen „sauberen Strich“ ermöglicht. Das ist in der Region nicht überall so.

Der Passo Bracco hingegen suggeriert dem Fahrer ein Gefühl als ob hier das Cembratal mit dem Penserjoch eine symbiotische Beziehung eingegangen wäre und zaubert einem ein permanentes glückliches Lächeln ins Gesicht.

Un sogno trasformato in asfalto! Also ein asphaltgewordener Traum. Überzeugt Euch selbst. Wenn ihr in der Region rund um Cinque Terre, La Spezia oder Sestri Levante unterwegs seid, dann lasst Euch diese 25 km auf gar keinen Fall entgehen.

Und wenn Ihr das dann erledigt habt, dann kümmert Ihr Euch um die restlichen kleinen Pässe in der kurvigen Gegend rund um La Spezia bis Rapallo. Es gibt viel zu erkunden – glaubt es uns.

Viel Spaß beim Nachfahren!

Die Alternative zwischen Entweder und Oder

31 Sonntag Aug 2025

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Auf und Davon

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Füssen, Hahntennjoch, Hotel Hirsch, Kühtai, Sterzing

Zu Beginn der Saison hatte ich Euch unter meiner Rubrik „Nachdenkliches & Provokantes“ meine Einstellung in Sachen Urlaubsbeginn und Anfahrten zum Urlaubsort nähergebracht. Der praktische Teil natürlich mit Schwerpunkt unserer neuen Heimat Südtirol.

https://flyinghaggis.net/category/nachdenkliches-provokantes/
Wie heißt es so schön: Eine Alternative ist die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten. In dem o. a. Beitrag hatte ich aber bereits einige Optionen mehr als Alternativen aufgezeigt.

Aber wie sagte einst ein weiser Mann: Zwischen Entweder und Oder führt noch so manche Straße. Und die nehmen wir heute.

Gehen wir einfach davon aus, dass Ihr auch nicht mehr eine lange Urlaubsanfahrt an einem Tag via Autobahn erledigt, sondern, wie im damaligen Bericht angeregt, den Urlaub bereits bei der Anfahrt beginnen lasst. Ein richtig schöner Ort um dann an einem zweiten Tag frisch gestärkt und erholt die eigentliche Fahrt in die Berge zu beginnen ist Füssen.

Als Tipp von mir sei Euch das Hotel „Hirsch“ nähergebracht. Wunderbares Hotel und feine Unterkunft mit exzellenter Küche. Da auch der Service passt unser idealer Ausgangsort für Tag 2.

Raus geht es aus der Touristenhochburg Füssen zunächst in Richtung Reutte. Wir meiden aber den total überlaufenen Fernpass, weil wir unsere Nerven schonen wollen und natürlich auch fahrerisch etwas geboten werden soll.

Und so etwas findet sich in räumlicher Nähe des Lechtales. Wir fahren über das Hahntennjoch.

Die 1.894 m sind der ideale Einstieg in einen Urlaub im Motorradeldorado Südtirol. D. h. für den ein oder die andere möglicherweise nicht, weil unsere österreichischen Nachbarn hier eine geistig nicht nachvollziehbare Beschränkung eingebaut haben. Schaut in eurem Fahrzeugschein, was dort unter dem Standgeräusch an db-Werten eingetragen ist. Über 95 db ist das Hahntennjoch tabu.

Für alle anderen ein wunderbarer Beginn und bei gutem Wetter sogar ein schöner Aussichtsberg.

Von der Passhöhe aus haben wir dann leider eine Begrenzung von 60 km/h, was der Aussicht und den Kurven aber keinen Abbruch tut.

Ab Ortsbeginn Imst ist dann eine Limitierung auf 30 km/h. Aufgepasst – die österreichische Gendarmerie ist fleißig.

Trotz dieser Einschränkungen ist das Hahntennjoch mit seinen etwa 30 km Wegstrecke eine wunderbare Alternative für Motorradfahrer um den Fernpass mit seinen „Bürgerkäfigen“ und den dort üblichen Staus zu umgehen.

In Imst angekommen orientieren wir uns in Richtung Oetztal und Timmelsjoch um Eingangs des Oetztales in Richtung Kühtai-Sattel abzubiegen.

Landschaftlich schön gelegen ist der Weg auf den Sattel zwar keine Herausforderung aber entspannt zu fahren. Nomen est Omen. Je weiter es nach oben geht umso mehr sollten wir aufpassen auf die schweren Vierbeiner, die dem Kühtai den Namen geben.

Da kann schon einmal ein Wiederkäuer unmittelbar auf der Ideallinie rumstehen oder das Produkt seiner Enddarmtätigkeit genau dort abgelegt haben, wo unsere Reifen es überhaupt nicht gebrauchen können.

Bis in die Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck zieht es uns natürlich nicht. Über Axams und Götzens geht es auf die B 182, namentlich die alte Brennerstraße und dann hinein in das gelobte Land Südtirol.

Früher war es immer so, dass bei uns bei den Anfahrten ab Ortsschild Sterzing das Herz aufging. Irgendwie war es bereits vor Jahren so wie: Zu Hause ankommen. Deshalb machen wir immer noch gerne Rast in dem kleinen gemütlichen Städtchen Sterzing, weil auch die Gastronomie immer noch ein Plätzchen für einen frei hat.

Außerdem ist Sterzing ideal für unsere Weiterreise. Wo soll es hingehen? Nach Meran – dann ab über den Jaufenpass und hinein ins Passeiertal. Nach Bozen – dann ab über das Penserjoch und durch das ruhige Sarntal in die Landeshauptstadt. Oder doch ins Pustertal? Dann kurz vor Brixen auf ins Pustertal. Hier dann am besten ab Vintl hinauf auf die Panoramastraße und über Pfalzen hinunter nach Bruneck. So geht man dem schlimmsten Verkehr erst einmal aus dem Weg.

Probiert es aus Leute – Entspannt hinein nach Südtirol. Erholt bevor die eigentliche Erholung beginnt.


Der kurze Sprung in die Jura-Kreidezeit

18 Sonntag Mai 2025

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Auf und Davon

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Hotel Viridis, Lago St. Giustina, Passo Predaia, Radicosaurus

Wie heißt es doch so schön: Wer mehr erkennen will muss einfach genauer hinsehen.

Genau dies tun wir heute und schauen uns einen Platz etwas genauer an, den wir bislang eigentlich nur als Transitstrecke genutzt haben. Den Santa Giustina-Stausee und seine Umgebung.

Bei ihrem Bau 1951 war die Staumauer die höchste Talsperre in Europa. Heute noch ist der Santa Giustina See der größte Stausee im Trentino. Abgesehen davon, dass er natürlich hauptsächlich zur Stromgewinnung gebaut wurde, hat sich der See über die Jahre zu einem Naherholungsgebiet entwickelt und eine Menge von Freizeitsportlern tummeln sich rund um den See.

Wenn man von den umliegenden Höhenzügen auf den See zufährt, dann genießt man bereits die Ausblicke über Apfelplantagen und Weinhänge. Man fühlt sich schon wie mitten in Italien.

Apropos anfahren. Aus Richtung Bozen kommend können wir über den Mendelpass anfahren. Diejenigen die aus dem Vinschgau oder der Region Meran kommen, die fahren über den Gampenpass oder rollen über das Ultental und die Hofmahd mit der angrenzenden Forcella di Brez an. Aus Richtung Westen bietet sich der Passo Tonale an.

So das hätten wir und nun machen wir erst einmal eine gemütliche erste Pause bei einem Espresso und Dolce. Denn wie sagen die Italiener: Wenn Du Hunger hast, sage es nicht dem Schatten. Se hai fame non dirlo a chi è satollo.

Wir sagen es dem aufmerksamen Service im Hotel Viridis. Nicht nur weil es eine feine Küche sein Eigen nennt und das Gelato hausgemacht ist, sondern weil wir von der Terrasse einen einmaligen Blick auf den See werfen können. Einfach ein Traum und wir lassen die Seele baumeln.

Kürzlich haben wir euch eine beeindruckende Holzskulptur von einem genialen italienischen Künstler vorgestellt. Der Drache von Vaia unweit von der Kaiserjägerstraße war da unser Ziel und hat uns staunend verweilen lassen.

Das ist nicht das einzige Geschöpf dem der Künstler Marco Martalar „Leben“ eingehaucht hat. Also müssen wir dorthin und uns seine neueste Schöpfung anschauen.

Der „Radicosaurus“ steht in Ufernähe und ist vom Parkplatz Plaze di Dermulo aus fußläufig in minutenschnelle erreicht.

Der Holzbildhauer hat Wurzeln und Holz in Ufernähe gesammelt und daraus dann dieses Werk geschaffen. Einfach wunderbar mit einer Betonung auf „Wunder“. 7 Meter lang und 5 m hoch ist die Skulptur und somit eines Sauriers durchaus würdig.

Man fühlt sich etwas an ein Museum erinnert, welches das Skelett eines Sauriers ausstellt. Holzstück für Holzstück hat Martalar hier derart angefügt, dass diese Skulptur lebendig wirkt. Mit einem breiten Grinsen stehe ich vor dem Saurier.

„Hallo mein Freund. Ich war erst kürzlich bei deinem fantastischen Bruder, dem Drachen von Vaia. Wir haben uns auch schon gut verstanden!“

Die Art und Weise wie Marco Martalar diese Skulptur umgesetzt hat lässt sogar beim Betrachten eine gewisse Dynamik spüren. Das leicht angewinkelte Bein des Sauriers wirkt auf den Betrachter fast so, als ob man ein Dressurpferd im Parcours beobachtet.

Irgendwann machen wir uns dann wieder auf den Weg zu einer kleinen Schleife, die uns wieder in ruhige Gefilde führt. Die Predaia-Hochebene in den Nonsbergen erklimmen wir noch. Im Winter ein kleines aber feines Skigebiet ohne viel Trubel und Tamtam ist es im Sommer ein Naherholungsgebiet für Wanderer und wird auch gerne von Fahrradfahrern genutzt.

Über Vervo folgen wir der Route auf den 1.250 m hohen Passo Predaia und nutzen damit die Streckenführung die auch die Radrennfahrer des Giro del Trentino schon genutzt haben.

Machen wir für heute einfach Schluss mit unserer Stippvisite rund um den Lago di Santa Giustina. Obwohl wir noch seitenlang interessante Punkte für Euch hätten. Aber wenn ich Euch jetzt noch alles Wissenswerte über das Val di Non, seiner Käserei mit dem tollen Trentingrana, der meiner Meinung nach keinem Parmesan geschmacklich nachsteht, oder dem leckeren Caciotte, vermitteln würde, dann würde der Bericht epische Ausmaße annehmen.

Also verschieben wir das Ganze auf demnächst. Euch wünsche ich viel Spaß beim Nachfahren und bin gespannt auf eure Eindrücke. Bis bald!

Historisch, kurvig, mystisch, schön!

04 Sonntag Mai 2025

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Auf und Davon

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Drache von Magré, Kaiserjägerstraße

Zumindest am Rande hat Euch euer werter Erzähler bei den Touren rund um und in Südtirol, dem Trentino und dem nahen Belluno die belastete Geschichte Südtirols und seiner Bewohner mit ihrer Heimat Italien nähergebracht.

So gut wie keiner der von uns so geliebten Alpenpässe dieser Regionen hat keine militärische Historie.

Heute begegnet uns wieder so ein Name, wenn wir uns von Levico Terme kommend den Monte Pegolara hinauf schlängeln. Die „Kaiserjägerstraße“.

Die Quellen sind hier etwas unterschiedlich was den Bau der Bergstraße angeht. Mal wird von 1911 gesprochen und an anderer Stelle von 1915.

Es kann uns egal sein, denn die Streckenführung ist atemberaubend. Teilweise nur einspurig geht es bergauf, dabei auch durch einige kleine und unbeleuchtete Tunnels.

Wunderschöne Ausblicke hinab zum Caldonazzosee natürlich inbegriffen.

Dosiert fahren wir den Berg hinauf, denn es ist wirklich an einigen Stellen ziemlich eng und bei Gegenverkehr sollte man die nötige Toleranz an den Tag legen und chirurgische Präzision, wenn die Tourenkoffer keine Erinnerungsspuren davontragen sollen. Italiener erledigen dies mit einer entspannten Gelassenheit und Mimik.

Bautechnisch ein Meisterwerk welches die Kaiserjäger hier seinerzeit in den Berg gefräst haben. Ein hoher Prozentsatz der Truppe bestand damals aus Welschtirolern aus dem Trentino. Die italienischen Alpini hatten deshalb die Hoffnung, dass diese italienischsprachigen Kaiserjäger mit fliegenden Fahnen zu ihnen überlaufen. Das taten diese Welschtiroler aber keineswegs und so entstand bei den italienischen Truppen alsbald der geflügelte Satz:

„Dio ci liberi degli Irredenti!“

Was so viel heißt wie: Gott befreie uns vor den Unerlösten. Scheinbar hatten diese Welschtiroler gar nicht das Gefühl unerlöst zu sein und erst recht kein Bedürfnis sich ungefragt erlösen zu lassen.

Der ein oder andere heutige Politiker sollte sich dies vielleicht vor einer Urteilsfindung zu Herzen nehmen und vorab durch den Kopf gehen lassen.

Wir haben aber noch ein Ziel am heutigen Tag. Unweit der Kaiserjägerstraße in Richtung Lavarone kommen wir nach Magré.

Da wollten wir heute unbedingt hin und legen euch den Besuch wärmstens ans Herz.

Wir wollen den geflügelten Drachen von Vaia besuchen. Vaia, weil einst das Sturmtief dieses Namens einiges an Baumbestand in der Region vernichtet hat. Marco Martalar, ein weltbekannter Künstler, nahm dies zum Anlass und schuf hier oben auf dem Hochplateau Tablat oberhalb von Magré ein wunderbares Kunstwerk.

Entstanden ist die weltweit größte Drachenskulptur aus Holz. 6 m hoch und 7 m lang mit ihren 2.000 Holzstücken und etwa 3.000 Schrauben steht der Drache imposant vor uns und schaut uns mit seinen grünen Augen an.

Ich erwarte jeden Moment, dass mich der Drache „anzwinkert“.

In der christlichen Tradition verkörpert der Drache das Symbol des Bösen. Wahrscheinlich haben deshalb „hirnlose Vollpfosten“ den Drachen im Sommer 2023 angezündet und zerstört.

Ich halte es da eher mit der asiatischen Deutung des Drachen, für die er Sinnbild der übernatürlichen Macht, Weisheit und Stärke, sowie für verborgenes Wissen ist.

Zum Glück konnte Marco Martalar mit Hilfe von Spenden die Skulptur wieder errichten und hier steht sie nun in voller Pracht vor uns. Wenn ich die Augen schließe höre ich den Drachen ganz leise „grummeln“. Wir verstehen uns!

Also Leute. Wenn ihr auf eurer Tour in der Nähe von Levico Terme seid oder dem Caldonazzosee, dann nutzt die Zeit und investiert diese paar Kilometer abseits eurer Route. Die Kaiserjägerstraße und der Drache von Magré sind es mehr als wert.

Viel Spaß beim Nachfahren – Wir sehen uns!



Das Cembratal und das Serafini

28 Freitag Mär 2025

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Auf und Davon, Rast & Übernachtung

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Cembratal, Grappa, Serafini

Südtirol und das angrenzende Trentino sind voll mit Tälern. Jedes für sich mit wunderschönen Ausblicken und ebensolchen Eindrücken.

Das Fleimstal und Fassatal kennen viele die Anhänger des nordischen Skisports sind. Hier liegen im Val di Fassa die Hochburgen der italienischen Langläufer. Alles entlang des Flusses Avisio der im Gletscherbereich der Marmolata, oberhalb unseres alten Bekannten dem „Fedaiapass“, entspringt.

Wir schauen uns heute die Route entlang der letzten Kilometer des Avisio auf seinem Weg in Richtung Trento an. Ein Traum für Motorradfahrer – das Cembratal.

Die Streckenführung ist genial. Das komplette Spektrum an möglichen Kurvenradien, mal eng mal weit, wechselt sich ab. Einfach ein Genuss. Apropos Genuss.

Wir sind hier auf der Strada del Vino e dei Sapori. Aber nicht nur der Wein, vorrangig der bekannte Müller-Thurgau, sondern auch der Grappa sowie fruchtige rote Rebsorten sind hier beheimatet. Achtung Leute! Die Region Venetien hat zwar mit 45 Destillerien den größten Anteil der Grappa-Herstellung, ist aber dicht gefolgt von 38 Destillerien im Trentino. Wer hier auf der Suche nach einem guten Tropfen nicht fündig wird, dem ist nicht mehr zu helfen. Apropos helfen. In der Region rund um Cembra wurde der Grappa nicht nur getrunken, sondern galt auch als Allheilmittel gegen eine Vielzahl von Schmerzen. Genialer Schachzug. Alkoholaufnahme unter dem Deckmantel der Gesundheitsvorsorge.

Der Weinanbau wird hier an den Hängen rund um Cembra im Terrassenanbau betrieben. Abgestützt und gesichert mittels Trockenmauern. Es erinnert mich irgendwie an unsere alte Heimat und den Weinanbau im Moseltal. Hier hatten die Steilhänge an der Mosel auch die Winzer vor Probleme gestellt.

Heute fahren wir allerdings nicht im Flusstal der Mosel unsere Runde. Den Lauf des Avisio im tief eingeschnittenen Tal unter uns können wir teilweise nur erahnen. Der Blick in die Ferne ist dafür allerdings gigantisch und einfach nur schön.

Gerade zu den Wochenenden wird die Route im Cembratal gerne von den regionalen Motorradfahrern*innen genutzt. Eine wunderbare Einstimmung auf dem Weg zu den Dolomitenpässen oder den nahen Pässen wie Manghen, Rolle, Valles und wie sie alle heißen.

Unmittelbar am Ortsende von Cembra kann man noch hinauf zum Lago di Santo fahren. Ein wunderbarer Ort auf knapp über 1.200 m um die Seele baumeln und das Idyll auf sich wirken zu lassen. Einfach ein schönes Plätzchen Erde.

Gemütlich rollen wir jetzt in Lavis aus und halten Einkehr. Sinnvoll tun wir dies in der Gelateria Serafini. Für jemanden wie mich, der Gelato derart liebt, ist diese Eisdiele wie eine Vorstufe zum Paradies auf der Erde.

Das Schlimme ist, dass es außer einem phänomenalen Eis, welches schon mehrfach prämiert wurde, auch noch kleine „Schweinereien“ aus der Konditorei gibt. Also so ziemlich ALLES was den „Kalorientierchen“ die Möglichkeit gibt die Kombi enger zu nähen. Komplett egal – weil es einfach viel zu lecker ist.

Falls ich mit meinen Infos zum Weinanbau im Cembratal den ein oder die andere inspiriert haben sollte, dann sei euch noch die Cantina Lavis empfohlen. Unweit der Gelateria Serafini findet ihr die Cantina und könnt da einiges an flüssigen Köstlichkeiten erwerben. Der Cabernet Trentino ist unser Favorit.

Also Leute. Wenn ihr in dieser Saison im Trentino unterwegs seid und ihr bei der Routenplanung auf der Suche nach traumhaften Motorradstrecken seid, dann baut auf alle Fälle das Cembratal mit ein. Es lohnt sich.


Glurns und der „Florian“

14 Freitag Mär 2025

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Auf und Davon, Rast & Übernachtung

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Flurin, Glurns, Restaurantempfehlung

Seit jetzt etwas mehr als zwei Jahren bringe ich euch den Vinschgau und das Burggrafenamt als Ausgangsbasis für schöne Motorradtouren näher. Also zumindest versuche ich es und das ist legitim, wenn man an eine Region sein Herz verloren hat.

Über Jahre hinweg habe ich dies schließlich auch mit unserer alten Heimat Eifel, Mosel, Hunsrück, Luxemburg und der weiteren Umgebung versucht.

Wie sieht es eigentlich bei Euch aus? Habt Ihr auch ganz oft diese kleinen Orte oder „Flecken“ am Wegesrand bei denen ihr im Vorbeifahren denkt: Das nächste Mal, dann machen wir hier aber endgültig eine längere Pause und schauen uns alles an.

Das machen wir heute und versprochen – es lohnt sich. Wie bereits gesagt, der Vinschgau ist die ideale Ausgangsbasis für tolle Motorradtouren. Auch die Schweiz mit einer Vielzahl von tollen Alpenpässen ist lediglich nur den berühmten Steinwurf entfernt. Und wenn ihr jetzt den Umbrail oder den Ofenpass auf eurem Tagesplan habt, dann kommt ihr unmittelbar an einem dieser besagten wunderschönen Orte vorbei.

Nur heute fahren wir nicht vorbei, heute legen wir einen Stopp ein. Glurns fällt dem Betrachter eigentlich sofort ins Auge. Die komplett erhaltene Ringmauer ist weithin sichtbar. Ebenso die drei Stadttürme durch die der Besucher aus unterschiedlichen Richtungen in den mittelalterlichen Stadtkern einfahren kann.

Das Malser Tor im Norden, also grobe Richtung Reschensee, das Schludernser Tor im Osten und der Kirchtorturm im Süden an der Etsch. Der Kirchtorturm beherbergt die Paul-Flora-Ausstellung.

Paul Flora ist ein „bekannter Sohn“ der Stadt Glurns. Der Zeichner und Illustrator zeichnete u. a. von 1957 bis 1971 auch Karikaturen für DIE Zeit.

Die Ringmauer um die Stadt Glurns ist auch teilweise begehbar. Wer möchte kann sich also erhöht auf den Weg rund um den Ort begeben und sich dabei fühlen wie eine mittelalterliche Schildwache.

Zu dieser Zeit war Glurns bereits eine durchaus wohlhabende Stadt. Wichtige Handelswege führten unmittelbar am Ort vorbei und dies machten sich die Bürger natürlich zu nutze.

Bereits die altrömische Via Claudia Augusta führte an Glurns entlang. Auf diesen Namen hört heutzutage der etwa 750 km lange Fernradweg über den man die Alpen überqueren kann. Bereits bei den ersten Sonnenstrahlen des Jahres wird dieser von einer Vielzahl von Fahrradenthusiasten genutzt auf ihrem weiteren Weg nach Süden. Und dieser Weg führt natürlich unmittelbar an Glurns vorbei.

Aber meine Tourentipps wären ja nicht komplett, wenn es nicht auch einen richtig genialen Einkehrtipp gäbe. Dazu direkt der ergänzende Hinweis: Für diejenigen, denen auf der Tour die schnelle Pause und eine „Currywurst mit Pommes rot-weiß“ ausreicht, ist der folgende Tipp nichts. ALLE ANDEREN aufgepasst.

Mitten im historischen Ortskern von Glurns liegt der Flurinsturm, Ehemals Gerichts- und Verwaltungssitz beherbergt das Gebäude heutzutage ein richtig feines Restaurant.

Der Name Flurin stammt aus dem rätoromanischen und heißt auf Deutsch eigentlich „Florian“.

Was der Chefkoch Thomas Ortler gemeinsam mit seinem jungen Team in der Küche und im Service zaubert ist aller Ehren wert.

Eine richtig engagierte Mannschaft, die immer freundlich, aufmerksam ohne aufdringlich zu sein und zügig ohne hektisch zu sein, die Arbeit erledigt.

Und die Küche ist ein Gedicht. Heimische und regionale Produkte finden hier in der Küche ihre Verwendung und werden zubereitet und angerichtet wie im Sternerestaurant.

Tipp von uns: Sofort die Variante 3-Gang Menü wählen und dann nach eigenem Gusto aus den Tagesgerichten oder der Karte auswählen.

Geschmacklich ist wirklich alles auf den Punkt und die Zusammenstellung der Gerichte bringen einen auf Ideen für die heimische Küche. Egal was an Wildgerichten auf der Karte steht – ein Gedicht. Aber auch Schmorgerichte bringt die Küche auf den Punkt.

Und auch die Pasta lässt jeden eingefleischten Nudelfan wie mich mit der Zunge schnalzen.

Wer, wie ich, statt Süßes zum Dessert auch ganz gerne einmal zu einer herzhaften Alternative greift, der ist hier ebenfalls richtig. Ob Haselnuss-Mousse oder der feine Gorgonzola aus dem Genussbunker in Mölten, zur Abrundung eines feinen Menüs findet ihr auf der Karte von Thomas Ortler immer das Passende.

Also Leute. Auf eurem Weg Vom oder zum Umbrail oder Ofenpass – macht Pause in Glurns und kehrt ein im „Flurin“. Es lohnt sich. Denn: Umwege erweitern die Ortskenntnis und man lernt sein Ziel von verschiedenen Seiten kennen.

Bis bald und lasst es euch schmecken.


Niederhof die Raststation ganz oben

30 Donnerstag Jan 2025

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Auf und Davon, Rast & Übernachtung

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Niederhof, Vinschgau

Zu Beginn der Saison 2024 hatte ich euch bereits nähergebracht, dass der Vinschgau viel zu reizvoll ist um die Region lediglich als Transferroute auf dem Weg in Richtung Süden bzw. in die Dolomiten zu nutzen.

In meinem damaligen Artikel hatte ich dies mit der Vielzahl an Burgen und Schlössern am Wegesrand in Verbindung gebracht und natürlich auch mit einigen feinen Gasthäusern und Restaurants, die unterwegs zur Einkehr einladen.

https://flyinghaggis.net/2024/04/19/der-vinschgau-und-burgen-burgen-burgen/ Wie ihr aus den früheren Tourenberichten, auch noch aus unserer alten Heimat Deutschland, von den „Anderstouren“ wisst, ist es uns ein Gräuel die unmittelbar an den Hauptrouten gelegenen Restaurants anzufahren. Zu häufig hat man es hier mit einer Art von unpersönlicher Massenabfertigung der Touristenschwemme zu tun.

Also folgt uns einfach noch einmal und wir zeigen Euch unweit der „Hauptroute“ durch den Vinschgau nicht nur ein ruhiges Idyll, sondern damit verbunden auch eine wunderbare Einkehrstation mit exzellenter Küche.

IHR nutzt also den Vinschgau und die Vinschgauer Staatsstraße gerade als Transferstrecke? Die Maschine läuft schon seit Stunden und der „Hintern“ schmerzt? Dies verbunden mit einer Unterzuckerung gegen die wir aber jetzt unmittelbar Abhilfe schaffen.

In der Ortslage Töll biegt ihr ab und überquert die Etsch. Schön kurvig geht es entspannt bergauf und nach knapp 3 km habt ihr bereits das Ziel erreicht. Der Niederhof.

Ein kurzer Rundumblick zum Genießen. Direkt gegenüber schauen wir auf den Wasserfall von Partschins und der Blick hinein ins Etschtal lässt uns bis zum Naturpark Stilfserjoch schauen. Also tiefenentspannt durchatmen und Platz nehmen auf der Terrasse oder dem kleinen feinen Biergarten.

Hier empfängt uns die Familie Abler mit ihrem Team. Aufmerksamer und freundlicher Service, der auch bei Betrieb nie Hektik an den Tag legt und die Arbeit unauffällig aber zügig erledigt. Besser geht es nicht.

Die Küche wirklich exzellent. Geschmacklich absolut top und die Portionen in einer Größe, dass auch hungrige Holzfäller, Bergbauern oder ausgehungerte Motorradfahrer mehr als satt werden. Das Angebot reicht von der typisch Südtiroler und regionalen Küche bis zu den üblichen Gerichten, die man in einem gut bürgerlichen Restaurant eben auf der Karte findet.

Das „gut bürgerlich“ ist dabei im besten Sinne positiv gemeint, denn die angebotenen Gerichte mit den regionalen Produkten sind allesamt erstklassig.

Wahrscheinlich begegnet uns zeitnah eines der „glücklichen Schweinchen“ als Schinken oder auf einem Grillteller. Nachhaltiger geht es wohl kaum mehr. Ob die grunzenden Vierbeiner auch wie wir die Landschaft genießen, konnten wir nicht ermitteln. Mein „Schweinisch“ hat in den letzten Jahren etwas gelitten.

Also Leute. Wer auf dem Weg durch den Vinschgau eine Pause benötigt –dann bei Töll bergauf zum Niederhof. Noch besser – Ihr nutzt den Niederhof als Basisstation für einen längeren Aufenthalt.

Authentischer kann man bei seinem Urlaub in Südtirol nicht unterkommen und beim Start zur täglichen Motorradtour oder auch zu einer Wanderung, freut man sich schon auf das abendliche Essen und ein kühles Getränk im Niederhof.

Probiert es einfach aus – dann werdet ihr unsere Einschätzung teilen!


Angekommen Teil II

10 Freitag Jan 2025

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Auf und Davon

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Schlagwörter

Highlights, Hitliste, Pässekalender

Im letzten Jahr hatte ich Euch bereits eine kleine Zusammenfassung zu unserem persönlichen „Auswanderabenteuer“, welches wir eigentlich gar nicht so als „Auswandern“ empfinden, gegeben.

Wir sind jetzt zwei Jahre dort wo unser Herz schon seit Jahren zu Hause ist und das ist gut so. Wie heißt nochmal der berühmte Spruch? Zuhause ist dort wo nicht nur der Schlüssel passt.

So das war es jetzt mit dem kurzen sentimentalen Ausflug. Schließlich ist dies hier ein Motorradblog und der geneigte Leser oder die Leserin möchte etwas erfahren, was im alltäglichen Motorradleben hier in Norditalien weiterhilft. Ja – richtig gehört: Norditalien. Denn wir werden uns gleich nicht nur in Südtirol bewegen, sondern auch im Trentino, Belluno, Veneto und sogar in der Schweiz.

Direkter Hinweis an die Ja-Aber-Fraktion: Die folgende Auflistung stellt lediglich meine (aktuelle) Meinung dar, denn ich hege weder irgendwelche „Allmachtsfantasien“ noch habe ich einen „Unfehlbarkeitsanspruch“. Insofern liegt ihr richtig, wenn ihr daraus interpretiert, dass ich weder Mitglied der „Grünen“ bin, noch zu deren Wählern zähle.

Wer den ersten Teil von „Angekommen“ im zurückliegenden Jahr gelesen hat, der weiß sicherlich noch, dass sich auf unserem Platz 1 der Lieblingspässe der Gavia befunden hat.

Daran hat sich auch in diesem Jahr nichts geändert. Der Gavia, im Nationalpark Stilfserjoch gelegen, ist mit seiner Passhöhe von 2.652 m wirklich unser Liebling und immer wieder eine Runde wert.

Die Historie des Gavia ist, wie fast überall in den italienischen Alpen, natürlich belastet aber die Ausblicke sind egal aus welcher Richtung wir den Pass in Angriff nehmen gigantisch.

Der Gavia verbindet die Provinz Sondrio, ausgehend von Bormio im Norden, mit der Provinz Brescia und damit Ponte di Legno im Val die Sole, im Süden.

Zwischen den beiden Gipfeln des Corno dei Tre Signori (3.360 m) und des Monte Gavia (3.223 m) fährt man im Grunde genommen permanent staunend mit offenem Mund hindurch. Die schmale Streckenführung, insbesondere auf der Südrampe abwärts ins Val di Sole, ist nichts für Raser. Hier steht der Genuss der Landschaft und der Ausblick im Vordergrund.

Apropos Genuss. Wer einkehren möchte, der sollte dies nicht auf der Passhöhe tun, sondern das Rifugio Berni, unmittelbar am Denkmal der Alpini, aufsuchen. Klein, gemütlich und regionale Küche. Einfach fein.

Wie war das noch? Man kann auf seinem Standpunkt bestehen, sollte aber nicht darauf sitzen. Nach diesem Lebensmotto hat sich unser Platz 2 vom letzten Jahr verändert. Wir landen nämlich jetzt im Trentino am Passo Rolle, welcher Platz 2 auf unserem Podest erreicht hat.

1.970 m hoch liegt der Rolle und ist einer der ältesten Straßenpässe in den Dolomiten. Oftmals schon Anlaufpunkt des Giro d`Italia verbindet der Passo Rolle das Langlauf-Ski-Mekka Val di Fiemme mit dem Valle Cismon, einem der südlichsten Dolomitentäler. Eine Tour zum Schwärmen mit Ausblicken zum Träumen. Einfach schön und dabei nicht überlaufen. In und aus beiden Fahrtrichtungen ein Genuss und alle paar hundert Meter ein neues Fotomotiv.

Apropos nicht überlaufen. Das bringt uns zum diesjährigen Platz 3 – dem Passo Brocon. Mit seinen 1.615 m Passhöhe ist der Brocon kein Riese in den Alpen und wird wohl deshalb von der „Meute der Urlauber“ eher vernachlässigt. Gut für uns, denn der Brocon ist ein asphaltgewordener Traum für jeden, der auf zwei Rädern unterwegs ist.

Eine wunderbare Streckenführung. Nie fordernd, aber permanent schwungvoll geht es in beide möglichen Fahrtrichtungen bergauf oder bergab. Als ob ein versierter Trainer der alpinen Skifahrer für sein Team einen Riesenslalomkurs gesteckt hat, der alle Techniken schulen soll. Wäre der Brocon näher an unserer heimatlichen Wohnung, ich würde ihn jeden Tag zur Eröffnung oder am Ende einer Tour fahren. Den Radprofis geht es wohl ähnlich. Beim Giro d`Italia 2024 haben sie den Brocon zweimal in einer Etappe eingebunden.

Jetzt sagen wahrscheinlich viele: Okay – das Podest ist mit seinen drei Plätzen bestückt. Was soll jetzt noch kommen? Antwort: Eigentlich nur Gutes, denn die folgenden drei Namen könnten ebenfalls die Medaillenplätze erhalten, denn sie sind einfach eine Klasse für sich. Nutzt man hier eine Metapher, so trennen die Plätze 3 bis 6, wie beim Rennrodeln der Profis, nur Tausendstel und somit sind die Unterschiede eigentlich nicht wahrnehmbar.

Da haben wir auf dem Platz 4 den Manghenpass. Er verbindet das Valsugana mit dem Fleimstal und ist somit für die italienischen Motorradfahrer aus dem Süden, sprich Trento bis Gardasee, die „Einflugschneise“ Richtung der Dolomitenpässe.

Die Südrampe aus dem Valsugana vergleichen viele mit dem Passo Giau. Die Nordrampe aus dem Fleimstal aufwärts führt uns zunächst durch ein Waldgebiet bergan bis zur traumhaften Manghenhütte, die man unbedingt zur Einkehr nutzen sollte. Hausgemachte Polenta ein Gedicht.

So ändern sich die Zeiten und die Bewertungen. Im zurückliegenden Jahr hatte ich den Albula im Engadin noch auf Platz 2 meiner internen Hitliste. Definitiv hat er überhaupt nichts von seiner Qualität und seinem Charme verloren.

Aber einige andere der Alpenpässe haben eben zwischenzeitlich mein Herz erobert und so steht der Albula mit all seinen Vorzügen, der traumhaften Streckenführung und der Ruhe die er ausstrahlt nur noch auf Platz 5.

Die Ausblicke hinauf zum Albula, egal aus welcher Fahrtrichtung, sind immer noch herrlich und ohne kitschig zu sein vermitteln selbst gewisse „Schweiz-Klischees“ wie Alphornbläser oder Eisenbahn einfach ein wohltuendes Gefühl auf der Tour. Verbunden mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Nr. 6 der Pässe, den ich euch unbedingt noch näher bringen möchte ist der Passo Valles. Wir sind also schon im Grenzbereich der Regionen Trentino und Belluno respektive Venetien.

Auch der Passo Valles hatte schon einmal Besuch von den Profiradfahrern des Giro d`Italia. Die Passhöhe mit dem Ausblick auf die Almweiden und die benachbarten Berggipfel, dazu noch die kleine Bergkapelle im Hintergrund, wären als Motiv für ein Werbeprospekt der Region prädestiniert. Ein Platz zum träumen und genießen. Wie für eine Tour gemacht.

Übrigens lässt er sich auch sehr gut mit einigen der oberen Protagonisten wie Rolle oder Brocon verbinden. Also auf geht es Leute.

Das war es jetzt mit „Angekommen Teil II“. Mal sehen was Ende der Saison 2025 hinzukommt und wie sich die Hitliste dann verändert. Eines ist dabei aber gewiss. Es werden keine Orte sein auf denen es zugeht wie am Münchener Oktoberfest oder der Drosselgasse in Rüdesheim. Denn: Ruhe zieht das Leben an, die Unruhe verscheucht es. Und wir leben jeden Tag aus vollem Herzen.


Abseits der MEBO

19 Donnerstag Dez 2024

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Auf und Davon

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Schlagwörter

Eggerhof, Lingeralm, Schloss Trauttmansdorff, Tschögglberg

Die MEBO, so nennen die Einheimischen die Schnellstraßenverbindung zwischen Meran und Bozen, nutzen wir auf unseren Touren nur im äußersten Notfall um die Fahrtstrecke zwischen den beiden Städten zu überbrücken.

Also wenn uns unsere Planung weit ins benachbarte Belluno oder Veneto verschlägt und man eben zügig in seiner angestrebten Zielregion landen möchte.

Denn das Burggrafenamt und das Meraner Land geben für uns Motorradfahrer einiges mehr an Genüssen her, als das man sich ohne triftigen Grund auf eine zweispurige Straße begeben müsste.

Eine dieser schönen Alternativen bringen wir euch heute näher. Wir fahren über den Tschögglberg und Schermoos von Meran nach Bozen. Danach werdet ihr nie wieder die MEBO benutzen.

Wie kommt man jetzt überhaupt dahin? Ganz einfach. In Meran nutzt ihr die allgegenwärtigen Wegweiser zum Schloss Trauttmansdorff.

Das Schloss liegt im Meraner Ortsteil Obermais am östlichen Rand von Meran. Die Gärten von Schloss Tauttmansdorff sind Anziehungspunkt nicht nur für die Touristen sondern auch für die Einheimischen.

Die ursprüngliche Bekanntheit von Schloss Trauttmansdorff resultiert aus einem Kuraufenthalt der Kaiserin Elisabeth von Österreich. Besser bekannt als Sissy und in Südtirol eigentlich omnipräsent. Irgendwann gewinnt man den Eindruck, dass es bereits ausreichend ist, wenn ein Pferd der kaiserlichen Kutsche an einer gewissen Örtlichkeit „Stuhlgang“ hatte und schon ist es ein „halber Wallfahrtsort“.

Das ist bei Schloss Trauttmansdorff de facto nicht der Fall. Das Schloss und die Gärten sind zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Einfach traumhaft angelegt und wunderschön gemacht.

Wir waren schon mehrfach hier, da das Schloss auch vielfältig für andere Veranstaltungen, wie Konzerten genutzt wird.

So – der Einstieg ist also gemacht und wir haben Schloss Trauttmansdorff besucht. Dann kann es jetzt weitergehen in Richtung Hafling. Der Ort ist Heimat und Namensgeber der berühmten Haflinger. Die kräftigen, fuchsfarbenen Haflinger sind nicht nur DIE Südtiroler Pferderasse, sondern wirklich tief in der Tradition der hier ansässigen Menschen verbunden.

Auf fast jeder Weide kann man die Haflinger sehen und bewundern und es sollte einen auch nicht überraschen, wenn man an einer Buschenschänke hier oben auf dem Hochplateau Kutschen antrifft, die von den starken Haflingern gezogen werden.

Apropos Buschenschänke. Weiter auf unserem Weg Richtung von Hafling nach Vöran kommen wir unterhalb vom Rotensteinkogel am Eggerhof vorbei. Der ideale Ort zur ersten Einkehr. Jetzt nicht für ein stilles Gebet, sondern eher für eine richtig gute Nahrungsaufnahme.

Von der Terrasse hat man einen wunderbaren Ausblick und kann das Essen genießen. Wem der Ausblick nicht ausreicht, der kann noch fußläufig einige Meter in Angriff nehmen zu dem bekannten „Knottnkino“ am bereits erwähnten Rotensteinkogel.

Wir bleiben nach dem Eggerhof weiter auf dem Hochplateau Tschögglberg und fahren über Vöran weiter in Richtung Mölten.

Übrigens – Wer sich Gedanken über die Herkunft des Namens Tschögglberg macht? Da ist man sich unter den Fachleuten etwas uneinig. Da gibt es Herleitungen die zu den Südtiroler Namen „Zöggeler“ führen. Da kommt jetzt bei Sportinteressierten das Aha-Erlebnis, weil man sich an den berühmten Südtiroler Rodler Armin Zöggeler aus Lana erinnert. Andere glauben, dass es sich um eine „Art Spitznamen“ handelt, weil ein „Tschöggl“ wohl früher die Bezeichnung für einen plumpen, groben Bauern war.

Wir sind mittlerweile in Mölten angekommen, haben Landschaft und Streckenführung genossen und orientieren uns jetzt in Richtung Jenesien.

Schmal wird jetzt unser Asphaltband in Richtung Schermoossattel. Wir haben aber ausreichend Zeit mitgebracht und biegen nochmals links von unserer Route ab.

Eine Pause in der Lingeralm muss noch sein. Also Maschine abgestellt und Platz genommen auf der gemütlichen Terrasse. Der gesamte Bereich hier oben auf dem Plateau ist auch ein Eldorado für Wanderer. Von der Lingeralm oder vom Schermoossattel kann man wunderbar bis Hafling wandern und muss dabei keine hochalpinen Höhenunterschiede überwinden. Dafür kann man aber die alpine Landschaft permanent bewundern und genießen.

Von der Lingeralm rollen wir jetzt über den besagten Schermoossattel nach Flaas und können hier nochmals eine kleine Fotopause einlegen. Dieser Blick über den Schlern, den Rosengarten mit den Vajolettürmen bis hin zum Latemar ist einfach gigantisch.

Das Hochplateau verlassen wir ab dem nächsten Ort Jenesien. In der gesamten Abfahrt haben wir immer die Landeshauptstadt Bozen im Blick und rollen talwärts.

Das war es jetzt. Knappe 50 km Landschaft, Gegend, Kurven und schöne Einkehrmöglichkeiten. Wer jetzt noch zum Transfer von Meran nach Bozen die MEBO nutzt ist selber schuld.

Hinzu kommt, dass man die Route wunderbar mit weiteren Strecken verbinden kann. Denn wir sind jetzt am Eingang des Sarntals. Wer von hier in ähnlich schöner Art und Weise weiterfahren möchte kann hinauf zum Penserjoch oder wie die Bozener Bürger zur Sommerfrische hinauf auf den Ritten.

Also Leute – Viel Spaß beim Nachfahren!


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