Ich mach`mir die Welt wie sie mir gefällt

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In Deutschland haben wir die Gewaltenteilung und das ist auch gut so. Die Legislative, Judikative und Exekutive sorgen getrennt und weitestgehend unabhängig voneinander dafür, dass in unserem Lande alles gerecht und fair zugeht oder zumindest zugehen soll.

Für mich gibt es aber seit längerer Zeit eine weitere Gewalt oder sagen wir besser Macht, die, ohne jegliches Mandat der Bevölkerung zu besitzen, die Meinung von uns allen zu bilden versucht und das auch oftmals schafft. Ich spreche von den Medien.

Auch in unserem kleinen Bereich mit unserer Passion Motorrad ist das zu beobachten. In meinem Artikel zum Thema der Testsieger habe ich das Ganze bereits vor längerer Zeit angesprochen.

https://flyinghaggis.net/2015/02/21/everybodys-darling-is-everybodys-depp/

Warum komme ich jetzt wieder darauf zurück? In höchstem Maße manipulierend werden da Berichte verfasst. Habt IHR in der großen deutschen Fachzeitschrift auch den großen Bericht Alpenmaster gelesen? Okay – wahrscheinlich ging es vielen von Euch ähnlich wie mir, dass sie den abschließenden Test mit der Endbewertung nicht mehr lesen mussten, weil der Sieger des Tests bereits vor dem Schreiben des Artikels festgestanden hat. Dennoch gibt es dort Textpassagen und Ausschlusskriterien, die man sich etwas genauer ansehen sollte.

Ich werde jetzt ganz bewusst etwas weiter ausholen. Im Heft Nr. 11 aus dem Jahr 2017 gab es in dieser Zeitschrift einen Vergleichstest der Reiseenduros. Ich zitiere eine Textpassage von Seite 30 aus dem Segment der Landstrassenbewertung: Dass Krach rein gar nichts mit Leistung zu tun hat, beweist die KTM. Mit sonorem, aber vernünftig gedämpftem Klangteppich sammelt die mit 154 PS gemessene Österreicherin erste Sympathiepunkte.

Hört sich an als ob die Manufaktur aus Mattighofen im Bezug Auf Geräuschemissionen alles richtig gemacht hat.

In Heft 16 aus dem Jahrgang 2019 wird nun das Modell, an dem sich von der Ausstattung nichts geändert hat, als Krawallmacher gebrandmarkt. SIE gehört zu den lautesten aller 20 Maschinen im Testfeld. Jetzt könnte man natürlich noch meinen, dass eine derart unterschiedliche Bewertung an unterschiedlichen Testern liegen kann. In diesem Fall war aber bei beiden Tests der Journalist Peter Mayer, den ich eigentlich wegen seiner objektiven Berichterstattung schätze, Autor der Artikel. Erinnere ich mich dann noch an den Klappenauspuff  den ein gewisser Hersteller mittlerweile mit Vorliebe in seine Produkte einbaut, dann frage ich mich wie weit ist es her mit der Objektivität der Bewertungen.

Objektiv war meines Erachtens über einen langen Zeitraum die 1000-Punkte-Bewertung. Da konnte sich jeder aus den unterschiedlichen Segmenten die Bereiche herausziehen, die individuell relevant waren. Da diese Bewertung zwischenzeitlich eine andere Punktezuordnung erfahren hat, sind aktuelle Bewertungen nicht mehr unmittelbar mit den zurückliegenden nach altem Muster vergleichbar. So läuft in Heft 10/17 die BMW 1200 RS, als eines der besten 1000-Punkte-Motorräder, mit 756 Punkten durch das Ziel. Das aktuelle 1250er RS-Modell erreicht in Heft 16/19 deren noch 737 Punkte.

Ach ja – wir waren ja eigentlich beim Alpenmaster. Da gewinnt in der Vorauswahl bei der Kategorie „Scrambler“ die Moto Guzzi V85 TT. Wenn sich jetzt Erstaunen bei euch breit macht, dann seid euch sicher, dass war im Guzzi-Werk sicher ähnlich. Die Maschine wurde konzipiert um im Mittelklassesegment der Enduros unter Gegnern wie der 800er GS oder der Tiger zu wildern. Hier schiebt man die wirklich schön gemachte V85 TT zu den Scramblern und lässt sie dort gewinnen. Mit dem Hinweis – müder Motor und schlechte Fahrleistungen. Schaut mal in die Messwerte – die schlechtesten Durchzugswerte aller Kontrahenten. Das würde mich auf einer Alpentour massiv nerven.

Irgendwie erinnern mich die Testberichte in den Fachzeitschriften seit längerem an ein Lied von Pippi Langstrumpf. Der Refrain klingt mir in den Ohren: Ich mach`mir die Welt, wie sie mir gefällt!

Meine Alpensiegerin steht bereits in der Garage und ich denke eure Siegerin der Herzen ebenfalls. Und das ist auch gut so. Beim Lesen der Tests gebt einfach acht, denn hier wird Meinungsbildung gemacht und wie oftmals bei unserer Judikativen wird nicht Recht gesprochen, sondern nur ein Urteil gefällt.

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Marquez-Festspiele

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Wie immer berichtet euer Flying Haggis auch in diesem Jahr wieder vom deutschen WM-Lauf am Sachsenring. Nicht mehr ganz so nah am Geschehen wie in den letzten beiden Jahren, aber immer noch nah genug – versprochen. Wahrscheinlich war es der oftmals kritischen Berichterstattung von Flying Haggis geschuldet, dass der diesjährige Veranstalter ADAC die Presseakkreditierung verweigert hat. Das kann man natürlich so machen als größte Lobbyorganisation Deutschlands, damit ändert man aber nichts an der Grundhaltung eures werten Schreibers.

Legen wir los. Wie spannend ging es doch eigentlich los in die Saison und zwar klassenübergreifend. Die Moto 3 sieht permanent neue Sieger auf dem Treppchen und es ist fast nicht möglich hier Prognosen abzugeben. Mit Lorenzo Dalla Porta war ich zumindest nahe dran und ich bleibe weiter bei meinem Tipp hinsichtlich des WM-Titels. Mein zweiter Anwärter Jakob Kornfeil fährt bislang noch etwas hinterher, hat aber mit seinem dritten Platz bei der Dutch TT in Assen sein letztjähriges Können wieder aufblitzen lassen. Die acht bisherigen WM-Läufe haben sieben Sieger gesehen. Lediglich Tony Arbolino konnte sich 2x als Sieger in der Liste eintragen. Was mich wirklich überrascht ist die Konstanz eines Aaron Canet, der noch das Gesamtklassement der Moto 3 anführt.

Die Moto 2 entwickelt sich auch zu einer Wundertüte. Dank der neuen Triumphaggregate sind hier die Karten komplett neu gemischt und es purzeln die Streckenrekorde. Was oder wer auch oftmals purzelt sind die Fahrer dieser Klasse. Nutznießer bislang – die Herren Alex Marquez und Tom Lüthi. Der schnelle Schweizer führt vor dem Sachsenring das Gesamtklassement in der Moto 2 an. Das stärkste Moto 2 Team scheint in diesem Jahr der Spanier Sito Pons zu haben. Seine beiden Fahrer Baldassarri und Fernandez haben in dieser Saison bereits vier Siege eingefahren. Meine beiden eigentlichen Favoriten für die Saison Brad Binder und Luca Marini kommen erst langsam in Tritt und waren beide in Assen gemeinsam auf dem Podest. Für ganz nach vorne wird es in dieser Saison wohl nicht mehr reichen, aber wir werden sehen wohin die Reise noch geht.

Die Moto GP versprach auch Spannung pur. Leider nur bis zum Großen Preis von Spanien. Da sicherte der Pilot mit der Nummer 99 seinem Teamgefährten Marc Marquez den nächsten WM-Titel in dem er durch einen Anfängerfehler vier der direkten Konkurrenten aus dem Rennen kegelte. Der Vorsprung ist unter normalen Umständen nicht mehr aufzuholen und einen sturzbedingten Ausfall wünsche ich niemandem.

Also Platz genommen am Sachsenring und mit Tausenden gut gelaunten Rennfans das Wochenende genießen. Und die Wettervorhersage prognostizierte sogar blendendes Wetter für die Trainingstage.

In der großen Klasse gaukelten die Protagonisten dem neutralen Zuschauer sogar anfänglich so etwas wie Spannung vor. Da tauchten dann die Namen Rins, Quartararo und Vinales auf und alle Nicht-Marquez-Fans rieben sich bereits die Hände. Aber wer die Sessionen genauer betrachtete merkte schnell, dass der König vom Sachsenring lediglich mit seinen Kontrahenten spielte. Auf Alles und auf jeden Angriff hatte Marc Marquez eine Antwort. Nach Belieben konnte er seine eigene Performance steigern und am Ende sah es dann nach den Qualifyings so aus, wie es immer auf dem Sachsenring aussieht. Platz Nr. 1 und Polepositon für Marc Marquez.

Die folgenden Positionen besetzten dann die Fahrer, die am Rennsonntag das Unmögliche anstreben sollen, nämlich Spannung in ein Moto GP Rennen am Sachsenring bei Beteiligung von Marc Marquez zu bringen. Platz 2 Fabio Quartararo vom Yamaha Petronas Team. Keine Überraschung mehr in dieser Saison. Platz 3 geht an Maverick Vinales, der den Aufschwung von seinem Assensieg mit nach Sachsen brachte und Platz 4 Alex Rins. Eine gute Ausgangsposition für den langen Spanier, der normalerweise immer erst in den Rennen an seine eigentliche Leistungsreserve geht. Auf Platz 5 dann die erste Ducati. Aber nicht aus dem Werksteam, sondern Jack „Ass“ Miller auf seiner Pramac-Ducati. Das Werksteam erlebte ein mittelschweres Desaster. Petrux Petrucci im Qualifying 2 bei seinem letzten Versuch der Zeitenjagd gestürzt und damit lediglich auf Platz 12. Desmo-Dovi kam gar nicht erst in das 2. Qualifying und wurde kurz vor Schluß von Nakagami auf Platz 13 zum Zuschauen verdammt. Der Doctor Valentino Rossi erreichte zwar souverän über das Qualifying 1 das 2. Training endete aber hier auch nur auf Platz 11.

Kommen wir zur Moto 2 und damit gehen die Marquez-Festspiele am Sachsenring weiter. Der kleine Bruder vom Dominator machte es sich und seiner Mechanikercrew rund um Stefan Haseneder aber ungleich schwerer. Freitags fackelte seine Kalex nach einem Sturz beinahe ab, weil die Streckenposten etwas lethargisch an die Löscharbeiten gingen und Alex Marquez selbst Hand anlegen musste. Samstags musste Marquez dann auch noch den Umweg über das Qualifying 1 nehmen. Aber diese zusätzlichen Kilometer scheinen dem Spanier gut getan zu haben. Letztendlich grüßte er den Rest der rasenden Moto 2-Meute von Platz 1. Der 2. Platz ging an den kleinen Bruder von Valentino Rossi. Luca Marini mit der pfeilschnellen Kalex aus dem Sky 46-Team sicherte sich den 2. Platz. Ganz besonders schön für die deutschen Zuschauer – Marcel Schrötter zeigte das ganze Wochenende konstant gute Leistungen und qualifizierte sich als Dritter für die erste Startreihe. Irgendwie roch es nach einem deutschen Podium beim Heim-Grand-Prix oder vielleicht sogar nach dem ersten Sieg für Marcel Schrötter.

Dahinter drängelte sich dann alles was in der Moto 2 Rang und Namen hat und auch in jedem Rennen für einen Podestplatz gut ist. Für Spannung am Rennsonntag war damit gesorgt. Die WM-Kandidaten hinter Alex Marquez wie Tom Lüthi und Lorenzo Baldassarri starteten von weiter hinten. Platz 12 für den schnellen Schweizer und Platz 10 für „Balda“.

Die Wundertüte Moto 3 machte ihrem Namen in den Qualifikationstrainings wieder alle Ehre. Das ganze Wochenende war es ein Auf und Ab mit ständig wechselnden Namen. Für den Rennsonntag standen dann Ayumu Sasaki auf der Pole, gefolgt von Kaito Toba. Man spricht also wieder japanisch in der kleinen Klasse. Komplettiert wurde die erste Reihe durch Marcos Ramirez aus dem Leopard-Team, gefolgt von seinem Teamkollegen Lorenzo Dalla Porta. Aber die Moto 3 hat uns ja in diesem Jahr gelehrt, dass man nicht aus den ersten drei Reihen starten muss, um ein Rennen siegreich zu beenden. Und die ersten 8 Saisonrennen sahen 7 verschiedene Sieger.

Der Rennsonntag stand an und damit sind wir, wie fast in jedem Jahr bei dem sächsischen Wetter. Am frühen Morgen regnete es zunächst einmal ordentlich, so dass die Warm Up`s in den Klassen auf feuchter bis nasser Strecke stattfanden. Danach hatte der Wettergott ein Einsehen mit den Rennfans und den Fahrern.

Das Rennen der Moto 3 sah eine ähnliche Dramaturgie wie wir sie bereits aus der laufenden Saison kennen. Zunächst eine große Gruppe mit fast 15 Fahrern, die sich in der Spitze permanent abwechseln, dann fährt sich eine Gruppe mit etwas 7 – 8 Fahrern frei, die aber dann wegen der ewigen Überholmanöver wieder eingeholt werden, so dass wir am ende wieder eine ganz große Gruppe sehen, die sich um den Sieg und um die Plätze auf dem Podest streiten.

Richtig interessant für die Zuschauer war der Kampf im Gesamtklassement der WM. Hier startete der Führende Aron Canet nur von Startplatz 18, um direkt nach dem Start sogar auf Platz 22 zurückzufallen. Im Grunde genommen hatte ich ihn bereits von der Liste der möglichen Sieger gestrichen, was man aber geflissentlich in dieser Saison nicht tun sollte. 5 Runden vor Schluss tauchte die Start-Nr. 44 auf einmal unter den ersten Fünf auf und meldete Ansprüche an um das Podest mitzukämpfen.

Hier waren über das gesamte Rennen aber die ambitionierten Jungs aus dem Leopard-Team permanent mit Führungsarbeit beschäftigt und hatten im Rennverlauf sämtliche Angriffe von John McPhee, Jakob Kornfeil und Romano Fenati abgewehrt.

Das sollte dann auch am Ende so bleiben. Lorenzo Dalla Porta (48)  feierte seinen ersten Saisonsieg, gefolgt von seinem Teamkollegen Marcos Ramirez (42) und letztendlich Aron Canet (44).

Mit dem Sieg übernahm Dalla Porta auch die Führung in der Gesamtwertung der Moto 3. Romano Fenati (5) wurde starker Vierter, gefolgt von Raul Fernandez (25) und dem Schotten Hohn Mc Phee (17).

Der Zweikampf  um den WM-Titel zwischen Dalla Porta und Canet verspricht spannend zu bleiben. Vielleicht sehen wir in der zweiten Saisonhälfte auch noch einen lachenden Dritten aus der zweiten Reihe.

Das folgende Moto 2 Rennen war natürlich aus deutscher Sicht das interessanteste Rennen an diesem Sonntag. Startete doch Marcel Schrötter auf Startplatz 3 aus der ersten Reihe und hat in diesem Jahr bereits zweimal bewiesen, dass er das Zeug hat für das Podest. Gemeinsam mit seinem Teamkollegen Tom Lüthi hat er in diesem Jahr bereits mehrere Highlights gesetzt.

Marcel ging das Rennen auch engagiert an und hielt sich tapfer in der Spitzengruppe. Es ging heiß her in der Spitzengruppe. Insbesondere als KTM-Pilot Brad Binder, nach einem komplett verhagelten Qualifikationstraining, in der Spitzengruppe eintraf mit einem unbändigen Drang nach vorne zur Spitze.

Es bildete sich dann eine 4rt-Spitzengruppe mit Alex Marquez, Brad Binder, Iker Lecuona und Marcel Schrötter. Alex Marquez nutzte dann eine gute Gelegenheit sich von seinen Konkurrenten zu lösen und einen kleinen Vorsprung herauszufahren, den er bis zum Rennende clever verwaltete.

Jetzt war allen Betrachtern auch mit Schwächen in Grundrechenarten klar, dass bei den verbliebenen 3 Fahrern in der Verfolgergruppe einer in Sachen Podest leer ausgehen wird. Wer das sein würde war schwer auszumachen, denn die Führung bei den drei Protagonisten wechselte ständig und wie in einem guten Hitchcockfilm entschied sich die Geschichte in der letzten Kurve vor dem Ziel. Brad Binder hatte auf Platz 2 einen ausreichenden Vorsprung herausgefahren. Iker Lecuona riskierte in der letzten Links gegen Marcel Schrötter jetzt alles und begrub seine Podesthoffnung im sächsischen Kiesbett vor der Besico-Tribüne.

Vierter wurde Fabio di Giannantonio vor dem Schweizer Tom Lüthi und damit war klar, dass Alex Marquez als führender in der Moto 2 Klasse in die Sommerpause gehen würde, dicht gefolgt von Tom Lüthi. Hinter diesen beiden ist dann alles offen, denn auch unser Marcel Schrötter hat sich mit dem heutigen Podest wieder aussichtsreich in Position gebracht.

Jetzt kommen wir zu den Königen der Motorradrennklassen der Moto GP. was hatte ich so inständig auf ein spannendes Rennen gehofft. Mit Führungswechseln und allem Drum und Dran, was der Motorradrennsport so bietet. Das leidige Problem ist, dass sich der Sachsenring im Verbund mit dem Namen Marc Marquez wohl nicht mehr für ein spannendes Moto GP-Rennen eignet. Es ist einfach unfassbar wie der kleine Spanier dieser Strecke seinen Stempel aufdrückt. Genauso unfassbar ist, wie sich mögliche Gegner selbst eliminieren.

Marc Marquez ließ zu keinem Zeitpunkt des Rennens auch nur den geringsten Zweifel aufkommen WER diese heutige Veranstaltung als Sieger verlässt. Mittlerweile übrigens klassenübergreifend zum 10. mal nacheinander. Gegen den FC Bayern München als deutschen Fußballmeister zu tippen ist erfolgversprechender.

Zunächst konnte als einziger der Spanier Alex Rins auf seiner Suzuki der pfeilschnellen Honda von Marquez folgen. Elf Runden vor Schluss begrub Rins seine Suzuki dann fulminant im Kiesbett. Ab diesem Zeitpunkt hätte Marc Marquez das Rennen vermutlich auch auf einem Teamroller siegreich beendet. Bereits zu Rennbeginn hatte ein weiterer möglicher Konkurrent, der junge Franzose Fabio Quartararo, seine Petronas-Yamaha ebenfalls schon im Kies geparkt.

So war der Weg frei für Assensieger Maverick Vinales auf seiner Werksyamaha für Platz 2. Dicht gefolgt von dem schnellen Briten Cal Crutchlow. Der gute Cal hatte sich in Assen bei einem Unfall mit seinem Fahrrad die Kreuzbänder gerissen. Fahrerisch ließ er sich nichts anmerken und fuhr für sein LCR-Team einen wichtigen Podestplatz heraus.

Dahinter betrieb dann das Ducati-Werksteam Schadensbegrenzung. Auf der ungeliebten Strecke in Sachsen fuhr Danilo Petrucci auf Platz 4, gefolgt von Andrea Dovizioso. Die Ducati-Phalanx wurde komplettiert mit Platz 6 für Jack „Ass“ Miller auf der Pramac-Ducati.

Der Doctor Valentino Rossi beendete nach seiner Sturzserie auch wieder ein Rennen und erreicht das Ziel auf Platz 8.

Der deutsche Protagonist Stefan Bradl, der als Lorenzo-Ersatz die zweite Werks-Honda im Repsol-Team pilotierte, wurde starker 10.

Das war es dann für dieses Jahr vom Sachsenring, der sich an dem Wochenende bei 201.000 Zuschauern bedankt. Schön war es wieder und der Termin für das nächste Jahr steht schon – 21. Juni 2020 sehen wir uns wieder am Sachsenring.

Ich find`s (nicht mehr) lustig

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Der bekannte Komiker Sascha Grammel tritt mit einer Bühnenshow unter dem Titel „Ich find`s lustig“ auf. Die finde ich lustig und ich kann wirklich herzhaft darüber lachen bis mir die Tränen kommen.

In den zurückliegenden Monaten kommen mir beim Motorradfahren auch immer häufiger die Tränen, allerdings nicht vor Freude. Euer werter Erzähler meidet mit dem Motorrad weitestgehend das Bundesfernstraßennetz, also Autobahnen und Bundesstraßen. Kleinere Landesstraßen und Kreisstraßen das ist mein vorrangiges Revier und hier fühlt sich Flying Haggis wohl. Dieses wohlige Gefühl lässt aber mittlerweile allzu häufig nach. Ich finde es offen gesagt nicht mehr lustig.

Was steht im Straßengesetz unter dem § 9 zum Thema Straßenbaulast?

Die Straßenbaulast umfasst alle mit dem Bau und der Unterhaltung der Straßen zusammenhängenden Aufgaben. Die Träger der Straßenbaulast haben nach ihrer Leistungsfähigkeit die Straßen in einem dem regelmäßigen Verkehrsbedürfnis genügenden und den allgemein anerkannten Regeln des Straßenbaues entsprechenden Zustand zu bauen, zu unterhalten, zu erweitern oder sonst zu verbessern.

Zunächst einmal so weit und so gut, oder besser gesagt überhaupt nicht gut. Die jeweilig zuständigen Straßenbaulastträger basteln und fummeln sich nämlich mittlerweile bei der Instandsetzung einen zurecht, dass einem Angst und Bange werden kann. Insbesondere wenn man, wie wir, mit einem einspurigen Fahrzeug unterwegs ist. Da entsteht in unserem kommunalen Straßennetz ein Flickwerk, welches einem den Angstschweiß auf die Stirn treiben kann.

Ja, ja ich weiß. Da gibt es Passagen in der Straßenverkehrsordnung, die einen mahnen die Geschwindigkeit an die jeweiligen Verhältnisse anzupassen. Die Zauberworte nach einem Unfall: Nicht angepasste Geschwindigkeit.

Was steht da oben in dem § 9? Die Straßen sind in einem dem regelmäßigen Verkehrsbedürfnis genügenden und den allgemein anerkannten Regeln des Straßenbaus entsprechenden Zustand zu bauen, zu unterhalten oder sonst zu verbessern. Mein Gott VERBESSERN? Ich wäre ja schon froh, wenn unsere Straßen wieder ihren ursprünglichen Zustand erreichen würden. Von verbessern will ich noch gar nicht sprechen. Wie man so etwas verbessert sehe ich bei meinen Touren im Nachbarland Luxemburg. Da werden auch Bauarbeiten am Straßennetz beschleunigt erledigt und nicht Gemeinden fast monatelang von der Außenwelt abgeschnitten.
Wenn ich sehen möchte welche unterschiedlichen Asphalt- und Teerdecken auf dem Markt erhältlich sind, dann fahre ich durch Eifel und Hunsrück. Das Sammelsurium an unterschiedlichen Straßenbelägen birgt natürlich für uns Motorradfahrer/-innen die nächste Gefahr, denn ALLE haben natürlich auch unterschiedliche Hafteigenschaften. So ist oftmals für uns auf einer Wegstrecke von nur 20 m von Topgrip bis hin zu Schmierseifenverhältnissen alles erhältlich. Kein Mensch kann sich auf so etwas einstellen. Wendet man das in Fahr- und Sicherheitstrainings angelernte Wissen an, wie Hinterschneiden einer Kurve, dann kann es einem blühen, dass man über drei Teerbuckel cruist und bis zum Kurvenscheitel dreimal den Belag gewechselt hat. So viel zum Thema angepasste Geschwindigkeit. Wie viele Zweiradunfälle in jedem Jahr eigentlich auf diese Asphaltpuzzle zurückzuführen sind wage ich nicht zu schätzen. Jeder Schotterpass in den französischen Seealpen stellt zumindest gleichmäßigere Gripverhältnisse zur Verfügung.

In meinen heimatlichen Gefilden auf der L 149 hat man zwischen Herl und Lorscheid die Fahrbahndecke über Monate derart instandgesetzt, dass keine Haftcreme der Welt die Dritten an ihrem angestammten Platz hält. Eine traumhafte Erprobungsstrecke für Erlkönige. Wer hier mit dem Auto durchkommt ohne dass die Federbeindome durch die Motorhaube fliegen, der hat ein wahrhaft gutes Fahrwerk entwickelt.

Für mich stellt sich die Frage: Was passiert eigentlich mit unserer Kfz-Steuer? Und der Mineralölsteuer? Beides war irgendwann einmal dazu gedacht für ein intaktes Straßensystem zu sorgen.

Über das Jahr gerechnet sind das etwa 50 Milliarden Euro Steuereinnahmen, die wir Besitzer und Nutzer von fahrbaren Untersätzen unserer Regierung zur Verfügung stellen. Aber wir Deutschen haben es raus Gelder in irgendwelchen Kanälen verschwinden zu lassen. Das schaffen wir ganz alleine ohne Zuhilfenahme der Mafia. Das Zauberwort heißt nicht Zweckbindung, sondern Gesamtdeckungsprinzip. Konkret bedeutet das: Alle Einnahmen des Staatshaushaltes werden zur Deckung ALLER Ausgaben verwendet. Und so versickern unsere Milliarden im Staatshaushalt zur Rettung der Welt, der ostanatolischen Wanderfilzlaus und  der Wiedervereinigung der Spalttabletten, während wir weiter von einem Schlagloch und Teerbuckel mit Bitumenstreifen zum Nächsten hoppeln.

Da nur etwa 20 Milliarden zurück in den Straßenbau und die Instandsetzung fließen muss natürlich gespart werden. Das Ergebnis haben wir tagtäglich vor Augen. Bei den Ausschreibungen wird natürlich auf den Preis geachtet und so kommt dann eines zum anderen. Nicht die qualifizierteste Firma erhält den Zuschlag, sondern die Günstigste. Und so wird dann ein Loch auch mal mit der Flachschippe geglättet statt mit dem Rüttler. Die Fahrbahn wieder auf eine Ebene zu bringen geht für das Geld auch nicht und so erfreuen wir uns an einer kostenlosen Buckelpiste, die uns hopsend von Punkt A nach Punkt B bringt. Aber wahrscheinlich bin ich mit meinen naiven Gedankengängen nur nicht im Stande das große Ganze im Kontext mit der Rettung dieser Welt entsprechend zu begreifen. Wenn wir in zwanzig Jahren wieder mit den Postkutschen, die dann wahrscheinlich „grün“ sind, von Ort A nach Ort B unterwegs sind, ist das Tempo nicht mehr so hoch, dass uns die Buckel, Gräben und Risse in der Straße auffallen.

Ich find`s nicht mehr lustig. Wie sieht es in euren Regionen aus.

Auf goldenen Schwingen ODER take me home country roads

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Da ich ein toleranter Mensch bin, zumindest was die Art und Weise des Motorradfahrens angeht, bin ich gerne dem Ruf des Hondahändlers meines Vertrauens gefolgt.

Wie schrieb mir Christof Filusch so schön über die sozialen Medien: Du, ich hab` da was, das musst Du unbedingt probieren!

Also ist Flying Haggis diesem Ruf erwartungsfroh gefolgt und stand dann da, vor einem Monument von Motorrad. Kurz in der Erinnerung gekramt – Wie war das noch damals? Genau – ein Boxermotor. Der ist geblieben, nur sind aus den 4-Zylindern eben irgendwann in der Evolution 6-Zylinder geworden.

Und getreu dem immer noch gültigen Spruch: Hubraum ist durch nichts zu ersetzen, außer durch noch mehr Hubraum, verfügt das aktuelle Aggregat über 1.833 ccm. Hätte auch ein Automotor werden können, aber ich stehe vor der aktuellen Honda Gold Wing.

Was spricht das Datenblatt weiter? 126,5 PS bei 5.500 U/min und 170 Nm bei 4.500 U/min. Klingt im ersten Moment wenig, wenn man von dem Gesamtgewicht (fahrfertig) von 365 kg ausgeht und dann noch das Gewicht von Fahrer und Sozia hinzuzählt. Aber wir sprechen hier ja von einem Motorrad, welches nicht konzipiert wurde um auf der Nordschleife die magische Zehnminutengrenze zu unterbieten. Und die aktuelle Gold Wing hat im Vergleich mit der Vorgängerin sogar abgespeckt. Da standen 400 kg + X auf der Waage.

Wenn man mit der Standardvariante unterwegs ist, dann schaltet man sich durch ein 6-Gang-Getriebe. Ich sitze auf der DCT-Variante mit dem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe von Honda. Bekanntermaßen funktioniert das DCT-Getriebe sowohl manuell als auch automatisiert und kommt dann dem Fahrbetrieb in einem amerikanischen Straßenkreuzer sehr nahe – easy living. Das DCT schaufelt nochmals Gewicht auf die Waage und die zeigt dann 383 kg an. Da man die Fuhre auch irgendwann einmal auf einem Parkplatz rangieren muss, ist auch ein Kriechgang vor- und rückwärts vorhanden. Schon praktisch, denn ansonsten hätte man als schiebender Fahrer schnell die Wasserstandsmeldungen in der Kombi. Vollkommen losgelöst rangiert man jedoch mit dieser Hilfe den Koloss vor und zurück, genau dahin wo man ihn eben hinhaben will. Jeder Kinderwagen mit Nachwuchs ist schwieriger zu rangieren.

Also rollen wir mal los und schauen uns an welche Gefühle und Emotionen dieses Motorrad bei uns frei macht oder erweckt. Um es direkt vorwegzunehmen, das Teil hat mir ein Grinsen ins Gesicht getrieben.

Die Sitz- und Griffheizung können wir heute getrost auslassen. Wir haben wohlige Motorradtemperaturen. Die Sitzheizung für den Mitfahrer oder Mitfahrerin lässt sich auch ausgesprochen kommod direkt neben dem Sitz einstellen.

O-Ton der besten Sozia von Allen: „Wer den Sitz hier für unbequem hält, der hat sie nicht mehr alle!“ Alle weiteren Kommentare zum Thema Sitzkomfort Sozius erübrigen sich damit.

Inwieweit die Heizungen in Betrieb sind sieht man wunderbar an der Anzeige im Display.

Nach ein paar Kilometern stelle ich die elektrisch verstellbare Scheibe in höchste Position und ab dann sitzen meine knappen 1,90 m ohne jeglichen Fahrtwind kommod auf dem ultrabequemen Sitzpolster wie auf der heimatlichen Couch. Take me home country roads! John Denver käme klanglich gut rüber bei zwei Frontlautsprechern und zwei weiteren hinten im Topcase.

Ach ja – die Gold Wing hat ein Gedächtnis, Dank der mittlerweile üblichen Helferlein. Nach dem Ausschalten fährt die Scheibe wieder in die unterste Position. Beim nächsten Start wird die Scheibe ab einem Tempo von 5 km/h in die letztmals genutzte Stellung gebracht.

Ein wenig schmunzeln musste ich, als ich den Sport-Modus bei den Fahrmodi gefunden hatte. Bitte nicht mit einer Erwartungshaltung in diesen Modus schalten, dass jetzt aus der Gold Wing eine ZX 10 oder Panigale wird. Das Fahrwerk der Honda wirkt etwas straffer und der Motor spricht etwas direkter an. Mit der DCT-Kupplung merkt man, dass der Motor in den Gängen etwas höher ausdreht und das war es auch schon, was mein Gefühl angeht.

Dem Charakter der Gold Wing kommt am ehesten der Econ-Modus entgegen, also der Ökonomische. Eine weitere Alternative wäre dann noch der Tour-Modus, der ebenfalls das Gesamtkunstwerk Honda Gold Wing auf das einstellt, wofür sie auch gebaut wurde – komfortabel reisen. Der Tour-Modus ist auch die Grundeinstellung der Fahrmodi. Eine Regenvariante haben wir natürlich auch noch. Diese entspricht aber von den Voreinstellungen weitestgehend dem Econ-Modus.

Das elektronische Fahrwerk des Dickschiffes, mit einer Doppel-Querlenker-Aufhängung vorne, erlaubt die genreüblichen Einstellungen, die da wären: Fahrer / Fahrer mit Gepäck / Fahrer und Beifahrer / Fahrer mit Beifahrer und Gepäck. Gerade die Vorderradaufhängung verrichtet einen Top-Job. Saubere Rückmeldung vom Vorderrad, jede Unebenheit wird glattgebügelt. Hin und wieder schwingt das Heck sachte nach, ohne jedoch störend zu wirken. Der Riesenbrocken liegt gut auf der Straße und signalisiert an den Fahrer: wir haben alles im Griff. Auf den Dolomitenpässen hatte ich immer ein mitleidiges Lächeln für die Gold Wingfahrer übrig: Die armen Kerle wuchten hier einen derartigen Apparat hoch! Nach den jetzigen Erfahrungen weiß ich, dass dies komplett unangebracht ist. Wer hier nicht vor hat Bestzeiten zu fahren kommt komplett entspannt auf einer Passhöhe an.

Damit sind wir beim Thema Gepäck. Hier haben wir im direkten Vergleich zu der „Alten“ aus meiner Sicht die Änderung, welche am meisten auffällt. Mit Koffern (je 30 Liter) und Topcase (50 Liter) stehen bei der neuen Gold Wing 110 Liter Ladevolumen zur Verfügung. Bei der aktuellen Gold Wing ist damit der Laderaum um 40 Liter zur Vorgängerin geschrumpft. Da Flying Haggis und die beste Sozia von Allen immer mit Bedacht für den Urlaub packen reicht dies allemal. Man will schließlich nur in Urlaub fahren und nicht auswandern.

Wie sieht jetzt die Peripherie der neuen Gold Wing aus? Wir haben ja jetzt die ganze Zeit von komfortabel reisen gesprochen. Formatfüllend prangt da ein 7-Zoll-Display vor uns. Das zeigt uns das, in allen Modellen serienmäßige, Navigationssystem an. In der Größe natürlich gut lesbar.


Die „normalen Armaturen“, also Tacho und Drehzahlmesser sind analog daneben. Da man heutzutage wohl immer und überall erreichbar sein muss, besteht die Möglichkeit über Bluetooth das jeweilige Smartphone mit dem Display zu koppeln. Am besten soll das wohl mit dem Apple-eigenen I-Phone funktionieren, was ich aber nicht getestet habe. Einmal, weil ich kein I-Phone besitze und zum Zweiten, weil ich gar nicht überall erreichbar sein möchte. Anrufe meines Lehnsherrn auf einer Motorradtour würden bei mir nämlich massive Störungen im Magen- Darmtrakt erzeugen.

Was machen wir, wenn wir die Riesenfuhre zum Stillstand bringen möchten? Wir vertrauen auf die Bremsen der Gold Wing. Im Sprachgebrauch von Honda auf das Dual-Combined-Braking-System. Also ist da irgendetwas miteinander kombiniert. Tritt man auf die Hinterradbremse aktiviert man nicht nur die hintere 316er-Scheibe mit ihrer Dreikolbenbremszange, sondern auch die beiden vorderen 320er-Scheiben mit ihren Sechskolbenzangen.

Im konkreten Ernstfall sollte man jedoch auch vorne in die Bremse greifen, so sind wir ja alle konditioniert und dann auf das gut regelnde ABS hoffen. Apropos ABS. Euer Flying Haggis ist jetzt seit Jahren das wunderbare BOSCH-Kurven-ABS der Manufaktur aus Mattighofen gewöhnt und hat dies auch schätzen gelernt. Aus welchen Gründen auch immer verzichtet Honda bei der aktuellen Gold Wing auf ein Kurven-ABS. Ob man sich in Japan etwas technische Luft lassen möchte für die nächste Modellpflege? Wer weiß? Ansonsten gibt es bei den Bremsen nichts zu meckern. Alles auf dem Stand der Zeit, top solide und hinterlässt beim Fahrer ein sicheres Gefühl.

Wie ist jetzt das Fazit? Honda hat diesen kompletten Neuaufbau des Produktes Gold Wing sicherlich nicht unter dem Grundgedanken gemacht hohe Zulassungszahlen zu generieren. Dies lässt der Preis jenseits der 30.000 Euronen nicht zu und außerdem läuft der Absatz mit anderen Modellen der Produktpalette mehr als zufriedenstellend. Die aktuelle Gold Wing zeigt was möglich ist, wenn eine ambitionierte Firma ALLES in einem Motorrad verwirklicht, was man sich in einem großen (wirklich sehr großen), hubraumstarken Reisemotorrad vorstellt. Die Honda Gold Wingfahrer sind eine Familie. Und genau diese Familie wird die Maschine ansprechen. Sehr wahrscheinlich auch noch den ein oder anderen Interessenten, der mit einer BMW K 1600 GT nichts anzufangen weiß. Denn das dürfte die einzige richtige Konkurrenz für die Gold Wing in diesem Marktsegment sein. Wenn auch noch einige Fahrer aus dem Harley-Lager hinzukommen wird sich Honda sicherlich auch nicht beschweren. Das technisch hochwertigere Motorrad haben sie ohnehin auf die Beine oder besser Räder gestellt. Und ein Imageträger ist die Gold Wing für ihren Eigner allemal. Ich bin mir sicher, die neue Gold Wing wird ihre Käufer oder Käuferinnen finden. Die Zielgruppe der Fernreisenden oder Cruiser ist groß genug und genau für die ist SIE gemacht. Wie hat Christof Filusch so schön gesagt: Der schnellste Fernsehsessel der Welt!

Die Route 66 lässt schon einmal grüßen. Take me home country roads!

Marc Marquez ODER Am Rande des Wahnsinns

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Die Saison 2019 ist in vollem Gange und ich komme nicht umhin mich auch einmal mit einem Moto GP-Fahrer zu beschäftigen, dem ich nicht immer positiv gegenüberstehe. Der Spanier Marc Marquez ist in dem folgenden Bericht Gegenstand meiner Betrachtung.

Was soll ich sagen? Man kann zu dem durchtrainierten Spanier stehen wie man will, abschließend muss man sich eingestehen, dass er fahrerisch ein Phänomen ist. Das ist faktisch unbestritten und dafür ist ihm höchster Respekt zu zollen.

Menschlich gesehen und im Hinblick auf die sportliche Fairness habe ich das ein oder andere Problem mit Marc Marquez. Zu häufig geht er mir ein zu hohes Risiko ein und gefährdet damit nicht nur sich selbst, was man noch tolerieren könnte, sondern auch die Gesundheit seiner Konkurrenten.

Aber widmen wir uns zunächst der wirklich sagenhaften Karriere von Marc Marquez.

Bereits mit sechs Jahren begann der kleine Spanier seine rennsportliche Karriere. Wie viele andere auch zunächst im Bereich Motocross und Minibike. In der spanischen Meisterschaft der 125 ccm Klasse wurde dann der umtriebiege spanische Talentscout und Ex-Grand-Prixfahrer Alberto Puig auf Marquez aufmerksam. So kam er, gemeinsam mit Landsmann Esteve „Tito“ Rabat, im Repsol-KTM-Team in der Motorrad-WM unter. Diese erste Saison 2008 war aber zunächst geprägt von Verletzungen und so sprang letztendlich lediglich Platz 13 in der Gesamtabrechnung heraus.

Die zweite Saison lief dann mit neun Top-Tenplätzen, verbunden mit dem ersten Podest (3. Platz) in Jerez schon merklich besser und war abschließend für Platz acht in der Gesamtwertung 2009 gut. In der Saison 2010 hieß sein Teampartner dann Sandro Cortese und sein Saisonstart in Katar war mit Platz drei bereits vielversprechend. Am Ende dieser Saison wurde er mit zehn Siegen und zwei dritten Plätzen Weltmeister in der 125 ccm-Klasse. Mit 17 Jahren und 163 Tagen war er damit zweitjüngster Weltmeister. Lediglich Loris „Capirex“ Capirossi war bei seinem Titel noch jünger.

Als logische Konsequenz folgte 2011 der Aufstieg in die Moto 2-Klasse. Hier startete Marc Marquez auf einer Suter des Catalunya Caixa Repsol-Teams. In dieser Saison ließ Marc Marquez dann bereits das fahrerische Können und die Durchsetzungskraft erkennen, die ihn später in der Moto GP auszeichnen sollte. Nach drei Nullern zu Saisonbeginn und einem Rückstand von 82 Punkten auf Stefan Bradl nach dem sechsten WM-Lauf, ließ er eine sehenswerte und atemberaubende Siegesserie folgen. Sieben Rennsiege, 3 x Platz 2 und 1 x Platz 3 katapultierten den Spanier auf Augenhöhe mit Bradl. Verletzungsbedingt konnte Marc Marquez dann bei den letzten beiden Rennen in Sepang und Valencia nicht starten und verlor, denkbar knapp, den Moto 2-Titel an Stefan Bradl.

Marc Marquez ist lernfähig. Das Dumme für seine Konkurrenz ist, dass er schnell lernfähig ist. Fehler passieren ihm selten zweimal und so dominierte er in einer erschreckenden Form die Moto 2-Klasse in der darauffolgenden Saison 2012. Am Ende der Saison lagen 56 Punkte zwischen ihm und dem Zweitplatzierten Pol Espargaro. Neun Rennsiege, 2 x Platz 2 und 3 x Platz 3 sind aussagekräftig für seine Dominanz.

Die eigentliche und unglaubliche Erfolgstory Marc Marquez beginnt aber eigentlich erst jetzt. Die eigentliche Absprache, dass ein Rookie in der Moto GP nicht sofort in ein Werksteam wechseln kann wird von Honda Repsol pulverisiert. Honda hat ein Problem, denn IHR Weltmeister von 2011 Casey Stoner hat keine Lust mehr auf Motorradrennen und verabschiedet sich in den Vorruhestand. Adäquater Ersatz muss her und den glaubt man in Marc Marquez gefunden zu haben.

Und irgendwie scheinen die verantwortlichen Herrn bei Honda Recht zu behalten. Beim Auftaktrennen in die Saison 2013 wird Marc Marquez in Katar direkt Dritter, hinter so bekannten Größen wie Jorge Lorenzo (Platz 1) und Valentino Rossi (Platz 2). Beim nächsten Rennen in Austin (Texas) schnappt er sich direkt den ersten Rekord, nämlich jüngster Moto-GP-Sieger aller Zeiten. Im weiteren Saisonverlauf sammelt er fleißig weitere Podestplätze und die Etablierten stellen nun fest: Wir haben ein Problem! Und das Problem hat sogar einen Namen – Marc Marquez!

In seinem Debütjahr wird der Spanier Weltmeister. Mit 20 Jahren und 266 Tagen der jüngste Weltmeister aller Zeiten in der Königsklasse und der erste Rookie seit 1978 der zum Weltmeisterehren gekommen ist. Sechs Siege, sechs zweite und vier dritte Plätze im Saisonverlauf sprechen bereits Bände über die Konstanz die der junge Spanier an den Tag legt.

In der Saison 2014 macht sich Marc Marquez dann an seine Titelverteidigung. Die lief in einer Form ab, dass man sich um den Spannungsbogen der Moto GP ernsthaft Sorgen machen musste. Die ersten zehn Rennen sahen nur einen Sieger und der hieß Marc Marquez. Die Dominanz war derart erdrückend, dass man befürchten musste bis zum Saisonende keinen anderen Sieger mehr zu sehen. Zum Glück war dies nicht der Fall, aber mit abschließend dreizehn Saisonsiegen überbot er den bisherigen Rekord von Michael Doohan aus dem Jahr 1997. So ganz nebenbei pulverisierte Marc Marquez auch noch den Uraltrekord von Mike „the Bike“ Hailwood als jüngstem Fahrer dem zwei Titel in Folge gelungen sind.

Irgendwie hatte man dann zu Saisonbeginn 2015 gewisse Befürchtungen wie bei der Fußballbundesliga, wenn bereits zu Saisonbeginn feststeht, dass dieser Verein aus Deutschlands Süden wieder deutscher Meister wird. Wer sollte Marc Marquez schlagen?

Aber diesmal sollte die Saison anders verlaufen. Die aktuelle Honda gab dem spanischen Wunderkind Rätsel auf. Erst als Marquez bei der Dutch TT in Assen wieder mit dem Chassis des Vorjahres ausrückte fand er zur alten Stärke zurück. Zu diesem Zeitpunkt spielten aber bereits zwei andere Protagonisten die Hauptrolle um die Titelvergabe 2015. Valentino Rossi und Jorge Lorenzo lieferten sich einen sehenswerten Kampf um den Moto GP-Titel 2015. Leider spielte Marc Marquez in diesem Drama eine unrühmliche Nebenrolle. Aber dahingehend habe ich bereits meinem Herzen Luft gemacht und so schweige ich an dieser Stelle still.

https://flyinghaggis.net/2015/11/13/moto-gp-oder-der-weltmeister-der-herzen/

Entsprechend motiviert trat Marc Marquez dann 2016 erneut an, um die Scharte vom Vorjahr auszuwetzen. Und das tat er in souveräner Manier. Überhaupt muss man neidlos anerkennen: Marc Marquez ist nicht wegen der Werkshonda siegfähig sondern trotz der Honda. Keinem anderen Fahrer im Feld gelingt es derart diese Maschine am Limit und oftmals auch darüber zu bewegen. Bereits drei Rennen vor Saisonende gelang es Marc Marquez mit einem Sieg beim Großen Preis von Japan, also vor den Augen der Konzernchefs, seinen dritten WM-Titel in der vierten Moto-GP-Saison klar zu machen.

Im Jahr 2017 sollte Marc Marquez einen neuen Gegner erhalten. Einen Gegner der ihm auf manchen Strecken ebenbürtig war und der auch in der Lage war ihn im direkten Zweikampf zu besiegen. Andrea Dovizioso machte Marc Marquez in der Saison 2017 das Leben schwer. Bis zum letzten Saisonrennen in Valencia war es noch rechnerisch möglich, dass der Weltmeister vielleicht doch Andrea Dovizioso heißt. Ein dritter Platz von Marc Marquez beim abschließenden Rennen machte aber dann den vierten WM-Titel klar.

In der zurückliegenden Saison 2018 erwarteten dann alle Rennfans die Fortsetzung des Zweikampfes Marquez / Dovizioso. Einige „Nuller“ zu viel in der ersten Saisonhälfte ließen dann aber den Rückstand des schnellen Italieners zu stark ansteigen, als dass noch so etwas wie Spannung hätte aufkommen können. Völlig unangefochten war wieder ein WM-Titel für Marc Marquez die Folge. Neun Saisonsiege, vier zweite und ein dritter Platz sprechen wiederum Bände über die Konstanz des kleinen Spaniers.

Mittlerweile hat Marc Marquez über siebzig Grand-Prix-Siege angehäuft und gehört zu recht zu den Großen der Zunft. Er ist sicherlich der Fahrer schlechthin, der in der Lage ist in schier ausweglose Situationen einen „sicheren Sturz“ noch abzuwenden. Es gibt keinen anderen Fahrer, der diese Manöver derart in der Praxis umsetzen kann und der Schwerkraft ein ums andere Mal ein Schnippchen schlägt.

Und doch habe ich ein menschliches Problem mit Marc Marquez. Er ist mir oftmals zu rücksichtslos was den Umgang mit seinen Kollegen angeht. Für mich wählt er zu häufig ein nicht mehr kalkulierbares Risiko bei seinen Fahrmanövern, insbesondere beim Überholen, welches dann häufig zu Lasten seiner Konkurrenten geht. Bei Geschwindigkeiten um die 300 km/h riskiert man damit zumindest die Gesundheit der Beteiligten. Wenn er diese Kamikazeaktionen noch abstellen würde, dann wäre er wahrscheinlich der Sympathieträger schlechthin in der Moto GP.

https://flyinghaggis.net/2018/04/09/wer-keine-hitze-vertraegt-hat-in-der-kueche-nichts-verloren/

Faktisch ändert das aber gar nichts an meiner abschließenden Bewertung. Wer beabsichtigt in den nächsten Jahren Moto GP-Weltmeister zu werden, der muss zunächst einmal Marc Marquez schlagen. Oder Marquez muss sich selbst schlagen, wie in der laufenden Saison beim US-Grand-Prix COTA, den er quasi als Sieger abonniert hatte. Schauen wir mal ob er in diesem Jahr seinen neun klassenübergreifenden Siegen am Sachsenring einen weiteren Sieg hinzufügen kann. Oder sehen wir womöglich eine Wiederholung des Rennens in den Vereinigten Staaten? Dann könnte diese Saison wieder einen ähnlich spannenden Verlauf nehmen wie 2017, mit einer Entscheidung im letzten Saisonrennen. Lassen wir einfach den Besseren gewinnen. Ich bin schon gespannt.

Wer suchet, der findet

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Bei Flying Haggis und der besten Sozia von Allen ist es so, dass wir eher zu den bodenständigen Käufern zu zählen sind.

Soll heißen: Wenn wir irgendwo eine richtig gute Beratung erhalten, sei es beim Motorrad- oder Trekkingsektor, dann kaufen wir auch dort ein. Oftmals haben wir schon im Bekanntenkreis mitbekommen, dass mittlerweile viele Leute dazu tendieren sich im „Fachmarkt schlau zu machen“, um dann den letzten Cent oder Euro irgendwo im Internet zu sparen und dort einzukaufen. Natürlich ist das nicht verboten und in heutigen Zeiten ist auch Sparen angesagt. Wir sollten aber bedenken, dass wir mit dieser Handlungsweise zum Sterben des qualifizierten Einzelhandels beitragen.

Warum sage ich DAS jetzt? Weil ich eine wirklich gute Anlaufstelle für euch habe, wenn ihr auf der Suche nach Motorradbekleidung, sei es neue Kombi oder neue Stiefel bis hin zum Helm seid.

Für diejenigen, die vor Ort anprobieren möchten und dabei eine richtig gute und qualifizierte Beratung erhalten, direkt die Adresse:

Motoland St. Wendel GmbH
Frankfurter Str. 1
66606 St. Wendel
Tel.: 06851 / 939 973

https://www.motolandshop.de/


Flying Haggis und die beste Sozia von Allen haben hier die Winterschlafzeit genützt und einen richtig guten Einkauf getätigt. Abschließend sind wir bei -2- RUKKA-Kombis hängengeblieben. Die sind derzeit im Praxistest und ihr erhaltet Nachricht. Bislang sind wir beide restlos begeistert. Nicht billig, aber preiswert – wir konnten bei dem Angebot der netten Verkäuferin nicht mehr nein sagen.

Ein Freund von uns hat, nachdem wir ihm den Tipp Motoland gegeben hatten, dort eine Modeka-Kombi und einen Shoeihelm käuflich erstanden und kam, ob des Preises, auch nur noch kopfschüttelnd aus dem Laden.

Also – Wenn ihr gerade auf der Suche seid und im Großraum Saarland / Trier / Luxemburg wohnt, dann nichts wie hin zum Motoland nach St. Wendel. Am besten bevor ihr an anderer Stelle „zuschlagt“, sonst ist der Ärger groß.

Originale – Teil II

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Zum Themenfeld „Originale“ hatte ich ja bereits einen Beitrag vor etwas längerer Zeit.

https://flyinghaggis.net/2015/11/27/originale-oder-die-besondere-spezies-motorradfahrer/

Von daher wird es höchste Zeit sich um ein weiteres Original zu kümmern und es gibt wohl kaum Einen der diesen Begriff eines Originals mehr verkörpert als unser Gunnar.

Schaut man bei den Szenetreffs oder auf den Parkplätzen an Rennstrecken nach den dort geparkten Motorrädern, dann sieht man fast nur neues Material. Es hat sich viel getan auf dem Sektor Motorrad in den letzten Jahren. Technische Helferlein haben Einzug gehalten und erleichtern den Treibern die Handhabung. Alles gut – es trägt mit zu unser aller Sicherheit bei.

Bei Gunnar ist alles anders. Beim Thema Motorrad hat er ein Funkeln in den Augen. Die pure Lebensfreude und der pure Spaß, gepaart mit Interesse am Objekt Motorrad, der Technik und dem Thema fahren.

Aber diese Freude hängt bei Gunnar überhaupt nicht mit irgendwelchen technischen Neuheiten und Errungenschaften auf dem Motorradmarkt zusammen. Damit kann er irgendwie gar nichts, aber auch so wirklich gar nichts anfangen. Bei ihm darf ein Motorrad ruhig vibrieren und eine dementsprechende Geräuschkulisse entwickeln. Das sind zwar alles Maschinen, aber auch irgendwie lebendig. Und so wundert es den Besucher auch nicht sonderlich, wenn man als Gast das Wohnzimmer von Gunnar und seiner Frau Gertrud betritt.

Wo man vielleicht bei anderen Leuten eine Designercouch von Rolf Benz antreffen würde oder eine Skulptur, da steht bei Gunnar eine Moto Guzzi 750 S aufgebockt und fahrfertig im Wohnzimmer. Irgendwie ja auch eine Skulptur und eine italienische obendrein.

Der absolute Hingucker. Wahrscheinlich war der Adler aus Mandello unmittelbar nach Verlassen der Fabrikhallen nicht in einem derartigen Topzustand wie jetzt, hier zu Hause, bei Gunnar. Wie frisch aus dem Ei gepellt steht SIE da die Guzzi, als Blickfang mitten in der Wohnung. Von dieser Baureihe, die unmittelbar vor der 850er Le Mans entstand, wurden nicht viele Maschinen gebaut. Nur ein paar Hundert haben den Weg zum Endverbraucher gefunden.

Irgendwie wundert es mich jetzt auch kein bisschen, dass ich in einer Ecke das Instrumentenbrett der berühmtesten deutschen Jagdmaschine aus dem II. Weltkrieg finde. Wie selbstverständlich hängen da die Armaturen der Messerschmidt ME 109.

Mit einem vorsichtigen Blick vergewissere ich mich ob nicht noch ein Baker-Schleudersitz als Fernsehsessel zu finden ist. -Fehlanzeige-. Wahrscheinlich habe ich Gunnar jetzt auf eine Idee gebracht und Gertrud gibt mir Tiernamen.

Italien mag er. Die italienischen Motorräder mag er auch. Also müssen zwangsweise ebenfalls Produkte aus Borgo Panigale im Fahrzeugbestand sein. Natürlich keinesfalls mit einem Zahnriemen. Sollen Ducatis stilecht bewegt werden, dann sollten SIE auch über eine Königswelle verfügen, die dann das Herzstück der Desmodromik ist.

Also finden wir eine alte 900er Mike Hailwood Replica genauso vor, wie eine alte 1000er S 2.

Die Mike Hailwood Replica ist ein 83er Modell, aber bereits mit der Verkleidung der 84er Baureihe. Schön steht SIE da, reduziert auf das Wesentliche, was die ersten Modelle ausgezeichnet hat, also nur mit ihrem Kickstarter.

Aus Bologna ist auch noch eine 1000 S 2 in Gunnars Besitz. Man kann sagen, dass diese Ducati aus dem Jahr 1985 eine absolute Rarität ist, denn Moto Thome, der bekannte Ducatihändler aus dem bergischen Land, hat seinerzeit hier Hand angelegt und die Maschine optimiert für den Rennstreckeneinsatz. Kein Gramm zu viel am Rahmen steht SIE da, wie neu aus dem Laden.

Euer Flying Haggis fühlt sich wie im siebten Motorradhimmel. An den Wänden hängen Bilder von Ausfahrten mit dem stolzen Besitzer, der natürlich mit Halbschale auf diesen Modellen unterwegs ist. alles andere wäre für ein „Windgesicht“, wie Gunnar eines ist, ein Stilbruch.

Aber da gibt es ja noch eine Manufaktur aus bella Italia, die richtig schöne und schnittige Motorräder hergestellt hat und die darf im Fahrzeugbestand von Gunnar natürlich nicht fehlen. Eine 1000 C 3 von Laverda in dem firmentypischen orange steht in der Garage. Die erste 1000er aus dem Hause Laverda und Vorläufer der bekannteren Jota-Modelle. In der Langstreckenszene waren die Laverdas wegen ihrer standfesten Motoren beliebt.

Ein Brot- und Buttermotorrad hat Gunnar natürlich auch im Fahrzeugbestand. Eine alte BMW R 60/5 steht da noch in der Garage und hat viel zu erzählen. Bei größeren Urlaubstouren wurde nämlich die BMW als „Maultier“ genutzt, da sie im Vergleich zu den Italienerinnen doch ein Mindestmaß an Komfort in die Waagschale werfen konnte. So kann die „Gummikuh“ auch von der ein oder anderen Tour u. a. auf den Balkan in den 90er erzählen.

Gunnar ist ohnehin ein Weltenbummler und das war auch immer mit dem Thema Motorrad eng verbunden. So waren er und seine Frau Gertrud schon 1983 mit „dem ersten richtigen Motorrad“ einer Yamaha XS 400 mit Sack und Pack, sprich Zelt, Schlafsack, Rucksack und Gepäck bis hinunter nach Portugal.

Richtig Ruhe findet unser Gunnar mit seinen jetzt bald 59 Lenzen aber nicht. Das neueste Projekt steht noch „gestrippt“ in der Garage. Ursprünglich hörte das was man da sieht auf den Namen BMW R 100 S. Wenn SIE fertig ist und das kann nicht mehr lange dauern, dann steht da eine BMW Scrambler made by Gunnar. Wahrscheinlich würde man jede BMW Ninety dafür stehen lassen.

Und dann kommt es so, wie es unter Motorradfahrern häufiger vorkommt. Es wird bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen Benzin geredet. Abschließend steht schon lange bei mir fest. Wenn Gunnar kein Original ist, dann gibt es in diesem Sonnensystem keine Originale mehr. Wahrscheinlich wurde genau für ihn der Begriff geprägt.

 

Auf in das spanische Ländchen

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Heute begeben wir uns mal wieder auf Fahrt. Die Reise führt uns, wie kann es anders sein, in die Eifel und so rollen wir aus Trier auf einem unserer altbekannten Wege auf der „Westseite“ stadtauswärts.

Die Mosel zu unserer Rechten fahren wir auf der B 53 an den Stadtteilen Biewer und Ehrang vorbei und biegen dann in Richtung Trier-Quint nach links ab. Die Route haben wir bereits häufiger genutzt und so ist sie uns zum Einrollen längst bekannt. Es geht auf die L 46 in Fahrtrichtung Binsfeld, Spangdahlem.

Nach etwa 11 kurvigen Kilometern auf der L 46 folgen wir den Wegweisern nach Speicher auf die L 36. In Speicher rollen wir einfach in den Ortskern und folgen dem Straßenverlauf bis an die T-Kreuzung Maarstraße / Bahnhofstraße. Dort biegen wir nach rechts ab. Unmittelbar anschließend führt uns der Weg dann nach links wieder auf die L 36 nach Philippsheim. Schön ruhig ist die Streckenführung. Wir sind sozusagen für uns und genießen zum einen die Landschaft und zum anderen den schönen Kurvenverlauf. Dieser führt uns zu einem Verkehrskreisel an die B 50 und jetzt geht es für uns in Richtung Bitburg. Bundesstraßen sind normalerweise nicht so ganz mein Ding, aber dieser kurze Abschnitt ist durchaus zu verkraften.

Den folgenden Verkehrskreisel vor Bitburg verlassen wir im Grunde genommen „geradeaus“ auf die Albachstraße, die uns in Richtung des Bitburger Krankenhauses führt. In der Ortslage Bitburg orientieren wir uns dann in Richtung Prüm (Rittersdorf) auf die L 5.

Der Weg führt uns zügig durch Bickendorf, Seffern und Lasel nach Schönecken. Der Ort ist uns von früheren Touren bereits bekannt, einschließlich seiner gut sichtbaren Burgruine. Im 12. Jahrhundert wurde die Burganlage von den Grafen von Vianden erbaut. Sie wird auch „Bella Costa“ oder „Clara Costa“ genannt. Bei unserer „Rom-Tour“ sind wir aus Richtung Mürlenbach kommend nach Schönecken eingefahren – natürlich auch mit Blick auf die Burg.

Weiter geht es jetzt mitten hinein nach Prüm und wir haben es nicht mehr weit bis zu unserer ersten Pausenstation. Also auf die Zähne beißen und nicht an der Eisdiele am „Hahnplatz“ haltmachen. Genau von dieser Stelle fahren wir etwa für 11 km nochmals ein kurzes Stück Bundesstraße. Wir sind auf der B 265 und rollen an Tafel und Knaufspesch vorbei bis es kurz darauf nach rechts auf die L 20 in Richtung Ormont geht. Von Ormont fahren wir nach Hallschlag. Wir sind jetzt nur noch ca. 3 km von der Grenze nach Belgien entfernt. Hallschlag gehörte geschichtlich zur Herrschaft Kronenburg und genau in dieses Herrschaftsgebiet wollen wir hin. Wir sehen auch schon den Kronenburger See zu unserer Rechten und kurz hinter dem See geht es für uns links ab nach Kronenburg.

Also den Berg hinauf alsdann in einer Rechtskurve halblinks in die Straße „Burgbering“ Kronenburg und dort auf den Parkplatz abbiegen.

Man könnte jetzt auch in „Schrittgeschwindigkeit“ in diesen Bereich einfahren, was wir aber nicht machen. Irgendwie würde es die Idylle dieses wirklich schönen Örtchens stören. Also die letzten Meter fußläufig auf dem Kopfsteinpflaster erledigen und die kleinen gemütlichen Fachwerkhäuser bestaunen. Einfach ein schöner Ort. Hat etwas von Modelleisenbahn H „0“.

Von der Burgruine Kronenburg hat man einen schönen Blick in die Eifel und auf den See. Erstmalig wurde die Kronenburg im 13. Jahrhundert erwähnt. Zwischen 1555 bis 1715 stand der Landsitz unter spanischer Herrschaft. Deshalb nennt man diese ehemalige spanische Exklave auch noch heute häufiger in der Eifel  „spanisches Ländchen“. Aber wir sind ja hierhergekommen um eine wohlverdiente Pause zu genießen. Und die machen wir bodenständig, also nicht mit spanischer Paella.

Erste Möglichkeit: Wenn ihr vom Parkplatz in den Ort spaziert ist direkt im „Torbereich“ das Cafe „Raum C“. Bei Regenwetter – eintreten und hinauf in den ersten Stock. Bei Sonne – raus auf die Terrasse.

Zweite Möglichkeit: An den Wochenenden und an Feiertagen in der Ortslage der Beschilderung „Cafe Zehntscheune“ folgen. Jetzt werden einige Stammleser aufhorchen und sagen: Hey Haggis. Du hast uns doch schon die „Zehntscheune“ empfohlen und die lag damals ganz woanders. Vollkommen korrekt: „Zehntscheune“ Nr. 1 liegt in Herrstein im Hunsrück (Tour: Hunsrück ODER auf Tour mit Herrn Bückler) und die heutige „Zehntscheune“ hat außer dem Namen erfreulicherweise die Gemütlichkeit und die exzellente Kuchentheke gemeinsam. Also Platz nehmen und die Feinkostcontainer füllen.

Frisch gestärkt machen wir uns wieder auf den Weg. Talabwärts aus dem Burgbering in Richtung B 421 und dann knappe 18 km über Stadtkyll und Jünkerath nach Hillesheim, der heimlichen Krimihauptstadt Deutschlands. In Hillesheim folgen wir der Beschilderung nach Gerolstein. Dort suchen wir uns in der Ortslage unseren Weg nach Salm auf die L 29. Schließlich ist endlich wieder Zeit für ein paar schöne Kurven.

Dann folgen wir zunächst den Wegweisern in Richtung Daun auf die B 257, einer der bekannten Einflugschneisen in Richtung Nürburgring. Auf der Bundesstraße bleiben wir aber nur etwa 7 km, denn in Oberstadtfeld biegen wir rechts ab auf die kurvige K 9 / L 65 in Richtung Üdersdorf. Wir sind jetzt schon in der Nähe der Maare, machen aber hinter Üdersdorf noch einen kleinen Schlenker wieder auf die L 65 über Trittscheid und nach Eckfeld.

Hier finden wir in der Brunnenstraße das Bauernhofcafe „Morgenfelderhof“. Platz für unsere Maschinen ist direkt in der kleinen Einfahrt, respektive vor der Terrasse. Alles wie immer bei unseren gepflegten Einkehrtipps: Gute Kuchentheke und ein ruhiges Plätzchen.

Falls ihr wider Erwarten keinen Platz finden solltet, investiert ihr knappe 5 km bis nach Gillenfeld und fahrt zu meinem anderen nahen Einkehrtipp dem „Eifeler Scheunencafe“. Das hatte ich euch bereits in einem anderen Bericht näher gebracht.

Egal wo wir jetzt unsere Pause gemacht haben, der nächste Weg für uns auf die L 64 in grobe Richtung Wittlich. Kurz hinter Hasborn, nachdem wir die Autobahn A 1 unterquert haben, biegen wir rechts ab auf die K 22 und fahren über Greimerath und Plein (K 21) nach Wittlich ein. Alternativ kann man hinter Hasborn auch auf der L 52 verbleiben und gelangt auch mit einer schönen Streckenführung, am städtischen Krankenhaus vorbei, nach Wittlich.

In der Ortslage Wittlich orientieren wir uns nach der Beschilderung Bitburg. Unsere Streckenführung verändert unterwegs mehrfach ihre straßenverkehrsrechtliche Widmung und mutiert von Kreisstraße, zur Landesstraße und abschließend auf den letzten Kilometern von Landscheid nach Binsfeld zur Bundesstraße B 50.

Jetzt treffen wir auf eine alte Bekannte, die L 46. Die bringt uns jetzt kurz hinter Binsfeld, an Herforst vorbei auf die Streckenführung, die wir heute Morgen in Höhe der Abzweigung Speicher verlassen haben. Noch einige kurvige Kilometer zur Entspannung entlang des Quinter Baches abwärts und unser Ausgangsort Trier hat uns wieder.

Wo ihr hier unterkommt oder noch speisen könnt, findet ihr unter meinen Rast- und Übernachtungstipps. ODER – ihr meldet euch bei mir und ich helfe gerne weiter.

Ich packe meinen Koffer …………….

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Ich weiß nicht wie es euch bei größeren Touren mit dem Motorrad geht, aber bei mir ist es oftmals so, dass ich, trotz Reduzierung auf das Mindestmaß an notwendigen Utensilien, an die Grenzen der Packmöglichkeiten bei meiner Maschine komme. Da sprechen wir jetzt nicht einmal vom Erreichen des maximalen Gesamtgewichtes unserer Motorräder laut Fahrzeugschein. Das ist wahrscheinlich bei 90 % unserer Touren bereits locker überschritten.

Im Sommer steht jetzt wieder eine längere Tour an und für die fast dreiwöchige Reise muss irgendwie noch etwas ergänzend zu Kofferset und Tankrucksack her. Also ging Flying Haggis auf die Suche.

Fündig wurde ich dann abschließend bei der Firma SW-Motech. Es sind zwei Zusatztaschen, die bei SW-Motech unter dem Begriff TRAX M/L Zusatztaschen firmieren. Passend sind sie für die TRAX-Koffer von SW-Motech, sowie für die originalen BMW-Koffer. Sie lassen sich aber auch auf meinen Touratech-Koffern unserer „Sissy“ gut montieren.

Die Taschen sind mittels der mitgelieferten Gurte gut auf den Topladern zu befestigen. Sitzt, passt und da wackelt oder stört nichts. Man kann SIE sogar als Armlehnen für die beste Sozia von Allen missbrauchen.

Die TRAX Zusatztaschen haben ein Fassungsvermögen von 15 Liter und sind wasserdicht.

Gummierter rundlaufender Reißverschluss, sowie nochmals ein überstehender Deckel verhindern den Wassereintritt.

Alternativ kann man das Innenfach nochmals mittels einer Kletttrennung unterteilen oder ganzflächig nutzen. Je nach Bedarf.

Es bietet sich an die Taschen vielleicht für das wärmende Innenfutter unserer Motorradbekleidung, sowie für Regenjacken zu nutzen. Dann ist die kopflastige Entwicklung der Fahreigenschaften unserer bepackten Maschine nicht ganz so arg. Aber Ölreserve, Kettenspray oder Werkzeug geht natürlich auch.

Wie sich die SW-Motech Zusatztaschen auf unserer großen Tour bewähren werde ich berichten.

Die Taschen gibt es direkt bei SW-Motech unter der Best.-Nr. BC.ALK.00.732.10700/B zum Stückpreis von 79,95 Euronen. Das ist jetzt kein Schnäppchen. Die wertigen Taschen sind den Preis aber allemal wert.

Neues Spiel, neues Glück!

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Die ersten Testfahrten vor Saisonbeginn sind bereits Geschichte und das erste Rennen am 10. März in Katar steht unmittelbar bevor. Wie sieht es nun aus, was erwartet uns in der Saison 2019? Werfen wir mal wieder einen Blick in die berühmte Glaskugel, um am Saisonende zu schauen wie nah wir an der Realität dran waren.

Ich nehme sofort die komplette Spannung aus dem Thema heraus. Andrea „Desmo-Dovi“ Dovizioso wird Weltmeister in der Moto GP. Warum? Einmal, weil er jetzt einfach an der Reihe ist und sich diesen Titel über die Jahre redlich verdient hat.

Warum noch? Weil ihm jetzt endlich nach all den Jahren akribischer Entwicklungsarbeit der Status der Nr. 1 im Team unumstößlich zusteht und auch zugestanden wird. Die ganze Aufmerksamkeit geht in dieser Saison bei Ducati in Richtung Dovizioso. Kein Andrea Iannone mehr, der auch über gewisse Seilschaften bei Ducati verfügte. Kein Jorge Lorenzo mehr, für den das Werk und die Sponsoren ein horrendes Gehalt zahlten um den Titel nach Bologna zu holen.

Damit sind wir, meiner Meinung nach, bei einem weiteren Grund für den diesjährigen Titel von Desmo-Dovi. Der Überflieger Marc Marquez und ungekrönte König bei Repsol-Honda erhält einen neuen Kollegen.

Schluß ist mit dem loyalen Partner und Arbeitnehmer Dani Pedrosa. Stattdessen steht jetzt mit Jorge Lorenzo ein weiteres Alphatier im Stall. Und Lorenzo war nie einer von der stillen Sorte. Nicht bei Yamaha mit Gottvater Valentino Rossi und auch nicht bei Ducati mit Andrea Dovizioso. Wo Lorenzo auftauchte gab es relativ schnell Unruhe, Zwist und Nicklichkeiten in den Teams. Insbesondere wenn der schnelle Spanier irgendwie das Gefühl bekam nicht die gleiche Aufmerksamkeit zu erhalten wie sein Teampartner. Lorenzo wird nicht den Schildknappen für Marc Marquez spielen und ihm den Rücken für einen weiteren WM-Titel freihalten. Das Ziel von Lorenzo ist: Siege einfahren mit der nunmehr dritten Marke für die er fährt UND zeigen, dass er mit gleichem Material in der Lage ist den WM-Titel vor einem Marc Marquez zu gewinnen.

Marc Marquez wird sich strecken müssen, denn diese Situation im eigenen Team kannte er bis dato nicht. Dieses Jahr wird es Spannungen beim Repsolteam geben und die beiden Protagonisten werden sich gegenseitig Punkte wegnehmen. Denkt man an frühere Szenen im Yamaha- oder Ducatiwerksteam zurück, dann ist auch der ein oder andere gemeinschaftliche Besuch in den Kiesbetten der Rennstreckenwelt durchaus gut denkbar.

Nutznießer wird Andrea Dovizioso sein, denn er sitzt in diesem Jahr auf dem besten Motorrad. Ducati hat nochmals über den Winter nachgebessert. Die Maschine ist bei ihrem letzten Manko, dem Einlenkverhalten in die Kurve, stark verbessert worden ohne ihre bisherigen Tugenden zu verlieren. Damit ist die Rote aus Borgo Panigale für viele Piloten fahrbarer geworden. Beispiel gefällig? Schaut auf die abschließende Zeitenliste der Testfahrten in Malaysia. Auf den vier ersten Plätzen finden sich vier der aktuellen Ducatifahrer. Der „neue Werksfahrer“ Danilo Petrucci hat mit der roten Rakete die bisherige Bestzeit pulverisiert.

Nur einen Wimpernschlag dahinter findet sich der Rookie Francesco „Pecco“ Bagnaia mit seiner Pramac-Ducati. Die Plätze drei und vier komplettieren der schnelle Australier Jack „Ass“ Miller und Andrea Dovizioso. Die Konkurrenz dürfte gewarnt sein.

Hier folgten in Respektabstand Maverick Vinales auf der stark verbesserten Yamaha und Cal Crutchlow der schnelle Brite auf seiner LCR-Honda.

Sein Teamkollege Takaaki Nakagami überraschte bereits bei den abschließenden Saisontests 2018. Jetzt findet sich der Japaner bereits auf Platz 9 der Zeitenliste. Wir sollten also den schnellen Japaner im Hinterkopf behalten. Für die ein oder andere Überraschung wird er in diesem Jahr gut sein.

Direkt hinter Nakagami reihte sich unser Doctor Valentino Rossi ein. Diese Testfahrten haben für den Altmeister mit seinen jetzt 40 Lenzen bereits seit mehreren Jahren ihren Reiz verloren. Er investiert hier keine Kräfte um Bestzeiten zu setzen. Deshalb sollten wir unseren Doctor über die Saison betrachtet weiterhin auf der Rechnung haben. Für den zehnten Titel wird es zwar meiner Meinung nach nicht mehr reichen, aber, er wird sich hinter Dovizioso und Marquez aller Wahrscheinlichkeit mit Lorenzo und „Petrux“ Petrucci um den dritten Platz im Gesamtklassement balgen.

Dahinter wird es dann eng und ganz knapp. Wenn Alex Rins seine Performance aus der Vorsaison retten konnte, dann wird er the best of the rest.

Gespannt bin ich auch auf Johann Zarco. Der schnelle Franzose ist jetzt im Werksteam von KTM unterwegs und die Mattighofener haben nicht als Ziel ausgelobt ewige Zeiten hinter den Etablierten herzufahren. Ab der zweiten Saisonhälfte sehe ich deshalb auch Zarco in den Bereichen Platz 4 bis 8. Wenn die Konkurrenz Fehler macht ist sicherlich auch ein Husarenstück mit einem Platz auf dem Podest möglich. Pol Espargaro hat es bereits zu Saisonende 2018 vorgemacht.

Die Moto 2 startet irgendwie bei der Jahreszahl Null. Die Abstimmung der Maschinen wird sicherlich arbeitsintensiv, denn nach einer gefühlten Ewigkeit mit den Hondamotoren arbeiten jetzt Aggregate des britischen Herstellers Triumph in den Moto 2 Maschinen.

Bei ersten Tests hat u. a. Sam Lowes einen sehr guten Eindruck hinterlassen mit einer Bestzeit. Den schnellen Briten habe ich aber nicht auf dem Zettel, wenn es über die Saison betrachtet um Titel geht. Er ist einfach zu sturzanfällig als das er eine ernsthafte Option für den Titel darstellen könnte.

In der Moto 2 setze ich alles auf den KTM-Werskfahrer Brad Binder. Er weiß wie man Titel gewinnt, hat bereits gezeigt, dass er siegfähig ist und gleichzeitig clever genug auch einmal einen vierten oder fünften Platz nach Hause zu fahren, wenn mehr einfach nicht geht oder sinnloses Risiko bedeuten würde.

Als seinen ärgsten Widersacher sehe ich den „kleinen Bruder“ vom Doctor Valentino Rossi. Luca Marini ist in der letzten Saison in den VR 46-Farben des Sky-Teams zu einem Siegfahrer gereift. Er wird an Brad Binder bis zum Ende der Saison dranbleiben.

Die beiden müssen ein Augenmerk behalten auf Lorenzo Baldassarri und Alex Marquez. „Balda“ sehe ich auf Gesamtrang drei. Bei Alex Marquez bleibt abzuwarten wie er seine Nerven im Griff hat, denn hinter den ersten vier wird es heiß hergehen.

Heimkehrer Tom Lüthi hat noch eine Rechnung mit der Moto 2 offen. Marcel Schrötter könnte an seinem starken Teamkollegen aus der Schweiz wachsen und auch eine Außenseiterrolle spielen.

Auf wen ich noch gespannt bin ist der weitere deutsche Vertreter Lukas Tulovic. Lukas startet in dem starken Kieferteam und ist damit in einem Spitzenumfeld. Lassen wir Lukas 2019 Zeit in der WM zu reifen. Plätze von 10 – 15 halte ich durchaus für möglich, da er ein cleverer Fahrer ist.

Vom dritten deutschen Vertreter Philipp Öttl erwarte ich jetzt keine großen Dinge. In den letzten Jahren war er jeweils solo im Team seines Vaters Peter Öttl unterwegs. Jetzt sitzt er zwar auf Topmaterial von KTM in der Moto 2, hat aber mit Marco Bezzecchi einen bärenstarken Teamkollegen. Bezzecchi wird alles daran setzen zu zeigen, dass er ganz nach vorne gehört und als erstes seinen Teamkollegen Öttl in Grund und Boden fahren. Ich befürchte, dass Phillips erste Saison in der Moto 2 gleichzeitig seine letzte Saison werden wird.

Was sage ich zur Moto 3? In diesem Jahr auf Grund der vielen Abgänge fast nicht einzuschätzen, da aus dem Zahnspangengeschwader der spanischen und italienischen Nachwuchsklassen alljährlich neue und schnelle Fahrer in die WM vorstoßen. Siehe Marco Bezzecchi im letzten Jahr. Trotzdem wage ich für den Titel eine Prognose und die lautet Lorenzo Dalla Porta.

Dalla Porta wird den Titel holen und dahinter werden sich über den Saisonverlauf die Verfolger abwechseln. Am ehesten traue ich es noch Jakub Kornfeil aus dem deutschen Prüstel Team zu mit der nötigen Cleverness den Vizetitel nach Hause zu fahren.

Gefolgt von Aron Canet, er in der zurückliegenden Saison an seinen Nerven und den eigenen hohen Ansprüchen gescheitert ist.

Das wäre die Saisonvorschau von Flying Haggis. Ich hoffe wir sehen uns alle am Sachsenring wieder und heben den deutschen Motorrad Grand Prix wieder über die 200.000er Zuschauermarke. Bis dann!