Hängen wir es an die Große Glocke

Schlagwörter

, ,

Eine wunderschöne Runde drehen wir heute. Viel Landschaft und Gegend, viele Kurven und vielleicht auch der ein oder andere Gedanken, der uns etwas länger begleiten wird. Auf alle Fälle werden es schöne Erinnerungen.

Nach eine letzten Blick auf die Sextener Sonnenuhr rollen wir heute Morgen gemütlich auf der SS 52 aus Sexten hinab ins Tal in Richtung Innichen. Wir orientieren uns in Richtung Lienz auf der SS 49 und später auf der B 100. Ja richtig – wir verlassen unser geliebtes Südtirol und begeben uns nach Osttirol, also in das benachbarte Österreich.

Um der ganzen Geschichte bereits zu Beginn einen kurvigen Charakter zu geben nutzen wir die L 324, die Pustertaler Höhenstraße und haben uns damit schon prächtig für die anstehenden Aufgaben eingerollt.

Unser erstes Zwischenziel ist nämlich heute eine Straße mit einem großen Namen und den trägt sie zu Recht. Die Großglockner Hochalpenstraße.

In Lienz können wir uns schon in diese Richtung auf die B 107 begeben, die nun zunächst für eine Zeit unser Begleiter wird. Irgendwann Mautpflichtig (L 271) – aber jeden Cent wert.

Die Tageskarte für ein Motorrad beträgt aktuell 27,50 € und kann, wenn man dem Kurvenbazillus der Großglocknerstraße verfallen sein sollte, für 13,- € auf einen weiteren Tag erweitert werden. Die nette Dame an der Mautstelle gibt uns noch den freundlichen Rat mit auf den Weg: „Seid`s vorsichtig. Da oben ist`s heit windig.“

Wie sich später herausstellt ist das die Untertreibung der Saison. Aber bei schönem Wetter kann das ja schließlich jeder.

1935 wurde die Großglockner Hochalpenstraße bereits eröffnet und seitdem mehrfach ausgebaut. Die 48 Fahrkilometer und ihre 36 Kehren sind wirklich purer Genuss. Ein absolutes Muss für jeden ist natürlich der Halt auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe, aber der grandiose Blick auf den größten Gletscher der Ostalpen fehlt uns heute gänzlich. An den entsprechenden Schautafeln können wir uns aber anschauen, was wir sehen würden, wenn wir etwas sehen würden. Wie gesagt: Bei schönem Wetter kann dass jeder.

Die letzten gepflasterten Kehren hinauf zur Edelweißspitze haben etwas vom Amerikascup bei den Seglern. Wir sind aber hier oben nicht allein. Es haben sich noch einige Motorradfahrer*innen entschlossen dem Wind zu trotzen.

Wer jetzt auf die Karte schaut fährt abwärts von der Großglocknerstraße „imaginär“ mit Blick auf den Zeller See.

Wer früh am Morgen gestartet ist und den gesamten Tag Zeit hat, der kann sich noch das nahe Kaprun mit Stausee und Staumauer anschauen.

Die Anderen orientieren sich zunächst in Richtung Mittersil und dann zu den Felbertauern. Wir sind auf der B 108 und haben von der Beschilderung her bereits wieder Lienz im Visier. Da fahren wir aber nicht hin.

Bei Huben geht es für uns rechts ab auf die L 25, die wir auch nicht mehr verlassen, denn irgendwann hört sie auf den Namen SP 44. Wir rollen durch das Defereggental, das landschaftlich wirklich richtig schön ist. Leider hat uns jetzt der Regen eingeholt und drückt die Wolkendecke immer tiefer auf unserem Weg zum Staller Sattel. An der Tatsache der wunderbaren Streckenführung ändert das aber nichts.

Der Weg abwärts nach Südtirol ist vom Staller Sattel „ampelbewehrt“. Zu jeder vollen Stunde hat man eine Viertelstunde Grünphase um die Kehren abwärts in Angriff zu nehmen.

Es ist aber egal zu welchem Zeitpunkt ihr hier oben am Staller Sattel ankommt, denn HIER ist zwingend Pause angesagt. Es geht hinein in die „Hexenschenke“.

Isidor, der Mann mit den eisernen Nerven und dem Herz aus Gold bekocht uns hier. Warum eiserne Nerven? Weil er uns über die Jahre mit Engelsgeduld und unfassbarem Fachwissen das Skaten beigebracht hat. Im Winter ist er nämlich Skilehrer am Biathlonzentrum unten am Antholzer See.

Isidor und seine Frau Rebecca bewirtschaften hier oben mit viel Herzblut und Engagement die „Hexenschenke“ und man fühlt sich beim Eintreten in den gemütlichen Gastraum schon wie angekommen bei guten Freunden. Es kann locker passieren, dass man eine „Grünphase“ der Ampel einfach verpasst und stattdessen eben noch einen Kaiserschmarrn isst. WELTKLASSE und die Referenz für das Pustertal. Gehört in die Rubrik – sollte man nicht versäumt haben.

Wenn das Wetter nicht gerade so ist wie es bei unserem Eintreffen ist, dann hat man einen wunderbaren Blick auf den Antholzer See und hinab in Richtung Pustertal.

Irgendwann geht es dann weiter und vorbei am Antholzer See landen wir an der berühmten „Huber-Alm“. Eingefleischten Biathlonfans ist die Huberalm aus den TV-Übertragungen bekannt. Im Winterurlaub ist die Huberalm für uns der Anlaufpunkt für eine „Loipenmilch“. Wobei die Loipenmilch für mich als Fahrer natürlich tabu ist. Schwer genug fällt das, aber der nächste Winter ohne Motorrad kommt bestimmt.

Durch den modernen Anbau hat die Huberalm von ihrem früheren Charme verloren, aber vielleicht muss man überall mit der Zeit gehen und ich bin einfach nur zu konservativ.

Gemütlicher und authentischer pausiert ihr auf alle Fälle bei Isidor in der Hexenschenke. Der Überzeugung ist die beste Sozia von allen ohnehin.

Der Rest der Tour ist schnell erzählt und erledigt. Es geht für uns das komplette Antholzertal abwärts hinab auf die SS 49, die Pustertalerstraße in Richtung Toblach und in der Folge nach Innichen. Jetzt haben wir nur noch ein paar Kilometer zurück nach Sexten in unser Hotel Gruber, um auf der sonnigen Terrasse bei einem Aperol Sprizz den Tag Revue passieren zu lassen.

Skywalk(er)

Schlagwörter

, , ,

Wir haben jetzt längere Zeit den Hunsrück nicht mehr unsicher gemacht und werden dies nun nachholen. Was macht man in der heutigen Zeit, wenn man sich nicht so ganz sicher ist wo denn die Reise hingehen soll? Richtig – man recherchiert digital in den unendlichen Weiten des Internets und macht sich alsdann analog auf zwei Rädern auf den Weg. Als Starwars-Fan der ersten Stunde sprang mir das Zwischenziel natürlich sofort ins Auge. Nahe-Skywalk – hat doch was von Luke Skywalker – also los.

Raus geht es aus Trier auf unseren üblichen Verdächtigen, die wir auf unseren Touren in Richtung Hunsrück schon häufig genutzt haben.

Von Korlingen (K58 / K 12) über Waldrach (L 149) und Lorscheid (L 149) geht es hinter Beschied hinab ins Dhrontal und dann über die K 128 nach Papiermühle. Diesmal geht es nicht in Richtung Mosel, sondern in die Berg- und Talbahn Hunsrück. Natürlich nicht auf den Hauptverbindungswegen, sondern auf unseren kurvigen Landstraßen der 2. und 3. Wahl. Hier haben wir unsere Ruhe und können Streckenführung und Landschaft ausgiebig genießen.


Also ab auf die K 81 und über Gräfendhron und Merschbach, an Haag vorbei nach Merscheid. Hier in der Ortslage links ab und über Elzerath nach Gonzerath.


Wir wollen ja auf unseren einsamen Strecken bleiben – also hinein nach Longkamp und in der Ortslage dann nach rechts auf die K 103 in Richtung Götzeroth und Kleinich abbiegen.

Wir huschen über die Kreuzung der Hunsrückhöhenstraße (B 327) und orientieren uns nach Rhaunen, unserem häufigen Dreh- und Angelpunkt bei Hunsrücktouren.

Für unsere weitere Routenführung bietet sich das Hahnenbachtal (L 182) an und beim namensgebenden Ort Hahnenbach biegen wir links ab auf die K 3. Über Hennweiler, Oberhausen und Karlshof geht es zum Schloß Dhaun.

Auf einer Anhöhe ca. 400 Meter Höhe ü. N. N. über dem Kellenbachtal liegt das Schloß Dhaun. Auf Grund seiner Lage gilt sie auch als Spornburg und war seinerzeit die Hauptburg der Wild- und Rheingrafen. Zeitlich ordnet man sie etwa mit dem Bau der Kyrburg bei Kirn ein. Schön gelegen mit dem wundervollen Blick ist sie allemal eine Fotopause wert.
Nur wenige Kilometer weiter ist unser nächster Anlaufpunkt – der Nahe-Skywalk.

Was soll ich euch sagen Leute? Wahrscheinlich hat der hochtrabende Name der Metallkonstruktion die Phantasie eures werten Erzählers etwas zu sehr angeregt.

Irgendwie machte sich leichte Enttäuschung breit. Etwa 7,5 m ragt der metallene Steg über die Bruchkante des Felsens und gibt den Blick auf das Nahetal frei. Möglicherweise bin ich aber zwischenzeitlich auf Grund der Vielzahl an schönen Aussichtspunkten derart verwöhnt, dass ich diesen Blick nicht entsprechend würdigen kann.

Wir schauen auf die vielbefahrene B 41 und sehen zu unserer Rechten einen Steinbruch. 228.000 Euronen hat die Konstruktion gekostet. Größtenteils getragen aus einem Fördertopf der EU, der Rest anteilmäßig übernommen von der Verbands- und Ortsgemeinde. Der Skywalk scheint mittlerweile ein Anziehungspunkt für Touristen in der Region zu sein. Also hat man wohl alles oder zumindest Vieles richtiggemacht. Mich lässt er leicht enttäuscht und desillusioniert zurück.

Das ist aber jetzt kein Zustand der lange anhält, schließlich gibt es in räumlicher Nähe Anlaufstationen, die einen derartigen kleinen Fauxpas schnell vergessen lassen.

Talabwärts kurz auf die B 41 orientieren wir uns im Kreisverkehr direkt auf die L 183 und fahren im nahen Kirn sofort wieder auf die L 182, unsere zuvor bereits genutzte Strecke durch das Hahnenbachtal. Vor Hahnenbach geht es links über eine kleine Brücke in Richtung Griebelschied und Niederhosenbach nach Herrstein.

Die Pause in der „Zehntscheune“ lässt bei einer leckeren Räucherforelle und Kassler mit Kartoffelklößen die fragwürdige Aussicht schnell vergessen. Der hausgemachte Meerrettich ist ebenfalls ein Genuss. Sobald ich etwas Ordentliches auf die Gabel bekomme ist die Welt in Ordnung.

Irgendwann ist dann auch Heimweg angesagt und den versehen wir wieder mit dem ein oder anderen kurvigen Schlenker. Also kurz auf die L 160 in grobe Richtung Morbach, um dann über Asbach und Hellertshausen den ersten der besagten Schlenker in unsere Route einzubauen.

Auf dem Weg nach Hinzerath biegen wir links auf die L 159 ab, um alsbald wieder auf unserer altbekannten L 160 in Richtung Morbach zu landen. Über die Hunsrückhöhenstraße huschen wir kurz drüber und fahren über Weiperath nach Hunolstein.

Hier können wir bei der Burg Hunolstein noch einen kleinen Fotostopp machen. Die Burg war Stammsitz der Vögte, Freiherrn und Grafen von Hunolstein und blickt auf eine ca. 800 Jahre alte Geschichte zurück. Einen schönen Blick vom Wehrturm hat man auf alle Fälle.

Wer in der Zehntscheune in Herrstein keine Pause eingelegt hat, der kann das jetzt im Hunolsteiner Bauerncafe tun. Hier sitzt man nicht nur gemütlich, sowohl drin als auch draußen, auch die Küche ist wirklich lecker und immer eine Pause wert.

Von Hunolstein geht es dann kurz auf die Hunsrückhöhenstraße (B 327) was aber verschmerzbar ist, da sie in diesem Abschnitt durchaus schöne flüssige Kurven aufweist.

Jetzt ist wieder Zeit für einen unserer Schlenker. Also rollen wir flugs über Berglicht und nehmen noch die Kurven der Kreisstraßen nach Büdlich mit, bevor wir unsere oftmals genutzte Heimroute nach Trier nutzen.

Also wie auf dem Hinweg über Bescheid, Lorscheid und Herl auf unsere übliche Route über Waldrach und Korlingen zurück nach Trier. Was sagt uns jetzt unsere heutige Route? Nicht jeder Skywalk führt in den Himmel und manchmal nicht einmal zu einer besonderen Aussicht. Die haben wir stattdessen oftmals an altbekannten Orten ohne ihnen hochtrabende Namen zu geben.

Viel Spaß beim Nachfahren.

Möge die Macht mit Dir sein

Schlagwörter

, , ,

Wir haben es gemerkt und zwar deutlich in den zurückliegenden Monaten. Der Wind weht uns merklich ins Gesicht.

Jetzt kann man natürlich mit den Worten eines berühmten Mannes (Henry Ford) sagen: Wenn alles gegen dich zu laufen scheint, erinnere dich daran, dass auch das Flugzeug gegen den Wind abhebt und nicht mit ihm.

Auf die Dauer ist es aber doch kräftezehrend, wenn man beständig unter einem derartigen Druck sein Leben bestreitet. Die Politiker haben uns als Staatsfeind Nr. 1 ausgemacht und vielerorts „farbenübergreifend“ die Gruppe der Motorradfahrer*innen als die ausgemacht, die das deutsche Idyll am meisten stören.

Wir stören natürlich auch diejenigen, die uns wegen der Lautstärke ihrer Rasenmäher und Laubbläser überhaupt nicht hören, aber das ist ein anderes Thema und man soll ja andersartiges Obst in der Schale nicht miteinander vergleichen.

Diese leidige Geschichte mit dem 95 db/A Standgeräusch habe ich ja bereits hinreichend thematisiert.

https://flyinghaggis.net/2021/02/01/dem-land-tirol-die-treue-oder-besser-doch-nicht/

Heute geht es mir um etwas Anderes und deshalb bitte ich um eure Aufmerksamkeit.

Mit Stand Januar 2021 waren 4.661.561 Krafträder in Deutschland zugelassen.

Da der ein oder die andere auch eine zweite Maschine auf sich zugelassen hat gehen wir also einfach mal von ca. 4.000.000 Fahrzeughalter*innen aus.

Bei der Bundestagswahl 2017 hatte Deutschland eine Wahlbeteiligung von 76,2 %. Damit lag sie höher, als bei den beiden Bundestagswahlen zuvor. Bei ca. 61,5 Mio. Wahlberechtigten sind dies also aufgerundet 47 Mio. Wähler.

Was sollen jetzt meine Rechenspielchen?

Leute – wir sind eine Macht an der Wahlurne! Unser Potential von etwa 4 Mio. Wahlberechtigten stellt bei einer derartigen Wahlbeteiligung etwa 8,5 % dar.

Dies gilt es am besagten Wahltag 26. September 2021 zu mobilisieren, denn Wahlzettel sind Denkzettel.

Auch wenn einem am grünen Fortbestand unseres blauen Planeten viel liegt oder er/sie seit Jahrzehnten christlich oder wie auch immer konditioniert ist. Ich brauche in diesem Land niemanden in Amt und Würden dessen Bestreben es ist mir an Wochenenden und Feiertagen vorzuschreiben wo ich überall, unter fadenscheinigen Begründungen, nicht mehr fahren darf.

Deshalb ist es mehr als ratsam sich als Motorradfahrer*in die Wahlprogramme und Vorhaben der unterschiedlichen Parteien GENAU durchzulesen. Das Kreuz sollte dann an eine Stelle wo erkennbar ist, dass man uns dort als DAS sieht was wir sind.

Als Menschen, die einfach ihrer Passion nachgehen möchten und (vielleicht) nicht ganz so angepasst sind wie die Masse. Aber immerhin gute 8 %.

Möge die Macht mit uns sein.

Wenn die Kaiserin Sissi DAS gewusst hätte

Schlagwörter

, , ,

Ja – was wäre denn dann gewesen, wenn ihre kaiserliche Hoheit Elisabeth DAS gewusst hätte?

Dann müsste man wahrscheinlich die eine oder andere Stelle im Lebenslauf der weit gereisten Kaiserin umschreiben. Was in diesem Fall keinen großen Aufwand darstellen würde, weil man aus Meran durch einfaches Anfügen der Endsilbe „sen“ eben Meransen machen kann. Und genau dorthin entführe ich euch jetzt.

Häufige Leser des Blogs wissen mittlerweile, das ich auch gerne besonders gute Stellen zum Verweilen und Übernachten separat einen Bericht widme. Und genau das machen wir heute wieder. Wir schauen uns die „Pension Sonnenhof“ in Meransen an.

Eine wirklich wunderbare Unterkunft hat die Familie Unterkircher hier für uns gezaubert. Und das in jeglicher Beziehung. Vom Balkon der Panoramazimmer genießt man den weiten Blick in das Pustertal hinein und auf der anderen Seite bis hin zum Schlern.

Die kurvige Auffahrt von Mühlbach aufwärts nach Meransen ist mit dem Motorrad ein Genuss und hilft uns am Morgen schon den richtigen Schwung zu finden und bei der abendlichen Rückkehr ist es ein wunderbarer Abschluss der Tour.

Der Hausherr Christian fährt eine umgebaute „Trude“ deren Wurzeln man erst beim zweiten Hinsehen erkennt. Der Umbau würde jeder Custombikeausstellung zur Ehre gereichen. Solltet ihr also Mangel an interessanten Strecken haben – einfach den Chef fragen. Sein Fundus an Motorrad- oder Wanderstrecken ist schier unerschöpflich.

Ein Problem muss ich ansprechen. Vor eurem Urlaub in der Pension Sonnenhof solltet ihr ein Diätprogramm durchlaufen und gute 2 kg abspecken. Nicht das hier in der Pension fetthaltig gekocht wird! Der Haken ist einfach – es schmeckt derart gut, dass man nicht NEIN sagen kann, wenn der aufmerksame Service mit der Auflegeplatte und dem „Nachschlag“ kommt.

Man weiß gar nicht so recht ob man etwas herausheben soll von all den leckeren Gerichten, weil man Gefahr läuft irgendetwas damit nicht ausreichend gerecht zu werden. Ich mache es trotzdem. Da war ein Risotto als Primo Piatto – mit Hüttenkäse, Schinkenstreifen und Schüttelbrot. Eine Kombination, die man in ganz Italien sicherlich nicht finden wird und geschmacklich einfach genial. Die Südtiroler bodenständige Küche trifft auf Stile di Vita aus Italien. Zum Niederknien lecker.

Ach ja – falls Biathlonfans unter euch sind, die beim ersten Abendessen überlegen, ob hier gerade Dorothea Wierer, die Biathlonkönigin aus dem Antholzertal, an ihnen vorbeigesaust ist. NEIN – das ist die Chefin Ulrike, die mit ihrem Mann Christian die Pension Sonnenhof managt.

Sollten nach der Tour die Knochen etwas verspannt sein, dann ist der Wellnessbereich der Pension der richtige Platz zum entspannen. Eine finnische Sauna, eine Kräutersauna und ein Dampfbad sorgen dafür, dass die Knochen und die Muskulatur für die nächste Tour wieder entspannt sind. Der Ruheraum ist derart gemütlich ausgestattet, dass man hier durchaus einmal die Zeit vergessen kann. Und genau das soll ja im Urlaub auch passieren.

Jetzt kann ich mich doch nicht beherrschen und muss noch schnell zeigen wie zentral ihr hier in Meransen in der Pension Sonnenhof für schöne Dolomitentouren liegt. Also erst einmal eine Pässerunde mit etwa 270 km. Über Sterzing, den Jaufenpass in das Passeiertal. Dann ins Deutschnonstal über Gampenpass und den Mendel. Jetzt dürfte Zeit sein für einen Cappuccino oder einen Eisbecher auf dem Walterplatz in Bozen und dann über das Penserjoch und Sterzing wieder zurück.

Tour 2 sind etwa 200 km und führen uns über Brixen und das Würzjoch auf den Falzarego. Wer möchte kann diese Runde dann auch mit den üblichen Verdächtigen der Sella-Ronda anreichern.

Ihr seht – besser und schöner könnt ihr kaum unterkommen. Wenn der liebe Gott Homeoffice macht, dann trefft ihr ihn hier auf dem Balkon eines Panoramzimmers im Sonnenhof.

Und wenn die Kaiserin Sissi das gewusst hätte – dann wäre von Meran nie die Rede gewesen. Auf bald in Meransen in der Pension Sonnenhof – man sieht sich.


Alles eine Frage der Aussicht

Schlagwörter

, ,

Es ist nicht einfach in der aktuellen etwas merkwürdigen Zeit. Aber es ist auch keinerlei Grund da Trübsal zu blasen und das nahe Ende des Planeten zu prophezeien. Dahingehend gebe ich den Experten und Spezialisten zu bedenken, dass wir durchaus den Planeten brauchen – ER aber keineswegs auf unsere Anwesenheit angewiesen ist. Fragt einmal die Dinosaurier. Viel, viel länger hier als wir – dann auf einmal weg – kein Problem für Mutter Erde. Also genießen wir unseren Aufenthalt und das an jedem möglichen Tag.

Bei meinen üblichen Anderstouren war bislang Kernpunkt die „Einkehr“ an einem bestimmten schönen Lokal, gut essen und trinken und dann gemütlich weiter auf Erkundungstour. Das ist aktuell mehr als schwierig und so habe ich die aktuelle Tour etwas umgebaut. Soll heißen – wir fahren gewisse wunderschöne Aussichtspunkte an, wo wir gemütlich nachschauen können was Tankrucksack, Topcase oder Koffer zu bieten haben. Also – aufmunitionieren mit Thermoskanne und lukullischen Genüssen und auf geht es zu unserem Motorrad-Picknick. Alles eine Frage der Aussicht.

Raus aus Trier, wie schon so häufig, auf einem unserer altbekannten Wege auf der westlichen Moselseite über Trier-Quint auf die L 46 und die Reifen angewärmt. dann geht es über Heidweiler nach Gladbach und über Burg nach Wittlich. Der groben Beschiderung „Krankenhaus“ folgend hinaus aus dem Ort und schön durch den Wald hinauf nach Hasborn und über Oberscheidweiler nach Lutzerath.

Von Lutzerath geht es in Richtung Bad Bertrich auf die L 103, die wir aber kurz hinter Lutzerath für einen Abstecher verlassen. Wir sind ja heute alternativ unterwegs.

Also rechts abbiegen und wir arbeiten uns auf Schleichwegen (Waldhof; Auf der Acht) nah an unser Ziel die Aussichtsplattform am Siebenbachblick von der Achterhöhe. Hier genießen wir einen wunderbaren Blick von der beeindruckenden Brückenkonstruktion, die 2012 errichtet wurde. Die letzten Meter hin zu dieser Plattform sind nur zu Fuß (ca. 400 m) erreichbar, aber jeden einzelnen Meter der Wegstrecke wert.

Dann geht es weiter über Kennfus nach Bad Bertrich in Richtung Alf an die Mosel.

Und wieder sind wir etwas abseits der üblichen Wege unterwegs und arbeiten uns, kurz hinter dem Kreisverkehr an der B 53 rechts ab, über die Straße „Auf der Hill“ und „Auf Tannerd“ in Richtung unseres nächsten Haltepunktes.

Es geht zu einem der wohl schönsten, wobei dieses Attribut ja immer im Sinne des Betrachters liegt, Aussichtspunkte an der Mosel, dem Prinzenkopfturm. Wie kommt der jetzt zu seinem Namen? Ihre Hoheit der Prinz Friedrich-Wilhelm von Preußen soll hier 1808 gewandert sein und war hingerissen von der schönen Landschaft und dem Ausblick. Flugs hieß der Buckel fortan „Prinzenkopf“. 1904 wurde hier der erste Turm errichtet, der aber nach den alliierten Bombenangriffen 1945 auf die Bullayer Brücke nur noch in Fragmenten stand. Der aktuelle 22 m hohe Stahlturm wurde 2009 eröffnet.

Der Wind auf dem Turm zerzaust einem zwar etwas die Frisur, zumindest den Damen. Der Blick von hier oben ist aber definitiv extraklasse.

Vom Prinzenkopfturm fahren wir wieder das kurze Stück nach Alf zurück und dann geht es über Bengel und Bausendorf nach Platten. Da dann durch die Ortslage und zu dem kleinen Wallfahrtsort Klausen, damit wir wieder kurvig hinunter an die Mosel kommen. Und zwar über Piesport – natürlich wieder mit einem schönen Blick, den wir aber schon von vielen Touren kennen. Nächstes Zwischenziel: Neumagen-Dhron.


Unsere heutigen Aussichts- und Rastplätze haben eines gemeinsam – Wir verlassen die üblichen Straßen und Wege. Es lohnt sich aber immer. Also biegen wir in der Ortslage Neumagen-Dhron nach links in die Krebsgasse ab. Die grobe Orientierung ist zunächst in Richtung des kleinen Dorfflugplatzes. Den lassen wir aber, im wahrsten Sinne des Wortes, links liegen und arbeiten uns bergan zur „Konstantinhöhe“. Die letzten 20 – 30 m natürlich wieder zu Fuß und das Plateau dankt es mit einer schönen Rastmöglichkeit. Irgendwie scheint es unumgänglich zu sein, dass man in räumlicher Nähe zu Trier mit dem römischen Kaiser Konstantin und seiner Geschichte konfrontiert wird. In hoc Signo vinces steht da. In diesem Zeichen sollst Du siegen. Inwieweit das Kreuz bei der katholischen Kirche noch für Siege gut ist, lasse ich mal dahingestellt.

Von der Konstantinhöhe machen wir zunächst einen kleinen Schlenker landeinwärts und rollen über Papiermühle und Zummethöhe nach Leiwen.

Mit dem Prinzenkopf hatten wir ja heute schon etwas blaublütiges. Besteht noch weiterer Bedarf? Dann hinein nach Leiwen zur Sektkellerei St. Laurentius. Der nach Champagnerart hergestellte Sekt wird auch bei Staatsempfängen im Schloß Bellevue bei unserem Bundespräsidenten gereicht und das schwedische Königshaus steht ebenfalls auf das Produkt aus Leiwen. Wir können also jetzt ein Getränk verköstigen, das bereits durch königliche Kehlen geronnen ist und bei Staatsgästen Anklang gefunden hat. Mein Favorit ist die Chardonnay-Variante, da mir der Moselriesling nicht liegt. Wie immer Geschmacksache. Wenn ihr Platz im Koffer oder Tankrucksack habt, unbedingt Testversionen einpacken.

Wenn wir schon einmal in Leiwen sind können wir noch einen Abstecher zum Moselkino machen. Auch hier BITTE die letzten Meter zu Fuß und wieder belohnt mit einer schönen Aussicht. Die „Kinoleinwand“ ist witzig gemacht. Der angebotene Film hat etwas statisches.

Da wir die Wetterstation Klüsserath als Aussichtspunkt bereits hatten, bleiben wir zunächst auf dieser Moselseite und rollen erst bei Thörnich wieder über die Brücke. Unser letzter Rast- und Aussichtspunkt ruft und bei Pölich biegen wir rechts in die Weinberge ab und fahren hinauf zum Huxlay-Plateau. Hier sitzen wir oberhalb der „Mehringer Goldkupp“ und genießen ein letztes Mal für heute den Ausblick auf die Mosel.

Jenseits der Moselbrücke können wir schon unsere weitere Wegstrecke ausmachen. Eine meiner Lieblingsstrecken, die kurvenreiche K 85, hinauf in Richtung der L 150 und im weiteren Verlauf nach Fell. Danach über unsere alten Bekannten die K 82, die alte Bergrennstrecke, und die L 149 über Waldrach und Korlingen zurück nach Trier.

Fazit: Auch wenn wir heute an keinem Lokal oder Cafe eine Pause genossen haben, so haben wir es uns doch gut gehen lassen und an wunderbaren Orten entspannt. Lasst EUCH nicht unterkriegen!

Das Ei des Kolumbus ODER Einfach einfach aber gut

Schlagwörter

,

Kennt IHR noch alle diese schöne Anekdote bzw. Legende vom Ei des Kolumbus?

Kolumbus soll nach seiner Amerikareise am königlichen spanischen Hofe zu einem Gastmahl eingeladen worden sein. Getreu dem Motto: Neid ist die höchste Form der Anerkennung, bemerkte einer der hochrangigen Gäste, dass die Entdeckung Amerikas gar nichts so Besonderes gewesen sei.

Kolumbus soll daraufhin die Anwesenden aufgefordert haben ein Ei derart auf die Spitze zu stellen, dass es stehen bleibt. Die Gäste scheiterten und letztendlich nahm Kolumbus das Ei, schlug es mit der Spitze nach unten auf die Tischplatte und so blieb es aufrecht stehen.

Seitdem ist das Ei des Kolumbus Synonym für eine verblüffend einfache Lösung eines scheinbar unlösbaren Problems. Unlösbar ist unser heutiges Problem nicht aber ich ordne die Lösung, die ich Euch zeige trotzdem in den Bereich Ei des Kolumbus ein.

In der Zwischenzeit sind viele*innen von uns unterwegs in Sachen Navigation, die ihre Smartphones nutzen und nicht auf spezielle Navigationsgeräte von Garmin oder Tomtom zurückgreifen. Das Mobiltelefon hat man ohnehin mit dabei und die Vielzahl an Apps macht es möglich auf die „Spezialisten“ zu verzichten.

Der Markt ist zwischenzeitlich auch nahezu überfüllt mit Halterungen und unterschiedlichen Systemen jeder Art, die einem die Montage und Nutzung des Smartphones während der Fahrt ermöglichen.

Damit sind wir bei unserem Ei des Kolumbus angekommen und somit bei den Produkten der Firma Shapeheart. Das französische Start-up-Unternehmen hat sich auf Telefonzubehör und dabei um alles rund um das Thema „Bewegung“ spezialisiert und im Rahmen ihrer Entwicklungen das Magnetsystem rund um die abnehmbare Magnethülle haben patentieren lassen.

Motorräder sind dabei nur eine der Sparten, welche die innovativen Franzosen abdecken. Wir kümmern uns heute um die, so sage ich mal, „normale“ Motorrad-Handy-halterung. Im Portfolio von Shapeheart findet ihr noch eine spezielle Halterung für Motorräder mit Stummellenker und eine Halterung, welche man an einem Rückspiegel verschrauben kann.

Foto Shapeheart

Bestandteil des Pakets sind die Hülle für euer Smartphone, die magnetische Andockhalterung, ein Silikonband, zwei Gummibänder, sowie eine Stofftasche.

Bei der Montage der Halterung sind wir jetzt bei unserem Einstiegsthema, dem Entdecker Amerikas und seinem historischen Bezug zu einem Hühnerprodukt. Es ist so einfach, dass es schon fast peinlich ist. Einfach genial.

Ihr sucht euch den passenden Platz an eurem Lenker. Jetzt legt ihr das Silikonband um den Lenker und setzt die magnetische Andockhalterung ebenfalls an. Das Silikonband jetzt an den Löchern mit der Halterung verbinden und fertig.

Bild Shapeheart

Die beiden Firmengründer von Shapeheart haben einige Versuche benötigt bis sie die ideale Kombination gefunden hatten. Es galt ja schließlich, die teuren Smartphones zukünftig sicher zu befestigen, aber auch eine permanente Belastung auf das Silikonband auszuschließen, wenn man das Handy von der Halterung löst.

Was ist jetzt abschließend herausgekommen? Ein Magnetsystem, welches das 50-fache des Gewichts eines Smartphones hält. Eine stabile Befestigung – egal ob hochkant oder quer. Die theoretische Höchstgeschwindigkeit liegt bei 285 km/h und das System ist auf der Rennstrecke erprobt bis zu einer Geschwindigkeit von 226 km/h. Zu sehen auch auf einem sehr interessanten Video auf der Internetseite von Shapeheart.

Die mitgelieferte Hülle schützt euer Smartphone wirksam vor Regen und hat eine Öffnung für einen USB-Ladeanschluss. Die beiden Magnete sind mittels Eisenplatten abgeschirmt, so dass ein Smartphone keinen Schaden nehmen kann.

Ich habe Shapeheart in meiner Liste der „nützlichen und interessanten Internetlinks“ mit aufgenommen. Wenn IHR also direkt auf die Internetseite von Shapeheart kommen wollt – einfach oben anklicken.

Für ALLE, die entweder immer erreichbar sein wollen ODER ihr Handy zur Navigation nutzen sind die Franzosen auf alle Fälle DAS innovative Angebot auf dem Markt. Die preiswerte und geniale Lösung im Sinne des Herrn Kolumbus. Man muss eben nur darauf kommen und es dann so umsetzen.

Eine Fachzeitschrift für Motorradtourenfahrer moniert aktuell, dass sich das zur Befestigung der Magnethalterung genutzte Silikonband zu sehr längen würde. Aus meiner Sicht kann man diesen Umstand zwar bemängeln, es ändert aber nichts an meiner durchweg positiven Bewertung. Der liebe Gott oder die Evolution haben uns mit zwei Armen und Händen ausgestattet. Von daher ist es kein Problem die Magnethalterung am Lenker mit der freien Hand etwas festzuhalten, wenn man die Handyhülle löst.

Für Fahrer*innen die, wie ich, häufig mit dem Tankrucksack unterwegs sind, ist sicherlich die Lösung mit der Befestigung am Spiegel zu bevorzugen. Die ist dann auch komplett verschraubt.

Foto Shapeheart

Continentale Straßen Attacke Episode 3

Schlagwörter

, ,

Ganz häufig hatte ich im Kino Probleme mit Nachfolgern von vormals guten Filmen die nur noch ein müder und lascher Aufguss ihrer Vorgänger waren.

Bei Reifen, insbesondere bei Motorradreifen, ist dieses Phänomen nicht der Fall. Fortlaufende Nummern zu Typenbezeichnungen bedeuten hier etwas Gutes. Seit Jahren können wir beobachten, dass die unterschiedlichen Hersteller tatsächlich auf die Wünsche und die Kritik ihrer Kundschaft eingehen und dann ihre Reifen derart nachbessern, dass es nah an die Perfektion geht.

Okay – Perfektion? Da versteht jeder / jede von uns etwas anderes darunter und umso schwieriger wird es dann in der „Reifenbäckerei“ den absoluten Wunschprinzen für uns Verbraucher herzustellen.

Lange Laufleistung, Topgrip im Trockenen und im Nassen, ein leichtes Handling und wenn man seine Gedanken schweifen lässt, dann fällt einem sicherlich noch weiteres ein.

Wir sprechen also mal wieder von der eierlegenden Wollmilchsau und da gibt es eine Sparte im Reifensegment, die diesem Anspruch sehr nahe kommt. Wir sind bei den Tourensportreifen und die können mittlerweile ALLES und zwar alles ganz nah am Niveau der Spezialisten.

Meine Pirelli Scorpion waren soweit fertig mit der Gummiwelt und so fragte ich bei meinem Händler des Vertrauens nach ob besagter Pirelli immer noch die Referenz für unsere „Sissy“ darstellt oder ob es besseres gibt. Antwort folgte prompt:

Continental Road Attack 3.

FOTO CONTINENTAL

Also bestellt – vor Ort montiert und ab nach Hause. Die Basis einer jeden Beziehung ist Vertrauen. Das ist unter uns Menschen so und bei uns Motorradfahrern*innen zieht sich dieses Merkmal Vertrauen über unsere Maschinen auch hin zur Bereifung.

Der Road Attack baut Vertrauen so ganz selbstverständlich nebenher auf, dass es eine Pracht ist. Continental hat unter dem Begriff Traction Skin eine neuartige Reifenoberfläche konstruiert. Verzicht auf die üblichen Trennmittel und eine speziell beschichtete Reifenform, gepaart mit einer raueren Oberfläche und vom ersten Meter an war, trotz der noch winterlichen Temperaturen, zwischen Null und drei Grad ein sattes Gefühl für den Reifen in Sachen Rückmeldung und Grip da. Insbesondere der Vorderreifen gibt einem zu jedem Zeitpunkt eine saubere Führung wie verzahnt mit der Fahrbahnoberfläche. Das berühmte Zitat wie auf Schienen bringt es wieder einmal auf den Punkt.

In einem anderen Bereich haben die Techniker von Continental auch in die Trickkiste gegriffen und einen Kunstgriff in die Reifenpaarung kreiert, der spürbar ist. Das Ganze firmiert bei Continental unter Easy Handling – warum kann man eigentlich heutzutage keine deutschen Griffe mehr verwenden? Egal – Es funktioniert in der Praxis und damit kann man zu dem leichten Handling nur gratulieren. Auf einer meiner Leib- und Magenstrecken der ehemaligen Bergrennstrecke von Fell nach Thomm ist ein wirkliches „Hundseck“. Die Bergwerkkurve, eine Spitzkehre die in ihrem Scheitel leicht überhöht ist, habe ich versuchsweise annähernd im Trialstil genommen. Die spezielle Abstimmung der Konturen von Vorder- und Hinterreifen des Road Attack 3 sollen dafür verantwortlich sein, dass bei fast fehlenden stabilisierenden Kreiselkräften trotzdem noch ein neutrales Fahr- und Kurvenverhalten anliegt. Es ist mir ehrlich gesagt egal wie die Jungs von Continental das gemacht haben. Was mir nicht egal ist, das Ganze funktioniert, verleiht Sicherheit und schenkt Vertrauen. Ich weiß, das mit dem Vertrauen hatten wir schon.

Der Conti läuft etwas härter als mein alter Pirelli, hat also weniger Eigendämpfung. Es ist aber nicht derartig, das man von unkomfortabel sprechen könnte. Alles im grünen Bereich. Insbesondere weil der Road Attack 3 eine blitzsaubere Führung in den Kurven aufbaut. Wie an der Schnur gezogen und wieselflink geht der Conti um die Ecken. Das hier von einem Tourensportreifen gesprochen wird ist fast unfassbar. Trotz seines ausgeprägten Negativprofils baut der Road Attack 3 absolutes Vertrauen bis zur Reifenkante in den Kurven auf. Ich weiß, das mit dem Vertrauen hatten wir schon.

Auch hier hat die Firma Continental in das englische Wörterbuch gegriffen und spricht von der Multi Grip Technologie und der Weiterentwicklung der Continous Compound Technologie. Im Grunde genommen ist der Road Attack 3 auf Augenhöhe mit den Produkten der Konkurrenz in Sachen Reifentechnologie und Herstellung. Continental erreicht den abriebfesteren mittleren Laufbereich des Reifens, sowie die „weicheren“ haftungsfähigeren Reifenflanken durch unterschiedliche Temperaturen beim Vulkanisieren und Aushärten des Reifens.

Insgesamt vermittelt der Road Attack 3 einfach dieses sichere Gefühl der kompletten Kontrolle. Da rutscht nichts, da schmiert nichts. Da ich gerne auf Landstraßen der 2. oder 3. Ordnung unterwegs bin, die Dank der guten Instandhaltung durch den Straßenbaulastträger ihrem Nutzer oder ihrer Nutzerin einen repräsentativen Querschnitt der möglichen Asphalt- und Teerdecken geben, kann ich auch hier Entwarnung geben. Reibwertsprünge auf Grund unterschiedlicher oder schnell wechselnder Fahrbahndecken nimmt der Road Attack 3 zur Kenntnis, wenn sie mit einem „merklichen Höhenuterschied“ verbunden sind. Sie führen aber nie zu einem Abbau vom Grip. Also – Drüber und gut ist es.

Von dem ausgeprägten Negativprofil des Reifens sprach ich bereits. Da ist Continental speziell dran gegangen, weil Nasshaftung immer ein Schwachpunkt der Produkte war. Da ich jetzt nicht der begnadete Regenspezialist bin benötige ich immer eine Reifenpaarung, die mir bei Regenwetter die nötige Sicherheit vermittelt. Der Pirelli Scorpion konnte das und mir war infolgedessen in den zurückliegenden Jahren egal, wenn mich der Regen ereilte. Dann war es eben so, weiter geht`s.

Der Road Attack 3 erledigt die Sache Nässe ebenfalls mit Bravour. Gefühl ist ja immer subjektiv, aber mein Gefühl ist, dass der Continental auch in Sachen Nasshaftung eine spürbare Marke über meinem alten Pirelli liegt. Die Sicherheit ist da und darum geht es ja. Hatte ich das mit dem Vertrauen schon erwähnt?

Technisch soll die Geschichte mit der verbesserten Nasshaftung an einer besonderen Silica-Mischung liegen und an der Anordnung bzw. dem Abstand der Negativprofilrillen. Egal – auch das funktioniert zur vollsten Zufriedenheit.

Was soll ich abschließend sagen? Der Continental Road Attack 3 kann ALLES mindestens ein µ besser als mein alter Pirelli Scorpion. Infolgedessen ist er aktuell für mich das Maß der Dinge auf unserer 1290er Adventure. In Sachen Verschleiß kann ich noch keine Angaben machen, reiche sie euch aber nach, sobald das Paar an der Verschleißgrenze angekommen ist. Dann melde ich auch OB und wenn inwieweit der Road Attack 3 seine guten Manieren mit nachlassendem Profil verliert. Übrigens – auch da gibt es im continentalen Wörterbuch einen Begriff : Mileage Plus. Wenn es funktioniert wie bei dem Rest der Neuerungen, dann können die Herren und Damen von Conti es nennen wie sie wollen.

Ich bin auf alle Fälle mit der Episode 3 ihrer Straßenattacke bislang voll zufrieden.

Wir haben es selbst in der Hand

Schlagwörter

,

Man kann es nicht anders formulieren: Mein schönes Bundesland Rheinland-Pfalz ist ein Mekka für Motorradfahrer!

Da haben wir die Eifel mit ihren wunderbaren Motorradstrecken, die Moselregion mit dem angrenzenden Hunsrück. Den Pfälzer Wald und den Westerwald und das Mittelrheintal mit all den schönen kleinen Seitentälern, die uns mit unseren Maschinen magisch anziehen.

Und die Anziehungskraft ist nicht nur für die ortsansässigen Motorradfahrer*innen groß, sondern auch überregionale Kennzeichen sieht man über das Straßennetz von Rheinland-Pfalz cruisen.

Manchmal aber auch nicht nur cruisen und dabei auch alles andere als achtsam. Und dann läuft man Gefahr in einer Statistik aufzutauchen, deren Bestandteil man gar nicht sein möchte.

Am 16. Februar hatte der Innenminister von Rheinland-Pfalz Roger Lewentz die Unfallstatistik für das Jahr 2020 veröffentlicht.

Quelle Polizei Rheinland-Pfalz

https://www.polizei.rlp.de/de/service/statistiken/verkehrsstatistik/

Eigentlich gar nicht so schlecht was man da bei uns lesen kann. Die Gesamtzahlen der Unfälle mit Motorrädern, die Verunglückten und auch die Anzahl der getöteten Motorradfahrer*innen geht zurück.

Gut so und sicherlich auch unser aller Verdienst, denn es zeigt, dass das Gros von uns vorausschauend und sicher fährt.

Das komplette Signal zum Schulterklopfen kann man aber dennoch nicht geben. Warum nicht? Weil wir bei etwa 60 % der Unfälle als Hauptverursacher geführt werden. Ca. 47 % dieser Schnittmenge weisen auch aus, dass die überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit eine Hauptrolle gespielt hat.

Warum kommt jetzt von mir dieser erhobene Zeigefinger? Nein – ich mache nicht auf Schulmeister, denn ich bin auch nicht überall regelkonform unterwegs. Ich gebe lediglich zu bedenken und vielleicht greift der ein oder die andere im Verlauf der aktuellen Saison die Bedenken auf.

Im Nachbarland Österreich hat es die Region Tirol schon vorgemacht und die Bundespartei der „Grünen“ hat diesen Vorstoß bereits aufgenommen. Okay – dabei ging es um unsere Lautstärke und die störenden Geräuschemissionen. Aber WIR sollten daran denken, dass beides gerne genommen wird!

Alle Motorradfahrer rasen und alle Motorräder sind zu laut!

WIR haben es ALLE selbst in der Hand. Meistens in der Rechten. Wenn die bei Ortsdurchfahrten nach vorne gedreht wird und die Häuser am Straßenrand nicht an einem vorbeifliegen, dann ist schon viel geholfen. Und wenn die Rechte nach dem Ortsende ein wenig kontrollierter wieder auf Zug geht, dann stehen bei der nächsten Unfallstatistik wieder grüne Zahlen im Vergleich zum Vorjahr und vielleicht, oder besser hoffentlich, ist unser Anteil an den selbstverschuldeten Unfällen dann auch geringer.

Wie gesagt: Wir haben es alle selbst in der Hand – müssen es aber zuvor in unseren Köpfen verinnerlichen. Ansonsten bleibt uns am Ende nur das Jammern über weitere Streckensperrungen.

Gummierte Seite unten – lackierte Seite oben

Schlagwörter

,

so lautet üblicherweise unser Leitspruch in Sachen: Umfallen oder Stürzen mit einem Motorrad ist keine gute Sache. Selbst wenn es keine großen Kosten verursacht, kostet es zumindest etwas Selbstbewusstsein.

Mein letzter Umfaller ist zum Glück etwas länger her und wurde von mir unter dem Titel „Eviva España oder Führerlos tut selten gut“ hinreichend im Blog thematisiert. Mit dem nötigen zeitlichen Abstand sieht man selbst derartige Dinge humorvoller.

Ihr wisst ja, dass wir unsere „Sissy“ im Grunde genommen komplett in Richtung Reisemodus abgestimmt haben.

Da gibt es nichts mehr was an „sinnvoller Ausstattung“ noch zu ergänzen wäre. Trotzdem bin ich auf die Suche gegangen und wurde dann im Sinne unseres Leitspruchs fündig.

Wir hatten schon Zusatztaschen von der Firma SW-Motech aus dem hessischen Rauschenberg und sind damit vollends zufrieden. Wer das nochmals nachlesen möchte kann den u. a. Link aktivieren.

https://flyinghaggis.net/2019/04/07/ich-packe-meinen-koffer/

Im Portfolio von SW-Motech bin ich auf die Sturzpad-Kits für die Vorder- und Hinterachse unserer 1290er Adventure gestoßen und habe diese flugs bestellt. Jetzt kann man natürlich sagen: Haggis – Du hast doch schon die Sturzbügel an der KTM. Was sollen jetzt noch die Sturzpads oder trägst Du auch Hosenträger auf einen Gürtel, damit die Hose nicht rutscht?

Meine Hose rutscht nicht und ich trage keine Hosenträger. Abschließender Beweggrund für mich war, dass mich Kratzer an Gabel oder Schwinge nach einem Umfaller optisch mehr stören würden, als Kratzer an den besagten Pads.

Wie Alles bei SW-Motech sind auch diese Sturzpads wertig gemacht. Auch die Anbauanleitung ist so aufgebaut, dass handwerklich weniger Begabte, mit zwei linken Händen und nur Daumen, die Teile zügig und fehlerfrei montieren können.

Einziges Manko, welches ich anmerken muss, da es bei beiden Kits aufgetaucht ist: Die Gewindestangen scheinen nicht ganz sauber gedreht zu sein. Die Schrauben „8“ bei der Hinterachse und analog dazu die Nr. „9“ bei der Vorderachse sollte man vor der Montage schon einige Gewindegänge auf- und abdrehen oder mit einem Gewindeschneider kurz die Stange nacharbeiten, damit die Schrauben dann problemlos auf die Gewindestangen gedreht werden können.

Beim Anbau des Vorderradkits muss zu Beginn noch die originale Achsschraube gegen die mitgelieferte von SW-Motech getauscht werden und dann läuft alles analog der Hinterachse.

Gewindestange durch die Achsaufnahme eingeführt – Distanzstücke aufgesetzt und mit den Muttern gekontert. Dabei darauf achten, das auf beiden Seiten gleich viel Gewinde zu sehen ist. Jetzt die Pads mit den Unterlegscheiben aufsetzen und mit den besagten Schrauben 8 oder 9 anziehen. Dann nur noch die Abdeckkappe mit der Feder einsetzen und eine kleine Drehung nach rechts, damit sie nicht mehr herausspringt – FERTIG.

Die beiden Sturzpadkits sind optisch unauffällig und passen sich gut in die Silhouette der KTM ein. Jetzt hoffe ich nur noch, dass die Teile niemals ihrem originären Auftrag nachgehen müssen.

Also – Wer noch nach etwas Sinnvollem für seine Maschine sucht, einfach mal auf der Internetseite von SW-Motech reinschauen. Da findet ihr dann auch einiges zu den Kernkompetenzen von SW-Motech und die sind bei allem rund um das Thema Gepäck und Motorrad zu finden.

Dem Land Tirol die Treue ODER besser doch nicht

Schlagwörter

,

Ja – der in den 50er Jahren komponierte Marsch ist so etwas wie die heimliche Tiroler Nationalhymne und erklingt seitdem pathetisch bei vielen Volksfesten und natürlich auch in Bierzelten.

Ingrid Felipe wird das Lied wahrscheinlich nicht spielen, denke ich zumindest. Die „grüne Politikerin“ Felipe ist seit 24. Mai 2013 zweite Landeshauptmann-Stellvertreterin in Tirol. Als solche muss die Frau sich natürlich politisch in Szene setzen und in ihrer Art, ich ergänze es extra nicht mit dem Zusatz unnachahmlich, erinnert mich die Dame stark an unsere Frau Annalena Baerbock und ihren kongenialen Partner Robert Habeck. Auch diese beiden hinreichend bestückt mit einem Drang zur Außendarstellung ohne jeglichen fundierten Hintergrund.

Wie sagte doch einst Heiner Geißler so treffend: Die Berühmtheit mancher Zeitgenossen hängt mit der Blödheit ihrer Bewunderer zusammen.

Aber jetzt erst einmal zum eigentlichen Kern der Angelegenheit. Die Initiative „Nein zum Motorradfahrverbot in Tirol“ hat mit ihrer Beschwerde vor dem EU-Gericht in Brüssel im ersten Anlauf Schiffbruch erlitten.

In dieser Gruppe haben sich u. a. auch viele Tiroler Hoteliers organisiert, die im Sommer ihren Hauptumsatz durch Motorradfahrer*innen machen. Tirol ist eben ein Touristengebiet und der Fremdenverkehr ist eine nicht zu unterschätzende Größe. Bei dieser Größe spielen wir auf unseren Maschinen auch eine tragende Rolle.

Die Werte Frau Felipe hatte in ihrem Ländchen durchgesetzt, dass auf einigen Tiroler Landstraßen Motorräder mit einem Standgeräusch jenseits der 95 db/A mit einem Streckenverbot belegt wurden.

Als wunderschöne Randnotiz muss man dahingehend anmerken, dass die Tiroler Polizei daraufhin ihre Ducati Multistradas ebenfalls nicht mehr bewegen konnte, weil die schönen Italienerinnen diesen Grenzwert nicht einhielten. Die Schildbürger hielten also auch in unserem Nachbarland Österreich Einzug.

Die Gruppe der Tiroler Hoteliers bemerkt nun ziemlich schnell, dass innerhalb der Motorradszene doch so etwas herrscht wie Solidarität. Denn die Motorradgruppen, bei denen der ein oder andere mit Maschinen 95 db/a plus X unterwegs war, blieben geschlossen dem Gebiet Tirol fern und entdeckten, dass es durchaus noch andere schöne Regionen gibt, in denen man seinen Urlaub auf zwei Rädern verbringen kann. Ergo – großes finanzielles Minus in der gastronomischen Kasse.

Die Initiative „Nein zum Motorradfahrverbot in Tirol“ zieht also vor das EU-Gericht mit der Begründung: Die Sperrung verstößt gegen das EU-Recht.

Offen und ehrlich betrachtet war genau dies auch meine Meinung und feste Überzeugung. Wenn ein Motorrad eine EU-Zulassung und Betriebserlaubnis hat, dann darf man dieses Fahrzeug auch im EU-Gebiet in Betrieb nehmen, denn genau dies suggeriert eine allgemeine Betriebserlaubnis dem geneigten Leser. Denn rechtlich relevant und normiert war bis dato lediglich das Fahrgeräusch, was Sinn macht. DENN – ein Motorrad ist ein Fahrzeug und kein Stehzeug. Ich entschuldige mich jetzt schon in allerschärfster Form für dieses schwache Wortspiel.

Warum es mich die Angelegenheit ganz besonders nervt? Das Standgeräusch wird ermittelt, wie der Begriff es bereits sagt, im Stand bei halber Nenndrehzahl. Die Nenndrehzahl ist DAS, was in eurem Fahrzeugschein / Zulassungsbescheinigung hinter der Leistungsangabe steht. Selbst der größte oder die größte Selbstdarsteller*in steht nicht mit der Maschine irgendwo und lässt den Motor im Stand bis zur halben Nenndrehzahl hochdrehen. Diese Art Kasteiung des Materials findet nur im Rhythmus von zwei Jahren beim TÜV statt um ein amtliches Siegel zu erhalten.

Also ist eine Streckensperrung, die ihre Grundlage auf einen derartigen Wert bezieht absolut weltfremd und praxisfern. Damit haben wir jetzt wieder den schlüssigen Bogen zu den „Grünen“ geschlagen und zu der besagten Frau Felipe.

Auch wenn SIE sich jetzt in diesem gerichtlichen Teilerfolg sonnen wird, hat SIE ihrem Land Tirol einen Bärendienst erwiesen. So hoffe ich zumindest.

Denn das Verhalten der motorradfahrenden Gruppen wird sich auch im Jahr 2021 und 2022 nicht ändern. Vielleicht lernt dann Tirol erst, wenn die Tourismuskassen leerer werden, das nicht jeder grüne Vorschlag auch eine gute Idee ist.

Ich für meinen Teil nutze unser Nachbarland nur noch als Transitstrecke in meine Wahlheimat. Denn wie hieß es in dem Liedtext „dem Land Tirol die Treue“ doch so schön:

Ein harter Kampf hat dich entzwei geschlagen,
von dir gerissen wurde Südtirol.
Die Dolomiten grüßen uns von Ferne
in roter Glut zum letzten Lebewohl.

Also auf Leute nach Südtirol. Jenseits des Alpenhauptkamms ist das Wetter ohnehin besser. Und das Gefühl für ihre Natur haben die Südtiroler auch ohne „Grüne“.

In Bezug auf mögliche Konsequenzen dieses EU-Gerichtsurteils in unseren Landen habe ich mich bereits ergiebig im Mai 2020 auseinandergesetzt. Und an dieser Meinung hat sich auch bis heute nichts geändert.

https://flyinghaggis.net/2020/05/22/denk-ich-an-deutschland-in-der-nacht/