Abseits der Massen

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Heute stelle ich euch mal wieder eine schöne Alternative zum üblichen Allerlei vor. Nein – es wird nicht für Jede/n etwas sein und das soll es auch nicht. Wer aber Landschaft liebt und mit Abgeschiedenheit außerhalb des großen Trubels klar kommt, der kommt hier und heute voll auf seine Kosten.

Los geht es mit einem letzten Blick in das sonnige Pustertal in Meransen von unserer Basisstation der Pension Sonnenhof bei Christian und Ulrike Unterkircher.

Kurvig rollen wir uns ein hinunter nach Mühlbach und in der Ortslage biegen wir direkt ab in Richtung Rodeneck / Nauders und damit jetzt schon weg vom üblichen Verkehr.

Unser Weg führt uns zu unserem ersten Fotopunkt am Parkplatz von der Platzer Alm und er erfordert unsere ganze Aufmerksamkeit. Die Streckenführung ist wunderschön und reizt dazu es zügig schwingen zu lassen. Aber Obacht – denn auch der Wanderbus nutzt diese Strecke hin zum Parkplatz und unser Weg ist schmal. Sehr schmal.

Dafür entschädigt uns der kurze Zwischenstopp mit einem schönen Ausblick und wer fußläufig ein paar Minuten in Angriff nimmt kann die Landschaft auf dem Hochplateau in vollen Zügen genießen.

Jetzt geht es abwärts – Beschilderung in Richtung Lüsen. Wir biegen aber vorher ab in Richtung Brixen ohne ins Zentrum der Bischofsstadt einzubiegen.

Wir wollen auf die SP 29 – das Würzjoch. Das Würzjoch verbindet das Lüsnertal mit dem Untermojtal und wir sind damit schon im ladinischen Sprachraum. Wer also in einer Hütte oder Gastwirtschaft die Worte „Ju de Börz“ aufschnappt, der weiß hiermit, dass vom Würzjoch die Rede ist.

Wir bauen aber heute noch einen kleinen Schlenker in die Runde ein, den ihr unbedingt mitnehmen solltet. Es gibt in Südtirol gewisse Stellen die man als Fotopause nutzen muss. Natürlich die Dreizinnen. Sicherlich auch die Cinque Torri und wer es denn unbedingt tun muss – die Grauner Kirche am Rechenpass. Aus meiner Sicht gehört das Ranuikirchlein „St. Johann“ mit den Geislerspitzen im Hintergrund einfach dazu.

Patron der Kirche ist der Hl. Johannes von Nepomuk und sie wurde 1744 erbaut. Der Blick ist derart, dass man davorsteht und sagt: Einfach schön.

Wir sind hier übrigens im Villnösstal, der Heimat von Reinhold Messner. Uns gefällt dieses abgelegene Tal sehr, weil es naturverbunden geblieben ist und sich dem Besucher eigentlich erst zu Fuß erschließt. Seilbahnen sucht man vergeblich und so hält sich der Touristenandrang mehr als in Grenzen. Ein wunderbares Tal mit herrlichen Ausblicken.

Jetzt aber wieder zurück auf unsere SP 29 und die Landschaft im Naturpark Puez Geisler genießen bis Antermoia und dann über den Furkelpass durch Enneberg nach Olang. Jetzt haben wir den Naturpark Fanes-Senes-Prags zu unserer Rechten.

Wer wie wir einen Hang zu den Räucherspezialitäten Südtirols hat, der macht kurz in der Metzgerei Mair in Olang Rast und deckt sich mit Kamin-, Hirsch- und Gamswurzen ein. Legt vielleicht noch ein Stück Hirschschinken oder Bresaola dazu und jetzt höre ich auf, da ich gerade massiv Kinnwasser bekomme.

Die Abgeschiedenheit haben wir jetzt hinter uns, denn wir sind auf der Pustertaler Straße, die das Tal von Brixen bis nach Lienz in Osttirol verbindet. Wir wollen nach Bruneck in das Messner Mountain Museum (MMM) Ripa. Nein – Ripa ist jetzt nicht ladinisch. Der Begriff ist tibetisch und steht für Bergbewohner (Ri = Berg und Pa = Mensch).

Das MMM befindet sich im Schloß Bruneck, das einstmals der Sommersitz der Bischöfe war. Reinhold Messner hat die Ausstellung den Bergvölkern aus aller Welt gewidmet und es ist mehr als beeindruckend. Man sollte es gesehen haben.

Wir haben Zeit gelassen im Museum und vielleicht auch noch einen Cappuccino in der schönen Altstadt genossen? Dann gehen wir auf die SS 49 die Pustertaler Straße und nehmen den direkten Weg zurück nach Meransen. Die anderen, deren Zeitfenster noch etwas hergibt, gehen auf die SP 89 und fahren über Pfalzen und Terenten hinunter nach Vintl und dann in die Pension Sonnenhof.

Nicht meine Schuld

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Es gibt schier unzählige Sprüche, die sich mit dem Thema Schuld befassen. Richtig gelungen finde ich folgenden: Mich interessiert nicht, wessen Schuld es ist, vor allem nicht, wenn es meine eigene ist.

Nein – ich werde mich diesmal nicht mit den Verhältnissen in Tirol und deren grenzdebilen Regelungen befassen. Das habe ich bereits in ausreichendem Maße erledigt. Es ist keiner Rede mehr wert oder fast keiner Rede.

Wir – und damit meine ich uns Motorradfahrer*innen, haben zukünftig wohl einige Baustellen vor uns, die bei näherer Betrachtung die Tiroler 95 db/A Regelung wie einen schmalen Bitumenstreifen auf der Ideallinie anmuten lassen. Ignorieren und drüber?

Da kommen jetzt überall flächendeckend auch gewisse Landesfürsten, bis hin zu besseren Gutsherrn, aus der Deckung und fühlen sich bemüßigt in Sachen Klimarettung, CO2 und Lärmbelästigung einen zum Besten zu geben. Ich möchte gar nicht in Abrede stellen, dass oftmals das ein oder andere Sinnvolle dabei ist, das durchaus einer Diskussion zugeführt werden müsste. In vielen Fällen wird aber auch nur einfach einem „neudeutsch“ Mainstream gefolgt, weil man damit ausgezeichnet Punkte beim Wahlvolk machen kann.

Da haben wir z. B. die aktuelle Geschichte rund um den Feldberg im Hochtaunuskreis. Hier soll es im kommenden Sommer sogenannte Lärmpausen geben. Hört – Hört! Warum Hört – Hört? Weil hier im Hochtaunuskreis scheinbar lediglich Motorräder Lärm verursachen. PKW mit Klappenauspuff-anlagen, Laubbläser und Rasenmäher scheinen dahingehend eher ein gesundheitsförderndes Klangbild an den Tag zu legen. Übrigens – bei früheren Gerichtsurteilen und richterlichen Entscheidungen lagen diesen jeweils der rechnerische Tagesmittelwert zu Grunde. Im Hochtaunuskreis dienten dieser behördlichen (nicht gerichtlichen) Entscheidung jetzt Messungen an zwei Tagen im Jahr 2019. Am 11. Mai und am 15. September. Das nennt man jetzt mal eine empirische Erhebung und ein belastbarer Datenbestand.

Der war jetzt gut – den habe ich gar nicht kommen gesehen. Selbst als Comedian kann man sich so etwas nicht einfallen lassen. Der Hochtaunuskreis kann es. Das war jetzt annähernd so gut wie anno Denkste die o. a. kurz erwähnte Erhebung in Tirol. Die hatte man genau an dem Wochenende vollzogen als in Garmisch die BMW-Days waren und der Durchlauf an Motorradfahrer*innen am Hahntennjoch überbordend hoch war, weil eine der Routenführungen eben hier am Joch entlanglief. Ein Schelm der Böses denkt.

So gaukelt man sich dann länderübergreifend hin zu Wunschergebnissen auf Grund von Analysen die jeglicher Grundlage entbehren. Vor der Bundestagswahl waren wir und der mit uns verbundene Lärm ja auch bereits in NRW Stein des Anstoßes und deshalb sollten wir aus gewissen Bereichen entfernt werden.

Nein Leute – ich bin kein Freund von lauten Auspuffanlagen. Auch kein Freund von sonstigem unnötigen Lärm. Ich bin aber ein Freund von einem fairen Umgang miteinander. Und Fairness in diesem Fall bedeutet für mich, dass bei einem Problem mit LÄRM auch den Fahrer*innen von lauten PKW, LKW oder sonstigen Vehikeln die Nutzung der jeweiligen Straße untersagt werden sollte.

Wahrscheinlich ist dies mittels eines einfachen Verkehrsschildes nicht zu gewährleisten. Also sollte die Rennleitung dann dort stehen und DIEJENIGEN herausfiltern, die ihrer Umgebung „auf den Sack gehen“. Ich entschuldige mich umgehend für diese harte Formulierung. Das wiederum ist personell nicht zu gestalten, weil man diese Rennleitung seit Jahren „kaputtgespart“ hat. Okay – jetzt könnten wir uns wahrscheinlich an dem roten Faden oder Sparstrumpf der öffentlichen Verwaltung in Deutschland entlanghangeln und treffen permanent auf eben dieses Problem, das wir aber nicht zu dem unsrigen machen sollten.

Warum nicht? Ich komme mal wieder mit einem orthopädischen Beispiel, also einem Beispiel das hinkt, aber wahrscheinlich das Problem, überspitzt dargestellt, verdeutlicht.

Ich habe ein Kaufhaus, welches auf Grund des tollen Warenangebotes gut besucht ist und täglich zwängen sich konsumfreudige Besucher durch die Regale. Jetzt kommt es vermehrt zu Ladendiebstählen, die mich natürlich als Besitzer massiv verärgern. Was mache ich jetzt? Schließe ich etwa mein komplettes Kaufhaus? Keine Besucher – keine Käufer – keine Ladendiebstähle – Problem gelöst! Stopp – jetzt auch kein Umsatz mehr – das ist doof. Also nicht die Lösung.

Ich habe festgestellt, dass nur ein ganz bestimmter Personenkreis in meinem Geschäft „klaut“. Sagen wir einmal die „Jüngeren“. Also verbiete ich kraft Hausrecht den „Jüngeren“ den Einlass in meinem Kaufhaus. Auch doof – weil ja nicht all die „Jüngeren“ gestohlen haben sondern lediglich ein kleiner Prozentsatz. Will ich wirklich all die „Jüngeren“ als Kunden verlieren?
Es bleibt nichts anderes übrig – ich muss zunächst etwas Geld in die Hand nehmen. Ich installiere einige Überwachungskameras mehr – die Kundschaft weiß ohnehin dass sie beobachtet wird. Meine zusätzlich eingestellten Ladendetektive schleppen den ein oder die andere Diebin vor den Kadi und das schreckt auch noch mögliche Aspiranten ab, die mit dem Gedanken gespielt haben etwas mitgehen zu lassen.

Beispiel beendet und wunderbar auf ALLE unsere Problemstellen in Deutschlands Zweiradregionen übertragbar. Auch auf die 4-rädrige Kundschaft.

Wir – die oftmals leider schweigende Mehrheit – könnten, metaphorisch gesehen, weiterhin in unserem Kaufhaus bummeln gehen und die wundervollen Auslagen genießen. Diejenigen, die Regeln eben nicht einhalten möchten, zahlen dafür die Quittung. Da SIE ja auch die Zielgruppe sind, die zahlen sollten, weil sie etwas verbockt haben, stellt es für mich kein Problem dar.

Das Kernproblem an unserem menschlichen Miteinander ist nämlich mittlerweile, dass viele Menschen ganz genau wissen, was man ihnen schuldet, aber keinerlei Empfinden dafür haben was sie den anderen und ihrer Umgebung schulden.

Das ist aber KEINE Einbahnstraße und setzt voraus, dass man miteinander und nicht übereinander redet. Und bei einer anschließenden konsensfähigen Lösung darf niemand als Gewinner vom Tisch aufstehen, denn sonst hat das Gegenüber das Gefühl der Verlierer oder die Verliererin zu sein. Alle Beteiligten müssen aufeinander zugehen und einsehen, dass da gegenüber nur einer sitzt mit einer anderen Meinung und kein Feind.

Ich setze mich gerne an eine solchen Tisch. Gleich vorneweg die Vorwarnung – ich bin kein leichter Gesprächspartner, insbesondere dann nicht, wenn das Kernproblem nicht meine Schuld ist. Aber ich akzeptiere eine andere Meinung, auch wenn sie mir nicht gefällt.

Nur wer sein Ziel kennt findet auch den Weg

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Spätestens seit meinem Bericht über das LM 390 wisst ihr ja, dass ich ein Fan der Produkte von Garmin bin.

Glaubensbekenntnis ODER „konvertiert“ von der Karte zum Garmin LM 390 | flyinghaggisdotnet

Jetzt hängt, wie ihr wisst, ein neues Garmin XT in meiner Halterung an unserer „Sissy“ und weist mir neuerdings den Weg.

Bevor wir in Sachen der Benutzeroberfläche des XT einsteigen direkt der erste Punkt, der mir ein breites Lächeln in das alte Gesicht getrieben hat. Euer werter Erzähler hat von Jugendzeiten an einen Faible für topographische Wander- oder Landkarten. Natürlich reine Geschmackssache aber ich fühle mich einfach direkt bei der Ansicht wohl und mir fällt die Orientierung leichter. Das Garmin XT hat die Option von der üblichen Vektorkarte in die topografische Variante umzusteigen. Ich finde das klasse – das ist mein favorisiertes Kartenbild!

Das Garmin XT verfügt über ein helles, gut ablesbares 5,5 Zoll Display, bei 1280 x 720 Pixel. Das Gerät ist nach dem Military grade 810 G drop test standard (MIL-STD-810G), einer US-amerikanischen technischen Militärnorm getestet und zertifiziert. Ich bin jetzt nicht der Riesenfan der US-Army, aber wenn ein technisches Gerät dieser Norm entspricht, dann kann man davon ausgehen, dass es durchaus als robust durchgeht. Die von Garmin verbesserte Software des XT machen es möglich, dass die Prozessorleistung des Dual Core mit 1,3 GHz gesteigert wurde. Zügig erfolgen jetzt die Berechnungen und auch Neuberechnungen bei Verlassen einer Route. Kein Vergleich mehr mit meinem alten 390er, das immer einige Gedenksekunden benötigt hatte.

Der Menüpunkt der POIs, der interessanten Punkte, ist um einige für Reisende oder speziell Motorradreisende, sinnvolle Punkte ergänzt. Haben wir noch keine Zwischenstation gebucht oder sind unterwegs aufgehalten worden? Kein Problem – über die POIs haben wir Zugriff auf TripAdvisor und finden eine passende Übernachtungsörtlichkeit. Die Motorrad-POIs weisen uns den Weg zu naheliegenden Händlern etc. Aus meiner Sicht gut gemacht und sinnvolle Ergänzung, wenn man im „Niemandsland“ unterwegs ist und keinerlei Ortskenntnis besitzt.

Apropos POIs. Die Nutzer alter Garmin Zumos kennen noch das Problem, dass man bei den „ersten Gehversuchen“ in Sachen Routenplanung und Zielorteingabe hatte. Da will man einfach nur zentral in einen Ort einfahren und das Zumo verlangte eine „Straßenangabe mit Haus-Nr.“. Bei den älteren Zumos ging man dann den Umweg über die POIs und arbeitete sich abwärts bis zum Untermenü „Städte“. Dann war der Drops gelutscht und man fuhr einfach in die Ortslage als Ziel oder Zwischenziel. Bei unserem aktuellen XT ist das Ganze benutzerfreundlicher. Nach Eingabe der Ortschaft erscheint die Meldung: Weiter ohne Straße/Hausnummer. Das war es dann schon und wir haben die Eingabe erledigt.


Bei den älteren Garmin-Navigationsgeräten gab es die Option der „kurvenreichen Strecke“. Dies konnte durchaus einmal zu skurrilen Routen führen und man fand sich plötzlich in einem Wohngebiet wieder, weil die Strecke eben kurvenreicher war als die parallel verlaufende Landesstraße. Meistens funktionierte diese Variante aber durchaus zufriedenstellend.

Beim neuen XT nennt sich das Abenteuer- oder Adventurous Routing. Wir finden diese Option unter den POIs, also den interessanten Punkten und haben da ein kleines Symbol, welches an Berge und eine kurvige Strecke erinnert.

Aktivieren und dann mittels des Schiebereglers die Route je nach Wunsch, also dem kurvigen Charakter der Strecke, nachjustieren. Versucht die Variante einfach zunächst auf einer euch bekannten Route zwischen zwei Punkten und testet die Variante aus. Steht der Regler auf Maximum werdet ihr überrascht sein welche Straßen das Garmin findet und für eine kurzweilige Route sorgt. Gute Sache und sinnvolle Weiterentwicklung der früheren Variante „kurvenreiche Strecke“.

Eine schöne Ergänzung ist auch die Option BirdsEye. Hier kann man auf die entsprechenden Satellitenbilder des aktuellen Standortes umschalten.

Wer jetzt überhaupt keine Lust hat sich mit seiner Umgebung, z. B. auf einer Urlaubstour in fremden Gefilden, auseinanderzusetzen und einfach auf`s Geratewohl losfahren möchte, für den hat das XT auch eine Option. Die Rundtour.

Im Hauptmenü gehen wir bei den Apps auf das Untermenü Rundtour und wählen einen Startort. Dann gehen wir auf „OK“ und suchen uns, die von uns gewünschten, Tour-Attribute aus. Soll heißen – Was ist uns bei unserer Rundtour wichtig? Die Distanz – die Dauer – oder das Ziel? Wenn wir die Distanz oder die Dauer ausgesucht haben gehen wir auf „Fertig“. Bei Auswahl des Ziels auf „OK“. Jetzt noch die Richtung in die es gehen soll auswählen, dann erneut auf „Weiter“ und im Anschluss auf „Berechnen“.

Mit dem Schieberegler von dem o. a. Adventurous Routing können wir jetzt unsere Rundtour noch kurviger oder hügeliger gestalten und mit der Option „Los“ können wir uns in der Praxis anschauen was jetzt unser XT für eine schöne Route generiert hat.

Da mir die Routenplanung mit BaseCamp annähernd so viel Spaß macht wie die eigentliche Tour ist dieser Rundtourmodus für mich eine witzige Sache, aber wahrscheinlich werde ich ihn persönlich eher selten nutzen.

Ach ja – wir haben unser Garmin XT noch gar nicht mit unserer Sprechanlage am Helm verbunden. Also – die Sprechanlage am Helm entsprechend der Betriebsanleitung aktivieren. Beim Garmin XT über die Einstellungen in die Option der drahtlosen Netzwerke gehen und bei Bedarf das Kontrollkästchen „Bluetooth“ aktivieren. Nun „nach Geräten suchen“ anklicken und danach dann beide Geräte miteinander koppeln. Fertig ist die Laube und wir hören die Dame von Garmin auch im Helm.

So das war es jetzt zunächst einmal mit den Grundzügen in Sachen Garmin XT. Wer noch Fragen hat – gerne melden. Wer noch aus seiner Sicht wichtige Ergänzungen hat – einfach bei den Kommentaren hinterlegen. Für mich ist das Garmin XT zurzeit DAS MOTORRADnavigationssystem.

Oh Herr gib mir Halt

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Und so begab es sich im Jahre des Herrn 2021, dass mein so heißgeliebtes Garmin 390 in einen vorgezogenen Ruhestand trat und keinerlei Befehle mehr annehmen wollte. Diese unschöne Art der Arbeitsverweigerung nahm ich zeitnah zum Anlass eine Neuanschaffung in Angriff zu nehmen.

Auf Grund der Infos und der Begeisterung von Heinrich Wack, dem absoluten Navigations-Papst, wurde ein Garmin XT angeschafft. Da die alte Grundhalterung des 390er nicht auf das neue XT passte, wurde die grundsolide Halterung der Firma Touratech gleich mitgeordert.

Also schauen wir uns das gute Stück einmal genauer an. Massiv gearbeitet, passgenaue Aufnahme für das Navigationssystem, natürlich abschließbar, rundum gut gemacht.

Wo ist jetzt das Problem? Das Problem liegt an der eigentlichen Befestigung an unserer „Sissy“, also sozusagen an der „Schnittstelle“ der Halterung zum Motorrad.

Diese, ich nenne sie jetzt einmal Querverstrebung von KTM, ist ziemlich fragil und wohl nicht gemacht für einen etwas schwereren Navihalter, wie den von Touratech. Der hängt jetzt zwar im Stand wunderbar im Blickfeld, wackelt aber sobald sich die Maschine in Bewegung setzt wie der sprichwörtliche Lämmerschanz. Nicht der Sinn der Sache, komplett nervig und man läuft Gefahr, dass sich das teure Navi samt Halter irgendwann auf der Fahrt ungewollt selbständig macht. Arrivederci und Tschüss.

Also ging euer werter Erzähler auf die Suche nach einer adäquaten und soliden Lösung. Fündig wurde man mal wieder bei Touratech. Aufgepasst – auf der Webseite ist der Halter für die Baureihe der Superadventure ab 2021 ausgewiesen. Dies mit recht, denn die Baujahre ab 2017 haben eine in Nuancen anders aufgebaute Frontverkleidung im Bereich der Verkleidungsscheibe. Das bedeutet jetzt Hand anlegen wie bei Jean Pütz in der Hobbythek: „Ich habe da etwas vorbereitet.“

Oder – man hat jemanden zum Handanlegen. Danke Anton und an das Team um Bodo Schmidt in Schmelz.

Montiert wird die Verstrebung unter dem schönen TFT-Display und damit hat das gute Stück jetzt den Halt, den man benötigt um den schönen eigentlichen Navihalter stabil zu montieren. Nichts wackelt, nichts vibriert, bombenfest.

So die Verfahrensweise ab Baujahr 2021. Bei der Baureihe ab 2017 heißt das, die Kunststoffverkleidung leicht einschneiden, damit der Halter dann sauber über dem TFT-Display sitzt.

Die seitlichen „Backen“ des Navihalters greifen über Federdruck an den Rahmen des Garmin XT und arretieren das Navi nahezu narrensicher.

So unwegsam kann eure Routenführung gar nicht sein, dass sich jetzt das Navi noch selbständig macht. UND – es liegt sauber genau im Blickfeld.

Zum Garmin XT kommen wir in einem späteren Bericht.

Vernünftig sind Andere

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Unsere Sissy musste mal wieder zur alljährlichen Inspektion und wurde von eurem werten Erzähler zu unserem Freundlichen Ready to Race-Händler ins nahe Saarland chauffiert.

Wann mein bestes Stück wieder im fahrfertigen Zustand zur Abholung bereit stehen würde war auf Grund des Andrangs und der Haupturlaubszeit nicht so ganz klar und so begab es sich, dass man mir den Schlüssel einer aktuellen KTM 1290 Super Duke R in die Hand drückte. „Viel Spaß! Wir melden uns.“

Das Leben kann durchaus miesere Überraschungen für einen bereit halten. Also los geht`s.

Schaut man sich die Baureihe von KTM an in der das 1290er Aggregat werkelt, dann kann man nur sagen, das prägende Element in den Maschinen ist eben dieser Motor. Und wie die Herrschaften aus Mattighofen diese 1301 ccm in den unterschiedlichen Modellreihen auch einen unterschiedlichen Charakter anerzogen haben ist aller Ehren wert.

Die 140 Nm Drehmoment stehen und in der aktuellen Super Duke werden 180 PS aktiviert. Das sind 20 PS mehr als das Mapping in unserer „Sissy“ als Superadventure freisetzt und gepaart mit dem Weniger an Gewicht und der anderen Gewichtsverteilung merkt man dies auch. Wer hier von zu wenig Leistung fabuliert ist entweder Pilot in der Moto GP oder der Lebenserhaltungstrieb ist ihm/ihr komplett abhandengekommen.

Apropos Lebenserhaltungstrieb. Der fantastische deutsche Sommer 2021 zwingt mich alsbald die Superduke in den Regenmodus zu schalten, da ich das gute Stück nicht Tage später in Einzelteilen und in einer Plastiktüte zurück zu meinem Händler bringen möchte.

Da kommt schon die nächste Überraschung, denn der Bridgestone S22 im Format 120/70/17 und hinten 200/55/17 funktioniert im Nassen ausgesprochen überzeugend. Der erste Blick auf das Profil der Bridgestone hätte dies gar nicht vermuten lassen.

Wie heißt es doch so schön: Mit Motorleistung bist Du auf der Geraden schnell und mit einem guten Fahrwerk überall. Die aktuelle Superduke liegt nach meinem Empfinden auch mit Front stabiler als ihre Vorgängerin. Bei meiner ersten Begegnung hatte ich immer das Bedürfnis etwas mehr Druck auf das Vorderrad bringen zu müssen um etwas mehr Stabilität in die Führung zu bekommen. Das ist oder war natürlich mit an Sicherheit der Tatsache geschuldet, dass ich seit gefühlten Ewigkeiten Motorräder mit Verkleidung fahre und mich somit an etwas „kopflastige“ Maschinen gewöhnt habe. Die Neue vermittelt nicht dieses ADHS-Gefühl, ist handlich aber trotzdem spurstabil und gibt sauber ihre Rückmeldungen an Fahrer oder Fahrerin. Ob enge Kehren oder schnell durchfahrene langgezogene Kurven – Alles gut. Laut Angaben von KTM liegt dies u. a. an dem neuen Rahmenkonzept der Duke. 3 x steifer als das Vorgängermodell mit dem 1301ccm-Triebwerk als tragendem Element, welches die Torsionssteifigkeit erhöhen soll. 2 kg leichter als der Vorgänger ist der Rahmen ebenfalls, was sicherlich ebenfalls zum handlichen Gefühl beiträgt. Die etwas längere Schwinge dürfte dafür verantwortlich sein, dass die ganze Fuhre trotz aller Handlichkeit nicht kippelig wirkt und so wunderbar stabil liegt.

Hier 2 kg und dort ein paar Gramm. Getreu dem Motto – Was ich nicht zusätzlich auf die Waage bringe muss ich auch nicht zusätzlich mit beschleunigen. Soziussitzbank, Kennzeichenhalter und Rücklicht sind ohne weitere Halterungen direkt am Heckrahmen verschraubt.

Was mich subjektiv gestört hat ist, dass der kurze und wunderschön gemachte Auspuff für mich als brüllend laut empfunden wurde. Gerade die in der Heimat der Duke kursierende Seuche der Streckensperrungen in Bezug auf Standgeräuschwerte sollten da zu einer höheren Sensibilisierung bei KTM führen. Die beste Sozia von Allen teilte mir aber mit, dass mein „Einfahren in heimatliche Gefilde“ nicht lauter empfunden wurde, als mit unserer „Sissy“. Möglicherweise trägt das kurze Endrohr, welches unmittelbar unter dem Fahrer endet zu der subjektiven Wahrnehmung der höheren Lautstärke bei. Also wird nur der Fahrer taub und nicht die Umgebung.

Wie ist jetzt eigentlich das Fazit für die aktuelle Super Duke R? Wenn man es pragmatisch angeht muss man festhalten, für die ausgedehnte Urlaubsfahrt ist die Super Duke nichts. Auch die Fahrt zu zweit ist nur ratsam, wenn der Mitfahrer einen gepflegten Hang zum Masochismus hat. Aber sind wir doch einmal ehrlich mit uns und unseren Empfindungen. Ein Motorrad muss nicht nützlich oder sinnvoll sein. Wenn die Maschine einem ein breites Grinsen ins Gesicht treibt und einfach Spaß bereitet, dann ist der eigentliche Sinn eines Motorrades schon mehr als erfüllt. Und da kann man abschließend nur festhalten: das Grinsen ist da und es ist anhaltend und damit hat die Super Duke R ihre Existenz schon mehr als hinreichend berechtigt. Lasst doch die Anderen vernünftig sein. Waren wir schon – war langweilig. Und eines ist die aktuelle Super Duke R ganz bestimmt nicht – langweilig.

Ein herbstlicher Rundumschlag

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Wenn es so in Richtung Herbst geht, dann habe ich immer das Bedürfnis die ein oder andere meiner Touren miteinander zu verbinden und aus Altem damit oftmals wieder etwas Neues zu machen. Das ein oder andere komplett Neue kann man auch wunderbar immer mit einbauen. Schließlich sagt uns die Straße nicht was uns am Ende unseres Weges erwartet. Also mutig den ersten Gang einlegen und zunächst auf bekannten Wegen hinaus aus Trier.

Wir haben den Weg schon häufig gewählt und rollen uns über unsere bekannten Zwischenpunkte Korlingen, Waldrach, Lorscheid und das Dhrontal ein.

Auch unsere weitere Route bis nach Traben-Trarbach ist uns aus früheren Anderstouren wohlbekannt. Über Gräfendhron, Merschbach; Elzerath und Gonzerath fahren wir nach Longkamp und es geht über das Kautenbachertal nach Traben-Trarbach, der Jugendstilperle an der Mosel.

Hier kann man zwar schon die Moselroute wählen, man würde aber dann eine schöne Route bergaufwärts über Starkenburg nach Enkirch verpassen.

Ab Enkirch entspannen wir uns dann an der Mosel bis nach Zell, rollen über den Kreisel der „Zeller Schwarze Katz“ in die Ortslage und machen uns in Merl wieder bergauf in Richtung Grenderich.

Erfahrene Anderstourer kennen jetzt den Weg über den Senheimerhals wieder abwärts an die Mosel. Wir folgen aber diesmal der Beschilderung in Richtung Beilstein.

Der kleine pittoreske Moselort ist genau richtig für eine ausgiebige Pause und die fußläufige Besichtigung der kleinen romantischen Gassen. Hier ist de facto mehr als ein schönes Fotomotiv zu holen. Einfach schön.

Wie aus der Zeit gefallen wirkt der kleine Ort mit seiner Burg als Blickfang.

Wir hatten uns zuvor bei der Internetrecherche ein Restaurant zur Einkehr ausgesucht, aber ausgerechnet am heutigen Tag machte dieses Lokal erst später seine Pforten auf. So landen wir auf der schönen Terrasse des Hotels Altes Zollhaus an der Mosel. Kuchen war okay, was der Schulnote befriedigend entspricht. Der Cappuccino die geschmackloseste Variante nördlich des Alpenhauptkammes.

Von einem schlechten Cappuccino lassen wir uns nicht die gute Laune verderben und auf geht es wieder moselauf- und abwärts. In Bruttig-Fankel über die K 36 nach oben und dann über die L 202 abwärts nach Treis-Karden.

Über Kaisersesch führt unsere unspektakulärer Weg über die Eifelhöhen dann nach Monreal. Die letzten Kurven der L 98 haben uns wieder geweckt und wer möchte kann auch im schönen Monreal die Speicherkarte der Kamera rattern lassen. Monreal ist auch die Filmkulisse für die TV-Serie „Der Bulle und das Landei“. Okay – wer`s mag.

Wir rollen aber weiter durch Mayen und fahren nordwestlich zum Schloss Bürresheim.

Irgendwie sieht das Schloss Bürresheim für mich aus wie die kleine Schwester der Burg Eltz. Und sie haben, außer der Optik, noch gemeinsam, dass sie zu den wenigen Anlagen in der Eifel gehören, die niemals erobert wurden. Selbst die Kriege im 17. und 18. Jahrhundert und die sich aus der französischen Revolution ergebenden Umbrüche hat das Schloss unbeschadet überstanden.

Wie war nochmal der Spruch? Wenn Du auf eine Leiter steigst versichere Dich, dass sie an der richtigen Wand steht. Das ist natürlich metaphorisch zu sehen und soll heißen: Höchste Zeit, dass es wieder schön kurvig wird. Und genau das haben wir direkt hinter dem Schloss Bürresheim auf der L 10 in Richtung Nürburgring. Eine wirklich schöne Routenführung haben wir jetzt und die Landschaft gibt ebenfalls nach jeder Kurve neues her. Wirkt wie ein Ausflug durch die Lüneburger Heide.

Ein kurzer Abstecher muss jetzt noch nahrungstechnisch sein, deshalb in Langenfeld schnell rechts ab zur Wachholderhütte (Wabelsbergerhütte).

Das ist jetzt wieder eher unsere Art der inneren Einkehr und Landschaft zum genießen haben wir auch in Hülle und Fülle.

Die Weiterfahrt ist dann im Grunde genommen eine Außenrunde um den „Ring“ über Jammelshofen , Breidscheid und Quiddelbach, am Potsdamerplatz vorbei nach Kelberg.

Hier nehmen wir dann zügig den direkten Weg nach Daun und machen dann noch einen kleinen Schlenker an den Maaren vorbei. Die sind schließlich ein immer wieder gern genommenes Fotomotiv.

Parallel zur Haupteinflugschneise in Richtung „Ring“ der B 257 suchen wir uns einen kurvigeren und ruhigeren Weg über Üdersdorf, Schutz und Deudesfeld nach Meisburg.

Dann gehen wir doch noch bis Badem kurz auf die ungeliebte Bundesstraße und biegen hier in der Ortslage ab in Richtung Dudeldorf.

Den weiteren Weg kennen wir auch wieder gut und finden ihn sogar ohne Navi. Über Philippsheim nach Speicher. Dort vielleicht noch eine „Zuckerpause“ in der Eisdiele und dann auf die L 46 weiter auf bekannter Route zurück nach Trier.

Das waren jetzt etwa 320 km und eine schöne spätsommerliche oder herbstliche Runde, die Hunsrück, Eifel und Mosel wunderbar verknüpft hat. Viel Spaß beim Nachfahren. Und wenn IHR in Beilstein einen besseren Einkehrtipp oder auch nur besseren Cappuccino gefunden habt – dann immer raus damit.

Der Doctor – Rossifumi – Valentinik

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Jetzt ist ER weg oder sollte ich besser sagen ER ist bald weg. Der, der für mich seit einer gefühlten Ewigkeit Rennstreckenbesuche oder TV-Übertragungen von Motorradrennen überhaupt erst sehenswert gemacht hat.

Ja – es gab auch für mich vorher schon die Helden und Legenden, die ich mit strahlenden Augen auf den Strecken beobachtet und ihr Können bewundert habe. Hießen sie jetzt Toni Mang oder Kevin Schwanz, aber bei keinem dieser Fahrer war gleichzeitig dieses Grinsen bei mir im Gesicht und dieses Gefühl, dass dieser Kerl da unten einfach einen „Heidenspaß“ bei der Sache hat.

Wie soll ER einmal gesagt haben: „Mein Alltag fühlt sich an wie Urlaub!“

Ich hoffe für Dich Valentino, dass dieses Gefühl weiterhin bei Dir vorherrschen wird, denn ein anderes Zitat zeigt ziemlich deutlich wie unser „Doctor“ tickt:

„Ein Renn-Motorrad zu fahren ist Kunst. Etwas, das man tut, weil man es fühlt.“

Für mich ist es entsetzlich schade, dass sich Valentino in dieser Coronazeit von den Rennstrecken dieser Welt verabschiedet. Die Vielzahl seiner Fans, die „gelben Wände“ die seit Jahren die Tribünen füllen, haben keine Chance sich angemessen vom Gott auf 2 Rädern zu verabschieden. Auch sie werden wohl in den nächsten Jahren fehlen. Man wechselt nicht einfach „seine Konfession“ oder sucht einen neuen Propheten.

Rossi-Fan war oder ist man wegen Valentino Rossi. Nicht wegen Yamaha, Honda oder Ducati. Und diese Lücke, die jetzt unweigerlich entsteht, kann zurzeit KEINER füllen. NEIN – auch kein MM93 oder ein Fabio Quartararo.

Warum nicht? Gehen wir einmal auf die Suche und versuchen den oder die Hintergründe zu finden.

Was kann man zu dem Begriff Charisma im Duden finden? Persönliche Ausstrahlung und eine von Gott verliehene Gabe. Das ist wohl schon mit einer der Hauptgründe für das Dilemma. Rossi hat nämlich genau DAS was sämtlichen anderen aktuellen Piloten in der Szene fehlt. Charisma.

Anders lässt sich nicht erklären, dass da einer im Kreis herumfährt, der seit 2009 keinen Titel mehr errungen hat und trotzdem auf den Rennstrecken der Welt, farblich sauber erkennbar, ein Heer von Fans, il Popolo giallo, um sich herum versammelt.

Wenn man nicht wusste wo das Motorhome oder der Servicetruck vom Doctor ist, dann musste man einfach nur schauen wo sich die größte Menschenmasse im Fahrerlager versammelt hat. Genau da war er dann zu finden und seine Gemeinde harrte still und geduldig auf ihren Meister und wartete auf ein Autogramm, ein Foto oder nur ein Winken.

Und Rossi kommt seit Jahren, oder besser Jahrzehnten, dieser Verpflichtung nach. Dabei hat man das Gefühl, dass es für ihn keine Verpflichtung ist sondern tatsächlich Freude bereitet.

Um Valentino ranken sich derartig viele Anekdoten und Geschichten, dass man oftmals nicht mehr weiß, was ist tatsächlich wahr und was ist bereits Fiktion, Märchen oder Heldensagen.

Die 102-jährige Italica Grondona aus Ligurien, in Italien mittlerweile als Nonna Lina bekannt, hatte nach ihrer Genesung von Corona nur noch einen Wunsch (der sogar den Weg in die Nachrichten von CNN geschafft hatte). Nonna Lina wollte unbedingt noch Valentino Rossi kennenlernen.

Oder die berühmte Schmunzel-Geschichte vom Sponsoren „Polleria Osvaldo“. Die Hühnerfarm tauchte 1998 als Sponsoren-Aufkleber auf seiner 250er Aprilia auf. Kernproblem war, dass es diese Hühnerfarm und damit den Sponsoren real gar nicht gab. Halb Italien wollte aber nun die Eier der besagten Farm, die nicht existierte. Als der italienische Sender RAI eine Dokumentation drehen wollte, trieb es Rossi gar auf die Spitze. Er suchte einen alten Bauernhof und malte den Slogan „Jedes Hühnchen kennt Osvaldo“ an die Scheune. Ein älterer Herr aus seiner Heimatstadt Tavullia spielte den Bauern Osvaldo und RAI strahlte die Dokumentation sogar noch aus. Für einen guten Spaß war Rossi nie etwas zu viel und sein spitzbübisches Lachen hat er bis heute behalten.

So viel zum Thema Charisma.

Ach ja – da hatte ich ja gerade ganz kurz Tavullia erwähnt. Die ganze Heimatstadt Tavullia zelebriert ihren berühmten Sohn Valentino Rossi. Was nicht gerade in Gelb erstrahlt weist eben auf die „46“ hin. Ganz Tavullia lebt mit, für und wahrscheinlich auch von Valentino Rossi.

Eigentlich wollte ich nicht in das übliche Lied der Rekordlisten mit einstimmen welches jetzt alle anstimmen. Ich muss es trotzdem kurz machen um die Relation der Leistung von Valentino Rossi darzustellen.
Es stehen 199 Podien in der höchsten Klasse zu Buche, also 500er und Moto GP. Davon 89 Siege, 61 zweite Plätze und 49 x Platz 3. Der einzige Fahrer der sowohl in der 500er Klasse, als auch in der Moto GP WM-Titel aufweisen kann.

Selbst die andere italienische Ikone des Motorradrennsports Giacomo Agostini kommt mit 68 Siegen nicht an Rossi heran. Ago „Nazionale“ hat zwar 15 WM-Titel auf seinem Konto aber die fuhr er über Jahre mit drückend überlegenem Werksmaterial von MV Agusta heraus. Dies bei weniger Rennen über die laufende Saison und in zwei Klassen, nämlich 350er und 500er. Heutzutage undenkbar in zwei Klassen an einem Tag anzutreten.

Meine feste Überzeugung im Hinblick auf seine weltweite Beliebtheit bei den Fans ist, dass er auch fehlbar ist und da auch keinen Hehl daraus macht. So scheiterte er, wie fast alle außer Casey Stoner, an der kapriziösen Diva Ducati. Sicher war auch hier sein Gedanke, wie zuvor bei dem Hondawechsel, jetzt auf die Ducati zu steigen und der restlichen Welt davonzufahren.


Daraus wurde bekanntermaßen nichts und die Rückkehr nach dem 2-jährigen Versuch zu Yamaha war sicherlich die richtige Entscheidung. Es folgten noch Vizetitel und diese unsägliche Saison 2015. Nach wie vor bin ich der Überzeugung, dass Vale diese WM-Titel verdient hätte und es hier keine sportlich faire abschließende Entscheidung gegeben hat. Da man mir auch eine gewisse Impulsivität zuspricht habe ich großes Verständnis für die Aktion in Malaysia. Aber – anderes Thema.

Es war die letzte große Chance auf den Titel Nr. 10. Vielleicht wäre es die Krönung seiner Laufbahn, das i-Tüpfelchen der Karriere, gewesen. Für mich ändert es nichts an meiner Einschätzung.

Hier geht der Größte Motorradrennfahrer aller Zeiten und er hinterlässt eine Lücke so groß wie das Ozonloch.

Arrivederci Valentino il mio vecchio amico. In bocca al lupo. Ci vediamo.

Ich werde Dich an jedem zukünftigen Rennsonntag vermissen.

Umwege erweitern die Ortskenntnis

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Mit diesem Zitat von Kurt Tucholsky beginnen wir heute eine Dreiländertour. Unsere wunderbare geografische Lage macht dies ohne große Probleme möglich und so schauen wir uns mal wieder unsere unmittelbaren europäischen Nachbarn an. Getreu dem Motto: Motorradfahren ist wie das Leben – immer in Bewegung bleiben, denn so bleibt man im Gleichgewicht.

Wir beginnen das Ganze mit einem kleinen Schlenker und rollen über alte Bekannte in Richtung Saarburg.

Also raus aus Trier über die Höhenstadtteile und über das Gusterather Tal, Pluwig, Ollmuth nach Lampaden, sowie über Hentern nach Zerf.

Die erste komplett abgelegene Route haben wir jetzt hinter uns und nun geht es über die B 407, aber auch bei schöner Aussicht, nach Saarburg.

Wer möchte kann hier die übliche Gelato-Pause einlegen und Fotos von Burg oder Wasserfall machen.

Die Übrigen orientieren sich schon in der Ortslage Saarburg in einem Verteilerkreis in Richtung Kastel-Staadt auf die K 129 / K 127. Die Klause ist hier das häufig fotografierte Motiv mit dem schönen Blick über die Saar. Erst 2012 hat man hier auch ein antikes Freilufttheater, also ein Amphitheater in Kleinformat, freigelegt. Der kleine Ort hat etwas zu bieten.

Damit haben wir die übliche frequentierte Strecke in Richtung Freudenburg umfahren und landen eben auf einem schönen „Schleichweg“ im Ort. Die Burgruine der Freudenburg steht auf einer zulaufenden Felszunge und wurde im 14. Jahrhundert errichtet. In der Region ist Freudenburg aber hauptsächlich wegen der Musikveranstaltungen im „Ducsaal“ bekannt. Live-Musik vom Feinsten und immer eine Reise wert.

Kurz geht es für uns auf die L 176 nach Weiten und dort biegen wir in der Ortslage nach rechts ab in Richtung Faha. Dann führt unser Weg nach Oberleuken und von dort zu unserem ersten Zwischenziel der Villa Borg.

Hier werfen wir einen Blick in den Archäologiepark und gewinnen einen Eindruck über das römische Leben in dem Nachbau eines römischen Landgutes. Wen der Hunger übermannt kann auch in der Taverne-Borg zur Nahrungsmittelaufnahme schreiten.

Wir wollten doch ins benachbarte Ausland. Nach Frankreich ist es jetzt nicht mehr weit. Von Borg aus ganz kurz auf die B 407/L170 in Richtung Perl und in einer Rechtskurve links ab nach Apach. Wir sind jetzt bei unseren westlichen Nachbarn.

Die Mosel zu unserer Rechten sind wir nun gleich in Sierck-les Bains und haben mit dem Blick auf die Festung ein wunderbares Fotomotiv. Die Burg aus dem 11. Jahrhundert hatte einst den Herzögen von Lothringen gehört. Wer ausreichend Zeit mitbringt für die heutige Tour der kann noch einen Rundgang auf dem restaurierten Wehrgang unternehmen und die Aussicht genießen.

Ein kurzes Stück flussaufwärts überqueren wir die Mosel und sind jetzt auf der D 64. Über Contz-les-Baines und Berg-sur-Moselle suchen wir uns den Weg zum nächsten Zwischenziel. Gavisse/Beschtingen und Faulbach lassen wir an unserer Strecke unbemerkt liegen und notieren sie gedanklich nur unter dem Aspekt – Wir sind auf dem richtigen Weg.

Die Stadt Rodemack mit ihrer Burg ist wirklich ein schönes romantisches Fleckchen Erde. Erstmals erwähnt wurde der Ort ca. 900 n. Chr. Die Burg wurde ca. 1190 n. Chr. erbaut und gehörte zur Grafschaft Luxemburg. In der weiteren Historie gaben sich dann Habsburger, also die spanische Linie, und Franzosen die Klinke in die Hand. Heutzutage bietet die Burganlage Kulisse für den Wein- und Blumenmarkt in den Monaten April und Mai und für einen wirklich schönen mittelalterlichen Weihnachtsmarkt. Der ist dann aber für eine Motorradtour eher nicht im akzeptablen Zeitfenster. Es sei denn, Griff- und Sitzheizungen sind vorhanden.

Irgendwann machen wir uns dann wieder auf den Weg über Puttelange-les Thionville, Bad Mondorf und Erpeldingen abwärts zurück an die Mosel.

Landschaftlich schön aber fahrerisch wenig reizvoll entfernen wir uns in Ehnen wieder von der Mosel und wenden uns links, auf der CR 134, landeinwärts. Nächste Anhaltspunkte sind dann Gostingen, Beyren und Flaxweiler. Im Großherzogtum Luxemburg ist irgendwie alles in der Nähe und man ist bei den Kilometerangaben immer ein wenig erstaunt. Wie – Du bist schon da? Wie Anno dazumal Boris Becker in der berühmten Werbung – Wie schon drin?

Wecker, Berburg und dann über Herborn nach Osweiler so lauten die Zwischenziele auf unserem Weg nach Echternach. Dabei fahren wir an dem schön gelegenen Echternacher See vorbei, der im Sommer ein kleines Naherholungsgebiet für die Ortsansässigen ist.

So richtig eingekehrt sind wir heute ja noch gar nicht und so machen wir das bei alten Bekannten an der Sauer. Frankreich und Luxemburg haben wir heute sauber „abgearbeitet“ und damit können wir uns wieder aufmachen in heimatliche Gefilde.

Also nichts wie rüber auf die andere Uferseite der Sauer und dann flussabwärts bis nach Langsur-Mesenich in den Johannishof.

Hier lassen wir unsere Tour gemütlich ausklingen und genießen auf der Terrasse ein gutes Essen. Denn wie sagten bereits die Indianer Nordamerikas so richtig: Wir müssen von Zeit zu Zeit eine Rast einlegen und warten bis unsere Seelen uns wieder eingeholt haben! Das nenne ich jetzt einmal eine richtig gute Idee und Lebensphilosophie.

Die „Auswärtigen“ unter uns können hier sogar ihr Lager aufschlagen und gemütlich übernachten. Hat den nicht zu unterschätzenden Vorteil, dass man sich durch die Weinkarte des Johannishofs arbeiten kann ohne Gefahr zu laufen die Lizenz oder das Gleichgewicht zu verlieren.

Viel Spaß beim Nachfahren.

Ciao Giau ODER es muss nicht immer Sella sein

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Ich muss nicht extra erwähnen, dass wir uns heute wieder auf eine wunderbare Tour aufmachen. Wir starten in unserer Basisstation dem Hotel Gruber in Sexten und arbeiten uns dann nach Süden in die Nachbarprovinz Belluno.

Jede Tour in Südtirol, ob mit dem Motorrad, dem Auto oder zu Fuß hat etwas Wunderbares. Jetzt muss ich literarisch Anleihen beim „Kleinen Prinzen“ machen. Wer die Region Südtirol und ihre Menschen richtig verstehen will darf nicht nur mit den Augen sehen, sondern auch mit dem Herzen. Der- oder diejenige spürt dann wahrscheinlich wie wir: Du bist hier nicht nur im Hinblick auf die Höhe ganz nah am Himmel.


Auf geht es über die SS 52 und den Kreuzbergpass hinaus aus Sexten und in Padola rechts ab auf die verwinkelte Strada Provinciale, die auf den schönen Namen Passo Sant`Antonio hört, nach Santa Caterina. Wir rollen am Piave wieder die SS 52 entlang bis Pieve di Cadore. Gefühlt folgen wir der Beschilderung wieder in Richtung Cortina d`Ampezzo. Das Cadore ist ein von den Dolomiten umschlossenes Tal im Belluno. Es ist sozusagen das Herz der Belluneser Dolomiten. Aus Richtung von Cortina d`Ampezzo umschließt die Boite das Tal.


Bei Venas geht es links ab auf die SP 347 und wir begeben uns in Richtung Monte Rite. Wir fahren zu einem der Messner Mountain Museen (MMM) und genießen die Aussicht. Wer nicht den Weg hinauf mit den Geländewagen und den Museumsbesuch in Anspruch nimmt, kann auch die Maschine beim Rifugio Remauro parken und dort eine kleine Pause einlegen.

Diejenigen verpassen aber einen einmaligen Ausblick, der alleine schon die Auffahrt wert ist. Das MMM Monte Rite ist allemal einen Besuch wert.

Unserem Bildungsauftrag sind wir damit nachgekommen und fahren weiter nach Val die Zoldo und Dont. Je nachdem wie unser Zeitfenster ist – also ob wir das MMM besucht haben oder nicht – kann man jetzt noch ab Dont den Passo Duran mit in die Runde aufnehmen. Schön ruhig und abgelegen, aber mit enger Streckenführung, ist er ein Genuss.

Der Rest fährt weiter auf der SP 251 die uns auf dem klingenden Namen Passo Staulanza am Monte Pelmo vorbei nach Selva di Cadore führt.

Mein Südtiroler Favorit in Sachen Pässe der Giau bringt uns weiter in Richtung Cortina d`Ampezzo.

Der Giau ist immer die Auffahrt und eine längere Pause wert, da er einfach eine grandiose Aussicht bietet.

Aufgepasst bei den 50er-Begrenzungen. Die Fotos können teuer werden.

Da man an schönen Fotomotiven zur Erinnerung an eine wunderbare Tour nie genug haben kann fahren wir noch weiter über Misurina und den Passo Tre Croci. Bei guter Sicht kann man am See noch ein Foto machen mit dem Wahrzeichen der Dolomiten den Dreizinnen im Hintergrund.

Kurz hinter Misurina bietet uns ein größerer Parkplatz nochmals Gelegenheit einen separaten Ausflug zu unternehmen. Wir fahren mit den dortigen Geländewagen hinauf zum Monte Piana und lassen nicht nur die Aussicht, sondern auch die Südtiroler Historie auf uns wirken.

Lange ist es her aber der I. Weltkrieg und seine Auswirkungen haben in Südtirol nachhaltig Wunden gerissen.

Bei Schluderbach landen wir dann auf der üblichen Transferachse von Cortina nach Toblach und rollen über Innichen nach Sexten wieder in unser Hotel Gruber. In Vorfreude auf ein tolles Abendessen und das ein oder andere Glas Rotwein.

Hängen wir es an die Große Glocke

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Eine wunderschöne Runde drehen wir heute. Viel Landschaft und Gegend, viele Kurven und vielleicht auch der ein oder andere Gedanken, der uns etwas länger begleiten wird. Auf alle Fälle werden es schöne Erinnerungen.

Nach eine letzten Blick auf die Sextener Sonnenuhr rollen wir heute Morgen gemütlich auf der SS 52 aus Sexten hinab ins Tal in Richtung Innichen. Wir orientieren uns in Richtung Lienz auf der SS 49 und später auf der B 100. Ja richtig – wir verlassen unser geliebtes Südtirol und begeben uns nach Osttirol, also in das benachbarte Österreich.

Um der ganzen Geschichte bereits zu Beginn einen kurvigen Charakter zu geben nutzen wir die L 324, die Pustertaler Höhenstraße und haben uns damit schon prächtig für die anstehenden Aufgaben eingerollt.

Unser erstes Zwischenziel ist nämlich heute eine Straße mit einem großen Namen und den trägt sie zu Recht. Die Großglockner Hochalpenstraße.

In Lienz können wir uns schon in diese Richtung auf die B 107 begeben, die nun zunächst für eine Zeit unser Begleiter wird. Irgendwann Mautpflichtig (L 271) – aber jeden Cent wert.

Die Tageskarte für ein Motorrad beträgt aktuell 27,50 € und kann, wenn man dem Kurvenbazillus der Großglocknerstraße verfallen sein sollte, für 13,- € auf einen weiteren Tag erweitert werden. Die nette Dame an der Mautstelle gibt uns noch den freundlichen Rat mit auf den Weg: „Seid`s vorsichtig. Da oben ist`s heit windig.“

Wie sich später herausstellt ist das die Untertreibung der Saison. Aber bei schönem Wetter kann das ja schließlich jeder.

1935 wurde die Großglockner Hochalpenstraße bereits eröffnet und seitdem mehrfach ausgebaut. Die 48 Fahrkilometer und ihre 36 Kehren sind wirklich purer Genuss. Ein absolutes Muss für jeden ist natürlich der Halt auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe, aber der grandiose Blick auf den größten Gletscher der Ostalpen fehlt uns heute gänzlich. An den entsprechenden Schautafeln können wir uns aber anschauen, was wir sehen würden, wenn wir etwas sehen würden. Wie gesagt: Bei schönem Wetter kann dass jeder.

Die letzten gepflasterten Kehren hinauf zur Edelweißspitze haben etwas vom Amerikascup bei den Seglern. Wir sind aber hier oben nicht allein. Es haben sich noch einige Motorradfahrer*innen entschlossen dem Wind zu trotzen.

Wer jetzt auf die Karte schaut fährt abwärts von der Großglocknerstraße „imaginär“ mit Blick auf den Zeller See.

Wer früh am Morgen gestartet ist und den gesamten Tag Zeit hat, der kann sich noch das nahe Kaprun mit Stausee und Staumauer anschauen.

Die Anderen orientieren sich zunächst in Richtung Mittersil und dann zu den Felbertauern. Wir sind auf der B 108 und haben von der Beschilderung her bereits wieder Lienz im Visier. Da fahren wir aber nicht hin.

Bei Huben geht es für uns rechts ab auf die L 25, die wir auch nicht mehr verlassen, denn irgendwann hört sie auf den Namen SP 44. Wir rollen durch das Defereggental, das landschaftlich wirklich richtig schön ist. Leider hat uns jetzt der Regen eingeholt und drückt die Wolkendecke immer tiefer auf unserem Weg zum Staller Sattel. An der Tatsache der wunderbaren Streckenführung ändert das aber nichts.

Der Weg abwärts nach Südtirol ist vom Staller Sattel „ampelbewehrt“. Zu jeder vollen Stunde hat man eine Viertelstunde Grünphase um die Kehren abwärts in Angriff zu nehmen.

Es ist aber egal zu welchem Zeitpunkt ihr hier oben am Staller Sattel ankommt, denn HIER ist zwingend Pause angesagt. Es geht hinein in die „Hexenschenke“.

Isidor, der Mann mit den eisernen Nerven und dem Herz aus Gold bekocht uns hier. Warum eiserne Nerven? Weil er uns über die Jahre mit Engelsgeduld und unfassbarem Fachwissen das Skaten beigebracht hat. Im Winter ist er nämlich Skilehrer am Biathlonzentrum unten am Antholzer See.

Isidor und seine Frau Rebecca bewirtschaften hier oben mit viel Herzblut und Engagement die „Hexenschenke“ und man fühlt sich beim Eintreten in den gemütlichen Gastraum schon wie angekommen bei guten Freunden. Es kann locker passieren, dass man eine „Grünphase“ der Ampel einfach verpasst und stattdessen eben noch einen Kaiserschmarrn isst. WELTKLASSE und die Referenz für das Pustertal. Gehört in die Rubrik – sollte man nicht versäumt haben.

Wenn das Wetter nicht gerade so ist wie es bei unserem Eintreffen ist, dann hat man einen wunderbaren Blick auf den Antholzer See und hinab in Richtung Pustertal.

Irgendwann geht es dann weiter und vorbei am Antholzer See landen wir an der berühmten „Huber-Alm“. Eingefleischten Biathlonfans ist die Huberalm aus den TV-Übertragungen bekannt. Im Winterurlaub ist die Huberalm für uns der Anlaufpunkt für eine „Loipenmilch“. Wobei die Loipenmilch für mich als Fahrer natürlich tabu ist. Schwer genug fällt das, aber der nächste Winter ohne Motorrad kommt bestimmt.

Durch den modernen Anbau hat die Huberalm von ihrem früheren Charme verloren, aber vielleicht muss man überall mit der Zeit gehen und ich bin einfach nur zu konservativ.

Gemütlicher und authentischer pausiert ihr auf alle Fälle bei Isidor in der Hexenschenke. Der Überzeugung ist die beste Sozia von allen ohnehin.

Der Rest der Tour ist schnell erzählt und erledigt. Es geht für uns das komplette Antholzertal abwärts hinab auf die SS 49, die Pustertalerstraße in Richtung Toblach und in der Folge nach Innichen. Jetzt haben wir nur noch ein paar Kilometer zurück nach Sexten in unser Hotel Gruber, um auf der sonnigen Terrasse bei einem Aperol Sprizz den Tag Revue passieren zu lassen.