Alpi Fährt – NEIN – Alpi sitzt

Schlagwörter

, , ,

…..und DAS ist auch gut so. Ich bringe für so ziemlich jeden, der mit einem Motorrad unterwegs ist Verständnis auf. Auch für die Tatsache, dass man (Frau) an der ein oder anderen Stelle unserer Touren über kurvige Landstraßen, die WIR als unser Terrain auserkoren haben, ein wenig zu schnell ist.

Was ich de facto nicht nachvollziehen kann ist wenn IRGENDJEMAND innerorts mit seiner Maschine am Gashahn zieht, dass er im Bereich Fahrverbot unterwegs ist.

WAS soll das? Und vielleicht noch ergänzend: WEM will DERJENIGE hier etwas beweisen? Innerorts mit überhöhter Geschwindigkeit – hat das irgendetwas mit Fahrkönnen zu tun?

Der werte Alpi hatte einen eigenen Youtube-Kanal auf dem er sich regelmäßig (selbst) darstellte. In den Medien stand anschließend etwas von etwa 80.000 Abonnenten oder Zuschauern oder was auch immer. Also müssen irgendwelche infantilen oder grenzdebilen Gemüter seine Darbietungen auch noch als etwas Tolles empfunden haben.

Der „Stern“ hatte in seinem Bericht über diese Person ein Ereignis recherchiert , welches acht Monate vor seiner schicksalhaften Begegnung mit dem dann getöteten Fußgänger stattgefunden hat. Es geht mir jetzt nicht darum, dass es zu diesem Zeitpunkt bereits zu einem „Beinaheunfall“ mit massivem Personenschaden gekommen wäre, sondern um die Art und Weise WIE Alpi diese Szene kommentiert hatte. Sinngemäß steht im Stern:

In der Onboard-Videosequenz taucht schemenhaft ein Fußgänger auf und bleibt (wahrscheinlich vor Schreck) mitten auf der Straße stehen. Alpi weicht in letzter Sekunde aus.

Ist der behindert?“, schimpft er. „Was für ein behinderter Hurensohn. Er bleibt stehen. Ey, wie ein Reh. Er wäre gestorben. Ich hätte ihn in seine Einzelteile zerlegt, wie mein Lego.“

Da merkt man doch sofort mit welchem empathischen Menschen man hier zu tun hat.

Also zitiere ich einmal kurz die Pressemitteilung des Landgerichtes Bremen vom 24.01.2017 anlässlich der Hauptverhandlung gegen unseren werten Herrn Alpi.
Der Tatvorwurf lautete zunächst auf Mord:

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 24 Jahre alten Angeklagten vor, am Abend des 17.06.2016 mit seinem Motorrad der Marke „Kawasaki“, ohne dass er die zum Führen dieses Motorrades erforderliche Fahrerlaubnis besessen haben soll, in zwei Fällen grob verkehrswidrig und rücksichtslos falsch überholt zu haben. In einem Fall soll es dadurch zu keiner, in einem anderen Fall zu einer Beschädigung eines anderen PKW gekommen sein.

Unmittelbar nach den ersten beiden Taten soll der Angeklagte die Nordstraße stadtauswärts mit erheblich überhöhter Geschwindigkeit befahren haben, als ein Fußgänger die Straße trotz einer für ihn – den Fußgänger – „rot“ zeigenden Ampel betrat. Infolge seiner überhöhten Geschwindigkeit soll dem Angeklagten ein Ausweichen oder Abbremsen nicht mehr möglich gewesen sein, so dass er den Fußgänger frontal erfasst und durch die Luft geschleudert haben soll. Der Geschädigte verstarb noch am Unfallort an seinen schweren Verletzungen.

Der Angeklagte soll einen Youtube-Kanal betrieben haben, um mit spektakulären Videos gefilmter Fahrten Einnahmen zu erzielen.

So weit die Ausführungen der Pressestelle des Landgerichts Bremen. Das lassen wir uns jetzt einmal auf der Zunge zergehen. Der tolle Hecht Alpi begeht also zunächst einmal strafrechtlich ein unerlaubtes Entfernen vom Unfallort, im Volksmund Unfallflucht genannt. Im Verfahren wird diese aber letztendlich nicht faktisch belegt. Ohne gültige Fahrerlaubnis ist er obendrein noch unterwegs laut Anklageschrift.

Auf seiner Flucht tötet er dann einen Fußgänger, der zugegebenermaßen alkoholisiert war und bei Rot seine Fußgängerampel passiert hatte. NUR diesen Herrn hätte er de facto nicht erfasst, wenn er nicht mit diesem Tempo unterwegs gewesen wäre. Zwischen 97 und 108 km/h stellte der Gutachter vor Gericht fest. Da war er noch zu Beginn der Bremsung zwischen 48 und 53 m von seinem späteren Opfer entfernt. Bei den zulässigen 50 km/ hätte Alpi nach ca. 27 m gestanden und der angetrunkene Senior wäre locker nach Hause gewackelt.

2 Jahre und 9 Monate Haft waren diese Tathandlungen dem Landgericht Bremen in erster Instanz wert. Man wird sehen, was im sicherlich stattfindenden Revisionsprozess herauskommen wird.

Der Bremer Richter hat Vieles (aus meiner Sicht noch zu viel) für den Angeklagten sprechen lassen. ER sei kein Speed Junkie gewesen. So, so war er das nicht. Was ist denn mit seinem Youtube-Kanal in dem der sich ständig posen musste, wie ein It-Boy in der Regenbogenpresse. Wie war das noch mit dem Kommentar vor laufender Kamera … Ich hätte ihn in seine Einzelteile zerlegt wie mein Lego…ER sei auch durch den Unfall selbst derart schwer verletzt, dass er nicht mehr Motorradfahren könnte!

Was soll das denn jetzt? Das kommt mir vor, als ob ein Mörder, der seine Eltern umgebracht hat im Plädoyer um Milde beim Urteil bittet, weil er ja jetzt schließlich Vollwaise wäre.

2 Jahre und 9 Monate für ein Menschenleben. Für einen Menschen der nicht aus Verkettung unglücklicher Umstände aus dem Leben gerissen wurde, sondern einzig und allein, weil hier ein Showmacher unterwegs war, der sich eingebildet hat FAHREN zu können!

NUR ein richtiger KÖNNER würde Derartiges NIE machen und ein richtiger KÖNNER hat es nicht nötig einen derartigen Schwachsinn auch noch der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Unsere Motorräder sind NICHT GEFÄHRLICH! Ganz und gar nicht, denn eine Maschine, sei es ein Auto oder ein Motorrad, kann nicht gefährlich sein. Gefährlich ist immer nur DER, der auf einem Motorrad sitzt und in Folge seines Unvermögens, sei es fahrerisch oder wegen mangelnder Verstandesreife, aus diesem Gefährt etwas Gefährliches macht.

Alpi sitzt UND das ist gut so. Ich hoffe, dass WIR niemals einen Alpi II in unserer Mitte haben werden! Denn WIR fahren mit Verstand und mit Verständnis für andere auf unseren Straßen!

La La Land ODER doch Verständnis für die Briten?

Schlagwörter

, ,

La La Land – ich habe den Film noch nicht gesehen obwohl sich die Kritiker vor Lob überschlagen und die Hybridvariante aus Musical und Spielfilm für mehrere Oscars vorgeschlagen ist.

Als ich aber das erste Mal den Filmtitel La La Land in den Medien vernommen hatte dachte ich unwillkürlich: Jetzt haben Sie die Geschichte der EU verfilmt. Das kann ja was werden!

So eine Seifenoper aus drittklassigen Darstellern, die ihren Zenit des Schaffens bei Weitem überschritten haben und jetzt in einer – Wie heißt das noch neudeutsch so schön „Daily Soap“ ihr Gnadenbrot fristen.

Wenn La La Land den Oscar erhält, dann müsste die EU in Verbindung mit meinem Lieblingsressortleiter in der deutschen Regierung die goldene Himbeere für die schlechteste Vorstellung des Jahres erhalten.

Wie begeistert war ich einmal von unserer europäischen Union und dem Gedanken jetzt ein einheitliches großes Ganzes zu schaffen, ohne Grenzen, mit einer gemeinsamen Währung und einer einheitlichen Rechtsprechung! UND einer einheitlichen Führerscheinregelung für alle Mitgliedstaaten.

Seit 28.12.16 gilt jetzt auch für uns Deutsche die europäische Regelung im Bereich der Führerscheinklasse A2:

Nur noch Maschinen mit einer Leistung von 35 Kw oder für uns ältere Semester 48 PS. Mit der europäischen Einschränkung, dass von A2-Fahrern genutzte, gedrosselte Varianten nur noch eine Höchstleistung von 95 PS haben dürfen.

Faktisch bedeutet dies die endgültige und vollständige Umsetzung der 3. EU-Führerscheinrichtlinie. Okay, okay – die hätte bereits Mitte des letzten Jahres umgesetzt werden sollen, bei genauerer Betrachtung sogar etwas früher, denn in „Resteuropa“ hat dies Gültigkeit seit 2013 – ABER – Wir sprechen hier schließlich auch von dem Fachressort des Herrn Alexander Dobrindt, welches unsere demokratischen Entscheidungsträger in den Gremien Bundestag und Bundesrat beraten sollte und da muss man auf den ein oder anderen gespielten Witz im Stile des bayrischen Komödienstadels gewappnet sein.

LEUTE – ich spreche jetzt nicht davon ob ich es für sinnvoll halte eine japanische Feuerklinge oder sonstiges Gerät mit annähernd 200 PS auf A2-konforme 48 PS zu drosseln! Ich spreche davon, dass wir genau um derartige Fälle sachgerecht und „bürgernah“ zu regeln ein europäisches Parlament haben (oder sollte ich besser sagen: Haben sollten?)

Stattdessen hat da wohl flächendeckend die deutsche Delegation dem Schlaf des Gerechten gefrönt ODER war gar nicht anwesend. Zumindest liegt letztere Variante nahe, wenn man Berichterstattungen aus dem EU-Parlament sieht und außer den Reinemachfrauen kein Mensch im Saal anwesend ist.

Jetzt wird uns auch noch die Besitzstandswahrung als besonderes Geschenk verkauft: Meine lieben Mitbürgerinnen und Mitbürger. Sie können weiterhin ihre derart gedrosselten Motorräder im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland nutzen!

Jaaa – nur fahrt bei mir hier unten im Dreiländereck mit diesen Maschinen nicht mal schnell ins Großherzogtum Luxemburg tanken ODER nutzt den Wochenendtrip im Schwarzwald noch schnell zu einem Abstecher ins benachbarte Elsass um dem Col de la Schlucht oder dem großen Ballon die Aufwartung zu machen. DANN seid ihr nämlich Dank der deutschen Schnarcherei im illegalen Bereich unterwegs und fahrt nach EU-Recht faktisch ohne gültige Fahrerlaubnis.

Am allerbesten finde ich wirklich die Internetpräsentation unseres mit Fachkompetenz überbordend ausgestatteten Verkehrsministeriums

http://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/LA/rechtliche-grundlagen-des-eu-fuehrerscheins.html?nn=284418

Da steht für alle Interessierten bereits auf der ersten Seite, natürlich leicht versteckt, ein mehr als vielsagender Hinweis:

Sollten Sie Fragen zu Einzelfällen der Erteilung und Entziehung der Fahrerlaubnis und zu Ihrem Führerschein haben, wenden Sie sich bitte an die für Sie zuständige örtliche Fahrerlaubnisbehörde (Straßenverkehrsamt).

Wenn diese Seite korrekt gepflegt würde dann müsste hier im Anschluss stehen:

…… denn wir haben leider von dieser Materie überhaupt keine Ahnung.

Ich versuche in der Zwischenzeit zu recherchieren was Alexander Dobrindt tatsächlich beruflich macht. Ich vermute ja mittlerweile, dass der Mann ein kommunistischer Schläfer aus dem kalten Krieg ist und ihn irgendjemand (versehentlich) geweckt hat, um das Land der Dichter und Denker endgültig in den geistigen Abgrund zu treiben. Wahrscheinlich werde ich aber eher ermitteln können ob Florian Silbereisen mit Batterien funktioniert oder tatsächlich echt ist.

Manchmal gibt es Phasen – da habe ich tatsächlich Verständnis für das Verhalten der Briten!

Leib und Seele ODER Auf in den Odenwald

Schlagwörter

, ,

Es gibt Dinge im Leben eines Menschen, da muss man (Frau) sehr stark sein. 2017 scheint bei Flying Haggis eine derartige Sinnkrise im Bezug auf die Nahrungsmittelaufnahme bevorzustehen.

Furchtbares hat sich im Jahre 2016 ereignet – NEIN – ich wiederhole jetzt nicht an dieser Stelle die Ereignisse, Attentate und Wahlen die einen am menschlichen Verstand zweifeln ließen. Meine aktuellen Probleme gefährden nicht derart den Planeten, sondern vielmehr den körpereigenen Feinkostcontainer von Flying Haggis.

Zwei meiner „Lieblingsfutterstellen“ sind geschlossen und müssen von meiner Einkehrliste gestrichen werden. Was für ein Verlust!

Da hat in Herl die gleichnamige „Herler Stuben“ geschlossen. Unser guter Manü, der Elsässer Koch in der Stuben, hat seinen wohlverdienten Ruhestand angetreten und ich habe bereits Erscheinungen in nächtlichen Träumen bei denen mir seine traumhaften Steaks mit Gorgonzolasoße erschienen sind. Zum Glück habe ich in diesen Situationen noch nicht die Matratze aufgefressen.

In Trier hat auch der Insidertipp „Externes“ zu. Also keine wunderbaren Aufläufe mehr und auch keine der schmackhaften Fladen und Torten, die bei entsprechenden Chili-Zutaten für Erstbesucher immer mit den Hinweisen scharf oder sauscharf versehen waren. Also kein „Texaner“ mehr und die beste Sozia von allen trauert in stillem Gedenken an ihren israelischen Nudelauflauf mit Schafskäse.

LEUTE – ich bin auf der Suche um euch möglichst noch vor Saison- und damit Tourenbeginn gleichwertige Anlaufstellen in unserer Region anbieten zu können.

Wie ERNST diese SUCHE von Flying Haggis und der besten Sozia von Allen genommen wird seht ihr jetzt. Im Vorgriff zu Tourenvorschlägen im Bereich Odenwald kommt jetzt bereits der Hinweis zur inneren Einkehr.

Also grobe Richtung unser Anflug über Mannheim, Wertheim oder Heidelberg. Nachdem wir uns dann bei der Anreise über Streckenführungen wie der alten Bergrennstrecke Zotzenbach, Hesseneck und dem Sensbachtal die Reifen schon schön rund gefahren haben geht es jetzt über Beerfelden abwärts zum Neckar.

Mein übliches Problem bei den Touren im Zusammenhang mit einer möglichen Unterzuckerung der Fahrer/-innen ist hinlänglich aus den Anderstouren bekannt und erläutert. Vorbeugung ist angesagt und die lässt sich im nahen Eberbach vortrefflich in die Tat umsetzen. Also an der Neckarpromenade angekommen links abbiegen (→ Mosbach) und dann wenig später der Beschilderung in Richtung Zentrum folgen. Die Navifahrer unter uns geben einfach die Friedrichstraße 5 in 69412 Eberbach ein.

http://www.cafe-viktoria.de/

Selbst wenig sensiblen Lesern fällt beim Studium der Tortennamen eine gewisse Affinität des Cafe Viktoria zu den Königshäusern in Europa auf. Man fühlt sich ein wenig wie Queen Elisabeth und ihr königliches Gefolge beim mittäglichen Tee – wobei ich natürlich einen guten Kaffee oder Espresso bevorzuge. Kuchen und Torten sind wirklich alle lecker und die ein oder andere Variante auch prämiert, sowie per Versand erhältlich falls einen zu Hause der Hunger überkommt.

Also Kaffeepause haben wir jetzt gemacht, haben aber das leidige Problem:

WO schlagen wir jetzt unsere Basistation für unsere Odenwaldtouren auf. Wobei der Vorschlag der jetzt kommt auch für einen Abstecher ins durchaus schnell erreichbare Kocher- oder Jagsttal gut ist.

Raus aus dem Cafe Viktoria und ab über die Neckarbrücke auf die andere Uferseite. Hier bergan durch den Ort und der Beschilderung nach Neunkirchen gefolgt. Schöne Routenführung, kurvig bergan auf gutem Asphalt. Genau richtig um die Tour abendlich ausklingen zu lassen.

Die Navifahrer geben 74867 Neunkirchen, Zeilweg 16 ein. Die anderen fahren einfach bei Ortsanfang Neunkirchen in die erste Straße links ab und rollen dann am Waldrand entlang bis sie auf das Hotel Stumpf stossen.

http://www.hotel-stumpf.de/

Und hier findet jetzt jeder / jede was. Die Damen lassen es sich bei einer Wellness- oder Kosmetikbehandlung gut gehen. Die Herren gehen entweder zur Massage und lassen sich den malträtierten Rücken durchkneten oder halten Benzingespräche im Saunabereich. Alternativ geht DAS auch am Beckenrand von dem kleinen, aber feinen Hallenbad. Dort sogar mit Getränkeservice.

Hervorzuheben ist ebenfalls die exzellente Küche des Hauses Stumpf. Sowohl die Steaks, als auch der Fisch sind auf den Punkt gebraten und nach den Viergangmenüs stehen sogar kanadische Holzfäller gesättigt vom Tisch auf. Das Ganze jetzt auch noch verbunden mit einem sehr aufmerksamen und dazu noch humorvollen Service. Selten genug in der Servicewüste Deutschland.

Der Morgen wirft für uns jetzt ein kleines Problem auf – was aber zu bewältigen ist, wenn man bereit ist Opfer zu bringen. Das Frühstücksbuffet ist derart umfangreich bestückt, dass man bei Genuss sämtlicher angebotener Produkte wahrscheinlich schon wieder reif ist für das Bett. Also Obacht, wenn wir zu unserer Ausfahrt in Richtung Odenwald, Jagsttal oder Kochertal starten und sämtliche körperliche Ressourcen im Verdauungstrakt gebunden sind.

Soweit die ersten Einkehr- und Übernachtungstipps zum Jahr 2017. Die Tourenempfehlungen folgen zeitig.

Venire contra factum proprium ODER soziale Kompetenz Teil 2

Schlagwörter

, ,

Ja Leute ich weiß → es hört sich ziemlich nach dem Latein in den Asterixheften meiner Jugend an. Obwohl – zwischendrin werfe ich ganz gerne mal wieder ein Blick in die Heftchen, verbunden mit einem Schmunzeln.

Aber jetzt sind wir fast vom Thema weg und zum Schmunzeln ist es schon gleich gar nicht. Aktuell geistert es wieder durch die Gazetten obwohl das Urteil des Oberlandesgerichtes (OLG) Frankfurt schon um mehr als ein Jahr zurückliegt.

Am 18.08.2015 war es und unter dem Az.: 22 U 39/14 des OLG Frankfurt ist es zu finden.

https://openjur.de/u/851932.html

Damit sind wir auch bei unserem „Asterixlatein“ aus der Überschrift und der Urteilbegründung, dessen Ableitung sich im Grundsatz von Treu und Glauben im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) wiederfindet. Nach der Definition dieses unbestimmten Rechtsbegriffes ist es eine unzulässige Rechtsausübung, wenn innerhalb eine Schuldverhältnisses oder einer anders gearteten rechtlichen Sonderverbindung der Berechtigte selbst eine tatsächliche Situation geschaffen hat, auf deren Bestand der andere Beteiligte vertrauen durfte und auch vertraut hat.

Diejenigen unter uns, die bereits das zweifelhafte Vergnügen einer Gerichts-verhandlung hinter sich haben, wissen was sich hinter einem Urteil eines OLG verbirgt. Richtig – hier war bereits irgendein Gericht vorher mit dem Fall betraut. In unserem Fall war es das Landgericht (LG) Darmstadt am 16.01.2014 und danach ging der „Kläger“ in Berufung.

Kläger war in diesem Fall (wie IHR aus den Presseberichten wisst, handelte es sich um eine 4-köpfige Gruppe von Motorradfahrern), der Fahrer an Position 2. Nr. 1 kollidiert in einem Kurvenverlauf mit einem entgegenkommenden PKW. Und das war es im besagten Fall schon mit den Klarheiten. Denn unser Kläger, also Fahrer Nr. 2, behauptet sein Fahrzeug bis zum Stillstand abgebremst zu haben UND dies ohne Sturz oder Kollision. Vielmehr habe nun der Fahrer Nr. 3 (im aktuellen Fall der Beklagte) die Schuld, da er (wegen zu geringen Sicherheitsabstandes) seine Maschine nicht mehr ausreichend abbremsen konnte und dann in das Fahrzeugheck von Nr. 2 krachte. Dadurch wäre mithin der Sturz von Nr. 2 verursacht worden und die daraus resultierenden Folgeschäden.

Soweit so gut oder vielmehr so schlecht. Da hat jetzt jemand einen (unverschuldeten) Schaden [wenn WIR die Auffassung von Nr. 2 teilen], den er beglichen haben möchte und zieht vor Gericht und da haben wir in Deutschland den Grundsatz: Im Zweifelsfall für den Angeklagten UND genau der zieht jetzt.

Denn das LG konnte nach der Beweiserhebung und dem Sachverständigen-gutachten nicht ausreichend sicher feststellen, dass der Beklagte (also Nr. 3) mit seinem Motorrad gegen das Heck des Motorrads des Klägers gestoßen sei und dieses zu Fall gebracht habe. Es sei nicht auszuschließen, dass die Beschädigungen am Heck der Maschine von Nr. 2 und an der Front des Motorrades von Nr. 3 durch Kollisionen während der Rutschphase, insbesondere mit den Fahrbahnbegrenzungen, eingetreten seien.

Genau gegen diese Bewertung des LG Darmstadt ging jetzt unser Fahrer Nr. 2 in Revision und hoffte auf ein anderslautendes Urteil des OLG Frankfurt.

Pustekuchen!

Auch der Frankfurter Senat des OLG teilte die Auffassung des LG Darmstadt, insbesondere unter dem Aspekt, dass die „Reihenfolge“ der Gruppe je nach Verkehrssituation und anderen Umständen auch gewechselt hatte. Des Weiteren wird formuliert über das durchaus im Straßenverkehr vertraute Bild von Motorradfahrern in der Gruppe, bei der alle den erforderlichen Sicherheits-abstand nicht einhalten.

Somit geht das OLG Frankfurt in seiner weiteren Urteilsbegründung davon aus, dass alle Beteiligten in der Gruppe einvernehmlich ein besonderes Risiko eingegangen sind, um das entsprechende Gruppenfahrgefühl zu erreichen. Jedem der Gruppe hätte die gleiche Situation passieren können wie dem Kläger. Dass der Fahrer an Position 4 unfall- und sturzfrei hindurchfahren konnte, mochte daran liegen, dass er eine geringfügig längere Reaktionszeit hatte als die vor ihm fahrenden Motorradfahrer. Sämtliche Teilnehmer der Gruppe nahmen mithin billigend in Kauf, dass entweder sie selbst oder der hinter ihnen fahrende Fahrer bei einer Unfallsituation oder sonstigen Störungen nicht ausreichend bremsen konnte und es mithin zu Schädigungen der anderen Gruppenteilnehmer kommen konnte. Dieses bewusst fahrlässige Handeln schließe die Haftung einzelner Gruppenmitglieder untereinander damit zwingend aus.

Bingo!

Ja und jetzt – was bedeutet das Ganze jetzt für uns im Motorradalltag? Das entscheidende Problem ist, das Urteile eines OLG oftmals präjudizierende Wirkung haben. Soll heißen: Jedes andere Gericht, welches einen ähnlich gelagerten (oder weitestgehend ähnlichen) Sachverhalt zu verhandeln hat, wird jetzt zunächst das o. a. Urteil aus dem Hut zaubern und sich darauf berufen. UND dann werden WIR höchstrichterlich zu hören kriegen: Sie hatten untereinander keinen ausreichenden Sicherheitsabstand und die Reihenfolge innerhalb ihrer Gruppe war ständig wechselnd und nicht festgelegt!

Für MEIN persönliches Dafürhalten bleibe ich einfach weiter bei meinen Ausführungen in dem Artikel „Soziale Kompetenz“ und dann bin ich – egal in welcher Gruppe – auf der sicheren Seite → wenn sich ALLE daran halten!

2 fast 4 you!

Schlagwörter

, ,

Die Rennsportszene im Motorradbereich verfolge ich ja, wie Ihr wisst, bereits seit einigen Jahren. Irgendwie haben mir es die Kerle und auch die wenigen Mädels in der Szene angetan, also aufrichtige Bewunderung allenthalben.

Könnt ihr euch noch an die (aus meiner Sicht) goldenen Zeiten der Superbike-WM erinnern? Habt ihr SIE noch auf dem Schirm die Herren Fogarty, Phillis, Russell, Slight, Falappa und wie sie alle hießen? Das war so Anfang bis Mitte der 90er des zurückliegenden Jahrtausends. Als sich die Helden der Halbliterklasse in der Motorrad-WM mit Zweitaktmonstern herumschlugen, die in etwa so zu fahren waren wie sich ein wilder Mustang im Rodeo reiten ließ. Nur etwas für ganz hartgesottene Burschen mit einer lebensverachtenden Grundeinstellung oder zumindest der Maxime, dass ein gebrochener Knochen keinerlei Grund für Wehklagen darstellt. Der „gelbe Schein“ war nur dann eine Option, wenn die Mechaniker den Fahrer nicht mehr auf seine Maschine heben konnten. Und so fuhren sie dann auch die Schwantz, Mamola, Lawson, Rainey und Doohan. Am Ende ihrer Karriere dann meist mit derart viel Metall im Körper, dass selbst die Detektoren an den Flughäfen vom Dauerpiepton hinter die Luft kamen.

Genau in dieser Zeit ist ES das erste Mal passiert! Die eigentlichen seriennahen Maschinen aus der Superbikeszene kamen an die Referenzzeiten der Könige des Motorradsports der 500er Klasse heran. Immer näher robbten SIE sich an die Rundenzeiten der Halblitermaschinen. Warum?

Weil diese Monster ohne jegliche heutige Fahrhilfen wie Traktionskontrollen etc. nur noch für ganz wenige, nahezu übermenschliche Fahrer beherrschbar waren. In Anbetracht der Verletzungen dieser Stars gewinnt der Begriff „beherrschbar“ aber einen bitteren Beigeschmack.

WARUM dieser Rückblick? Weil es wieder geschehen ist! Ganz aktuell bei den nachsaisonalen Testfahrten in Jerez.

Hier trafen Fahrer der Moto GP Klasse auf ihre Pendants aus der Superbike. Und was ist passiert?

Der amtierende Weltmeister und Titelverteidiger der SBK-WM Johnny Rea hämmerte in Jerez, bei nicht einmal optimalen Witterungsbedingungen, mit seiner Kawasaki eine neue Rekordrunde auf den Asphalt. Bei 1:38,721 min blieb die Uhr stehen. Schneller als der Doctor mit seiner Moto GP Yamaha im Frühjahr bei seiner Polezeit in Spanien.

Natürlich ist die Superbike-Kawasaki von Jonathan Rea nicht vergleichbar mit einem Serienprodukt der ZX 10. Aber dennoch nahe dran in dieser Silhouettenrennklasse. Okay die Superstockklasse wäre noch näher dran aber dennoch – Wir sprechen hier von einer Maschine, die einer Serienbasis entspringt und auf der anderen Seite von reinrassigen Prototypen. Vollgestopft mit allem was Technik und Ingenieurskunst hergibt – und das ist einiges.

Sind wir wieder angekommen an dem Punkt, den wir bereits ganz leicht in den besagten 90ern touchiert hatten? Ist jetzt die Wende bei den Motorradrennen, zumindest bei den Rundenzeiten zu vermelden. Das wir alle selbst im Motorradrennsport feststellen müssen, dass schiere Leistung allein nicht schneller macht, sondern FAHRBARKEIT!

Ich bin gespannt was sich IRTA und FIM einfallen lassen. Wie lange werden sie diese Entwicklung beobachten ohne einzugreifen? Oder rufen am Ende die Stars der Superbikeszene den Helden der Moto GP zu 2 fast 4 you!

Motorrad Grand Prix Saison 2016

Schlagwörter

, ,

Was hatten wir jetzt für eine Moto GP Saison 2016? War das spannend? Ganz ehrlich hatte ich in allen drei Klassen erwartet, dass es mit unterschiedlichen Protagonisten spannend bleibt bis zuletzt – soll heißen bis zur abschließenden WM-Station in Valencia.

Und dann so etwas! Da stehen lange vor Saisonende bereits -2- der Titelträger fest und die Luft ist weitestgehend heraus soweit man sie am Titelkampf festmacht. Nach der vorletzten Station war dann auch noch der letzte vakante Titel in der Moto 2 vergeben. Valencia war dann also nur noch das „Schaulaufen der Meister“ um die Metapher aus dem Eiskunstlauf an dieser Stelle zu nutzen.

Gut in der „Wundertüte“ Moto 3 konnte man zu Beginn nicht unbedingt mit dem Namen Brad Binder rechnen obwohl alleine die Teamzugehörigkeit zu Aki Ajo einen Fahrer bereits in den erweiterten Kreis der Titelanwärter bringt.

 

SONY DSC

Da musste man zumindest den Namen Romano Fenati auf alle Fälle auf dem Schirm haben – Aber der Schirm klappte dann nach einigen unfreundlichen Eskapaden von Fenati (5) beim VR46-Team schlagartig zu. Obwohl noch in Schlagdistanz zur Spitze der WM-Tabelle war Schicht im Schacht und der Doctor setzte seinen Fahrer sprichwörtlich auf die Straße. So musste dann der junge Teamkollege Nicolo Bulega (8) die Kohlen für VR 46 aus dem Feuer holen.

SONY DSC

Im letzten Drittel der Moto 3 Saison sah es zunächst nur noch nach einem Zweikampf Binder vs. Navarro, der aber frühzeitig zugunsten von Brad Binder beendet war.

SONY DSC

Navarro bekam dann auch noch Besuch von den Italienern Enea Bastianini und Francesco Bagnaia die ihm den Weg zum Vizetitel streitig machten. Wobei man die Mahindra von Bagnaia nicht mit dem früheren Modell vergleichen kann mit dem sich ein deutscher Fahrer zu Moto 3 Zeiten abplagen musste. Jetzt funktionieren diese Teile im wahrsten Sinne des Wortes wie „Schweizer Uhrwerke“.

SONY DSC

SONY DSC

Was war mit meinem Geheimfavoriten dem französischen Fahrtalent im deutschen Kieferteam in Leopardfarben? Fabio Quartararo blieb über die gesamte Saison hinter seinen Möglichkeiten und hinter meinen Erwartungen zurück. Das Erstere dürfte für ihn schwerwiegender sein. Auf erstklassigem Material weit hinter seinen Möglichkeiten zurück endete er auf einem 13. Gesamtplatz.

SONY DSC

Knapp vor meinem Geheimfavoriten landete unser deutscher Vertreter Peter Öttl auf  Platz 12 des Gesamtklassements. Einige recht gute Vorstellungen über den Saisonverlauf verteilt reichten aber nicht aus, um in der Endabrechnung unter den begehrten ersten Zehn aufzutauchen.

SONY DSC

Also vollkommen verdient und souverän herausgefahren – Weltmeister Moto 3 der Saison 2016 Brad Binder auf KTM.

SONY DSC

Platz 2 in der Gesamtwertung und damit Vizeweltmeister Enea Bastianini. Platz 3 an den, nach Verletzungen tapfer kämpfenden, Jorge Navarro. Den vierten Gesamtplatz rettet trotz eines Sturzes im letzen Rennen und damit einem Salto Nullo Francesco Bagnaia. Nach einem fulminanten letzten Rennen und Platz 2 in Valencia landet der Spanier Joan Mir in Leopardfarben nur um ein „Pünktchen“ von Bagnaia getrennt auf Platz 5. Damit wurde er auch Gewinner in der Rookie-Wertung der Moto 3.

SONY DSC

Ein Kapitel der besonderen Sorte ist auch die Betrachtung der Moto 2 Saison 2016. Was hatte ich für Hoffnungen auf unsere -3- deutschen Starter in dieser Saison gesetzt. Alle auf Topmaterial von Kalex unterwegs und somit auf Augenhöhe zur unmittelbaren Konkurrenz. Kaum einmal konnten sie, ihre sicherlich vorhandenen Fähigkeiten, in Szene setzen. Die Dramaturgie der Drehbücher in den Rennen schrieben meistens andere und das waren die üblichen Verdächtigen aus dem zurückliegenden Jahr in der Moto 2.

So kristallisierte sich relativ schnell in der Saison heraus, dass der Titelträger in der Moto 2 entweder der Titelverteidiger Johann Zarco oder sein letztjähriger Herausforderer Alex Rins sein könnte.

SONY DSC

SONY DSC

Hatte man zu Saisonbeginn noch den Namen Sam Lowes

SONY DSC

ergänzend im Kopf musste man schnell erkennen, dass hier wahrscheinlich ein genetisches Problem im Weg steht. Sowohl Sam in der Moto 2, als auch sein Bruder Alex in der SBK WM (mit einigen Wildcard-Starts in der Moto GP) haben auf sämtlichen Rennstrecken dieser Welt in einigen Kiesbetten Zweitwohnsitze angemeldet. Also das leidige Problem, welches von dem alten Spruch begleitet wird:

Wenn Du ein Rennen als Sieger beenden möchtest – dann musst Du zunächst das Rennen beenden!

Und so sahen wir ein um`s andere Mal unseren Sam Lowes mit hohen Wertungen für den künstlerischen Wert von seiner Maschine absteigen. Sollte er dieses Manko endlich abstellen dann……………

Aber da hätte sicherlich noch der ein oder andere etwas dagegen einzuwenden. Wer da als erster zu nennen wäre ist Franco „Morbido“ Morbidelli aus der Nachwuchsschule von Valentino Rossi. Schön konstant steigerte sich Morbidelli über die Saison betrachtet und war ein eifriger Punktesammler. 8 Podestplätze und 2 x Platz 4 standen am Ende zu Buche und damit ein erstklassiger 4. Gesamtrang im WM-Klassement. Nur um die Winzigkeit von einem Punkt von seinem unmittelbaren Konkurrenten Alex Rins und damit Platz 3 in der Gesamtwertung getrennt. Für mich ist Morbidelli DER WM-Kandidat für die Moto-2 Klasse 2017.

SONY DSC

Im deutschen Lager wurden Highlights nur von Jonas Folger gesetzt und die auch nicht in der Zahl, die man zu Saisonbeginn erwarten durfte. Fünfmal war er zu Besuch auf dem Podest – dabei einmal ganz oben. Sicherlich ein Highlight seiner diesjährigen Saison der zweite Platz beim Heimrennen auf dem Sachsenring.

SONY DSC

Nach fantastischem Kampf mit dem späteren Sieger Johann Zarco musste sich Jonas wirklich nur um Zentimeter geschlagen geben. Gut gemacht! Das Manko bei Folger ist einfach, dass er nur auf Strecken die ihm fahrerisch liegen vorne mit dabei ist. Bei eher ungeliebten Strecken findet er einfach nicht das Tempo, das ihn zumindest in Schlagdistanz zu seiner, um den Titel kämpfenden, Konkurrenz halten würde. Im Moto GP Team von Tech 3 muss das anders werden, sonst wird sein Moto GP Gastspiel ein kurzes Intermezzo.

Aus deutsch“sprachiger“ Sicht war da zumindest der Schweizer Tom Lüthi noch am ehesten in der Lage in der Spitzengruppe eine Rolle zu spielen.

SONY DSC

Gegen Ende der Saison wurde der Schweizer sogar noch richtig munter und lieferte sich nach zwei Siegen hintereinander in Japan und Australien einen heißen Kampf um den Vizetitel in der Moto-2-Klasse mit Alex Rins.

Wer weit unter meiner Einschätzung im Frühjahr lag war Marcel Schrötter. Trotz Topmaterial von Kalex und in einem (unter Fahrerbeteiligung Jonas Folger) nachweislichen Siegerteam waren die Ergebnisse von Marcel über das Jahr nicht besser, als mit dem unterlegenen Tech 3 Material der beiden Vorjahre. Wir werden sehen zu was er im Dynavolt-Team in der kommenden Saison fähig ist. Prognosen wage ich diesmal jedoch nicht zu stellen.

SONY DSC

Der ebenfalls unter Dynavolt-Farben startende Sandro Cortese stand in der aktuellen Saison weit im Schatten seines Teamkollegen Jonas Folger. Ein Podestplatz mit Topmaterial und mittlerweile ausreichender ErFAHRung in der Moto-2-Klasse war einfach zu wenig.

SONY DSC

Verdienter Weltmeister und Titelverteidiger, der Einzige der seit Einführung der Moto 2 diesen Titel verteidigen konnte Johann Zarco. Der Franzose winkt noch einmal kurz zum Abschied – bevor er die Moto 2 in Richtung Tech 3 und Moto GP verlässt.

SONY DSC

Die Moto GP versprach auf Grund der Neuerungen in Sachen Elektronik und dem Wechsel auf die Pneus von Michelin viel. Ausgeglichener sollte es werden und irgendwie war es DAS dann auch, denn selten in den letzten Jahren sah man derart viele unterschiedliche Gesichter auf dem obersten Podest.

Da stand ein Maverick Vinales mit seiner Suzuki in der nächsten Saison Stallgefährte vom Doctor bei Yamaha.

SONY DSC

Da war ein Cal Crutchlow, der endlich und auch hochverdient auf die oberste Stufe des Podestes klettern durfte und dies gleich zweimal in der Saison 2016.

SONY DSC

Auch der mal wieder in einer Saison vom Pech verfolgte Dani Pedrosa stand einmal auf dem ersten Platz ausgerechnet auf dem Circuit Marco Simoncelli wo sich der Doctor doch gerade dort so viel vorgenommen hatte.

SONY DSC

Und da waren die beiden „Andrea“ bei Ducati, die nach gefühlter Ewigkeit, dem Werk aus Borgo Panigale zwei Siege schenkten und damit Sieger auf der roten Göttin die nicht Casey Stoner hießen.

SONY DSC

SONY DSC

Es können also auch noch andere auf „la Bestia“ gewinnen und DAS wird Jorge Lorenzo sicher mit Aufmerksamkeit verfolgt haben, denn er trägt in der Saison 2017 die Hoffnungen der Ducatisti.

SONY DSC

Im Bezug auf den Fahrertitel hat sich die Fahrerpaarung bei Yamaha selbst geschlagen. Zu viele individuelle Fehler und zwischendrin spielte dann auch noch die ansonsten so zuverlässige Technik den Piloten ein Schnippchen. So stand früh – allzu früh – und anders als im Vorjahr der Weltmeister fest.

Großartige Verwunderung hat es natürlich nicht hervorgerufen, dass der Titelträger wieder aus Spanien kommt. Ist doch nur einer über den gesamten Saisonverlauf in der Lage der spanischen Armada Paroli zu bieten.

Also Platz 1 und Weltmeisterschaft für den Fahrer mit der geringsten Fehlerquote im Jahr 2016 Marc Marquez. Er kann zu Recht sein Banner in die Luft reissen.

SONY DSC

Der Vizetitel wie im letzten Jahr für den „Doctor“ und Altmeister Valentino Rossi.

SONY DSC

 

Platz 3 wahrscheinlich für den Fahrer, der darüber am meisten enttäuscht ist, weil es sein letztes Jahr auf der Yamaha M 1war: Jorge Lorenzo. Ob er auch nach zwei Jahren, wie einst der desillusionierte Valentino Rossi, von der roten Göttin wieder auf die Marke mit den Stimmgabeln wechselt?

SONY DSC

SONY DSC

Apropos wechseln! Der bislang einzige deutsche Vertreter in der Königsklasse Stefan Bradl wechselt ebenfalls.

SONY DSC

Ihn sehen die deutschen Rennsportfans im kommenden Jahr in der SBK WM auf einer neuen Honda Fireblade. Ob wir IHN in dieser Klasse mehr als hinterherfahren sehen? Warten wir es ab und schauen positiv nach vorne. Nach vorne deshalb weil wir ja mit Jonas Folger einen „neuen“ Vertreter in der Moto GP haben. Wir erwarten mit Spannung was er mit der Tech 3 in der kommenden Saison zu leisten im Stande ist.

Was erwartet UNS jetzt 2017? Der 10. WM-Titel von Doctor Valentino Rossi oder jubeln die Tifosi in ROT über den Moto-GP-Titel von Jorge Lorenzo auf der Ducati? Vielleicht erleben wir aber auch eine Überraschung und sehen einen ganz anderen spanischen Titelträger → Maverick Vinales könnte auf der Yamaha für eine Überraschung gut sein. Lassen wir uns überraschen und freuen wir uns jetzt schon auf eine spannende Saison 2017 → mit der ein oder anderen Überraschung, die ja das Salz in der Rennsuppe sind.

Impressionen aus den Klassen:

SONY DSC

Wo MH 6 draufsteht ist Maria HERRERA drin.

SONY DSC

Khairul PAWI → der über das Wasser gehen kann.
2 x 25 Punkte in strömendem Regen.

SONY DSC

Luca MARINI → konzentrierte Blickführung ist
die halbe Miete in der Kurve.

SONY DSC

„Domi“ Aegerter → Schweizer Wurzeln kann man
nicht verbergen. Weithin sichtbar auf dem Helmdekor.

SONY DSC

Auch mit einer Tech3 lässt es sich in der Moto 2
richtig schräg um die Ecken stechen.

SONY DSC

Eugene LAVERTY → auch im 2-stelligen Bereich
sind schnelle Leute. Eine mehr als harte Nuss für
Stefan Bradl in der SBK-WM 2017. Eugene dann auf
der pfeilschnellen Aprilia.

SONY DSC

SONY DSC

Die TECH 3 – Fahrerpaarung im nächsten Jahr in
orange bei KTM → Ready to Race. UND das Team
neue Heimat von Jonas Folger.

SONY DSC

Jack „Ass“ Miller überraschender Sieger im
Regenrennen.

Die „Kittelmenschen“

Schlagwörter

,

 sam_3075

So nannten wir sie früher und der im 2-Jahres-Rhythmus stattfindende Termin bei dieser Spezies bereitete uns immer Magenschmerzen.

Nicht das wir bewusst mit irgendwelchen verkehrsunsicheren Maschinen unterwegs gewesen sind ABER das ein oder andere an unseren Motorrädern entsprach oftmals (bei allzu strenger) Auslegung nicht so ganz der STVZO.

Und dann traten SIE aus ihren Hallen mit der gestrengen Miene eines Hüters der heiligen katholischen Inquisition. Die Kladde in der Hand mit dem Prüfbericht zuoberst auf dem dann alle Sünden schriftlich festgehalten werden konnten.

Freispruch oder Scheiterhaufen?

Dann wurde, gewandet in einen blauen Kittel mit den Insignien der Macht auf einem Emblem an der Brust, herangetreten an die Opfer ihrer Begierde. TÜV war weithin auf dem Emblem lesbar. Gesprächsbeginn mit dem Satz der einen in den Grundfesten erschauern ließ:

„Ist DAS da ihre Maschine?“

Ganz besonders geliebt habe ich auch den Satz (wenn wirklich nichts Konstruktives zu finden war): „Ihre Hinterradabdeckung ist zu kurz!“

Seinerzeit die Krönung war ein Halbgott in blau, der (natürlich ohne Helm) die Füße nicht auf den Rasten im Hof der „Anstalt“ schlingernd einen Fahrversuch durchführte. Ein Kreis sollte es werden! Wäre die Rennleitung in der Nähe gewesen hätten die den Probanden sicherlich zur Blutentnahme auf die Dienststelle gebracht, ob der orientierungslosen Schlingerei des Fahrers.

ABER die Zeiten sind „Gottlob“ vorbei (zumindest in den meisten Fällen). Mittlerweile findet man sogar ganz verständige Vertreter die wirklich an der Sache (nämlich der Verkehrssicherheit) orientiert an die Prüfungen herangehen. Oftmals sind es dann aber Motorradenthusiasten, die selbst bereits auf ein langjähriges Zweiradleben zurückblicken und insofern genau wissen was Sache ist.

Ich habe so EINEN gefunden und dort fahre ich auch mit unseren Bürgerkäfigen hin. Von außen etwas unscheinbar und wenig einladend.

 sam_3072

Irgendwie so wie bei der ein oder anderen alten Dorfgaststätte mit Renovierungsstau – wo man vor dem Eintreten denkt: Sollst Du jetzt da wirklich reingehen oder nicht doch besser in den nächsten Ort fahren? UND dann Super Essen – gastfreundlich und nette Menschen kennengelernt.

So ist es da: An der „alten B 52“ – mit neuem Kartenmaterial der L 151. Konkret an der Kreuzung Osburg-Neuhaus, wenn IHR den Landstraßenweg von Trier nach Hermeskeil nutzt.

sam_3073
Die Prüfstelle ist nicht IMMER besetzt, sondern nur an gewissen Tagen und dann auch nur zu gewissen Uhrzeiten – ABER dafür landet IHR bei einem Mann, der mit euren Maschinen sowie dem Drumherum etwas anfangen kann UND dabei immer freundlich und praxisorientiert arbeitet.

sam_3079

Kein arrogantes Getue in der Art: Ich habe zwar keine Ahnung – bestimme aber Kraft meiner Funktion trotzdem über die Zukunft deines fahrbaren Untersatzes!

Wie sieht es bei EUCH aus? Habt IHR auch Adressen wo man mit der Maschine zur Hauptuntersuchung fahren kann und als Motorradfahrer gut aufgehoben ist?

dguard – ODER – der elektronische Schutzengel

Schlagwörter

, ,

sam_3070

Hattet Ihr auch schon einmal dieses etwas merkwürdige Gefühl? Es kann einen überkommen, wenn man komplett in der Fremde unterwegs ist ODER aber auch zu Hause – gar nicht weit von der Heimstrecke.

Wenn man urplötzlich eine Abzweigung entdeckt, die man nie zuvor bewusst bemerkt hat und dann seinem Entdeckergeist folgt.

Irgendwann dann im Streckenverlauf, wenn man plötzlich bemerkt, dass man jetzt in DER Gegend ist wo das Rückgrat unseres Planeten seinen anständigen Namen verliert → DA wird es einem schlagartig bewusst und dieser merkwürdige Gedanken kommt in Dir hoch!

„Wenn es Dich jetzt hier irgendwo in die Rabatten haut – dann findet Dich kein Mensch mehr! Und kein Aas weiß wo Du dich momentan herumtreibst!“

Es gibt dann zwei Möglichkeiten. Die eine, wenig erbauliche Alternative, nennen wir sie einmal die „Ötzivariante“ ist: In einigen hundert Jahren wirst Du bei Ausgrabungen gefunden und die Fachwelt orakelt darüber, was dieser Mensch in der merkwürdigen Montur hier im Wald gesucht hat?

Die zweite Option gefällt mir persönlich viel besser und zu dieser Variante kommt Flying Haggis jetzt. Du hast deinen elektronischen Schutzengel dabei, der auf den Namen dguard hört.

Dguard ist ein sogenanntes E-Call-System. E-Call neudeutsch für emergency call oder für Menschen wie mich, die keine ausgeprägte Affinität für Anglizismen haben → ein automatisches Notrufsystem. Ab dem 31. März 2018 ist ein solches System verpflichtend für alle neuen PKW-Modelle, sowie für die leichteren Nutzfahrzeuge und ausnahmsweise einmal eine sinnvolle Errungenschaft aus der eSafety-Initiative der Europäischen Kommission.

Richtig gelesen → WIR, also Motorräder sind noch nicht davon betroffen. ABER gerade bei uns macht ein solches elektronisches Helferlein wirklich Sinn. Denkt an das obige Beispiel und sagt mir bitte nicht, dass Euch noch niemals derartige trübe Gedanken in den entlegenen Ecken unserer Touren heimgesucht haben.

Das dguard System besteht aus mehreren Komponenten.

Dem dguard Modul, welches auch die Kommunikationseinheit beinhaltet,

sam_2920

 

Dem dguard Sensor,

sam_2918

sowie dem Taster, der GPS-Antenne

sam_2922

sam_2921

und der dguard App, die wir auch noch für die sinnvolle zweite Variante der Technik nutzen können, nämlich der Diebstahlwarnung.

Das dguard System erkennt über seinen Sensor zuverlässig einen Unfall und setzt dann automatisch einen Notruf an die nächste Rettungsleitstelle ab. Um der Frage zuvorzukommen – JA, auch im europäischen Ausland – mit Ausnahme von den Niederlanden, aber die besucht der „normale“ Motorradfahrer ohnehin nur zur Moto GP oder SBK WM in Assen.

Der Notruf erfolgt an die Leitstelle in Form einer in der jeweiligen Landessprache gesprochenen Nachricht. Das System erkennt dabei ein jeweiliges Überfahren einer Landesgrenze und stellt dies automatisch um. Sollte man mittels eines Bluetooth-Headsets mit dem dguard verbunden sein und noch in der Lage sein sich zu artikulieren, kann man auch unmittelbar mit der Rettungsleitstelle Kontakt aufnehmen.

Hilfreicher Zusatz an dieser Stelle: Du hast dein dguard-System installiert und kommst jetzt an einer Unfallstelle vorbei OHNE selbst beteiligt zu sein. ABER mit dem oben geschilderten Problem – Du bist Irgendwo im Nirgendwo und hast keine Ahnung wie Du den Unfallort definieren könntest.
Einfach für mehrere Sekunden den roten SOS-Knopf am Lenker drücken und die GPS Position landet zuverlässig bei der Rettungsleitstelle.

sam_2917

Ich höre jetzt schon die ein oder andere Motorrad-Stammtischdiskussion mit dem Hinweis: „Ich fahre derartige Schräglagen und einen solchen heißen Reifen, wahrscheinlich meldet mich das System alle 400 m mit einem Unfall bei der Rettungsleitstelle“

Der ehemalige Junioren-DM-Meister im Endurobereich Paul Roßbach hat das System ausgiebigen Praxistests unterzogen und dabei Dinge simuliert, die in unserem Alltagsbetrieb nicht möglich, weil zu gefährlich wären oder Herr Newton sein Veto in Sachen physikalische Gesetze eingelegt hätte. Abschließend hat die DEKRA im Frühjahr vor der Serienfertigung Tests sowie Crash-Szenarien durchgeführt und dem System eine einwandfreie Funktionalität attestiert. Also keinerlei Bedenken im Realbetrieb auf der Straße.

Die zweite nützliche Variante des dguard-Systems ist die Diebstahlwarnfunktion. Du stellst deine Maschine ab – also Zündung aus! Jetzt hast Du 30 Sekunden um das beste Stück noch irgendwie zu rangieren oder in anderer Art und Weise an deinem Motorrad zu hantieren. DANN hat das System eingephast und quittiert jedes weitere „Rütteln“ oder „Bewegen“ als UNBEFUGTE Handlung. Über die dguard App wirst Du jetzt über das Problem informiert und Du kannst nach dem rechten schauen ODER direkt die Rennleitung über dein Problem in Kenntnis und in Marsch setzen. Ist tatsächlich der Super-Gau eingetreten und deine Maschine ist weg kann der Standort dank der GPS-Trackingfunktion einfach lokalisiert werden.

Im Vergleich zu herkömmlichen Diebstahlswarnanlagen befindet sich das dguard-System im Bezug auf Stromverbrauch am unteren Level. Weniger als 100 µA zieht das System. Also keine Angst was unsere Fahrzeugbatterie angeht.

Auf der Intermot konnte sich Flying Haggis von der Qualität des Produktes überzeugen und auch die Mitarbeiter der Firma haben überzeugt. Sachkundig, freundlich und eine unverkennbare Affinität zum Thema Motorrad und damit verbunden zur Zweiradsicherheit.

Also nach all dem Positiven von mir rund um den Sachsenring schon wieder etwas Positives aus Sachsen. Momentan ist das Händlernetz der Firma im Aufbau begriffen. In Rheinland-Pfalz und im Saarland gibt es zur Zeit noch keinen direkten Ansprechpartner.
Das sollte Euch aber nicht davon abhalten die 479,- Euronen zu investieren, denn der Einbau ist so schwierig nicht.

Gut investiertes Geld, wenn uns das System dann einmal Leben oder Gesundheit rettet. Und wer kann DAS schon von sich behaupten – Einen elektronischen Schutzengel dabei zu haben, der immer weiß WO man gerade ist?

https://www.dguard.com/de

 

Intermot 2016 in Köln

Schlagwörter

, ,

sam_3045

Manchmal stellt man / frau sich ja die Frage, ob berechtigt oder nicht sei mal dahingestellt:

Was soll ich jetzt eigentlich schon wieder auf einer Motorradmesse?

Im Grunde genommen können einem die Hersteller dieses Planeten nicht viel „Neues“ zeigen. Zwei Räder – in der Mitte, möglichst günstig in Schwerpunktnähe der Motor und damit das ALLES auch überall richtig gut funktioniert ein anständiges Fahrwerk drumherum → FERTIG! Kann doch so schwer nicht sein!

Die Interpretationen zu diesem Kernsatz sind aber unterschiedlich und die bauliche Umsetzung bestaunte Flying Haggis bei der aktuellen Motorradmesse Intermot in Köln. Also los geht`s!

Suzuki war über Jahre der Inbegriff in Sachen japanische Sportmotorräder, insbesondere wenn man bei der Anschaffung auch ein wenig darauf achten musste, dass die Geschichte erschwinglich bleibt. Preis- Leistungsverhältnis hatte gepasst und die Kilo-Gixxer aus dem Hause Suzuki fuhren über Jahre serienmässig alles in Grund und Boden. Irgendwann hatte die Konkurrenz dann aufgeholt und ist locker, lässig vorbeigezogen.

Suzuki hat nun endlich nachgelegt und nach langer, langer, viel zu langer Zeit eine Maschine auf die Beine gestellt wo sich das Hinschauen wieder lohnt.

sam_2993

Die „grünen Herrn“ aus Hamamatsu müssen sich mit ihrem Platzhirschen der ZX 10

sam_3038

in der Sparte der Superbikes warm anziehen. Da ist jetzt wieder Konkurrenz im Lande Nippon erwachsen. Die GSX 1000 ist nicht nur ein Hingucker (wenn man auf Sportmotorräder steht), sondern hat es auch noch faustdick hinter den Leistungsdaten.

Gleiches versucht Honda im Segment der Superbikes und taucht hier mit der neuen CBR 1000 auf, die auch in der SBK-WM für Furore sorgen soll. War Honda einst der Vorreiter der „Leichtbauweise“ in dieser Klasse mit der CBR 900 Fire Blade, soll jetzt wieder an diese glorreichen Zeiten angeknüpft werden. Wie immer bei Honda wertig gemacht und alles so wie es sein soll. Aber ohne jegliche Emotionen beim Betrachter freizusetzen.

sam_2946

Hoffen wir, dass die neue „Feuerklinge“ nicht allzubald ihr Dasein als Haushaltsmesser in der Küchenschublade fristet.

Gelungen war hier beim größten japanischen Hersteller die Wiedergeburt der Africa Twin zu Saisonbeginn.

Gut gemacht – Verkaufserfolg. In der größten deutschen Motorradzeitschrift auch noch das prestigeträchtige Alpenmaster gegen weitaus (PS) stärkere Konkurrenz gewonnen. Eine tolle Maschine, die die Herren von Honda hier auf die Beine gestellt haben. Guter Landstrassenmotor und alles dran, was man / frau für den Wochenendtripp oder den Motorradurlaub benötigt. Honda ist hier einen anderen Weg gegangen und nimmt nicht teil an der Leistungsorgie der Großenduros.

Dem anderen japanischen Hersteller mit den gekreuzten Stimmgabeln wünsche ich auch schon seit geraumer Zeit eine derartige goldene Idee in der Entwicklungsabteilung. Welchen Weg Yamaha gehen will ist mir bei der Modellpalette nicht so schlüssig klar. Hier fehlt mir z. B. der Mut hin zu den alten Wurzeln, den wir bei Honda mit der Africa Twin gesehen haben. Wo ist die Yamaha Ténéré, die mit neuer Technik ABER auf das Grundlegende beschränkt die Käuferscharen mobilisiert?
Die Brot- und Buttermodelle aus der Zweizylinderreihe MT 07 – 09 sind sicherlich verkäuflich ABER ob das abschließend auf dem umkämpften Markt reicht – Alles sieht irgendwie zu sehr nach Plastik aus!
Was war hier zu sehen? Eine schön gemachte 2-Zylinder die auf den Namen SCR 950 hört.

sam_2963

Und eine wunderschöne MT 03 an der u. a. ein 12-jähriger Customizer, namens Moritz Bree Hand angelegt hat.

sam_2974

Wenn man auf der ziellosen Suche nach irgendetwas mit 2-Rädern ist und keinerlei innerliche Markenbindung hat, dann landet man letztendlich irgendwann bei BMW. Die Bajuwaren haben wirklich in den zurückliegenden Jahren nicht nur dazugelernt, sondern auch ihre Hausaufgaben gemacht. Lässt man das Segment der Chopper ausser Acht (wo man clevererweise von der metallgewordenen Reinkarnation des Klosters Ettal in Form der R 1200 C Abstand genommen hat) dann findet wirklich jeder am Stand der Bayern ein Modell zum glücklich werden.
Aktuell gab es aber nicht viel Neues zu sehen in blau-weiß und so bummelte Flying Haggis etwas gedankenverlorenen über den Stand der Bayern. Auch auf die Gefahr hin von ALLEN GS-Treibern gesteinigt zu werden → mein Favorit bei den Boxern ist die R 1200 RS.

sam_2958

Im Grunde genommen ALLES an Bord was die GS stark macht sitzt man hier kommod auf einer Maschine, die wohl am besten unter dem Begriff Sportourer firmieren würde und kann damit ALLES was der Nachbar mit der GS auch kann. Von dem ein oder anderen Schotterpaß in den französischen Seealpen einmal abgesehen. Aber hier möchte ich die adipöse @venture aus dem blau-weißen Hause auch nicht aus der Horizontalen hochheben müssen.

Die Bayern haben aus ihrem anderen topverkauften Modell der NineT noch weitere Ableger hergestellt. Dabei ist ein wunderschöner Cafe Racer herausgekommen.

sam_3048

Irgendwie optische eine Mischung aus der Ducati Paul Smart Replica und der alten BMW R 90 S steht hier ein absoluter Hingucker der auch im Cafe Ace in London die Blicke auf sich ziehen würde.

Die neue Monster im Hause Ducati heißt Scrambler. Irgendwie macht mich diese puristische Maschine an. Wie hieß es noch zu Beginn? Zwei Räder – in der Mitte, möglichst günstig in Schwerpunktnähe der Motor. TREFFER! Wenn ich bloß noch irgendwo in der Garage Platz finden würde. Mit ein wenig „Räumen“ müsste es im Gartenhaus zum Überwintern reichen.
Selbst die Customizer legen zwischenzeitlich Hand an die Scrambler an und bauen wunderschöne Caferacer aus der Maschine.

sam_2953

Und der Spezialist für ausgefallene Touren, die Fa. Touratech, hat im Zubehör ausreichend Potential um aus der Scrambler einen Weltenbummler zu basteln.

sam_3054

Aber was mich am meisten, als alter Ducatisti, am Stand der Italiener gefreut hat war die Rückkehr zu den Wurzeln. Die Reinkarnation meiner 900 SS, die in der heimatlichen Garage schläft, stand hier am Messestand. Die 939 Supersport – wunderschön und zeitlos gestaltet steht SIE da. Selbst die 1,90 m eures Schreibers fanden wunderbar Platz auf der 939 – So ein Mist, kein Platz in der Garage!

sam_3026

Ohne viel Schnickschnack genau die richtige Maschine für eine zügige Runde in den heimatlichen Gefilden Eifel, Odenwald, Schwarzwald oder wo IHR sonst eure Heimstrecken habt. Die Standard ist für knappe 13.000
zu haben. Für die S-Version, dann mit den feinen Öhlins
Komponenten und dem Quickshifter, werden es dann
14.800 Euro.

 

Bei den Österreichern habe ich auf den Nachfolger meiner 1190 @venture gewartet und gehofft. Sie sollte es ja nun aufgewertet mit dem 1290er Aggregat geben, dass bereits in einigen anderen Modellen über jeden Zweifel erhaben werkelt.
Und DA war SIE. Wunderbares Gesamtpaket – rundherm gelungen. Hoffentlich schafft sich KTM damit nicht hausintern ein Problem. Es gibt mit der neuen 1290 @venture für den sportlich ambitionierten Großenduristen keinen Grund mehr für den Kauf der Super-Adventure aus eigenem Haus. Die NEUE soll für ca. 16.0000 Euro
beim Freundlichen stehen.

sam_2929

sam_2928

Ach ja – da war noch was. Flying Haggis ist auch am Stand von Moto Guzzi vorbeigekommen. Die Marke aus Maranello wirkt lebendiger, als in den zurückliegenden Jahren wo einem beim Besuch das Herz blutete. Irgendwie war es wie bei einem Krankenhausbesuch bei dem man darüber verwundert war, dass der Patient tatsächlich noch unter den Lebenden weilte. Die Palette besteht nicht nur aus der V7. Schöne Varianten waren zu sehen und auch für Leute denen so etwas gefällt eine Art Bagger.

sam_3000

Der andere italienische Nischenhersteller Aprilia stellte ebenfalls altbekanntes aus, bzw. das was man bereits aus der laufenden Saison kennt. Die Caponord, welche wirklich keine schlechte Alternative zu bekannten Großenduros darstellte, wird wegen der Euro 4 Norm zu Grabe getragen. Das schönste serienmäßige Heck nennt Aprilia aber immer noch sein Eigen.

sam_3005

Was gab es denn noch? Für Flying Haggis mit seiner Vorliebe für Unfallprävention und ALLES drumherum gab es da noch dguard. Das erste funktionsfähige E-Call-System für Motorräder mit zweierlei Hilfsfunktionen.

sam_2917

Nr. 1, die für mich wichtigere Funktion: Bei einem Unfall verbindet dich das System automatisch mit der Rettungsleitstelle. Sollte man nicht mehr ansprechbar sein lokalisiert das System deine GPS-Daten und dorthin wird dann der Rettungswagen entsendet.

sam_2918

Nr. 2 ist die schöne Variante, dass dieses System erkennt OB die Maschine ohne Zutun des Besitzers bewegt wird. Sprich: Hier macht sich jemand an unserem Motorrad zu schaffen, der tunlichst seine Finger davon lassen sollte. Diese Nachricht erhält man dann auf seinem Smartphone (endlich mal ein Grund sich ein derartiges Teil anzuschaffen) und man kann mal nach dem „Rechten“ sehen oder direkt die Rennleitung informieren.

sam_2920

Einfach zu installieren und für knapp unter 500,- Euro für das Gesamtpaket ein preisgünstiges Angebot für einen „möglichen Lebensretter“.
Da mir das Thema dguard zu wichtig ist um es hier in
einem 4-Zeiler abzuhandeln folgt in Kürze ein ausführlicher Bericht.

https://www.dguard.com/de

Was gibt es ansonsten vom Messebesuch zu berichten?

Das Leben für das Personal an den Ständen ist hart und arbeitsreich und der ein oder andere Messebesucher sicher grenzwertig. Flying Haggis und die beste Sozia von Allen haben wirklich kompetentes Personal an den Ständen erlebt. Da war eine fachlich kompetente und zuvorkommende Christin Fonfara am soeben angesprochenen Stand bei dguard. Da war ein erstklassiger Mitarbeiter bei DUCATI, der umfassend die aktuelle Supersport erläuterte. Nicht zu vergessen sein Pendant bei KTM, der die neue @venture in ihren Einzelheiten erklärte. Und da war eine qualifizierte Mitarbeiterin bei der Fa. Modeka, die ihre Produkte AUCH im Vergleich zur Konkurrenz in kompetenter und dabei sachlicher Form darstellen konnte!

Und WAS kommt jetzt?

Jetzt kommt Triumph. Mit einem Mitarbeiter, der ganz wichtig mit seinem I-Pad hantierte. Der dann auf Nachfrage einer möglichen Neuerung bei der Street Triple erst einmal seinen „Vorarbeiter“ kontaktieren musste, da ihm die „Ankündigung“ in der Motorrad-Zeitung nichts sagte.

Besagter Chef im Ring kanzelte dann den Messebesucher Flying Haggis in einer Form ab, dass man dem Herrn die Unlust an seiner Tätigkeit am Messestand auch als wenig sensibler Zeitgenosse unmittelbar anmerkte.

An die Damen und Herren von Triumph: Falls SIE rückläufige Verkaufszahlen haben – dann kann ich Ihnen sagen woran das möglicherweise hängt. Wenn Sie mehrere dieser Mitarbeiter haben – dann geht die Kundschaft lieber zu einer anderen Marke. DAS war bei diesem Messebesuch ein BREXIT der besonderen Art.

Ansonsten gab es das Übliche – Also: Zwei Räder – in der Mitte, möglichst günstig in Schwerpunktnähe der Motor ………………

IMPESSIONEN von der INTERMOT:

sam_2986

Noch schnell Jonas und Sandro genervt!

sam_2908

Ergebnisse aus dem WALZwerk!

sam_2900

Chopper gab es auch zu Bestaunen

sam_2911

sam_2932

sam_2938

sam_3008

sam_2976

sam_3032

Die neue Z 1000 SX

Rechtsfahrgebot – ODER – Leider beherrsche ich mein Fahrzeug nicht!

Schlagwörter

,

Nein Leute, es geht jetzt nicht um die politische Orientierung von Flying Haggis. Die ist in den meisten Fällen und Lebenssachverhalten eher das Gegenteil von rechts.

Aber speziell in dieser Saison stelle ich fest, dass einige unserer Mitbürger und Mitbürgerinnen in ihrer ablehnenden Haltung zum Thema – Ich bin gegen Rechts – etwas zu weit gehen!

Da steht in unserer STVO unter der Passage „allgemeine Verkehrsregeln“ im § 2 etwas zur Straßenbenutzung durch Fahrzeuge. Ich zitiere den Abs. 2

Es ist möglichst weit rechts zu fahren, nicht nur bei Gegenverkehr, beim Überholtwerden, an Kuppen, in Kurven oder bei Unübersichtlichkeit.

In Rechtsnormen bedeutet dieses IST, dass es sich um etwas Verbindliches handelt. D. h. konkret hier muss ich rechts fahren und nicht nur dann, wenn mir danach ist. Lasse ich meine bisherige Motorradsaison Revue passieren, so beschleicht mich das Gefühl, dass eine ganze Masse von Treibern der Bürgerkäfige (leider auch einige mit Motorrädern) dieses Rechtsfahrgebot eher als dezenten Hinweis verstehen.

Da werden Kurven geschnitten und munter die „Ideallinie“ genutzt. Gleichgültig ob da jemand entgegenkommt oder zum Überholen ansetzt. Ach ja, Entschuldigung → da müsste man ja auch noch in den Rückspiegel schauen und dessen originäre Aufgabe hat sich nur einem geringfügigen Teil dieser Spezies der „Rechtsignorierer“ bis dato erschlossen.

Witzig finde ich auch, dass dieses Fahrverhalten meistenteils nicht einmal etwas mit einer überbordenden Geschwindigkeit dieser Fahrzeuge zu tun hat. Da sind einige derartig auf Schleichfahrt, dass man eher die blaue Parkscheibe an der Frontscheibe vermutet. Dennoch werden Linkskurven munter geschnitten und Rechtskurven durch „weite Ausholmanöver“ nach links eingeleitet, als ob man einen Gelenkbus als fahrbaren Untersatz hätte.

Der extreme Rechtsignorierer benötigt aber für seine gefährliche Fahrweise nicht einmal eine Kurve. Nein, nein – die richtigen Prachtexemplare begegnen einem sogar auf der „Geraden“, gepaart mit einer anderen Volksseuche → der „ICH bin wichtig und überall Erreichbar-Seuche“. Da kommen einem ungeniert Bürgerkäfige auf der kerzengeraden Landstraße auf der falschen Fahrbahnseite entgegen – auf Kollisionskurs wie ein Asteroid aus dem Weltall. Und mit WAS ist der Fahrer oder die Fahrerin beschäftigt?

RICHTIG – getreu dem Liedtext  ….. muss nur noch schnell die 148 Mails checken…… hantiert man / frau munter mit dem Handy, sortiert die Maileingänge oder schreibt noch schnell eine Whats App Nachricht.

Sagt mal Leute: Geht`s noch?

Ich habe mich ja mit den Jahren daran gewöhnt, dass mir Autofahrer an Einmündungen genau in die Augen schauen und dann sehenden Auges dennoch in eine Kreuzung einfahren, abbiegen oder sonstigen Unsinn machen. Aber aktuell bleibt mir wirklich nur noch Kopfschütteln übrig OB der fahrerischen Inkompetenz einiger „Vierradler“.

Was mir noch fehlt um das Maß voll zu machen ist, dass mich in den nächsten Wochen EINER von der Maschine fährt, weil er mich irrtümlich für einen Pokémon gehalten hat und sich anschließend wundert, dass Ihm keine Punkte auf seinem Smartphone gutgeschrieben werden!

Passt auf Euch auf in dem Zoo da draußen! Die Evolution treibt merkwürdige Blüten!