Das war ein Fehler

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Oscar Wilde sagte einmal: Erfahrung ist nur der Name, den wir der Summe unserer Fehler geben.

Wenn man also im Laufe seiner Jahre ein gewisses Erfahrungswissen angehäuft hat, dann heißt das im Umkehrschluss, dass hier auch einiges an Fehlern passiert ist.

Gut zu wissen! Insbesondere für diejenigen Menschen, die für sich und ihre Handlungen gerne eine Form der Unfehlbarkeit in Anspruch nehmen. Eigentlich sind die Grenzen zur Dummheit nur dann überschritten, wenn man ein und denselben Fehler permanent wiederholt ohne seine Lehren daraus zu ziehen.

Ich habe einige Fehler in meinem Leben gemacht, aber auch daraus gelernt. An einen speziellen Fehler musste ich dieser Tage aber wieder einmal denken, denn ich hatte ein altes Album durchgeblättert und bin über eine Autogrammkarte „gestolpert“.

Ihr wisst ja mittlerweile zu Genüge, dass der Rennsport und dabei speziell alles im Zusammenhang mit zwei Rädern auf mich eine besondere Faszination ausübt. Und mit unseren deutschen Protagonisten hatte ich immer ganz besonders mitgefiebert.

Über Jahre war die 250ccm-Klasse so etwas wie eine deutsche Domäne. Da waren immer deutsche Fahrer in dem nahen Umfeld der Favoriten unterwegs, welches um den WM-Titel mitfuhr.

Einer dieser Fahrer war Reinhold „Jointie“ Roth. Den Spitznamen „Jointie“ hatte sich der Amtzeller durch seinen regen Nikotinkonsum verdient und der begleitete ihn auch durch sein gesamtes Rennfahrerleben.

Reinhold Roth war einfach ein Sympathieträger. Da wurde nicht geprotzt oder geprahlt. Nach guten Rennen kam als erstes der Dank an das Team und die Mechaniker, die ihm ein tolles Motorrad für das Rennen hingestellt haben. Seine eigene Leistung stellte er nie in den Vordergrund.

Ich kann mich noch gut an ein Fernsehinterview erinnern nach seinem ersten Sieg 1987 in Le Mans. Roth fuhr damals (wie passend) für das HB-Team von Dieter Stappert in der WM und seine Maschine wurde von dem Guru der Motorradmechaniker Sepp Schlögl gewartet. Also – man sah einen strahlenden Reinhold Roth, der emotional berührt vom glücklichsten Tag in seinem Leben sprach. Nur Sekunden später sah man den gedankenverlorenen Blick von „Jointie“ Roth und sein Kopfschütteln. Und dann kam eine für Reinhold Roth so typische Aussage:

„NEIN – das war jetzt Quatsch was ich da gesagt habe. Mein glücklichster Tag im Leben war, als ich meine Frau Elfriede geheiratet habe!“

1987 wurde Roth Vizeweltmeister – direkt hinter Toni Mang. 1989 wurde er erneut Zweiter in der 250er-WM. 1990 sollte endlich der langersehnte und hochverdiente WM-Titel her. Es hätte niemanden gegeben, der es Reinhold Roth nicht gegönnt hätte. Aber das Schicksal kann oftmals ein richtiges Arschloch sein.

Am 17. Juni 1990 kämpften drei deutsche Fahrer Helmut Bradl, Martin Wimmer und Reinhold Roth mit um den Sieg beim Großen Preis von Jugoslawien in Rijeka. Die Drei laufen bei einsetzendem Regen auf den langsam auf der Ideallinie fahrenden und überrundeten Australier Darren Milner auf, der eigentlich zu seiner Box fahren wollte.

Die drei Führenden Carlos Cardus, John Kocinski und Luca Cadalora zirkeln an dem rollenden Hindernis vorbei. Auch Bradl und Wimmer können gerade noch dem Australier ausweichen und Reinhold Roth, dem wahrscheinlich durch die beiden Vorderleute die Sicht versperrt war, knallt in das Heck von Darren Milner.

Die Verletzungen sind gruselig. Das Rückgrat wird ihm in die Schädelbasis gestaucht und die medizinische Versorgung vor Ort eine Katastrophe. Ca. 8 Minuten blieb er an der Unfallstelle ohne Sauerstoff, weil ein entsprechendes Gerät im Rettungsfahrzeug fehlte. Bis heute ist Reinhold Roth ein Pflegefall.

Aber das alles könnt ihr auch an anderer Stelle nachlesen und ist den Rennfans, zumindest den Alten, unter euch bekannt.

Ich kam an diesem Sonntag am Abend von einer Motorradtour zurück und hörte dann die Meldungen im Fernsehen. Leute – ich war wie vom Donner gerührt! Natürlich könnt ihr jetzt sagen: Du sentimentaler Trottel – Wo ist dein Problem? Du hattest doch mit diesem Mann überhaupt nichts zu tun.

Aber irgendwie war das anders. Das Gefühl war einfach anders. Es war so, als ob einem guten Kumpel aus der Clique dieses Unheil widerfahren wäre. Mit genau diesem miesen Gefühl in der Magengegend und der brennenden Hoffnung, dass doch da oben irgendeiner ein Einsehen haben muss und dafür sorgen, dass der Mann bald wieder gesund und munter bei seiner Familie ist. So ein lieber Kerl.

Mein erster Gedanke war: Du setzt Dich jetzt hin und dann schreibst Du der Elfriede Roth einen Brief. All deine Gedanken, die Wünsche und die Hoffnungen. Das Du zwar nicht richtig helfen kannst aber in Gedanken dabei bist und alles Glück dieser Welt wünschst.

Und dann sprang da oben – da oben zwischen den Ohren – der rationale Apparat an: Die hält Dich doch für komplett bescheuert. Die kennt Dich doch gar nicht und denkt, da schreibt irgend so ein Spinner. Mach´ dich nicht lächerlich.

Das war ein Fehler!

Ich hätte auf mein Herz hören sollen und diesen Brief schreiben. Im Laufe der Jahre ist mir aufgegangen wie schön und wie hilfreich es sein kann, wenn man vollkommen unerwartet in einer „kritischen Lebenssituation“ eine Stütze von Menschen erhält und wenn es nur ein paar liebe Worte sind. Oftmals von Menschen, die man gar nicht so gut kennt. Dafür lassen einen dann die unbeachtet mit deren „Stütze“ man eigentlich gerechnet hatte. Das ist dann auch eine Erfahrung und wie wir ja wissen laut Oscar Wilde die Summe der gemachten Fehler.

Irgendwann habe ich dann mitbekommen, dass es ganz vielen Menschen in diesem Moment so gegangen ist wie mir. Elfriede Roth erhielt Post – viel Post. Von Menschen die in diesem Moment auf ihr Herz hörten und nicht, wie ich auf den Kopf und eben diesen Fehler nicht machten.

Aus Fehlern lernt man aber. Heute würde ich mich hinsetzen und schreiben. Vollkommen gleichgültig ob da jemand oder Dritte, die gar nicht die eigentlichen Adressaten sind, meine Zeilen als lächerlich empfinden. Gerade wir Motorradfahrer wissen, dass Herzensdinge oftmals Verstandesmenschen schwer verständlich zu machen sind.

Seid IHR jetzt etwa am überlegen? Dann geht in die Garage und schaut nach diesem völlig unnützen und gefährlichen Ding auf den zwei Rädern, das in eurer Garage steht. Wenn IHR „das Teil“ mit dem Verstand und nicht mit dem Herzen gekauft habt, dann ist etwas gravierend schief gelaufen.


Wir sind dem Untergang geweiht – ODER doch nicht?

Ohhh – Du wirst schon sehen ……..! Was ich genau sehen werde oder was mir möglicherweise blühen könnte ist dabei zunächst einmal Nebensache, denn so begannen oftmals Aussagen der „Altvorderen“.

Aber bereits mit dem Alter ist das ja so eine Sache, denn es ist kein Verdienst sondern lediglich so etwas wie ein Zeitstempel bei der Erfassung der Lebenszeit. Also keinerlei Angabe über Qualität der bisherigen Arbeit oder der Leistung. Ein hohes Alter beinhaltet auch keine Aussage hinsichtlich der erlangten Weisheit oder des Grades an Vernunft der bis dato erreicht wurde. Da habe ich nochmal Glück gehabt – denn, wie ich bereits ganz zu Beginn meines Blogs mitgeteilt habe, schreibt hier eine Art „Peter Pan“, der absolut keine Lust hat vernünftig und erwachsen zu werden.

Also steige ich jetzt ein in die Unvernunft und in mein heutiges Themenfeld, bereit für den Aufschrei des Entsetzens. Vielleicht ist es aber auch ein Freudenschrei und es bricht sich ein Gedanke Bahn bei dem ein oder anderen Leser*in.

Der Beginn unserer Motorradsaison 2020 war komplett überschattet vom sogenannten ersten Lockdown und dem ganzen Drumherum, der damit verbunden war. Motorradhändler geschlossen, nur Werkstattbetrieb freigegeben – es sah aus, als ob der Markt mit einem lauten Knall in sich zusammenbricht. Auf breiter Front düstere Mienen und in Funk und Fernsehen meldeten sich die qualifizierten Fachleute, die alten Weisen und die es sein wollen, zu Wort und prophezeiten, dass die Wirtschaft eine lange Zeit brauchen wird um sich von dieser Maßnahme zu erholen.

Erst langsam nahm die Sparte „Motorrad“ wieder Fahrt auf und irgendwie wirkte es zunächst, beginnend mit dem Monat Mai, auch etwas mühsam. Aber dann Leute ging, fast unbemerkt, die Post ab.

Allein im Monat September 2020 lag der Zuwachs bei den Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahr bei 50,71 %. Und das ist nur der Datenbestand der Motorräder. D. h. Roller und 125er sind herausgerechnet.

Bereits im Monat August lag der Motorradmarkt bei 166.027 Neuzulassungen in Deutschland und damit in Schlagdistanz zum Jahresende 2019. Im gesamten Vorjahr gingen nämlich 168.093 neue Maschinen über die Ladentheken der Händler. Die Messe „Vorjahresverkaufszahlen“ war dann im Monat September locker gelesen.

Was ist dabei zu beobachten? Nicht alle Hersteller scheinen von dem Boom zu profitieren. Da ist z. B. Harley-Davidson, die nicht auf ihre Vorjahreszahlen kommen. Hat da etwa der nette Mann mit dem Vogelnest auf dem Kopf seinen Landsleuten einen Bärendienst erwiesen mit America first und der dann folgenden Retourkutsche aus den boomenden Motorradmärkten in Europa und China?

Aber es sind auch noch andere große Namen zu nennen, wie z. B. BMW und Ducati. Bei BMW ist es sicherlich auch dem Umstand geschuldet, dass man als Marktführer mit hohen Umsatzzahlen eben auch einmal eine kleine Einbuße oder Delle im Markt ertragen muss und ein gleichbleibend hoher Level nur schwerlich auch permanent zu steigern ist. Das prozentuale Minus ist im tiefen einstelligen Bereich. Die höheren Preise der Produktpalette im Vergleich zum Vorjahr dürften das Loch locker gestopft haben. Und die große „GS“ führt weiterhin auf dem Topplatz die Statistik bei den Modellen an. Hier thront SIE seit ewigen Zeiten und vermittelt dem unkundigen Leser das Gefühl, dass diese Maschine wohl preislich ein wahres Schnäppchen sein muss.

Bei Ducati ist das permanente Auf und Ab schon beinahe Firmenphilosophie und nichts Besonderes.

Im Plus im Vergleich zum Vorjahr liegen z. B. Marken wie KTM, Kawasaki, Honda, Triumph und Royal Enfield. Hatte ich da nicht etwas gesagt in einem früheren Artikel? Wir sprechen bei dem Plus von einer Zahl Mitte der 30 %, also durchaus beachtlich. Die Continental GT 650 und die Bullet Electra werden verkauft und finden ihre Kunden*innen.

Hört, hört da liest man auch noch die Marke Zero. Hier gilt sicherlich in umgekehrter Form das was für BMW gegolten hat. Zero schrieb bislang keine hohen Absatzzahlen, aber dennoch ist es bemerkenswert, dass der Nischenanbieter in der Elektroszene jetzt seine Kunden gefunden hat.

Irgendwie kann man also feststellen, dass dieses Virus, welches uns heimsucht und zu Jahresbeginn eine Fiktion der wirtschaftlichen Apokalypse bei allen Fachleuten hervorgerufen hat, für den ein oder anderen Markt sogar eher Vorteile in sich birgt. Die Leute und damit der Markt geben weiterhin Geld aus. Nicht mehr so viel für die Urlaubsflüge ins Ausland und für Fernreisen, aber weiterhin für DAS was uns allen GUT TUT.

Und DAS ist u. a. auch eine schöne Tour mit der eigenen Maschine. Aber WIR Zweiradfahrer sind nicht die Einzigen, die Geld in die Wirtschaft werfen. LEUTE – schaut euch mal die Zulassungszahlen des KBA im Monat Oktober an und seht da nach dem Segment der Wohnmobile. Da steht ein Plus von 83,8 %. Im Monat September sagenhafte + 159,9%.

Also bleibt entspannt, wenn in den nächsten Wochen wieder irgendwelche Spezialisten und Fachleute den nahenden Untergang des Abendlandes prophezeien. So wie es aussieht fahren wir Deutsche dem im Sattel eines Motorrades lächelnd entgegen oder beobachten den Sonnenuntergang aus dem Alkoven eines Wohnmobils.

Der beste Platz für die Vergangenheit ist die Vergangenheit, denn wir können sie nicht mehr ändern. STOPP! Wenn wir clever sind können wir sie ein wenig manipulieren! Genießen wir doch einfach in vollen Zügen unsere Gegenwart, dann haben wir in der Zukunft eine wunderbare Vergangenheit.

Überall schon einmal gewesen

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Heute fahren wir einmal anders aus Trier hinaus und begeben uns auf eine Tour mit alten Bekannten. Freundschaften und Bekanntschaften sollte man pflegen und gemütliche Einkehrstationen sind wie alte Bekannte. In der heutigen Zeit, wo uns mancherorts ein eisiger Wind entgegen bläst sollte es unser Bestreben sein genau DIE zu unterstützen für die wir gern gesehene Gäste sind.

Wir rollen also zunächst hinaus aus Trier und folgen der Beschilderung in Richtung Bitburg. Unser Intermezzo auf der B 51 ist aber ein Kurzes, denn noch in der Steigung geht es für uns rechts ab auf die L 44 und über Aach und Beßlich nach Butzweiler.

Hier geht es auf unserer alten Bekannten der L 43 weiter nach Kordel und von dort über Daufenbach nach Zemmer. Die Routenführung kommt uns bekannt vor und von daher haben wir auch kein Problem dem kurvigen Verlauf entspannt über Heidweiler, Greverath nach Bruch zu folgen.

Jetzt geht es auf das Revier der Kreisstraßen und auf der K 44 / K 45 über Bergweiler und Hupperath nach Minderlittgen. Der nächste größere Orientierungspunkt ist Manderscheid, das wir über Großlittgen erreichen.


Die Oberburg und Niederburg geben dabei ein schönes Fotomotiv ab. Beide Burgen sind durch den Flußlauf der Lieser voneinander getrennt. Wer sich fragt – Warum zwei Burgen in unmittelbarer räumlicher Nähe? Die Oberburg gehörte zum Herrschaftsterritorium des Kurfürsten von Trier und die Niederburg zum Großherzogtum Luxemburg. Die Tatsache, dass beide Herrschaftshäuser nur einen Steinwurf voneinander die Burgen errichteten deutet daraufhin, dass ihr Zusammenleben nicht von Harmonie geprägt war. Am letzten Augustwochenende jedes Jahres findet auf der Burg ein Mittelalterfest statt, das zahlreiche Besucher anlockt.

Jetzt geht es hinaus aus Manderscheid und über Pantenburg auf der L 16 zu unserer ersten Pausenstation nach Gillenfeld in das schöne Scheunencafe.

Hier sind wir schon bei dem eingangs erwähnten Punkt gern gesehen. Der Chef des Hauses hat extra für UNS Motorradfahrer in diesem Jahr gekennzeichnete Parkplätze ausgewiesen – DANKE SCHÖN. Irrtümlicherweise hielt ich die Markierungen bei unserem ersten Besuch 2020 für „Sperrflächen“ und parkte unsere „Sissy“ an anderer Örtlichkeit.

Direkt machte sich Enttäuschung breit: „Jetzt hab` ich euch extra die Parkplätze für die Maschinen markiert und Du stellst sie an die Seite!“

Natürlich wurde der Fauxpas direkt korrigiert. Derart positive Aktionen müssen schließlich umgehend goutiert werden.

Vom Scheunencafe geht unser Weg weiter am Pulvermaar vorbei. Ein schöner Platz zum innehalten und auch wieder ein schönes Fotomotiv.

Dann geht es über Lutzerath nach Bad Bertrich. Wir müssen noch schnell bei jemandem vorbeischauen die auch froh ist wenn sie motorisierte Zweiräder sieht.

Also geht es über Alf-Fabrik nach Bengel und hier in der Ortslage links ab in die Moselstraße nach Kröv. Für Motorradfahrer/-innen ist jetzt der Weg klar – es geht in die Winkelwerkstatt zu Elke Süwer.

Ampel auf Grün?

Also nichts wie hinein oder auf der schönen Terrasse Platz genommen. Der Auftrag ist klar: Wir lassen es uns gut gehen und genießen den Augenblick, denn wir warten nicht auf den perfekten Moment – WIR machen ihn uns selber. Gut gegessen und ein gutes Benzingespräch gehalten? Dann ist ja alles klar und wir fahren weiter. Schließlich müssen wir noch unserem Bildungsauftrag nachkommen. Hört sich jetzt an wie früher bei einer der furchtbaren Klassenfahrten. Versprochen – es wird um Klassen besser.

Wir fahren am Moselufer auf der B 53 entlang und über Ürzig in Richtung Bernkastel-Kues. Wir bleiben auf der „Kueser-Moselseite“, weil wir beim Ortseingang den weithin sichtbaren roten Backsteinbau ansteuern. Wir wollen nämlich in das „Zylinderhaus“. Okay – die Hardliner unter euch werden jetzt sagen: Haggis, du schleppst uns hier in ein Automuseum!

Stimmt – aber es sind auch einige wunderschöne Motorräder dabei und bei den alten Bürgerkäfigen sind sehr viele Teile dabei, die ich auch als Motorradenthusiast gerne in meiner Garage stehen hätte. Ihr findet hier traumhafte Fahrzeuge, die auch alle ein eigenes Gesicht haben und nicht, wie heutzutage, lediglich einen Einheitsbrei aus dem Windkanal darstellen.

Weiter geht es für uns und damit erst einmal auf die andere Moselseite nach Bernkastel und dann durch den Tunnel hinauf in Richtung Longkamp. Wir biegen aber bereits vorher rechts ab nach Monzelfeld und fahren dann über Gonzerath und Elzerath nach Merscheid. Die Ortsendungen -rath und -scheid hatten wir bereits alle hinsichtlich ihrer Herkunft abgearbeitet und lassen somit an dieser Stelle den „Klugscheißermodus“ aus.

Wo wir heute überall unterwegs sind. Eifel, Mosel jetzt auch noch der Hunsrück. Wir haben schon einen repräsentativen Querschnitt durch unser Bundesland erledigt. An Haag und Horath vorbei geht es nun wieder abwärts zur Mosel. Wir sind in Piesport gelandet und rollen jetzt an Neumagen-Dhron vorbei durch Trittenheim nach Klüsserath.

Lasst uns noch einen kleinen Abstecher machen. Es lohnt sich – schon allein wegen der schönen Aussicht und damit für ein schönes Fotomotiv. Zu Beginn der Ortslage Klüsserath biegen wir rechts ab in die Weinberge. Die aufmerksamen Fahrer/-innen unter euch haben den Punkt bereits ausgemacht. Es geht aufwärts zur Wetterstation von Klüsserath. Gut sichtbar oberhalb des Weinberges. Sie ist auch Ausgangspunkt für eine der vielen „Traumschleifen“ (Wanderrundwege) in der Region und gibt uns wieder einen wunderbaren Blick auf die Mosel frei. Wem nach einer Pause oder einer ruhigen Minute ist kann auf einer der Ruhebänke Platz nehmen und genießen.

Dann geht es für uns auf demselben Weg abwärts und an der Mosel entlang bis Mehring. Hier fahren wir über die Brücke und anschließend in wunderbaren Schwüngen auf der K 85 hinauf bis wir in Höhe der Autobahn A 1 herauskommen. Keine Angst – wir fahren keine Autobahn.

Hinunter geht es nun nach Fell, denn für den heutigen Abschluss müssen wir wieder die Bergrennstrecke in Rennrichtung hinauf nach Thomm fahren. Der Italiener Simone Faggioli hält mit 1:31,082 den Streckenrekord der Könige der Berge. Der Lauf zur Europameisterschaft ist aber bereits seit längerer Zeit Geschichte – einfach zu gefährlich.

Also nichts wie drauf auf die K 85, am Feller Bergwerk vorbei und bei Thomm wieder abwärts nach Waldrach.

Alles alte Bekannte und so geht es über Korlingen wieder hinein nach Trier. Überall schon einmal gewesen und doch auch wieder Neues gesehen und entdeckt. Wieder eine schöne Tour gemacht und tiefenentspannt genossen. Wie hat einmal der berühmte John Steinbeck so schön gesagt:

„Die Sklaven von heute werden nicht mit Peitschen angetrieben, sondern mit Terminkalendern.“

WIR lassen uns weder von Peitschen noch von Terminkalendern antreiben und WIR fahren dorthin wo WIR gern gesehene Gäste sind.

Viel Spaß beim Nachfahren!

Der Ring und mehr

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Gefühlt ist es hundert Jahre her da war für mich eine Woche, ohne dass ich in der Nähe vom Nürburgring war, verlorene Zeit. Überhaupt – Nürburgring hat in unserer Clique ohnehin niemand gesagt. Das war DER RING und jeder hat sofort gewusst was gemeint war. Da hat sich die Szene getroffen und nach einer Runde oder gerne auch mehreren Runden hat man sich beim Nettwirt in Drees getroffen – Benzin geredet und etwas gegessen.

Heute fahren wir mal wieder dahin. Nicht zum Nettwirt, der ist bereits seit langem Geschichte, aber zum RING. Wir versuchen aber die Haupteinflugschneisen zu meiden und eine Wegstrecke zu wählen, die uns die Zeit lässt für uns und unseren Genuss.

Auf geht`s auf bekannter Streckenführung hinaus aus Trier und auf der B 53, die Mosel zu unserer Rechten an Trier-Pallien, Biewer und Ehrang vorbei nach Quint. Der Beschilderung Spangdahlem folgend auf die bekannte L 46 und an Spangdahlem und der großen US-Airbase vorbei in Richtung Manderscheid.

Zu dem Ort mit den bekannten Burgen kommen wir heute aber nicht, denn kurz hinter Eisenschmitt biegen wir links ab auf die L 16 in Richtung Deudesfeld. Von dort geht es über Desserath nach Meisburg und hinter Meisburg gelangen wir wieder auf bekannte Gefilde die B 257.

Die ist für uns heute nur eine kurze Episode. Unser Weg geht nach etwa 5 km links ab und über Salm in die Sprudelstadt Gerolstein. Unsere nächsten Zwischenpunkte sind die Krimistadt Hillesheim und das Örtchen Berndorf, welches einem bekannten Krimiautoren den Namen gegeben hat.

Es riecht jetzt schon gewaltig nach Ring und wir suchen uns weiter unseren Weg leicht abseits der Hauptrouten. Heißt im konkreten Fall, an der Spornburg Kerpen und Niederehe vorbei in Richtung Nohn.

Diejenigen unter euch, die am heutigen Tag ausreichend Zeit eingeplant haben folgen hinter Niederehe dem Wegweiser zur Nohener Mühle. Wir wollen hier nicht einkehren sondern investieren noch ein paar Meter hin zum Wasserfall Dreimühlen. Er ist einer der interessantesten Wasserfälle in der Eifel und durch die kalkhaltigen Zuflüsse des Ahrbaches entstanden. Dadurch wächst er jedes Jahr um ca. 10 cm. Seit 1938 zählt der Wasserfall Dreimühlen zu den Naturdenkmälern.

Für mich ist er irgendwie mystisch. Hat etwas vom Elbenland in Herr der Ringe oder man erwartet, dass Morgaine die Fee aus den Nebeln von Avalon auftaucht. Ja lacht ruhig – eurem werten Erzähler ist seine Phantasie wichtig. Seit meinem siebten Geburtstag wurde ich nicht mehr älter und bin lediglich noch gewachsen. Der Zustand des Nichtälterwerdens soll möglichst noch lange andauern.

Wir fahren jetzt über Nohn weiter und nach etwa 3 km biegen wir links ab auf die L 167, weil uns hier noch ein paar schöne flüssige Kehren erwarten. Alle schön einsehbar und es hat was von einem Abfahrtshang im Winter den wir nach unten schwingen. Wir landen kurz auf der B 258, der wir aber nur bis nach Müsch folgen.

Hier biegen wir links auf die L 73 ab und fahren parallel zur Ahr über Fuchshofen, an einem bekannten Motorradtreff vorbei, über Schuld und Insul nach Dümpelfeld. Spätestens seit Müsch werden wir festgestellt haben, dass der Zweiradverkehr zugenommen hat und die Gruppierung der „Gebückten“ die Mehrheit übernommen hat. Deshalb bleiben wir hinter Dümpelfeld nur kurz auf der B 257 bis Ahrbrück und biegen bei dem bekannten Szenetreff Cafe Ahrwind rechts ab in Richtung Kesseling.

Irgendwie brauchen wir jetzt etwas Ruhiges und das finden wir bei dem Ort Kesseling wo wir links abbiegen und die abgelegene und ruhige Auffahrt hinauf zum Steinerberghaus nutzen. Hier kehrt jetzt Ruhe ein und wir können einen wunderbaren Ausblick über die Eifel genießen. Die bereits vom Hunger übermannt werden können jetzt auch zur Nahrungsmittelaufnahme schreiten. Für den Rest kommt noch was versprochen.

Blick vom Steinerberghaus in Richtung Hohe Acht

Irgendwann geht es für uns wieder talwärts und dann auf die ruhige und abgelegene L 90 durch das Kesselingertal über Weidenbach und Herschbach nach Kalenborn, bzw. Jammelshofen. Hier schlagen wir auf der B 412 den direkten Weg zum Ring ein, also im Anschluss der B 258 parallel zur alten Nordschleife auf der Döttinger Höhe folgen.

Wir fahren jetzt hinein in das „alte Fahrerlager“ und stellen hier unsere Maschinen ab. Wer es wirklich überhaupt nicht lassen kann, der darf hier seinen Magen-Darmtrakt mit einer Currywurst oder ähnlichen kulinarischen Hochgenüssen malträtieren. Der Rest schaut sich in dem kleinen Krims-Kramsladen um, ob man nicht etwas Interessantes für die Garage oder den Hobbyraum findet oder nimmt den Weg durch die Unterführung und wirft einen Blick auf die Grandprix-Strecke.

Der Ring ist die längste permanente Rennstrecke der Welt und wurde 1927 als sogenannte Gebirgs-, Renn- und Prüfungsstrecke eingeweiht. Noch heute klingende Namen waren auf dem Ring zu Gast, wie die deutschen Helden Rudolf Caracciola oder Bernd Rosemeyer. Der Schotte Jackie Stewart soll für den Spitznamen „Grüne Hölle“ gesorgt haben. Unvergessen auch der Feuerunfall von Niki Lauda, der für einen massiven Umbau der Strecke gesorgt hat.

Was insbesondere allen Motorradfahrern im Gedächtnis geblieben ist, dass ist der Fabelrekord von Helmut Dähne auf der alten Nordschleife. In 7:49,72 Minuten prügelte Dähne seine RC 30 bei einem Rennen 1993 um den alten Kurs. Ein Rekord für die Ewigkeit.

Irgendwann mutierte der Ring dann zum Millionengrab, als der alte Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Kurt Beck, aus einer Rennstrecke eine neudeutsch „Event Location“ machen wollte. Ein Denkmal hat er sich damit gebaut, allerdings anders als gedacht. Hunderte Millionen Steuergelder in den Sand gesetzt und der Ring, als Rennstrecke, hat sich davon nicht mehr erholt. Zumindest hat der besagte Krimiautor Jacques Berndorf die Story zum Anlass genommen und daraus einen schönen Krimi gemacht – die Nürburg Papiere. Einfach mal lesen. Vielleicht sind Fiktion und Wirklichkeit gar nicht so weit voneinander entfernt.

Wir versuchen jetzt den Knieschleifern weitestgehend aus dem Weg zu gehen und nehmen unseren Weg zunächst auf der L 94 über Welcherath und dann auf der K 89 von Reimerath nach Hünerbach – ja ohne „h“.

Ganz kurz sind wir nur auf der B 410 und dann geht es, wieder auf der K 89, über Bereborn, Kolverath und Sassen, nach Horperath. Wie wir ja wissen begegnen uns die Ortsendungen -rath und -scheid in Eifel und Hunsrück häufig. Es ist nicht mehr weit bis zu unserer großen Pause und unserer heutigen Einkehrempfehlung.

In Ulmen orientieren wir uns nämlich in Richtung Daun und dann rollen wir auf der L 91 nach Schönbach hinein zum Landgasthaus Zum Kreuzberg. Hier machen wir unsere verdiente Rast und lassen sowohl uns als auch unsere Maschinen abkühlen. Falls man von weit außerhalb diese heutige Tour angeht so kann man auch alternativ hier im Landgasthaus Kreuzberg Quartier beziehen und diese Tour, aber auch einige andere Anderstouren angehen.

Exzellent gespeist begeben wir uns wieder auf die Strecke, die uns auf der L 91 durch Darscheid in Richtung Daun bringt. Noch vor der Ortslage biegen wir rechts ab auf die B 421 und fahren in sanften Schwüngen aufwärts in den Bereich der Dauner Maare. Schalkenmehrener Maar, Weinfelder Maar und Gemündener Maar liegen unmittelbar beieinander und dienen euch nun bei Bedarf als Fotomotiv. An Wochenenden ist der Bereich reichlich frequentiert und so werden wir wohl nie alleine den Blick genießen können.

Wir rollen nun auf der L 64 in Richtung Eckfeld und dann parallel zur Autobahn durch Hasborn nach Wittlich. Die Strecke auf der L 52 kurvig durch den Wald und am Krankenhaus vorbei ist eine alte Bekannte. Das Gute an Wittlich ist das Ortsendeschild und so machen wir uns schnell auf der B 50 davon in Richtung Platten. Von dort geht es nach Klausen und weil wir nicht den direkten Weg nach Hause nehmen wollen bauen wir noch eine kleine Schleife ein, die uns über Hetzerath und Naurath wieder auf die L 46 führt.

So sind wir jetzt wieder auf unserer Anfahrtsstrecke vom heutigen Morgen, die wir jetzt für den Rückweg nach Trier nutzen. Knappe 280 km waren das jetzt heute und wir haben motorsportliche Geschichte, viel Gegend und viele Kurven genießen können.

Viel Spaß beim Nachfahren. Ach übrigens – der kanadische Formel 1 Fahrer Jacques Villeneuve soll einmal recht fatalistisch zur Wetterlage auf dem Ring folgendes gesagt haben: „Entweder Du siehst die Burg nicht, dann regnet es. Oder du siehst die Burg, dann regnet es gleich!“

Ich wünsche euch bei der Tour das allerbeste sonnige Wetter und immer ausreichend Asphalt unter den Reifen.

Irgendwann ist auch einmal Schluss

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Das Jahr 2020 hat uns einiges gezeigt, insbesondere im Hinblick auf das Thema Globalisierung. Hatte die Pest im Mittelalter noch ein Weilchen benötigt, um sich flächendeckend in Europa auszubreiten, war dieses ominöse Coronavirus in Windeseile von China hier bei uns und hat Europa in einen verspäteten Winterschlaf versetzt.

Aber das ist jetzt gar nicht der Punkt auf den ich hinaus will. Viele Dinge waren einem, oder zumindest mir, gar nicht derart bewusst, wie SIE mir nun bewusst gemacht wurden.

NEIN – Toilettenpapier war nicht knapp! Aber urplötzlich waren einige Medikamente knapp und da hörte man, dass diese von unseren Pharmariesen im Zuge der Globalisierung der Märkte im „benachbarten Asien“ gefertigt wurden.

Als die Bänder weltweit stillstanden wurde einem klar aus welchen fernen Ländern unsere Firmen Ersatzteile oder Bauteile erhielten. Dieses kam aus China, jenes kam aus Indien, wieder etwas anderes aus Pakistan, Vietnam oder Thailand. ALLES unter dem Aspekt der Globalisierung und der Öffnung der weltweiten Märkte.

Also ihr Kunden dieser Welt – Legt den Kopf in den Nacken und dann lasst euch von den Marketingexperten der Firmen dieser Welt den feinkörnigen Sand in die Augen streuen!

Natürlich ist das auch Globalisierung ABER zum größten Teil ist es GEWINNOPTIMIERUNG!

Da werden nicht nur neue Märkte in Asien, Afrika und Südamerika erschlossen. Da geht es hauptsächlich darum, dass am Jahresende der Gewinn in den Kassen der Firmen noch größer ausfällt als er ohnehin schon war.


Da zieht eine britische Firma wie Triumph, die bekanntermaßen vor Nationalstolz fast platzen, von Hinckley mit der Fertigung nach Thailand. Von den 65.000 Modellen die jährlich gefertigt werden baut man nun ca. 60.000 in Thailand. Zuvor gab es bereits einen Zusammenarbeit mit Bajaj in Indien und Produktion in Brasilien.

Aber auch der österreichische Hersteller KTM hat die Vorteile der fleißigen asiatischen Hände entdeckt. So rollen ab 2021 die 790er und 890er Modelle aus dem Werk in Hangzhou bei CF Moto, dem chinesischen Partner von KTM. Hier werden auch bereits die aus Indien zugelieferten Teile der 200er und 390er Modelle für den chinesischen Markt zusammengebaut.

Auch die italienische Traditionsmarke Ducati hat die Vorteile der auswärtigen Fertigung bemerkt. Die Modelle für den europäischen Markt stammen zwar weiterhin aus Borgo Panigale – aber wie lange noch? Zwischenzeitlich kommt das Ducatiwerk in Thailand bereits auf 20.000 Einheiten. Das hat dann für einen überzeugten Ducatisti so viel mit Ducati zu tun, wie der Glückskeks beim Lieblingschinesen mit italienischer Antipasti.

Jetzt sollten die Besitzer der Modelle mit dem weiß-blauen Propeller nicht zu laut lachen, denn auch BMW produziert in Thailand. Und einige der hubraumschwächeren Modelle haben als Geburtsort China. Ich sage nur Kymco.

Zu guter Letzt erwähnen wir jetzt noch, dass auch die großen japanischen Vier Produktionsstätten in Thailand besitzen und von dort in der Zwischenzeit mehr Maschinen in den Export gehen, als aus dem Mutterland Japan.

NEIN – ich möchte an dieser Stelle nicht bezweifeln, dass Chinesen, Thailänder oder Koreaner nicht in der Lage wären Motorräder zusammenzubauen.

Was ich dreist finde ist, dass hier flächendeckend von unseren großen Herstellern Motorräder in Billiglohnländern gebaut werden, um ihre Produktionskosten zu senken. Wir, die Verbraucher und Käufer, merken aber an der Kasse beim Händler nichts davon. Hier werden weiterhin Preise aufgerufen, als ob die Maschinen von einem Band gelaufen sind, an dem ein gut bezahlter europäischer Monteur seine Arbeit verrichtet.

Gewinnoptimierung wohin das Auge auch immer schaut. Die ganzen Millionen, die seit Jahren in die Kassen sprudeln reichen einfach nicht. Da muss noch eine Null her – natürlich vor dem Komma. Und WIR, die wir unsere Passion Motorrad leben, wir zahlen.

Irgendwann in den frühen 60ern, da hatten die Engländer und Italiener und auch wir Deutsche uns über die kleinen japanischen Motorräder amüsiert und gelacht. Sogar die Beach Boys hatten in ihrem 64er Album All summer long der „kleinen Honda“ einen Song gewidmet. Wie ging noch der Refrain:

First gear, it’s all right (Honda, Honda, go faster, faster)
Second gear, I’ll lean right (Honda, Honda, go faster, faster)
Third gear, hang on tight (Honda, Honda, go faster, faster)
Faster, it’s all right.

It’s not a big motorcycle,
Just a groovy little motorbike.
It’s more fun than a barrel of monkeys.


Es dauerte nicht lange, da hatte keiner mehr amüsiert geschmunzelt und gelacht. Auf den Rennstrecken der Welt schlugen die Japaner ein wie eine Bombe und von den etablierten Namen wie Norton, BSA, Triumph, aber auch Gilera oder Moto Guzzi blieb nichts oder zumindest nicht mehr viel übrig.

Man hatte die „kleinen Konkurrenten“ unterschätzt und die hatten daraus Kapital geschlagen.

Aus meiner Sicht kann DAS wieder passieren und ich erwarte auch, dass es wieder passiert.

Schaut euch Royal Enfield an. Die indische Motorradmarke ist einer der größten Motorradhersteller der Welt. DIE haben ein Entwicklungszentrum in England geschaffen – nicht im heimatlichen Indien! Hier werkeln auch Ingenieure, die nicht vor allzu langer Zeit für eine englische Traditionsmarke gearbeitet haben, deren Produktion jetzt in Thailand ist. Ein Schelm der Böses dabei denkt.

Da drüben in Asien leben und arbeiten fleißige und auch geschäftstüchtige Menschen. Motorräder bauen ist kein Hexenwerk und auch japanische Hersteller haben mit Plagiaten von NSU oder MZ angefangen.

Hoffen wir jetzt einmal, dass sich unsere Schlaumeier in den Geschäftsetagen der berühmten europäischen Motorradfirmen mit ihren asiatischen Produktionsstätten keinen Bärendienst geleistet haben. Ganz schnell könnte es nämlich sein, dass annähernd baugleiche Modelle, nur unter anderem Firmenlogo und Namen ABER um einiges kostengünstiger auf dem Markt auftauchen. Und dafür gibt es auch in heutiger Zeit einen Absatzmarkt.

NSU-Fans oder MZ-Fans sind nahezu ausgestorben, wie ihre Marken und die Dinosaurier. Dass kann auch mit BMW, KTM, Ducati oder wem auch immer passieren. Vielleicht sind die zukünftigen Großen bald Kymco, Hyosung oder Royal Enfield.

Denn irgendwann ist einmal Schluss – mit der Gewinnoptimierung und wohl auch mit dem ein oder anderen großen Namen. Das kann dann passieren, wenn man den berühmten Hals nicht voll bekommt und es den Kunden letztendlich nur auf ein gutes Produkt ankommt und nicht auf DEN Markennamen.

Und doch ganz Nahe!

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Heute verlassen wir Trier einmal in einer neuen Variante. Irgendwie müssen wir ja raus aus der schönen Stadt und so geht es für uns über die Ortsteile Olewig und Irsch an Hockweiler vorbei, also direkt gemütlich über Land.

Grob zieht es uns in den Hochwald und den erreichen wir über Pluwig und dann talwärts nach Pluwigerhammer. Spätestens jetzt erinnert uns nichts mehr an das städtische Treiben und wir haben unsere Ruhe.

Unser Weg führt uns über Schöndorf und Holzerath auf der L 146 nach Reinsfeld. Hier bleiben wir einmal kurz auf einer Bundesstraße und rollen über die B 407 an Abtei und der dortigen Flugausstellung vorbei. Noch ist es eigentlich zu früh für eine Pause. Technikinteressierte, die vielleicht etwas früher am Morgen aufgebrochen sind können aber hier schon einen Halt einplanen. Vielleicht für ein zweites Frühstück in dem Nachbau einer Concorde oder sie bewundern die Super Constellation mit der einst der Bundeskanzler Adenauer nach Russland flog um die letzten deutschen Kriegsgefangenen wieder nach Hause zu bringen.

Kurz hinter der Flugausstellung verlassen wir die Bundesstraße in Richtung Thiergarten und Damflos. An Züsch vorbei geht es weiter in Richtung Börfink. Die Streckenführung hat jetzt bis zur nächsten Kreuzung fast etwas Meditatives, so schön abgelegen ist es hier. Irgendwo hier seitlich im Gelände war zu früheren Zeiten ein Nato-Führungsbunker von dem aus die Luftraumüberwachung im „Kalten Krieg“ gesteuert wurde. Die militärische Anlage, die den unscheinbaren Namen „Bunker Erwin“ hatte, wurde aber bereits 2011 veräußert, da sie bereits lange keinerlei militärischen Nutzen mehr hatte. Ein Glück, dass dieser geballte Unsinn ein Ende gefunden hat. Die Menschheit tut sich auf diesem Planeten schon schwer genug, ohne sich gegenseitig über den Haufen zu schießen.

Grob geht es an der Kreuzung in Richtung Birkenfeld. Bis zu dem Städtchen kommen wir aber gar nicht erst, denn es geht alsbald in Richtung Schwollen. In der Region bekannt für seine Sprudelquelle. Auf der L 175 bleiben wir jetzt eine Weile, denn wir wollen das nahe Idar-Oberstein umfahren. Für mich hat das Mittelzentrum im Hunsrück keinen fahrerischen Wert und Fotos von der bekannten Felsenkirche können wir auch zu einem anderen Zeitpunkt machen.

Unser weiterer Weg führt uns also über Siesbach und Hettenrodt und über Tiefenstein nach Niederwörresbach. Dann folgen wir dem Weg der L 160 nach Fischbach um ganz kurz auf die B 41 abzubiegen.

Nach etwa 2 km geht es für uns rechts ab auf die K 73. Eine schöne Streckenführung haben wir hier wieder vor uns. Eine Ortsendung mit -bach nach der anderen reiht sich hier aneinander. Für uns geht es über Bärenbach, Schmidthachenbach und Becherbach nach Hundsbach.

Wirklich kein Witz. Ein Bach geht noch und so führt uns der Weg über Jeckenbach und Breitenheim nach Meisenheim, wo wir eine kleine Pause im Cafe Meisentörtchen machen.

Ist nicht allein der Name bereits Weltklasse? Okay – Meisenheim und Meisentörtchen, da kann man vielleicht drauf kommen. Aber der Kuchen und die gemütliche Lokalität sind allemal eine Pause wert. Mein „Schokoladenriegel“ hat wahrscheinlich den Kaloriengehalt von drei warmen Mahlzeiten – ist mir aber egal, weil es köstlich schmeckt, wie aus einer himmlischen Zuckerbäckerei.

Das Pflaumenrahm- und das Birnenmarzipantörtchen der besten Sozia von Allen tragen ebenfalls dazu bei, dass bei uns beiden ein zufriedenes Lächeln im Gesicht zu sehen ist. Wir haben beide mit der Zeit gelernt aus unserem Leben eine magische Reise zu machen voll mit kleinen Wundern. Das ist jetzt wieder so ein Augenblick und der wird mit vollen Zügen genossen. Wir fühlen uns an unseren „Giro d`Italia“ erinnert und unsere Pause in der „Pasticceria und Caffetteria da Sara & Co“ mitten in Lucca. Jetzt haben wir also Ars Vivendi am Glan in Meisenheim. Der erstklassige und mehr als freundliche Service runden die ganze Sache noch ab. Besser geht`s nicht.

Meisenheim, auch die Perle am Glan genannt, ist ein wunderschöner kleiner Ort an dem wir unsere Speicherkarte der Kamera rattern lassen. Vermutlich wurde Meisenheim im 7. Jahrhundert gegründet und ging im 12. Jahrhundert, als Lehen, an den Grafen von Veldenz.

Richtig Leute – am Stammsitz der Herren von Veldenz haben wir auch schon eine kurvige Anderstour gedreht. Von der historischen Stadtmauer ist noch einiges, wie das Untertor, sowie der Münz- und Bürgerturm erhalten und man kann auf der Stadtmauer auch in Teilen die Altstadt umrunden. Mit seinen Fachwerkfassaden ist Meisenheim einfach ein knuffiger Ort, wo man gerne innehält.



Auf der B 420 geht unser Weg in der Folge weiter und immer noch verfolgen uns die Ortsendungen mit -bach. Über Callbach und Unkenbach geht es zunächst nach Obermoschel. Dann über Bingert und Feilbingert auf der K 83 zur Lemberghütte. Aufgepasst Leute – gegen Ende sehr schmale Streckenführung. Bei Gegenverkehr wird es eng. Die Lemberghütte ist ein Einkehrtipp unserer Mitbloggerin Rosi Bach. Also an dieser Stelle: Vielen Dank Rosi.

Ruhig und idyllisch liegt die Lemberghütte im Wald.

In der Nähe ist noch ein Aussichtspunkt mit einem wunderbaren Blick auf die Nahe und die Höhenzüge des Hunsrücks.

Wir haben eine herrliche Weitsicht heute und entspannen auf einer der sogenannten Relaxbänke.


Einfach ein schöner Platz zum ausruhen und genießen UND für das ein oder andere zu sich zu nehmen. Denn die Küche passt.

Irgendwann machen wir uns wieder auf den Rückweg, den wir natürlich ein wenig variieren, damit uns nicht langweilig wird. Um die vielen Bundesstraßen der Region einigermaßen zu vermeiden bauen wir den ein oder anderen Schlenker in die Route ein.

Kurz müssen wir aber dennoch unseren angestammten Weg zurück nehmen, um uns aber dann nach Obermoschel zu orientieren. Bei Obermoschel wechseln wir auf die L 379 und fahren über Sitters und Schiersfeld nach Waldgrehweiler.

Dann ist die L 385 unser asphaltierter Begleiter über Gangloff, Becherbach nach Ginsweiler. Wir rollen grob westwärts mit dem Zwischenziel Lauterecken, das wir auf der K 40 über Cronenberg, wieder mit wunderbaren Kurven und Kehren, erreichen.

Für etwa 13 km machen wir jetzt die B 420 zu unserem Partner und nutzen die Bundesstraße für den zügigen Transfer von Lauterecken nach Rathsweiler. Da verlassen wir die Bundesstraße wieder zugunsten der L 169, einer schönen Passage, die uns nach Baumholder bringt.

Wenn ihr auf der Landkarte unsere heutige Route nachverfolgt dann seht ihr, dass wir mit Teilen unserer heutigen Tour den Truppenübungsplatz Baumholder umzingelt haben. Die sogenannte „Panzerplatte“ ist alljährlich spektakuläre Wertungsprüfung des WM-Laufes der Rallye Deutschland.

Irgendwie ist wieder die Zeit gekommen für eine kleine Pause. Also an Ruschberg an der Nahe vorbei nach Heimbach und Hoppstätten-Weiersbach. Dann auf der L 170 über Dienstweiler hinein nach Birkenfeld. Hinein in die Ortslage und dann ins Eiscafe Venezia. Falls keiner der wirklich leckeren Eisbecher hineinpasst, reicht es zumindest für einen Capuccino italiano.

Hinaus zieht es uns dann aus Birkenfeld auf der B 269 und irgendwie kommt uns die Strecke bekannt vor, denn wir kreuzen nun unseren Hinweg.

Unser nächster Orientierungspunkt ist dann Thalfang. Wir kommen jetzt auf die L 150 und die ist für uns von früheren Anderstouren eine alte Bekannte.

Jetzt sind wir zügig zu Hause. Über Fell führt unser Weg nach Mertesdorf und dann sind wir auch schon im Bereich der Vorort von Trier. Über den Ortsteil Ruwer geht es wieder hinein in die Stadt, wo wir in einer der vielen gastronomischen Anlaufstellen den Tag ausklingen lassen können.

Irgendwie war doch alle ganz Nahe.

Hauptsach` gudd gess Teil II

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Wie sagte doch einst ein weiser Mann: Wenn Du deinen Weg noch nicht gefunden hast, dann ist jede Straße die du nimmst die Richtige! Das hat etwas Philosophisches für unseren Lebensweg, passt aber auch auf unsere Anderstouren.

Irgendwie ist es also wieder die Richtung – Der Weg ist das Ziel. Gemeinhin wissen wir ja, dass dies unsere schönsten Touren sind. Ihr wisst aber mittlerweile auch, dass es nur ganz ganz selten bei mir eine Tour ohne ein bestimmtes Ziel gibt.

Und diesmal gibt es sogar drei Ziele, die es in unmittelbarer Nähe anzusteuern gilt. Es wird Euch schwer fallen einen Favoriten unter den Einkehrstationen auszumachen. Das Kernproblem des heutigen Tages ist deshalb:

Alle drei Pausenstationen kombiniert mit Nahrungsmittelaufnahme gehen heute nicht, ansonsten passt die Kombi nicht mehr.

Hinaus geht es aus Trier über die Stadtteile Olewig und Irsch und dann an Korlingen vorbei hinein nach Gutweiler.

Wir sind jetzt unterwegs in das „Gusterather Tal“, welches früher die Schuhfabrik Romika beherbergte. Die Älteren unter uns erinnern sich noch an den Werbeslogan: Reintreten und wohlfühlen. In der heutigen Zeit würden es wahrscheinlich einige Gutmenschen als missglückten Aufruf zum Aggressionsabbau fehl deuten und mit der Reichsacht belegen. Pardon – Reichsacht ist sicherlich auch nicht mehr zeitgemäß. Derartige Fehler bereits zu Beginn. Wo soll das heute enden?

Bei Pluwigerhammer biegen wir rechts ab auf die K 45 in Richtung Ollmuth und genießen die schöne Aussicht auf die Höhen des Hochwaldes. Der Blick hat schon etwas von Schwarzwaldambiente, also können wir uns den Anfahrtsweg nach Baden-Württemberg sparen.

Die Tour geht durch die Ortslage von Lampaden und talabwärts biegen wir rechts ab, um weiterhin schön abgelegen die Ruhe und die Gegend auf der K 44 in Richtung Zerf zu genießen.

Danach folgt unser Weg der B 407, die uns aber trotz der Widmung als Bundesstraße einen schönen kurvigen Weg über Irsch nach Saarburg weist. Wir biegen am Ortseingang nicht ab auf die Umgehung, sondern bleiben auf dem Weg in Richtung des Stadtteils Beurig. Das hat zwei Gründe. Der erste Grund ist eine gute Metzgerei direkt an unserer Wegstrecke auf der linken Seite, die sich geradezu dafür anbietet noch Wegzehrung im Tankrucksack unterzubringen. Für die Alleinreisenden unter uns, denen es zuvor unterwegs an Unterhaltung mangelte, hat es nun den Vorteil, dass zumindest das Frikadellenbrötchen jetzt mit ihnen redet. Der zweite Grund ist, dass wir von unserer Anfahrt her einen wunderbaren Blick auf die namensgebende Saarburg haben und damit auch einen schönen Fotopunkt.

Apropos Fotopunkt. Diejenigen, die Zeit mitgebracht haben, können noch einen kurzen Schlenker einbauen und auf den Warsberg hinauffahren, der Beschilderung
Landal-Ferienpark folgend. Zum einen eine schöne kurvige Anfahrt den Berg hinauf und oben angekommen ein schöner Blick auf Saarburg.

Die Anderen rollen hinein in die Ortslage, machen vielleicht noch einen kurzen „Gelatohalt“ an der Eisdiele „Cascade“, die dann direkt zu unserer Linken liegt. Von dort ist es auch nur ein kurzer fußläufiger „Hopser“ zu den üblichen Touristenfotopunkten im historischen Ortskern.


An dem nun folgenden kleinen Verkehrskreisel geht es für uns weiter in Richtung Mannebach. Wir bauen jetzt hier gerade eine kleine Schleife in unsere Route ein. In Erinnerung an unsere philosophische Eröffnung passt das zum heutigen Tag.

Also weiter über Kümmern und Onsdorf, an Söst vorbei nach Fisch und dann nach Kahren. Hier gibt es übrigens eine sehr gute Hofkäserei, den „Altfuchshof“. Lokale Produkte haben immer unsere Unterstützung verdient.

Bei Merzkirchen geht es wieder talabwärts und wir landen in Trassem. Jetzt werden einige mit Verwunderung zur Kenntnis nehmen, dass Saarburg lediglich knappe vier Kilometer zu unserer Linken liegt. Einige Kilometer müssen einfach sein, bevor wir es uns kulinarisch gutgehen lassen. Die keine Zeit mitgebracht haben für den Schlenker können natürlich direkt von Saarburg nach Trassem rollen.

Hier geht es für uns kurvig auf die L 131 nach Freudenburg und von dort abwärts zur Saar nach Taben-Rodt. Jetzt führt uns unser Weg auf die andere Saarseite und ganz kurz auf der B 51, den Fluß zu unserer Rechten, bis Saarhölzbach.

Die Beschilderung, auf die es jetzt ankommt, führt uns über Britten nach Losheim. Jetzt haben wir es gleich geschafft, es riecht bereits konkret nach einer gemütlichen Pause. Die wartet kurz vor der Ortslage Nunkirchen zu unserer Rechten. Wir biegen ab in die Straße Am Felswäldchen und kehren nach knappen 400 m in den Biergarten „Forsthof“ ein.

Hier gibt es auch noch einen kleinen Wanderrundweg, das sogenannte Traumschleifchen rund um den Forsthof, den wir aber auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Dann haben wir auch wieder einen guten Grund in den Forsthof einzukehren.

Ein kleiner aber gut sortierter Hofladen gehört auch zum Forsthof und für diejenigen, die nicht zeitig vor Ort waren, besteht die Möglichkeit an einem Automaten noch schnell Wurst oder Eier zu kaufen. Im Saarland denkt man eben an alles und insbesondere an hungrige Menschen.

Der Biergarten ist ein beliebter Anlaufpunkt und bei beliebten Örtlichkeiten kann es natürlich auch passieren, dass ein freier Platz eine rare Angelegenheit ist. Wir haben aber jetzt Hunger und bevor der Hungerast eine Weiterfahrt unmöglich macht muss eine ordentliche Lokalität her.

Schaffen wir noch etwa 5 km ohne von der Maschine zu fallen? Wir kriegen das hin. Also hinein nach Nunkirchen und in der Ortslage links ab auf die L 152.

Der Weinstrand Schwarzrindersee bei Thailen ist unser Ziel und ein wirklich gemütlicher Anlaufpunkt.

Diejenigen unter euch, die nicht ortsansässig sind und die Region für einen Kurztripp oder Wochenendausflug besuchen, finden hier einen schönen Übernachtungsplatz in einem der „Fässer“. Einfach schön gemacht und man findet sogar ein „Saunafaß“ vor um die müden Knochen zu entspannen. Schaut es euch an.

Wir sind ja heute bereits erfahren in Sachen „Schlenker“ und so bauen wir jetzt wieder eine derartige Schleife in unsere Route ein. Also hinein nach Thailen und dann über Wadern in Richtung Primstal.

Hier gilt es aufzupassen, denn nach knappen 1,5 km hinter dem Kreisel geht es bei Lockweiler rechts ab. Die nächste Raststation steht an und die heißt Hofgut Dösterhof.

Schön ruhig sitzen wir hier und können im Hofladen noch allerlei Leckeres aus der Region kaufen und gemütlich bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kaffee die Gedanken schweifen lassen.

Für mich ist der Dösterhof der Favorit, weil er so schön abgelegen ist und man die Seele baumeln lassen kann. Wie sagte doch Oscar Wilde so treffend: Muße, nicht Arbeit, ist das Ziel des Menschen.

Die „Saarländer“, obwohl es den typischen Saarländer in der Ausprägung Heinz Becker wahrscheinlich gar nicht gibt, haben den Bogen in Sachen Lebensart und Muße einfach raus. Der Slogan „Hauptsach` gudd gess“ (Hauptsache gut gegessen) passt wie die berühmte Faust auf`s Auge und wir sollten von der entspannten Gelassenheit der Saarländer lernen.

Nach dem Hofgut fahren wir unsere Schleife zu Ende und rollen über Lindscheid, Limbach und Büschfeld zurück nach Dagstuhl (Wadern).

Dann führt uns unser Weg nach Wadrill wo wir fast unbemerkt das Saarland verlassen. Bis nach Grimburg folgen wir kurvenreich der L 147 und biegen dann links ab nach Kell.

Hier rollen wir durch die Ortslage, dann an einem kleinen See vorbei, der ein größeres Feriendorf beherbergt, welches immer gut besucht ist, insbesondere von unseren gelbbeschilderten Nachbarn.

Wir sind jetzt wieder im Hochwald, was auch unschwer anhand der Streckenführung erkennbar ist. Wie sagte doch einst Heinz Erhard so schön: Links ein Baum und rechts eine Bäumin. Wenn er damals bereits geahnt hätte, was heutzutage der Genderwahnsinn zu Tage bringt, dann hätte er sich wahrscheinlich den Spruch verkniffen. An der nächsten Kreuzung biegen wir links ab in Richtung Holzerath. Routenmäßig kann man jetzt nichts mehr falsch machen, weil wir schon so gut wie zu Hause sind.

Gleich sind wir in Pluwig und können dann von der Höhe aus schon Trier sehen. Bei guter Sicht ist hier der Blick wunderbar weit bis nach Luxemburg und in die Eifel hinein möglich.

Hinein geht es für uns nun nach Trier und unsere heutige kleine Runde ist beendet. Wir haben drei wunderbare neue Einkehrstationen kennengelernt, die wir bei unseren zukünftigen Touren anlaufen können und uns überall gut aufgehoben fühlen.

Immer daran denken: Hauptsach`gudd gess! Denn die schönsten Momente im Leben sind die, in denen man sich entschließt das Leben einfach zu genießen.

Viel Spaß beim Nachfahren und genießen.

Luxtour ODER durch`s Ländchen

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Das wird jetzt heute wieder richtig Spaß machen. Eigentlich macht es das ja immer, aber heute ganz besonders. Einmal weil es landschaftlich schön wird und kurvig, weil wir viele schöne Fotopunkte anfahren werden UND weil wir einige Stellen anfahren werden bei denen wir es uns gut munden lassen können, auf die eine oder andere Weise.

Also nichts wie raus aus Trier und rüber auf der „Westseite“ in Richtung Trier-Ehrang und dann der Beschilderung nach Kordel folgen.

Hier haben wir auf der B 422 schon die richtigen Kurven zum Einrollen und im Streckenverlauf das erste Fotomotiv mit der Burg Ramstein zu unserer Linken. Bundesstraßen sind ja normalerweise nicht so mein Revier aber die B 422 hat mit ihrer wirklich schönen Streckenführung so gar nichts mit den üblichen Bundesstraßen in Deutschland zu tun. Deshalb bleiben wir auch zunächst bis hinter Welschbillig auf der Bundesstraße, überqueren bei Helenenberg die B 51 und weiter geht es auf der L 40 über Eisenach nach Irrel. NEIN – wir haben hier keine Verschiebung der Kontinentalplatten. Der kleine Ort Eisenach hat nichts mit seinem bekannten Pendant in Thüringen zu tun.

Hinein geht es für uns nach Irrel und dann folgen wir der L 4 nach Prümzurlay. Wer noch ein Foto von den Irreler Wasserfällen machen möchte, kann rechtsseitig auf dem Wanderparkplatz eine Rast einlegen und dann die paar Meter fußläufig zurücklegen bis zu dem schönen Fotomotiv.

Der Rest fährt direkt weiter nach Prümzurlay und in der Ortslage links ab auf die K 21 nach Ferschweiler.

Diejenigen die noch schnell eine historische Ruine besichtigen möchten, verbunden mit einem schönen Foto über das Tal der Prüm, biegen in Prümzurlay erst noch nach rechts ab in Richtung der Burg. Die erste urkundliche Erwähnung der „Burg zur Layen“ stammt aus dem 14. Jahrhundert. Wahrscheinlich ist sie aber bereits im 9. Jahrhundert erbaut worden. Im niederländisch-französischen Krieg wurde sie 1658 niedergebrannt und dann auch nicht mehr aufgebaut.

Von Ferschweiler aus folgt unsere heutige Route der K 19 hinab zum Flusslauf der Sauer. Der Sauer folgen wir zunächst auf der deutschen Seite und lassen das Flüsschen immer zu unserer Linken liegen.

Auf der L 1 geht es für uns durch Bollendorf und dann über Wallendorf, entspannt, ja fast meditativ, auf der K 5 Ammeldingen, Gentingen und Roth über die Sauer nach Luxemburg. Durch Vianden geht es hindurch, den Blick auf die imposante Festung gerichtet.

Danach fahren wir weiter parallel zum Flusslauf zunächst bis Stolzembourg.
Jetzt geht es hinein in`s Ländchen, wie etwas despektierlich der preußische Nachbar das Großherzogtum Luxemburg nennt. Für uns Motorradfahrer ist der EU-Nachbar ein Paradies. Wunderbare Strecken warten auf uns und in den zurückliegenden Jahren hat man im Großherzogtum einiges an Geld in die Hand genommen und selbst abgelegene Strecken topp asphaltiert und für Motorradfahrer sicher gemacht.

Also bei Stolzembourg links ab auf die CR 320 und dem Streckenverlauf über Putscheid, Weiler und Merscheid folgen. Die Sache mit den Ortsendungen -scheid hatten wir ja bereits, also bleibt der „Klugscheißermodus“ an dieser Stelle aus.

Bei einer früheren „Luxemburgrunde“ hatte ich ja auf einen Einkehrtipp verzichtet. Dies unter dem Hintergrund, dass in unserem Nachbarland das Preisgefüge in Sachen Verpflegungsaufnahme doch etwas hoch ist. Unser Mitblogger „Rudi Rüpel“ hatte mich dann eines Besseren belehrt und in Vianden das „Victor Hugo“ empfohlen.

Was er noch empfohlen hatte und was wir dann anschließend gemeinsam aufgesucht hatten, war das „Hotel Ardennes“ in Hoscheid. Und genau da sind wir jetzt und können bei einem „Hungerast“ dort einkehren. Gerne auch auf der kleinen Terrasse mit Blick auf unsere Maschinen.

Die noch im Schwung sind bleiben einfach weiter auf der CR 320 bis zur nächsten Kreuzung und biegen dort links ab auf die N 27. Wir sind jetzt grobe Richtung Ettelbruck unterwegs und folgen entspannt einem ausgesprochen schwungvollen Streckenverlauf. Einfach klasse und Kurvenspaß pur.

In Ettelbruck orientieren wir uns in Richtung Mersch, bleiben aber dabei auf der N 7. Die führt unseren Weg an Colmar-Berg vorbei und so werfen wir dann zu unserer Linken einen Blick auf dass Good-Year-Testgelände. Zu besten Zeiten der deutschen Motorradmeisterschaft fand hier auf dem Circuit immer einer der Läufe statt. Auch die Superbikes gaben sich die Ehre mit all den damals bekannten Namen wie Weibel, Franz, Galinski und Geschwendner. Heute ist auch noch die historische deutsche Meisterschaft hier zu Gast. Die Strecke hat etwas Besonderes mit der fast 1, 5 km langen Geraden und dann dem Übergang in das sogenannte „Geschlängel“.

Jetzt wird es höchste Zeit irgendwo einzukehren. Aber das machen wir natürlich nicht irgendwo sondern in der „Brasserie Fabrik“ in Mersch. Hier sitzen wir gemütlich und von erstklassigen Burgern bis hin zu wirklich guten Pizzen ist alles zu haben und für Luxemburger Verhältnisse zu adäquaten Preisen.

Von Mersch geht es für uns über Moesdorf raus aus Ettelbruck auf die CR 306 und dann über Oberglabach und Nommern auf die CR 118 nach Larochette.

Weithin sichtbar ist die Burganlage von Larochette. Die Ruine Homburger und das sogenannte Criechinger Haus können besichtigt werden. Ein historischer Fußweg führt von der Rue de Mersch hinauf zur Burg.

Unser weiterer Weg führt jetzt über Christnach und Waldbillig nach Haller und dann zu unserer nächsten Burg. Für mich ist die Burg Beaufort einfach die schönste derartige Anlage in Luxemburg. Wenn ich vor den imposanten Türmen stehe erwarte ich immer das jetzt das Tor aufgeht und die Ritter in schimmernder Wehr hoch zu Pferde heraus geritten kommen. Lacht nur – hin und wieder geht mit mir die Phantasie durch und ich hoffe SIE bleibt mir noch lange erhalten.

In Beaufort drehen wir auf die CR 364 ab nach Berdorf. Hier habt ihr noch einmal einen kurzen Halt welcher der Tatsache geschuldet ist, dass euer Flying Haggis ein Käseliebhaber ist. Also – die meinen Geschmack dahingehend teilen hinein in die „Fromagerie Schmalen-Brouwer“ und eingedeckt mit allen möglichen Käseleckereien. Unter dem Slogan „Sou schmaacht Lëtzebuerg“ (So schmeckt Luxemburg) wird hier seit 25 Jahren der Berdorfer Käse vermarktet.

Gleich sind wir wieder an der uns bekannten Sauer, denn unser Weg auf der CR 364 führt uns genau dahin und in Richtung Echternach. Wer jetzt noch eine kurze Getränkepause machen möchte der kann dies an den vielen Cafes und Kneipen auf dem überlaufenen Marktplatz in Echternach machen ODER er hält in der Rue de la Gare 31 und macht Rast in der Kultkneipe Echternachs im „Philosoff“.

Der Rest von uns fährt direkt hinaus aus Echternach auf die CR 139 nach Osweiler und über Dickweiler und Girst hinunter nach Hinkel. Hier können wir noch unsere Käsebestände aus Berdorf im Kulturhaff Millermoler ergänzen mit fair gehandelten, regionalen, luxemburgischen Produkten in einem Art Hofladen.

Jetzt sind unsere Koffer, Topcase oder Tankrucksack entsprechend gefüllt, also nichts wie auf den Heimweg. In Rosport können wir schnell noch einmal die Tanks füllen bevor uns wieder unsere Route hinüber nach Deutschland führt.

An Olk (L 42) vorbei und Newel geht es nach Butzweiler und von dort führt unser Weg über Biewer zurück nach Trier. Knappe 200 km waren es heute, aber die hatten es in jeglicher Art in sich. Viel gesehen, schöne Ausblicke sowie Augenblicke genossen und ausreichend dafür gesorgt, dass es unserer Seele in unserem Körper gut geht. Manchmal kann eine solche Motorradtour Antworten auf Fragen geben, die man gar nicht gestellt hat.

Viel Spaß beim Nachfahren.

Von Siegfried, Drachenzähnen und einer Feldmaus

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Gute 250 km liegen heute vor uns und es zieht uns bei dieser Runde in Richtung Eifel und Ardennen. Interessant wird es, geschichtsträchtig wird es und lecker wird es auch noch. Also was wollen wir mehr, denn kurvig wird es im Grunde in der Eifel immer, egal in welche Richtung wir unsere Motorradfront auch immer drehen.

Die Lage von Trier im Moseltal bringt es so mit sich, dass wir häufig auf denselben Routen die schöne Stadt verlassen. Auch heute kommt uns der erste Weg bekannt vor, der uns zunächst auf die andere Moselseite treibt und dann parallel zum Fluss an Biewer vorbei nach Ehrang. Hier folgen wir der Beschilderung in Richtung Kordel und nutzen die B 422 zum Einrollen am heutigen Tag.

Durch die Ortslage von Kordel hindurch geht es nach Welschbillig und dann an Helenenberg vorbei nach Eisenach. Die Bundesstrasse haben wir jetzt verlassen und fahren auf der L 40.

Kurvig führt unser Weg jetzt nach Irrel. Hier haben wir das erste Mal für heute Berührung mit unserer jüngeren Geschichte. Interessierte können sich hier das Westwallmuseum „Katzenkopf“ anschauen. In den Sommermonaten ist das Museum für Besichtigungen an Sonn- und Feiertagen geöffnet (54666 Irrel, Katzenkopf, Tel.: 06525 492).

Das sogenannte Panzerwerk Katzenkopf unterscheidet sich von den meisten anderen Befestigungsanlagen des Westwalls durch seine Panzerkuppel, die erst 1976 wieder von der Freiwilligen Feuerwehr Irrel freigelegt wurde.

Der Westwall, den die Nationalsozialisten als Verteidigungsanlage zwischen 1938 und 1940 errichtet hatten, wurde übrigens von den Alliierten „Siegfried-Linie“ genannt. Falls es den Helden aus dem Nibelungenlied wirklich gegeben hat würde er sich wahrscheinlich in seinem Grabe umdrehen, dass sein Name im Zusammenhang mit diesen Irren genannt wurde.

Wir rollen weiter und zwar in grobe Richtung Norden über Prümzurlay nach Holsthum. Die Freunde einer großen Biermarke aus der Eifelregion können jetzt den Hopfen bestaunen aus dem ihr Getränk gebraut wird.

Da euer werter Erzähler eher eine Affinität zu Hefeweizen hat geht es für uns weiter durch das Örtchen Mettendorf. Dabei folgen wir der Beschilderung nach Neuerburg und im weiteren Verlauf unserer Route nach Krautscheid. Der kleine Ort ist übrigens das Mekka der Auto-Cross-Enthusiasten in der Region. Auf der 850 m langen Rundstrecke im Laachental finden hier Cross-Rennen statt.

Wir bleiben weiter auf der L 10 und setzen unseren Weg fort nach Waxweiler. Über Lünebach, der kleine Ort mit dem bekannten Eifelzoo, geht es weiter nach Pronsfeld und dann nach Bleialf.

Wir nähern uns jetzt unserem belgischen Nachbarn und die Übergänge Eifel oder Ardennen sind fließend. Unbemerkt landen wir auf der N 695 einer Nationalstraße Belgiens. Bei Schönberg biegen wir rechts ab auf die N 626, die uns über Manderfeld und Berterath wieder ins Bundesgebiet auf die B 265 führt.

Der Weg führt uns jetzt nach Losheim, die belgische Grenze immer zu unserer Linken. Und hier sieht der Betrachter jetzt einige merkwürdige Betonklötze in der kargen Landschaft stehen. „Drachenzähne“ nannten sie ihre Erbauer und eine gewisse Ähnlichkeit zu den Kauwerkzeugen der Fabelwesen kann man den Teilen nicht absprechen.

Wir sehen hier Höckerhindernisse des Westwalls. Die Betonklötze waren als Panzersperren gedacht. Warum stehen DIE immer noch da? Einmal, weil sie zu den gebräuchlichsten Panzersperren gehörten und insbesondere wegen ihres Gewichtes. Ein einzelner Höcker wiegt bereits etwa 10 Tonnen und aus diesem Grund wurden sie seinerzeit auch direkt vor Ort gegossen. Es wurden sogenannte Höckerlinien aufgebaut, deren Höcker von vorn nach hinten ansteigend waren. Ziel war es, dass ein Panzer, der in diese Linien einfuhr seinen weniger gepanzerten Unterboden zum Beschuss der Verteidiger freigab. Perfide Geschichte und wieder einmal Beweis dafür, dass der Mensch bei kaum einer anderen Sache derart viel Erfindungsgeist entwickelt wie in dem Moment wo es gilt sein Gegenüber ins Jenseits zu befördern.

Wären wir ansonsten auch so kreativ – es gäbe keinen Hunger und keine Krankheiten mehr auf der Welt.

Wäre eine Region fähig zu weinen dann würden entlang unserer aktuellen Route Tränen über die Straße laufen. In einem Akt der Verzweiflung und ohne jeglichen strategischen Wert traten hier die deutschen Truppen, Mitte Dezember 1944, in einer Linie von Monschau bis Echternach zur sogenannten Ardennenoffensive an. Am 21. Januar 1945 standen sich die Deutschen und US-Amerikaner wieder an ihren Ausgangspositionen vom Dezember gegenüber. In diesen fünf Wochen starben 67.000 deutsche Soldaten und 87.000 Amerikaner.

Um dieses komplett wahnsinnige Ausmaß zu verdeutlichen bringe ich ergänzend eine Information. Der Vietnamkrieg, der ein Trauma in den USA hinterließ, kostete von 1961 bis 1975 58.000 GIs das Leben.

Und so rolle ich etwas gedankenversunken die B 265 entlang nach Hollerath und wir machen unsere wohlverdiente Kaffeepause im dortigen Scheunencafe, unmittelbar an der Bundesstraße (Luxemburger Str. 17; Tel.: 02482 / 606177). Entweder direkt auf der Terrasse Platz nehmen und den guten hausgemachten Kuchen verspeisen oder hinein in den Schankraum und allerlei Sehenswertes besichtigen.

Dann geht es weiter nach Hellenthal. Diejenigen, die nicht am Scheunencafe die Pause gemacht haben, biegen jetzt, bevor sie die Ortslage erreichen, nach rechts ab und machen ihren Halt in der Schänke des dortigen Campingplatzes.

Das ist jetzt keine Sterneküche die uns erwartet aber gute Hausmannskost und Portionen, die auch einen hungrigen Motorradfahrer oder eine hungrige Motorradfahrerin sättigen. Der Außenbereich des Restaurants macht einen Besuch für uns Motorradfahrer besonders interessant, da man hier auf einer Brücke über dem Platißbach sitzt und einen Wildpark in Blickweite hat. Natur und Motorradfahren passt immer zusammen.

Ein letztes Mal muss ich noch gedanklich in Sachen Westwall abschwenken. Einfach weil es wichtig ist, dass man aus etwas „Furchtbarem“ mit Sinn und Verstand auch etwas Gutes machen kann. Es ist das Projekt „Grüner Wall im Westen“ entstanden. Hintergrund ist, dass die Flächen am früheren Westwall nicht land- oder forstwirtschaftlich genutzt werden. Wie hat doch noch der Schauspieler Jeff Goldblum in „Jurassic Park“ gesagt: Das Leben findet einen Weg! Und das Leben hat auch hier seinen Weg gefunden. Selten gewordene Tier- und Pflanzenarten sind hier wieder heimisch geworden und so hat der Bund für Umwelt und Naturschutz von der Bundesvermögensverwaltung einen Westwallbunker bei Hellenthal übernommen. Die Wildkatzen und Fledermäuse die hier wieder eine Heimat gefunden haben sagen Danke.

Wir rollen nach unserer Pause jetzt erst einmal weiter und unser Weg führt uns vor der Ortslage Hellenthal nach rechts auf die K 75 und dann auf die K 68 in Richtung Rescheid. An Schwalenbach vorbei geht unser Weg nach Berk und dann sehen wir schon bekannte Ortschilder.

Wir lassen den Kronenburger See links liegen und fahren über Hallschlag nach Ormont auf der K 64 bzw. K 164 nach Olzheim.

Wer sich bislang noch nicht zu einer Pause hat hinreißen lassen, der biegt in der Ortslage Olzheim nach rechts ab in Richtung Knaufspesch und macht eine ausgedehnte Pause in der „Feldmaus“ in Olzheim. Hier können wir in dem kleinen aber feinen Restaurant lecker speisen und lassen die zurückgelegten Kilometer gedanklich Revue passieren.

Parallel zur B 51 fahren wir dann an Dausfeld vorbei und über Weinsheim und Fleringen nach Hersdorf. Erfahrene Anderstourer haben jetzt ein AHA-Erlebnis. Wir sind nämlich auf der L 16 und diese Route führt uns nach Mürlenbach. Eine bekannte Streckenführung, die wir aber in anderer Fahrtrichtung kennen und die Bertradaburg auf ihrem Felssporn einmal aus anderer Richtung sehen.

Namensgeberin war übrigens Bertrada die Ältere, ihres Zeichens Urgroßmutter von Karl dem Großen. Der soll übrigens hier auf dieser Burg zur Welt gekommen sein. In Mürlenbach überqueren wir die Kyll und setzen unsere Fahrt auf der kurvenreichen L 16 fort in Richtung Meisburg.

Vor Meisburg biegen wir aber rechts auf die B 257 ab, die beliebte Einflugschneise zum Nürburgring, die wir aber in Richtung Bitburg befahren. Nach ca. 10 km geht es für uns links ab nach Oberkail in Richtung Spangdahlem, dem Ort der bekannt ist für seine große US-Airbase. An dem Militärgelände zu unserer Linken fahren wir auch lange vorbei bis die Wegweiser in Richtung Herforst und Trier zeigen.

Unsere „alte Bekannte“ die L 46 führt uns dann an Zemmer vorbei nach Trier wo wir unsere heutige „Geschichts-Anderstour“ gemütlich ausklingen lassen.

Warum war ich heute überhaupt so derart „retro“? Weil man seine Geschichte nicht vergessen darf und daraus lernen sollte. Ansonsten besteht die Gefahr, dass man Fehler wiederholt. WIR haben viele Fehler gemacht. Europa hat uns aber dennoch verziehen und uns in der Mitte aufgenommen. Und genau im Moment macht Europa aus meiner Sicht eine gute Arbeit bei der Bekämpfung eines unsichtbaren Feindes. Besiegen können wir diesen Gegner nur gemeinsam. Gemeinsam mit unseren europäischen Freunden. Und wenn wir heute an den „Drachenzähnen“ vorbeifahren dann sollten wir das in dem Bewusstsein machen, dass jenseits dieser „Drachenzähne“ unsere FREUNDE sind und nicht unsere Feinde. Und da wir Deutsche ja gerne der Meinung sind, dass wir uns eine schulmeisterliche Art erlauben können, weil wir schließlich auch die Rechnungen bezahlen, noch ein Spruch oder besser eine Metapher zum Ende:

Einem Freund, dem es mies geht, dem gibt man in der Stammkneipe auch gerne mal einen aus, weil ein Freund das nicht vergisst.

Viel Spaß beim Nachfahren und vielleicht bei dem ein oder anderen wertvollen Gedanken.

 

Corona-GP ODER die etwas andere Moto-GP-Saison

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Eigentlich würden wir jetzt alle auf die kurze Sommerpause warten und uns überlegen wie jetzt welches Rennen nach der Pause ausgehen muss, damit dieser oder jener am Ende Weltmeister wird.

Eigentlich!

Und damit hat es sich 2020 auch schon mit eigentlich, denn eigentlich ist in diesem Sportjahr ALLES anders. Da hat uns ein kleines Virus kurz gezeigt wie fragil und labil doch unsere Welt und damit auch unsere Sportwelt ist. Jetzt haben wir verstanden was gemeinhin der ein oder andere im Hinblick auf Globalisierung so schwadroniert. Denn globalisiert wie wir nun einmal sind hat uns Covid 19 das Sportjahr 2020 ganz schön auf den Kopf gestellt. Die Fußball-EM ist verschoben – was mich weniger betroffen macht. Die Olympiade ebenfalls und das trifft mich schon mehr.

Geschoben, verschoben und abgesagt wurde in Sachen Motorradrennsport dann auch einiges und jetzt am Wochenende beginnt eine Moto-GP-WM, die meiner Meinung nach eher einem Rahmenprogramm gleicht als einer WM. Schaut man sich die Veranstaltungsorte an, dann gleicht das Ganze eher einer spanischen Meisterschaft mit ausländischer Beteiligung. Sei es drum – sind wir froh, dass wir überhaupt in diesem Jahr noch Rennsport auf zwei Rädern zu sehen bekommen. 2 x Jerez, dann auf nach Brünn und 2 x Spielberg in Österreich, so wird die WM in diesem Jahr beginnen.

Begonnen hat aber bereits das Spiel hinter den Kulissen und da hat man zwischenzeitlich gedacht man ist Zuschauer in einer Seifenoper.

Da hat das Wunderkind der Moto GP Marc Marquez seinen Bruder Alex geschickt in das Repsol-Werksteam bugsiert und schon ist Bruder Alex wieder Geschichte, noch bevor er den ersten realen Rennkilometer auf der Werkshonda gedreht hat.

Da hat doch Honda Pol Espargaro von KTM losgeeist und für 2021 zum Partner von Serienweltmeister Marc Marquez gemacht. Man suchte einen zweiten Fahrer, der in der Lage ist Podestplätze zu holen, damit Marc Marquez nicht mehr alleine Fahrer- / Hersteller- und Team-WM gewinnen muss. Cleverer Schachzug. Könnte klappen, denn auch in der Moto 2 hatte Pol Espargaro seinem Landsmann das Gewinnen schon schwer gemacht. Wir werden sehen.

Jetzt gab es aber plötzlich zwei Probleme. Erstes Problem: Wohin mit Alex Marquez, dem man doch eine Werkshonda versprochen hatte. Zweites Problem – das lag aber bei KTM: Wo bekommen wir jetzt einen adäquaten Ersatz für unser Aushängeschild Pol Espargaro her.

Das KTM Problem war schneller erledigt als gedacht obwohl zwischendurch die Gerüchte wie Pilze aus dem Boden schossen. Danilo „Petrux“ Petrucci, dessen wirklich solide erste Saison beim Ducati-Werksteam den Herren in Borgo Panigale nicht genügt hatte, war ebenfalls plötzlich frei. Kurzer Besuch in Österreich und Petrux startet im kommenden Jahr 2021 in orange bei KTM. Cleverer Schachzug von Ready to Race.

Ach ja – da war ja noch was. Alex Marquez dockt 2021 bei LCR an. Wie geht das? Lucio Cecchinello oder die Oberen bei Honda schicken den altgedienten Cal Crutchlow in die Wüste und schon ist der Platz frei.

Der schnelle Brite könnte so in der kommenden Saison der Partner von Aleix Espargaro bei Aprilia werden. Aufgepasst Leute – die Aprilia war bei Tests gar nicht schlecht und könnte in der aktuellen „Sprintsaison“ 2020 schon für die ein oder andere Überraschung gut sein.

Oh – da habe ich ja etwas vergessen. Wieso war den eigentlich Danilo Petrucci frei geworden? Der loyale und schnelle Italiener wurde gegen Jack „Ass“ Miller getauscht, der jetzt sein Pramac-Outfit mit dem offiziellen Ducati-Rot für 2021 tauscht.

Na – zu viel versprochen? Wie bei der Lindenstraße. Zwei Folgen verpasst und schon fragt man sich wo der neue Lebensgefährte von Mutter Beimer denn jetzt herkommt.

Apropos neuer Lebensgefährte. Bei Ducati, speziell bei Gigi Dall’Igna, ist der Nr. 1 Fahrer Andrea Dovizioso wohl in Ungnade gefallen.

Das scheint mittlerweile bei den Bolognesern schneller zu gehen als man gemeinhin glaubt. Noch ist der Vertrag mit „Desmo-Dovi“ nicht verlängert. Man wartet wohl seine Performance in den ersten Rennen ab. Nach dem kürzlich beim Moto Cross erlittenen Schlüsselbeinbruch drücke ich Dovi fest die Daumen.

Stattdessen geistert hier in den Werkshallen von Bologna wieder der Name Jorge Lorenzo herum, von dem der besagte Luigi Dall’Igna nachweislich ein großer Bewunderer ist. Ich weiß nicht ob ich darüber lachen oder weinen soll. Wenn – dann kein cleverer Schachzug.

Was sehen wir denn jetzt bei der kurzen Saison im Kaffeesatz?

In die Karten gespielt hat die lange Coronapause wieder einmal Marc Marquez. Zu Beginn der eigentlichen Saison auf Grund einer Schulter-OP noch nicht ganz fit dürfte er jetzt schon wieder Höchstform haben. Er ist wieder DERJENIGE den es zu schlagen gilt, sonst ist der nächste Durchmarsch vorprogrammiert.

Stoppen können IHN zwei Fahrer. „Desmo-Dovi“, wenn das Schlüsselbein schnell verheilt ist und Maverick Vinales. Die Yamaha ist über Winter besser geworden und somit haben wir das Triumvirat an der Spitze komplett.

Normalerweise würde ich von einem Vierkampf sprechen, denn da fährt noch jemand mit Ambitionen herum, der ebenfalls für einen Titel gut wäre. Alex Rins und seine Suzuki sind schnell. Die Suzuki aber im Vergleich zur direkten Konkurrenz nicht schnell genug und so wird es nicht reichen.

Rins wird sich mit unserem Doctor Valentino Rossi herumschlagen und bei Fehlern der „anderen Drei“ die Podestplätze abstauben. Beiden wünsche ich von Herzen den ein oder anderen Sieg um das Ganze spannend zu machen.


Wie sieht es in der Moto 2 aus?

Ich setze komplett auf den Bruder von Valentino Rossi und glaube, dass Luca Marini den Titel nach Hause fährt.

Sein direkter Konkurrent wird Jorge Navarro sein und inständig hoffe ich darauf, dass endlich unser Marcel Schrötter den finalen Schritt nach oben schafft und das Zünglein an der Waage wird.

Wer weiß? Wenn die beiden vorne Fehler machen ist ein gleichmäßiger Marcel Schrötter mit dem ein oder anderen Sieg auch gut für den WM-Titel am Saisonende.

In dieser Saison wage ich in Sachen Moto 3 keinerlei Prognose. Derart ausgeglichen kann am Ende fast jeder Name der im Fahrerfeld auftaucht ganz oben stehen. Es ist und bleibt die Wundertüte der WM-Klassen und das ist auch gut so.

Egal wie kurz auch die Saison 2020 sein wird – Ich freue mich darauf und fiebere dem ersten Rennen entgegen. Oh Gott – hoffentlich habe ich nicht Corona!