2 fast 4 you!

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Die Rennsportszene im Motorradbereich verfolge ich ja, wie Ihr wisst, bereits seit einigen Jahren. Irgendwie haben mir es die Kerle und auch die wenigen Mädels in der Szene angetan, also aufrichtige Bewunderung allenthalben.

Könnt ihr euch noch an die (aus meiner Sicht) goldenen Zeiten der Superbike-WM erinnern? Habt ihr SIE noch auf dem Schirm die Herren Fogarty, Phillis, Russell, Slight, Falappa und wie sie alle hießen? Das war so Anfang bis Mitte der 90er des zurückliegenden Jahrtausends. Als sich die Helden der Halbliterklasse in der Motorrad-WM mit Zweitaktmonstern herumschlugen, die in etwa so zu fahren waren wie sich ein wilder Mustang im Rodeo reiten ließ. Nur etwas für ganz hartgesottene Burschen mit einer lebensverachtenden Grundeinstellung oder zumindest der Maxime, dass ein gebrochener Knochen keinerlei Grund für Wehklagen darstellt. Der „gelbe Schein“ war nur dann eine Option, wenn die Mechaniker den Fahrer nicht mehr auf seine Maschine heben konnten. Und so fuhren sie dann auch die Schwantz, Mamola, Lawson, Rainey und Doohan. Am Ende ihrer Karriere dann meist mit derart viel Metall im Körper, dass selbst die Detektoren an den Flughäfen vom Dauerpiepton hinter die Luft kamen.

Genau in dieser Zeit ist ES das erste Mal passiert! Die eigentlichen seriennahen Maschinen aus der Superbikeszene kamen an die Referenzzeiten der Könige des Motorradsports der 500er Klasse heran. Immer näher robbten SIE sich an die Rundenzeiten der Halblitermaschinen. Warum?

Weil diese Monster ohne jegliche heutige Fahrhilfen wie Traktionskontrollen etc. nur noch für ganz wenige, nahezu übermenschliche Fahrer beherrschbar waren. In Anbetracht der Verletzungen dieser Stars gewinnt der Begriff „beherrschbar“ aber einen bitteren Beigeschmack.

WARUM dieser Rückblick? Weil es wieder geschehen ist! Ganz aktuell bei den nachsaisonalen Testfahrten in Jerez.

Hier trafen Fahrer der Moto GP Klasse auf ihre Pendants aus der Superbike. Und was ist passiert?

Der amtierende Weltmeister und Titelverteidiger der SBK-WM Johnny Rea hämmerte in Jerez, bei nicht einmal optimalen Witterungsbedingungen, mit seiner Kawasaki eine neue Rekordrunde auf den Asphalt. Bei 1:38,721 min blieb die Uhr stehen. Schneller als der Doctor mit seiner Moto GP Yamaha im Frühjahr bei seiner Polezeit in Spanien.

Natürlich ist die Superbike-Kawasaki von Jonathan Rea nicht vergleichbar mit einem Serienprodukt der ZX 10. Aber dennoch nahe dran in dieser Silhouettenrennklasse. Okay die Superstockklasse wäre noch näher dran aber dennoch – Wir sprechen hier von einer Maschine, die einer Serienbasis entspringt und auf der anderen Seite von reinrassigen Prototypen. Vollgestopft mit allem was Technik und Ingenieurskunst hergibt – und das ist einiges.

Sind wir wieder angekommen an dem Punkt, den wir bereits ganz leicht in den besagten 90ern touchiert hatten? Ist jetzt die Wende bei den Motorradrennen, zumindest bei den Rundenzeiten zu vermelden. Das wir alle selbst im Motorradrennsport feststellen müssen, dass schiere Leistung allein nicht schneller macht, sondern FAHRBARKEIT!

Ich bin gespannt was sich IRTA und FIM einfallen lassen. Wie lange werden sie diese Entwicklung beobachten ohne einzugreifen? Oder rufen am Ende die Stars der Superbikeszene den Helden der Moto GP zu 2 fast 4 you!

Motorrad Grand Prix Saison 2016

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Was hatten wir jetzt für eine Moto GP Saison 2016? War das spannend? Ganz ehrlich hatte ich in allen drei Klassen erwartet, dass es mit unterschiedlichen Protagonisten spannend bleibt bis zuletzt – soll heißen bis zur abschließenden WM-Station in Valencia.

Und dann so etwas! Da stehen lange vor Saisonende bereits -2- der Titelträger fest und die Luft ist weitestgehend heraus soweit man sie am Titelkampf festmacht. Nach der vorletzten Station war dann auch noch der letzte vakante Titel in der Moto 2 vergeben. Valencia war dann also nur noch das „Schaulaufen der Meister“ um die Metapher aus dem Eiskunstlauf an dieser Stelle zu nutzen.

Gut in der „Wundertüte“ Moto 3 konnte man zu Beginn nicht unbedingt mit dem Namen Brad Binder rechnen obwohl alleine die Teamzugehörigkeit zu Aki Ajo einen Fahrer bereits in den erweiterten Kreis der Titelanwärter bringt.

 

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Da musste man zumindest den Namen Romano Fenati auf alle Fälle auf dem Schirm haben – Aber der Schirm klappte dann nach einigen unfreundlichen Eskapaden von Fenati (5) beim VR46-Team schlagartig zu. Obwohl noch in Schlagdistanz zur Spitze der WM-Tabelle war Schicht im Schacht und der Doctor setzte seinen Fahrer sprichwörtlich auf die Straße. So musste dann der junge Teamkollege Nicolo Bulega (8) die Kohlen für VR 46 aus dem Feuer holen.

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Im letzten Drittel der Moto 3 Saison sah es zunächst nur noch nach einem Zweikampf Binder vs. Navarro, der aber frühzeitig zugunsten von Brad Binder beendet war.

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Navarro bekam dann auch noch Besuch von den Italienern Enea Bastianini und Francesco Bagnaia die ihm den Weg zum Vizetitel streitig machten. Wobei man die Mahindra von Bagnaia nicht mit dem früheren Modell vergleichen kann mit dem sich ein deutscher Fahrer zu Moto 3 Zeiten abplagen musste. Jetzt funktionieren diese Teile im wahrsten Sinne des Wortes wie „Schweizer Uhrwerke“.

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Was war mit meinem Geheimfavoriten dem französischen Fahrtalent im deutschen Kieferteam in Leopardfarben? Fabio Quartararo blieb über die gesamte Saison hinter seinen Möglichkeiten und hinter meinen Erwartungen zurück. Das Erstere dürfte für ihn schwerwiegender sein. Auf erstklassigem Material weit hinter seinen Möglichkeiten zurück endete er auf einem 13. Gesamtplatz.

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Knapp vor meinem Geheimfavoriten landete unser deutscher Vertreter Peter Öttl auf  Platz 12 des Gesamtklassements. Einige recht gute Vorstellungen über den Saisonverlauf verteilt reichten aber nicht aus, um in der Endabrechnung unter den begehrten ersten Zehn aufzutauchen.

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Also vollkommen verdient und souverän herausgefahren – Weltmeister Moto 3 der Saison 2016 Brad Binder auf KTM.

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Platz 2 in der Gesamtwertung und damit Vizeweltmeister Enea Bastianini. Platz 3 an den, nach Verletzungen tapfer kämpfenden, Jorge Navarro. Den vierten Gesamtplatz rettet trotz eines Sturzes im letzen Rennen und damit einem Salto Nullo Francesco Bagnaia. Nach einem fulminanten letzten Rennen und Platz 2 in Valencia landet der Spanier Joan Mir in Leopardfarben nur um ein „Pünktchen“ von Bagnaia getrennt auf Platz 5. Damit wurde er auch Gewinner in der Rookie-Wertung der Moto 3.

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Ein Kapitel der besonderen Sorte ist auch die Betrachtung der Moto 2 Saison 2016. Was hatte ich für Hoffnungen auf unsere -3- deutschen Starter in dieser Saison gesetzt. Alle auf Topmaterial von Kalex unterwegs und somit auf Augenhöhe zur unmittelbaren Konkurrenz. Kaum einmal konnten sie, ihre sicherlich vorhandenen Fähigkeiten, in Szene setzen. Die Dramaturgie der Drehbücher in den Rennen schrieben meistens andere und das waren die üblichen Verdächtigen aus dem zurückliegenden Jahr in der Moto 2.

So kristallisierte sich relativ schnell in der Saison heraus, dass der Titelträger in der Moto 2 entweder der Titelverteidiger Johann Zarco oder sein letztjähriger Herausforderer Alex Rins sein könnte.

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Hatte man zu Saisonbeginn noch den Namen Sam Lowes

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ergänzend im Kopf musste man schnell erkennen, dass hier wahrscheinlich ein genetisches Problem im Weg steht. Sowohl Sam in der Moto 2, als auch sein Bruder Alex in der SBK WM (mit einigen Wildcard-Starts in der Moto GP) haben auf sämtlichen Rennstrecken dieser Welt in einigen Kiesbetten Zweitwohnsitze angemeldet. Also das leidige Problem, welches von dem alten Spruch begleitet wird:

Wenn Du ein Rennen als Sieger beenden möchtest – dann musst Du zunächst das Rennen beenden!

Und so sahen wir ein um`s andere Mal unseren Sam Lowes mit hohen Wertungen für den künstlerischen Wert von seiner Maschine absteigen. Sollte er dieses Manko endlich abstellen dann……………

Aber da hätte sicherlich noch der ein oder andere etwas dagegen einzuwenden. Wer da als erster zu nennen wäre ist Franco „Morbido“ Morbidelli aus der Nachwuchsschule von Valentino Rossi. Schön konstant steigerte sich Morbidelli über die Saison betrachtet und war ein eifriger Punktesammler. 8 Podestplätze und 2 x Platz 4 standen am Ende zu Buche und damit ein erstklassiger 4. Gesamtrang im WM-Klassement. Nur um die Winzigkeit von einem Punkt von seinem unmittelbaren Konkurrenten Alex Rins und damit Platz 3 in der Gesamtwertung getrennt. Für mich ist Morbidelli DER WM-Kandidat für die Moto-2 Klasse 2017.

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Im deutschen Lager wurden Highlights nur von Jonas Folger gesetzt und die auch nicht in der Zahl, die man zu Saisonbeginn erwarten durfte. Fünfmal war er zu Besuch auf dem Podest – dabei einmal ganz oben. Sicherlich ein Highlight seiner diesjährigen Saison der zweite Platz beim Heimrennen auf dem Sachsenring.

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Nach fantastischem Kampf mit dem späteren Sieger Johann Zarco musste sich Jonas wirklich nur um Zentimeter geschlagen geben. Gut gemacht! Das Manko bei Folger ist einfach, dass er nur auf Strecken die ihm fahrerisch liegen vorne mit dabei ist. Bei eher ungeliebten Strecken findet er einfach nicht das Tempo, das ihn zumindest in Schlagdistanz zu seiner, um den Titel kämpfenden, Konkurrenz halten würde. Im Moto GP Team von Tech 3 muss das anders werden, sonst wird sein Moto GP Gastspiel ein kurzes Intermezzo.

Aus deutsch“sprachiger“ Sicht war da zumindest der Schweizer Tom Lüthi noch am ehesten in der Lage in der Spitzengruppe eine Rolle zu spielen.

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Gegen Ende der Saison wurde der Schweizer sogar noch richtig munter und lieferte sich nach zwei Siegen hintereinander in Japan und Australien einen heißen Kampf um den Vizetitel in der Moto-2-Klasse mit Alex Rins.

Wer weit unter meiner Einschätzung im Frühjahr lag war Marcel Schrötter. Trotz Topmaterial von Kalex und in einem (unter Fahrerbeteiligung Jonas Folger) nachweislichen Siegerteam waren die Ergebnisse von Marcel über das Jahr nicht besser, als mit dem unterlegenen Tech 3 Material der beiden Vorjahre. Wir werden sehen zu was er im Dynavolt-Team in der kommenden Saison fähig ist. Prognosen wage ich diesmal jedoch nicht zu stellen.

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Der ebenfalls unter Dynavolt-Farben startende Sandro Cortese stand in der aktuellen Saison weit im Schatten seines Teamkollegen Jonas Folger. Ein Podestplatz mit Topmaterial und mittlerweile ausreichender ErFAHRung in der Moto-2-Klasse war einfach zu wenig.

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Verdienter Weltmeister und Titelverteidiger, der Einzige der seit Einführung der Moto 2 diesen Titel verteidigen konnte Johann Zarco. Der Franzose winkt noch einmal kurz zum Abschied – bevor er die Moto 2 in Richtung Tech 3 und Moto GP verlässt.

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Die Moto GP versprach auf Grund der Neuerungen in Sachen Elektronik und dem Wechsel auf die Pneus von Michelin viel. Ausgeglichener sollte es werden und irgendwie war es DAS dann auch, denn selten in den letzten Jahren sah man derart viele unterschiedliche Gesichter auf dem obersten Podest.

Da stand ein Maverick Vinales mit seiner Suzuki in der nächsten Saison Stallgefährte vom Doctor bei Yamaha.

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Da war ein Cal Crutchlow, der endlich und auch hochverdient auf die oberste Stufe des Podestes klettern durfte und dies gleich zweimal in der Saison 2016.

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Auch der mal wieder in einer Saison vom Pech verfolgte Dani Pedrosa stand einmal auf dem ersten Platz ausgerechnet auf dem Circuit Marco Simoncelli wo sich der Doctor doch gerade dort so viel vorgenommen hatte.

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Und da waren die beiden „Andrea“ bei Ducati, die nach gefühlter Ewigkeit, dem Werk aus Borgo Panigale zwei Siege schenkten und damit Sieger auf der roten Göttin die nicht Casey Stoner hießen.

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Es können also auch noch andere auf „la Bestia“ gewinnen und DAS wird Jorge Lorenzo sicher mit Aufmerksamkeit verfolgt haben, denn er trägt in der Saison 2017 die Hoffnungen der Ducatisti.

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Im Bezug auf den Fahrertitel hat sich die Fahrerpaarung bei Yamaha selbst geschlagen. Zu viele individuelle Fehler und zwischendrin spielte dann auch noch die ansonsten so zuverlässige Technik den Piloten ein Schnippchen. So stand früh – allzu früh – und anders als im Vorjahr der Weltmeister fest.

Großartige Verwunderung hat es natürlich nicht hervorgerufen, dass der Titelträger wieder aus Spanien kommt. Ist doch nur einer über den gesamten Saisonverlauf in der Lage der spanischen Armada Paroli zu bieten.

Also Platz 1 und Weltmeisterschaft für den Fahrer mit der geringsten Fehlerquote im Jahr 2016 Marc Marquez. Er kann zu Recht sein Banner in die Luft reissen.

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Der Vizetitel wie im letzten Jahr für den „Doctor“ und Altmeister Valentino Rossi.

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Platz 3 wahrscheinlich für den Fahrer, der darüber am meisten enttäuscht ist, weil es sein letztes Jahr auf der Yamaha M 1war: Jorge Lorenzo. Ob er auch nach zwei Jahren, wie einst der desillusionierte Valentino Rossi, von der roten Göttin wieder auf die Marke mit den Stimmgabeln wechselt?

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Apropos wechseln! Der bislang einzige deutsche Vertreter in der Königsklasse Stefan Bradl wechselt ebenfalls.

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Ihn sehen die deutschen Rennsportfans im kommenden Jahr in der SBK WM auf einer neuen Honda Fireblade. Ob wir IHN in dieser Klasse mehr als hinterherfahren sehen? Warten wir es ab und schauen positiv nach vorne. Nach vorne deshalb weil wir ja mit Jonas Folger einen „neuen“ Vertreter in der Moto GP haben. Wir erwarten mit Spannung was er mit der Tech 3 in der kommenden Saison zu leisten im Stande ist.

Was erwartet UNS jetzt 2017? Der 10. WM-Titel von Doctor Valentino Rossi oder jubeln die Tifosi in ROT über den Moto-GP-Titel von Jorge Lorenzo auf der Ducati? Vielleicht erleben wir aber auch eine Überraschung und sehen einen ganz anderen spanischen Titelträger → Maverick Vinales könnte auf der Yamaha für eine Überraschung gut sein. Lassen wir uns überraschen und freuen wir uns jetzt schon auf eine spannende Saison 2017 → mit der ein oder anderen Überraschung, die ja das Salz in der Rennsuppe sind.

Impressionen aus den Klassen:

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Wo MH 6 draufsteht ist Maria HERRERA drin.

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Khairul PAWI → der über das Wasser gehen kann.
2 x 25 Punkte in strömendem Regen.

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Luca MARINI → konzentrierte Blickführung ist
die halbe Miete in der Kurve.

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„Domi“ Aegerter → Schweizer Wurzeln kann man
nicht verbergen. Weithin sichtbar auf dem Helmdekor.

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Auch mit einer Tech3 lässt es sich in der Moto 2
richtig schräg um die Ecken stechen.

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Eugene LAVERTY → auch im 2-stelligen Bereich
sind schnelle Leute. Eine mehr als harte Nuss für
Stefan Bradl in der SBK-WM 2017. Eugene dann auf
der pfeilschnellen Aprilia.

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Die TECH 3 – Fahrerpaarung im nächsten Jahr in
orange bei KTM → Ready to Race. UND das Team
neue Heimat von Jonas Folger.

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Jack „Ass“ Miller überraschender Sieger im
Regenrennen.

Die „Kittelmenschen“

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So nannten wir sie früher und der im 2-Jahres-Rhythmus stattfindende Termin bei dieser Spezies bereitete uns immer Magenschmerzen.

Nicht das wir bewusst mit irgendwelchen verkehrsunsicheren Maschinen unterwegs gewesen sind ABER das ein oder andere an unseren Motorrädern entsprach oftmals (bei allzu strenger) Auslegung nicht so ganz der STVZO.

Und dann traten SIE aus ihren Hallen mit der gestrengen Miene eines Hüters der heiligen katholischen Inquisition. Die Kladde in der Hand mit dem Prüfbericht zuoberst auf dem dann alle Sünden schriftlich festgehalten werden konnten.

Freispruch oder Scheiterhaufen?

Dann wurde, gewandet in einen blauen Kittel mit den Insignien der Macht auf einem Emblem an der Brust, herangetreten an die Opfer ihrer Begierde. TÜV war weithin auf dem Emblem lesbar. Gesprächsbeginn mit dem Satz der einen in den Grundfesten erschauern ließ:

„Ist DAS da ihre Maschine?“

Ganz besonders geliebt habe ich auch den Satz (wenn wirklich nichts Konstruktives zu finden war): „Ihre Hinterradabdeckung ist zu kurz!“

Seinerzeit die Krönung war ein Halbgott in blau, der (natürlich ohne Helm) die Füße nicht auf den Rasten im Hof der „Anstalt“ schlingernd einen Fahrversuch durchführte. Ein Kreis sollte es werden! Wäre die Rennleitung in der Nähe gewesen hätten die den Probanden sicherlich zur Blutentnahme auf die Dienststelle gebracht, ob der orientierungslosen Schlingerei des Fahrers.

ABER die Zeiten sind „Gottlob“ vorbei (zumindest in den meisten Fällen). Mittlerweile findet man sogar ganz verständige Vertreter die wirklich an der Sache (nämlich der Verkehrssicherheit) orientiert an die Prüfungen herangehen. Oftmals sind es dann aber Motorradenthusiasten, die selbst bereits auf ein langjähriges Zweiradleben zurückblicken und insofern genau wissen was Sache ist.

Ich habe so EINEN gefunden und dort fahre ich auch mit unseren Bürgerkäfigen hin. Von außen etwas unscheinbar und wenig einladend.

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Irgendwie so wie bei der ein oder anderen alten Dorfgaststätte mit Renovierungsstau – wo man vor dem Eintreten denkt: Sollst Du jetzt da wirklich reingehen oder nicht doch besser in den nächsten Ort fahren? UND dann Super Essen – gastfreundlich und nette Menschen kennengelernt.

So ist es da: An der „alten B 52“ – mit neuem Kartenmaterial der L 151. Konkret an der Kreuzung Osburg-Neuhaus, wenn IHR den Landstraßenweg von Trier nach Hermeskeil nutzt.

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Die Prüfstelle ist nicht IMMER besetzt, sondern nur an gewissen Tagen und dann auch nur zu gewissen Uhrzeiten – ABER dafür landet IHR bei einem Mann, der mit euren Maschinen sowie dem Drumherum etwas anfangen kann UND dabei immer freundlich und praxisorientiert arbeitet.

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Kein arrogantes Getue in der Art: Ich habe zwar keine Ahnung – bestimme aber Kraft meiner Funktion trotzdem über die Zukunft deines fahrbaren Untersatzes!

Wie sieht es bei EUCH aus? Habt IHR auch Adressen wo man mit der Maschine zur Hauptuntersuchung fahren kann und als Motorradfahrer gut aufgehoben ist?

dguard – ODER – der elektronische Schutzengel

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Hattet Ihr auch schon einmal dieses etwas merkwürdige Gefühl? Es kann einen überkommen, wenn man komplett in der Fremde unterwegs ist ODER aber auch zu Hause – gar nicht weit von der Heimstrecke.

Wenn man urplötzlich eine Abzweigung entdeckt, die man nie zuvor bewusst bemerkt hat und dann seinem Entdeckergeist folgt.

Irgendwann dann im Streckenverlauf, wenn man plötzlich bemerkt, dass man jetzt in DER Gegend ist wo das Rückgrat unseres Planeten seinen anständigen Namen verliert → DA wird es einem schlagartig bewusst und dieser merkwürdige Gedanken kommt in Dir hoch!

„Wenn es Dich jetzt hier irgendwo in die Rabatten haut – dann findet Dich kein Mensch mehr! Und kein Aas weiß wo Du dich momentan herumtreibst!“

Es gibt dann zwei Möglichkeiten. Die eine, wenig erbauliche Alternative, nennen wir sie einmal die „Ötzivariante“ ist: In einigen hundert Jahren wirst Du bei Ausgrabungen gefunden und die Fachwelt orakelt darüber, was dieser Mensch in der merkwürdigen Montur hier im Wald gesucht hat?

Die zweite Option gefällt mir persönlich viel besser und zu dieser Variante kommt Flying Haggis jetzt. Du hast deinen elektronischen Schutzengel dabei, der auf den Namen dguard hört.

Dguard ist ein sogenanntes E-Call-System. E-Call neudeutsch für emergency call oder für Menschen wie mich, die keine ausgeprägte Affinität für Anglizismen haben → ein automatisches Notrufsystem. Ab dem 31. März 2018 ist ein solches System verpflichtend für alle neuen PKW-Modelle, sowie für die leichteren Nutzfahrzeuge und ausnahmsweise einmal eine sinnvolle Errungenschaft aus der eSafety-Initiative der Europäischen Kommission.

Richtig gelesen → WIR, also Motorräder sind noch nicht davon betroffen. ABER gerade bei uns macht ein solches elektronisches Helferlein wirklich Sinn. Denkt an das obige Beispiel und sagt mir bitte nicht, dass Euch noch niemals derartige trübe Gedanken in den entlegenen Ecken unserer Touren heimgesucht haben.

Das dguard System besteht aus mehreren Komponenten.

Dem dguard Modul, welches auch die Kommunikationseinheit beinhaltet,

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Dem dguard Sensor,

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sowie dem Taster, der GPS-Antenne

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und der dguard App, die wir auch noch für die sinnvolle zweite Variante der Technik nutzen können, nämlich der Diebstahlwarnung.

Das dguard System erkennt über seinen Sensor zuverlässig einen Unfall und setzt dann automatisch einen Notruf an die nächste Rettungsleitstelle ab. Um der Frage zuvorzukommen – JA, auch im europäischen Ausland – mit Ausnahme von den Niederlanden, aber die besucht der „normale“ Motorradfahrer ohnehin nur zur Moto GP oder SBK WM in Assen.

Der Notruf erfolgt an die Leitstelle in Form einer in der jeweiligen Landessprache gesprochenen Nachricht. Das System erkennt dabei ein jeweiliges Überfahren einer Landesgrenze und stellt dies automatisch um. Sollte man mittels eines Bluetooth-Headsets mit dem dguard verbunden sein und noch in der Lage sein sich zu artikulieren, kann man auch unmittelbar mit der Rettungsleitstelle Kontakt aufnehmen.

Hilfreicher Zusatz an dieser Stelle: Du hast dein dguard-System installiert und kommst jetzt an einer Unfallstelle vorbei OHNE selbst beteiligt zu sein. ABER mit dem oben geschilderten Problem – Du bist Irgendwo im Nirgendwo und hast keine Ahnung wie Du den Unfallort definieren könntest.
Einfach für mehrere Sekunden den roten SOS-Knopf am Lenker drücken und die GPS Position landet zuverlässig bei der Rettungsleitstelle.

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Ich höre jetzt schon die ein oder andere Motorrad-Stammtischdiskussion mit dem Hinweis: „Ich fahre derartige Schräglagen und einen solchen heißen Reifen, wahrscheinlich meldet mich das System alle 400 m mit einem Unfall bei der Rettungsleitstelle“

Der ehemalige Junioren-DM-Meister im Endurobereich Paul Roßbach hat das System ausgiebigen Praxistests unterzogen und dabei Dinge simuliert, die in unserem Alltagsbetrieb nicht möglich, weil zu gefährlich wären oder Herr Newton sein Veto in Sachen physikalische Gesetze eingelegt hätte. Abschließend hat die DEKRA im Frühjahr vor der Serienfertigung Tests sowie Crash-Szenarien durchgeführt und dem System eine einwandfreie Funktionalität attestiert. Also keinerlei Bedenken im Realbetrieb auf der Straße.

Die zweite nützliche Variante des dguard-Systems ist die Diebstahlwarnfunktion. Du stellst deine Maschine ab – also Zündung aus! Jetzt hast Du 30 Sekunden um das beste Stück noch irgendwie zu rangieren oder in anderer Art und Weise an deinem Motorrad zu hantieren. DANN hat das System eingephast und quittiert jedes weitere „Rütteln“ oder „Bewegen“ als UNBEFUGTE Handlung. Über die dguard App wirst Du jetzt über das Problem informiert und Du kannst nach dem rechten schauen ODER direkt die Rennleitung über dein Problem in Kenntnis und in Marsch setzen. Ist tatsächlich der Super-Gau eingetreten und deine Maschine ist weg kann der Standort dank der GPS-Trackingfunktion einfach lokalisiert werden.

Im Vergleich zu herkömmlichen Diebstahlswarnanlagen befindet sich das dguard-System im Bezug auf Stromverbrauch am unteren Level. Weniger als 100 µA zieht das System. Also keine Angst was unsere Fahrzeugbatterie angeht.

Auf der Intermot konnte sich Flying Haggis von der Qualität des Produktes überzeugen und auch die Mitarbeiter der Firma haben überzeugt. Sachkundig, freundlich und eine unverkennbare Affinität zum Thema Motorrad und damit verbunden zur Zweiradsicherheit.

Also nach all dem Positiven von mir rund um den Sachsenring schon wieder etwas Positives aus Sachsen. Momentan ist das Händlernetz der Firma im Aufbau begriffen. In Rheinland-Pfalz und im Saarland gibt es zur Zeit noch keinen direkten Ansprechpartner.
Das sollte Euch aber nicht davon abhalten die 479,- Euronen zu investieren, denn der Einbau ist so schwierig nicht.

Gut investiertes Geld, wenn uns das System dann einmal Leben oder Gesundheit rettet. Und wer kann DAS schon von sich behaupten – Einen elektronischen Schutzengel dabei zu haben, der immer weiß WO man gerade ist?

https://www.dguard.com/de

 

Intermot 2016 in Köln

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Manchmal stellt man / frau sich ja die Frage, ob berechtigt oder nicht sei mal dahingestellt:

Was soll ich jetzt eigentlich schon wieder auf einer Motorradmesse?

Im Grunde genommen können einem die Hersteller dieses Planeten nicht viel „Neues“ zeigen. Zwei Räder – in der Mitte, möglichst günstig in Schwerpunktnähe der Motor und damit das ALLES auch überall richtig gut funktioniert ein anständiges Fahrwerk drumherum → FERTIG! Kann doch so schwer nicht sein!

Die Interpretationen zu diesem Kernsatz sind aber unterschiedlich und die bauliche Umsetzung bestaunte Flying Haggis bei der aktuellen Motorradmesse Intermot in Köln. Also los geht`s!

Suzuki war über Jahre der Inbegriff in Sachen japanische Sportmotorräder, insbesondere wenn man bei der Anschaffung auch ein wenig darauf achten musste, dass die Geschichte erschwinglich bleibt. Preis- Leistungsverhältnis hatte gepasst und die Kilo-Gixxer aus dem Hause Suzuki fuhren über Jahre serienmässig alles in Grund und Boden. Irgendwann hatte die Konkurrenz dann aufgeholt und ist locker, lässig vorbeigezogen.

Suzuki hat nun endlich nachgelegt und nach langer, langer, viel zu langer Zeit eine Maschine auf die Beine gestellt wo sich das Hinschauen wieder lohnt.

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Die „grünen Herrn“ aus Hamamatsu müssen sich mit ihrem Platzhirschen der ZX 10

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in der Sparte der Superbikes warm anziehen. Da ist jetzt wieder Konkurrenz im Lande Nippon erwachsen. Die GSX 1000 ist nicht nur ein Hingucker (wenn man auf Sportmotorräder steht), sondern hat es auch noch faustdick hinter den Leistungsdaten.

Gleiches versucht Honda im Segment der Superbikes und taucht hier mit der neuen CBR 1000 auf, die auch in der SBK-WM für Furore sorgen soll. War Honda einst der Vorreiter der „Leichtbauweise“ in dieser Klasse mit der CBR 900 Fire Blade, soll jetzt wieder an diese glorreichen Zeiten angeknüpft werden. Wie immer bei Honda wertig gemacht und alles so wie es sein soll. Aber ohne jegliche Emotionen beim Betrachter freizusetzen.

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Hoffen wir, dass die neue „Feuerklinge“ nicht allzubald ihr Dasein als Haushaltsmesser in der Küchenschublade fristet.

Gelungen war hier beim größten japanischen Hersteller die Wiedergeburt der Africa Twin zu Saisonbeginn.

Gut gemacht – Verkaufserfolg. In der größten deutschen Motorradzeitschrift auch noch das prestigeträchtige Alpenmaster gegen weitaus (PS) stärkere Konkurrenz gewonnen. Eine tolle Maschine, die die Herren von Honda hier auf die Beine gestellt haben. Guter Landstrassenmotor und alles dran, was man / frau für den Wochenendtripp oder den Motorradurlaub benötigt. Honda ist hier einen anderen Weg gegangen und nimmt nicht teil an der Leistungsorgie der Großenduros.

Dem anderen japanischen Hersteller mit den gekreuzten Stimmgabeln wünsche ich auch schon seit geraumer Zeit eine derartige goldene Idee in der Entwicklungsabteilung. Welchen Weg Yamaha gehen will ist mir bei der Modellpalette nicht so schlüssig klar. Hier fehlt mir z. B. der Mut hin zu den alten Wurzeln, den wir bei Honda mit der Africa Twin gesehen haben. Wo ist die Yamaha Ténéré, die mit neuer Technik ABER auf das Grundlegende beschränkt die Käuferscharen mobilisiert?
Die Brot- und Buttermodelle aus der Zweizylinderreihe MT 07 – 09 sind sicherlich verkäuflich ABER ob das abschließend auf dem umkämpften Markt reicht – Alles sieht irgendwie zu sehr nach Plastik aus!
Was war hier zu sehen? Eine schön gemachte 2-Zylinder die auf den Namen SCR 950 hört.

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Und eine wunderschöne MT 03 an der u. a. ein 12-jähriger Customizer, namens Moritz Bree Hand angelegt hat.

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Wenn man auf der ziellosen Suche nach irgendetwas mit 2-Rädern ist und keinerlei innerliche Markenbindung hat, dann landet man letztendlich irgendwann bei BMW. Die Bajuwaren haben wirklich in den zurückliegenden Jahren nicht nur dazugelernt, sondern auch ihre Hausaufgaben gemacht. Lässt man das Segment der Chopper ausser Acht (wo man clevererweise von der metallgewordenen Reinkarnation des Klosters Ettal in Form der R 1200 C Abstand genommen hat) dann findet wirklich jeder am Stand der Bayern ein Modell zum glücklich werden.
Aktuell gab es aber nicht viel Neues zu sehen in blau-weiß und so bummelte Flying Haggis etwas gedankenverlorenen über den Stand der Bayern. Auch auf die Gefahr hin von ALLEN GS-Treibern gesteinigt zu werden → mein Favorit bei den Boxern ist die R 1200 RS.

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Im Grunde genommen ALLES an Bord was die GS stark macht sitzt man hier kommod auf einer Maschine, die wohl am besten unter dem Begriff Sportourer firmieren würde und kann damit ALLES was der Nachbar mit der GS auch kann. Von dem ein oder anderen Schotterpaß in den französischen Seealpen einmal abgesehen. Aber hier möchte ich die adipöse @venture aus dem blau-weißen Hause auch nicht aus der Horizontalen hochheben müssen.

Die Bayern haben aus ihrem anderen topverkauften Modell der NineT noch weitere Ableger hergestellt. Dabei ist ein wunderschöner Cafe Racer herausgekommen.

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Irgendwie optische eine Mischung aus der Ducati Paul Smart Replica und der alten BMW R 90 S steht hier ein absoluter Hingucker der auch im Cafe Ace in London die Blicke auf sich ziehen würde.

Die neue Monster im Hause Ducati heißt Scrambler. Irgendwie macht mich diese puristische Maschine an. Wie hieß es noch zu Beginn? Zwei Räder – in der Mitte, möglichst günstig in Schwerpunktnähe der Motor. TREFFER! Wenn ich bloß noch irgendwo in der Garage Platz finden würde. Mit ein wenig „Räumen“ müsste es im Gartenhaus zum Überwintern reichen.
Selbst die Customizer legen zwischenzeitlich Hand an die Scrambler an und bauen wunderschöne Caferacer aus der Maschine.

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Und der Spezialist für ausgefallene Touren, die Fa. Touratech, hat im Zubehör ausreichend Potential um aus der Scrambler einen Weltenbummler zu basteln.

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Aber was mich am meisten, als alter Ducatisti, am Stand der Italiener gefreut hat war die Rückkehr zu den Wurzeln. Die Reinkarnation meiner 900 SS, die in der heimatlichen Garage schläft, stand hier am Messestand. Die 939 Supersport – wunderschön und zeitlos gestaltet steht SIE da. Selbst die 1,90 m eures Schreibers fanden wunderbar Platz auf der 939 – So ein Mist, kein Platz in der Garage!

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Ohne viel Schnickschnack genau die richtige Maschine für eine zügige Runde in den heimatlichen Gefilden Eifel, Odenwald, Schwarzwald oder wo IHR sonst eure Heimstrecken habt. Die Standard ist für knappe 13.000
zu haben. Für die S-Version, dann mit den feinen Öhlins
Komponenten und dem Quickshifter, werden es dann
14.800 Euro.

 

Bei den Österreichern habe ich auf den Nachfolger meiner 1190 @venture gewartet und gehofft. Sie sollte es ja nun aufgewertet mit dem 1290er Aggregat geben, dass bereits in einigen anderen Modellen über jeden Zweifel erhaben werkelt.
Und DA war SIE. Wunderbares Gesamtpaket – rundherm gelungen. Hoffentlich schafft sich KTM damit nicht hausintern ein Problem. Es gibt mit der neuen 1290 @venture für den sportlich ambitionierten Großenduristen keinen Grund mehr für den Kauf der Super-Adventure aus eigenem Haus. Die NEUE soll für ca. 16.0000 Euro
beim Freundlichen stehen.

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Ach ja – da war noch was. Flying Haggis ist auch am Stand von Moto Guzzi vorbeigekommen. Die Marke aus Maranello wirkt lebendiger, als in den zurückliegenden Jahren wo einem beim Besuch das Herz blutete. Irgendwie war es wie bei einem Krankenhausbesuch bei dem man darüber verwundert war, dass der Patient tatsächlich noch unter den Lebenden weilte. Die Palette besteht nicht nur aus der V7. Schöne Varianten waren zu sehen und auch für Leute denen so etwas gefällt eine Art Bagger.

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Der andere italienische Nischenhersteller Aprilia stellte ebenfalls altbekanntes aus, bzw. das was man bereits aus der laufenden Saison kennt. Die Caponord, welche wirklich keine schlechte Alternative zu bekannten Großenduros darstellte, wird wegen der Euro 4 Norm zu Grabe getragen. Das schönste serienmäßige Heck nennt Aprilia aber immer noch sein Eigen.

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Was gab es denn noch? Für Flying Haggis mit seiner Vorliebe für Unfallprävention und ALLES drumherum gab es da noch dguard. Das erste funktionsfähige E-Call-System für Motorräder mit zweierlei Hilfsfunktionen.

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Nr. 1, die für mich wichtigere Funktion: Bei einem Unfall verbindet dich das System automatisch mit der Rettungsleitstelle. Sollte man nicht mehr ansprechbar sein lokalisiert das System deine GPS-Daten und dorthin wird dann der Rettungswagen entsendet.

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Nr. 2 ist die schöne Variante, dass dieses System erkennt OB die Maschine ohne Zutun des Besitzers bewegt wird. Sprich: Hier macht sich jemand an unserem Motorrad zu schaffen, der tunlichst seine Finger davon lassen sollte. Diese Nachricht erhält man dann auf seinem Smartphone (endlich mal ein Grund sich ein derartiges Teil anzuschaffen) und man kann mal nach dem „Rechten“ sehen oder direkt die Rennleitung informieren.

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Einfach zu installieren und für knapp unter 500,- Euro für das Gesamtpaket ein preisgünstiges Angebot für einen „möglichen Lebensretter“.
Da mir das Thema dguard zu wichtig ist um es hier in
einem 4-Zeiler abzuhandeln folgt in Kürze ein ausführlicher Bericht.

https://www.dguard.com/de

Was gibt es ansonsten vom Messebesuch zu berichten?

Das Leben für das Personal an den Ständen ist hart und arbeitsreich und der ein oder andere Messebesucher sicher grenzwertig. Flying Haggis und die beste Sozia von Allen haben wirklich kompetentes Personal an den Ständen erlebt. Da war eine fachlich kompetente und zuvorkommende Christin Fonfara am soeben angesprochenen Stand bei dguard. Da war ein erstklassiger Mitarbeiter bei DUCATI, der umfassend die aktuelle Supersport erläuterte. Nicht zu vergessen sein Pendant bei KTM, der die neue @venture in ihren Einzelheiten erklärte. Und da war eine qualifizierte Mitarbeiterin bei der Fa. Modeka, die ihre Produkte AUCH im Vergleich zur Konkurrenz in kompetenter und dabei sachlicher Form darstellen konnte!

Und WAS kommt jetzt?

Jetzt kommt Triumph. Mit einem Mitarbeiter, der ganz wichtig mit seinem I-Pad hantierte. Der dann auf Nachfrage einer möglichen Neuerung bei der Street Triple erst einmal seinen „Vorarbeiter“ kontaktieren musste, da ihm die „Ankündigung“ in der Motorrad-Zeitung nichts sagte.

Besagter Chef im Ring kanzelte dann den Messebesucher Flying Haggis in einer Form ab, dass man dem Herrn die Unlust an seiner Tätigkeit am Messestand auch als wenig sensibler Zeitgenosse unmittelbar anmerkte.

An die Damen und Herren von Triumph: Falls SIE rückläufige Verkaufszahlen haben – dann kann ich Ihnen sagen woran das möglicherweise hängt. Wenn Sie mehrere dieser Mitarbeiter haben – dann geht die Kundschaft lieber zu einer anderen Marke. DAS war bei diesem Messebesuch ein BREXIT der besonderen Art.

Ansonsten gab es das Übliche – Also: Zwei Räder – in der Mitte, möglichst günstig in Schwerpunktnähe der Motor ………………

IMPESSIONEN von der INTERMOT:

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Noch schnell Jonas und Sandro genervt!

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Ergebnisse aus dem WALZwerk!

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Chopper gab es auch zu Bestaunen

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Die neue Z 1000 SX

Rechtsfahrgebot – ODER – Leider beherrsche ich mein Fahrzeug nicht!

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Nein Leute, es geht jetzt nicht um die politische Orientierung von Flying Haggis. Die ist in den meisten Fällen und Lebenssachverhalten eher das Gegenteil von rechts.

Aber speziell in dieser Saison stelle ich fest, dass einige unserer Mitbürger und Mitbürgerinnen in ihrer ablehnenden Haltung zum Thema – Ich bin gegen Rechts – etwas zu weit gehen!

Da steht in unserer STVO unter der Passage „allgemeine Verkehrsregeln“ im § 2 etwas zur Straßenbenutzung durch Fahrzeuge. Ich zitiere den Abs. 2

Es ist möglichst weit rechts zu fahren, nicht nur bei Gegenverkehr, beim Überholtwerden, an Kuppen, in Kurven oder bei Unübersichtlichkeit.

In Rechtsnormen bedeutet dieses IST, dass es sich um etwas Verbindliches handelt. D. h. konkret hier muss ich rechts fahren und nicht nur dann, wenn mir danach ist. Lasse ich meine bisherige Motorradsaison Revue passieren, so beschleicht mich das Gefühl, dass eine ganze Masse von Treibern der Bürgerkäfige (leider auch einige mit Motorrädern) dieses Rechtsfahrgebot eher als dezenten Hinweis verstehen.

Da werden Kurven geschnitten und munter die „Ideallinie“ genutzt. Gleichgültig ob da jemand entgegenkommt oder zum Überholen ansetzt. Ach ja, Entschuldigung → da müsste man ja auch noch in den Rückspiegel schauen und dessen originäre Aufgabe hat sich nur einem geringfügigen Teil dieser Spezies der „Rechtsignorierer“ bis dato erschlossen.

Witzig finde ich auch, dass dieses Fahrverhalten meistenteils nicht einmal etwas mit einer überbordenden Geschwindigkeit dieser Fahrzeuge zu tun hat. Da sind einige derartig auf Schleichfahrt, dass man eher die blaue Parkscheibe an der Frontscheibe vermutet. Dennoch werden Linkskurven munter geschnitten und Rechtskurven durch „weite Ausholmanöver“ nach links eingeleitet, als ob man einen Gelenkbus als fahrbaren Untersatz hätte.

Der extreme Rechtsignorierer benötigt aber für seine gefährliche Fahrweise nicht einmal eine Kurve. Nein, nein – die richtigen Prachtexemplare begegnen einem sogar auf der „Geraden“, gepaart mit einer anderen Volksseuche → der „ICH bin wichtig und überall Erreichbar-Seuche“. Da kommen einem ungeniert Bürgerkäfige auf der kerzengeraden Landstraße auf der falschen Fahrbahnseite entgegen – auf Kollisionskurs wie ein Asteroid aus dem Weltall. Und mit WAS ist der Fahrer oder die Fahrerin beschäftigt?

RICHTIG – getreu dem Liedtext  ….. muss nur noch schnell die 148 Mails checken…… hantiert man / frau munter mit dem Handy, sortiert die Maileingänge oder schreibt noch schnell eine Whats App Nachricht.

Sagt mal Leute: Geht`s noch?

Ich habe mich ja mit den Jahren daran gewöhnt, dass mir Autofahrer an Einmündungen genau in die Augen schauen und dann sehenden Auges dennoch in eine Kreuzung einfahren, abbiegen oder sonstigen Unsinn machen. Aber aktuell bleibt mir wirklich nur noch Kopfschütteln übrig OB der fahrerischen Inkompetenz einiger „Vierradler“.

Was mir noch fehlt um das Maß voll zu machen ist, dass mich in den nächsten Wochen EINER von der Maschine fährt, weil er mich irrtümlich für einen Pokémon gehalten hat und sich anschließend wundert, dass Ihm keine Punkte auf seinem Smartphone gutgeschrieben werden!

Passt auf Euch auf in dem Zoo da draußen! Die Evolution treibt merkwürdige Blüten!

Der Weg ist das Ziel – Teil II ODER Glücklich sein ist der Weg

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Wir waren ja erst kürzlich im philosophischen Bereich unterwegs und tourten mit unseren Maschinen im Hochwald und Hunsrück umher, so versuchen wir das Ganze jetzt auf der anderen Moselseite. Auch hier können wir unter unserem Leitsatz „Der Weg ist das Ziel“ unserer Phantasie freien Lauf lassen. Denn wie sagte bereits Einstein: Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.

Das Straßennetz in der Eifel ist sicherlich ebenfalls begrenzt, aber es dauert noch eine ganze Weile bis wir sämtliche mögliche Streckenführungen miteinander kombiniert und absolviert haben.

Also nichts wie raus aus Trier. Diesmal in Flussrichtung betrachtet auf der linken Moselseite, die B 53 zum Einrollen genutzt. Aber wirklich nur kurz, denn bei der Abzweigung in Richtung des Stadtteils Biewer verlassen wir die Bundesstraße bereits und rollen kurz in den Ort ein. Kurz bedeutet, dass wir nach 700 – 800 m erneut links abbiegen (Talstraße) auf die K 5 in Richtung Butzweiler.

Im Grunde genommen verbleiben wir erst einmal im weiteren Streckenverlauf nach Butzweiler auf dieser Kreisstraße, obwohl die Widmung dann später K 24 lautet, bis zu einer Kreuzung an der wir uns nach rechts orientieren und dann im weiteren Verlauf durch die Ortslage Butzweiler rollen. Die Ortsendung Weiler finden wir in der Eifel und im Hunsrück häufiger. Auch in der Schweiz gibt es artverwandte Endungen bei Ortsnamen, die dann auf –wil enden. Der Begriff stand ursprünglich für eine Wohnsiedlung, die lediglich aus wenigen Gebäuden bestand. Also größer als eine Einzelsiedlung aber kleiner als ein Dorf. Zwischenzeitlich bleibt festzustellen, dass sich Butzweiler seit seiner Namensgebung zu einem größeren Dorf gemausert hat. Wir sind jetzt bereits auf der L 43 der wir in wunderbaren Kurven bis nach Kordel folgen.

In Kordel einfach dem Verlauf der Straße folgen bis wir dann einen Bahnübergang und das Flüsschen Kyll rechtsabbiegend überqueren. Unmittelbar hinter der Brücke führt unser Weg nach Links, dem Flusslauf der Kyll immer zu unserer Linken folgend. Wir sind immer noch auf der L 43 und wundern uns wahrscheinlich darüber welch kleine Sträßchen hier in der Region eine Widmung als Landesstraße erhalten. Uns kann es egal sein – Hauptsache eine schöne Streckenführung mit interessanter Landschaft und ausreichend Kurven.

Durch den kleinen Ort Daufenbach geht es dann aufwärts über Schleidweiler nach Zemmer, wo wir in der Ortslage nach Links abbiegen in Richtung Orenhofen (Orenhofener Straße – K 33). Der Vorfahrtstraße in der Ortslage Orenhofen folgend landen wir an der Kreuzung zur L 2 und biegen erneut links ab nach Auw. Die L 2 ist jetzt eine Weile unser „kurviger Begleiter“ zunächst in einigen engen Kehren bergab nach Auw. Wer die heutige Route vielleicht in umgekehrter Fahrtrichtung angeht, dem sei hier ein wunderschöner Biergarten empfohlen. Im Alten Pfarrhaus in Auw lässt es sich wunderbar rasten
http://www.pfarrhaus-auw.de/ SAM_2625
Überhaupt beschleicht einen bei der Talfahrt in das Örtchen das Gefühl, dass man versehentlich in die Welt der Modelleisenbahnbauer geraten ist. Knuffiger Ort im romantischen Kylltal und eine kleine Bahnlinie obendrein → Märklin H 0 eben.
Weiter geht es über Idenheim nach Meckel. Wahrscheinlich ist es uns jetzt noch zu früh, um in unserer altbekannten Raststation dem „Landgasthof Herrig“ in Meckel Station zu machen.

Also setzen wir unseren Weg auf der L 2 nach Wolsfeld fort und befahren die „Bergrennstrecke Wolsfelderberg“ in Rennrichtung nach Holsthum. Mit einer Streckenlänge von 1.640 m ist der Wolsfelderberg die kürzeste Bergrennstrecke Deutschlands. Dennoch sollte man die Streckenführung mit ihrer 9%igen Steigung nicht unterschätzen, da die Straßenbreite gerade einmal 5 m beträgt. Die Ideallinie ist also schmaler als man glauben mag. Der Streckenrekord mit den Formelfahrzeugen steht seit 2004 auf einer Zeit von 1:00,090 min. Der Rekord mit einem Tourenwagen (Lancia Delta S 4) ist mit 1:01,891 min. nur unwesentlich höher. Für uns nicht zur Nachahmung empfohlen.

Je nach Startzeit für unsere heutige Tour könnte jetzt das Zeitfenster für ein Mittagsmahl erreicht sein. Wem also nach einer Pause ist der kann, kurz vor unserer nächsten relevanten Kreuzung, rechts am Landgasthaus Oberbillig einkehren und gemütlich Verpflegung aufnehmen.
http://www.landgasthaus-oberbillig.de/

Ansonsten biegen wir direkt an der besagten Kreuzung nach rechts ab in Fahrrichtung Mettendorf (Neuerburg) auf die L4, um nach knapp 2 km nach rechts auf die L 7 abzubiegen. Über Peffingen und  Wettlingen geht es auf der mittlerweile topfeben instandgesetzten L 7 schön kurvig in Richtung Oberweis.
In Oberweis angekommen benutzen wir nur kurz die B 50 in Richtung Sinspelt (Vianden).

Bereits nach einem knappen halben Kilometer führt unser Weg erneut nach rechts auf die K 65 in Richtung Baustert. Etwa 400 m hinter der Ortslage Baustert biegen wir links auf die K 64  ab, der wir dann über Rußdorf bis zur Kreuzung der L 8 nach Utscheid folgen. Jetzt sind wir schon bald in fast heimatlichen Gefilden, weil wir Orte und Strecken bereits von anderen Touren gut kennen, denn an der nächsten Kreuzung landen wir knapp hinter Sinspelt an der L4 nach Neuerburg.

Wir rollen in die Ortslage Neuerburg ein und visieren die gut sichtbare Burg im Ortszentrum an, denn dort biegen wir nach links auf die K 50 ab. Wer bislang noch nicht pausiert hat, der/die kann unmittelbar nach dem Abbiegen rechts auf den Marktplatz auffahren und in Kylls Cafe einkehren. Bei gutem Wetter auch gerne auf der Außenterrasse Platz nehmen.
https://kyllscafe.de/

Über das kleine Kreutzdorf führt unser Weg nach Koxhausen. Jetzt kreuzen Mühlen unseren Weg. Zunächst landen wir in Herbstmühle.
Der Name geht nicht auf die uns bekannte Jahreszeit zurück, sondern auf den Eigennamen Herbert. So ist dann wohl mit der Zeit und auch etwas der Mundart geschuldet aus der Herbertsmühle die Herbstmühle geworden.
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In der Folge biegen wir in einer Linkskurve links nach Gaymühle ab und folgen dem Streckenverlauf am Gaybach weiter bis nach Rodershausen. In der Ortslage Rodershausen geht es für uns rechts ab und nur kurz (etwa 1 km) folgen wir dem Verlauf der L 1 bis wir rechte Hand den Thielenhof sehen. Jetzt ist für uns Zeit wieder einmal unseren europäischen Nachbarn das Großherzogtum Luxemburg aufzusuchen. Links ab auf die L 10 nach Gemünd und bei wunderbar ruhiger Streckenführung hinab zu unserem Grenzfluss Our.

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Wenn wir diesen überquert haben wieder nach links in Richtung Vianden. Zu Beginn waren wir ja bereits im philosophischen Bereich unterwegs und genau dies passt jetzt auch auf unsere Streckenführung: Es gibt keinen Weg zum Glück – Glücklich sein ist der Weg. Zum glücklich sein fährt Flying Haggis die N 10 (also auf der luxemburgischen Seite, die Sauer zu unserer Linken) bis Stolzemburg und überquert dann bereits wieder die Sauer um auf deutsche Gefilde zu gelangen.

Auf der K 47, wunderbar geschwungen, hinauf bis zur nächsten Kreuzung und dann nach rechts auf der L 1 über Bauler nach Obersgegen.
Der andere Weg zum glücklich sein lässt uns einfach auf der N 10 verbleiben und durch das Städtchen Vianden rollen. Dank unserem Mitblogger „Rudi Rüpel“ haben wir hier auch eine gute Station zum Speisen gefunden und wer auf dem Hungerast sitzt kann hier seine Kohlenhydratspeicher auffüllen.

http://www.hotelvictorhugo.lu/

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Nicht ohne zuvor das obligatorische Foto der Burg Vianden für das heimatliche Poesiealbum zu fertigen.
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Zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert erbaut, zählt die Burg sicherlich zu den imposanteren Anlagen ihrer Zeit und war Wohnsitz der mächtigen Grafen von Vianden, die auch recht gute Beziehungen zum deutschen Kaiserhof pflegten. Erinnern wir uns noch an unseren letztjährigen Ausflug der uns auch durch Dasburg führte? König der Niederlande, Herr von Dasburg? Ja, die Niederlande sind näher als man denkt. Auch in Vianden hatte das holländische Königshaus lange die Finger mit im Spiel und bei der langen Aufzählung der Titel des holländischen Königs taucht auch Graf von Vianden auf. Die restlichen Titel erspare ich mir hier an dieser Stelle, weil es derart zeitaufwendig ist, dass schon einmal das warme Buffet über die Aufzählung erkalten kann.

Es geht für uns weiter auf unserer heutigen Runde und selbst Ortsunkundige haben sicherlich bereits bemerkt, dass wir schon in grober Richtung zu unserem Ausgangsort unterwegs sind. Diejenigen, welche die Variante Obersgegen auf deutscher Seite gefahren sind biegen an der Kreuzung nach rechts auf die B 50 in Richtung Vianden ab, ohne aber den Ort zu erreichen. Einige Meter nach einer (Rechts-) Spitzkehre führt uns der weg links ab in Richtung Roth an der Our auf die K 5.

Die „Vianden-Variante“ fährt durch die Ortslage und dann dem Straßenverlauf am Restaurant „Victor Hugo“ folgend in Richtung deutsche Grenze. Dann ebenfalls der Wegweisung in Richtung Roth an der Our folgen.

Den Flusslauf zu unserer Rechten passieren wir auf der K 5 die Ortschaften Ammeldingen und Wallendorf bis wir an die Kreuzung zur L 1 gelangen, wo wir rechts abbiegen und dem Streckenverlauf nach Bollendorf folgen.

Übrigens unser Gaybach von eben mündet hier in Wallendorf in die Sauer. Auf der L 1, die hinter Echternacherbrück zur B 418 mutiert, bleiben wir bis Minden, wo wir kurz auf die L 4 in Richtung Irrel abbiegen.

Natürlich haben wir hier auch noch eine Variante für unseren Heimweg. Der orientiert sich stark daran wo jetzt unsere Präferenzen liegen. Haben wir bereits ausreichende Pausen gemacht und Nahrungsmittel zu uns genommen?

Dann an der Einmündung Minden links abbiegen.
Überkommt uns jetzt ein Hungergefühl stark gepaart mit einer Unterzuckerung? Dann auf der B 418 bleiben und entweder in Wintersdorf bei „Hildes Bauernstübchen“ über die Kuchentheke herfallen oder ein Stück weiter in Mesenich im „Johannishof“ die gewerkschaftliche Pause einlegen. Von dort ist es nur noch der berühmte Katzensprung zu unserem Ausgangsort Trier.

Bevor unsere „Abbieger“ in die Ortslage Irrel gelangen geht es für sie erneut rechts ab in Richtung Eisenach, Helenenberg auf die wunderbar „renovierte“ L 40. Wunderschön kurvig geht es hier bergan nach Eisenach und im weiteren Verlauf gelangen wir über Helenenberg nach Welschbillig. Zwischenzeitlich sind wir auf der B 422 und landen in Kordel. Da war doch was heute am frühen Morgen?

Weil wir aber auf dem Heimweg sind und da auch ruhig einmal eine D-Zug-Variante einspielen können bleiben wir auf der B 422 bis Trier-Ehrang und damit sind wir fast schon wieder „zu Hause“ oder an unserem Ausgangsort angekommen. Nur noch wenige Kilometer und wir sind wieder im Zentrum von Trier und haben heute eine wunderbare und kurvige Wegstrecke ohne Ziel hinter uns gebracht.

War es heute der Weg zum Glück ODER war doch Glücklich sein unser Weg? Das bleibt jedem in seiner Bewertung selbst überlassen.

Ohne Mampf kein Kampf!

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Es ist ja mittlerweile kein Geheimnis mehr, dass bei unseren Anderstouren außer den Kurven die guten Verpflegungsstellen Hauptbestandteil sind.

Jetzt geht es in der Folge nicht um eine neue Anderstour, sondern darum bereits vorhandene Streckenführungen ein wenig um „zusätzliche Einkehrmöglichkeiten“ zu ergänzen. Dies frei nach dem alten Motto:

Ohne Mampf kein Kampf – oder auch – Ohne Verpflegung keine Bewegung!

Die alte Tour „Ein Wirtshaus in Spessart“ war ja bereits hinreichend mit guten Anlaufstellen gespickt. Dennoch möchte ich diese Tour, oder vielleicht alternative Routen aus eurem hauseigenen Repertoire in dieser Region, noch um eine wirklich schöngelegene Pausenstation ergänzen.

Wenn wir unsere alte Route „Ein Wirtshaus in Spessart“ als Grundlage nehmen, so hatten wir eine Bildungspause in Jammelshofen im Motorradmuseum eingelegt.
Von dort rollen wir direkt quer über die B 412 auf die K 3 in Richtung Siebenbach.  Im weiteren Verlauf der K 3 in Richtung der Ortschaft Acht und hier in der Ortslage nach links abbiegen auf die K 11 nach Langenfeld. Hier im Ort, an der ersten größeren Kreuzung nach rechts abbiegen und am Ortsende führt uns unser Weg erneut linksabbiegend auf die K 14 talabwärts. Abwärts im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Streckenführung durch den Wald führt in engen Serpentinen derart nach unten, dass man am Ende den Zugang zum Hades vermutet. Stattdessen zeigt uns, unten angekommen, ein fast nicht zu übersehendes Hinweisschild den Weg zu unserem Ziel nach Links – auf nach Langscheid und hier zur Wacholderhütte. Ein wunderbar ruhig gelegenes Plätzchen zum Pausieren und zur Verpflegungsaufnahme bei einer tollen Aussicht.
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Lediglich an den Montagen gönnt sich das Team einen Ruhetag und ansonsten ist die Wacholderhütte ab 12:00 Uhr geöffnet mit warmer Küche und leckerem hausgemachten Blechkuchen, wie bei der Oma daheim.

http://www.wabelsberger-wacholderhuette.de/

Apropos Kuchen. Wir hatten ja bereits einige Touren, die irgendwo im Bereich der Mosel landeten. Zuletzt unsere Route „Der Weg ist das Ziel I“. Da ging es nach einer Pause im „Wilddieb“ über eine wunderbare Streckenführung die K 85 abwärts nach Mehring.
Wer hier bei der Runde die Pause in der kleinen gemütlichen Pizzeria hat ausfallen lassen der sollte, Ortsausgang Mehring in Fahrtrichtung Schweich, in Höhe des dortigen VW-Händlers nach rechts abbiegen (für die Navi-Fahrer: 54346 Mehring Bachstr. 1). Dann rollen wir unmittelbar auf eine alternative Pausenstation zu, die auf den Namen „Cafe Kuchentraum“ hört.
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Nomen est Omen treffen wir hier auf eine wunderbare Auswahl an unterschiedlichen Torten und Kuchen, die allesamt wirklich einen ausgiebigen Test wert sind. Man(n) / Frau könnte sich quer durch das Kuchenbuffet arbeiten, wenn es nicht diese blöden Auswirkungen auf unsere Leder- oder Textilkombis hätte.
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Zur Not müssen wir eben den Reißverschluss offen lassen damit der „Feinkostcontainer“ ausreichend Platz findet.

Viel Spaß beim Testen der neuen Raststationen und Guten Appetit.

 

They never come back!

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So hieß es früher im Boxsport und nur ganz selten wurde dieser Leitsatz von Sportlern durchbrochen.

In Sachen Motorsport, speziell bei der Moto GP Klasse, gilt dieses eherne Gesetz gleichfalls. Nur einmal kann ich mich an einen regelrechten Paukenschlag erinnern als der vormals vom Ducati Werksteam in die Superbike WM zurückversetzte Australier Troy Bayliss, nach gerade errungenem WM-Titel in der SBK-WM, das abschließende Rennen in Valencia in der Moto GP bestreiten durfte. Er bedankte sich bei Ducati mit einem famosen Start – Ziel – Sieg, damit verbunden mehr Führungsrunden als der damals (2006) gekürte Moto GP Weltmeister Nicky Hayden.

Ansonsten galt They never come back!

Momentan bin ich mehr als zwiegespalten bei den Meldungen um unseren Moto GP Fahrer Stefan Bradl. Er wechselt in die Superbike WM auf Material von Honda. Wer in den zurückliegenden beiden Saisons irgendetwas in der SBK gewinnen wollte musste auf den grünen Raketen aus Hamamatsu sitzen oder auf einer Ducati (und in dem Fall am besten Chaz Davies heißen).

War das der richtige Schritt für einen Fahrer mit 26 Jahren?

Was hat UNS (den deutschen Motorradsportfans) Stefan Bradl nicht schon für Freude bereitet. Gefühlte Lichtjahre nach dem letzten WM-Titel eines deutschen Fahrers 2011 den Titel in der Moto 2 Klasse nach Bayern geholt. Dazu auf deutschem Fabrikat (Kalex), in einem deutschen Team (die Brüder Kiefer) und als i-Tüpfelchen obendrauf  auch noch mit einem deutschen Sponsoren (Viessmann).

 

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Im folgenden Jahr kam der sicherlich logische und konsequente Wechsel in die Moto GP und im LCR-Kundenteam von Lucio Cecchinello war genau der richtige Platz für den Einstand in die Klasse der „Meister“.

Nach einer richtig guten Rookiesaison kam dann sogar im zweiten Jahr in Laguna Seca der erste Podestplatz für Stefan Bradl. Das nicht nur für IHN sondern auch der erste Podestplatz in der Moto-GP Geschichte für einen deutschen Fahrer.

 

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Was dann folgte war Stagnation in der Entwicklung und eine Anhäufung von Fehl- oder zumindest zweifelhaften Entscheidungen. Mit welchen Teams hatte man Stefan Bradl, laut Medienberichten, nicht alles in Verbindung gebracht. Da wurde das wiedereinsteigende Suzuki Werksteam genannt und die Mannschaft rund um Aprilia!

Wo hatte Stefan abschließend unterschrieben? Bei NGM Forward den ersten der Verlierer aus der Rubrik der Claiming Rule Teams, bzw. Open Bikes. Bevor ER dann abschließend in der Konkursmasse des zweifelhaften Teambesitzers unterging folgte in der Sommerpause 2015 der überstürzte Wechsel (aber einzige Option) in das Aprilia Werksteam.

 

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Und hier ist jetzt erneut Schluss für unseren Stefan Bradl. Offerten gab es im Verlauf der aktuellen Saison laut Presse genug. Hier wurde das ambitionierte Team von Tech 3 genannt, wo in der kommenden Saison Jonas Folger sein Glück in der Moto GP versuchen wird. Zuletzt kam Avintia mit dem bärenstarken Ducati-Aggregat ins Gespräch. Am Sachsenring sollen Gespräche geführt worden sein mit der Zusage von 2016er Motoren und entsprechender Unterstützung aus Borgo Panigale. Sogar Gigi Dall`Igna, der schlitzohrige Chef der Ducati-Crew, hatte sich in die Gespräche mit eingeschaltet. Zu was diese Maschinen mit dem richtigen Fahrer fähig sind hat Hector Barbera im „Schlepp“ von Marc Marquez am Sachsenring im Training gezeigt.

ALLES war keine Option für Stefan Bradl – ABER stattdessen die Superbike-WM mit der neuen Fireblade von Honda!

Die früheren Absteiger aus der Moto-GP Klasse die zu WM-Ehren in der SBK kamen saßen allesamt auf siegfähigem Material. Carlos Checa auf Ducati, Max Biaggi auf der Aprilia.

Die zweikampfstarken Recken von der britischen Insel vom Schlage eines Johnny Rea, Tom Sykes und Chaz Davies werden jetzt nicht in vornehmer Zurückhaltung den Ex-Moto GP Piloten Bradl vorbeiwinken zum Siegertreppchen. Hier stehen beinharte Zweikämpfe an und auch das Fahrerfeld hinter den drei Vorgenannten zählt nicht zur Abteilung der Nasenbohrer.

Ich befürchte leider, dass sich zu den bisherigen Fehlentscheidungen eine weitere hinzugesellt hat. Ich wünsche es IHM wirklich von Herzen aber ich glaube nicht daran, dass sich Stefan Bradl in der SBK durch herausragende fahrerische Leistungen wieder für die Moto GP empfehlen kann. Vielmehr steht auch hier zu befürchten, dass sich nach zwei Vertragsjahren der „leise Abschied“ einstellt und die motorsportliche Karriere von Stefan Bradl zu Ende geht.

ABER vielleicht (und hoffentlich) belehrt ER mich ja eines Besseren und bügelt mit der neuen Honda Fireblade in der SBK-Szene alles platt. Einen Superbike-Weltmeister hatte Deutschland schließlich auch noch nie!

 

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Moto GP Sachsenring 2016

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Wir haben Juli 2016 und der Sommer in Deutschland lässt immer noch auf sich warten. Was nicht auf sich warten lässt ist der alljährliche Pflichttermin für die Motorradsportbegeisterten in Deutschland → Der große Preis von Deutschland steht an und auf geht es zum Sachsenring.

Wer an den letztjährigen Bericht zurückdenkt weiß Bescheid WO es Flying Haggis hinzieht!

Korrekt! Das Basislager für das Rennwochenende wird wieder im Hotel „Alte Mühle“ in Chemnitz bezogen.

http://www.hotel-alte-muehle.de

Bei Klaus Degenhardt und seinem kompetenten Serviceteam sind wir seit Jahren sehr gut und freundlich, ja fast schon familiär, aufgehoben und die exzellente Küche tut ein Übriges, um ein rundweg gelungenes Rennwochenende noch „runder“ und gelungener zu machen. An dieser Stelle erlaube ich mir aus gegebenem Anlass folgenden sachdienlichen Hinweis in eigener Sache:
Das ist
KEINE Werbung für das Hotel Alte Mühle – sondern vielmehr ein gutgemeinter Einkehrtipp für ALLE die im Großraum um den Sachsenring und Chemnitz nach einer sehr guten Bleibe suchen. Auch wenn einer/eine von euch ein Fahrertraining auf dem nahen Sachsenring besucht. Der Hinweis ist mit KEINERLEI Zuwendungen jedweder Art verbunden. Dies gilt auch für meine sonstigen Tipps, die Euch lediglich gute Einkehr- und Übernachtungstipps bescheren sollen OHNE manipulierte Suchmaschinen und Hotelportale zu Rate ziehen (und dann „reinfallen“) zu müssen.


Wahrscheinlich sagen jetzt einige: Flying Haggis – Wir lesen gar nicht erst weiter, denn bei deiner Saisonvorschau und deinen Tipps hast Du ordentlich daneben gelegen!

 

Stimmt – ich hatte zu Saisonbeginn einige Risikotipps in Moto 3 und der Moto 2 Klasse gesetzt. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt und auf Favoriten oder die Titelverteidiger kann jeder setzen. Bei der Moto 3 hatte ich u. a. auf Fabio Quartararo gesetzt. Der junge Franzose liegt aktuell noch weit unter meinen und wahrscheinlich auch unter seinen eigenen Erwartungen zurück. Hier feuert der Südafrikaner Brad Binder in der Gesamtwertung vorneweg ein Feuerwerk ab, welches an Danny Webb im zurückliegenden Jahr erinnert.

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Ich muss ehrlich zugeben, dass ich Ihm diese Leistungsentwicklung nicht zugetraut hätte und ihn höchstens zwischen den Plätzen 4 – 7 angesiedelt hätte. Hut ab für Brad Binders grandiose Leistung bislang und clever herausgefahren, von dem Missgeschick in Assen einmal abgesehen. Ansonsten ist zumindest Romano Fenati, von meinen üblichen Verdächtigen, noch einigermaßen in Schlagdistanz zu dem Südafrikaner.

Bei der Moto 2 hatte ich in diesem Jahr mit dem absoluten Durchbruch von Marcel Schrötter gerechnet.

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Fahrerisch mindestens auf Augenhöhe mit seinem besten Kumpel Jonas Folger, aber nach meiner Einschätzung zweikampfstärker, bin ich bei aktuellem Material von Kalex von seinem Erfolg überzeugt gewesen. Möglicherweise wäre ein Mentalcoach für Marcel nicht die schlechteste Idee, denn er ist meilenweit von seiner möglichen Performance entfernt. Das kann man auch von Jonas Folger sagen. Eigentlich einer der Mitfavoriten hat man derzeit das Gefühl, dass die frühe Vertragsunterzeichnung in der Moto GP bei Tech 3 den Deutschen in seinem Tatendrang merklich
bremst.

Jetzt nur keine Verletzung mehr riskieren und den Saisonstart 2017 vermasseln!“

Ist das der Gedankengang? Dann sollte er sich schnell davon lösen, denn bei Herve Poncharal steht er schneller vor der Tür als er schauen kann, sollte die Leistung nicht stimmen.
Vorne bei der Moto 2 sind DIEJENIGEN, die man bei der Betrachtung des letzten Jahres auch bereits vorne gesehen hat. Nur eben in einer anderen Reihenfolge. Hier bieten die Protagonisten Alex Rins, Sam Lowes und der amtierende Weltmeister Johann Zarco den Zuschauern einen sehenswerten Dreikampf um den Titel. Warum zähle ich den Schweizer Tom Lüthi nicht mit dazu. Weil er zwar ein Siegfahrer auf seinen „Lieblingsstrecken“ ist (und bleibt) aber auf Kursen die weniger seinem Gusto entsprechen lediglich ein Punktefahrer ist. Mit wem ich de facto im vorderen Bereich des Klassements niemals gerechnet hätte ist der Malaye Hafizh Syahrin.

In der Moto GP bietet sich uns das gewohnte und erwartete Bild. Der Doctor Valentino Rossi allein auf weiter Flur gegen die spanische Armada. Vom Regenrennen in Assen und dem Geniestreich von Jack „Ass“ Miller einmal abgesehen. Gratulation nach Australien.

ABER jetzt rein in den SACHSENRING und zum Rennwochenende 2016.

Die Trainings verliefen den Eigenheiten des Sachsenrings entsprechend. Insbesondere den Assen der Moto GP merkte man anfänglich an, dass SIE einige Runden benötigten um den neuen Michelin Pneus das richtige Vertrauen entgegenzubringen. Der „linkslastige Kurs“ mit seinen -10- Links- und nur -3- Rechtskurven brachte schon die Bridgestonetechniker in den zurückliegenden Jahren zum Stirnrunzeln. Tief in meinem Inneren machte ich mich bereits mit dem Gefühl vertraut, dass wahrscheinlich ein kleiner Spanier auf einer Honda am Sonntag das oberste Podium erklimmen wird. Pedrosa und Marquez sind ausgewiesene Freunde der Rundstrecke in Sachsen. Und so war es dann auch abschließend nach dem Qualifying. Marc Marquez setzte eine überlegene Bestzeit und in seinem unmittelbaren Dunstkreis hielt sich der, in der Fahrerszene als „Hinterradlutscher“ verpönte, Hector Barbera auf seiner Avinita Ducati auf. Das brachte ihm den zweiten Platz in der Startaufstellung ein. Dazu möchte ich hier anmerken, dass man dieses Verhalten zwar anprangern kann, aber auch in sich gehen sollte, ob man dieses Tempo beim „Hinterherfahren“ halten kann? Wer es nicht kann sollte in Stille verharren und die Leistung zumindest würdigen oder akzeptieren. Mit einem Respektabstand folgte unser Doctor Rossi auf Platz 3. Der Name den jetzt wahrscheinlich ALLE vermissen
– Jorge Lorenzo – war erst auf Platz 11 zu finden. Der amtierende Weltmeister kam am Wochenende mit dem Kurs überhaupt nicht zurecht und sorgte mit -3- massiven Stürzen für einige Arbeit bei seinen Mechanikern.

Die Moto 2 stand dann auch wieder unter dem Stern der bisherigen Trendsetter in der Saison. Zarco und Rins fuhren sich permanent mit starken Zeiten in den Vordergrund der Zeitenliste. Frühzeitig war klar – DAS HIER geht nur über diese Jungs und jeder der auf das Podest will kann sich auf einen geharnischten Zweikampf gefasst machen.

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Wer diesen Kampf annahm war der Assen-Sieger Nakagami, der in den letzten Minuten des Trainings noch an Johann Zarco vorbeizog und die Bestzeit markierte.

Wie üblich ging es in der Moto 3 mit einem munteren Wechselspielchen hin und her. Allerdings ohne das unsere Landsleute irgendwelche Akzente setzen konnten. Ganz vorne Enea Bastianini, gefolgt von Andrea Locatelli auf seiner KTM des Leopard Teams, sowie Aron Canet auf der Honda in den Estrella Galicia Farben. Die Führenden in der Gesamtwertung Brad Binder und Jorge Navarro begnügten sich mit den Plätzen 6 und 5, zeigten aber mit ihren Zeiten, dass über die Renndistanz mit ihnen zu rechnen ist.

Die Rennen am Sonntag standen dann unter den üblichen Vorzeichen des diesjährigen Motorradsommers. Hält das Wetter oder nicht. Wetterfrösche sagten ausgerechnet Regen ab 14:00 Uhr voraus – also genau zum Start der Moto GP. Man kann sagen, dass sich hier die Meteorologen etwas getäuscht hatten. Es goss bereits in den frühen Morgenstunden in Strömen und die bei trockenem Wetter ausgefahrenen Einstellungen an den Fahrwerken konnten im Warm Up nochmals schnell auf „Regen“ korrigiert werden.

Das Moto 3 Rennen war von den Bedingungen her eher etwas für einen erfahrenen Surfer.

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Wer die Saison 2016 bisher mit verfolgt hat kommt wahrscheinlich bereits auf einen bestimmten Namen. Die Verdächtigen aus dem Training namens Locatelli und Bastianini hatten sich zeitig nach dem Start in Position gebracht. Der deutsche Protagonist Philipp Öttl verschwand, nach guten Zeiten im Warm Up im Nassen, im Rennen sofort in der Versenkung.
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Keine Punkte im Rennen und DAS am heutigen Tage – waren doch genau die Bedingungen um sich einmal in Szene zu setzen und zu zeigen zu was man im Stande ist.
Das übernahm dann ein anderer und das in einer Form, dass die Zuschauer nachhaltig begeistert waren. Der Malaye Khairul Pawi, bereits in Argentinien im Regenrennen erfolgreich, zeigte der Elite der Moto 3 Klasse, dass IHN eine nasse Rennstrecke nicht im Mindesten beeindrucken kann.

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Permanent die schnellsten Zeiten im Feld fahrend setzte Pawi sich zügig vom Feld ab und siegte souverän mit 11 Sekunden Vorsprung. Zwischenzeitlich hatte er diesen auf bis zu 17 Sekunden ausgebaut und wurde DANN nachhaltig von seiner Boxencrew aufgefordert das Tempo zu drosseln, da überhaupt keine Gefahr mehr bestand. Das Podest in der Moto 3 komplettierten die düpierten etablierten Locatelli und Bastianini.

Dann war Moto 2 angesagt. Für mich ist die Nachfolgeklasse der 250er die Klasse in der deutsche Fahrer Zeichen setzen können. WIR sind hier gut vertreten und bekanntermaßen sind unsere -3- Aushängeschilder Folger, Schrötter und Cortese auch ausgewiesene Regenspezialisten.
Es fing auch gut an und ließ GROßES erhoffen. Jonas Folger und Marcel Schrötter waren beide gut gestartet und hielten sich in der Spitzengruppe mit den Assen Zarco, Rins und Morbidelli auf.

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Wie ein roter Faden durch die Saison verläuft aber auch die Pechsträhne von Marcel Schrötter. Noch im ersten Renndrittel meldete er sich ins Kiesbett ab und begrub dort alle seine Hoffnungen auf ein gutes Ergebnis beim Heim-GP.
Das war etwa der Zeitpunkt als Jonas Folger etwas den Kontakt zur 3er-Spitzengruppe verlor und es danach aussah, dass dieses Podest ohne deutsche Beteiligung bestückt wird. Jonas nahm sich aber nur eine kleine Auszeit um seinen malträtierten Regenreifen Zeit zur Erholung zu geben.
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Als sich Morbidelli auf dem Weg ins Omega ebenfalls mit einem Sturz ins Kiesbett aus der Spitzengruppe abmeldete blies Jonas Folger zum Angriff. Und der war fulminant bis die letzte Kurve. Beim Zweikampf mit Johann Zarco ging Jonas auf einer anderen Linie an Zarco vorbei, hatte aber dadurch nicht mehr ausreichend Kurvenspeed mitgenommen um seinen knappen Vorsprung über die Ziellinie zu retten.
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So hörten die Zuschauer die Marsellaise statt der deutschen Hymne – bejubelten aber einen starken Jonas Folger der alles gegeben hatte und mit Platz 2 belohnt wurde. Alles richtig gemacht! Julian Simon komplettierte das Podest vor dem Italiener Mattia Pasini. Dem Belgier war der dritte Platz zu gönnen, fuhr er doch ein fehlerfreies Rennen.
Das konnte man von Sandro Cortese leider nicht behaupten. Der Italoschwabe warf im Verlauf des Rennens seine Kalex gleich zweimal weg.
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Jetzt zur Moto GP. Ein derartiges Rennen habe ich noch nicht gesehen. Ein derartiges Durcheinander allerdings auch schon lange nicht mehr. Flag to Flag Rennen war angesagt. Etwas Anderes war auch auf Grund der Wetterbedingungen gar nicht möglich.

Nasse Strecke – ALLE gehen mit den Regenreifen an den Start und los geht es. Der Altmeister Valentino Rossi gewinnt zunächst den Start – aber einige Regenspezialisten in seinem Nacken, die der Wasserfontäne der Yamaha folgen. Im Herzen immer noch Ducatisti war euer werter Erzähler dann alsbald sehr erfreut. Der schnellste Polizist Italiens Danilo Petrucci zog mit seiner Ducati und Andrea Dovizioso im Schlepptau vorbei.

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Was für ein Bild: Drei Italiener vorne und auch noch -2- Maschinen meiner Lieblingsmarke dabei.
Aber jetzt Schluß mit der parteiischen Berichterstattung. Marc Marquez (häufige Leser meines Blogs wissen, dass ich kein ausgewiesener Freund des kleinen Spaniers bin) hatte zwischenzeitlich massiv an Boden verloren und scheinbar war er in Gedanken mit einer Idee befasst.

Die Strecke begann abzutrocknen und es standen noch jede Menge Runden aus. Lohnt sich jetzt der Maschinenwechsel? Für Marc Marquez keine Frage mehr. Der einzige der bereits auf einer Slickbereiften Ducati um den Kurs schlingerte war Andrea Iannone. Das war allerdings aus der Not geboren, weil er Maschine Nr. 1 bereits einmal im Kiesbett abgelegt hatte und diese reichlich waidwund an die Box geschleppt hatte.

Marc Marquez fuhr also an die Box und wechselte auf die Slicks, bzw. auf die entsprechend bereifte Werkshonda. Und was dann passierte nötigt mir den allergrößten Respekt für den kleinen Spanier ab. Auf einem stellenweise vielleicht 30 cm breiten trockenen Asphaltband bolzte er mit seiner Honda bereits in der ersten Runde um 5 Sekunden schneller um den Kurs, als der Rest des Feldes – Tempo steigend.

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Es war abzusehen, wenn ER die Geschwindigkeit halten kann – und die Ideallinie wurde trockener und trockener – dann wird der kleine Spanier einen nach dem anderen aufschnupfen.
Und der Rest des Feldes kam Marc Marquez noch auf unerklärliche Weise zu Hilfe.
Als sich die Fahrer, ein alter Hase wie Valentino Rossi eingeschlossen, endlich dazu entschlossen zum Maschinenwechsel an die Boxen zu kommen war die „Messe gelesen“ und Marc Marquez überlegener und verdienter Sieger des Laufes am Sachsenring – Wieder einmal!

Im geschlagenen Feld kam es dann noch zu einem sehenswerten Kampf um die Plätze zwei und drei. Der verwegene Brite Cal Crutchlow fuhr seine LCR Honda zur Freude von Lucio Ceccinello, der gar nicht mehr hinsehen konnte, auf den zweiten Platz.

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Und auf den letzten Metern zog Andrea Docizioso noch mit seiner Werksducati an der Kunden-Duc von Scott Redding vorbei.
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Auf Platz Fünf landete dann sogar noch eine Duc. La Bestia von Andrea „Maniac“ Iannone, der Mann der als erster wie auf rohen Eiern um den nassen Kurs auf Slicks schlingerte belohnte sich noch mit Platz 5.

Ein wunderbares Rennwochenende am Sachsenring ist zu Ende und es steht zu hoffen, dass die Verantwortlichen die richtigen Schlüsse ziehen. Nicht nur was die jetzt schon feststehende Verlängerung des Großen Preises von Deutschland angeht – sondern auch was den STANDORT angeht. Hier gehört die Veranstaltung hin und HIER soll sie auch bleiben!

Impressionen vom Sachsenring:

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Auch große Menschen finden auf einer Moto 2 Platz

 

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Training gut gelaufen Räder in die Höh` I

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Training gut gelaufen Räder in die Höh`II

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Italiens schnellster Polizist

 

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LORENZO – das komplette Wochenende verwachst

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La Bestia I

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La Bestia II

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SUZUKI – Training stark – Rennen vergessen

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Auch im Training wird gekämpft

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Jack „Ass“ Miller – 2. starkes Regenrennen nach Assen

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Starker 3. Platz bei der Moto 2 – da kann man unter Freunden schon
einmal „Abklatschen“