Das Ei des Kolumbus ODER Einfach einfach aber gut

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Kennt IHR noch alle diese schöne Anekdote bzw. Legende vom Ei des Kolumbus?

Kolumbus soll nach seiner Amerikareise am königlichen spanischen Hofe zu einem Gastmahl eingeladen worden sein. Getreu dem Motto: Neid ist die höchste Form der Anerkennung, bemerkte einer der hochrangigen Gäste, dass die Entdeckung Amerikas gar nichts so Besonderes gewesen sei.

Kolumbus soll daraufhin die Anwesenden aufgefordert haben ein Ei derart auf die Spitze zu stellen, dass es stehen bleibt. Die Gäste scheiterten und letztendlich nahm Kolumbus das Ei, schlug es mit der Spitze nach unten auf die Tischplatte und so blieb es aufrecht stehen.

Seitdem ist das Ei des Kolumbus Synonym für eine verblüffend einfache Lösung eines scheinbar unlösbaren Problems. Unlösbar ist unser heutiges Problem nicht aber ich ordne die Lösung, die ich Euch zeige trotzdem in den Bereich Ei des Kolumbus ein.

In der Zwischenzeit sind viele*innen von uns unterwegs in Sachen Navigation, die ihre Smartphones nutzen und nicht auf spezielle Navigationsgeräte von Garmin oder Tomtom zurückgreifen. Das Mobiltelefon hat man ohnehin mit dabei und die Vielzahl an Apps macht es möglich auf die „Spezialisten“ zu verzichten.

Der Markt ist zwischenzeitlich auch nahezu überfüllt mit Halterungen und unterschiedlichen Systemen jeder Art, die einem die Montage und Nutzung des Smartphones während der Fahrt ermöglichen.

Damit sind wir bei unserem Ei des Kolumbus angekommen und somit bei den Produkten der Firma Shapeheart. Das französische Start-up-Unternehmen hat sich auf Telefonzubehör und dabei um alles rund um das Thema „Bewegung“ spezialisiert und im Rahmen ihrer Entwicklungen das Magnetsystem rund um die abnehmbare Magnethülle haben patentieren lassen.

Motorräder sind dabei nur eine der Sparten, welche die innovativen Franzosen abdecken. Wir kümmern uns heute um die, so sage ich mal, „normale“ Motorrad-Handy-halterung. Im Portfolio von Shapeheart findet ihr noch eine spezielle Halterung für Motorräder mit Stummellenker und eine Halterung, welche man an einem Rückspiegel verschrauben kann.

Foto Shapeheart

Bestandteil des Pakets sind die Hülle für euer Smartphone, die magnetische Andockhalterung, ein Silikonband, zwei Gummibänder, sowie eine Stofftasche.

Bei der Montage der Halterung sind wir jetzt bei unserem Einstiegsthema, dem Entdecker Amerikas und seinem historischen Bezug zu einem Hühnerprodukt. Es ist so einfach, dass es schon fast peinlich ist. Einfach genial.

Ihr sucht euch den passenden Platz an eurem Lenker. Jetzt legt ihr das Silikonband um den Lenker und setzt die magnetische Andockhalterung ebenfalls an. Das Silikonband jetzt an den Löchern mit der Halterung verbinden und fertig.

Bild Shapeheart

Die beiden Firmengründer von Shapeheart haben einige Versuche benötigt bis sie die ideale Kombination gefunden hatten. Es galt ja schließlich, die teuren Smartphones zukünftig sicher zu befestigen, aber auch eine permanente Belastung auf das Silikonband auszuschließen, wenn man das Handy von der Halterung löst.

Was ist jetzt abschließend herausgekommen? Ein Magnetsystem, welches das 50-fache des Gewichts eines Smartphones hält. Eine stabile Befestigung – egal ob hochkant oder quer. Die theoretische Höchstgeschwindigkeit liegt bei 285 km/h und das System ist auf der Rennstrecke erprobt bis zu einer Geschwindigkeit von 226 km/h. Zu sehen auch auf einem sehr interessanten Video auf der Internetseite von Shapeheart.

Die mitgelieferte Hülle schützt euer Smartphone wirksam vor Regen und hat eine Öffnung für einen USB-Ladeanschluss. Die beiden Magnete sind mittels Eisenplatten abgeschirmt, so dass ein Smartphone keinen Schaden nehmen kann.

Ich habe Shapeheart in meiner Liste der „nützlichen und interessanten Internetlinks“ mit aufgenommen. Wenn IHR also direkt auf die Internetseite von Shapeheart kommen wollt – einfach oben anklicken.

Für ALLE, die entweder immer erreichbar sein wollen ODER ihr Handy zur Navigation nutzen sind die Franzosen auf alle Fälle DAS innovative Angebot auf dem Markt. Die preiswerte und geniale Lösung im Sinne des Herrn Kolumbus. Man muss eben nur darauf kommen und es dann so umsetzen.

Eine Fachzeitschrift für Motorradtourenfahrer moniert aktuell, dass sich das zur Befestigung der Magnethalterung genutzte Silikonband zu sehr längen würde. Aus meiner Sicht kann man diesen Umstand zwar bemängeln, es ändert aber nichts an meiner durchweg positiven Bewertung. Der liebe Gott oder die Evolution haben uns mit zwei Armen und Händen ausgestattet. Von daher ist es kein Problem die Magnethalterung am Lenker mit der freien Hand etwas festzuhalten, wenn man die Handyhülle löst.

Für Fahrer*innen die, wie ich, häufig mit dem Tankrucksack unterwegs sind, ist sicherlich die Lösung mit der Befestigung am Spiegel zu bevorzugen. Die ist dann auch komplett verschraubt.

Foto Shapeheart

Continentale Straßen Attacke Episode 3

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Ganz häufig hatte ich im Kino Probleme mit Nachfolgern von vormals guten Filmen die nur noch ein müder und lascher Aufguss ihrer Vorgänger waren.

Bei Reifen, insbesondere bei Motorradreifen, ist dieses Phänomen nicht der Fall. Fortlaufende Nummern zu Typenbezeichnungen bedeuten hier etwas Gutes. Seit Jahren können wir beobachten, dass die unterschiedlichen Hersteller tatsächlich auf die Wünsche und die Kritik ihrer Kundschaft eingehen und dann ihre Reifen derart nachbessern, dass es nah an die Perfektion geht.

Okay – Perfektion? Da versteht jeder / jede von uns etwas anderes darunter und umso schwieriger wird es dann in der „Reifenbäckerei“ den absoluten Wunschprinzen für uns Verbraucher herzustellen.

Lange Laufleistung, Topgrip im Trockenen und im Nassen, ein leichtes Handling und wenn man seine Gedanken schweifen lässt, dann fällt einem sicherlich noch weiteres ein.

Wir sprechen also mal wieder von der eierlegenden Wollmilchsau und da gibt es eine Sparte im Reifensegment, die diesem Anspruch sehr nahe kommt. Wir sind bei den Tourensportreifen und die können mittlerweile ALLES und zwar alles ganz nah am Niveau der Spezialisten.

Meine Pirelli Scorpion waren soweit fertig mit der Gummiwelt und so fragte ich bei meinem Händler des Vertrauens nach ob besagter Pirelli immer noch die Referenz für unsere „Sissy“ darstellt oder ob es besseres gibt. Antwort folgte prompt:

Continental Road Attack 3.

FOTO CONTINENTAL

Also bestellt – vor Ort montiert und ab nach Hause. Die Basis einer jeden Beziehung ist Vertrauen. Das ist unter uns Menschen so und bei uns Motorradfahrern*innen zieht sich dieses Merkmal Vertrauen über unsere Maschinen auch hin zur Bereifung.

Der Road Attack baut Vertrauen so ganz selbstverständlich nebenher auf, dass es eine Pracht ist. Continental hat unter dem Begriff Traction Skin eine neuartige Reifenoberfläche konstruiert. Verzicht auf die üblichen Trennmittel und eine speziell beschichtete Reifenform, gepaart mit einer raueren Oberfläche und vom ersten Meter an war, trotz der noch winterlichen Temperaturen, zwischen Null und drei Grad ein sattes Gefühl für den Reifen in Sachen Rückmeldung und Grip da. Insbesondere der Vorderreifen gibt einem zu jedem Zeitpunkt eine saubere Führung wie verzahnt mit der Fahrbahnoberfläche. Das berühmte Zitat wie auf Schienen bringt es wieder einmal auf den Punkt.

In einem anderen Bereich haben die Techniker von Continental auch in die Trickkiste gegriffen und einen Kunstgriff in die Reifenpaarung kreiert, der spürbar ist. Das Ganze firmiert bei Continental unter Easy Handling – warum kann man eigentlich heutzutage keine deutschen Griffe mehr verwenden? Egal – Es funktioniert in der Praxis und damit kann man zu dem leichten Handling nur gratulieren. Auf einer meiner Leib- und Magenstrecken der ehemaligen Bergrennstrecke von Fell nach Thomm ist ein wirkliches „Hundseck“. Die Bergwerkkurve, eine Spitzkehre die in ihrem Scheitel leicht überhöht ist, habe ich versuchsweise annähernd im Trialstil genommen. Die spezielle Abstimmung der Konturen von Vorder- und Hinterreifen des Road Attack 3 sollen dafür verantwortlich sein, dass bei fast fehlenden stabilisierenden Kreiselkräften trotzdem noch ein neutrales Fahr- und Kurvenverhalten anliegt. Es ist mir ehrlich gesagt egal wie die Jungs von Continental das gemacht haben. Was mir nicht egal ist, das Ganze funktioniert, verleiht Sicherheit und schenkt Vertrauen. Ich weiß, das mit dem Vertrauen hatten wir schon.

Der Conti läuft etwas härter als mein alter Pirelli, hat also weniger Eigendämpfung. Es ist aber nicht derartig, das man von unkomfortabel sprechen könnte. Alles im grünen Bereich. Insbesondere weil der Road Attack 3 eine blitzsaubere Führung in den Kurven aufbaut. Wie an der Schnur gezogen und wieselflink geht der Conti um die Ecken. Das hier von einem Tourensportreifen gesprochen wird ist fast unfassbar. Trotz seines ausgeprägten Negativprofils baut der Road Attack 3 absolutes Vertrauen bis zur Reifenkante in den Kurven auf. Ich weiß, das mit dem Vertrauen hatten wir schon.

Auch hier hat die Firma Continental in das englische Wörterbuch gegriffen und spricht von der Multi Grip Technologie und der Weiterentwicklung der Continous Compound Technologie. Im Grunde genommen ist der Road Attack 3 auf Augenhöhe mit den Produkten der Konkurrenz in Sachen Reifentechnologie und Herstellung. Continental erreicht den abriebfesteren mittleren Laufbereich des Reifens, sowie die „weicheren“ haftungsfähigeren Reifenflanken durch unterschiedliche Temperaturen beim Vulkanisieren und Aushärten des Reifens.

Insgesamt vermittelt der Road Attack 3 einfach dieses sichere Gefühl der kompletten Kontrolle. Da rutscht nichts, da schmiert nichts. Da ich gerne auf Landstraßen der 2. oder 3. Ordnung unterwegs bin, die Dank der guten Instandhaltung durch den Straßenbaulastträger ihrem Nutzer oder ihrer Nutzerin einen repräsentativen Querschnitt der möglichen Asphalt- und Teerdecken geben, kann ich auch hier Entwarnung geben. Reibwertsprünge auf Grund unterschiedlicher oder schnell wechselnder Fahrbahndecken nimmt der Road Attack 3 zur Kenntnis, wenn sie mit einem „merklichen Höhenuterschied“ verbunden sind. Sie führen aber nie zu einem Abbau vom Grip. Also – Drüber und gut ist es.

Von dem ausgeprägten Negativprofil des Reifens sprach ich bereits. Da ist Continental speziell dran gegangen, weil Nasshaftung immer ein Schwachpunkt der Produkte war. Da ich jetzt nicht der begnadete Regenspezialist bin benötige ich immer eine Reifenpaarung, die mir bei Regenwetter die nötige Sicherheit vermittelt. Der Pirelli Scorpion konnte das und mir war infolgedessen in den zurückliegenden Jahren egal, wenn mich der Regen ereilte. Dann war es eben so, weiter geht`s.

Der Road Attack 3 erledigt die Sache Nässe ebenfalls mit Bravour. Gefühl ist ja immer subjektiv, aber mein Gefühl ist, dass der Continental auch in Sachen Nasshaftung eine spürbare Marke über meinem alten Pirelli liegt. Die Sicherheit ist da und darum geht es ja. Hatte ich das mit dem Vertrauen schon erwähnt?

Technisch soll die Geschichte mit der verbesserten Nasshaftung an einer besonderen Silica-Mischung liegen und an der Anordnung bzw. dem Abstand der Negativprofilrillen. Egal – auch das funktioniert zur vollsten Zufriedenheit.

Was soll ich abschließend sagen? Der Continental Road Attack 3 kann ALLES mindestens ein µ besser als mein alter Pirelli Scorpion. Infolgedessen ist er aktuell für mich das Maß der Dinge auf unserer 1290er Adventure. In Sachen Verschleiß kann ich noch keine Angaben machen, reiche sie euch aber nach, sobald das Paar an der Verschleißgrenze angekommen ist. Dann melde ich auch OB und wenn inwieweit der Road Attack 3 seine guten Manieren mit nachlassendem Profil verliert. Übrigens – auch da gibt es im continentalen Wörterbuch einen Begriff : Mileage Plus. Wenn es funktioniert wie bei dem Rest der Neuerungen, dann können die Herren und Damen von Conti es nennen wie sie wollen.

Ich bin auf alle Fälle mit der Episode 3 ihrer Straßenattacke bislang voll zufrieden.

Wir haben es selbst in der Hand

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Man kann es nicht anders formulieren: Mein schönes Bundesland Rheinland-Pfalz ist ein Mekka für Motorradfahrer!

Da haben wir die Eifel mit ihren wunderbaren Motorradstrecken, die Moselregion mit dem angrenzenden Hunsrück. Den Pfälzer Wald und den Westerwald und das Mittelrheintal mit all den schönen kleinen Seitentälern, die uns mit unseren Maschinen magisch anziehen.

Und die Anziehungskraft ist nicht nur für die ortsansässigen Motorradfahrer*innen groß, sondern auch überregionale Kennzeichen sieht man über das Straßennetz von Rheinland-Pfalz cruisen.

Manchmal aber auch nicht nur cruisen und dabei auch alles andere als achtsam. Und dann läuft man Gefahr in einer Statistik aufzutauchen, deren Bestandteil man gar nicht sein möchte.

Am 16. Februar hatte der Innenminister von Rheinland-Pfalz Roger Lewentz die Unfallstatistik für das Jahr 2020 veröffentlicht.

Quelle Polizei Rheinland-Pfalz

https://www.polizei.rlp.de/de/service/statistiken/verkehrsstatistik/

Eigentlich gar nicht so schlecht was man da bei uns lesen kann. Die Gesamtzahlen der Unfälle mit Motorrädern, die Verunglückten und auch die Anzahl der getöteten Motorradfahrer*innen geht zurück.

Gut so und sicherlich auch unser aller Verdienst, denn es zeigt, dass das Gros von uns vorausschauend und sicher fährt.

Das komplette Signal zum Schulterklopfen kann man aber dennoch nicht geben. Warum nicht? Weil wir bei etwa 60 % der Unfälle als Hauptverursacher geführt werden. Ca. 47 % dieser Schnittmenge weisen auch aus, dass die überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit eine Hauptrolle gespielt hat.

Warum kommt jetzt von mir dieser erhobene Zeigefinger? Nein – ich mache nicht auf Schulmeister, denn ich bin auch nicht überall regelkonform unterwegs. Ich gebe lediglich zu bedenken und vielleicht greift der ein oder die andere im Verlauf der aktuellen Saison die Bedenken auf.

Im Nachbarland Österreich hat es die Region Tirol schon vorgemacht und die Bundespartei der „Grünen“ hat diesen Vorstoß bereits aufgenommen. Okay – dabei ging es um unsere Lautstärke und die störenden Geräuschemissionen. Aber WIR sollten daran denken, dass beides gerne genommen wird!

Alle Motorradfahrer rasen und alle Motorräder sind zu laut!

WIR haben es ALLE selbst in der Hand. Meistens in der Rechten. Wenn die bei Ortsdurchfahrten nach vorne gedreht wird und die Häuser am Straßenrand nicht an einem vorbeifliegen, dann ist schon viel geholfen. Und wenn die Rechte nach dem Ortsende ein wenig kontrollierter wieder auf Zug geht, dann stehen bei der nächsten Unfallstatistik wieder grüne Zahlen im Vergleich zum Vorjahr und vielleicht, oder besser hoffentlich, ist unser Anteil an den selbstverschuldeten Unfällen dann auch geringer.

Wie gesagt: Wir haben es alle selbst in der Hand – müssen es aber zuvor in unseren Köpfen verinnerlichen. Ansonsten bleibt uns am Ende nur das Jammern über weitere Streckensperrungen.

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so lautet üblicherweise unser Leitspruch in Sachen: Umfallen oder Stürzen mit einem Motorrad ist keine gute Sache. Selbst wenn es keine großen Kosten verursacht, kostet es zumindest etwas Selbstbewusstsein.

Mein letzter Umfaller ist zum Glück etwas länger her und wurde von mir unter dem Titel „Eviva España oder Führerlos tut selten gut“ hinreichend im Blog thematisiert. Mit dem nötigen zeitlichen Abstand sieht man selbst derartige Dinge humorvoller.

Ihr wisst ja, dass wir unsere „Sissy“ im Grunde genommen komplett in Richtung Reisemodus abgestimmt haben.

Da gibt es nichts mehr was an „sinnvoller Ausstattung“ noch zu ergänzen wäre. Trotzdem bin ich auf die Suche gegangen und wurde dann im Sinne unseres Leitspruchs fündig.

Wir hatten schon Zusatztaschen von der Firma SW-Motech aus dem hessischen Rauschenberg und sind damit vollends zufrieden. Wer das nochmals nachlesen möchte kann den u. a. Link aktivieren.

https://flyinghaggis.net/2019/04/07/ich-packe-meinen-koffer/

Im Portfolio von SW-Motech bin ich auf die Sturzpad-Kits für die Vorder- und Hinterachse unserer 1290er Adventure gestoßen und habe diese flugs bestellt. Jetzt kann man natürlich sagen: Haggis – Du hast doch schon die Sturzbügel an der KTM. Was sollen jetzt noch die Sturzpads oder trägst Du auch Hosenträger auf einen Gürtel, damit die Hose nicht rutscht?

Meine Hose rutscht nicht und ich trage keine Hosenträger. Abschließender Beweggrund für mich war, dass mich Kratzer an Gabel oder Schwinge nach einem Umfaller optisch mehr stören würden, als Kratzer an den besagten Pads.

Wie Alles bei SW-Motech sind auch diese Sturzpads wertig gemacht. Auch die Anbauanleitung ist so aufgebaut, dass handwerklich weniger Begabte, mit zwei linken Händen und nur Daumen, die Teile zügig und fehlerfrei montieren können.

Einziges Manko, welches ich anmerken muss, da es bei beiden Kits aufgetaucht ist: Die Gewindestangen scheinen nicht ganz sauber gedreht zu sein. Die Schrauben „8“ bei der Hinterachse und analog dazu die Nr. „9“ bei der Vorderachse sollte man vor der Montage schon einige Gewindegänge auf- und abdrehen oder mit einem Gewindeschneider kurz die Stange nacharbeiten, damit die Schrauben dann problemlos auf die Gewindestangen gedreht werden können.

Beim Anbau des Vorderradkits muss zu Beginn noch die originale Achsschraube gegen die mitgelieferte von SW-Motech getauscht werden und dann läuft alles analog der Hinterachse.

Gewindestange durch die Achsaufnahme eingeführt – Distanzstücke aufgesetzt und mit den Muttern gekontert. Dabei darauf achten, das auf beiden Seiten gleich viel Gewinde zu sehen ist. Jetzt die Pads mit den Unterlegscheiben aufsetzen und mit den besagten Schrauben 8 oder 9 anziehen. Dann nur noch die Abdeckkappe mit der Feder einsetzen und eine kleine Drehung nach rechts, damit sie nicht mehr herausspringt – FERTIG.

Die beiden Sturzpadkits sind optisch unauffällig und passen sich gut in die Silhouette der KTM ein. Jetzt hoffe ich nur noch, dass die Teile niemals ihrem originären Auftrag nachgehen müssen.

Also – Wer noch nach etwas Sinnvollem für seine Maschine sucht, einfach mal auf der Internetseite von SW-Motech reinschauen. Da findet ihr dann auch einiges zu den Kernkompetenzen von SW-Motech und die sind bei allem rund um das Thema Gepäck und Motorrad zu finden.

Dem Land Tirol die Treue ODER besser doch nicht

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Ja – der in den 50er Jahren komponierte Marsch ist so etwas wie die heimliche Tiroler Nationalhymne und erklingt seitdem pathetisch bei vielen Volksfesten und natürlich auch in Bierzelten.

Ingrid Felipe wird das Lied wahrscheinlich nicht spielen, denke ich zumindest. Die „grüne Politikerin“ Felipe ist seit 24. Mai 2013 zweite Landeshauptmann-Stellvertreterin in Tirol. Als solche muss die Frau sich natürlich politisch in Szene setzen und in ihrer Art, ich ergänze es extra nicht mit dem Zusatz unnachahmlich, erinnert mich die Dame stark an unsere Frau Annalena Baerbock und ihren kongenialen Partner Robert Habeck. Auch diese beiden hinreichend bestückt mit einem Drang zur Außendarstellung ohne jeglichen fundierten Hintergrund.

Wie sagte doch einst Heiner Geißler so treffend: Die Berühmtheit mancher Zeitgenossen hängt mit der Blödheit ihrer Bewunderer zusammen.

Aber jetzt erst einmal zum eigentlichen Kern der Angelegenheit. Die Initiative „Nein zum Motorradfahrverbot in Tirol“ hat mit ihrer Beschwerde vor dem EU-Gericht in Brüssel im ersten Anlauf Schiffbruch erlitten.

In dieser Gruppe haben sich u. a. auch viele Tiroler Hoteliers organisiert, die im Sommer ihren Hauptumsatz durch Motorradfahrer*innen machen. Tirol ist eben ein Touristengebiet und der Fremdenverkehr ist eine nicht zu unterschätzende Größe. Bei dieser Größe spielen wir auf unseren Maschinen auch eine tragende Rolle.

Die Werte Frau Felipe hatte in ihrem Ländchen durchgesetzt, dass auf einigen Tiroler Landstraßen Motorräder mit einem Standgeräusch jenseits der 95 db/A mit einem Streckenverbot belegt wurden.

Als wunderschöne Randnotiz muss man dahingehend anmerken, dass die Tiroler Polizei daraufhin ihre Ducati Multistradas ebenfalls nicht mehr bewegen konnte, weil die schönen Italienerinnen diesen Grenzwert nicht einhielten. Die Schildbürger hielten also auch in unserem Nachbarland Österreich Einzug.

Die Gruppe der Tiroler Hoteliers bemerkt nun ziemlich schnell, dass innerhalb der Motorradszene doch so etwas herrscht wie Solidarität. Denn die Motorradgruppen, bei denen der ein oder andere mit Maschinen 95 db/a plus X unterwegs war, blieben geschlossen dem Gebiet Tirol fern und entdeckten, dass es durchaus noch andere schöne Regionen gibt, in denen man seinen Urlaub auf zwei Rädern verbringen kann. Ergo – großes finanzielles Minus in der gastronomischen Kasse.

Die Initiative „Nein zum Motorradfahrverbot in Tirol“ zieht also vor das EU-Gericht mit der Begründung: Die Sperrung verstößt gegen das EU-Recht.

Offen und ehrlich betrachtet war genau dies auch meine Meinung und feste Überzeugung. Wenn ein Motorrad eine EU-Zulassung und Betriebserlaubnis hat, dann darf man dieses Fahrzeug auch im EU-Gebiet in Betrieb nehmen, denn genau dies suggeriert eine allgemeine Betriebserlaubnis dem geneigten Leser. Denn rechtlich relevant und normiert war bis dato lediglich das Fahrgeräusch, was Sinn macht. DENN – ein Motorrad ist ein Fahrzeug und kein Stehzeug. Ich entschuldige mich jetzt schon in allerschärfster Form für dieses schwache Wortspiel.

Warum es mich die Angelegenheit ganz besonders nervt? Das Standgeräusch wird ermittelt, wie der Begriff es bereits sagt, im Stand bei halber Nenndrehzahl. Die Nenndrehzahl ist DAS, was in eurem Fahrzeugschein / Zulassungsbescheinigung hinter der Leistungsangabe steht. Selbst der größte oder die größte Selbstdarsteller*in steht nicht mit der Maschine irgendwo und lässt den Motor im Stand bis zur halben Nenndrehzahl hochdrehen. Diese Art Kasteiung des Materials findet nur im Rhythmus von zwei Jahren beim TÜV statt um ein amtliches Siegel zu erhalten.

Also ist eine Streckensperrung, die ihre Grundlage auf einen derartigen Wert bezieht absolut weltfremd und praxisfern. Damit haben wir jetzt wieder den schlüssigen Bogen zu den „Grünen“ geschlagen und zu der besagten Frau Felipe.

Auch wenn SIE sich jetzt in diesem gerichtlichen Teilerfolg sonnen wird, hat SIE ihrem Land Tirol einen Bärendienst erwiesen. So hoffe ich zumindest.

Denn das Verhalten der motorradfahrenden Gruppen wird sich auch im Jahr 2021 und 2022 nicht ändern. Vielleicht lernt dann Tirol erst, wenn die Tourismuskassen leerer werden, das nicht jeder grüne Vorschlag auch eine gute Idee ist.

Ich für meinen Teil nutze unser Nachbarland nur noch als Transitstrecke in meine Wahlheimat. Denn wie hieß es in dem Liedtext „dem Land Tirol die Treue“ doch so schön:

Ein harter Kampf hat dich entzwei geschlagen,
von dir gerissen wurde Südtirol.
Die Dolomiten grüßen uns von Ferne
in roter Glut zum letzten Lebewohl.

Also auf Leute nach Südtirol. Jenseits des Alpenhauptkamms ist das Wetter ohnehin besser. Und das Gefühl für ihre Natur haben die Südtiroler auch ohne „Grüne“.

In Bezug auf mögliche Konsequenzen dieses EU-Gerichtsurteils in unseren Landen habe ich mich bereits ergiebig im Mai 2020 auseinandergesetzt. Und an dieser Meinung hat sich auch bis heute nichts geändert.

https://flyinghaggis.net/2020/05/22/denk-ich-an-deutschland-in-der-nacht/

Bald sind wir wieder da!

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Die Saison 2020 ist Geschichte und wir bereiten uns schon intensiv auf unsere Motorradsaison 2021 vor. Gut – momentan ging bei mir zu Hause nur ein Ausflug mit einer Eisspeedwaymaschine aber ich bin guter Dinge, dass wir bald loslegen können.

Genau für diesen Termin habe ich euch etwas vorbereitet. Wir waren in der zurückliegenden Saison an derart vielen Einkehrstationen, dass die ein oder andere Örtlichkeit Gefahr läuft in Vergessenheit zu geraten. Deshalb kommt jetzt eine kleine Zusammenfassung von wunderbaren Orten wo ihr direkt zu Saisonbeginn hinfahren und einkehren solltet. Insbesondere einkehren, damit SIE uns in der heutigen Zeit noch lange erhalten bleiben und wir noch oft die Beine unter einem lecker gedeckten Tisch ausstrecken können.

Für diejenigen, die nicht mit Adressen arbeiten, habe ich die Koordinaten nach dem Universalen, transversalen Mercatorsystem bzw. nach dem üblichen World Geodetic System von 1984 angefügt. Diese Koordinaten führen Euch größtenteils bis auf den passenden Parkplatz.

Was hatten wir denn alles? Da war in Kröv die „Winkelwerkstatt“ in der Robert-Schumann-Str. 46. Bei Elke Süwer ist man als Motorradfahrer nie alleine und ein gern gesehener Gast. Macht Bekanntschaft mit dem „Pickert“ aus Kartoffel-Hefe-Teig und genießt den Aufenthalt.
UTM32 X 362984.68 Y 5538241.54
WGS84 Y 7.088871 X 49.980758


Wir waren auch im schönen „Scheunencafe in Hollerath“ (53940 Hellenthal-Hollerath; Luxemburger Str. 17). Rustikal und urgemütlich findet ihr hier euren Anlaufpunkt an der deutsch-belgischen Grenze.
UTM32 X 315750.6 Y 5592551.27
WGS84 Y 6.404293 X 50.455991

Wo wir schon im Bereich der Eifel und Ardennen unterwegs sind kehren wir doch direkt nochmals in der Schneifel in Olzheim (Knaufspescher Str. 14) im „Hotel Feldmaus“ ein. Die Feldmaus ist auch die richtige Basisstation für Auswärtige welche Eifel und Ardennen erkunden möchten.
UTM32 X 318430.02 Y 5572358.74
WGS84 Y 6.451741 X 50.275406

Wir sind immer noch in der Eifel und landen in Bettenfeld. Nomen est omen heißt unsere Einkehrstation Cafe „Kleine Auszeit“ (54646 Bettingen; Maximinstr. 13). Das Cafe hat dabei eine Kuchenauswahl wie im
„7. Konditorenhimmel“.
UTM32 X 313461.38 Y 5535356.76
WGS84 Y 6.400156 X 49.941411

Aber wir waren ja auch noch im Saarland unterwegs und wenn man einem Volksstamm Glauben schenken darf im Bezug auf gut essen, dann sind es die „Saarländer“. Auf geht es in den „Dösterhof“ (66687 Wadern).
UTM32 X 348685.4 Y 5486102.85
WGS84 Y 6.909797 X 49.508658

In Richtung der Nahe hat es uns auch gezogen und da sind wir in Meisenheim (Obergasse 33) im „Cafe Meisentörtchen“ fündig geworden. Was für das Cafe Kleine Auszeit galt, das gilt auch hier. Eine nahezu himmlische Auswahl an kleinen Leckereien.
UTM32 X 404143.75 Y 5506961.29
WGS84 Y 7.670507 X 49.707526

Nur unweit von Meisenheim wurden wir erneut fündig und dazu auch noch mit einer unbezahlbaren Aussicht belohnt. In der „Lemberghütte“ (67824 Feilbingert).
UTM32 X 411273.4 Y 5515479.15
WGS84 Y 7.767428 X 49.785215

Apropos schöne Aussicht als kostenlose Zugabe. Wir waren bei der „Rothenburghütte“ bei 55767 Hattgenstein.
UTM32 X 366759.6 Y 5506543.67
WGS84 Y 7.152389 X 49.696662

Als Basisstation für Touren und Pausen im Hunsrück oder auch Mosel haben wir das „Landhotel Karrenberg“ entdeckt (55481 Kirchberg; Straßheck 3).
UTM32 X 383752.88 Y 5532663.58
WGS84 Y 7.380102 X 49.935018

Und wen es auf unseren Touren im Hunsrück fast in die Nähe von Vater Rhein verschlägt, der ist im „Forsthaus Lauschhütte“ (55442 Daxweiler) gut aufgehoben.
UTM32 X 411839.41 Y 5538840.46
WGS84 Y 7.769961 X 49.995367.

Für die kommende Saison hat Flying Haggis auch geführte Motorradtouren für Genießer in der Planung. Wobei der Genuss, wie IHR ihn bei mir und den Anderstouren kennt, nicht auf Geschwindigkeit und „Knieschleifen“ ausgelegt ist, sondern auf Landschaft, Entspannung und wunderbaren Einkehrstationen. Wie das Ganze dann konkret aussehen wird, teile ich noch zeitig mit.

Ich wünsche uns heute schon eine wunderbare Motorradsaison 2021 und bin überzeugt davon, dass wir die auch haben werden, denn eine schöne Motorradtour in der Natur bringt die Seele nach Hause.

Das Motorradjahr 2021 und der Gegenwind

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Irgendwie beginnt für uns Motorradfahrer*innen das Jahr 2021 in vielerlei Hinsicht so wie das Jahr 2020 geendet hat.

Da haben wir z. B. das Thema der Motorradmessen. Für mich sind sie seit Jahrzehnten magische Anziehungspunkte. Ich mag es einfach durch die Messehallen zu bummeln und mir die neuen Maschinen und aktuellen Produkte der Zubehörfirmen usw. anzusehen. Nirgendwo hat man ansonsten diese Möglichkeit auf einem engen Raum eine derartige Palette zu bewundern und zu vergleichen als auf einer derartigen Fachmesse.

Dieser unsichtbare Gegner, der uns im Jahr 2020 vielerorts beherrscht hat, hat auch in Sachen Motorradmessen massive Lücken gerissen. So hat der Industrieverband Motorrad (IVM) die INTERMOT 2020 in Köln auf den 04 bis 09. Oktober 2022 verschoben.

Auch die größte Motorradmesse Europas die EICMA in Mailand fiel dem Covid-Treiben 2020 zum Opfer. Der aktuelle Termin für „normale Besucher“ ist jetzt vom 25. – 28. November 2021. Ich hoffe, dass dieses Zeitfenster spät genug im Jahr 2021 liegt, dass man hier durch die Messehallen schlendern kann.

Nein Leute – ich bin kein Pessimist, sondern eher das Gegenteil. Aber in Sachen Frühjahrsmessen hat der neudeutsch Lockdown schon derbe Lücken gerissen. Gestrichen sind bereits: Die Sachsenkrad in Dresden vom 22.01.21 bis 24.01.21. Die bekannte Motorradmesse Bodensee vom 29.01.21 bis 31.01.21 und die IMOT in München vom 19.02.21 bis 21.02.21. Den Frühjahrsklassiker die Motorradmesse in Dortmund hat man wohlweislich bereits auf den 29.04.21 bis 02.05.21 terminiert. Schauen wir einmal ob das ausreichend ist für ein Gelingen der Dortmunder Messe.

Auch die Motorradsportsaison 2020 hat mein Herz, bildlich gesprochen, ziemlich bluten lassen. Dafür war sie spannend wie lange nicht mehr.

Der GP-Kalender 2021 steht seit einiger Zeit, beginnt aber auch bereits Schatten zu werfen. Früher pflegte ich zu sagen: Wer einen Plan „B“ hat, der vertraut seinem Plan „A“ nicht. In der heutigen Zeit ist man aber dumm, wenn man nicht einen Plan „B“ in petto hat. In der Hoffnung, dass unser Alphabet im Hinblick auf die Alternativen ausreichend Buchstaben hat.

So rechnen die Verantwortlichen der Dorna bereits in Sachen Covid mit den Absagen der Veranstaltungen am 11. und 18. April in Argentinien und den USA und haben den Grand Prix in Qatar für den 4. April „gedoppelt“ und als weiteren Termin am 25. April Portimão in Portugal eingebaut.

Ich zittere bereits für den 20. Juni inwieweit die Bundesregierung die Moto GP am Sachsenring mit mehr als 200.000 Zuschauern zulassen wird. Impfung hin oder her – es könnte knapp werden und wen von den bereits vorverkauften Karten lässt man hinein bzw. lässt man dann draußen. Sollte dann etwa der Impfstatus eine Rolle spielen? Ein Schelm der Böses denkt.

Aber auch WIR selbst können einiges zu einem tollen Motorradjahr 2021 beitragen. Warum sage ich das jetzt? Weil mich in den Motorradforen und den sozialen Medien im zurückliegenden Jahr doch die ein oder andere Frage aus unseren eigenen Reihen gewundert hat.

Sind WIR Teamchefs oder Renningenieure bei der Formel 1 oder der Moto GP? Warum frage ich das jetzt?

Weil diese Menschen ganz hart am jeweiligen Regelwerk ihre Rennfahrzeuge entwickeln und jegliche Art oder Möglichkeit einer „alternativen“ Auslegung des Regelwerks ausnutzen. Dies natürlich zum eigenen Vorteil und um dem Gegenüber die kleine, vielleicht entscheidende, Sekunde voraus zu sein. Ein harter und unbarmherziger Wettkampf.

WIR sind aber nicht in einem Wettkampf. Wir frönen lediglich unserer Passion. Und wenn es dann irgendwo Auflagen oder Beschränkungen gibt, dann sollten wir uns einfach danach richten und nicht wie ein Renningenieur der Moto GP nach der Grauzone im Regelwerk suchen, die uns doch noch eine Option für was auch immer bietet. Getreu dem Motto: Es ist faktisch nicht verboten, demnach ist es erlaubt.

Unser gesunder Menschenverstand wird uns dabei helfen, denn WIR sind schon in einem mehr als ausreichenden Maße im Fokus von gewissen Gruppen, die uns lieber heute als morgen von der Straße hätten.

Gehen wir positiv in das Motorradjahr 2021 – es wird eine tolle Saison für uns werden. Denn wie sagte einst Henry Ford: Wenn alles gegen Dich zu laufen scheint, erinnere Dich daran, dass das Flugzeug gegen den Wind abhebt und nicht mit ihm.

Ich bin hetero……….

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ja – das auch im üblichen Sinne der Verwendung des Wortes. Laut Fazit einer Studie der BAST (Bundesanstalt für Straßenwesen) vom 01.12.2020 handelt es sich bei uns, also uns Motorradfahrern*innen um eine äußerst heterogene Nutzerstruktur. Demnach bin ich also auch in diesem Fall heterogen.

Gehen wir einmal von dem Wortstamm aus, dann ist heterogen etwas, das aus etwas Uneinheitlichem oder Andersartigen zusammengesetzt ist. Das passt bei mir. Ich bin ein großes Puzzle aus einer Unmenge von Teilen mit Ecken und Kanten, die aber am Ende doch ein Ganzes ergeben. Und für mein Gefühl funktioniert dieses Ganze auch ganz ordentlich. Ich denke, eine große Menge von euch findet sich da auf irgendeine Art und Weise wieder. Das Gegenteil von heterogen ist homogen und das ist gleichbedeutend mit Gleichartigkeit und steht auch in Verbindung mit Konformität. Wenn ich etwas nicht sein möchte dann ist es konform. Nein ich bin jetzt nicht auf Krawall gebürstet. Okay – vielleicht ein wenig.

Aus meiner Sicht behandelt die BAST in ihrer Studie das Thema des Unfallaufkommens bei Motorrädern sehr sachlich, wenn auch der abschließende Tenor der erforderlichen speziellen Mobilitätsstudien auf Grund der heterogenen Nutzerstruktur bei mir für Schmunzeln sorgte.

Ansonsten ist diese Studie sehr strukturiert aufgebaut und anhand der Datenbestände schlüssig nachvollziehbar. Wie z. B. die Feststellung, dass die Hälfte der jährlichen Kilometerleistung in den drei Sommermonaten erbracht wird. Das ca. 70 % der zurückgelegten Kilometer dem Freizeitgedanken folgen usw.

Aus dieser Erhebung resultiert letztendlich das Faktum, dass wir Motorradfahrer*innen ein 4,3-fach höheres Unfallrisiko haben, unsere Verunglücktenrate um das 7-fache über dem Gesamtwert aller sonstigen Kfz liegt und die Gefahr als Motorradfahrer*in bei einem Unfall getötet zu werden etwa 13-mal höher ist als im Durchschnitt aller Kfz-Nutzer.

Warum beiße ich mich jetzt derart an dieser BAST-Studie fest?

Weil ein Redakteur des SPIEGEL mit Namen Guido Kleinhubbert am 12.12.2020 einen Artikel veröffentlicht hat, der sich in einer, für den SPIEGEL untypischen, Art und Weise mit dem Thema Motorräder und dem Fahrverhalten der Nutzer befasst.

https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/motorradfahrer-eine-neue-studie-belegt-dass-biker-zum-rasen-neigen-a-03e2da5b-b7d6-4351-b0a1-cdc6540c1373

In seinem Artikel bezieht sich dieser Journalist des SPIEGEL auf eine Studie der Unfallforschung der Versicherer (UdV) und zitiert dabei oftmals den Leiter der Unfallforschung Herrn Siegfried Brockmann, einen ausgewiesenen Fachmann in Sachen Unfällen und nicht von ungefähr Leiter dieser UdV.

Wie das so oft vorkommt bei Zitaten finden wir auch hier im Artikel dieses Journalisten Zeilen, die komplett aus dem Zusammenhang ihres Ursprungs herausgerissen sind.

Dahingehend möchte ich anmerken, dass das Gros der Zitate aus einem Bericht der UdV vom 31.07.2019 ist. Hier ging es eigentlich inhaltlich um das Todesrisiko beim Motorradfahren und dem abschließenden Hinweis, dass jenseits einer Geschwindigkeit von 25 km/h UND einem Aufprall auf ein Hindernis, Schutzbekleidung mit Protektoren lebensbedrohliche Verletzungen nicht mehr verhindern kann.

Wie seiner Zeit Otto von Bismarck bei der Emser Depesche lässt der Journalist Kleinhubbert hier etwas weg und fügt dort etwas aus einer anderen Studie hinzu, um am Ende seiner Ausführungen dann dort anzulangen, wo er eigentlich bereits zu Beginn hin wollte.

Die ewige Verdammnis der Motorradfahrer*innen als hirnlose Raser!

Wie lautet doch so schön sein abschließendes Statement:

Biker neigen tatsächlich dazu mit dem Feuer zu spielen. Ihr Verhalten entspricht manchmal dem von irren Autofahrern, die sich nicht anschnallen, bewusst den Airbag deaktivieren und dann trotzdem zu schnell drauflos brettern.

Wenn man etwas gut, sachlich und sauber recherchiert, dann darf man, wie die BAST in ihrer Studie, abschließend zu einem Schluss kommen. Dies auch dann, wenn abschließend formuliert wird, dass die Ursachen für das höhere Unfallbeteiligungsrisiko auch im Fehlverhalten der Motorradfahrer selbst liegt. Wenn WIR ehrlich zu uns sind, dann wissen wir das auch selbst. Denn wir sind, wie anfangs festgestellt, heterogen und als solches nicht angepasst, andersartig und uneinheitlich. Der Eine weiß eben, dass er an dieser oder jener Stelle zu schnell ist und der Andere eben nicht.

Das Geschreibsel des Herrn Guido Kleinhubbert hingegen ist auf dem Niveau der BILDzeitung und als solches des SPIEGELS unwürdig. Schade, dass hier keiner der Verantwortlichen vor der Veröffentlichung einmal einen Blick darauf geworfen hat und man von einer derartigen plakativen Berichterstattung abgesehen hat.

Oftmals ist es hilfreich einen Blick in den Spiegel zu werfen. In diesen SPIEGEL diesmal nicht.

Ein kleiner Hopser ODER eine „kleine Auszeit“

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Zum Abschluss des Jahres 2020 machen wir noch schnell einen kleinen Hopser und gönnen uns eine „kleine Auszeit“. Das hat natürlich auch wieder mit einer wunderbaren Pausenstation zu tun und aus einer kleinen Auszeit kann man auch eine größere Auszeit machen. Je nach Bedarf.

Also raus aus Trier auf bekannten Wegen und rüber auf die westliche Moselseite in Richtung Trier-Ehrang bzw. Quint. Wer hier noch ein wenig Zeit mitgebracht hat, der kann, bevor er auf die L 46 abbiegt noch einen Abstecher zum Baum-Welt-Pfad machen. In unmittelbarer Nähe zum Forstamt Am Rotenberg hat man vor Jahren ein Experimentierfeld angelegt um Alternativen zu den einheimischen Baumarten auf ihre Wuchsfähigkeit zu testen. So kann der Besucher hier 21 verschiedene Baumarten bewundern u. a. einen Riesenmammutbaum, Japanische Lärchen oder Ginkobäume.

Es zieht uns auf unsere bekannte kurvige Route auf die L 46 und am Kaiserhammerweiher vorbei. Leute – ihr wisst ja noch aus einem früheren Bericht – hier ist äußerste Vorsicht geboten. Wir sind im Meulenwald unterwegs und hier treiben die Geister des tyrannischen Erzbischofs Milo von Trier, sowie der des römischen Statthalters Rictius Varus sein Unwesen. Beide schon zu Lebzeiten keine liebenswerten Zeitgenossen

Hinter dem Weiher biegen wir ab auf die K 34 und fahren über Rodt und Zemmer nach Orenhofen.

Unser Weg führt uns nun hinunter an die Kyll nach Auw. Wenn wir etwas später gestartet sind oder unser Rundweg auf dem Baum-Welt-Pfad länger gedauert hat, dann ist hier ein schöner Platz im „Alten Pfarrhaus“ um Verpflegung aufzunehmen.

Ach ja – Thema Verpflegung. Weiter geht es über Idenheim nach Meckel und da ist der Landgasthof Herrig. Ebenfalls wie gemacht für eine Pause mit exzellenter Verpflegung. Für diejenigen unter euch, die unsere heutige Tour in entgegengesetzter Richtung fahren also zwei ideale Plätze um die Fahrt ausklingen zu lassen.

Die L 2 bleibt weiterhin unsere asphaltierte Partnerin und wir schnuppern hinter Wolsfeld wieder einmal kurz „Rennluft“. Mit ihren 1.640 m Streckenlänge bei einer Steigung von 9 % ist der Wolsfelder Berg die kürzeste Strecke in der Deutschen Bergmeisterschaft. Bei den Tourenwagen hält der Schweizer Ronnie Bratschie seit 2019 mit 1:01,550 Minuten den Streckenrekord. Zugunsten des besseren Drehmomentes hatte er am Renntag seinen bis zu 750 PS starken Mitsubishi Evo 8 auf 600 PS heruntergeregelt. Damit liegt er nur noch Bruchteile vom Rekord der Rennwagen mit 1:00,090 entfernt.

Waren wir gerade noch an der Kyll landen wir jetzt bei Holsthum an der Prüm auf der L 4. Die verlassen wir schon alsbald um in Richtung Peffingen auf die L 7 abzubiegen.

Wir wollen zu unserer versprochenen Pausenstation und biegen bei Bettingen in die Ortslage ab um nach wenigen Metern links am Cafe „Kleine Auszeit“ haltzumachen.

Klein und gemütlich ist unsere Pausenstation und mit viel Liebe hergerichtet. Apropos Liebe. Die kleine Törtchen sind ein Genuss und so haben wir eine gute Möglichkeit aus einer Torte auch mal gerne zwei oder drei zu machen. Oder im Tankrucksack bzw. Koffer ist noch Platz für den Snack zwischendurch bei einem nächsten Fotohalt.

Das Cafe „Kleine Auszeit“ ist auf alle Fälle DER Einkehrtipp unserer heutigen Tour, den ihr auf gar keinen Fall verpassen solltet.

Über Halsdorf und Enzen geht es nun weiter und wir queren für erfahrene Anderstourer einige unserer früheren Routen. Die nächsten Ortsnamen sind Hommerdingen, Lahr und Geichlingen und dann landen wir zwischen Koxhausen und Gaymühle auf der K 50. Hier sind wir jetzt bis Rodershausen auf einer für uns bekannten Strecke. In Rodershausen biegen wir links ab auf die L 1, die wir aber nach knappen eineinhalb Kilometern wieder nach rechts (Waldhof Falkenstein) verlassen.

Wenn wir schon einmal hier sind machen wir wieder einen kleinen Schlenker durch das benachbarte Großherzogtum Luxemburg und rollen in Stolzembourg auf der CR 320 bergan in Richtung Pütscheid. Wie gesagt nur ein kleiner Schlenker, denn es geht auf der CR 322 an einem schönen See entlang wieder talabwärts nach Vianden. Direkt an der Burg vorbei mit einer schönen Möglichkeit für ein Foto. Schnell noch die Maschinen tanken und Kaffee einkaufen und dann geht es am Ortsende links den Berg hinauf wieder nach Deutschland.

Wir suchen uns aber nicht für den weiteren Weg die B 50 aus, sondern biegen rechts ab auf die K 5, der wir schon so häufig parallel zum Flusslauf der Sauer folgen. Hinter Wallendorf sind wir dann auf der L 1 und landen in Bollendorf. Natürlich sind wir schon lange auf unserem Rückweg, aber den gestalten wir natürlich wieder mit einer kleinen Schleife auf Nebenstrecken. Beim Lager Weilerbach biegen wir links ab auf die K 19 nach Ferschweiler. Hier geht es in der Ortslage links ab auf die K 21 nach Prümzurlay, wo wir der Beschilderung zur Prümerburg folgen. So landen wir kurz auf der B 257 nach Irrel.

Jetzt sind wir wieder auf alten Bekannten unterwegs, die uns über Eisenach, Helenenberg und Welschbillig nach Kordel führen. Wir haben ja noch Zeit und so nehmen wir in Kordel nicht den direkten Weg nach Trier, sondern nehmen zum Abschluss noch ein paar Kurven auf der L 43 nach Butzweiler mit, um dann über die K 24 wieder abwärts nach Trier-Biewer zu gelangen.

Das war unsere abschließende Tour über 180 km für das Jahr 2020. Viel Spaß beim Nachfahren.

Halten wir es doch 2021 mit unserem großen Dichter Goethe, der einst folgendes sagte: Eines Tages klopfte die Angst an die Tür. Der Mut stand auf und öffnete, aber da war niemand draußen.

Eines wissen wir alle doch ganz genau. Angst verhindert nie deinen Tod, aber mit Gewissheit verhindert Angst dein Leben.

Ich wünsche Euch allen ein wunderbares Jahr 2021 und eine traumhafte Motorradsaison. Kommt gut in das Neue Jahr und passt auf Euch auf. Aber bitte ohne ÄNGSTE.

Das war ein Fehler

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Oscar Wilde sagte einmal: Erfahrung ist nur der Name, den wir der Summe unserer Fehler geben.

Wenn man also im Laufe seiner Jahre ein gewisses Erfahrungswissen angehäuft hat, dann heißt das im Umkehrschluss, dass hier auch einiges an Fehlern passiert ist.

Gut zu wissen! Insbesondere für diejenigen Menschen, die für sich und ihre Handlungen gerne eine Form der Unfehlbarkeit in Anspruch nehmen. Eigentlich sind die Grenzen zur Dummheit nur dann überschritten, wenn man ein und denselben Fehler permanent wiederholt ohne seine Lehren daraus zu ziehen.

Ich habe einige Fehler in meinem Leben gemacht, aber auch daraus gelernt. An einen speziellen Fehler musste ich dieser Tage aber wieder einmal denken, denn ich hatte ein altes Album durchgeblättert und bin über eine Autogrammkarte „gestolpert“.

Ihr wisst ja mittlerweile zu Genüge, dass der Rennsport und dabei speziell alles im Zusammenhang mit zwei Rädern auf mich eine besondere Faszination ausübt. Und mit unseren deutschen Protagonisten hatte ich immer ganz besonders mitgefiebert.

Über Jahre war die 250ccm-Klasse so etwas wie eine deutsche Domäne. Da waren immer deutsche Fahrer in dem nahen Umfeld der Favoriten unterwegs, welches um den WM-Titel mitfuhr.

Einer dieser Fahrer war Reinhold „Jointie“ Roth. Den Spitznamen „Jointie“ hatte sich der Amtzeller durch seinen regen Nikotinkonsum verdient und der begleitete ihn auch durch sein gesamtes Rennfahrerleben.

Reinhold Roth war einfach ein Sympathieträger. Da wurde nicht geprotzt oder geprahlt. Nach guten Rennen kam als erstes der Dank an das Team und die Mechaniker, die ihm ein tolles Motorrad für das Rennen hingestellt haben. Seine eigene Leistung stellte er nie in den Vordergrund.

Ich kann mich noch gut an ein Fernsehinterview erinnern nach seinem ersten Sieg 1987 in Le Mans. Roth fuhr damals (wie passend) für das HB-Team von Dieter Stappert in der WM und seine Maschine wurde von dem Guru der Motorradmechaniker Sepp Schlögl gewartet. Also – man sah einen strahlenden Reinhold Roth, der emotional berührt vom glücklichsten Tag in seinem Leben sprach. Nur Sekunden später sah man den gedankenverlorenen Blick von „Jointie“ Roth und sein Kopfschütteln. Und dann kam eine für Reinhold Roth so typische Aussage:

„NEIN – das war jetzt Quatsch was ich da gesagt habe. Mein glücklichster Tag im Leben war, als ich meine Frau Elfriede geheiratet habe!“

1987 wurde Roth Vizeweltmeister – direkt hinter Toni Mang. 1989 wurde er erneut Zweiter in der 250er-WM. 1990 sollte endlich der langersehnte und hochverdiente WM-Titel her. Es hätte niemanden gegeben, der es Reinhold Roth nicht gegönnt hätte. Aber das Schicksal kann oftmals ein richtiges Arschloch sein.

Am 17. Juni 1990 kämpften drei deutsche Fahrer Helmut Bradl, Martin Wimmer und Reinhold Roth mit um den Sieg beim Großen Preis von Jugoslawien in Rijeka. Die Drei laufen bei einsetzendem Regen auf den langsam auf der Ideallinie fahrenden und überrundeten Australier Darren Milner auf, der eigentlich zu seiner Box fahren wollte.

Die drei Führenden Carlos Cardus, John Kocinski und Luca Cadalora zirkeln an dem rollenden Hindernis vorbei. Auch Bradl und Wimmer können gerade noch dem Australier ausweichen und Reinhold Roth, dem wahrscheinlich durch die beiden Vorderleute die Sicht versperrt war, knallt in das Heck von Darren Milner.

Die Verletzungen sind gruselig. Das Rückgrat wird ihm in die Schädelbasis gestaucht und die medizinische Versorgung vor Ort eine Katastrophe. Ca. 8 Minuten blieb er an der Unfallstelle ohne Sauerstoff, weil ein entsprechendes Gerät im Rettungsfahrzeug fehlte. Bis heute ist Reinhold Roth ein Pflegefall.

Aber das alles könnt ihr auch an anderer Stelle nachlesen und ist den Rennfans, zumindest den Alten, unter euch bekannt.

Ich kam an diesem Sonntag am Abend von einer Motorradtour zurück und hörte dann die Meldungen im Fernsehen. Leute – ich war wie vom Donner gerührt! Natürlich könnt ihr jetzt sagen: Du sentimentaler Trottel – Wo ist dein Problem? Du hattest doch mit diesem Mann überhaupt nichts zu tun.

Aber irgendwie war das anders. Das Gefühl war einfach anders. Es war so, als ob einem guten Kumpel aus der Clique dieses Unheil widerfahren wäre. Mit genau diesem miesen Gefühl in der Magengegend und der brennenden Hoffnung, dass doch da oben irgendeiner ein Einsehen haben muss und dafür sorgen, dass der Mann bald wieder gesund und munter bei seiner Familie ist. So ein lieber Kerl.

Mein erster Gedanke war: Du setzt Dich jetzt hin und dann schreibst Du der Elfriede Roth einen Brief. All deine Gedanken, die Wünsche und die Hoffnungen. Das Du zwar nicht richtig helfen kannst aber in Gedanken dabei bist und alles Glück dieser Welt wünschst.

Und dann sprang da oben – da oben zwischen den Ohren – der rationale Apparat an: Die hält Dich doch für komplett bescheuert. Die kennt Dich doch gar nicht und denkt, da schreibt irgend so ein Spinner. Mach´ dich nicht lächerlich.

Das war ein Fehler!

Ich hätte auf mein Herz hören sollen und diesen Brief schreiben. Im Laufe der Jahre ist mir aufgegangen wie schön und wie hilfreich es sein kann, wenn man vollkommen unerwartet in einer „kritischen Lebenssituation“ eine Stütze von Menschen erhält und wenn es nur ein paar liebe Worte sind. Oftmals von Menschen, die man gar nicht so gut kennt. Dafür lassen einen dann die unbeachtet mit deren „Stütze“ man eigentlich gerechnet hatte. Das ist dann auch eine Erfahrung und wie wir ja wissen laut Oscar Wilde die Summe der gemachten Fehler.

Irgendwann habe ich dann mitbekommen, dass es ganz vielen Menschen in diesem Moment so gegangen ist wie mir. Elfriede Roth erhielt Post – viel Post. Von Menschen die in diesem Moment auf ihr Herz hörten und nicht, wie ich auf den Kopf und eben diesen Fehler nicht machten.

Aus Fehlern lernt man aber. Heute würde ich mich hinsetzen und schreiben. Vollkommen gleichgültig ob da jemand oder Dritte, die gar nicht die eigentlichen Adressaten sind, meine Zeilen als lächerlich empfinden. Gerade wir Motorradfahrer wissen, dass Herzensdinge oftmals Verstandesmenschen schwer verständlich zu machen sind.

Seid IHR jetzt etwa am überlegen? Dann geht in die Garage und schaut nach diesem völlig unnützen und gefährlichen Ding auf den zwei Rädern, das in eurer Garage steht. Wenn IHR „das Teil“ mit dem Verstand und nicht mit dem Herzen gekauft habt, dann ist etwas gravierend schief gelaufen.