Ist weniger tatsächlich manchmal mehr?

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Flying Haggis hat mal wieder eine Maschine etwas unter die Lupe genommen. Etwas Neues und doch hat man das Gefühl auf eine alte Bekannte zu treffen. Die aktuelle Version der Africa Twin aus dem Hause Honda war kurz meine Begleiterin.

Nein – Nicht die Adventure. Die Standardvariante wurde von mir bewegt. Aber mit DCT, also dem Doppelkupplungsgetriebe von Honda.

Vor einigen Jahren durfte ich einmal eine der ersten Maschinen mit diesem Ausstattungsmerkmal fahren. Es war eine Crosstourer und euer werter Erzähler war wohl mental noch nicht so weit eine derartige technische Entwicklung zumindest als Option wahrzunehmen und zu goutieren. Nach einigen Kilometern schaltete ich permanent wieder von Hand (mit den Schaltern – natürlich ohne Kupplung), da die Schaltpunkte des DCT einfach nicht mit meinem Fahrstil übereinstimmen wollten und das Ganze irgendwie nervig war.

Irgendwie praktisch die ganze Geschichte und dazu auch noch unauffällig für den Fahrer. Die Schaltvorgänge erfolgen ohne Lastwechsel und wenn man mit der Maschine anhält schaltet das Getriebe automatisch in den ersten Gang. Kurzer Dreh am Gas und die Fuhre macht sich wieder auf den Weg. Hat man den Hang dazu diesen Halt in der Neutralstellung zuzubringen (was nicht nötig ist), so kann man an der rechten Schaltereinheit mit einem Druck auf „N“ den Leerlauf einlegen. Im Stadtverkehr ist das DCT sicherlich eine exzellente Lösung.

Apropos Leerlauf. Falls man die Maschine irgendwo im Gefälle im Leerlauf auf dem Seitenständer abstellt, dann kann man auf der linken Lenkerseite, also dem „früheren Kupplungsgriff“ die Handbremse aktivieren. Ähnlich der Funktion bei einem PKW ist die Maschine jetzt gegen Wegrollen gesichert. Ein kleiner Bügel an dem Hebel arretiert das Ganze und mit einem kurzen Zug am Hebel wird die Arretierung wieder gelöst. Simpel, aber durchaus hilfreich.

Wir waren aber schon an der rechten Schaltereinheit. Mit dem Schalter D / S lässt man nach dem Leerlauf den ersten Gang einrücken. Gut ablesbar im Display würden wir jetzt auch ein „D“ erkennen. Also die ökonomische Variante für eine gemütliche Fahrt über Land und einen zurückhaltenden Spritverbrauch.

Wollen wir dem potenten Motor richtig die Sporen geben dann betätigen wir nochmals den Schalter und das Management wird auf „S“ wie Sportbetrieb umgestellt. Jetzt merken wir beim Gasaufziehen auch wie das DCT zügig seiner Arbeit nachkommt und die Gänge blitzsauber hochschaltet. Gleiches gilt bei der Motorbremse, wenn wir Gas wegnehmen. Als ob man leichtes Zwischengas vernehmen könnte werden die Gänge ruckfrei heruntergeschaltet.

Dabei ist ein sonores Brummen aus dem Edelstahlendtopf zu hören. Kaum zu glauben, dass dieses Geräusch gesetzeskonform ist, aber Honda ist ja bekannt für Fertigung auf hohem Niveau und Legitimität. Sauber verarbeitet ist der Endtopf und aus meiner Sicht gibt es keinen Grund in die Zubehörkiste zu greifen.

Das die 95 PS (bei 7.500 U/min) und 98 Nm Drehmoment (bei 6.000 U/min) dem Africa-Twin-Treiber nicht den Schweiß auf die Stirn treiben verhindert das 2-Kanal-ABS und eine 7-stufige Traktionskontrolle. Am Hinterrad ist das ABS genreüblich abschaltbar. Es handelt sich aber nicht um ein Kurven-ABS. Irgendwie schade – ich hatte mich an diese zusätzliche Sicherheitsreserve meiner KTM irgendwie schon gewöhnt. Vollgetankt bringt die Twin 240 kg auf die Waage (laut Herstellerangabe) und die vorhandene Motorleistung ist de facto ausreichend für alles was die Landstraße fordert. Wahrscheinlich auch der neuen Airbox geschuldet, die vor allem im mittleren Drehzahlbereich für mehr Leistung sorgen soll. Wie das Ganze dann vollgepackt mit Sozia aussieht muss man noch erFAHREN. Insbesondere wenn bei längeren Anfahrten auch einmal auf der Autobahn Kilometer gefressen werden sollen.

Also jetzt den „S“-Modus eingeschaltet, der 3 Mappings für sportliche Fahrweise optional zur Verfügung hat und die heimatlichen Kurven in Angriff genommen. Natürlich habe ich immer als Referenz meine „Vroni“ (KTM 1190 @venture) im Kopf.

Apropos Modi und Einstellungen. Bei der Africa-Twin hat man drei Voreinstellungen: Urban, Tour und Gravel, die bereits vorbelegt sind. Modus Tour mit maximaler Leistung (1), mittlerer Motorbremse (2) und starker Traktionskontrolle (6). Urban mit mittlerer Leistung (2) und ebenfalls mit mittlerer Motorbremse (2) und starker Traktionskontrolle (6). Gravel, welches für einen Geländeeinsatz vorgesehen ist mit geringer Leistung (3), starker Motorbremse (3) und starker Traktionskontrolle (6). Weiterhin steht noch der freibelegbare Usermodus zur Verfügung, den der Fahrer oder Fahrerin nach eigenem Gusto belegen kann.

Das konventionelle Fahrwerk der Africa-Twin steckt den teilweise schlechten Belag und die Kurven sauber weg. Das Federbein lässt sich manuell in Druck- und Zugstufe regulieren. Bei der USD-Gabel muss man ebenfalls Hand anlegen.

Im Fahrbetrieb verhält sich die Africa-Twin positiv unspektakulär. Auffällig ist beim etwas stärkeren Anbremsen vor Kurven, dass die Gabel doch recht weit eintaucht.

Das ist natürlich dem langen Federweg geschuldet, aber man muss sich darauf einstellen. Insbesondere wenn man, wie euer werter Erzähler, von einer KTM @venture umsteigt. Also andere Linie suchen und den Kurvenablauf anders planen, damit man nicht vom ausfedernden Vorderrad überrascht wird.

Damit sind wir beim Überraschen. Ich hatte natürlich eine Wegstrecke gewählt, die ein repräsentatives Urteil ermöglicht. Auf der Route war dann auch ein richtiges „Hundseck“, eine Rechts-Spitzkehre leicht hängend, eingeplant. Genau in der Spitze hat mir das DCT dann einen unpassenden Schaltvorgang gesetzt, was die Linie ziemlich verhagelte und die Africa-Twin nach aussen trieb. Der abgelegenen Streckenführung sei Dank – kein Gegenverkehr, sonst wäre es recht ungemütlich geworden. Ich verbuche den Vorgang als persönlichen Fauxpas, der Unkenntnis in Sachen DCT und der vielfachen Einstellmöglichkeiten geschuldet.

Was gibt es sonst noch zu vermelden. Die rechte Schaltereinheit verfügt noch über eine Option in den G-Modus zu schalten. Hier wird das Ansprechverhalten des DCT insbesondere für den Geländeeinsatz noch sensibler geregelt.

Honda hat der Africa-Twin auch eine neue, leichtere Batterie spendiert. Lediglich 2,3 kg bringt die Litium-Ionen-Batterie auf die Waage.

Jetzt kommen wir zu dem Punkt der letztendlich wohl bei jedem von uns der ausschlaggebende Punkt ist. Wieviel Motorrad bekomme ich für mein Geld? Um die 13.000,- Euro ruft Honda für die Africa-Twin auf. Soll das DCT Getriebe mit dabei sein heißt das plus 1.100,- Euro. Baut man stattdessen auf Schaltautomat mit Blipper sind es plus 800,- Euro.

Für uns heißt das: Mit Mehrfarbenlackierung und dem Tourenpaket, welches dann Hauptständer, Koffersatz und Topcase, sowie Lenkerheizung umfasst nähern wir uns laut Honda Konfigurator ganz schnell 18.000,- Euronen.

Dazu muss man den Weltenbummlern unter euch noch sagen, dass die Hondakoffer, welche blitzsauber am Heck integriert ihre Aufnahme finden, nur für 5 kg Gewicht freigegeben sind. Solo in Ordnung, aber mit Sozia ist das schlichtweg zu wenig. Greift man jetzt auf alternative und wertige Produkte wie z. B. auf SW-Motech zurück, die einen wirklich tollen Toplader-Koffersatz mit Topcase anbieten, sind es plus 1.300,- Euro auf der Rechnung. Günstiger wird es auch nicht bei den wirklich guten Koffern aus dem Hause GIVI. Dafür hat man bei diesen beiden Anbietern Zuladungen, die dem Geiste einer Tourenmaschine auch entsprechen.

Fazit: Honda hat hier eine wirklich wertige Maschine auf die Räder gestellt, die ein würdiger Nachfolger der ehrwürdigen Africa-Twin ist. Wer genau dies sucht, der wird sicherlich glücklich mit dem Produkt. Die neue Africa-Twin ist preiswert aber nicht günstig. Wahrscheinlich geht das bei heutigen Produktionen auch gar nicht mehr.

Stellen wir uns unsere Africa-Twin so zusammen, dass SIE dem Anspruch ihrer Urahnin gerecht wird, dann sind wir ganz schnell in einem Preissegment, welche andere Optionen durchaus als schlüssige Alternativen zulässt. 2.000,- Euro mehr investiert und ich bin bei einer gut ausgestatteten 1290er @venture von KTM oder bei der 1200er Triumph, sei es XC oder XR mit semiaktiven Fahrwerken, sowie Schaltautomaten mit Blipperfunktion.

Aber das wird jetzt eher ein anderes Thema.

Bis dahin lasse ich euch mit dem Gedanken zurück: Ist weniger tatsächlich manchmal mehr!

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Das Leben ist gefährlich…………..

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und wie sagte der amerikanische Schauspieler Anthony Hopkins so schön und so treffend: „Keiner von Uns wird lebend diesen Planeten verlassen!“

Das ist so und niemand wird dieser, sagen wir einmal, etwas fatalistischen Aussage im Kern widersprechen.

Kaum haben wir diesen Planeten betreten können WIR uns zu Hundertprozent sicher sein – Wir werden ihn wieder verlassen. Die Frage ist nur ob früher oder später UND hatten wir Freude bei unserem Aufenthalt?

Deshalb habe ich ein massives Problem mit allen Leuten, die mir heutzutage erklären wollen WAS ich alles anders machen muss um gesund und mit heiterem Gemüt durch mein Leben zu kommen. KENNEN wir uns? Mag sein, dass ich zu viel Fleisch esse und dies ungesund ist. Um den Frevel komplett zu machen gare ich dieses Teufelszeug auch noch gerne auf dem heimatlichen Grill. Dabei kann es sogar passieren, dass das ein oder andere Glas Hefeweizen oder Rotwein zu viel durch meine Kehle rinnt.

Um Himmelswillen! Ich bin so gut wie tot!

Stimmt! Wie zu Beginn festgestellt bin ich das aber bei Tofu und veganer Ernährung ebenfalls. Das Ziel irgendwann einmal kerngesund zu sterben und mir, nach meiner Auffassung, niemals etwas gegönnt und damit nach meiner Fasson richtig gelebt zu haben ist mir aber fremd.

Ich fahre Motorrad und setze mich damit statistisch einem vielfach höheren Unfallrisiko als beim Autofahren aus. Ja und jetzt? Es bereitet mir aber unsägliche Freude und einen Riesenspaß mit einem Motorrad vollkommen ziellos durch die Gegend zu fahren. DAS ist genau das was ich will.

Furchtbar lange Einleitung – ich weiß.

In der zurückliegenden Trainingswoche auf der Isle of Man, anlässlich der anstehenden TT-Rennwoche, ist der Manxman Dan Kneen tödlich mit seiner Maschine verunglückt. Der Mann aus Onchan, in der Nähe von Douglas, zählte in diesem Jahr sicherlich zu dem erweiterten Kreis der Favoriten und er hatte in den ersten Trainings auch schon eine tiefe 17er Zeit in den Asphalt des Mountaincircuit gebrannt.

Nun ist er das erste und so hoffe ich inständig auch das letzte Opfer der diesjährigen TT. Jetzt haben sich in vielen Foren und Gazetten wieder zahllose Leute gemeldet, welche über den Sinn oder Unsinn dieser Veranstaltung schwadronieren.

Dieses Rennen schreibt eine über hundertjährige Geschichte und es ist Geschichte. Geschichte des Rennsports und ich ziehe den Hut vor jedem der diesen Kurs im Renntempo unter die Räder nimmt.

Für einen rationalen Menschen ist dies Unsinn. Warum machen DIE das? Wofür ist das denn gut?

Der momentane Inhaber des Streckenrekords und vielfache TT-Sieger Michael Dunlop hatte einmal in einem Interview gesagt, dass er sich alljährlich mit dem Bewusstsein von seiner Familie zur Rennwoche auf die Isle of Man verabschiedet, dass er möglicherweise nicht mehr lebendig oder gesund nach Hause kommt. Dennoch sei ein Jahr für ihn nicht komplett und befriedigend, wenn er dort nicht gefahren sei!

Lassen wir diese Aussage von einem Mann einmal im Raum stehen. Von einem Mann der genau weiß, was auf diesen Rundkursen passieren kann, denn Robert Dunlop und Joey Dunlop sind seine Familiengeschichte.

 

Dan Kneen wusste auch ganz genau was passieren kann und wie gefährlich seine Passion – Motorradstraßen-rennen – ist. Wir können IHN nicht mehr fragen, aber ich bin mir sicher, wenn wir es könnten würde er antworten, dass er nichts von dem bereut was er getan hat. Vielleicht an dieser alles entscheidenden letzten Passage kurz das Gas wegnehmen.

Wahrscheinlich sitzt ER jetzt mit Steve“Hizzy“ Hislop (Flying Haggis) und dem „King of the Mountains“ Joey Dunlop bei einem Guinness am Kneipentisch und philosophieren über ihr nächstes Rennen am Walhalla-Circuit.

Denn vernünftig können die anderen sein – Wir leben – und das Leben ist gefährlich!

Gut zu Fuß

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Kommen wir zu einem ganz speziellen Thema dem man(n), Frau schon häufiger, nicht die besondere Beachtung schenkt, die angebracht wäre. Unsere Füße tragen uns ein Leben lang durch alle Widrigkeiten und haben dabei das besondere Problem zu bewältigen, dass vormals ca. 3,5 – 5 kg schwere Personen im Verlauf des Lebens 3-stellige Kiloangaben erreichen. Leider vor dem Komma.

Insofern sollten wir auch daran denken, dass wir unseren Füßen gutes tun. Konkret – gut beschuht durch das Leben laufen, um diesen Körperteilen da unten das Leben zu erleichtern. Bei mir ist es zwar nicht 3-stellig, ich achte aber dennoch beim Laufen, Wandern und beim Motorradfahren darauf, dass ich ordentliches Schuhwerk trage.

Wer meinen Tourenbericht von der Motorradwallfahrt nach Santiago im letzten Jahr gelesen hat, der kann sich vielleicht noch daran erinnern, dass nicht komplett eitel Sonnenschein aus Sicht der Wetterlage war. Am Tage vor unserer Abfahrt ist mir beim Tanken der dicken Österreicherin aufgefallen, dass meine guten alten „Pumastiefel“ linksseitig einen „Wassereintritt“ meldeten. Ein ganz feiner Haarriss unter dem Schleifprotektor ließ Spritzwasser eindringen. Nicht gut für die anstehende 2-wöchige Tour.

Also schnell auf nach Trier zu einem recht gut ausgestatteten Motorradhändler und ein Paar Stiefel gekauft. Die Wahl fiel auf ein Produkt der Firma Held. Seit Jahren habe ich wiederkehrend Handschuhe aus deren Herstellung und war immer mehr als zufrieden. Wenn dort wasserdicht drauf stand war auch wasserdicht drin.

Das Problem welches jetzt schon unmittelbar an den ersten Tourentagen auftrat war folgendes: Wasserdichte Handschuhe von Held wissen, dass SIE wasserdicht sind. Die wasserdichten Stiefel aus deren Fabrikation leider nicht. In einem späteren Stiefeltest einer großen deutschen Motorradzeitschrift traten ähnliche Probleme auf. Ich hatte also kein „Montagsmodell“ erwischt. Außerdem scheuerte mir der linke Stiefel auf Grund des merkwürdigen Materials des Etiketts und der noch merkwürdigeren Anbringung auf der Innenseite des Stiefels die Wade auf. Den Rest der Tour klebte dann dort morgendlich ein Pflaster.

Fazit: Mit meinen alten Puma wäre nur der linke Fuß nass geworden. Mit den neuen Held waren beide nass. Nass nicht feucht. Ergo ging das wenig zufrieden stellende Produkt nach Ende der Reise wieder an den Händler bzw. Held zurück. Dies allerdings anstandslos und ohne Murren.

Jetzt war Flying Haggis also wieder auf  Stiefelsuche und es sollte ein Produkt aus dem Segment Tourenstiefel sein. Als Eckwerte – bequem, trotzdem an den erforderlichen Stellen entsprechend gepolstert für den Fall der Fälle oder besser gesagt des Sturzes und diesmal wirklich wasserdicht.

Also den ein oder anderen Testbericht durchgelesen und die Produkte auf den geistigen Zettel geschrieben, die am besten die Voraussetzungen erfüllten.

Da ein Vertreiber eines Stiefels der Marke Gaerne, aus der Nähe von Trier, wirklich ALLES gegeben hat um höchst unprofessionell rüber zu kommen stand das neue Paar schnell fest.

Beim Discounter Louis wurde ich fündig und habe dort den Vanucci VTB 17 Outdry käuflich erstanden.

Wem die knapp 220,- Euronen zu viel erscheinen, der kann einfach die häufigen Angebote abwarten, bei denen es dann zwischen 10 – 20 % in diesem Preissegment zu sparen gibt.

Was bekommt IHR dafür. Einen ausgereiften und sehr bequemen Tourenstiefel, der am Fuß sitzt wie ein guter Sportschuh. Da Flying Haggis mit etwas breiteren Füßen gesegnet ist, sollten die „Schmalfüßigen“ unter Euch erst einmal den Stiefel anprobieren ob Ihr nicht zu wenig Halt habt und der Fuß „schwimmt“.

Da sind wir beim Thema anprobieren. Der Vanucci VTB 17 hat einen langen Reißverschluss, der von oben bis unten mit dem Innenfutter vernäht ist. An sich eine gute Sache. Beim Anziehen der Stiefel solltet Ihr aber deshalb auf einen guten Stand achten oder euch direkt hinsetzen. Gerade bei einem großen oder langen Fuß jongliert man sonst ziemlich bis man den Stiefel ordentlich anhat.

Beim Hochziehen des Reißverschlusses dann noch am Innenfutter immer einen Finger mitführen, sonst hat das Innenfutter die Neigung sich am Reißverschluss zu verklemmen und alles ist im Lot. Den oberen Klettverschluss noch schön beiziehen, damit der Schaft sauber anliegt und der Stiefel sitzt bombenfest.

Der Stiefel hat keine Goretexmembran, aber EINE die auf ähnlichem Niveau funktioniert. Die Outdry genannte Membran ist komplett innen auf das Außenmaterial laminiert. Infolgedessen dringt auch keine Wasser oder Feuchtigkeit zwischen Außenmaterial und Membran ein. Die Stiefel fühlen sich innen immer trocken an und saugen sich auch nicht, wie viele Produkte, stark mit Wasser/Feuchtigkeit voll. Man hat also auch nicht das Gefühl bei oder nach einer Regenfahrt „schwere Klötze“ am Bein zu haben.


Die Sohlen der Stiefel bieten einen stabilen Stand und rutschen auch auf nassem Untergrund nicht.

Also wenn jemand unter Euch momentan auf Stiefelsuche sein sollte – Der Vanucci VTB 17 Outdry ist eine Kaufempfehlung. Denkt an eure Füße – sie müssen Euch ein Leben lang tragen.

Chapeau für das Zylinderhaus

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Irgendwie sind wir ja eigentlich noch zu Saisonbeginn, zumindest im Zusammenhang mit dem Wetter und dem damit verbundenen verlängerten Winter. Einfach etwas zu lange war das nervige Salz auf der Gasse, welches für unschöne Farb- und Materialveränderungen am Motorrad sorgen kann.

Aber jetzt ist es gut. Sommer im April und schnell das gute Wetter und die warmen Temperaturen für die ersten Touren genutzt.

Geht es Euch auch so wie mir? Das Ihr immer zu Beginn erst einmal die alten Routen abfahrt, die man schon fast im Schlaf kennt, die sich aber genau deshalb auch zu Beginn anbieten, weil man den etwas eingerosteten Ablauf Mensch-Maschine wieder schön stressfrei trainieren kann?

Genau diese Routen kann man aber auch wunderschön mit neuen Zwischenstationen interessanter machen. Wer sich noch an die Anderstour „Moselfahrt aus Liebeskummer“ erinnern kann, der weiß, dass Flying Haggis normalerweise Bernkastel-Kues am Rande der Route liegen lässt. Zu viel Trubel!

Jetzt kommt aber der neue Tipp! Gebt in euer Navisystem einfach die Adresse 54470 Bernkastel-Kues; Adolf-Kolping-Str. 2 ein und ihr landet im „Zylinderhaus“.

Nomen est omen, denn ihr landet in einer Zeitmaschine mitten in den Aufschwungjahren der 50er und 60er Jahre und damit fahrzeugtechnisch in einer Ära, als noch nicht der Windkanal jedes Modell auf der Straße zu einem Einheitsbrei glattgebügelt hat.

Wunderschöne Fahrzeuge sind hier zu betrachten und man kann längst vergessene Automarken bewundern. Da stehen sie die Borgwards und Horch

und die vielen anderen Modelle aus der Zeit, als Verbrennungsmotoren noch verbrennen durften ohne das der Aufschrei des Entsetzens aus den grünen Kehlen dröhnte.

Eine Wertung kann ich nicht vornehmen, welches Modell denn jetzt abschließend das Schönste ist. Da Flying Haggis ganz tief in seinem Innern doch irgendwie sentimental ist habe ich natürlich schon einen Favoriten! Nicht das schönste Modell im Museum -ABER- der erste Dienstwagen meines Vaters. Ein DKW Junior! Und auch noch in der „richtigen Farbe“.

Schon sind die Kindheitserinnerungen wieder da und man hat den Geruch des Innenraums und das Zweitaktgeräusch des Motors wieder in den Ohren.

Was sieht man noch? Z. B. das zu früheren Zeiten nicht nur englische Hersteller wunderschöne Sportwagen und Cabrios fertigen konnten. Die Deutschen konnten DAS AUCH!

Fahrzeuge, die man wahrscheinlich vorher noch nie irgendwo gesehen hat. Wahrscheinlich nicht einmal bei einem Oldtimertreffen. Wie ein wunderschöner Steyr mit einer Stromlinienkarosserie der Firma Gläser aus Dresden. Ein Traum von einem Auto.

Apropos Steyr. Da ist auch noch die Antwort Österreichs auf den VW Käfer. Ein Steyr Baby 50 – gebaut in den Jahren 1936 – 1938.

Und für die Freunde der Wankelmotoren gibt es aus dem Hause NSU auch noch einiges zu betrachten.

Nehmt EUCH die Zeit bei der nächsten Mosel-, Eifel- oder Hunsrücktour und macht einen Enkehrschwung im Zylinderhaus in Bernkastel-Kues. Parkplatz für unsere Maschinen ist ausreichend vorhanden und man kann nach dem Besuch die Bilder auf der gemütlichen Terrasse des angeschlossenen Restaurants sacken lassen.

Und Mopeds gibt es auch zu bewundern:

http://www.zylinderhaus.com/

Zylinderhaus
Adolf-Kolping-Straße 2
54470 Bernkastel-Kues

Museum:
Fon: 06531 9737776
info@zylinderhaus.com

Wer keine Hitze verträgt hat in der Küche nichts verloren ……

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Sinngemäß war das einmal ein Ausspruch des US-Präsidenten Truman. Der ein oder andere Vertreter einer harten Linie im Motorsport wird wahrscheinlich auch diesen Spruch zu seinem Leitsatz erküren. Insbesondere bei den knallharten Rad- an Radduellen im Motorrad Grand Prix.

Ich bin auch der Überzeugung, dass ein Rennfahrer (oder auch Rennfahrerin) in der Motorrad-WM nicht zartbesaitet sein darf.

Zwischen nicht zartbesaitet und sportlich unfair, bis hin zu: Ich nehme die Verletzung eines Konkurrenten bei meinem Manöver billigend in Kauf ist aber ein Unterschied!

Diese Grenze war am Wochenende in Argentinien überschritten worden. Und zwar derart, dass man das Wagenrennen bei Ben Hur stattdessen für einen gemütlichen Sonntagsausflug halten könnte.

Lassen wir das Rennwochenende kurz gedanklich Revue passieren. Da beherrscht der amtierende Weltmeister Marc Marquez die Freien Trainings nach Belieben. Dies dergestalt, dass er seine Mitkonkurrenten teilweise wie Fahranfänger aussehen lässt und einen Sekundenabstand zwischen sich und den nächsten Verfolger legt. In der Moto GP zeitliche „Galaxien“.

Jedem Betrachter ist klar: Am Wochenende geht es beim Rennen lediglich um die Plätze ab Rang Zwei, denn Marquez wird sein eigenes Rennen von der Spitze fahren.

Dann das Qualifikationstraining! Ist sich Marquez zu sicher ODER macht ihn seine eigene Überlegenheit bereits überheblich?

Den ersten „Schuss“ muss er wegen eines Fahrfehlers abbrechen. Dann kommt er an die Box und nimmt bei abtrocknender Strecke die vorbereitete Maschine mit den Slicks. Auch diesen Versuch bricht er ab – zu gefährlich und letztendlich reicht es gerade noch so für eine gezeitete Runde, die ihn (wieder auf Regenreifen) auf Startplatz 6 bringt.

Schönheitsfehler! Bei den Rundenzeiten ist es komplett egal, wenn Marquez aus der zweiten Reihe in das Rennen geht. Einmal vorne wird er sich von seiner Konkurrenz verabschieden und diese in Grund und Boden fahren.

Grund und Boden fahren ist jetzt genau das Stichwort für den nun folgenden Rennverlauf mit mehreren Protagonisten, denen es augenscheinlich an der nötigen Professionalität und (zumindest bei einem) an Empathie fehlt.

Aufwärmrunde der Moto GP und einige Fahrer stellen fest, dass ihre Reifenwahl mit Regenreifen nicht die Richtige ist. Die Jungs von Marc VDS merken es als Erste und die beiden Fahrer rollen in die Box. Ergo – Start aus der Boxengasse hinter dem regulären Feld und dann darauf hoffen, dass man die richtige Entscheidung gefällt hat und das Feld von hinten aufrollt. Gute Idee und clevere Taktik.

Jetzt Hektik im Starterfeld und urplötzlich schieben einige Mechaniker die Maschinen ihrer Fahrer in die Boxen?

Am Ende steht nur noch der Pole-Setter „Jackass“ Miller, ziemlich verstört auf seiner Pole und kein Mensch weiß mehr was los ist.

Und dieses „Kein Mensch weiß was los ist“, scheint sich geistig sehr stark bei Marc Marquez festgesetzt zu haben.

Man, also Rennleitung, die FIM und wer nicht noch alles einigt sich auf eine Variante, die so in keinem Regelwerk steht. Miller soll von der Pole starten. Dahinter reihen sich mit einigen Startreihen Distanz die restlichen Fahrer nach ihrer Qualifikationszeit ein.

Marc Marquez die Erste: Der Motor der Honda des Weltmeisters stirbt bei der Anfahrt zu seinem Startplatz ab. Marquez versucht seine Maschine anzuschieben und so in Gang zu setzen, was ihm auch gelingt. Es war ja ausreichend Raum nach vorne bis zu Miller vorhanden, auf Grund der o. a. Regelung. Jetzt kommt es! Marquez springt auf seine Honda „dreht“ und fährt entgegengesetzt zur Rennrichtung an seinen Startplatz. JEDER ANDERE hätte hier vom letzten Platz der Startaufstellung starten müssen! Fast JEDER – Marquez nicht.

Start erfolgt. Das Fahrerfeld hetzt hinter Jack Miller her und Marquez ist bald in Führung und setzt sich ab.

Nun stellt die Rennleitung fest, dass dieses „spanische Manöver“ in der Startaufstellung nicht regelkonform ist und Marquez erhält eine Durchfahrtstrafe.

Relativ zeitig kommt der amtierende Weltmeister dieser Durchfahrtstrafe nach und jagt wieder hinter dem Feld her. Der nicht gerade für besonders feinfühlige Überholmanöver bekannte Marc Marquez läuft jetzt zur Höchstform auf.

Getreu dem Motto: Was interessieren mich Fahrer aus dem hinteren Feld torpediert er Aleix Espargaro, als er in eine Lücke sticht, die außer IHM (Marquez) niemand gesehen hat.

DER hält mich eben auf – ergo weg mit IHM. Und weg ist Espargaro in der Folge auch, da seine Maschine nicht mehr fahrbereit ist.

Die Hetzjagd geht weiter und das o. a. Manöver veranlasst wieder eine entsprechende Strafe der Rennleitung. Marquez soll sich einen Platz zurückfallen lassen.

Auch DAS macht der Weltmeister zeitnah und geht „noch mehr angefressen“ weiter auf seiner Amokfahrt nach vorne.

Wie es der „Rennteufel“ will treffen sich zwei Protagonisten, die ohnehin nicht die besten Freunde im Fahrerfeld sind. Valentino Rossi, der alle Hände voll damit zu tun hat seine nur mäßig funktionierende Yamaha auf Kurs zu halten, bekommt Besuch von Marquez.

Viel zu schnell sticht Marquez bei Rossi innen in einer Rechtskurve hinein. Um seinen Kurs halten zu können drückt Marquez den Altmeister Rossi immer weiter nach außen. Ein Happyend gibt es nicht. Gerade noch so seine Maschine auf der Strecke haltend zirkelt Marquez um das Eck und drückt Rossi auf die nasse Wiese. Folge – Sturz von Rossi, Marquez hebt kurz die Hand zur Entschuldigung und weiter geht es nach vorne.

Am Ende erhält Marquez für dieses Manöver eine 30 Sekunden Zeitstrafe und bleibt ohne Punkte.

Für die beiden Fahrer, die wegen seiner Rücksichtslosigkeit unverschuldet auch ohne Punkte bleiben, ist dies kein Trost.

Was soll man sagen – Marquez ist nicht mehr allein mit seinem Fahrstil wie ein Scharfrichter. Johann Zarco, der schnelle Franzose, hatte zu Rennbeginn auch eine Anbremszone für nicht mehr ausreichend erachtet und die Werkshonda von Dani Pedrosa als Bremsklotz missbraucht. Da der Crash für Pedrosa vollkommen unerwartet war, flog der kleine Spanier im hohen Bogen von seiner Honda. Zum Glück unverletzt, bei all dem Verletzungspech welches Pedrosa sonst üblicherweise hat.

Ich mag spannende Rennen. Ich mag es auch wenn sich die Fahrer mit allen Mitteln ihres fahrerischen Könnens auseinandersetzen und „ehrliche Zweikämpfe“ ausfechten.

Ich hasse es aber, wenn da Typen unterwegs sind denen die Gesundheit ihrer Konkurrenten kein Pfifferling wert ist und die mit überharten, unfairen Manövern versuchen ihren Sportskollegen den Schneid abzukaufen.

Hier hat die Dorna, die FIM und die Rennleitungen dieser Welt eine Garantenpflicht für die Fahrer und hier MÜSSEN sie jetzt nach den Ereignissen des Wochenendes tätig werden. UND dies so, dass es auch SCHMERZHAFT ist, denn Schmerz läutert die Seele.

Mein Vorschlag: Der USA-Seriensieger Marc Marquez sollte für den nächsten Moto GP gesperrt werden, denn diese fest eingeplanten 25-Punkte würden richtig schmerzen.
Und damit er nicht so alleine von der Tribüne zuschauen muss darf sich Johann Zarco neben ihn setzen.

Dann noch eine Bewährung bis zum Saisonende und die anderen Fahrer müssen bis Valencia nicht mehr um ihre Gesundheit bangen! Denn die Küche Moto GP ist auch ohne hirnlose und gefährliche Fahrmanöver heiß genug!

 

Charme – ODER – vom Umgang mit „Querköpfen“

Im Laufe der Motorradjahre lernt man bei der Spezies Mensch schon ziemlich unterschiedliche Typen / Typinnen kennen. Um mit den Worten meines Vaters zu sprechen:

„Jeder ist zu etwas nutze und wenn es auch nur als abschreckendes Beispiel ist!“

Kommen wir also jetzt zunächst einmal zu der Anekdote. Es war irgendwann Mitte der 80er. Euer werter Erzähler also gerade Anfang 20 und mit seiner Kawasaki GPZ 750 unterwegs. Für Eingeweihte – DIE mit dem „Mäusekino“ auf dem Tank.

WIR, d. h. konkret meine beiden Freunde Klaus und Peter, fassten einen schnellen Wochenendtrip in den Schwarzwald ins Auge. Da unser „Österreicher“ Peter auch einmal kurz im Bereich Waldshut-Tiengen sein Lager aufgeschlagen hatte und sehr streckenkundig war, buchte er bei einem Bekannten im dortigen Hotel Zimmer.

Unsere Anfahrt verlief dann zunächst, aus Zeitersparnis, über Autobahnen und Bundesstraßen bis Baden- Baden und dann ging es wunderbar quer durch den Schwarzwald. Die B 500 Schwarzwaldhochstraße, zu diesem Zeitpunkt noch nicht mit der nervigen Geschwindigkeitsbegrenzung versehen, war ein schöner Einstieg bis Kniebis und dann ging es über Wolfach, St. Georgen, Titisee, Schluchsee nach Waldshut.

Da wir noch einige Zeit bei einer Kaffee- und Kuchenpause in Titisee vertrödelt hatten, trafen wir später im Hotel ein als geplant. Da der Kuchen nicht lange vorhielt, hatten wir ordentlichen Hunger und der Chef des Hauses lotste uns direkt in das Restaurant. Wohlgemerkt noch vor dem Bezug der Zimmer, also drei Mann, fröhlich und gutgelaunt nach der traumhaften Anfahrt ABER in Lederkombi und somit auch für den unbedarften Laien als Motorradfahrer erkennbar.

Mit im Gastraum saßen noch vier ältere Herrn, augenscheinlich Einheimische, mit ihrem Kartenspiel beschäftigt und ein älteres Ehepaar.

Da die Maschinen nicht mehr bewegt werden mussten schnell ein Bier bestellt und das Essen geordert, Füße (in dem Fall Stiefel) unter den Tisch gestreckt und genussvoll den ersten Durst gelöscht – Die Welt ist schön!

„Seit sie hier drin sind riecht es hier nach Benzin!“

Es trifft mich wie Thors Hammer. WAS war das eben? Die alte Dame behauptet mit dem Brustton der Überzeugung und pikiertem Gesichtsausdruck, dass WIR nach Sprit riechen!

Unser letzter Tankstopp war in Baden-Baden, also etwas mehr als 200 km her und lag zeitlich mittlerweile auch einige Stunden zurück. Selbst wenn wir uns alle drei mit Benzin besudelt hätten – der Geruch wäre zwischenzeitlich sicherlich locker verflogen und höchstens noch für die empfindliche Nase eines Spürhundes wahrnehmbar gewesen.

Den Mund bereits halb geöffnet und für eine passende Antwort tief einatmend trifft mich ein Motorradstiefel am Schienbein. Peter hat mir einen Tritt verpasst und schüttelt kaum merklich den Kopf. Das Signal für – keine Antwort und ignorieren. Etwas verwundert blase ich meine verbale Attacke ab und  nippe griesgrämig an meinem Bier. Ist doch sonst nicht die Art von Peter so etwas unbeantwortet zu lassen. Zu gerne hätte ich der Dame dargelegt, dass sich ihr Riechorgan täuscht, weil es schlicht und ergreifend nicht sein kann, dass wir noch in irgendeiner Form nach Treibstoff riechen. Er (Peter) hatte jetzt den Kellner an unseren Tisch gerufen und ein kurzes Gespräch mit ihm gehalten, dessen Wortlaut ich aber nicht mitbekommen hatte. Wahrscheinlich der Hinweis für die Küche was er konkret unter dem Hinweis Steak und „englisch“ versteht.

Aber der Kellner erscheint erstaunlich schnell wieder bei uns am Tisch mit einem Tablett. Einem ziemlich gefüllten Tablett! Eine Lokalrunde mit dem regionalen Obstbrand, die jetzt an die Kartenrunde und das Ehepaar verteilt wird.

Jetzt lässt Peter noch einen süffisanten Kommentar ab:

„ Zum Wohl die Herrschaften. In der Hoffnung, dass der Spritgeruch jetzt verfliegt und nicht mehr so unangenehm ist!“

BUMM – Treffer und Schiff versenkt! Die vier Kartenspieler lachen und prosten uns augenzwinkernd zu.

Die Dame changiert in unterschiedlichen Rottönen im Gesicht und meint nun peinlich berührt:

„Äh, so schlimm war es jetzt auch nicht.“

Ihr Mann flüstert noch etwas sinngemäß in Richtung seiner Frau: Hättest du nur den Mund gehalten.

Der Abend nimmt noch einen fröhlichen Verlauf  und wir haben ein wirklich geniales Wochenende im Schwarzwald mit wunderbaren Touren. Und was noch?

Ich habe dabei gelernt, dass es situationsabhängig oftmals nicht passend ist bei dummen Kommentaren direkt wie ein Ritter im Turnier das Visier zu schließen und in den Kampf zu ziehen.

Häufig ist diese Variante von Peter die bessere Art mit derartigen Dingen umzugehen und strahlt Souveränität aus.

Also – wenn wir dumm, gegenstandslos und unsachlich mit irgendwelchen Anfeindungen oder Kommentaren konfrontiert werden – NICHT in gleicher Form versuchen Paroli zu bieten.

Machen wir es wie der Torero beim Stierkampf. Mit einer eleganten Bewegung der Muleta das Gegenüber ins Leere laufen lassen. Olé – alles Gute und laufe schön vor die Wand.

Wir müssen uns nicht für Alles rechtfertigen und erklären, wenn unser borniertes Gegenüber ohnehin nicht die Absicht hat UNS zu verstehen. Fangen wir am besten zu Saisonbeginn 2018 damit an, wenn die Medien bei den ersten Motorradunfällen wieder über uns herfallen.

Olé!

Auf in den Pott……….

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Flying Haggis hat sich mal wieder aufgemacht und den Saisonbeginn mit einem Messebesuch gestartet, um die neuen Modelle und Produkte genauer in Augenschein zu nehmen.

Was haben wir denn Schönes oder sollte ich besser sagen Neues, denn „schön“ liegt ja glücklicherweise im Auge des Betrachters.

Fangen wir bei Triumph an. Die Jungs aus Hinckley haben im Segment der Reiseenduros Hand an die etwas füllige Explorer-Reihe gelegt. Erstes Opfer des Diätprogramms wurde die alte Bezeichnung „Explorer“.  Die Modelle hören von nun an nur noch auf den Namen „Tiger“. Bei den beiden Top-Modellen XRt und XCa sind es bis zu 10 kg weniger auf der Waage. Dabei hat man auch bei den rotierenden und oszillierenden Massen Hand angelegt und das soll sich auch im Fahrbetrieb auf die Handlichkeit auswirken. Flying Haggis hat sich bereits zu einer Probefahrt angemeldet und dann wird man sehen ob der, früher etwas kopflastige Schlegel, tatsächlich jetzt handlicher geworden ist.

Übrigens – wer im Modell-Kürzel-Garten von Triumph die Orientierung verliert – folgende Hilfe: Das „R“ bei den XR-Modellen steht für Road und das „C“ bei den XC-Modellen für Cross. Auf den ersten Blick immer leicht durch die Speichenräder bei den C-Modellen erkennbar.

 

Ansonsten ist noch anzumerken, dass die beiden Top-Modelle tatsächlich mit einer derart großen Ausstattungspalette aufwarten, dass höchstens ein ambitionierter motorradfahrender  Hobbykoch noch ein fehlendes Souvid-Gerät zum Kochen im Topcase bemängeln könnte. Beispiel gefällig? Kurvenlicht, Quickshifter, schlüssellose Startoption, Kurven-ABS, Traktionskontrolle, 5 bzw. 6 Fahrmodi, Berganfahrhilfe, Griff- und Sitzheizung, elektronisch verstellbare Scheibe. Der britische GS-Jäger ist somit fertig – aber dann preislich auch nicht mehr allzu weit von dem anvisierten Opfer BMW GS entfernt.

 

Apropos anvisiertes Opfer. Ducati hat sich die Multistrada vorgenommen und zunächst einmal den ohnehin schon starken Motor nochmals aufgepeppt. Jetzt stehen 1260 ccm im Datenblatt. Die bringen jetzt zunächst einmal nicht unbedingt mehr Leistung in der Spitze, was aber im Tourenbetrieb auch gar nicht so gefragt ist. Hier soll das berühmte mittlere Drehzahlband, was der tourengeneigte Nutzer hauptsächlich in Anspruch nimmt, mit ausreichend Drehmoment versorgt werden.

 

Und das ist wohl im Überfluss vorhanden. Angeblich liegen bereits 110 Nm bei 3.500 U/min an. Das maximale Drehmoment soll zwar minimal unter dem des alten 1200er Aggregats liegen – aber dafür viel früher zur Verfügung stehen. Bei 4.000 U/min spricht Ducati vom höchsten Wert in der Klasse der Reiseenduros. Also beste Versorgung in dem Bereich den man bei einer Tour durch Eifel, Schwarzwald oder Dolomiten hauptsächlich benötigt. Wir sind dann irgendwo bei einem Wert von 130 Nm, also mehr als genug um den guten Pirelli Scorpion zum Wimmern und den ein oder anderen Gebückten in kurvigem Geläuf  zur Verzweiflung zu bringen.

Für die ganz Harten ist immer noch die „Enduro“ Multistrada im Angebot und die steht mit ihren Touratec-Koffern vor einem wie ein Monument, das es zu erklimmen und zu bezwingen gilt.

 

Wo wir gerade bei Ducati und guten Ideen sind. Lange bevor Yamaha eine XT auf den Markt geworfen und damit ein neues Genre von Motorrad kreiert hat, hatte Ducati in den 60ern bereits die Scrambler auf  dem Markt. Aber irgendwie fand SIE nicht den Absatz bei der Kundschaft, den das schöne Motorrad verdient hatte. Zurück zu den Wurzeln baute Ducati nun wieder eine Scrambler. Als Basismotoren wurden zunächst die aus der 800er Monster verwendet. Neu ist in diesem Jahr die Variante mit dem 1.100er Motor mit der Doppelzündung aus der alten Monster 1.100. Eine richtig schöne und wertige Maschine haben da die Ingenieure aus Borgo Panigale auf die Räder gestellt. Und mit dem Öhlinsfahrwerk in der „Sportvariante“ steht da ein ausgewachsener Landstraßenräuber auf seinen Pirellis. Kostet dann allerdings auch schon einiges und wir reißen knapp die 15.000er Marke. Alle Modell haben vierstufige und abschaltbare Traktionskontrolle, sowie Kurven-ABS. Für mich sind die Scramblermodelle die Hingucker auf dem Ducatistand.

 

Auch zu sehen gab es noch das „neue V 4-Feuerzeug“ der Roten aus Bologna für die Superbike-WM.

 

Wenn wir im Bereich der Reise- oder Abenteuerenduros bleiben wollen, dann landen wir momentan unweigerlich auch am Stand von Honda und sehen uns an, was die Japaner aus ihrer CRF 1000 Reihe noch alles kreieren.

Die Adventure Sports macht die neue Africa Twin jetzt endgültig zum kultigen Objekt der Weltenbummler oder zumindest derjenigen unter den Reiseendurofahrern, die dem schier nicht enden wollenden Leistungswahn in der Klasse nur mit einem mitleidigen Lächeln begegnen.

Hohes Windschild,  jetzt 24-Liter-Tank und „gewachsene“ Federwege – fertig ist der Abenteurer. Das Ganze noch garniert mit dem Doppelkupplungsgetriebe für komplett Schaltfaule im annähernden Automatikmodus. Oder die andere Variante – soll heißen Schaltgetriebe und dann den im Zubehör erhältlichen Quickshifter montiert. Zwar kein semiaktives Fahrwerk – herkömmlich funktioniert aber auch und der Motor lässt sich, sogar nach eigenem Gusto, in unterschiedlichen Mappings einstellen.

Was soll ich sagen? Flying Haggis muss zugeben, dass dieses Gesamtpaket sogar optisch etwas hermacht und wirklich gut aussieht. Die Africa Twin hat Potential und ist durchaus im Stande nicht nur in die Fußstapfen der Vorgängerin zu treten, sondern sogar noch größere Abdrücke in der Motorradgeschichte zu hinterlassen. Gut gemacht!

Beim weiteren Schlendern über die Messe bleibe ich dann unweigerlich bei Kawasaki hängen. Auch hier gehen einem die Gedanken im Bezug auf Fußstapfen und Historie durch den Kopf, wenn man bei der neuen Kawasaki Z 900 RS stehen bleibt. Der absolute Hingucker am Stand von Kawa, als ob man in eine Zeitmaschine geraten wäre.

Die Anleihen an der alten Optik der 900er aus den 70ern sind gewollt und Kawasaki ist mit einem Riesensatz auf den Zug der Retrobikes aufgesprungen. Schöne alte optische Anleihen, verbunden mit neuer Technik. Also keine Ängste mehr im Bezug auf einen „Doppelschleifenrohrrahmen“, der sich unter dem Druck eines potenten Reihenvierzylinders verwindet wie ein Aal.

112 PS und 99 Nm drückt der wassergekühlte Reihenvierzylinder auf den Leistungsprüfstand und bei einem Preis „ganz knapp“ unter der 12.000er  Euronengrenze sage ich mal voraus, dass es einige Käufer in der Saison 2018 geben wird und Kawasaki aus dem „Kuchen Retrobikes“ ein großes Stück abschneidet.

Ansonsten zeigen die Techniker der  „Grünen“ noch das (für sie) technisch machbare und veredeln eine H 2 bis jenseits der 30.000 Euro und 200 PS-Grenze.

Apropos „Grün“ – Flying Haggis war auch nach Alternativen in Sachen Verbrennungsmotor auf der Spur und das führte ihn zum Stand von ZERO. Die Entwicklung ist wirklich weitergegangen bei den Elektromotoren. Nur aus meiner Sicht stellen sie außerorts keine wirkliche Alternative dar, wenn es auf Urlaubstour oder ein verlängertes Tourenwochenende gehen soll.

Mittlerweile ganz nett anzuschauen benötigen die „Zero`s“ aber immer noch eine Ladezeit von ca. -2- Stunden (an öffentlichen Ladestationen). Hängt man die Maschinen an das häusliche Netz dann steigt die Ladezeit auf etwa -8- Stunden. Die Kapazität der Batterien reicht für eine Tour von 150 – 250 km, je nachdem wie sehr man den durchaus potenten Elektromotor zu Brust nimmt. Hat man jetzt eine Urlaubstour in die Dolomiten vor, dann muss man ein Zeitfenster einplanen, welches für das höhere Wesen im alten Testament ausreichend war um unseren Planeten zu erschaffen. Aus meiner Sicht ist da noch starker Handlungsbedarf bei ZERO und möglichen weiteren Anbietern. Wenn IHR die Ladezeit auf -15- Minuten senkt – dann werde ich mir ernsthaft Gedanken um eine alternative Anschaffung machen.

Beim Thema alternative Anschaffungen landen wir unweigerlich bei den Herrn aus Mattighofen und KTM. Die haben ihre Duke-Baureihe um die 790er ergänzt und damit im Angebot das Loch gestopft zwischen – Mir fehlt etwas Leistung bei der Duke 690 UND es ist mir einfach zu VIEL Leistung bei der 1290er. Stolze 105 PS leistet das Aggregat der Duke 790 und die Maschine verfügt natürlich über all die Helferlein, die man in der Zwischenzeit bei KTM gewöhnt ist und beinahe schon erwartet.

Bei „erwartet“ sind wir bei meinem Lieblingsprodukt der Österreicher der @venture 1290 S. Hier hatte ich bei dem wunderschönen TFT-Display von Bosch alsbald die Option eines installierten Navigationssystems erwartet, welches dann die unschönen zusätzlichen Halterungen entbehrlich machen würde. Fehlanzeige – stattdessen ist neben dem Display jetzt ein wasserdichtes Fach für das „Schachtfon“ (Smartphone) des Fahrers oder der Fahrerin. Irgendwie scheint man (Hersteller) also mittlerweile zu erwarten, dass der geneigte Motorradfahrer auch über Smartphone, Tablet und vielleicht bald auch über Wäschetrockner während der Fahrt verfügt.

Auf das Smartphone kann man jetzt eine KTM-eigene App herunterladen und über diese App erfolgt dann eine mehr als „abgespeckte“ Navi-Variante. Man sieht oben links auf dem Display eine Art Piktogramm, welches einem dann zumindest die gewünschte Fahrtrichtung anzeigt. Wirkt auf mich in etwa wie Pagman auf dem alten Commodore C 64. Mein Deutschlehrer auf der Penne pflegte früher zu sagen: Das Gegenteil von gut gemacht ist gut gemeint! An die Herren von KTM: Diese Navi-Variante ist ebenfalls nur gut gemeint. Legt da schnell nochmals Hand an.

Was gab es sonst noch? Wer auf der Suche nach einer neuen Textilkombi ist und nicht bei den üblichen Verdächtigen Stadler, Held, Rukka etc. landen möchte, der sollte mal einen Blick auf die Produkte der Firma KLIM werfen. Wertig gemacht, gut anzuschauen, gute Passform. Nur das Händlernetz ist noch ausbaufähig. Da arbeitet die Firma aber mit Nachdruck dran.

 

IMPRESSIONEN:

 

Saisonvorschau Moto GP 2018

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Oh Mann, oh Mann! Was hatte ich mich auf diese Saison 2018 in der Motorrad-Weltmeisterschaft gefreut. Also aus deutscher Sicht gefreut.

Ein Jonas Folger mit DEM Highlight der letzten Saison, dem gigantischen zweiten Platz am Sachsenring. Endlich das körperliche, das gesundheitliche Problem gefunden und nun frisch an`s Werk auf der schnellen Tech 3 Yamaha. Und dann das! Totalausfall für die Saison 2018. Jonas kommt nicht rechtzeitig auf die Beine und wird 2018 keine Rennen fahren. In der schnelllebigen Zeit der Moto GP kann das auch das Karriere-Aus bedeuten. Es kommen einfach zu viele, schnelle Piloten aus der Moto 2 nach oben, als das da ein Teamchef auf einen Rekonvaleszenten Jonas Folger warten müsste. Aber hoffen wir das Beste.

Kann es noch schlimmer kommen? Was soll man da sagen? Schlimmer geht immer und so verzichten wir in 2018 in der Moto 2 auch auf Sandro Cortese. Statt mit der pfeilschnellen Moto2 KTM die Jagd auf den WM-Titel endlich konkret anzugehen, fährt er jetzt Supersport WM im Kallio-Team, weil er für die Moto 2 nicht ausreichende Sponsorengelder generieren kann.

Dem nationalen Abgesang im Bezug auf die IDM folgend, spielen wir jetzt also langsam auch das Requiem für die deutschen Fahrer in der Motorrad-WM. Einfach unfassbar! Philipp Öttl in der Moto 3 und Marcel Schrötter in der Moto 2 und das war es dann mit der deutschen Flagge. Gefühlt hat nur noch Papua Neuguinea weniger Starter in der WM.

Genug davon – kommen wir zu den positiven Dingen für das Jahr 2018. Die da wären? Wir können uns auf spannende Rennen gefasst machen, wenn der erste Test in Sepang schon hinreichend aussagekräftig ist.

In der kombinierten Gesamtliste der gefahrenen Zeiten haben wir in der Moto GP einen inoffiziellen neuen Streckenrekord zu vermelden. Um 0,037 Sekunden ist die alte Bestmarke von Marc Marquez aus dem Jahr 2015 geknackt worden!

Hört, hört, die neue Bestzeit setzte kein Geringerer als Jorge Lorenzo mit 1:58,830.

Sein Teamkollege, Vizeweltmeister „Desmo Dovi“ Dovizioso, folgte auf Platz vier der Zeitenliste und war ebenfalls begeistert von der Entwicklung der 2018er Ducati. Wie es aussieht haben die Ingenieure in Borgo Panigale das rote Biest fahrbarer gemacht. Soll heißen – das Einlenken in Kurven geht nun besser für die Ducatifahrer von der Hand. Damit ist auch schon fast die Zeit von Lorenzo erklärt, weil der schnelle Spanier von je her schnelle Rundenzeiten über hohe Kurvengeschwindigkeiten realisierte.

Das die 18er Ducati fast schon massenkompatibel zu sein scheint, belegt die fünftbeste Zeit von Jack „Ass“ Miller, noch vor solch schillernden Namen wie Maverick Vinales (Platz 7), Marc Marquez (Platz 8) und Doctor Valentino Rossi (Platz 9).

Aber Valentino Rossi hält sich schon länger bei diesen Testfahrten zurück. Wenn man wirklich eine repräsentative Zeit von ihm als Vergleich haben möchte, dann sollte man seine jeweils besten Zwischenzeiten der Testrunden zusammenfügen.

Auch Marc Marquez geht bei diesen Testfahrten nicht mehr das letzte Risiko. Also ist sein achter Platz ebenfalls nicht zu aussagekräftig.

Insbesondere wenn man sieht, dass sein Teamkollege Dani Pedrosa Platz 2 in der Zeitenliste erreicht hat, gefolgt vom Briten Cal Crutchlow auf Platz 3. Die Honda Jahrgang 2018 scheint also ebenfalls zu laufen. Wenig überraschend.

Was machen die anderen Protagonisten, konkret die Teams von Suzuki und die Mattighofener von KTM?

Alex Rins, wieder komplett gesundet, auf Platz 6 der kombinierten Zeiten mit der besten Suzuki. Auf der ein oder anderen Strecke kann Rins, bei Fehlern der Konkurrenten, durchaus für ein Podest gut sein.

Andrea „Maniac“ Iannone findet sich auf Platz 13 mit seiner Suzuki wieder und damit ist er immer noch besser, als die beste KTM von Pol Espargaro, der mit Platz 17 und 1.432 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit vorlieb nehmen musste.

Fast 1 ½ Sekunden hinter der Spitze im zweiten Jahr des Engagements der Orangen empfinde ich als zu viel. Möglicherweise ist es etwas der Strecke oder den klimatischen Bedingungen geschuldet, aber dennoch zu viel.

Insbesondere wenn man sieht das der beste Rookie Nakagami auf seiner Kundenhonda mit 1,241 Sekunden Rückstand Platz 15 und damit im imaginären Rennen den letzten Punkteplatz inne hält.

Vor ihm platziert sich der spanische Kämpfer Aleix Espargaro, der mit seiner Aprilia bereits im letzten Jahr für die ein oder andere positive Überraschung gut war.

Der beste Rookie des letzten Jahres und damit wohl auch die Überraschung der zurückliegenden Saison Johann Zarco findet sich mit Platz 10 in den Top Ten wieder.

Also haben wir da 3 x Ducati, 3 x Honda, 3 x Yamaha und 1 x Suzuki. Ein schönes buntes Gemisch und ein Zeichen dafür, dass man an einem guten Renntag unterschiedliche Fabrikate auf dem Podest sehen wird.

Wie sieht nun die Prognose für die Saison 2018 aus? Also liest Flying Haggis etwas im Kaffeesatz seiner italienischen Espressomaschine und spielt Astro TV.

Wir sehen in der Moto GP einen Dreikampf zwischen Marc Marquez und den beiden Ducatipiloten „Desmo-Dovi“ Dovizioso und Jorge Lorenzo.

Lachender Dritter – jetzt habe ich mich verzählt – lachender „Vierter“ könnte Altmeister Doctor Valentino Rossi werden, denn wer in der kommenden Saison die wenigsten Fehler macht wird vorne liegen.

Kampf um Platz Fünf zwischen Maverick Vinales und Dani Pedrosa.

Dann folgen die Etablierten aus der zweiten Reihe „Petrux“ Petrucci und Cal Crutchlow.

In der Moto 2 setze ich voll auf Ready to Race und die „Orangen“ aus Mattighofen.

Der portugiesische Zahnarzt Oliveira wird seiner Konkurrenz den Zahn ziehen dicht gefolgt von Bagnaia im VR 46 Team.

Alex Marquez auf Platz 3 der Gesamtwertung. Wenn die ersten „3“ patzen werden Mattia Pasini und Brad Binder Gewehr bei Fuß stehen und ihre Chancen nutzen. Wer hier Weltmeister werden will muss seine Fehlerquote minimieren und auch den ein oder anderen Platz in Podestnähe „mitnehmen“, statt im Kampf um das Podium zu stürzen.

Und die Moto 3? Die ist immer für irgendeine Überraschung gut und von daher nahezu unkalkulierbar. Dennoch bleibe ich bei meiner Vorahnung aus dem Saisonabschluss von 2017. Jorge Martin hat dazugelernt und wird seine Trainingsleistungen in dieser Saison auch in den Rennen umsetzen können. Härtester Konkurrent kommt sicherlich aus dem eigenen spanischen Lager und heißt infolgedessen Aron Canet.

Und ansonsten? Alles was im Team von Aki Ajo fährt gehört immer zum erweiterten Kreis der Titelaspiranten. Also behalten wir die Orangen im Blick.

Was machen die deutschen Rennsportfans? Prinzip Hoffnung ist angesagt, denn die stirbt bekanntlich zuletzt. An Titelchancen glaube ich bei aller Hoffnung nicht. Unsere beiden Protagonisten Marcel Schrötter und Philipp Öttl müssen auf gute Tage hoffen und auf Patzer der Etablierten. Eine deutsche Flagge bei der Siegerehrung dürfte in der kommenden Saison kaum zum Einsatz kommen.

Toleranz und Solidarität

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seit geraumer Zeit bin ich auch im Internet in einigen Motorradforen und Plattformen, sowie auf gewissen Facebookseiten, die sich ebenfalls mit allem rund um das Thema Motorrad befassen, unterwegs.

Was mir in den letzten Monaten auffällt ist die zunehmende Aggressivität wie wir, oder sollte ich besser sagen einige von uns, miteinander umgehen. Motorradfahrer/-innen sind Individualisten, aber wir sind doch keine Egoisten. Wenn die Motorradsaison 2018 beginnt, dann werden WIR wieder in einem ausreichenden Maße die Titelzeilen der Gazetten und der Boulevardsendungen füllen. Dann kommen SIE wieder die polarisierenden Standardüberschriften in der Art: Die Organspender sind wieder unterwegs. Dann wissen wieder alle und jeder genau wie wir ticken – zumindest angeblich.

Von daher sollten wir wieder verinnerlichen was WIR eigentlich sind: Motorradfahrer, Individualisten aber dennoch bei allem Individualismus, den viele auch durch ihre umgebauten Maschinen nach außen zeigen, eine Solidargemeinschaft.

Leute – WIR gehen ALLE gemeinsam unserer Passion Motorradfahren nach. Ich sage mit Absicht nicht unserem Hobby, denn der Begriff würde die Gefühle und die Emotionen nicht richtig wiedergeben!

Und jeder oder jede von UNS, die Motorrad fährt, hat dabei diese Emotionen und Gefühle. EGAL auf was er jetzt gerade sitzt. Ob das eine alte 250er MZ mit dem dritten Übermaßkolben, eine sündhaft teure Horex, ein Sportler, Tourer oder was weiß ich was ist.

Der Profiathlet der einen Marathon in 2:05 Stunden absolviert steht auch nicht mit spöttischem Grinsen im Zielraum und erwartet den Hobbyläufer, der für die gleiche Strecke 5:00 Stunden oder mehr benötigt. DER weiß nur zu genau, dass sein Pendant aus dem Amateurbereich auch sein Bestes gegeben hat und ähnliche Gefühlserlebnisse auf der Strecke hatte, wie er selbst. Eben Brüder im Geiste.

Also – 2018 kein Hohn und Spott mehr für DIEJENIGEN, die auf einem anderen Produkt als man selbst unterwegs sind. Und für Beleidigungen ist in unserer Gemeinschaft erst recht kein Platz. Denn wir sind tolerant und solidarisch miteinander und keine Egoisten.

Stattdessen wieder wie früher die Linke zum Gruß und Daumen hoch für den ANDEREN, denn DER oder DIE denkt und fühlt in diesem Moment genau wie DU!

Stell` Dir einmal vor……….

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wie soll ich denn jetzt anfangen? Am Besten mit einem orthopädischen Beispiel, also einem jener Vergleiche, die etwas hinken, aber dem geneigten Betrachter oder Leser die Absurdität des Ereignisses konkret vor Augen führen.

Jetzt hab` ich es! Weil die Masse an Leuten Anhänger dieser Sportart sind bei der ein Ball per pedes über eine Rasenfläche getrieben wird, bietet es sich wohl geradezu an.

Also – Stellen wir uns vor es ist Ende der Bundesligasaison und überraschenderweise wurde dieser Club aus Deutschlands Süden zum x-ten Male deutscher Meister. Jubel, Trubel, Heiterkeit und bei der anschließenden Meisterfeier teilt der Chef des weltweit größten Sportverbandes (DFB) den staunenden Zuhörern mit, dass es im nächsten Jahr mangels zahlungskräftiger Sponsoren keine Bundesligasaison geben wird.

Staunen, Enttäuschung, Niedergeschlagenheit! Wie konnte es denn dazu kommen? Das gibt es doch gar nicht!

Kurzes Durchatmen – es war ja lediglich ein vergleichendes Beispiel. Zu einem derartigen Supergau wird es in Deutschland, in dem fußballverrückten Deutschland, wahrscheinlich niemals kommen.

Wozu es aber in Deutschland, als zweitgrößtem Motorradmarkt in Europa nach Italien, kommen kann ist, dass es keine nationale Meisterschaft im Motorradrennsport gibt oder vielleicht nur ein fader Abklatsch der früheren Rennserien.

Okay – es war früher vielleicht nicht alles besser, insbesondere was die Sicherheitsstandards angeht. Mir stehen heute noch die Haare zu Berge, wenn ich an den, in seinen tragischen Folgen vermeidbaren, Unfall von Klaus Liegibel auf dem Stadtkurs in St. Wendel denke. Oder das unprofessionelle Pfadfinder-Fahrerlager bei dem DM-Lauf auf der Conti-Teststrecke in Colmar in Luxemburg.

ABER – Zuschauer waren da und begeistert sahen sie den Helden wie WM-Pilot Manfred Herweh in St. Wendel und den Superbikeassen Edwin Weibel, Michael Galinski, Thomas Franz etc. in Colmar und den anderen Strecken wie Nürburgring und Hockenheimring zu.

Der DMSB besitzt die Rechte an der IDM, an der internationalen deutschen Motorradmeisterschaft. Und der sitzt jetzt mit einigen anderen am Tisch und versucht eine „Meisterschaft“ zu kreieren, die den Namen noch verdient. Apropos Namen – da ist so ziemlich alles vertreten was aktuell noch Rang und Namen hat.

BMW, KTM, Honda, Kawasaki, Yamaha und Suzuki. Was wird besprochen? Es soll einige Meisterschaftsklassen geben. Es ist von der Supersport 300 die Rede. Warum eigentlich keine Rennklasse analog der Moto 3, um dem Rennnachwuchs einen direkten Vergleich zu ermöglichen?

Die Supersport 600 und die Superbike bis 1000 ccm. UND die Seitenwagen erhalten eine Klasse. Hey IHR VERANTWORTLICHEN – setzt die Jungs und Mädels in den Seitenwagen nicht wieder an das Ende des Veranstaltungsplans. Die bieten guten Rennsport und Spannung pur und haben einen Lauf vor VOLLEN Rängen verdient.

Und einige „Cup-Rennen“ sind wohl geplant. Da ist von einem Boxer-Cup 2.0 die Rede. Was ist BMW? Traut IHR euch nicht ein Cup-Rennen mit eurer S 1000 R, vergleichbar dem alten Triumph Street Triple Cup, auszuloben?

Des Weiteren ist noch ein Suzuki GSX R 1000 Cup angedacht, sowie ein Twin Cup
700 (?).

Sogar ein provisorischer Veranstaltungskalender geistert bereits durch die Gazetten.

27. – 29.04.18 Oschersleben
07. – 10.06.18 Speedweek Oschersleben
06. – 08.07.18 Zolder / Belgien
27. – 29.07.18 Schleiz
24. – 26.08.18 Lausitzring
07. – 09.09.18 Assen / Niederlande
28. – 30.09.18 Hockenheimring

Wenigstens etwas. Mir ist das zeitliche Loch im Mai und die vier Wochen Pause zwischen der Speedweek und dem Rennen in Zolder zu lang ABER wir versuchen ja gerade zu retten was noch zu retten ist.

Denkt immer daran IHR HERSTELLER! Der alte Spruch:

„Win on sunday – sell on monday“

zählt immer noch. Vielleicht nicht was das beteiligte Modell angeht ABER was die beteiligte Marke angeht.

4,31 Millionen zugelassene Motorräder in Deutschland sind ein Markt, den es zu erhalten gilt. UND zeigt der Politik, dass IHR schneller eine internationale deutsche Motorradmeisterschaft auf die Beine bringt, als unsere Parteien eine funktionsfähige Regierung.