Vernünftig sind Andere

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Unsere Sissy musste mal wieder zur alljährlichen Inspektion und wurde von eurem werten Erzähler zu unserem Freundlichen Ready to Race-Händler ins nahe Saarland chauffiert.

Wann mein bestes Stück wieder im fahrfertigen Zustand zur Abholung bereit stehen würde war auf Grund des Andrangs und der Haupturlaubszeit nicht so ganz klar und so begab es sich, dass man mir den Schlüssel einer aktuellen KTM 1290 Super Duke R in die Hand drückte. „Viel Spaß! Wir melden uns.“

Das Leben kann durchaus miesere Überraschungen für einen bereit halten. Also los geht`s.

Schaut man sich die Baureihe von KTM an in der das 1290er Aggregat werkelt, dann kann man nur sagen, das prägende Element in den Maschinen ist eben dieser Motor. Und wie die Herrschaften aus Mattighofen diese 1301 ccm in den unterschiedlichen Modellreihen auch einen unterschiedlichen Charakter anerzogen haben ist aller Ehren wert.

Die 140 Nm Drehmoment stehen und in der aktuellen Super Duke werden 180 PS aktiviert. Das sind 20 PS mehr als das Mapping in unserer „Sissy“ als Superadventure freisetzt und gepaart mit dem Weniger an Gewicht und der anderen Gewichtsverteilung merkt man dies auch. Wer hier von zu wenig Leistung fabuliert ist entweder Pilot in der Moto GP oder der Lebenserhaltungstrieb ist ihm/ihr komplett abhandengekommen.

Apropos Lebenserhaltungstrieb. Der fantastische deutsche Sommer 2021 zwingt mich alsbald die Superduke in den Regenmodus zu schalten, da ich das gute Stück nicht Tage später in Einzelteilen und in einer Plastiktüte zurück zu meinem Händler bringen möchte.

Da kommt schon die nächste Überraschung, denn der Bridgestone S22 im Format 120/70/17 und hinten 200/55/17 funktioniert im Nassen ausgesprochen überzeugend. Der erste Blick auf das Profil der Bridgestone hätte dies gar nicht vermuten lassen.

Wie heißt es doch so schön: Mit Motorleistung bist Du auf der Geraden schnell und mit einem guten Fahrwerk überall. Die aktuelle Superduke liegt nach meinem Empfinden auch mit Front stabiler als ihre Vorgängerin. Bei meiner ersten Begegnung hatte ich immer das Bedürfnis etwas mehr Druck auf das Vorderrad bringen zu müssen um etwas mehr Stabilität in die Führung zu bekommen. Das ist oder war natürlich mit an Sicherheit der Tatsache geschuldet, dass ich seit gefühlten Ewigkeiten Motorräder mit Verkleidung fahre und mich somit an etwas „kopflastige“ Maschinen gewöhnt habe. Die Neue vermittelt nicht dieses ADHS-Gefühl, ist handlich aber trotzdem spurstabil und gibt sauber ihre Rückmeldungen an Fahrer oder Fahrerin. Ob enge Kehren oder schnell durchfahrene langgezogene Kurven – Alles gut. Laut Angaben von KTM liegt dies u. a. an dem neuen Rahmenkonzept der Duke. 3 x steifer als das Vorgängermodell mit dem 1301ccm-Triebwerk als tragendem Element, welches die Torsionssteifigkeit erhöhen soll. 2 kg leichter als der Vorgänger ist der Rahmen ebenfalls, was sicherlich ebenfalls zum handlichen Gefühl beiträgt. Die etwas längere Schwinge dürfte dafür verantwortlich sein, dass die ganze Fuhre trotz aller Handlichkeit nicht kippelig wirkt und so wunderbar stabil liegt.

Hier 2 kg und dort ein paar Gramm. Getreu dem Motto – Was ich nicht zusätzlich auf die Waage bringe muss ich auch nicht zusätzlich mit beschleunigen. Soziussitzbank, Kennzeichenhalter und Rücklicht sind ohne weitere Halterungen direkt am Heckrahmen verschraubt.

Was mich subjektiv gestört hat ist, dass der kurze und wunderschön gemachte Auspuff für mich als brüllend laut empfunden wurde. Gerade die in der Heimat der Duke kursierende Seuche der Streckensperrungen in Bezug auf Standgeräuschwerte sollten da zu einer höheren Sensibilisierung bei KTM führen. Die beste Sozia von Allen teilte mir aber mit, dass mein „Einfahren in heimatliche Gefilde“ nicht lauter empfunden wurde, als mit unserer „Sissy“. Möglicherweise trägt das kurze Endrohr, welches unmittelbar unter dem Fahrer endet zu der subjektiven Wahrnehmung der höheren Lautstärke bei. Also wird nur der Fahrer taub und nicht die Umgebung.

Wie ist jetzt eigentlich das Fazit für die aktuelle Super Duke R? Wenn man es pragmatisch angeht muss man festhalten, für die ausgedehnte Urlaubsfahrt ist die Super Duke nichts. Auch die Fahrt zu zweit ist nur ratsam, wenn der Mitfahrer einen gepflegten Hang zum Masochismus hat. Aber sind wir doch einmal ehrlich mit uns und unseren Empfindungen. Ein Motorrad muss nicht nützlich oder sinnvoll sein. Wenn die Maschine einem ein breites Grinsen ins Gesicht treibt und einfach Spaß bereitet, dann ist der eigentliche Sinn eines Motorrades schon mehr als erfüllt. Und da kann man abschließend nur festhalten: das Grinsen ist da und es ist anhaltend und damit hat die Super Duke R ihre Existenz schon mehr als hinreichend berechtigt. Lasst doch die Anderen vernünftig sein. Waren wir schon – war langweilig. Und eines ist die aktuelle Super Duke R ganz bestimmt nicht – langweilig.

Ein herbstlicher Rundumschlag

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Wenn es so in Richtung Herbst geht, dann habe ich immer das Bedürfnis die ein oder andere meiner Touren miteinander zu verbinden und aus Altem damit oftmals wieder etwas Neues zu machen. Das ein oder andere komplett Neue kann man auch wunderbar immer mit einbauen. Schließlich sagt uns die Straße nicht was uns am Ende unseres Weges erwartet. Also mutig den ersten Gang einlegen und zunächst auf bekannten Wegen hinaus aus Trier.

Wir haben den Weg schon häufig gewählt und rollen uns über unsere bekannten Zwischenpunkte Korlingen, Waldrach, Lorscheid und das Dhrontal ein.

Auch unsere weitere Route bis nach Traben-Trarbach ist uns aus früheren Anderstouren wohlbekannt. Über Gräfendhron, Merschbach; Elzerath und Gonzerath fahren wir nach Longkamp und es geht über das Kautenbachertal nach Traben-Trarbach, der Jugendstilperle an der Mosel.

Hier kann man zwar schon die Moselroute wählen, man würde aber dann eine schöne Route bergaufwärts über Starkenburg nach Enkirch verpassen.

Ab Enkirch entspannen wir uns dann an der Mosel bis nach Zell, rollen über den Kreisel der „Zeller Schwarze Katz“ in die Ortslage und machen uns in Merl wieder bergauf in Richtung Grenderich.

Erfahrene Anderstourer kennen jetzt den Weg über den Senheimerhals wieder abwärts an die Mosel. Wir folgen aber diesmal der Beschilderung in Richtung Beilstein.

Der kleine pittoreske Moselort ist genau richtig für eine ausgiebige Pause und die fußläufige Besichtigung der kleinen romantischen Gassen. Hier ist de facto mehr als ein schönes Fotomotiv zu holen. Einfach schön.

Wie aus der Zeit gefallen wirkt der kleine Ort mit seiner Burg als Blickfang.

Wir hatten uns zuvor bei der Internetrecherche ein Restaurant zur Einkehr ausgesucht, aber ausgerechnet am heutigen Tag machte dieses Lokal erst später seine Pforten auf. So landen wir auf der schönen Terrasse des Hotels Altes Zollhaus an der Mosel. Kuchen war okay, was der Schulnote befriedigend entspricht. Der Cappuccino die geschmackloseste Variante nördlich des Alpenhauptkammes.

Von einem schlechten Cappuccino lassen wir uns nicht die gute Laune verderben und auf geht es wieder moselauf- und abwärts. In Bruttig-Fankel über die K 36 nach oben und dann über die L 202 abwärts nach Treis-Karden.

Über Kaisersesch führt unsere unspektakulärer Weg über die Eifelhöhen dann nach Monreal. Die letzten Kurven der L 98 haben uns wieder geweckt und wer möchte kann auch im schönen Monreal die Speicherkarte der Kamera rattern lassen. Monreal ist auch die Filmkulisse für die TV-Serie „Der Bulle und das Landei“. Okay – wer`s mag.

Wir rollen aber weiter durch Mayen und fahren nordwestlich zum Schloss Bürresheim.

Irgendwie sieht das Schloss Bürresheim für mich aus wie die kleine Schwester der Burg Eltz. Und sie haben, außer der Optik, noch gemeinsam, dass sie zu den wenigen Anlagen in der Eifel gehören, die niemals erobert wurden. Selbst die Kriege im 17. und 18. Jahrhundert und die sich aus der französischen Revolution ergebenden Umbrüche hat das Schloss unbeschadet überstanden.

Wie war nochmal der Spruch? Wenn Du auf eine Leiter steigst versichere Dich, dass sie an der richtigen Wand steht. Das ist natürlich metaphorisch zu sehen und soll heißen: Höchste Zeit, dass es wieder schön kurvig wird. Und genau das haben wir direkt hinter dem Schloss Bürresheim auf der L 10 in Richtung Nürburgring. Eine wirklich schöne Routenführung haben wir jetzt und die Landschaft gibt ebenfalls nach jeder Kurve neues her. Wirkt wie ein Ausflug durch die Lüneburger Heide.

Ein kurzer Abstecher muss jetzt noch nahrungstechnisch sein, deshalb in Langenfeld schnell rechts ab zur Wachholderhütte (Wabelsbergerhütte).

Das ist jetzt wieder eher unsere Art der inneren Einkehr und Landschaft zum genießen haben wir auch in Hülle und Fülle.

Die Weiterfahrt ist dann im Grunde genommen eine Außenrunde um den „Ring“ über Jammelshofen , Breidscheid und Quiddelbach, am Potsdamerplatz vorbei nach Kelberg.

Hier nehmen wir dann zügig den direkten Weg nach Daun und machen dann noch einen kleinen Schlenker an den Maaren vorbei. Die sind schließlich ein immer wieder gern genommenes Fotomotiv.

Parallel zur Haupteinflugschneise in Richtung „Ring“ der B 257 suchen wir uns einen kurvigeren und ruhigeren Weg über Üdersdorf, Schutz und Deudesfeld nach Meisburg.

Dann gehen wir doch noch bis Badem kurz auf die ungeliebte Bundesstraße und biegen hier in der Ortslage ab in Richtung Dudeldorf.

Den weiteren Weg kennen wir auch wieder gut und finden ihn sogar ohne Navi. Über Philippsheim nach Speicher. Dort vielleicht noch eine „Zuckerpause“ in der Eisdiele und dann auf die L 46 weiter auf bekannter Route zurück nach Trier.

Das waren jetzt etwa 320 km und eine schöne spätsommerliche oder herbstliche Runde, die Hunsrück, Eifel und Mosel wunderbar verknüpft hat. Viel Spaß beim Nachfahren. Und wenn IHR in Beilstein einen besseren Einkehrtipp oder auch nur besseren Cappuccino gefunden habt – dann immer raus damit.

Der Doctor – Rossifumi – Valentinik

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Jetzt ist ER weg oder sollte ich besser sagen ER ist bald weg. Der, der für mich seit einer gefühlten Ewigkeit Rennstreckenbesuche oder TV-Übertragungen von Motorradrennen überhaupt erst sehenswert gemacht hat.

Ja – es gab auch für mich vorher schon die Helden und Legenden, die ich mit strahlenden Augen auf den Strecken beobachtet und ihr Können bewundert habe. Hießen sie jetzt Toni Mang oder Kevin Schwanz, aber bei keinem dieser Fahrer war gleichzeitig dieses Grinsen bei mir im Gesicht und dieses Gefühl, dass dieser Kerl da unten einfach einen „Heidenspaß“ bei der Sache hat.

Wie soll ER einmal gesagt haben: „Mein Alltag fühlt sich an wie Urlaub!“

Ich hoffe für Dich Valentino, dass dieses Gefühl weiterhin bei Dir vorherrschen wird, denn ein anderes Zitat zeigt ziemlich deutlich wie unser „Doctor“ tickt:

„Ein Renn-Motorrad zu fahren ist Kunst. Etwas, das man tut, weil man es fühlt.“

Für mich ist es entsetzlich schade, dass sich Valentino in dieser Coronazeit von den Rennstrecken dieser Welt verabschiedet. Die Vielzahl seiner Fans, die „gelben Wände“ die seit Jahren die Tribünen füllen, haben keine Chance sich angemessen vom Gott auf 2 Rädern zu verabschieden. Auch sie werden wohl in den nächsten Jahren fehlen. Man wechselt nicht einfach „seine Konfession“ oder sucht einen neuen Propheten.

Rossi-Fan war oder ist man wegen Valentino Rossi. Nicht wegen Yamaha, Honda oder Ducati. Und diese Lücke, die jetzt unweigerlich entsteht, kann zurzeit KEINER füllen. NEIN – auch kein MM93 oder ein Fabio Quartararo.

Warum nicht? Gehen wir einmal auf die Suche und versuchen den oder die Hintergründe zu finden.

Was kann man zu dem Begriff Charisma im Duden finden? Persönliche Ausstrahlung und eine von Gott verliehene Gabe. Das ist wohl schon mit einer der Hauptgründe für das Dilemma. Rossi hat nämlich genau DAS was sämtlichen anderen aktuellen Piloten in der Szene fehlt. Charisma.

Anders lässt sich nicht erklären, dass da einer im Kreis herumfährt, der seit 2009 keinen Titel mehr errungen hat und trotzdem auf den Rennstrecken der Welt, farblich sauber erkennbar, ein Heer von Fans, il Popolo giallo, um sich herum versammelt.

Wenn man nicht wusste wo das Motorhome oder der Servicetruck vom Doctor ist, dann musste man einfach nur schauen wo sich die größte Menschenmasse im Fahrerlager versammelt hat. Genau da war er dann zu finden und seine Gemeinde harrte still und geduldig auf ihren Meister und wartete auf ein Autogramm, ein Foto oder nur ein Winken.

Und Rossi kommt seit Jahren, oder besser Jahrzehnten, dieser Verpflichtung nach. Dabei hat man das Gefühl, dass es für ihn keine Verpflichtung ist sondern tatsächlich Freude bereitet.

Um Valentino ranken sich derartig viele Anekdoten und Geschichten, dass man oftmals nicht mehr weiß, was ist tatsächlich wahr und was ist bereits Fiktion, Märchen oder Heldensagen.

Die 102-jährige Italica Grondona aus Ligurien, in Italien mittlerweile als Nonna Lina bekannt, hatte nach ihrer Genesung von Corona nur noch einen Wunsch (der sogar den Weg in die Nachrichten von CNN geschafft hatte). Nonna Lina wollte unbedingt noch Valentino Rossi kennenlernen.

Oder die berühmte Schmunzel-Geschichte vom Sponsoren „Polleria Osvaldo“. Die Hühnerfarm tauchte 1998 als Sponsoren-Aufkleber auf seiner 250er Aprilia auf. Kernproblem war, dass es diese Hühnerfarm und damit den Sponsoren real gar nicht gab. Halb Italien wollte aber nun die Eier der besagten Farm, die nicht existierte. Als der italienische Sender RAI eine Dokumentation drehen wollte, trieb es Rossi gar auf die Spitze. Er suchte einen alten Bauernhof und malte den Slogan „Jedes Hühnchen kennt Osvaldo“ an die Scheune. Ein älterer Herr aus seiner Heimatstadt Tavullia spielte den Bauern Osvaldo und RAI strahlte die Dokumentation sogar noch aus. Für einen guten Spaß war Rossi nie etwas zu viel und sein spitzbübisches Lachen hat er bis heute behalten.

So viel zum Thema Charisma.

Ach ja – da hatte ich ja gerade ganz kurz Tavullia erwähnt. Die ganze Heimatstadt Tavullia zelebriert ihren berühmten Sohn Valentino Rossi. Was nicht gerade in Gelb erstrahlt weist eben auf die „46“ hin. Ganz Tavullia lebt mit, für und wahrscheinlich auch von Valentino Rossi.

Eigentlich wollte ich nicht in das übliche Lied der Rekordlisten mit einstimmen welches jetzt alle anstimmen. Ich muss es trotzdem kurz machen um die Relation der Leistung von Valentino Rossi darzustellen.
Es stehen 199 Podien in der höchsten Klasse zu Buche, also 500er und Moto GP. Davon 89 Siege, 61 zweite Plätze und 49 x Platz 3. Der einzige Fahrer der sowohl in der 500er Klasse, als auch in der Moto GP WM-Titel aufweisen kann.

Selbst die andere italienische Ikone des Motorradrennsports Giacomo Agostini kommt mit 68 Siegen nicht an Rossi heran. Ago „Nazionale“ hat zwar 15 WM-Titel auf seinem Konto aber die fuhr er über Jahre mit drückend überlegenem Werksmaterial von MV Agusta heraus. Dies bei weniger Rennen über die laufende Saison und in zwei Klassen, nämlich 350er und 500er. Heutzutage undenkbar in zwei Klassen an einem Tag anzutreten.

Meine feste Überzeugung im Hinblick auf seine weltweite Beliebtheit bei den Fans ist, dass er auch fehlbar ist und da auch keinen Hehl daraus macht. So scheiterte er, wie fast alle außer Casey Stoner, an der kapriziösen Diva Ducati. Sicher war auch hier sein Gedanke, wie zuvor bei dem Hondawechsel, jetzt auf die Ducati zu steigen und der restlichen Welt davonzufahren.


Daraus wurde bekanntermaßen nichts und die Rückkehr nach dem 2-jährigen Versuch zu Yamaha war sicherlich die richtige Entscheidung. Es folgten noch Vizetitel und diese unsägliche Saison 2015. Nach wie vor bin ich der Überzeugung, dass Vale diese WM-Titel verdient hätte und es hier keine sportlich faire abschließende Entscheidung gegeben hat. Da man mir auch eine gewisse Impulsivität zuspricht habe ich großes Verständnis für die Aktion in Malaysia. Aber – anderes Thema.

Es war die letzte große Chance auf den Titel Nr. 10. Vielleicht wäre es die Krönung seiner Laufbahn, das i-Tüpfelchen der Karriere, gewesen. Für mich ändert es nichts an meiner Einschätzung.

Hier geht der Größte Motorradrennfahrer aller Zeiten und er hinterlässt eine Lücke so groß wie das Ozonloch.

Arrivederci Valentino il mio vecchio amico. In bocca al lupo. Ci vediamo.

Ich werde Dich an jedem zukünftigen Rennsonntag vermissen.

Umwege erweitern die Ortskenntnis

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Mit diesem Zitat von Kurt Tucholsky beginnen wir heute eine Dreiländertour. Unsere wunderbare geografische Lage macht dies ohne große Probleme möglich und so schauen wir uns mal wieder unsere unmittelbaren europäischen Nachbarn an. Getreu dem Motto: Motorradfahren ist wie das Leben – immer in Bewegung bleiben, denn so bleibt man im Gleichgewicht.

Wir beginnen das Ganze mit einem kleinen Schlenker und rollen über alte Bekannte in Richtung Saarburg.

Also raus aus Trier über die Höhenstadtteile und über das Gusterather Tal, Pluwig, Ollmuth nach Lampaden, sowie über Hentern nach Zerf.

Die erste komplett abgelegene Route haben wir jetzt hinter uns und nun geht es über die B 407, aber auch bei schöner Aussicht, nach Saarburg.

Wer möchte kann hier die übliche Gelato-Pause einlegen und Fotos von Burg oder Wasserfall machen.

Die Übrigen orientieren sich schon in der Ortslage Saarburg in einem Verteilerkreis in Richtung Kastel-Staadt auf die K 129 / K 127. Die Klause ist hier das häufig fotografierte Motiv mit dem schönen Blick über die Saar. Erst 2012 hat man hier auch ein antikes Freilufttheater, also ein Amphitheater in Kleinformat, freigelegt. Der kleine Ort hat etwas zu bieten.

Damit haben wir die übliche frequentierte Strecke in Richtung Freudenburg umfahren und landen eben auf einem schönen „Schleichweg“ im Ort. Die Burgruine der Freudenburg steht auf einer zulaufenden Felszunge und wurde im 14. Jahrhundert errichtet. In der Region ist Freudenburg aber hauptsächlich wegen der Musikveranstaltungen im „Ducsaal“ bekannt. Live-Musik vom Feinsten und immer eine Reise wert.

Kurz geht es für uns auf die L 176 nach Weiten und dort biegen wir in der Ortslage nach rechts ab in Richtung Faha. Dann führt unser Weg nach Oberleuken und von dort zu unserem ersten Zwischenziel der Villa Borg.

Hier werfen wir einen Blick in den Archäologiepark und gewinnen einen Eindruck über das römische Leben in dem Nachbau eines römischen Landgutes. Wen der Hunger übermannt kann auch in der Taverne-Borg zur Nahrungsmittelaufnahme schreiten.

Wir wollten doch ins benachbarte Ausland. Nach Frankreich ist es jetzt nicht mehr weit. Von Borg aus ganz kurz auf die B 407/L170 in Richtung Perl und in einer Rechtskurve links ab nach Apach. Wir sind jetzt bei unseren westlichen Nachbarn.

Die Mosel zu unserer Rechten sind wir nun gleich in Sierck-les Bains und haben mit dem Blick auf die Festung ein wunderbares Fotomotiv. Die Burg aus dem 11. Jahrhundert hatte einst den Herzögen von Lothringen gehört. Wer ausreichend Zeit mitbringt für die heutige Tour der kann noch einen Rundgang auf dem restaurierten Wehrgang unternehmen und die Aussicht genießen.

Ein kurzes Stück flussaufwärts überqueren wir die Mosel und sind jetzt auf der D 64. Über Contz-les-Baines und Berg-sur-Moselle suchen wir uns den Weg zum nächsten Zwischenziel. Gavisse/Beschtingen und Faulbach lassen wir an unserer Strecke unbemerkt liegen und notieren sie gedanklich nur unter dem Aspekt – Wir sind auf dem richtigen Weg.

Die Stadt Rodemack mit ihrer Burg ist wirklich ein schönes romantisches Fleckchen Erde. Erstmals erwähnt wurde der Ort ca. 900 n. Chr. Die Burg wurde ca. 1190 n. Chr. erbaut und gehörte zur Grafschaft Luxemburg. In der weiteren Historie gaben sich dann Habsburger, also die spanische Linie, und Franzosen die Klinke in die Hand. Heutzutage bietet die Burganlage Kulisse für den Wein- und Blumenmarkt in den Monaten April und Mai und für einen wirklich schönen mittelalterlichen Weihnachtsmarkt. Der ist dann aber für eine Motorradtour eher nicht im akzeptablen Zeitfenster. Es sei denn, Griff- und Sitzheizungen sind vorhanden.

Irgendwann machen wir uns dann wieder auf den Weg über Puttelange-les Thionville, Bad Mondorf und Erpeldingen abwärts zurück an die Mosel.

Landschaftlich schön aber fahrerisch wenig reizvoll entfernen wir uns in Ehnen wieder von der Mosel und wenden uns links, auf der CR 134, landeinwärts. Nächste Anhaltspunkte sind dann Gostingen, Beyren und Flaxweiler. Im Großherzogtum Luxemburg ist irgendwie alles in der Nähe und man ist bei den Kilometerangaben immer ein wenig erstaunt. Wie – Du bist schon da? Wie Anno dazumal Boris Becker in der berühmten Werbung – Wie schon drin?

Wecker, Berburg und dann über Herborn nach Osweiler so lauten die Zwischenziele auf unserem Weg nach Echternach. Dabei fahren wir an dem schön gelegenen Echternacher See vorbei, der im Sommer ein kleines Naherholungsgebiet für die Ortsansässigen ist.

So richtig eingekehrt sind wir heute ja noch gar nicht und so machen wir das bei alten Bekannten an der Sauer. Frankreich und Luxemburg haben wir heute sauber „abgearbeitet“ und damit können wir uns wieder aufmachen in heimatliche Gefilde.

Also nichts wie rüber auf die andere Uferseite der Sauer und dann flussabwärts bis nach Langsur-Mesenich in den Johannishof.

Hier lassen wir unsere Tour gemütlich ausklingen und genießen auf der Terrasse ein gutes Essen. Denn wie sagten bereits die Indianer Nordamerikas so richtig: Wir müssen von Zeit zu Zeit eine Rast einlegen und warten bis unsere Seelen uns wieder eingeholt haben! Das nenne ich jetzt einmal eine richtig gute Idee und Lebensphilosophie.

Die „Auswärtigen“ unter uns können hier sogar ihr Lager aufschlagen und gemütlich übernachten. Hat den nicht zu unterschätzenden Vorteil, dass man sich durch die Weinkarte des Johannishofs arbeiten kann ohne Gefahr zu laufen die Lizenz oder das Gleichgewicht zu verlieren.

Viel Spaß beim Nachfahren.

Ciao Giau ODER es muss nicht immer Sella sein

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Ich muss nicht extra erwähnen, dass wir uns heute wieder auf eine wunderbare Tour aufmachen. Wir starten in unserer Basisstation dem Hotel Gruber in Sexten und arbeiten uns dann nach Süden in die Nachbarprovinz Belluno.

Jede Tour in Südtirol, ob mit dem Motorrad, dem Auto oder zu Fuß hat etwas Wunderbares. Jetzt muss ich literarisch Anleihen beim „Kleinen Prinzen“ machen. Wer die Region Südtirol und ihre Menschen richtig verstehen will darf nicht nur mit den Augen sehen, sondern auch mit dem Herzen. Der- oder diejenige spürt dann wahrscheinlich wie wir: Du bist hier nicht nur im Hinblick auf die Höhe ganz nah am Himmel.


Auf geht es über die SS 52 und den Kreuzbergpass hinaus aus Sexten und in Padola rechts ab auf die verwinkelte Strada Provinciale, die auf den schönen Namen Passo Sant`Antonio hört, nach Santa Caterina. Wir rollen am Piave wieder die SS 52 entlang bis Pieve di Cadore. Gefühlt folgen wir der Beschilderung wieder in Richtung Cortina d`Ampezzo. Das Cadore ist ein von den Dolomiten umschlossenes Tal im Belluno. Es ist sozusagen das Herz der Belluneser Dolomiten. Aus Richtung von Cortina d`Ampezzo umschließt die Boite das Tal.


Bei Venas geht es links ab auf die SP 347 und wir begeben uns in Richtung Monte Rite. Wir fahren zu einem der Messner Mountain Museen (MMM) und genießen die Aussicht. Wer nicht den Weg hinauf mit den Geländewagen und den Museumsbesuch in Anspruch nimmt, kann auch die Maschine beim Rifugio Remauro parken und dort eine kleine Pause einlegen.

Diejenigen verpassen aber einen einmaligen Ausblick, der alleine schon die Auffahrt wert ist. Das MMM Monte Rite ist allemal einen Besuch wert.

Unserem Bildungsauftrag sind wir damit nachgekommen und fahren weiter nach Val die Zoldo und Dont. Je nachdem wie unser Zeitfenster ist – also ob wir das MMM besucht haben oder nicht – kann man jetzt noch ab Dont den Passo Duran mit in die Runde aufnehmen. Schön ruhig und abgelegen, aber mit enger Streckenführung, ist er ein Genuss.

Der Rest fährt weiter auf der SP 251 die uns auf dem klingenden Namen Passo Staulanza am Monte Pelmo vorbei nach Selva di Cadore führt.

Mein Südtiroler Favorit in Sachen Pässe der Giau bringt uns weiter in Richtung Cortina d`Ampezzo.

Der Giau ist immer die Auffahrt und eine längere Pause wert, da er einfach eine grandiose Aussicht bietet.

Aufgepasst bei den 50er-Begrenzungen. Die Fotos können teuer werden.

Da man an schönen Fotomotiven zur Erinnerung an eine wunderbare Tour nie genug haben kann fahren wir noch weiter über Misurina und den Passo Tre Croci. Bei guter Sicht kann man am See noch ein Foto machen mit dem Wahrzeichen der Dolomiten den Dreizinnen im Hintergrund.

Kurz hinter Misurina bietet uns ein größerer Parkplatz nochmals Gelegenheit einen separaten Ausflug zu unternehmen. Wir fahren mit den dortigen Geländewagen hinauf zum Monte Piana und lassen nicht nur die Aussicht, sondern auch die Südtiroler Historie auf uns wirken.

Lange ist es her aber der I. Weltkrieg und seine Auswirkungen haben in Südtirol nachhaltig Wunden gerissen.

Bei Schluderbach landen wir dann auf der üblichen Transferachse von Cortina nach Toblach und rollen über Innichen nach Sexten wieder in unser Hotel Gruber. In Vorfreude auf ein tolles Abendessen und das ein oder andere Glas Rotwein.

Hängen wir es an die Große Glocke

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Eine wunderschöne Runde drehen wir heute. Viel Landschaft und Gegend, viele Kurven und vielleicht auch der ein oder andere Gedanken, der uns etwas länger begleiten wird. Auf alle Fälle werden es schöne Erinnerungen.

Nach eine letzten Blick auf die Sextener Sonnenuhr rollen wir heute Morgen gemütlich auf der SS 52 aus Sexten hinab ins Tal in Richtung Innichen. Wir orientieren uns in Richtung Lienz auf der SS 49 und später auf der B 100. Ja richtig – wir verlassen unser geliebtes Südtirol und begeben uns nach Osttirol, also in das benachbarte Österreich.

Um der ganzen Geschichte bereits zu Beginn einen kurvigen Charakter zu geben nutzen wir die L 324, die Pustertaler Höhenstraße und haben uns damit schon prächtig für die anstehenden Aufgaben eingerollt.

Unser erstes Zwischenziel ist nämlich heute eine Straße mit einem großen Namen und den trägt sie zu Recht. Die Großglockner Hochalpenstraße.

In Lienz können wir uns schon in diese Richtung auf die B 107 begeben, die nun zunächst für eine Zeit unser Begleiter wird. Irgendwann Mautpflichtig (L 271) – aber jeden Cent wert.

Die Tageskarte für ein Motorrad beträgt aktuell 27,50 € und kann, wenn man dem Kurvenbazillus der Großglocknerstraße verfallen sein sollte, für 13,- € auf einen weiteren Tag erweitert werden. Die nette Dame an der Mautstelle gibt uns noch den freundlichen Rat mit auf den Weg: „Seid`s vorsichtig. Da oben ist`s heit windig.“

Wie sich später herausstellt ist das die Untertreibung der Saison. Aber bei schönem Wetter kann das ja schließlich jeder.

1935 wurde die Großglockner Hochalpenstraße bereits eröffnet und seitdem mehrfach ausgebaut. Die 48 Fahrkilometer und ihre 36 Kehren sind wirklich purer Genuss. Ein absolutes Muss für jeden ist natürlich der Halt auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe, aber der grandiose Blick auf den größten Gletscher der Ostalpen fehlt uns heute gänzlich. An den entsprechenden Schautafeln können wir uns aber anschauen, was wir sehen würden, wenn wir etwas sehen würden. Wie gesagt: Bei schönem Wetter kann dass jeder.

Die letzten gepflasterten Kehren hinauf zur Edelweißspitze haben etwas vom Amerikascup bei den Seglern. Wir sind aber hier oben nicht allein. Es haben sich noch einige Motorradfahrer*innen entschlossen dem Wind zu trotzen.

Wer jetzt auf die Karte schaut fährt abwärts von der Großglocknerstraße „imaginär“ mit Blick auf den Zeller See.

Wer früh am Morgen gestartet ist und den gesamten Tag Zeit hat, der kann sich noch das nahe Kaprun mit Stausee und Staumauer anschauen.

Die Anderen orientieren sich zunächst in Richtung Mittersil und dann zu den Felbertauern. Wir sind auf der B 108 und haben von der Beschilderung her bereits wieder Lienz im Visier. Da fahren wir aber nicht hin.

Bei Huben geht es für uns rechts ab auf die L 25, die wir auch nicht mehr verlassen, denn irgendwann hört sie auf den Namen SP 44. Wir rollen durch das Defereggental, das landschaftlich wirklich richtig schön ist. Leider hat uns jetzt der Regen eingeholt und drückt die Wolkendecke immer tiefer auf unserem Weg zum Staller Sattel. An der Tatsache der wunderbaren Streckenführung ändert das aber nichts.

Der Weg abwärts nach Südtirol ist vom Staller Sattel „ampelbewehrt“. Zu jeder vollen Stunde hat man eine Viertelstunde Grünphase um die Kehren abwärts in Angriff zu nehmen.

Es ist aber egal zu welchem Zeitpunkt ihr hier oben am Staller Sattel ankommt, denn HIER ist zwingend Pause angesagt. Es geht hinein in die „Hexenschenke“.

Isidor, der Mann mit den eisernen Nerven und dem Herz aus Gold bekocht uns hier. Warum eiserne Nerven? Weil er uns über die Jahre mit Engelsgeduld und unfassbarem Fachwissen das Skaten beigebracht hat. Im Winter ist er nämlich Skilehrer am Biathlonzentrum unten am Antholzer See.

Isidor und seine Frau Rebecca bewirtschaften hier oben mit viel Herzblut und Engagement die „Hexenschenke“ und man fühlt sich beim Eintreten in den gemütlichen Gastraum schon wie angekommen bei guten Freunden. Es kann locker passieren, dass man eine „Grünphase“ der Ampel einfach verpasst und stattdessen eben noch einen Kaiserschmarrn isst. WELTKLASSE und die Referenz für das Pustertal. Gehört in die Rubrik – sollte man nicht versäumt haben.

Wenn das Wetter nicht gerade so ist wie es bei unserem Eintreffen ist, dann hat man einen wunderbaren Blick auf den Antholzer See und hinab in Richtung Pustertal.

Irgendwann geht es dann weiter und vorbei am Antholzer See landen wir an der berühmten „Huber-Alm“. Eingefleischten Biathlonfans ist die Huberalm aus den TV-Übertragungen bekannt. Im Winterurlaub ist die Huberalm für uns der Anlaufpunkt für eine „Loipenmilch“. Wobei die Loipenmilch für mich als Fahrer natürlich tabu ist. Schwer genug fällt das, aber der nächste Winter ohne Motorrad kommt bestimmt.

Durch den modernen Anbau hat die Huberalm von ihrem früheren Charme verloren, aber vielleicht muss man überall mit der Zeit gehen und ich bin einfach nur zu konservativ.

Gemütlicher und authentischer pausiert ihr auf alle Fälle bei Isidor in der Hexenschenke. Der Überzeugung ist die beste Sozia von allen ohnehin.

Der Rest der Tour ist schnell erzählt und erledigt. Es geht für uns das komplette Antholzertal abwärts hinab auf die SS 49, die Pustertalerstraße in Richtung Toblach und in der Folge nach Innichen. Jetzt haben wir nur noch ein paar Kilometer zurück nach Sexten in unser Hotel Gruber, um auf der sonnigen Terrasse bei einem Aperol Sprizz den Tag Revue passieren zu lassen.

Skywalk(er)

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Wir haben jetzt längere Zeit den Hunsrück nicht mehr unsicher gemacht und werden dies nun nachholen. Was macht man in der heutigen Zeit, wenn man sich nicht so ganz sicher ist wo denn die Reise hingehen soll? Richtig – man recherchiert digital in den unendlichen Weiten des Internets und macht sich alsdann analog auf zwei Rädern auf den Weg. Als Starwars-Fan der ersten Stunde sprang mir das Zwischenziel natürlich sofort ins Auge. Nahe-Skywalk – hat doch was von Luke Skywalker – also los.

Raus geht es aus Trier auf unseren üblichen Verdächtigen, die wir auf unseren Touren in Richtung Hunsrück schon häufig genutzt haben.

Von Korlingen (K58 / K 12) über Waldrach (L 149) und Lorscheid (L 149) geht es hinter Beschied hinab ins Dhrontal und dann über die K 128 nach Papiermühle. Diesmal geht es nicht in Richtung Mosel, sondern in die Berg- und Talbahn Hunsrück. Natürlich nicht auf den Hauptverbindungswegen, sondern auf unseren kurvigen Landstraßen der 2. und 3. Wahl. Hier haben wir unsere Ruhe und können Streckenführung und Landschaft ausgiebig genießen.


Also ab auf die K 81 und über Gräfendhron und Merschbach, an Haag vorbei nach Merscheid. Hier in der Ortslage links ab und über Elzerath nach Gonzerath.


Wir wollen ja auf unseren einsamen Strecken bleiben – also hinein nach Longkamp und in der Ortslage dann nach rechts auf die K 103 in Richtung Götzeroth und Kleinich abbiegen.

Wir huschen über die Kreuzung der Hunsrückhöhenstraße (B 327) und orientieren uns nach Rhaunen, unserem häufigen Dreh- und Angelpunkt bei Hunsrücktouren.

Für unsere weitere Routenführung bietet sich das Hahnenbachtal (L 182) an und beim namensgebenden Ort Hahnenbach biegen wir links ab auf die K 3. Über Hennweiler, Oberhausen und Karlshof geht es zum Schloß Dhaun.

Auf einer Anhöhe ca. 400 Meter Höhe ü. N. N. über dem Kellenbachtal liegt das Schloß Dhaun. Auf Grund seiner Lage gilt sie auch als Spornburg und war seinerzeit die Hauptburg der Wild- und Rheingrafen. Zeitlich ordnet man sie etwa mit dem Bau der Kyrburg bei Kirn ein. Schön gelegen mit dem wundervollen Blick ist sie allemal eine Fotopause wert.
Nur wenige Kilometer weiter ist unser nächster Anlaufpunkt – der Nahe-Skywalk.

Was soll ich euch sagen Leute? Wahrscheinlich hat der hochtrabende Name der Metallkonstruktion die Phantasie eures werten Erzählers etwas zu sehr angeregt.

Irgendwie machte sich leichte Enttäuschung breit. Etwa 7,5 m ragt der metallene Steg über die Bruchkante des Felsens und gibt den Blick auf das Nahetal frei. Möglicherweise bin ich aber zwischenzeitlich auf Grund der Vielzahl an schönen Aussichtspunkten derart verwöhnt, dass ich diesen Blick nicht entsprechend würdigen kann.

Wir schauen auf die vielbefahrene B 41 und sehen zu unserer Rechten einen Steinbruch. 228.000 Euronen hat die Konstruktion gekostet. Größtenteils getragen aus einem Fördertopf der EU, der Rest anteilmäßig übernommen von der Verbands- und Ortsgemeinde. Der Skywalk scheint mittlerweile ein Anziehungspunkt für Touristen in der Region zu sein. Also hat man wohl alles oder zumindest Vieles richtiggemacht. Mich lässt er leicht enttäuscht und desillusioniert zurück.

Das ist aber jetzt kein Zustand der lange anhält, schließlich gibt es in räumlicher Nähe Anlaufstationen, die einen derartigen kleinen Fauxpas schnell vergessen lassen.

Talabwärts kurz auf die B 41 orientieren wir uns im Kreisverkehr direkt auf die L 183 und fahren im nahen Kirn sofort wieder auf die L 182, unsere zuvor bereits genutzte Strecke durch das Hahnenbachtal. Vor Hahnenbach geht es links über eine kleine Brücke in Richtung Griebelschied und Niederhosenbach nach Herrstein.

Die Pause in der „Zehntscheune“ lässt bei einer leckeren Räucherforelle und Kassler mit Kartoffelklößen die fragwürdige Aussicht schnell vergessen. Der hausgemachte Meerrettich ist ebenfalls ein Genuss. Sobald ich etwas Ordentliches auf die Gabel bekomme ist die Welt in Ordnung.

Irgendwann ist dann auch Heimweg angesagt und den versehen wir wieder mit dem ein oder anderen kurvigen Schlenker. Also kurz auf die L 160 in grobe Richtung Morbach, um dann über Asbach und Hellertshausen den ersten der besagten Schlenker in unsere Route einzubauen.

Auf dem Weg nach Hinzerath biegen wir links auf die L 159 ab, um alsbald wieder auf unserer altbekannten L 160 in Richtung Morbach zu landen. Über die Hunsrückhöhenstraße huschen wir kurz drüber und fahren über Weiperath nach Hunolstein.

Hier können wir bei der Burg Hunolstein noch einen kleinen Fotostopp machen. Die Burg war Stammsitz der Vögte, Freiherrn und Grafen von Hunolstein und blickt auf eine ca. 800 Jahre alte Geschichte zurück. Einen schönen Blick vom Wehrturm hat man auf alle Fälle.

Wer in der Zehntscheune in Herrstein keine Pause eingelegt hat, der kann das jetzt im Hunolsteiner Bauerncafe tun. Hier sitzt man nicht nur gemütlich, sowohl drin als auch draußen, auch die Küche ist wirklich lecker und immer eine Pause wert.

Von Hunolstein geht es dann kurz auf die Hunsrückhöhenstraße (B 327) was aber verschmerzbar ist, da sie in diesem Abschnitt durchaus schöne flüssige Kurven aufweist.

Jetzt ist wieder Zeit für einen unserer Schlenker. Also rollen wir flugs über Berglicht und nehmen noch die Kurven der Kreisstraßen nach Büdlich mit, bevor wir unsere oftmals genutzte Heimroute nach Trier nutzen.

Also wie auf dem Hinweg über Bescheid, Lorscheid und Herl auf unsere übliche Route über Waldrach und Korlingen zurück nach Trier. Was sagt uns jetzt unsere heutige Route? Nicht jeder Skywalk führt in den Himmel und manchmal nicht einmal zu einer besonderen Aussicht. Die haben wir stattdessen oftmals an altbekannten Orten ohne ihnen hochtrabende Namen zu geben.

Viel Spaß beim Nachfahren.

Möge die Macht mit Dir sein

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Wir haben es gemerkt und zwar deutlich in den zurückliegenden Monaten. Der Wind weht uns merklich ins Gesicht.

Jetzt kann man natürlich mit den Worten eines berühmten Mannes (Henry Ford) sagen: Wenn alles gegen dich zu laufen scheint, erinnere dich daran, dass auch das Flugzeug gegen den Wind abhebt und nicht mit ihm.

Auf die Dauer ist es aber doch kräftezehrend, wenn man beständig unter einem derartigen Druck sein Leben bestreitet. Die Politiker haben uns als Staatsfeind Nr. 1 ausgemacht und vielerorts „farbenübergreifend“ die Gruppe der Motorradfahrer*innen als die ausgemacht, die das deutsche Idyll am meisten stören.

Wir stören natürlich auch diejenigen, die uns wegen der Lautstärke ihrer Rasenmäher und Laubbläser überhaupt nicht hören, aber das ist ein anderes Thema und man soll ja andersartiges Obst in der Schale nicht miteinander vergleichen.

Diese leidige Geschichte mit dem 95 db/A Standgeräusch habe ich ja bereits hinreichend thematisiert.

https://flyinghaggis.net/2021/02/01/dem-land-tirol-die-treue-oder-besser-doch-nicht/

Heute geht es mir um etwas Anderes und deshalb bitte ich um eure Aufmerksamkeit.

Mit Stand Januar 2021 waren 4.661.561 Krafträder in Deutschland zugelassen.

Da der ein oder die andere auch eine zweite Maschine auf sich zugelassen hat gehen wir also einfach mal von ca. 4.000.000 Fahrzeughalter*innen aus.

Bei der Bundestagswahl 2017 hatte Deutschland eine Wahlbeteiligung von 76,2 %. Damit lag sie höher, als bei den beiden Bundestagswahlen zuvor. Bei ca. 61,5 Mio. Wahlberechtigten sind dies also aufgerundet 47 Mio. Wähler.

Was sollen jetzt meine Rechenspielchen?

Leute – wir sind eine Macht an der Wahlurne! Unser Potential von etwa 4 Mio. Wahlberechtigten stellt bei einer derartigen Wahlbeteiligung etwa 8,5 % dar.

Dies gilt es am besagten Wahltag 26. September 2021 zu mobilisieren, denn Wahlzettel sind Denkzettel.

Auch wenn einem am grünen Fortbestand unseres blauen Planeten viel liegt oder er/sie seit Jahrzehnten christlich oder wie auch immer konditioniert ist. Ich brauche in diesem Land niemanden in Amt und Würden dessen Bestreben es ist mir an Wochenenden und Feiertagen vorzuschreiben wo ich überall, unter fadenscheinigen Begründungen, nicht mehr fahren darf.

Deshalb ist es mehr als ratsam sich als Motorradfahrer*in die Wahlprogramme und Vorhaben der unterschiedlichen Parteien GENAU durchzulesen. Das Kreuz sollte dann an eine Stelle wo erkennbar ist, dass man uns dort als DAS sieht was wir sind.

Als Menschen, die einfach ihrer Passion nachgehen möchten und (vielleicht) nicht ganz so angepasst sind wie die Masse. Aber immerhin gute 8 %.

Möge die Macht mit uns sein.

Wenn die Kaiserin Sissi DAS gewusst hätte

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Ja – was wäre denn dann gewesen, wenn ihre kaiserliche Hoheit Elisabeth DAS gewusst hätte?

Dann müsste man wahrscheinlich die eine oder andere Stelle im Lebenslauf der weit gereisten Kaiserin umschreiben. Was in diesem Fall keinen großen Aufwand darstellen würde, weil man aus Meran durch einfaches Anfügen der Endsilbe „sen“ eben Meransen machen kann. Und genau dorthin entführe ich euch jetzt.

Häufige Leser des Blogs wissen mittlerweile, das ich auch gerne besonders gute Stellen zum Verweilen und Übernachten separat einen Bericht widme. Und genau das machen wir heute wieder. Wir schauen uns die „Pension Sonnenhof“ in Meransen an.

Eine wirklich wunderbare Unterkunft hat die Familie Unterkircher hier für uns gezaubert. Und das in jeglicher Beziehung. Vom Balkon der Panoramazimmer genießt man den weiten Blick in das Pustertal hinein und auf der anderen Seite bis hin zum Schlern.

Die kurvige Auffahrt von Mühlbach aufwärts nach Meransen ist mit dem Motorrad ein Genuss und hilft uns am Morgen schon den richtigen Schwung zu finden und bei der abendlichen Rückkehr ist es ein wunderbarer Abschluss der Tour.

Der Hausherr Christian fährt eine umgebaute „Trude“ deren Wurzeln man erst beim zweiten Hinsehen erkennt. Der Umbau würde jeder Custombikeausstellung zur Ehre gereichen. Solltet ihr also Mangel an interessanten Strecken haben – einfach den Chef fragen. Sein Fundus an Motorrad- oder Wanderstrecken ist schier unerschöpflich.

Ein Problem muss ich ansprechen. Vor eurem Urlaub in der Pension Sonnenhof solltet ihr ein Diätprogramm durchlaufen und gute 2 kg abspecken. Nicht das hier in der Pension fetthaltig gekocht wird! Der Haken ist einfach – es schmeckt derart gut, dass man nicht NEIN sagen kann, wenn der aufmerksame Service mit der Auflegeplatte und dem „Nachschlag“ kommt.

Man weiß gar nicht so recht ob man etwas herausheben soll von all den leckeren Gerichten, weil man Gefahr läuft irgendetwas damit nicht ausreichend gerecht zu werden. Ich mache es trotzdem. Da war ein Risotto als Primo Piatto – mit Hüttenkäse, Schinkenstreifen und Schüttelbrot. Eine Kombination, die man in ganz Italien sicherlich nicht finden wird und geschmacklich einfach genial. Die Südtiroler bodenständige Küche trifft auf Stile di Vita aus Italien. Zum Niederknien lecker.

Ach ja – falls Biathlonfans unter euch sind, die beim ersten Abendessen überlegen, ob hier gerade Dorothea Wierer, die Biathlonkönigin aus dem Antholzertal, an ihnen vorbeigesaust ist. NEIN – das ist die Chefin Ulrike, die mit ihrem Mann Christian die Pension Sonnenhof managt.

Sollten nach der Tour die Knochen etwas verspannt sein, dann ist der Wellnessbereich der Pension der richtige Platz zum entspannen. Eine finnische Sauna, eine Kräutersauna und ein Dampfbad sorgen dafür, dass die Knochen und die Muskulatur für die nächste Tour wieder entspannt sind. Der Ruheraum ist derart gemütlich ausgestattet, dass man hier durchaus einmal die Zeit vergessen kann. Und genau das soll ja im Urlaub auch passieren.

Jetzt kann ich mich doch nicht beherrschen und muss noch schnell zeigen wie zentral ihr hier in Meransen in der Pension Sonnenhof für schöne Dolomitentouren liegt. Also erst einmal eine Pässerunde mit etwa 270 km. Über Sterzing, den Jaufenpass in das Passeiertal. Dann ins Deutschnonstal über Gampenpass und den Mendel. Jetzt dürfte Zeit sein für einen Cappuccino oder einen Eisbecher auf dem Walterplatz in Bozen und dann über das Penserjoch und Sterzing wieder zurück.

Tour 2 sind etwa 200 km und führen uns über Brixen und das Würzjoch auf den Falzarego. Wer möchte kann diese Runde dann auch mit den üblichen Verdächtigen der Sella-Ronda anreichern.

Ihr seht – besser und schöner könnt ihr kaum unterkommen. Wenn der liebe Gott Homeoffice macht, dann trefft ihr ihn hier auf dem Balkon eines Panoramzimmers im Sonnenhof.

Und wenn die Kaiserin Sissi das gewusst hätte – dann wäre von Meran nie die Rede gewesen. Auf bald in Meransen in der Pension Sonnenhof – man sieht sich.


Alles eine Frage der Aussicht

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Es ist nicht einfach in der aktuellen etwas merkwürdigen Zeit. Aber es ist auch keinerlei Grund da Trübsal zu blasen und das nahe Ende des Planeten zu prophezeien. Dahingehend gebe ich den Experten und Spezialisten zu bedenken, dass wir durchaus den Planeten brauchen – ER aber keineswegs auf unsere Anwesenheit angewiesen ist. Fragt einmal die Dinosaurier. Viel, viel länger hier als wir – dann auf einmal weg – kein Problem für Mutter Erde. Also genießen wir unseren Aufenthalt und das an jedem möglichen Tag.

Bei meinen üblichen Anderstouren war bislang Kernpunkt die „Einkehr“ an einem bestimmten schönen Lokal, gut essen und trinken und dann gemütlich weiter auf Erkundungstour. Das ist aktuell mehr als schwierig und so habe ich die aktuelle Tour etwas umgebaut. Soll heißen – wir fahren gewisse wunderschöne Aussichtspunkte an, wo wir gemütlich nachschauen können was Tankrucksack, Topcase oder Koffer zu bieten haben. Also – aufmunitionieren mit Thermoskanne und lukullischen Genüssen und auf geht es zu unserem Motorrad-Picknick. Alles eine Frage der Aussicht.

Raus aus Trier, wie schon so häufig, auf einem unserer altbekannten Wege auf der westlichen Moselseite über Trier-Quint auf die L 46 und die Reifen angewärmt. dann geht es über Heidweiler nach Gladbach und über Burg nach Wittlich. Der groben Beschiderung „Krankenhaus“ folgend hinaus aus dem Ort und schön durch den Wald hinauf nach Hasborn und über Oberscheidweiler nach Lutzerath.

Von Lutzerath geht es in Richtung Bad Bertrich auf die L 103, die wir aber kurz hinter Lutzerath für einen Abstecher verlassen. Wir sind ja heute alternativ unterwegs.

Also rechts abbiegen und wir arbeiten uns auf Schleichwegen (Waldhof; Auf der Acht) nah an unser Ziel die Aussichtsplattform am Siebenbachblick von der Achterhöhe. Hier genießen wir einen wunderbaren Blick von der beeindruckenden Brückenkonstruktion, die 2012 errichtet wurde. Die letzten Meter hin zu dieser Plattform sind nur zu Fuß (ca. 400 m) erreichbar, aber jeden einzelnen Meter der Wegstrecke wert.

Dann geht es weiter über Kennfus nach Bad Bertrich in Richtung Alf an die Mosel.

Und wieder sind wir etwas abseits der üblichen Wege unterwegs und arbeiten uns, kurz hinter dem Kreisverkehr an der B 53 rechts ab, über die Straße „Auf der Hill“ und „Auf Tannerd“ in Richtung unseres nächsten Haltepunktes.

Es geht zu einem der wohl schönsten, wobei dieses Attribut ja immer im Sinne des Betrachters liegt, Aussichtspunkte an der Mosel, dem Prinzenkopfturm. Wie kommt der jetzt zu seinem Namen? Ihre Hoheit der Prinz Friedrich-Wilhelm von Preußen soll hier 1808 gewandert sein und war hingerissen von der schönen Landschaft und dem Ausblick. Flugs hieß der Buckel fortan „Prinzenkopf“. 1904 wurde hier der erste Turm errichtet, der aber nach den alliierten Bombenangriffen 1945 auf die Bullayer Brücke nur noch in Fragmenten stand. Der aktuelle 22 m hohe Stahlturm wurde 2009 eröffnet.

Der Wind auf dem Turm zerzaust einem zwar etwas die Frisur, zumindest den Damen. Der Blick von hier oben ist aber definitiv extraklasse.

Vom Prinzenkopfturm fahren wir wieder das kurze Stück nach Alf zurück und dann geht es über Bengel und Bausendorf nach Platten. Da dann durch die Ortslage und zu dem kleinen Wallfahrtsort Klausen, damit wir wieder kurvig hinunter an die Mosel kommen. Und zwar über Piesport – natürlich wieder mit einem schönen Blick, den wir aber schon von vielen Touren kennen. Nächstes Zwischenziel: Neumagen-Dhron.


Unsere heutigen Aussichts- und Rastplätze haben eines gemeinsam – Wir verlassen die üblichen Straßen und Wege. Es lohnt sich aber immer. Also biegen wir in der Ortslage Neumagen-Dhron nach links in die Krebsgasse ab. Die grobe Orientierung ist zunächst in Richtung des kleinen Dorfflugplatzes. Den lassen wir aber, im wahrsten Sinne des Wortes, links liegen und arbeiten uns bergan zur „Konstantinhöhe“. Die letzten 20 – 30 m natürlich wieder zu Fuß und das Plateau dankt es mit einer schönen Rastmöglichkeit. Irgendwie scheint es unumgänglich zu sein, dass man in räumlicher Nähe zu Trier mit dem römischen Kaiser Konstantin und seiner Geschichte konfrontiert wird. In hoc Signo vinces steht da. In diesem Zeichen sollst Du siegen. Inwieweit das Kreuz bei der katholischen Kirche noch für Siege gut ist, lasse ich mal dahingestellt.

Von der Konstantinhöhe machen wir zunächst einen kleinen Schlenker landeinwärts und rollen über Papiermühle und Zummethöhe nach Leiwen.

Mit dem Prinzenkopf hatten wir ja heute schon etwas blaublütiges. Besteht noch weiterer Bedarf? Dann hinein nach Leiwen zur Sektkellerei St. Laurentius. Der nach Champagnerart hergestellte Sekt wird auch bei Staatsempfängen im Schloß Bellevue bei unserem Bundespräsidenten gereicht und das schwedische Königshaus steht ebenfalls auf das Produkt aus Leiwen. Wir können also jetzt ein Getränk verköstigen, das bereits durch königliche Kehlen geronnen ist und bei Staatsgästen Anklang gefunden hat. Mein Favorit ist die Chardonnay-Variante, da mir der Moselriesling nicht liegt. Wie immer Geschmacksache. Wenn ihr Platz im Koffer oder Tankrucksack habt, unbedingt Testversionen einpacken.

Wenn wir schon einmal in Leiwen sind können wir noch einen Abstecher zum Moselkino machen. Auch hier BITTE die letzten Meter zu Fuß und wieder belohnt mit einer schönen Aussicht. Die „Kinoleinwand“ ist witzig gemacht. Der angebotene Film hat etwas statisches.

Da wir die Wetterstation Klüsserath als Aussichtspunkt bereits hatten, bleiben wir zunächst auf dieser Moselseite und rollen erst bei Thörnich wieder über die Brücke. Unser letzter Rast- und Aussichtspunkt ruft und bei Pölich biegen wir rechts in die Weinberge ab und fahren hinauf zum Huxlay-Plateau. Hier sitzen wir oberhalb der „Mehringer Goldkupp“ und genießen ein letztes Mal für heute den Ausblick auf die Mosel.

Jenseits der Moselbrücke können wir schon unsere weitere Wegstrecke ausmachen. Eine meiner Lieblingsstrecken, die kurvenreiche K 85, hinauf in Richtung der L 150 und im weiteren Verlauf nach Fell. Danach über unsere alten Bekannten die K 82, die alte Bergrennstrecke, und die L 149 über Waldrach und Korlingen zurück nach Trier.

Fazit: Auch wenn wir heute an keinem Lokal oder Cafe eine Pause genossen haben, so haben wir es uns doch gut gehen lassen und an wunderbaren Orten entspannt. Lasst EUCH nicht unterkriegen!