Von Siegfried, Drachenzähnen und einer Feldmaus

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Gute 250 km liegen heute vor uns und es zieht uns bei dieser Runde in Richtung Eifel und Ardennen. Interessant wird es, geschichtsträchtig wird es und lecker wird es auch noch. Also was wollen wir mehr, denn kurvig wird es im Grunde in der Eifel immer, egal in welche Richtung wir unsere Motorradfront auch immer drehen.

Die Lage von Trier im Moseltal bringt es so mit sich, dass wir häufig auf denselben Routen die schöne Stadt verlassen. Auch heute kommt uns der erste Weg bekannt vor, der uns zunächst auf die andere Moselseite treibt und dann parallel zum Fluss an Biewer vorbei nach Ehrang. Hier folgen wir der Beschilderung in Richtung Kordel und nutzen die B 422 zum Einrollen am heutigen Tag.

Durch die Ortslage von Kordel hindurch geht es nach Welschbillig und dann an Helenenberg vorbei nach Eisenach. Die Bundesstrasse haben wir jetzt verlassen und fahren auf der L 40.

Kurvig führt unser Weg jetzt nach Irrel. Hier haben wir das erste Mal für heute Berührung mit unserer jüngeren Geschichte. Interessierte können sich hier das Westwallmuseum „Katzenkopf“ anschauen. In den Sommermonaten ist das Museum für Besichtigungen an Sonn- und Feiertagen geöffnet (54666 Irrel, Katzenkopf, Tel.: 06525 492).

Das sogenannte Panzerwerk Katzenkopf unterscheidet sich von den meisten anderen Befestigungsanlagen des Westwalls durch seine Panzerkuppel, die erst 1976 wieder von der Freiwilligen Feuerwehr Irrel freigelegt wurde.

Der Westwall, den die Nationalsozialisten als Verteidigungsanlage zwischen 1938 und 1940 errichtet hatten, wurde übrigens von den Alliierten „Siegfried-Linie“ genannt. Falls es den Helden aus dem Nibelungenlied wirklich gegeben hat würde er sich wahrscheinlich in seinem Grabe umdrehen, dass sein Name im Zusammenhang mit diesen Irren genannt wurde.

Wir rollen weiter und zwar in grobe Richtung Norden über Prümzurlay nach Holsthum. Die Freunde einer großen Biermarke aus der Eifelregion können jetzt den Hopfen bestaunen aus dem ihr Getränk gebraut wird.

Da euer werter Erzähler eher eine Affinität zu Hefeweizen hat geht es für uns weiter durch das Örtchen Mettendorf. Dabei folgen wir der Beschilderung nach Neuerburg und im weiteren Verlauf unserer Route nach Krautscheid. Der kleine Ort ist übrigens das Mekka der Auto-Cross-Enthusiasten in der Region. Auf der 850 m langen Rundstrecke im Laachental finden hier Cross-Rennen statt.

Wir bleiben weiter auf der L 10 und setzen unseren Weg fort nach Waxweiler. Über Lünebach, der kleine Ort mit dem bekannten Eifelzoo, geht es weiter nach Pronsfeld und dann nach Bleialf.

Wir nähern uns jetzt unserem belgischen Nachbarn und die Übergänge Eifel oder Ardennen sind fließend. Unbemerkt landen wir auf der N 695 einer Nationalstraße Belgiens. Bei Schönberg biegen wir rechts ab auf die N 626, die uns über Manderfeld und Berterath wieder ins Bundesgebiet auf die B 265 führt.

Der Weg führt uns jetzt nach Losheim, die belgische Grenze immer zu unserer Linken. Und hier sieht der Betrachter jetzt einige merkwürdige Betonklötze in der kargen Landschaft stehen. „Drachenzähne“ nannten sie ihre Erbauer und eine gewisse Ähnlichkeit zu den Kauwerkzeugen der Fabelwesen kann man den Teilen nicht absprechen.

Wir sehen hier Höckerhindernisse des Westwalls. Die Betonklötze waren als Panzersperren gedacht. Warum stehen DIE immer noch da? Einmal, weil sie zu den gebräuchlichsten Panzersperren gehörten und insbesondere wegen ihres Gewichtes. Ein einzelner Höcker wiegt bereits etwa 10 Tonnen und aus diesem Grund wurden sie seinerzeit auch direkt vor Ort gegossen. Es wurden sogenannte Höckerlinien aufgebaut, deren Höcker von vorn nach hinten ansteigend waren. Ziel war es, dass ein Panzer, der in diese Linien einfuhr seinen weniger gepanzerten Unterboden zum Beschuss der Verteidiger freigab. Perfide Geschichte und wieder einmal Beweis dafür, dass der Mensch bei kaum einer anderen Sache derart viel Erfindungsgeist entwickelt wie in dem Moment wo es gilt sein Gegenüber ins Jenseits zu befördern.

Wären wir ansonsten auch so kreativ – es gäbe keinen Hunger und keine Krankheiten mehr auf der Welt.

Wäre eine Region fähig zu weinen dann würden entlang unserer aktuellen Route Tränen über die Straße laufen. In einem Akt der Verzweiflung und ohne jeglichen strategischen Wert traten hier die deutschen Truppen, Mitte Dezember 1944, in einer Linie von Monschau bis Echternach zur sogenannten Ardennenoffensive an. Am 21. Januar 1945 standen sich die Deutschen und US-Amerikaner wieder an ihren Ausgangspositionen vom Dezember gegenüber. In diesen fünf Wochen starben 67.000 deutsche Soldaten und 87.000 Amerikaner.

Um dieses komplett wahnsinnige Ausmaß zu verdeutlichen bringe ich ergänzend eine Information. Der Vietnamkrieg, der ein Trauma in den USA hinterließ, kostete von 1961 bis 1975 58.000 GIs das Leben.

Und so rolle ich etwas gedankenversunken die B 265 entlang nach Hollerath und wir machen unsere wohlverdiente Kaffeepause im dortigen Scheunencafe, unmittelbar an der Bundesstraße (Luxemburger Str. 17; Tel.: 02482 / 606177). Entweder direkt auf der Terrasse Platz nehmen und den guten hausgemachten Kuchen verspeisen oder hinein in den Schankraum und allerlei Sehenswertes besichtigen.

Dann geht es weiter nach Hellenthal. Diejenigen, die nicht am Scheunencafe die Pause gemacht haben, biegen jetzt, bevor sie die Ortslage erreichen, nach rechts ab und machen ihren Halt in der Schänke des dortigen Campingplatzes.

Das ist jetzt keine Sterneküche die uns erwartet aber gute Hausmannskost und Portionen, die auch einen hungrigen Motorradfahrer oder eine hungrige Motorradfahrerin sättigen. Der Außenbereich des Restaurants macht einen Besuch für uns Motorradfahrer besonders interessant, da man hier auf einer Brücke über dem Platißbach sitzt und einen Wildpark in Blickweite hat. Natur und Motorradfahren passt immer zusammen.

Ein letztes Mal muss ich noch gedanklich in Sachen Westwall abschwenken. Einfach weil es wichtig ist, dass man aus etwas „Furchtbarem“ mit Sinn und Verstand auch etwas Gutes machen kann. Es ist das Projekt „Grüner Wall im Westen“ entstanden. Hintergrund ist, dass die Flächen am früheren Westwall nicht land- oder forstwirtschaftlich genutzt werden. Wie hat doch noch der Schauspieler Jeff Goldblum in „Jurassic Park“ gesagt: Das Leben findet einen Weg! Und das Leben hat auch hier seinen Weg gefunden. Selten gewordene Tier- und Pflanzenarten sind hier wieder heimisch geworden und so hat der Bund für Umwelt und Naturschutz von der Bundesvermögensverwaltuung einen Westwallbunker bei Hellenthal übernommen. Die Wildkatzen und Fledermäuse die hier wieder eine Heimat gefunden haben sagen Danke.

Wir rollen nach unserer Pause jetzt erst einmal weiter und unser Weg führt uns vor der Ortslage Hellenthal nach rechts auf die K 75 und dann auf die K 68 in Richtung Rescheid. An Schwalenbach vorbei geht unser Weg nach Berk und dann sehen wir schon bekannte Ortschilder.

Wir lassen den Kronenburger See links liegen und fahren über Hallschlag nach Ormont auf der K 64 bzw. K 164 nach Olzheim.

Wer sich bislang noch nicht zu einer Pause hat hinreißen lassen, der biegt in der Ortslage Olzheim nach rechts ab in Richtung Knaufspesch und macht eine ausgedehnte Pause in der „Feldmaus“ in Olzheim. Hier können wir in dem kleinen aber feinen Restaurant lecker speisen und lassen die zurückgelegten Kilometer gedanklich Revue passieren.

Parallel zur B 51 fahren wir dann an Dausfeld vorbei und über Weinsheim und Fleringen nach Hersdorf. Erfahrene Anderstourer haben jetzt ein AHA-Erlebnis. Wir sind nämlich auf der L 16 und diese Route führt uns nach Mürlenbach. Eine bekannte Streckenführung, die wir aber in anderer Fahrtrichtung kennen und die Bertradaburg auf ihrem Felssporn einmal aus anderer Richtung sehen.

Namensgeberin war übrigens Bertrada die Ältere, ihres Zeichens Urgroßmutter von Karl dem Großen. Der soll übrigens hier auf dieser Burg zur Welt gekommen sein. In Mürlenbach überqueren wir die Kyll und setzen unsere Fahrt auf der kurvenreichen L 16 fort in Richtung Meisburg.

Vor Meisburg biegen wir aber rechts auf die B 257 ab, die beliebte Einflugschneise zum Nürburgring, die wir aber in Richtung Bitburg befahren. Nach ca. 10 km geht es für uns links ab nach Oberkail in Richtung Spangdahlem, dem Ort der bekannt ist für seine große US-Airbase. An dem Militärgelände zu unserer Linken fahren wir auch lange vorbei bis die Wegweiser in Richtung Herforst und Trier zeigen.

Unsere „alte Bekannte“ die L 46 führt uns dann an Zemmer vorbei nach Trier wo wir unsere heute „Geschichts-Anderstour“ gemütlich ausklingen lassen.

Warum war ich heute überhaupt so derart „retro“? Weil man seine Geschichte nicht vergessen darf und daraus lernen sollte. Ansonsten besteht die Gefahr, dass man Fehler wiederholt. WIR haben viele Fehler gemacht. Europa hat uns aber dennoch verziehen und uns in der Mitte aufgenommen. Und genau im Moment macht Europa aus meiner Sicht eine gute Arbeit bei der Bekämpfung eines unsichtbaren Feindes. Besiegen können wir diesen Gegner nur gemeinsam. Gemeinsam mit unseren europäischen Freunden. Und wenn wir heute an den „Drachenzähnen“ vorbeifahren dann sollten wir das in dem Bewusstsein machen, dass jenseits dieser „Drachenzähne“ unsere FREUNDE sind und nicht unsere Feinde. Und da wir Deutsche ja gerne der Meinung sind, dass wir uns eine schulmeisterliche Art erlauben können, weil wir schließlich auch die Rechnungen bezahlen, noch ein Spruch oder besser eine Metapher zum Ende:

Einem Freund, dem es mies geht, dem gibt man in der Stammkneipe auch gerne mal einen aus, weil ein Freund das nicht vergisst.

Viel Spaß beim Nachfahren und vielleicht bei dem ein oder anderen wertvollen Gedanken.

 

Corona-GP ODER die etwas andere Moto-GP-Saison

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Eigentlich würden wir jetzt alle auf die kurze Sommerpause warten und uns überlegen wie jetzt welches Rennen nach der Pause ausgehen muss, damit dieser oder jener am Ende Weltmeister wird.

Eigentlich!

Und damit hat es sich 2020 auch schon mit eigentlich, denn eigentlich ist in diesem Sportjahr ALLES anders. Da hat uns ein kleines Virus kurz gezeigt wie fragil und labil doch unsere Welt und damit auch unsere Sportwelt ist. Jetzt haben wir verstanden was gemeinhin der ein oder andere im Hinblick auf Globalisierung so schwadroniert. Denn globalisiert wie wir nun einmal sind hat uns Covid 19 das Sportjahr 2020 ganz schön auf den Kopf gestellt. Die Fußball-EM ist verschoben – was mich weniger betroffen macht. Die Olympiade ebenfalls und das trifft mich schon mehr.

Geschoben, verschoben und abgesagt wurde in Sachen Motorradrennsport dann auch einiges und jetzt am Wochenende beginnt eine Moto-GP-WM, die meiner Meinung nach eher einem Rahmenprogramm gleicht als einer WM. Schaut man sich die Veranstaltungsorte an, dann gleicht das Ganze eher einer spanischen Meisterschaft mit ausländischer Beteiligung. Sei es drum – sind wir froh, dass wir überhaupt in diesem Jahr noch Rennsport auf zwei Rädern zu sehen bekommen. 2 x Jerez, dann auf nach Brünn und 2 x Spielberg in Österreich, so wird die WM in diesem Jahr beginnen.

Begonnen hat aber bereits das Spiel hinter den Kulissen und da hat man zwischenzeitlich gedacht man ist Zuschauer in einer Seifenoper.

Da hat das Wunderkind der Moto GP Marc Marquez seinen Bruder Alex geschickt in das Repsol-Werksteam bugsiert und schon ist Bruder Alex wieder Geschichte, noch bevor er den ersten realen Rennkilometer auf der Werkshonda gedreht hat.

Da hat doch Honda Pol Espargaro von KTM losgeeist und für 2021 zum Partner von Serienweltmeister Marc Marquez gemacht. Man suchte einen zweiten Fahrer, der in der Lage ist Podestplätze zu holen, damit Marc Marquez nicht mehr alleine Fahrer- / Hersteller- und Team-WM gewinnen muss. Cleverer Schachzug. Könnte klappen, denn auch in der Moto 2 hatte Pol Espargaro seinem Landsmann das Gewinnen schon schwer gemacht. Wir werden sehen.

Jetzt gab es aber plötzlich zwei Probleme. Erstes Problem: Wohin mit Alex Marquez, dem man doch eine Werkshonda versprochen hatte. Zweites Problem – das lag aber bei KTM: Wo bekommen wir jetzt einen adäquaten Ersatz für unser Aushängeschild Pol Espargaro her.

Das KTM Problem war schneller erledigt als gedacht obwohl zwischendurch die Gerüchte wie Pilze aus dem Boden schossen. Danilo „Petrux“ Petrucci, dessen wirklich solide erste Saison beim Ducati-Werksteam den Herren in Borgo Panigale nicht genügt hatte, war ebenfalls plötzlich frei. Kurzer Besuch in Österreich und Petrux startet im kommenden Jahr 2021 in orange bei KTM. Cleverer Schachzug von Ready to Race.

Ach ja – da war ja noch was. Alex Marquez dockt 2021 bei LCR an. Wie geht das? Lucio Cecchinello oder die Oberen bei Honda schicken den altgedienten Cal Crutchlow in die Wüste und schon ist der Platz frei.

Der schnelle Brite könnte so in der kommenden Saison der Partner von Aleix Espargaro bei Aprilia werden. Aufgepasst Leute – die Aprilia war bei Tests gar nicht schlecht und könnte in der aktuellen „Sprintsaison“ 2020 schon für die ein oder andere Überraschung gut sein.

Oh – da habe ich ja etwas vergessen. Wieso war den eigentlich Danilo Petrucci frei geworden? Der loyale und schnelle Italiener wurde gegen Jack „Ass“ Miller getauscht, der jetzt sein Pramac-Outfit mit dem offiziellen Ducati-Rot für 2021 tauscht.

Na – zu viel versprochen? Wie bei der Lindenstraße. Zwei Folgen verpasst und schon fragt man sich wo der neue Lebensgefährte von Mutter Beimer denn jetzt herkommt.

Apropos neuer Lebensgefährte. Bei Ducati, speziell bei Gigi Dall’Igna, ist der Nr. 1 Fahrer Andrea Dovizioso wohl in Ungnade gefallen.

Das scheint mittlerweile bei den Bolognesern schneller zu gehen als man gemeinhin glaubt. Noch ist der Vertrag mit „Desmo-Dovi“ nicht verlängert. Man wartet wohl seine Performance in den ersten Rennen ab. Nach dem kürzlich beim Moto Cross erlittenen Schlüsselbeinbruch drücke ich Dovi fest die Daumen.

Stattdessen geistert hier in den Werkshallen von Bologna wieder der Name Jorge Lorenzo herum, von dem der besagte Luigi Dall’Igna nachweislich ein großer Bewunderer ist. Ich weiß nicht ob ich darüber lachen oder weinen soll. Wenn – dann kein cleverer Schachzug.

Was sehen wir denn jetzt bei der kurzen Saison im Kaffeesatz?

In die Karten gespielt hat die lange Coronapause wieder einmal Marc Marquez. Zu Beginn der eigentlichen Saison auf Grund einer Schulter-OP noch nicht ganz fit dürfte er jetzt schon wieder Höchstform haben. Er ist wieder DERJENIGE den es zu schlagen gilt, sonst ist der nächste Durchmarsch vorprogrammiert.

Stoppen können IHN zwei Fahrer. „Desmo-Dovi“, wenn das Schlüsselbein schnell verheilt ist und Maverick Vinales. Die Yamaha ist über Winter besser geworden und somit haben wir das Triumvirat an der Spitze komplett.

Normalerweise würde ich von einem Vierkampf sprechen, denn da fährt noch jemand mit Ambitionen herum, der ebenfalls für einen Titel gut wäre. Alex Rins und seine Suzuki sind schnell. Die Suzuki aber im Vergleich zur direkten Konkurrenz nicht schnell genug und so wird es nicht reichen.

Rins wird sich mit unserem Doctor Valentino Rossi herumschlagen und bei Fehlern der „anderen Drei“ die Podestplätze abstauben. Beiden wünsche ich von Herzen den ein oder anderen Sieg um das Ganze spannend zu machen.


Wie sieht es in der Moto 2 aus?

Ich setze komplett auf den Bruder von Valentino Rossi und glaube, dass Luca Marini den Titel nach Hause fährt.

Sein direkter Konkurrent wird Jorge Navarro sein und inständig hoffe ich darauf, dass endlich unser Marcel Schrötter den finalen Schritt nach oben schafft und das Zünglein an der Waage wird.

Wer weiß? Wenn die beiden vorne Fehler machen ist ein gleichmäßiger Marcel Schrötter mit dem ein oder anderen Sieg auch gut für den WM-Titel am Saisonende.

In dieser Saison wage ich in Sachen Moto 3 keinerlei Prognose. Derart ausgeglichen kann am Ende fast jeder Name der im Fahrerfeld auftaucht ganz oben stehen. Es ist und bleibt die Wundertüte der WM-Klassen und das ist auch gut so.

Egal wie kurz auch die Saison 2020 sein wird – Ich freue mich darauf und fiebere dem ersten Rennen entgegen. Oh Gott – hoffentlich habe ich nicht Corona!

 

Hütte ist nicht gleich Hütte

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Heute geht es wieder in den Hunsrück. Es zieht uns aber diesmal bei unserer Tour fast bis zum Vater Rhein. Zum Orientieren auf der Karte – unser Zielort liegt ziemlich genau in der Mitte zwischen Bacharach und Bingen schön versteckt im Wald. Auf geht es zu einer schönen Runde, die uns heute fast 300 km durch eine schöne Landschaft führt. Natürlich treffen wir auch wieder auf alte Bekannte hinsichtlich der Streckenführung.

So rollen wir aus Trier hinaus über Korlingen und Waldrach und bringen uns schon in den kurvigen Schwung, der uns den heutigen Tag begleiten wird. Über die L 149 und ganz kurz auf der L 151 fahren wir über Herl, Lorscheid und Bescheid hinab in das uns bekannte Dhrontal.

Bei Papiermühle geht es für uns rechts ab auf die gut ausgebaute L 155, die wir aber alsbald schon wieder nach links verlassen in noch ruhigere Gefilde. Über Gräfendhron und Merschbach führt unser Weg über die Höhen an Haag vorbei nach Merscheid. In der Ortslage dann auf einer uns altbekannten Strecke links ab über Elzerath und Gonzerath nach Longkamp.

Hier drehen wir eine kleine Schleife über Götzeroth, Kleinich und Oberkleinich und schauen, dass wir zügig über die ungeliebte Bundesstrasse, in diesem Fall die B 327, kommen. Über Hochscheid und Stipshausen geht es nach Rhaunen.

Rhaunen ist für mich in dieser Region irgendwie ein zentraler Kreuzungspunkt, weil sich hier eine Vielzahl von schönen kurvigen Strecken verbinden lassen. Ausnahmsweise geht es mal nicht hinab in das schöne Hahnenbachtal, sondern weiter auf der L 162 durch Woppenroth und Schlierschied nach Gemünden.

Bergan geht es nun für uns nach Mengerschied und Sargenroth. Alles ist Geschmackssache und somit auch dies. Denn für mich folgt jetzt mit der schönste Streckenabschnitt auf der Tour.

Diese Passage von Tiefenbach am Forsthaus Ellerspring vorbei hat fast etwas Meditatives. Von der Streckenführung glaubt man kaum auf einer Landesstraße (L 108) unterwegs zu sein. So schön einsam und ruhig geht es durch den Wald.

Bei Kreershäuschen geht es nach links auf die L 230 und an Münchwald vorbei zum Geschichtsunterricht.

Kurz hinter Münchwald biegen wir nämlich links ab auf die L 239 zur Gräfenbacher Hütte.

NEIN – keine Hütte zum Einkehren im Bezug auf Nahrungsmittelaufnahme. Das hier ist eine Hütte wo „verhüttet“ wurde. Nämlich Metalle. Und der Hochofen Gräfenbacher Hütte war aktiv bis zu einem Zeitpunkt als Saarland und Ruhrgebiet die Herstellung kostengünstiger gestalten konnte und somit hier irgendwo im Nirgendwo nicht mehr lukrativ war. Die Ursprünge gehen auf das Jahr 1712 zurück. Der Hochofen ist aus dem Jahr 1841. Ein Technikdenkmal mitten im Soonwald. Für Interessierte von Industriedenkmälern sicherlich interessant. Irgendwie sehen die Gebäude auch aus wie aus der Zeit gefallen.

 

Das Herrenhaus hörte eine Weile auf den Namen Haus Hindenburg. Hintergrund war, dass der berühmte Generalfeldmarschall hier kurz Quartier bezogen hatte. Das Hauptquartier der Heeresleitung im I. Weltkrieg lag zwar im nahen Bad Kreuznach, von Hindenburg hatte aber Gattin Gertrud und Enkelin Christelchen in der Gräfenbacherhütte einquartiert. Genug des Geschichtsunterrichts und so verlassen wir das Industriedenkmal Gräfenbacherhütte in Richtung Seibersbach auf der K 32. Es ist nicht mehr weit bis zu unserer wohlverdienten Pause.

Bei Junkermühle rollen wir ganz kurz auf die L 214 in Richtung Stromberg. Ganz kurz bedeutet in diesem Fall ca. 300 m, denn dann geht es für uns links weg auf die K 37 (Daxweiler). Hier sind wir richtig und queren die ungeliebte Autobahn A 61. Obacht – hinter der Autobahn halten wir uns links und es geht auf die K 36. Unser Ziel das Forsthaus Lauschhütte ist jetzt nur noch einen Steinwurf entfernt.

Mitten im Grünen landen wir jetzt auf 585 NN im Naherholungsgebiet der Region rund um Bingen. Hier ist für jeden etwas zu finden, für Wanderer, Naturliebhaber und auch für uns Motorradfahrer, die ein ruhiges Plätzchen zur Entspannung suchen, verbunden mit einer ordentlichen Nahrungsmittelaufnahme.

Also rein in die gemütliche Hütte oder bei gutem Wetter Platz nehmen auf der Terrasse oder dem Balkon. Die Speisekarte gibt für jeden etwas her und spätestens beim „Spundekäs mit Laugenbrezel“ bemerkt der neutrale Betrachter die räumliche Nähe zu Mainz. Wir haben uns die Käsespätzle und den Kaiserschmarrn schmecken lassen. Wobei Letzteres nicht mit unseren absoluten Favoriten in der Huberalm in Antholz mithalten kann. ABER DAS KANN NIEMAND.

Irgendwann müssen wir uns aber doch wieder auf den Weg machen und dafür nutzen wir zunächst unsere Anfahrt bis Daxweiler um uns dann auf der L 214 richtung Stromberg zu orientieren. Genau das Stromberg wo auf der Stromburg der Herr Lafer den sternebestückten Kochlöffel geschwungen hat. Bis in den Ortskern von Stromberg schaffen wir es aber nicht. Vorher geht es für uns auf die L 240 und wir schwingen uns an Schöneberg vorbei über Spabrücken und Argenschwang ein nach Allenfeld.

Etwas verzweigt folgt unser Weg dann der Route über Gebroth und Winterbach auf der K 26 wieder der Wegweisung nach Gemünden. Die ruhige Streckenführung dorthin erfolgt über die Landesstraßen L 230 und 229 an Entenpfuhl und zwei Forsthäusern vorbei.

In Gemünden sind wir wieder auf unserer altbekannten Route vom Hinweg und rollen jetzt in der anderen Richtung nach Rhaunen und Stipshausen. Damit es nicht eintönig wird folgen wir jetzt der Wegweisung nach Hinzerath und landen dann kurz auf der B 327 nach Morbach. Kurz bedeutet in diesem Fall knappe 7 km, also auszuhalten.

Dann geht es nämlich hinter der Tankstelle rechts ab und über Rapperath nach Merscheid. Das kommt uns jetzt bekannt vor und weil der kurvige Hinweg Spaß gemacht hat, nehmen wir ihn auch wieder für unseren Rückweg nach Trier.

Wir folgen unserer altbekannten Route durch das Dhrontal Gräfendhron, Papiermühle und aufwärts in Richtung Zummethof. Dann wieder abwärts an der Dhrontalsperre vorbei und über Büdlicherbrück, Bescheid und Lorscheid zurück zu unserer Route, die wir am Morgen zum Einrollen genutzt haben. Der „Waldracherberg“ führt uns dann über Korlingen wieder nach Trier.

Irgendwie passt das gut zu unserer heutigen Tour. Es muss nicht immer alles NEU sein und ANDERS – obwohl es ja Anderstouren sind, aber das hat ja einen anderen Hintergrund.

Geht es Euch auch manchmal so, dass sich bei altbekannten Strecken, die man häufig nur in eine Richtung fährt ein komplett anderes Gefühl in die „andere Richtung“ aufbaut? Eine neue Perspektive auf altbekannte Dinge kann einem oft helfen Dinge zu erkennen und zu sehen, die vorher unbeachtet geblieben sind.

Und das ist nicht nur bei Motorradtouren und Motorradstrecken so. Viel Spaß beim Nachfahren.

Mit der Karre über`n Berg

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Schön wird es heute wieder für uns. Sowohl was unsere Einkehrstationen angeht, als auch von der Strecke. „Alte Blogbesucher“ werden Teile der Route wiedererkennen, allerdings in einer anderen Zusammensetzung. Also los geht es wieder einmal aus der alten Römerstadt Trier über die Stadtteile Olewig und Filsch in Richtung Korlingen und Waldrach.

Ich mag diesen Streckenbeginn, weil er uns bereits schön in diesen Kurvenschwung bringt, der uns jetzt den ganzen Tag begleiten wird. Ganz kurz landen wir auf der L 151 in Richtung Hermeskeil, um direkt wieder nach links abzubiegen.

Es geht für uns nun über Herl, Lorscheid nach Bescheid. Haben wir das mit den Ortsendungen -scheid noch auf dem Schirm? Wie so oft ist auch diese Ortsendung Synonym für eine Rodung. Der Ort wurde sozusagen aus einem Waldstück „ausgeschieden“. Alternativ ist es auch im Wortsinn eine „Grenze“ ,also eine „Scheide“ die wie bei einer Wetter- oder Wasserscheide einfach eine Grenzmarkierung darstellen soll. Zumeist betrifft es Orte in Höhenlagen.

Talabwärts geht es nun für uns in schönen Schwüngen, über die Kreuzung bei Büdlicherbrück hinüber in das Dhrontal und an der kleinen Talsperre vorbei. dann geht es für uns wieder aufwärts bis zur Abzweigung nach Papiermühle (Neumagen-Dhron).

Wer möchte kann kurz 150 Meter Umweg einplanen und zunächst auf der Höhe noch eine schöne Aufnahme von der Mosel machen mit dem idyllischen Örtchen Trittenheim als Fotomotiv.

Die anderen, die korrekterweise damit rechnen heute noch häufiger Fotomotive mit der Mosel zu erhalten, rollen direkt weiter bis Neumagen-Dhron und von dort auf die andere Moselseite nach Piesport.

Hier verläuft unser Weg wunderbar die Weinberge hinauf und lässt einen traumhaften Blick auf die Mosel zu.

Geduld Leute, denn auf der Höhe biegen wir rechts ab auf die Panoramastrecke in Richtung Minheim und finden auf dieser Route auch einen passenden Parkplatz für die üblichen Tourifotos.

Ist das erledigt geht es abwärts nach Minheim und die Mosel zu unserer Rechten weiter bis nach Lieser. Wer jetzt kurz mit der Überlegung beschäftigt ist ob er bei Harry Potter gelandet ist und die Schule für Zauberer und Hexen in Hogwarts sieht, der irrt. Wir haben es mit einem aufwendig restaurierten Hotel zu tun, welches auch entsprechend solvente Kundschaft beherbergt.

Wieder rüber auf die andere Moselseite und hinein nach Mülheim. Wir wollen jetzt in Richtung Veldenz. Wer Lust und Laune hat investiert wieder einen kleinen Abstecher jenseits unserer Route und schaut sich die Burg Veldenz an. Ein schönes Fotomotiv ist das historische Gebäude mit seinem Ursprung im 11./12. Jahrhundert allemal.

Für den Rest geht es direkt auf der K 88 kurvig bergauf, an Gornhausen vorbei in Richtung Gonzerath. Die Spitzkehren hinter Veldenz haben schon fast eine Anmutung von alpinem Charakter.

Alles nur eine kurze Verbindungsetappe um uns bei Longkamp wieder kurvig bergab zu stürzen in Richtung Traben-Trarbach.

Um die Wende ins 20. Jahrhundert war Traben-Trarbach die zweitgrößte Weinhandelsstadt Europas nach Bordeaux in Frankreich. In der ansonsten katholisch geprägten Moselregion war Traben-Trarbach die einzige protestantische Enklave und hatte eine stark preußische Orientierung. Aus der Nähe zur preußischen Wirtschaftsmacht ergab sich zum einen der o. a. ausgeprägte Welthandel in Sachen „Wein“ und zum zweiten eine Besonderheit in Sachen Architektur. Der Berliner Baumeister Bruno Möhring entdeckte seine Liebe für den Moselort und so gilt heute noch Traben-Trarbach unter Freunden des Jugendstils als Ikone in Deutschland. Zu früheren Zeiten war Traben-Trarbach auch Anlaufstelle für deutsche Prominente. So soll der UFA-Star Heinz Rühmann hier häufiger seine Urlaube verbracht haben. Wem es doch noch nach einer gemütlichen Pause mit „Aussicht“ ist, dem sei das Weingut Conrad Bartz empfohlen (Wolfer Weg 41). Gemütliche Terrasse mit Blick auf die Promenade und eine kleine aber feine Speiseauswahl.

Aber wir haben diesmal eigentlich keine Pause im idyllischen Moselort eingeplant. Wir wollen wieder auf die Höhe grobe Richtung Flugplatz Hahn. Nach ein paar kurvigen Kilometern auf der L 190 biegen wir aber nach links ab in Richtung Starkenburg und Enkirch. Die bislang noch kein Höhen-Moselfoto haben können es jetzt in Starkenburg machen. Der kleine Parkplatz ist gut zu finden und das Fotomotiv hinunter in Richtung Traben-Trarbach auch ansprechend.

Ab Enkirch geht es jetzt für uns zunächst einmal tiefenentspannt an der Mosel entlang bis nach Zell.

Hatten die Weinkenner bei unserer letzten Tour noch mit dem „Kröver Nacktarsch“ zu tun, so ist es jetzt die „Zeller Schwarze Katz“. Auch hier umrankt die Namensgebung natürlich eine Anekdote. Ein Zeller Weinhändler hatte wohl nach ausgiebigem Genuss seiner Produkte das Problem sich nicht mehr zwischen drei Fässern entscheiden zu können. Eine schwarze Katze soll sich dann auf eines der Fässer gesetzt und mit Fauchen „ihren neuen Besitz“ verteidigt haben. Genau dieser Wein fand dann reißenden Absatz und so ziert seitdem der Name Schwarze Katze das Weinemblem von Zell. Aber unser Ziel ist das Altlayerbachtal.

Die L 194 entlang geht es erst einmal nach Altlay – wer hätte das gedacht und dann am Flugplatz Hahn vorbei über Schwarzen und Oberkostenz nach Liederbach bei Kirchberg.

Hier finden wir jetzt unseren ausgedehnten Pausenort und diese Rast verbringen wir im Landhotel Karrenberg.

Das Landhotel bietet sich auch als Basistation an, wenn man beabsichtigt dem Hunsrück, der Mosel und der immer nahen Eifel einen ausgedehnten Besuch abzustatten. Spezielle Arrangements für Motorradfahrer zeigen ganz klar: Hier hat man ein Herz für Motorradfahrer/-innen und wir fühlen uns auf Anhieb gut aufgehoben. Also Füße unter den Tisch und von der reichhaltigen Speisekarte das Passende ausgesucht.

Unser Verdauungsweg führt uns vom Landhotel Karrenberg über kleine Kreisstraßen erst in Richtung Kirchberg und dann über Dillendorf nach Hecken. Nächste Zwischenziele sind Lindenscheid und Oberkirn, denn wir wollen über Rhaunen ins Hahnenbachtal.

Erfahrene Anderstourer werden sich jetzt an die Schinderhannestour erinnern und genau in die Richtung geht es jetzt.Ab geht es in Richtung Herrstein das wir über Sonnschied und Niederhosenbach erreichen.

Normalerweise wäre jetzt die „Zehntscheune“ in Herrstein angesagt aber wir sind noch völlig gesättigt von unserem Stopp am Karrenberg.

Wir rollen jetzt quer durch den Hunsrück über Niederrwörresbach an Herborn vorbei nach Tiefenstein und von dort über Hettenrodt nach Leisel. So ein bisschen ist jetzt schon das Mittagsmenü gesackt und außerdem schadet eine Pause nie. Also an dem Sprudelort Schwollen vorbei nach Hattgenstein und hier halten wir an der Rothenburghütte, direkt passend an einem Aussichtsturm.

Falls es wirklich jemanden unter uns gibt der weder im Hotel Karrenberg noch in der Zehntscheune etwas gegessen hat, der kann es jetzt an der urigen Rothenburghütte nachholen. Was man in unserer schönen Ecke doch für entlegene Einkehrmöglichkeiten findet.

Fahrerisch sind wir jetzt kurz im Bundes- und Landesstraßenrevier gelandet. Sei`s drum, wir erledigen das mit dem nötigen Gleichmut, denn landschaftlich ist es interessant im Revier des Erbeskopfes, der mit seinen 816 m höchsten Erhebung im Hunsrück. Wer sich noch körperlich aktivieren möchte kann auf den Gipfel marschieren und von der Aussichtsplattform bei der Windklangskulptur die Landschaft geniessen. Aber wir hatten ja gerade erst den wunderbaren Ausblick vom Aussichtsturm an der Rothenburghütte. Unsere grobe Fahrtrichtung ist nun Thalfang auf der B 269, dann auf der L 164 und vor Thalfang biegen wir auf die B 327, der wir folgen bis wir bei Dhronecken rechts auf die L 152 verschwinden können. Auf dem Terrain geht es an Beuren und Hinzert vorbei bis Reinsfeld. Und hier machen wir uns wieder im wahrsten Sinne des Wortes in den Hochwald. Über Holzerath und Schöndorf geht es nach Pluwig und dann sehen wir von der Höhe aus auch schon wieder Trier.

Hier werden wir ein Plätzchen finden um den schönen Tag ausklingen zu lassen. eine wunderbare Tour liegt wieder hinter uns. Tolle Einkehrstationen haben wir auch gefunden. Was will das Motorradfahrerherz mehr. Natürlich noch mehr Touren in dieser Art. Wartet ab!

Im letzten Winkel

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Wenn Du nicht weißt was Du suchst bist Du am Ende überrascht was Du findest. Wir Motorradfahrer wissen im Grunde immer ziemlich genau was wir suchen und das sind zunächst einmal kurvige Straßen, die gerne auch einmal etwas abgelegen sein dürfen, damit uns die Bürgerkäfige nicht nerven und wir auch die Landschaft geniessen können. Heute haben wir aber auch einen Zielort für unsere ausgiebige Pause und diesen Ort steuern wir jetzt an. Allerdings kombiniert mit dem ein oder anderen Schlenker.

Hinaus geht es aus Trier auf der Westseite und zunächst parallel zur Mosel flußabwärts in Richtung Trier-Biewer. Aufgepasst, denn in der Ortslage geht es für uns in Höhe der Gaststätte Crames unmittelbar links ab in Richtung Butzweiler.

Die Streckenführung ist schön kurvig und erinnert zwischendrin an das Luxemburger Müllertal, allerdings in ganz, ganz klein.

Die Route führt uns direkt durch Butzweiler hindurch nach Kordel. Was wir vorher an Höhe gewonnen haben, bauen wir nun wieder ab. Das zieht sich wie ein roter Faden durch unsere heutige Tour. Hinein geht es nach Kordel und dort überqueren wir an einem Bahnübergang die Kyll, um direkt im Anschluss nach links abzubiegen.

Die Kyll ist jetzt zunächst linksseitig unser Begleiter bis nach Daufenbach. Irgendwie erinnert mich das Örtchen mit dem kleinen Bahnhof immer an eine Modelleisenbahn.

Für uns geht es jetzt weiter über Schleidweiler nach Zemmer. Hier geht es für uns dann für einen knappen Kilometer auf eine alte Bekannte die „L 46“, die wir aber alsbald schon nach rechts in Richtung Wittlich auf die L 43 verlassen.

Aber auch hier bleiben wir nicht lange, denn in Heidweiler biegen wir nach links auf die L 49 ab um über Grevenrath nach Arenrath zu gelangen.

Kommen wir jetzt noch schnell unserem Bildungsauftrag nach und werfen den „Klugscheißermodus“ an. Die Ortsendungen -rath findet man im Südwesten von Deutschland recht häufig. In ihrem Ursprung geht diese auf eine „Rodung“ zurück. Man hat also hier irgendetwas abgeholzt um sesshaft zu werden. Leicht abgewandelt finden wir diese Ortsendung aber in ganz Deutschland wieder. Wenn ihr also zukünftig die Endungen -reuth, -roda oder -rode lesen werdet, dann könnt ihr wissend nicken. Alles klar – hier wurde überall gerodet.

Weiter führt uns unser Weg nun von Arenrath über Bruch und Dreis direkt durch die Stadt Wittlich, dass wir so schnell uns die Räder tragen in Richtung der „Krankenhausbeschilderung“ wieder verlassen. Kurz hinter Hasborn geht es für uns rechts ab nach Oberscheidweiler. Wo es ein Ober- gibt ist ein Nieder- bestimmt nicht weit, also in der Ortslage Oberscheidweiler rechts ab in Richtung Niederscheidweiler (Bausendorf / Kinderbeuren).

In Niederscheidweiler äußerste Obacht, denn im Ort geht es fast unmerklich für uns links ab auf die K 31 (Hontheimer Straße) über die Hontheimer Mühle nach Hontheim.

Falls jemand unter Euch ein Magenleiden hat, dann ist der nächste Routenpunkt genau richtig. Die Glaubersalztherme in Bad Bertrich ist bereits seit Jahrhunderten Anlaufpunkt für Erkrankte. Bereits zur Römerzeit wurden hier Bädergebäude errichtet und auch die Trierer Erzbischöfe hatten bereits frühzeitig ihre Hand nach dem Ort ausgestreckt. Beim „Sommermärchen 2006“ logierte hier auch die Schweizer Nationalmannschaft und erholte sich in Bad Bertrich nach und zwischen den Spielen. Im Bezug auf Ortsdurchfahrten haben es die Verantwortlichen von Bad Bertrich nicht so mit Motorradfahrern und so fahren wir direkt weiter nach Alf-Fabrik. Dort biegen wir rechts ab und nutzen ausnahmsweise einmal eine Wegstrecke mit einer B-Kennung bis nach Bengel.

In Bengel geht es für uns links ab in die Moselstraße und damit in Richtung unserer wohlverdienten Pause nach Kröv auf die K 135.

Wenn Weinkenner oder der übliche Moseltourist den Namen Kröv hören, dann bringen sie das unmittelbar mit dem bekannten Moselriesling „Kröver Nacktarsch“ in Verbindung. Im Bezug auf diese Namensgebung wird hier überall die Anekdote erzählt, dass ein Kellermeister zwei Jungen den nackten Hintern versohlt hatte, die zuvor aus seinem Fass von seinem Wein getrunken hatten. Eine Geschichte die sich so schön vermarkten lässt. Sprachforscher gehen allerdings davon aus, dass der berühmte „Nacktarsch“ seinen Ursprung aus dem lateinischen „Nectarius“ bzw. dem keltischen „Nackas“ findet. Beides soll wohl felsige Höhe bedeutet haben. Wer die Steilhänge der dortigen Weinberge betrachtet merkt sofort, dass felsige Höhe sicherlich seine Richtigkeit hat.

Wir rollen jetzt hinein nach Kröv und parken unsere Maschinen an der „Winkelwerkstatt“ von Elke Süwer. Ob offen ist oder möglicherweise doch geschlossen zeigt dem geneigten Besucher ein „Ampelmännchen“. Sonnenklar für den Betrachter: Rot = Geschlossen; Grün = Geöffnet. Wenn doch alles im Leben derart einfach wäre.

Auch die aktuelle Tageskarte gibt beredtes Zeugnis darüber, dass hier jemand zu Hause ist mit einer Affinität zu Motorrädern.

Elke Süwer ist gebürtig aus Ostwestfalen-Lippe und hat aus ihrer alten Heimat etwas an die Mosel mitgebracht. Der „Pickert“. Alles klar? Wenn nein – auch nicht schlimm und somit eine gute Gelegenheit sich hier in der „Winkelwerkstatt“ durch das ansehnliche Angebot an herzhaften und süßen „Pickerts“ zu futtern. Grundlage für den „Pickert“ ist ein Hefeteig mit geriebenen rohen Kartoffeln. Wer jetzt aus seiner kulinarischen Erinnerung „Mamas“ Reibekuchen oder Kartoffelklöße, vielleicht auch den Luxemburger Chales hat, der ist schon auf dem richtigen Weg. Ausgesprochen schmackhaft, gehaltvoll und eine wunderbare Alternative, wenn es einmal nicht das Übliche sein soll. Die Möglichkeiten des Belags scheinen unerschöpflich und erinnern etwas an Pizza oder auch Pfannkuchen.

Wer sich also abschließend durch das üppige Angebot gefuttert hat, das bei den Rubriken auf eingängige Oberbegriffe wie Zahnräder, Unterlegscheiben, Cafe Racer oder auch Bremsbeläge hört, dem werden die Kalorientierchen die Kombi enger nähen. Zum Glück kann ich das semiaktive Fahrwerk ja etwas strammer stellen.

Elke Süwer fährt auch selbst leidenschaftlich Motorrad und insofern ist der ein oder andere Insidertipp für die Hotelgäste vorhanden, die Mosel, Eifel oder Hunsrück mit ihren Maschinen erFAHRen wollen. Eine tolle Basisstation für die Leute, die nicht in den Tumult der Touristenhochburgen Bernkastel-Kues, Traben-Trarbach oder Cochem möchten. Wunderbar untergebracht ist man in der Winkelwerkstatt auch, wenn man mit dem Fahrrad unterwegs ist oder den Moselsteig per pedes erkundet. Ankommen und Wohlfühlen.

Irgendwann muss man sich auch wieder auf den Weg machen. Direkt hinter Kröv biegen wir rechts auf die L 58 ab und orientieren uns zunächst in Richtung Kinderbeuren (Wittlich). Vor Kinderbeuren nutzen wir linkssabbiegend die L 57 als Traverse in Richtung Ürziger Bahnhof um dann wieder talwärts in Richtung Ürzig an die Mosel zu fahren. Den Flusslauf zu unserer Linken rollen wir am Kloster Machern und dem hässlichen Hochmoselübergang vorbei, um bei Zeltingen auf die andere Moselseite zu wechseln.

Wir rollen jetzt durch einen der Touristen-Metropolen an der Mosel Bernkastel-Kues. Kann man haben muss man aber nicht und so wenden wir uns am „Tunnel“ nach links und es geht zunächst grobe Richtung Burg Landshut aufwärts nach Longkamp.

Hier oben können wir zu unserer Linken „bewundern“, wie der Hochmoselübergang bei Zeltingen auch aus der Ferne die Landschaft verschandelt hat.

Weiter geht es für uns in Richtung Gonzerath und über Elzerath. Ein Glück wissen wir ja mit den -rath Endungen etwas anzufangen.

Durch Merscheid hindurch fahren wir auf den Höhen des Hunsrücks und biegen hinter Haag nach links auf die K 77 in Richtung Merschbach / Gräfendhron ab.

Unser nächstes Ziel ist dann Berglicht sowie Heidenburg und Büdlich. An der nächsten Kreuzung „Büdlicherbrück“ aufgepasst. Sie ist ein Unfallschwerpunkt in der Region. Links abgebogen haben wir aber direkt wieder unsere Ruhe und fahren die landschaftlich schöne Route nach Bescheid. Hier durch die Ortslage hindurch und nach Lorscheid, sowie in der Folge durch Herl.

Bei Thomm geht es für uns auf die L 149 in Richtung Waldrach und hier im Verteilerkreis am Ortsanfang dann nach Korlingen bzw. Trier. An den Höhenstadtteilen Filsch und Tarforst, sowie der Universität vorbei rollen wir in einen kleinen Verteilerkreis, den wir an der zweiten Ausfahrt verlassen.

Wir fahren noch an einen schönen Aussichtspunkt an der Sickingenstraße und bewundern die Aussicht auf das schöne Trier.

Knapp über 200 km war unsere heutige Tour lang und wir hatte eine schöne Strecke und noch mehr schöne Eindrücke genossen. UND mit der „Winkelwerkstatt“ im letzten Winkel der Mosel eine tolle Einkehrstation gefunden.

Denk ich an Deutschland in der Nacht

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dann bin ich um den Schlaf gebracht. Dieser berühmte Vers des deutschen Dichters Heinrich Heine geht mir über die Jahre immer häufiger durch den Sinn und gerade momentan geistert er durch meinen Kopf wie ein Gespenst.

Ein typisch deutsches Gespenst, denn wir Deutsche haben eine Tradition bei der Verfolgung von Minderheiten. Von Minderheiten deren einziges Trachten und Bestreben oftmals allein darin liegt ETWAS anders zu sein als die Norm. Aber wir Motorradfahrer/-innen können froh sein, dass wir im Deutschland des 21. Jahrhunderts leben. Ansonsten würden möglicherweise schon die Scheiterhaufen brennen oder WIR wären gebrandmarkt Bestandteil einer Weltverschwörung der Motorradfahrer zu sein mit dem Ziel die Weltherrschaft zu erlangen.

So sind wir lediglich bedroht möglicherweise unsere Maschinen nicht mehr an Sonn- und Feiertagen bewegen zu können. Eine Bedrohung die wie ein Damoklesschwert über uns schwebt. Unser Inquisitionsgericht ist allerdings der Bundesrat und hier bleibt erst einmal abzuwarten was unsere Herrn und Damen der politischen Fraktionen in die Gesetzgebung bringen möchten.

Auch ich habe mich einer der Petitionen angeschlossen, weil ich es als sinnvoll erachtet habe, obwohl ich glaube bereits zu wissen wie diese Farce ausgehen wird.

Spätestens unser höchstes Gericht, das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe, wird diesen Humbug und verspäteten Aprilscherz bremsen und als das entlarven was es ist: Nicht verfassungsgemäss und komplett konträr zum Grundgesetz.

Ja – es ist richtig. Es gibt unter uns einige Menschen, die es aus welchen Gründen auch immer für notwendig erachten ihre Maschinen, respektive die Auspuffanlagen, lauter zu machen als es der Gesetzgeber erlaubt und auch lauter, als es unseren Mitmenschen passt.

Die gibt es aber unter den „Dosentreibern“ und Fahrern der „Bürgerkäfige“ ebenfalls. Auch da gibt es im Zubehör Soundanlagen, die den 6-Zylinder nach 8-Zylinder klingen lassen etc.

Fast immer habe ich dabei das Gefühl, dass die Fahrer dieser Fahrzeuge, ob es nun Motorräder oder Autos sind, geklont sind. Immer diese Typen, die ihre fahrbaren Untersätze als „Schwanzverlängerung“ (ich entschuldige mich jetzt schon für die Wortwahl) benötigen und als Markttplatzbremser auf sich aufmerksam machen wollen. Wie der röhrende Hirsch in der Brunftzeit.

Ganz sachte in Rage gekommen bin ich jetzt abgedriftet. Unser höchstes Gericht wird feststellen, dass man nicht so einfach eine komplette Gruppe von Menschen an Wochenenden und Feiertagen von der Nutzung ihrer Fahrzeuge ausgrenzen kann. Falls jetzt jemand mit dem LKW-Fahrverbot kommt – das ist eine komplett andere Baustelle und hat seine rechtliche Basis an anderer Stelle. Bei dieser Gruppe von Verkehrsteilnehmern die Motorrad fahren handelt es sich auch nicht komplett um die Störenfriede, die hier thematisiert werden sollen. Diese Störenfriede um die es im Kern eigentlich geht sind lediglich eine verschwindend kleine Teilmenge der Gesamtgruppe Motorradfahrer/-innen. Dieses komplette Wochenend- und Feiertagsfahrverbot wird kippen. Und das wissen auch die Verantwortlichen der Bundesländer, die den Humbug in den Bundesrat bringen.

Warum machen sie es dann? Weil am Ende dann doch übrig bleiben wird, dass Kommunen und Gemeinden, die besonders von der Lautstärke betroffen sind regionale Fahrverbote erlassen können und dieses Verfahren dann sicherlich einfacher von der Hand gehen wird als bisher.

Und dann hat es diese kleine Gruppe von Schwachköpfen doch noch geschafft UNS allen unser Hobby, unsere Passion zu erschweren. Verleiden werden sie nicht schaffen.

Vielleicht stellt dass Bundesverfassungsgericht aber auch noch etwas anderes fest. Das die Länder noch gar nicht ihre Möglichkeiten ausgereizt haben aus unserer großen Gruppe von Motorradfahrern diese Störenfriede herauszufiltern und entsprechend zu sanktionieren. Faktisch würde das bedeuten, dass die Rennleitung dann angewiesen wird an den besonders relevanten Strecken Geräuschmessungen und Verkehrskontrollen durchzuführen.

Damit könnte ich dann locker leben. Einmal, weil mich diese Krawallbrüder selbst maßlos stören UND weil ich an diesen Stellen wo die Szene sich gerne zur Schau stellt ohnehin nicht unterwegs bin.

So – ich bin bereit für die Diskussion. Ich hoffe sie bleibt halbwegs sachlich und man erspart sich die „Tiernamen“.

Jetzt geht`s los!

Endlich scheint jetzt für uns, also für uns als Motorradfahrer/-innen, so etwas wie Normalität einzutreten. Nein – Keine Angst. Ich bin jetzt nicht über den Zeitraum der virusbedingten Einschränkungen „normal“ geworden.

Aber normal im Rahmen meiner Auffassung von einer schönen Motorradtour war
immer die Einkehr in einer schönen Lokalität mit einem gemütlichen Plätzchen für uns und unsere Maschinen und etwas „Ordentliches auf der Gabel“.

Die „Coronazeit“ habe ich aber bewusst genutzt um mein Repertoire an genau diesen Örtlichkeiten zu erweitern. Fündig wurde ich, nach intensiver Recherche, natürlich im Internet und auch zwei Mitblogger haben ihre Geheimtipps preis gegeben.

Bevor ich die „Neuen“ jetzt im Rahmen von ebenfalls neuen Tourenvorschlägen
veröffentliche, werde ich die Ziele erst einmal selbst ansteuern und testen, damit ich EUCH keine Empfehlung ausspreche, die nicht unserem Anspruch entspricht. Sechs „neue Anlaufstellen“ im Bereich Eifel, Mosel und Hunsrück.

Also noch ein wenig Geduld und dann geht`s los. Denn WIR sind genau die Richtigen um der regionalen Gastronomie wieder auf die Beine zu helfen.

Wenn IHR auch noch eigene Tipps habt, die es wert sind, dass wir SIE als gute Pausenstationen empfehlen, dann bitte melden! Die Saison 2020 beginnt im Grunde genommen gerade erst und sie wird trotz Corona traumhaft werden. Es liegt an uns. Denn wie sagte einst ein weiser Mann:

Du musst deine Einstellung ändern und nicht den Himmel über Dir!

Und Was dann?

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Ich weiß – Es ist wahrscheinlich bereits Alles geschrieben worden und wahrscheinlich auch von jedem. Aber noch nicht von mir. Und deshalb musste ich mich jetzt an die Tastatur setzen und meine Gedanken irgendwie in Worte fassen.

Wir alle sind Motorradfahrer und Motorradfahrerinnen. Uns eint unsere Passion und unsere Freude für das Fahren und für unsere Maschinen. Wir sind eine Gemeinschaft und auch die Anonymität gewöhnt, denn wir fahren in unserer Motorradkluft, sei es Leder- oder Textilkombi und haben einen Helm auf dem Kopf. Trotz dieser Anonymität fühlen wir uns aber aus den eben genannten Punkten verbunden. Deshalb grüßen wir uns auch, wenn wir uns begegnen. Die berühmte „Linke“ zum Gruß wird erhoben. Die oder Der mir gerade entgegenkommt teilt meine Hobby, meine Passion und denkt und fühlt wie ich. Der/Die MUSS in Ordnung sein.

Aber was passiert da gerade? Jetzt und wahrscheinlich auch in diesem Moment. Während sich gefühlt die ganze Welt das ganze Land Deutschland näher kommt, Verständnis für einander aufbringt und sich hilft, passiert bei uns, der verschworenen Gemeinschaft der Motorradfahrer genau das Gegenteil.

Zu Beginn hatte ich der ganzen Sache noch gar keine große Beachtung geschenkt. Es waren Momentaufnahmen. Okay, dachte ich, der ein oder die andere ist wahrscheinlich einfach etwas überreizt. Das wird sich geben. Es gibt sich aber nicht! 

Schaut man in die sozialen Medien, in die Gruppen in denen WIR uns tummeln, dann glaubt man seinen Augen nicht. Was hatte ich oben geschrieben? Wir sind die Anonymität gewöhnt, wir kennen und erkennen uns nicht auf der Strecke und grüßen uns trotzdem freundlich, weil uns unsere Passion eint? 

Von Einheit, von Gemeinschaft keine Spur mehr. Da wird in der Anonymität des Internets übereinander hergezogen und beschimpft, dass man an eine drittklassige Nachmittagsshow im Privatfernsehen erinnert ist. 

Stein des Anstoßes ist größtenteils das Problemfeld: Darf man in Zeiten des Coronavirus noch Motorradfahren oder nicht? Und die jeweils gegenseitigen Parteien fallen verbal übereinander her wie marodierende Landsknechtshorden im dreißigjährigen Krieg auf dem Schlachtfeld. 

Ich möchte jetzt an dieser Stelle nicht meine Auffassung zu diesem Thema äußern. Mir geht es darum, dass man, egal welche Meinung man vertritt, seiner Gegenseite mit dem nötigen Respekt begegnen sollte. Jeder hat (wahrscheinlich) Sachargumente die für ihn im Bezug auf das Thema bedeutsam und wichtig sind. Aber egal welche der Auffassungen man auch immer vertritt, es gibt keinen Grund die andere Seite zu beleidigen, zu beschimpfen oder ihr abzusprechen „ein echter Motorradfahrer oder Motorradfahrerin zu sein“. 

Vielleicht kommen wir in den nächsten Tagen und Wochen wieder hin zu diesem Punkt der Besinnung. Denn es gibt sicherlich Wichtigeres auf dem Planeten im Moment. 

Irgendwann wird ES aber vorbei sein und der Alltag und die Normalität kehrt wieder ein. Und für uns der Moment wo wir alle wieder auf unseren Lieblings-Landstraßen unterwegs sind. 

Und Was dann? 

Dann kommt uns der oder die Anonyme aus dem Internet, die wir massiv beleidigt haben, wieder anonym mit dem Helm auf dem Kopf entgegen. Und plötzlich geht wieder die Linke zum Gruß nach oben. 

Weil DAS ja einer von UNS ist!

Die Schwierigkeit der einfachen Wege und Lösungen

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So Leute – ich bin wieder da. Einige Wochen ziemlich außer Gefecht gesetzt sitze ich jetzt wieder über meiner Tastatur und schreibe euch die ersten Weisheiten für das Jahr 2020. Da gab es nette und kompetente Menschen im Chiemgau, die das Puzzle Flying Haggis zunächst auseinander gebaut und im Anschluss wieder ordentlich zusammengesetzt haben. Das Gesamtbild ist jetzt etwas anders als vorher aber ich bin mit dem Ergebnis durchaus zufrieden. Wie pflegte mein Vater doch immer so treffend zu sagen: Du kannst so alt werden wie eine Kuh und lernst doch immer noch dazu. Das ist jetzt sogar etwas poetisch.

Keine Angst. Die Passion Motorrad und alles drumherum ist geblieben. Und genau deshalb ist mir auch eine schöne Anekdote eingefallen, die irgendwie ganz passend ist im Bezug auf Betriebsblindheit und die damit verbundene Schwierigkeit die einfachen Lösungen zu finden.

Es war in der Anfangszeit meines Lebens auf zwei Rädern. Ich nannte eine Yamaha XJ 550 mein eigen und war stolz darauf ohne Ende. Irgendwie war das gute Stück aber von einem japanischen Monteur an einem Montag zusammengebaut worden, nachdem er am Wochenende zuvor etwas zu viel Reiswein zu sich genommen hatte. Das Ding war ein furchtbarer „Längsrillenschüttler“ und darüber hinaus „tötete“ die XJ bei Ausfahrten mehr H4-Birnen als ihr Fahrer Marzipanbrote zur Weihnachtszeit. Aber es war mein erstes Motorrad und somit für mich das TOLLSTE auf der ganzen weiten Welt.

Jetzt aber zu der Anekdote. Im Juni 1983 spielte die deutsche Fußballnationalmannschaft im benachbarten Luxemburg gegen Jugoslawien. So nah konnte man als Trierer die deutschen Helden selten sehen und so war es geradezu eine Verpflichtung die ca. 60 km in das Fußballstadion der Stadt Luxemburg in Angriff zu nehmen. Da ich um die wenigen Parkplatzmöglichkeiten rund um das Stadion wusste, war klar, dass ich mit meiner Yamaha in das benachbarte Großherzogtum rollte.

Gesagt getan und in froher Erwartung hinein in das Stadion. Die beiden Mannschaften machten sich warm und kurz danach erschienen sie wieder und lauschten ihren Nationalhymnen. Hymnen gespielt – die Jugoslawen verschwinden wieder in den Kabinen des Stadions. Die deutschen Spieler schauen noch etwas konsterniert, was man nachvollziehen kann. Gegen wen sollen sie spielen, wenn kein Gegner mehr greifbar ist?

So sitzen und stehen also die Zuschauer auf den Tribünen und haben keine Ahnung was hier jetzt eigentlich vor sich geht und warum beiden Teams wieder in den Katakomben des Stadions verschwunden sind. Der aus meinem ersten Artikel über Originale bekannte „Kippen-Pit“ steht in meiner Nähe und lässt in Trierer Mundart einige Stellungnahmen über die luxemburgische Organisation ab, die an dieser Stelle nicht zitierfähig sind.

Nach einer guten halben Stunde meldet sich endlich der Stadionsprecher und stellt den Zuschauern eine Frage:

„Ist zufällig einer der anwesenden Zuschauer im Besitz einer Musikkassette oder Schallplatte mit der aktuellen jugoslawischen Nationalhymne?“

Natürlich nicht – aber zumindest die Lacher hatte er jetzt schon auf seiner Seite. Bei der Auswahl des Liedgutes ist dem Luxemburger Verband ein Malheur passiert. Statt der aktuellen Hymne hatte man die alte Variante des Königreiches Jugoslawien erwischt. Dies lag mit einem Zeitfenster von 1918 bis 1941 etwas zurück und führte dazu, dass die jugoslawischen Nationalspieler erbost das Feld verließen. Kann man irgendwie verstehen. Unsere Spieler hätten sich beim Abspielen des preußischen Defiliermarsches statt der Nationalhymne sicherlich ähnlich verhalten.

Per Eilkurier schafft jetzt RTL-Radio die aktuelle Variante in das Stadion und nach dem zweiten Anlauf in Sachen Hymnen geht alles gut. Übrigens sehen wir auch ein spannendes und interessantes Spiel, obwohl es für meine aktuelle Geschichte eher Nebensache ist. 4:2 für Deutschland und da es auf Grund der Verzögerungen etwas später geworden ist macht sich euer werter Erzähler erst bei aufkommender Dunkelheit auf den Heimweg nach Trier.

Das kurze Stück Stadtautobahn ist mit Lampen taghell erleuchtet und bei Senningerberg verlasse ich die Autobahn in Richtung Landstraße nach Trier. Hoppla – da stimmt was nicht. Meine XJ 550 hat scheinbar gar keine Lust mir den Weg nach Hause auszuleuchten. Es ist stockduster und ich suche mir einen Platz unter einer Straßenlaterne um dem Problem auf den Grund zu gehen.

Wie bereits zu Beginn gesagt, meine XJ war ein „Birnenkiller“. Für mich also wieder sonnenklar: Die feinen Vibrationen haben der nächsten H4-Birne den Garaus gemacht. Also das Übliche – Birnenwechsel ist angesagt. Sitzbank hochgeklappt, aus meinem reichhaltigen Birnensortiment das Passende herausgesucht, alte Lampe raus, neue rein und DUNKELHEIT. Was ist denn jetzt? Das war doch jedes mal die Birne! Jetzt scheinbar nicht. Also die Anschlüsse kontrolliert, ist irgendwo ein „Wackler“? Oh Mann Haggis, Du hast kein Kontaktspray dabei. Vielleicht hätte das jetzt helfen können. Für das nächste Mal daran denken und einpacken. So weit es geht verfolge ich den Kabelbaum. Ist da irgendwo etwas geknickt? Alles Fehlanzeige. Langsam gehen mir die Ideen aus und ich lehne etwas verstört an meiner Japanerin.

OH Mann Johannes – die SICHERUNGEN!

Und das war jetzt des Pudels Kern. Deckel aufgemacht – die Sicherung für die Beleuchtung war durchgebrannt – gewechselt – Licht funktioniert wieder und Flying Haggis fährt kopfschüttelnd nach Hause. Wie kann einem denn so etwas passieren? Auf die einfachste Lösung bist Du erst zuletzt gekommen. Mein Gott wie dumm!

Das ist mir nie wieder passiert. In den ganzen folgenden Jahren war bei Elektronikdefekten immer der Sicherungskasten mein erster Weg der Fehlersuche. Beim MOTORRAD.

Aber da gibt es ja noch einen Faktor, der bei einer Motorradtour von tragender Bedeutung ist. Der Fahrer oder die Fahrerin.

Wie sagte Christoph Willumeit doch so treffend: Die einzige Sicherung die wirklich halten muss, ist jene, die in uns drinnen ist.

Und da habe ich jetzt eine richtig dicke Sicherung eingebaut. Schaut bei Euch mal nach ob Ihr nicht auch nachrüsten müsst. Es hilft und erspart eine Menge unnötigen Stress und Ärger. Denn die einfachsten Lösungen sind oftmals die Besten, obwohl man nicht direkt darauf kommt.

Wenn einer eine Reise tut……………

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dann kann er was erzählen. So oder ähnlich heißt es ja oftmals, wenn man sich irgendwo auf eine Tour begeben hat, in welcher Art auch immer. Dann hat man zum einen etwas erlebt und Eindrücke, sowie Erlebnisse gesammelt und genau dafür hat man sich ja auf die Reise begeben.

Zwei Arten von Reisen mache ich für mein Leben gern. Ich fahre gerne mit dem Motorrad und erkunde Land und Leute. Meine zweite Passion ist, mich mit dem Rucksack per pedes auf den Weg zu machen. Beide Varianten haben jeweils ganz bestimmte Vorteile, warum ich mich für das eine oder das andere entscheide. Was beide Versionen gemeinsam haben ist, dass man sich mit dem Gepäck einschränken muss und das Verpacken oftmals einem Mysterium gleicht.

Für mich habe ich jetzt das Optimum gefunden und das teile ich euch gerne mit. Mit unserer „alten 1190er“ waren wir 2017 nach Santiago de Compostela unterwegs. Zwei Wochen, fast 5.000 km, Wahnsinnstour. Wir hatten an unserer alten KTM das firmeneigene Koffersystem montiert und damit waren wir abschließend nicht zufrieden. Die Seitenlader hatten oftmals die Neigung nicht sauber zu schließen. Ein Koffer ließ richtig Regenwasser eindringen und im Topcase war es zumindest immer etwas feucht.

Das sollte jetzt bei der „Neuen“ anders werden. Unser „Bodo“ redete zwar mit Engelszungen auf mich ein: „Du fährst doch nicht die Paris-Dakar oder irgendwo durch die Wüste!“ Letztendlich resignierte er aber und folgte dem Kundenwunsch, der da war – Touratech-Kofferset mit Topcase.

Viele werden jetzt einwenden, dass die Optik ohne Koffer störend ist, weil sich das Trägersystem nicht so schön in der Maschine integriert. Ich finde, dass eine Maschine die „Adventure“ heißt auch ruhig nach Abenteuer und etwas rustikal aussehen darf. Das gilt nicht nur für die KTM-Produkte, sondern auch für BMW, Triumph oder Honda. Ich finde, dass SIE einfach klasse aussieht und selbst bei unserer Italientour als „Kampfstern Galactica“ hatte sie was Besonderes.

Wir hatten unser Gepäcksystem noch etwas aufgepeppt. Den Bericht über die SW-Motech Koffertaschen kennt ihr ja bereits. Von daher kann ich diese Taschen jetzt etwas unbeachtet lassen. Im Urlaub hatten sie sich mehr als nur bewährt – KLASSE!

https://flyinghaggis.net/2019/04/07/ich-packe-meinen-koffer/

In die Deckel der Touratechkoffer montierte ich noch Gepäcknetze.

Da mittlerweile Warnwesten in einigen europäischen Ländern verpflichtend sind, war das der ideale Aufbewahrungsort, falls es Nachfragen von der Rennleitung geben sollte. In den anderen beiden Deckeln fanden sich dann die Inlayer unserer Kombis wieder und waren so auch immer griffbereit.

Als Abfallprodukt wurde noch ein Touratech-Ständerfuß montiert, der der vollbepackten Fuhre auf dem Seitenständer einen stabileren Halt gab.

Um die morgendliche Packerei zu erleichtern haben wir noch die originalen Innentaschen von Touratech angeschafft, die wirklich exakt in die Koffer und das Topcase passen. Ohne drücken und quetschen flutschen die Taschen paßgenau in die Koffer. Eine sinnvolle Ergänzung für den Koffersatz und absolut wertig gemacht.


Jetzt wechseln wir ein wenig in meinen anderen Bereich – das Wandern. 2018 hatten die beste Sozia und ich eine Hüttentour auf dem Dolomitenhöhenweg gemacht. Jeder Tag auf einer anderen Hütte. Oftmals auch nicht ausreichend Platz um sich wie in einem Hotelzimmer auszubreiten. Not macht erfinderisch.

Erfinderisch bedeutet in diesem Fall – Eagle Creek. Sicherlich gibt es noch andere Firmen, die ähnliche Produkte anbieten. Wir haben bei unserem Outdoorhändler des Vertrauens die Eagle Creek-Taschen gefunden und können diese wärmstens empfehlen.

Sauber gefaltet könnt ihr eure Hemden, Hosen und sonstige Kleidung in diese Taschen legen. Für ganz Ungeübte ist sogar noch eine Faltanleitung dabei.

Danach rein in die Kofferinnentaschen und alles ist geritzt und sauber verpackt bis zum letzten Urlaubstag. Zum besseren Sortieren der Kleidung haben wir die Eagle Creek-Taschen in unterschiedlichen Farben gekauft. Dann weiß auch jeder in welcher Tasche jetzt welche Klamotten zu finden sind. Hoffentlich kommt jetzt nicht die Frage: Warum nicht in rosa und blau?

Mit der Gesamtkombination seid ihr komplett sauber aufgestellt und habt die morgendliche Packerei im Hotel auf ein Minimum reduziert. Die gewonnene Zeit haben wir dann wieder beim Frühstück investiert, was für uns auch viel sinnvoller ist.

P. S. Für diejenigen unter euch, die noch richtig Outdoor unterwegs sind, also mit Zelt und Schlafsack. Die Touratechkoffer sind ideal als Sitzplatz, sprich Hocker zu gebrauchen. Das Topcase auch als „Beistelltisch“ für Thermoskanne und Brotzeit. T-Shirt drüber und ihr habt fast das Ambiente wie in einem richtigen Hotel am abendlich gedeckten Tisch.