Ihre Majestät der Herzog!

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Beginnen wir unsere kleine Geschichte zunächst einmal mit zwei Fragen, die es zu klären gilt, damit anschließend nicht die Vorwürfe kommen in der Art:

„Das hätten wir aber vorher wissen müssen!“

Frage 1: Ist mein Führerschein für meinen alltäglichen Ablauf von herausragender Bedeutung? JA oder NEIN?

Frage 2: Sind die ÖPNV-Verbindungen von meinem Wohnort zu meinem Arbeitsplatz, sowie zu meinen Lieblingsplätzen in der Region hervorragend? Ja oder NEIN?

Sollten eure Antworten auf Frage 1 Ja und auf Frage 2 Nein lauten, habt ihr beim Kauf des folgenden Produktes aller Wahrscheinlichkeit nach ein Problem.

In Vorbereitung zu einer längeren Urlaubstour ließ euer werter Erzähler seine dicke 1190er @venture zwecks Wartung bei dem KTM-Händler seines Vertrauens. Ein neuer Satz Reifen, sowie ein neuer Kettensatz waren angesagt und so erhielt Flying Haggis von der KTM-Schmiede Bodo Schmidt in Schmelz ein oranges Produkt um die folgenden Tage zweirädrig zu überbrücken.

Meine wuchtige Reiseenduro gewöhnt stand ich dann leicht verstört vor der im Vergleich dazu filigranen 1290er Superduke R.

„Um Himmels willen. die hat ja die Ausmaße von einer 125er!“

Also im Unterbewusstsein bereits auf „Contra“ eingestimmt vom Hof gerollt und die ersten Meter in Angriff genommen. Nach ein paar Kilometer stellte ich dann bereits fest, dass meine knappen 1,90 auf der Superduke ganz kommod aufgehoben sind.

Gar nicht so zusammengefaltet und unbequem wie erwartet und befürchtet. Irgendwie sogar alles ganz ergonomisch. Schöner Knieschluss am Tank, alles gut im Griff und im Blick.

Apropos im Blick und im Griff. Die neue Superduke R hat diese neudeutsch Keyless, also schlüssellose, Variante zu bieten. Also so ganz schlüssellos ist es nun auch nicht, aber ihr sucht das Zündschloss vergeblich. Schlüssel in der Kombi verschwinden lassen und rechts auf die graue Taste mit dem stilisierten Schlüssel drücken.

Jetzt läuft das Programm ab, als ob ihr „bei einer normalen Maschine mit Zündschloss“ den Schlüssel auf Zündung gestellt habt.

Kleiner Tipp am Rande: Das mit Schlüssel in der Kombi verschwinden lassen sollte man beachten. Der „Herzog“ merkt nämlich nicht, wenn Ihr den Schlüssel nach dem Startvorgang in der Garage vergessen habt. Wenn ihr nach einem derartigen Malheur irgendwo nach 150 km auf eurer Heimstrecke ein Cafe anlauft und den Motor abstellt, ist mit Neustart „Essig“. Soll heißen, da hilft dann nur der Rücktransfer mit ADAC. Aber so etwas passiert uns ja nicht.

Starten wir also unseren Duke mit dem Starterschalter, der uns in seiner Anmutung und der Beschriftung an die Killschalter alter Produkte erinnert. Da den Wippschalter mit dem „Blitz“ drücken (mit dem schaltet ihr auch die Duke wieder aus) und unter euch erwacht ein Aggregat was mich nachhaltig begeistert hat. Wer nicht mehr genau weiß warum ein Motorrad – Motorrad heißt, nach der ersten Fahrt mit dieser 1290er ist die Erinnerung wieder da.

Der Motor hat IMMER und ÜBERALL, in jedem Drehzahlbereich derartig viel Leistung parat, dass man immer und überall zu schnell ist.

Ja ich weiß. Jetzt kommen die Kommentare in die Richtung, das bestimmst Du schließlich selbst mit der rechten Hand usw. Alles richtig und auch korrekt. Das Problem ist nur, dass dich diese Maschine in der Art und Weise, wie die Leistung produziert wird und wie das erstklassige White Power-Fahrwerk das alles kompensiert einfach zu einem mehr als zügigen Fahrstil verleitet.

Das Ganze in einer Form, dass nie das Gefühl einer Überforderung eintritt. Was einen bei der angebotenen Leistung von 177 PS bei einem Naked Bike schon mehr als verwundert.

Da ich eigentlich immer etwas kopflastige Maschinen gewöhnt bin, außer Kurztrips auf der Monstro Piccolo der besten Sozia von Allen, waren die ersten Kurven mit der leichten Frontpartie der Superduke dann etwas gewöhnungsbedürftig. Die Naked-Bike Erfahrenen unter Euch werden direkt damit klar kommen, dass wirklich jeder Gedanke an einen Richtungswechsel unmittelbar umgesetzt wird. Ich musste mir mit einem kleinen Trick etwas Ruhe in die Front respektive Lenkung bringen. Etwas weiter in den Kurvenradius hinein gebremst und die Bremse auf sachten Druck gehalten, dann war auch etwas mehr Druck auf dem Vorderrad und das Einlenken für mich die reine Freude.

Rausbeschleunigen läuft dann wie weiland Münchhausen auf seiner Kanonenkugel oder bei Bullys Raumschiff Surprise mit Mopsgeschwindigkeit. Wie schon in den ersten Zeilen bemerkt: Du bist immer und überall mit dieser Maschine und dem unfassbaren Motor zu schnell. Mit zu schnell meine ich damit nicht gesetzeskonform.

KTM-typisch kann man das Aggregat entsprechend auf die persönlichen oder wetterbedingten Vorlieben abstimmen. Soll heißen Straße, Sport oder Regen.

Im Zubehörpaket gibt es dann auch Alternativen und dann kommt noch der Racemodus hinzu. Was das Aggregat dann für ein Feuerwerk abbrennt weiß ich nicht, entzieht sich aber ehrlich gesagt momentan meiner Vorstellungskraft.

Den Schaltautomaten und die Blipperfunktion habe ich nur ausserorts genutzt. Irgendwie waren mir die Schaltvorgänge hier bei Geschwindigkeiten bis 50 km/h zu hart und die Übergänge etwas ruppig. Ausserorts funktioniert sowohl Schaltautomat, als auch der Blipper beim Runterschalten einwandfrei und es kommt in meinem bescheidenen Rahmen so etwas wie Rennfeeling auf.

Ansonsten kann man, wie mittlerweile fast bei allen Herstellern gängig, so gut wie alles über das Display einstellen. Dazu ist anzumerken, dass sich dieses TFT-Display je nach Lichtverhältnissen farblich anpasst und wirklich immer gut ablesbar ist. Klein aber übersichtlich.

Nach drei wirklich kurzweiligen Tagen mit dem Herzog war unsere Episode bereits beendet. Was soll ich sagen? Wenn die Tendenz zum Drittmotorrad ginge wäre die Superduke für mich eine direkte Kaufempfehlung. Für alle die eine schnelle Hatz auf der Heimstrecke oder bei einem Renntraining lieben ist die R sicherlich DIE EMPFEHLUNG schlechthin. Wahrscheinlich geht auch ein kleiner Wochenendausflug in Schwarzwald und Vogesen. Für eine längere Urlaubstour haben die Mattighofener ja die GT im Programm.

ODER die neue 1290er @venture – das Nachfolgemodell meiner dicken Vroni. Eigentlich war ich bisher der Überzeugung auf dem besten Motorrad der Welt zu sitzen (natürlich meine persönliche und rein subjektive Empfindung). ABER dieser 1290er Motor! Einfach unglaublich.

Ich bin mal kurz bei meiner Hausbank – Bis bald!

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Ducati Moto GP oder Dove stai andando?

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Ich kann es ja einfach nicht leugnen. Mein Motorradherz schlägt tief in seinem Innersten immer noch für die roten Göttinnen aus dem Werk von Borgo Panigale in Bologna. Aber wo geht die Reise jetzt hin bei den Italienern?

Was hatte ich Ende der 80er Anfang der 90er in der Superbike-WM ein Grinsen im Gesicht, wenn die roten Renner ein um das andere Mal der Phalanx der japanischen Vierzylinder ein Schnippchen schlugen.

„Ciao ragazzi. Dove siamo è davanti!“

Und im Jahr 2003 war es dann in der neu geschaffenen Königsklasse der Moto GP so weit. Der Werkseinstieg von Ducati, dazu noch mit Sympathieträgern wie Loris „Capirex“ Capiriossi und Troy Bayliss als Fahrerpaarung. Wie ein (im wahrsten Sinne des Wortes) roter Faden zieht es sich seitdem durch die Historie der Moto-GP-Renner von Ducati → auf der Geraden gingen die Maschinen wie die Hölle.

Und so war es auch nicht verwunderlich, dass ausgerechnet auf dem, mit einer langen Geraden gesegneten, GP-Kurs in Barcelona der erste Sieg für Loris Capirossi und die Desmosedici 2003 heraussprang.

Die beiden Folgejahre 2004 und 2005 waren recht schwierig für das Bologneser Werk. Das Einstiegsjahr 2003 hatte die Erwartungen wohl etwas zu sehr in die Höhe getrieben und am Ende waren die Herrn aus Borgo Panigale nicht so ganz zufrieden.

Was macht man im Fußball, wenn man mit dem Team nicht so ganz zufrieden ist? Man wechselt den Trainer oder kauft sich von einem anderen Verein einen starken Spieler. Dies in der Hoffnung, dass der es jetzt richten möge.

Aus meiner Sicht kam es damals zu der ersten in einer Reihe von folgenden personellen Fehlentscheidungen in der Führungsetage der kleinen italienischen Manufaktur.

Der Spanier Sete Gibernau wurde Teamkollege von Loris Capirossi und Troy Bayliss führte das Ducati-Superbike in der WM wieder von Sieg zu Sieg und abschließend zum Titel.

Noch heute bin ich der festen Überzeugung, dass Loris Capirossi 2006 Moto-GP-Weltmeister geworden wäre – ja wäre – wenn da nicht sein eigener Teamkollege, Sete Gibernau, ihn in Barcelona direkt beim Start brachial von seiner Ducati gefahren hätte. Ein komplett unsinniges Manöver und damit ein komplett unnötiger Sturz. Null Punkte und in den anschließenden Wochen kämpfte Capirex mit seiner sturzbedingt eingeschränkten Fitness. Zu Saisonende 2006 war es dann Platz 3 im Gesamtklassement. Ach ja, Saisonende. Da durfte dann als „Dankeschön“ für den SBK-WM-Titel auch Troy Bayliss noch mal ran in der Moto GP. Der bedankte sich mit einem Start-/Zielsieg und mehr Führungsrunden in diesem Rennen, als der Weltmeister 2006 Nicky Hayden für sich in der gesamten Saison verbuchen konnte. Den Doppelsieg machte Loris Capirossi für Ducati klar.

Hatte ich eben von einer Reihe personeller Fehlentscheidungen gesprochen? Für die Saison 2007 trafen die Verantwortlichen in Borgo Panigale eine Entscheidung, die sich als absoluter Glücksgriff herausstellen sollte. Für den glücklosen Sete Gibernau  kam der junge Australier Casey Stoner in das Werksteam.  

Neu war auch in der Moto GP die Reduzierung der Motoren auf 800 cm3. Und dieses Gesamtpaket, neue Maschine und neuer Fahrer Casey Stoner, führte zu einer unvergleichbaren Saison für Ducati. Bereits vier Rennen vor Saisonende stand der Australier als Weltmeister fest.

Ich werde nie den Grand Prix in der Türkei vergessen, als Stoner sich einen sehenswerten Zweikampf mit dem Doctor Valentino Rossi lieferte. Rossi zog im kurvigen Infield der Strecke immer wieder an Stoner vorbei. Der konterte in Seelenruhe immer wieder auf der Zielgeraden der Strecke und ging seinerseits mit wahnsinnigem Tempoüberschuss an Rossi vorbei. Irgendwann resignierte der abgekämpfte Rossi dann und kapitulierte vor der Paarung Ducati-Power und Fahrtalent Stoner.

Fahrtalent Stoner? JA – weil NIEMAND auch nur annähernd in der Zukunft an die Performance von Stoner mit der Ducati herankam. Und genau dies hatten die Herrn in Bologna nicht oder zumindest nicht komplett richtig erkannt. Denn nur der Australier war fähig auf allen Strecken des WM-Kalenders um das Podest mitzufahren. Von wegen „Rolling Stoner“ – dieser dümmliche Spitzname wird dem Fahrer Casey Stoner de facto nicht gerecht. Wenn er mit der Ducati das Kiesbett aufsuchte, hätten andere Fahrer schon lange nicht mehr auf der Maschine gesessen.

Zukünftig sollten sich dann so schillernde Namen wie Marco Melandri, Nicky Hayden, Cal Crutchlow und Valentino Rossi die Zähne an dem unzähmbaren roten Biest ausbeißen.

2007 also Weltmeister – Ducati mit Casey Stoner! In der Folge dann oftmals wieder nahe dran aber doch immer einen kleinen Hauch vom großen Wurf entfernt.

Was noch – 2008 Marco Melandri als Teamkollegen zur Verzweiflung getrieben, weil der noch nicht einmal zu Achtungserfolgen auf der Duc fähig war.

Und ab 2009 durfte dann Nicky Hayden an den Auspuffenden von Casey Stoner schnüffeln.

Nach 2010 war dann die Ära Stoner bei Ducati beendet, nachdem man 3 x in Folge Yamaha den Vortritt lassen musste (2 x Valentino Rossi und 1 x Jorge Lorenzo)

Stattdessen kam es jetzt zur Traumehe! Ducati und der Doctor Valentino Rossi. Was hatte ich für wunderbare Vorstellungen gehabt. Valentino würde, wie bei seinem Wechsel von Honda zu Yamaha, mit der bärenstarken Ducati alles in Grund und Boden fahren. Schließlich war die Duc unter Stoner 2010 (trotz krankheitsbedingten Ausfällen) noch für 3 Siege gut und Valentino sicher der größte Motorradfahrer der Neuzeit!

Die Realität sah allerdings für meine Roten gänzlich anders aus!

Casey Stoner düpierte auf der Honda den Rest des Feldes und fuhr den Titel 2011 für Honda ein und der Doctor?

Ein einziger Platz auf dem Podium war die Ausbeute für Valentino im Jahr 2011. Das Kohlefaserchassis und der Doctor wollten einfach nicht harmonieren.

Also 2012 ein konventionelles Fahrwerk verbaut. Endresultat waren zwei Podestplätze und die komplette Ernüchterung bei Ducati und bei Valentino Rossi. Nach lediglich zwei Jahren war die Traumehe Geschichte und selbst die letzten Skeptiker, die die Auffassung hatten Casey Stoner sei lediglich wegen der überragenden Motorleistung der Ducati 2007 Weltmeister geworden, mussten sich eingestehen, dass die Wahrheit woanders lag.

Meine Auffassung dazu folgt am Ende des Berichtes.

Ein Italiener durfte aber in der Folge weiter Geschichte auf der italienischen Göttin schreiben. Andrea Dovizioso, ebenfalls ein maßlos unterschätzter Fahrer, durfte auf der Ducati Platz nehmen.

Sein Teampartner Nicky Hayden hatte dann im folgenden Jahr ausgedient und wurde durch den kampfstarken Briten Cal Crutchlow ersetzt.

Das rote Biest zog aber dem Engländer binnen kurzer Zeit so ziemlich jeden Zahn und so rannte Cal Crutchlow nach nur einem Jahr mit fliegenden Fahnen (als Bradl-Ersatz) zum LCR Team und Honda.

Dann hatten die Verantwortlichen im Werk in Bologna aber doch noch einen Geistesblitz. 2014 übernahm Luigi „Gigi“ Dall`Igna, von Aprilia kommend, die Teamleitung und zeigte sofort wie hilfreich es ist, wenn man Ausschreibungen und Reglements lesen kann. Das Schlitzohr (durchaus liebenswürdig gemeint) Dall`Igna meldete das Ducati-Team einfach als Open-Team, mit allen damit verbundenen Vorteilen, an. Nachdem alle beteiligten Verbände diese Lücke im Regelwerk dann erkannt hatten wurde das Ducati-Team zwar als sogenanntes Factory 2 Team eingestuft, gewisse Vorteile gegenüber der japanischen Konkurrenz genossen die Bologneser aber weiterhin.

Endlich war Licht am Ende des Tunnels erkennbar und Andrea Dovizioso erkämpfte immerhin 2 Podestplätze und eine Pole-Position in der Saison 2014.

Die Saison 2015, mit zwischenzeitlich komplett neu entwickelten Desmosedici lief dann noch besser für die beiden Andrea.
Dovizioso und Iannone erkämpften gemeinsam 8 Podestplätze, nur ein Sieg blieb beiden noch verwehrt.

Das bekamen die beiden aber dann in der Folgesaison 2016 in den Griff. Auf dem ultraschnellen Kurs in Spielberg (Österreich), der für die bärenstarken Ducatis wie gemacht ist, feierten die beiden Italiener einen Doppelsieg. Erster Platz für Iannone und zweiter Platz für Andrea Dovizioso.

Der revanchierte sich dann noch gegen Ende der Saison und gewann das Regenrennen in Malaysia. Also ein durchaus erfolgreiches Jahr für die roten Renner aus Bologna.

2017 sollte jetzt für Ducati alles NOCH besser werden und da hat man keine Kosten gescheut. Bereits während der 16er Saison wurde der Zweijahresvertrag mit Jorge Lorenzo publiziert und den Ex-Weltmeister hat man natürlich nur aus einem Grunde teuer eingekauft:

Ducati will nach 2007 endlich wieder die Krone der Moto GP nach Bologna holen!

Ein großes Ziel und hohe Erwartungen an Jorge Lorenzo. An einen Mann, der zweifellos zu den Besten der Zunft zu zählen ist. ABER ein Pilot, der einen feinen, runden Fahrstil liebt. So ist er in der 250er Klasse erfolgreich gewesen und so hat er auch in überragender Manier seine Moto GP Titel auf seiner Yamaha gewonnen. 

ABER so gewinnt man nicht mit der bärenstarken Ducati. So gewinnt man mit ihr keine Rennen und erst recht keine Titel.

Wer das mittlerweile komplett verinnerlicht hat ist Andrea Dovizioso. Bereits drei Rennen hat er 2017 auf der Desmosedici auf Platz 1 beendet, sowie ein weiterer Platz 2 auf dem Podest. Dovi zeigte bislang eine Spitzenleistung und ist damit auf dem Niveau wie Casey Stoner in der Saison 2010. Während Jorge Lorenzo in ähnlicher Weise untergeht wie weiland Valentino Rossi. 

Könnt Ihr euch noch an den siegreichen Casey Stoner erinnern? Wie er die 180 Grad Links eingangs der Zielgeraden auf Phillip Island im kompletten Drift umfuhr? Ein Ritt auf der Rasierklinge! Das ist der Stil mit dem man auf einer Ducati Rennen und Titel gewinnt.

Und jetzt kommt meine Wertung in Richtung Bologna. Wenn Ihr den Moto GP Titel tatsächlich haben wollt, dann müsst Ihr einen ähnlichen Piloten wie Casey Stoner auf die Desmosedici setzen UND von der Sorte ist aktuell nur EINER im Fahrerfeld. Dieses Eingeständnis schmerzt mich aus tiefster Seele, weil ich eigentlich kein Freund von Ihm bin, aber seine Leistung muss man als fairer Beobachter einfach akzeptieren (und vielleicht sogar bewundern).

Wenn Ihr in Borgo Panigale wieder sagen wollt:

„Ciao ragazzi. Dove siamo è davanti!“

Dann müsst ihr Marc Marquez von Honda loseisen, koste es was es wolle. Und dann muss man als Ducatisti auch nicht mehr fragen: Wo wollt ihr hin?

Denn dann führt euch euer Weg zum nächsten Titel in der Moto GP.

 

IMPRESSIONEN: 

Für IMMER die Nr. 1 bei Ducati – Casey Stoner

 

Der Doctor im Kampf mit der roten Göttin!
Keine Liebe für`s Leben und die Ewigkeit.

 

Jorge Lorenzo – Schräglage Top – Ergebnis Flop!

 

Andrea Dovizioso – die aktuelle Speerspitze der Roten!

 UND auch die PRIVATEN sind schnell auf den Ducatis

 

Grand Prix Eurovision oder EU einmal anders! (Glosse)

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Die Linke zum Gruß! Das ist bei uns so Sitte. Nicht Dogma oder politische Gesinnung, Nein – einfach das Zeichen für unser Gegenüber: Ich habe Dich gesehen und ich finde es klasse, dass Du mein Hobby (oder vielleicht besser meine Passion) teilst!

Wir machen das einfach, weil es uns ein Bedürfnis ist und wir damit auch ein Signal setzen. Wir sind als Motorradfahrer wie eine Seilschaft bei einer Bergtour. Ein Fehltritt am Berg und die gesamte Seilschaft hat ein Problem. Was sie aber gemeinsam meistert. Genauso ist das auch in einer Gruppe Motorradfahrer/-innen. Ein Fehler und es kann gravierende Folgen für die Nachfolgenden in der Gruppe haben. Im schlimmsten Fall der Sturz von einem oder mehreren in der Gruppe. Ein Ölfleck oder ein plötzliches Hindernis auf unserer Strecke. Wir geben den entgegenkommenden Motorrädern Zeichen. Kurzum wir passen aufeinander auf!

Schon einmal genau rekonstruiert wen wir alles grüßen? Nein? Richtig – warum sollten wir das auch tun? Der / die fährt Motorrad, also ist er auch in Ordnung, denn er denkt, fühlt auf seiner Maschine genau wie man selbst.

Und weil das so ist, ist uns auch egal welche Länderkennung hinten auf der Maschine klebt. Ob der jetzt aus Frankreich, Holland, Polen, den Niederlanden, Italien oder dem Planeten Alpha Centauri stammt ist für uns in diesem Moment herrlich egal. Es reicht, dass er oder sie genau wie wir Motorrad fährt.

Und wenn wir neben ihm oder ihr auf einer Rennstrecke sitzen und unseren motorradfahrenden Helden zu jubeln, dann ist es erstens auch egal für wen er jubelt und zweitens auch egal woher er jetzt stammt. Da sind auch Sprachprobleme keine wirkliche Barriere. Es wird geradebrecht was das Zeug hält und irgendwie macht man sich dem Gegenüber auch verständlich. Gemeinsam hat man Spaß und teilt diesen mit zigtausend Gleichgesinnten. Wenn man das Gleiche auch bei Fußballspielen sagen könnte wäre es schön, steht aber jetzt auf einem komplett anderen Blatt.

Was will ich jetzt sagen? Wir Motorradfahrer/-innen sind ein tolerantes Völkchen. Bei genauerer Betrachtung wahrscheinlich die toleranteste Schnittmenge an Erdenbewohnern, die diesen Planeten bevölkert. Und wenn ich mir das aktuelle Weltgeschehen, insbesondere den Hickhack in der EU genauer betrachte, dann tut es Not, dass sich endlich tolerante Menschen um unsere Einheit kümmern. Damit meine ich diejenigen, die ohnehin seit Jahren grenzübergreifend miteinander klar kommen und miteinander (Benzin) reden.

Die Lösung aller politischen Probleme → keine Parteien mehr und stattdessen nur noch Motorradfahrer/-innen ins EU-Parlament oder zur UNO. Die Sache würde laufen wie geschmiert.

Im Kabinett, als EU-Parlamentspräsident il Dottore Valentino Rossi. Als Verteidigungsminister, weil in Sachen Titelverteidigung in den letzten Jahren sehr geübt, Marc Marquez. Finanzminister könnte Jorge Lorenzo werden, denn wie man gute Verträge aushandelt hat er bei Ducati bewiesen. Cal Crutchlow hat schon das ein oder andere Pub von innen gesehen, also Wirtschaftsminister. Maria Herrera wird Familienministerin und unsere Lucy Glöckner Gleichstellungsbeauftragte. Da ich sowohl für Weizenbier, als auch für italienische Rotweine sehr empfänglich bin könnte ich mir eine Anstellung im Ministerium für gesamtdurstige Fragen vorstellen.

Eine Idee hätte ich noch! Dieses EU-Parlament könnte man aus Luxemburg und Brüssel vielleicht nach Bozen verlegen. Dann wäre ich als EU-Abgeordneter näher an meinen geliebten Dolomitenpässen. Möglicherweise haben wir dann aber ein analoges Problem zum aktuellen EU-Parlament. Kaum ein Parlamentarier bei den Sitzungen im Plenarsaal anwesend. Egal – bei wichtigen Tagesordnungspunkten treffen wir uns eben zu einem kurzen Stopp oben am Falzarego – stimmen ab und dann auf zum Giau!

Politik kann auch Spaß machen! Man muss nur die Leute damit beauftragen, die sich ohne viele Worte unter- und miteinander verstehen. Motorradfahrer/-innen eben!

Jonas Folgaaas,

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der neue Stern am deutschen Moto-GP-Himmel. Oftmals habe ich Jonas Folger etwas kritisch gegenüber gestanden. Nicht weil ich an seinen fahrerischen Qualitäten gezweifelt habe, sondern weil er ähnlich wie auch andere gute Piloten im Fahrerfeld an gewissen Tagen (oder auf gewissen Strecken) nur schwer zu schlagen oder sogar unschlagbar war und eine Woche später dann im Punktenirgendwo gelandet ist.

Natürlich kann man jetzt sagen: Flying Haggis was willst Du eigentlich? Schließlich fährst Du auch auf deinen Lieblingsstrecken schneller und besser, als auf der einen oder anderen Piste, die dir nicht liegt oder die für dich neu ist!

Jonas Folger und seine Entwicklung beobachte ich schon lange. Das der, für einen Motorradrennfahrer, lange Kerl mit der 125er bzw. der Moto 3 so seine liebe Mühe hatte war mir klar. Der Gewichts- und Aerodynamiknachteil war nur schwerlich mit fahrerischem Können zu kompensieren, zumindest nicht permanent auszugleichen.

Das einzige Mal, als ich wirklich gedacht hatte: „Junge, was hast Du denn da gemacht?“ – war bei seinem Engagement beim Aki Ajo Team, also der Vorzeigemannschaft in der kleinen Klasse, die als Weltmeisterschmiede bezeichnet werden kann. 

Auf Topmaterial unterwegs war urplötzlich mitten in der Saison Schluss.  Die Werksmaschine ging an seinen Teamkollegen. Gerüchte und Mutmaßungen geisterten da durch die Gazetten, an denen sich Flying Haggis nicht beteiligen möchte. War eben so und damit soll es auch gut sein oder in dem direkten Zusammenhang mit der Historie eher schlecht sein.

Jetzt heuerte Jonas nämlich – sozusagen als letzte Tankstelle vor der Wüste – bei Ioda Racing an, nachdem ein MZ Engagement unmittelbar zuvor geplatzt war.

Ioda? Das war ein Rennteam und Material zu diesem Zeitpunkt, das man seinem schlimmsten Feind nicht wünscht. Bildlich gesprochen gingen selbst Teile, die gar nicht verbaut waren, an diesem Motorrad kaputt. Die Chancen von Jonas Folger mit diesem Material ein Moto 3-Podest zu erreichen waren etwa so groß wie mit einem Heimtrainer die Tour de France zu gewinnen. Sobald ein Licht am Ende des Iodatunnels zu erkennen war schlug der Defektteufel wieder zu.

Manchmal hilft aber auch das Glück und so folgte in der Sommerpause unerwartet das Engagement im Mapfre-Team des Ex-Weltmeisters „Aspar“ Jorge Martinez. Wenn dieser erfahrene (spanische) Teamchef einen solchen Schritt wagt, einen Alberto Moncayo wegen chronischer Erfolglosigkeit vor die Tür zu setzen und gegen einen deutschen Fahrer auszutauschen, dann musste er auch von der Leistung des jungen Deutschen und seinen Qualitäten überzeugt sein. Schließlich gibt es kein anderes europäisches Land, dass vergleichbar mit Spanien Saison für Saison Weltklasse-Nachwuchsfahrer aus den nationalen Klassen in die Motorrad-WM entlässt. 

Und was macht man dann als anständiger Arbeitnehmer in einem Rennteam? Man stellt sein Motorrad im ersten Rennen auf das Podest mit einem dritten Platz (USA – Indianapolis) und im folgenden Rennen in Brünn bedankt man sich mit einem Rennsieg. So fand die Saison 2012 noch einen versöhnlichen Abschluss.

2014 In die Moto 2 aufgestiegen war er dann zunächst in dem guten spanischen AGR Team (Argiñano & Gines Racing) unterwegs und konnte dort auch Highlights setzen. Wahrscheinlich war die Hospitality auch auf hohem Niveau, denn der Teamchef war ein bekannter Fernsehkoch aus dem spanischen Fernsehen. Mit diesem Team legte er auch 2015 einen Traumstart in die Moto 2 Saison hin, als er den ersten Lauf in Katar gewinnen konnte und kurzzeitig die Führung im Klassement übernahm. 

Nächster Karriereschritt war dann das deutsche Team Dynavolt, als Teamkollege von Sandro Cortese.


-24- Podien stehen zwischenzeitlich zu Buche bei Jonas Folger und das klassenübergreifend. 4 x 125er, 8 x Moto 3 und derer 11 in der Moto 2, davon 3 Rennsiege.
Jetzt kam auf dem Sachsenring Podestplatz Nr. 24 insgesamt und Nr. 1 bei der Moto GP hinzu. Erst der zweite deutsche Fahrer, der das von sich behaupten kann. Und das verleitet mich zu einer Kernaussage, die wahrscheinlich einige Leute aufregen wird:
Der Podestplatz von Jonas Folger am Sachsenring ist höher zu bewerten, als der 2. Platz von Stefan Bradl in Laguna Seca 2013!

Warum? Weil Jonas Folger diese Platzierung durch eigene Leistung und fahrerisches Können erreicht hat. Bei Anwesenheit von allen aktuellen Toppiloten und Konkurrenten. Weiland 2013 in Laguna Seca fehlten einige der üblichen Podestanwärter verletzungsbedingt oder waren gesundheitlich, auf Grund ihrer Verletzungen, nicht auf der Höhe.

Was für mich ein weiterer Grund für eine gewagte Prognose ist: Endlich hat Jonas Folger keinen körperlichen Nachteil wegen seiner Größe!

Er passt wie maßgeschneidert auf die Tech3 Yamaha und deren Fahrwerk sowie Motorenkonfiguration scheint auch für seinen Fahrstil wie gemacht zu sein. Diese Tech3 Yamaha, welche der Werksmaschine aus der Saison 2016 entspricht ist in Sachen Fahrwerk augenscheinlich genau das was Jonas benötigt um schnell zu sein. Schon bei den Vorsaisontests hat er adaptiert, dass sein alter Moto 2 Fahrstil quer anbremsen und im Drift in die Kurve nicht die schnellste Variante mit der 2016er Yamaha ist. Stattdessen geht es jetzt weich und rund mit Wahnsinnsschräglagen um die Ecken. 

Und jetzt am Sachsenring kam der nächste Schritt in Sachen Ankommen in der Moto GP hinzu. Das einzige Manko, der einzige Vorwurf den man Jonas Folger noch machen konnte ist Geschichte. Dieser fehlende Biss in den ersten Kurven bzw. der ersten Runde, auf Grund dessen er immer wieder den direkten Anschluss an die Spitze verlor.

Keine Spur mehr davon zu sehen. Wer die Szene beobachtet hat, als er sich am Sachsenring Ausgangs Kurve 2 ins Omega stürzte – im Stile eines Valentino Rossi oder Marc Marquez seinerzeit in der Korkenzieherkurve in Laguna Seca – der hat zu diesem Zeitpunkt gemerkt, dass hier etwas Klick gemacht hat. Kein Zurückziehen, kein weiter Bogen und Plätze verloren – quer durch die Rabatten führte ihn sein Weg direkt in die Weltspitze und dort hält er sich nun auf UND zurecht.

Für den geneigten Betrachter die besagte Szene zum „Zungenschnalzen“ in drei Sequenzen. 

Jetzt hatten wir Sommerpause und Jonas Folger konnte seine Wahnsinnstat am Sachsenring erst einmal verdauen und auf sich wirken lassen. Ich denke dieser zweite Platz am Sachsenring war für Jonas Folger eine Initialzündung. In der Art: Hey Mann, wenn ich einen guten Tag habe dann kann ich bei den Besten nicht nur mithalten, sondern Sie sogar schlagen.

Das dies so ist und DAS ER genau das auch gespürt und gemerkt hat – beobachtete man als Jonas zur Pressekonferenz gekommen ist. Da kam ein gereifter Rennfahrer an – mit einem breiten, selbstbewussten Lächeln im Gesicht: So Leute – ab heute müsst Ihr mit mir rechnen! 

Und was kommt jetzt? Jetzt kommt BRÜNN! Und für diejenigen, die es vielleicht nicht so auf dem Schirm haben:

Erster Grand Prix von Jonas Folger war 2008 in Brünn. Sein letzter Moto2 Sieg war 2016 in Brünn. Und die Mapfre Aprilia hatte er 2012 ebenfalls in der Moto 3 zuoberst auf das tschechische Podest in Brünn gestellt.

Die erste Strecke nach der Sommerpause sollte Jonas also liegen und vielleicht macht er direkt damit weiter womit er aufgehört hat. Mit einem starken und nervenaufreibenden Rennen, in dem die deutschen Rennfans wieder mitfiebern und (hoffentlich) auch jubeln können. Das Podest am Sachsenring wird bestimmt nicht sein Letztes gewesen sein – daran glaubt Flying Haggis fest! Und im Tech3 Team bei dem erfahrenen Herve Poncharal kann Jonas in aller Gemütsruhe reifen und Erfahrungen sammeln – um dann den Platz von Doctor Valentino Rossi in der Saison 2020 zu beerben.

Also Folgaaas!

Wo der Glamour aufhört……….

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……….beginnt die Arbeit. Und die Arbeit kann vor, in und hinter den Kulissen einer derart riesigen Veranstaltung wie dem Großen Preis von Deutschland auf dem Sachsenring vielfältig sein.

Der Glamour im wahrsten Sinne des Wortes ist bei einem Motorradrennen sicherlich immer die Siegerehrung und die sich anschließenden Pressekonferenzen. Aber selbst DAS ist auch Arbeit für die Grand Prix Helden, die jetzt den mentalen Stress haben sich nur ja gut verkaufen zu müssen oder sollte ich statt verkaufen doch besser darstellen sagen? Manchmal sind da Übergänge fließend. 

Also ist Hände schütteln angesagt mit allem was dazu gehört.

„Hallo Marc. Herzlichen Glückwunsch!“ 

„Ja – Danke!“ (Wer ist die Frau überhaupt und woher muss ich die kennen?)

Es geht also durch das jubelnde Spalier der Gratulanten und danach muss bei der Presse, ähnlich wie bei einer Rede zur Oscarverleihung, an jeden gedacht werden, der in welcher Art auch immer an dem Erfolg Teil hatte oder vielleicht auch nur glaubt Teil zu haben.

 

Das nette Gesicht müssen die Jungs aber auch schon während des gesamten Wochenendes machen. Denn die Fans erwarten strahlende Helden, wenn SIE zum gefühlt 1000 x zum Selfie oder Foto aufgefordert werden.

 

Da ist es herzlich egal ob das Training jetzt gut oder schlecht gelaufen ist und MAN sich darüber Sorgen macht OB morgen am Renntag alles gut gehen wird.

 

„Die schaukelt sich so auf nach der Kompression im Omega. Was ist das nur und Warum zum Teufel bekommen wir das nicht weg?“ Oh – Moment ich muss lächeln.

Und jetzt sind wir bei den Boxenteams. Da ist recht wenig Glamour ABER dafür verdammt viel Arbeit angesagt. Das sind für mich die Helden des Wochenendes. Wenn der Fahrer wieder einmal die Maschine im Kiesbett kaltverformt hat und das gute Stück als 3-D-Puzzle in die Box transportiert wird. Steht keine Zweitmaschine zur Verfügung (wie vorgeschrieben in der Moto 2) dann heißt es die Finger fliegen lassen, damit das Motorrad zum nächsten Training wieder fahrfertig und konkurrenzfähig ist.

 

 

Da haben wir auch noch die kleineren Teams (z. B. bei der Moto 3), die wegen der häufig geringen Raumkapazitäten keinen Platz in der Boxengasse haben. Am Sachsenring heißt das – nach Trainingsende zieht die Karawane quer über die Strecke in das Fahrerlager 2, um dort die weiteren Arbeiten zu erledigen.

 

Irgendwann ist dieser ganze Stress und die Hektik dann selbst den ganz Großen der Zunft zu viel und es geht in den wohlverdienten Ruhestand. So einer wie Sepp Schlögl, der bereits Dieter Braun, Toni Mang und Tom Lüthi zu Weltmeisterehren verholfen hat verlässt dann die Weltbühne Moto GP.

 

Wie man sieht hat er aber Wissen und (die Metapher sei gestattet) das „Staffelholz“ an andere übergeben. Stefan „Stef“ Haseneder schraubt derzeit bei Marc VDS und hat, nach der Zeit bei Tom Lüthi, schon die Moto 2 Maschinen von Tito Rabat, Mika Kallio und jetzt Alex Marquez rennfertig und schnell gemacht.

 

Manchmal ist da gerade ein ruhiger Moment um einen Espresso zu genießen. Stile di vita italiano – italienische Lebensart muss auch hier sein UND ausgerechnet jetzt muss einer erscheinen und davon ein Foto schießen. Da darf man dann auch schon einmal etwas ungehalten schauen.

 

Denn das Team muss ja auch gut verpflegt werden und das Menü in der jeweiligen Teamhospitality muss natürlich bei den Sponsorenterminen höchsten Ansprüchen genügen.

 

Da erinnert die Küche, in der das Ganze dann gezaubert wird, eher an die engen Verhältnisse die ein Koch in einem U-Boot vorfindet.

 

Jetzt haben wir von den Hütern des schwarzen Goldes noch gar nicht gesprochen. Kaum zählbare Varianten und unterschiedliche Konfigurationen an Reifen und Gummimischungen werden hier von Dunlop und Michelin angeschleppt, um den Ansprüchen der Teams und Fahrer gerecht zu werden. Am Sachsenring mit seiner linkslastigen Auslegung dann derart, dass die Gummimischungen auf der linken Reifenflanke etwas härter ausfallen als rechts. So halten SIE dann auch ein Rennen aus und laufen (einigermaßen) gleichmäßig ab.

Das war jetzt ein kurzer Blick hinter die Kulissen und dabei haben wir von den unzähligen, freiwilligen Helfern am Streckenrand, den Sanitätern, den Einweisern an den Parkplätzen noch gar nicht gesprochen.

UND von den Leuten die in mühseliger Kleinarbeit und Überstunden die Veranstaltung im Vorgriff planen und organisieren, sowie an den eigentlichen Veranstaltungstagen reibungslos ablaufen lassen. Alle Achtung und Chapeau an die Leute rund um die Sachsenring-Rennstrecken-Management GmbH.

Habt IHR TOLL gemacht – auch wenn sich jetzt einige ewig Nörgler berufen fühlen an der Organisation herumzumäkeln. Denn wo der Glamour aufhört – da fängt die Arbeit an. Und diejenigen, die auf dem Sonnendeck des Kreuzfahrtschiffes Champagner schlürfen sehen die Heizer vor den Kesseln nicht schwitzen.

Wir sehen uns 2018 und da knacken wir auch wieder die 200.000 Zuschauer am Wochenende!

IMPRESSIONEN:

Marcel Schrötter – einmal als „Fake“ an der Hospitality und einmal Original.


FORWARD – Ohne „Balda“ Baldassarri mit Ersatzmann Frederico Fuligni und Luca Marini etwas unter Wert geschlagen. KOPF HOCH – Balda ist bald wieder da und dann geht`s um Podestplätze.

 

Gigi Dall`Igna zieht die Stirn in Falten. 800 m Zielgeraden sind für die bärenstarke Ducati einfach zu wenig.

 

Stefan Kiefer: „Keine Zeit ich muss zur Box!“

 

„Habt Ihr bei KTM noch einen Platz für mich?“
„Nein, Danke. Wir sind bestens bestückt“

 

Wenn man das ganze Wochenende für Sicherheit gesorgt hat, dann darf  auch mit dem Sieger gefeiert werden (auch wenn er nicht aus Deutschland kommt)

Moto GP 2017 Sachsenring

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Wir haben Anfang Juli und damit hat nicht nur das Jahr seine Halbzeit erreicht, sondern auch die Moto GP nähert sich der Saisonmitte. Für den erfahrenen heimischen Zweiradfan heißt das, es naht das Highlight der Saison der Große Preis von Deutschland auf dem Sachsenring in Hohenstein-Ernstthal. Es geht also wieder dahin WO das HERZ der motorsportlichen Zweiradszene in Deutschland schlägt und das im Viertakt → Auf nach Sachsen.

Für Flying Haggis und die beste Sozia von Allen hat dies gewisse Ähnlichkeit mit „Dinner for one“ an Sylvester → Same procedure as last year? Same procedure as every year!
Auf geht`s in die Basisstation Hotel „Alte Mühle“ in Chemnitz zu Klaus Degenhardt und seinem professionellen Team und Vorfreude auf die abendlichen Gespräche mit der Streckensprecherlegende Jochen the Voice Luck.

Wie ist die Saison bisher gelaufen? Die Moto 3 wie (fast) immer die Wundertüte mit immer neuen Überraschungen und Tabellenführern, die man in dieser Qualität nicht unbedingt erwarten oder vorhersagen konnte. Wie in diesem Jahr Joan Mir vom Leopardteam.

Bei der Moto 2 ist das schon etwas anders und da ist Flying Haggis mit seinem Tipp zum Saisonende 2016 ganz eng an der aktuellen Realität dran gewesen

https://flyinghaggis.net/2016/11/13/motorrad-grand-prix-saison-2016/

Franco „Morbido“ Morbidelli aus dem nahen VR 46 Umfeld von Valentino Rossi drückt der Moto 2 Klasse seinen Stempel auf und hat bis dato die meisten Siege eingefahren. Seine clevere Rennstrategie und sein Reifenmanagement machen ihn zu DEM Anwärter auf den WM-Titel 2017.

Und in der Moto GP Klasse hat Flying Haggis mit seinem Hinweis auf eine Überraschung mit Namen Maverick Vinales auch richtig gelegen. Die Werksyamaha scheint absolut maßgeschneidert für den Fahrstil des jungen Spaniers und momentan ist er damit beschäftigt die Etablierten zur Verzweiflung zu treiben.

Zu den Etablierten gehört erfreulicher und überraschender Weise in dieser Saison auch wieder Dani Pedrosa, der schon für das Siegerpodest gut war.

Für den eingefleischten Ducatisti Flying Haggis ebenfalls erfreulich ist die herausragende Leistung von Andrea „Dovi“ Dovizioso in dieser Saison. Da haben die Herren aus Borgo Panigale Unsummen für einen zukünftigen Weltmeister Jorge Lorenzo auf Ducati investiert und der oftmals unterschätzte Dovizioso fährt dem Nr. 1 Fahrer gekonnt um die Ohren.

Was für eine Saison bislang. Nur 11 Punkte trennen die Fahrer von Platz 1 bis Platz 4 im Gesamtklassement. Gefühlt ist es so, als ob zur Saisonmitte am Sachsenring die Saison gerade beginnt. UND das mit einem Gesamtführenden Andrea Dovizioso auf der roten Göttin. Die erste Ducatiführung in der Gesamtwertung seit Casey Stoner 2008 in Katar.

Aber jetzt kommen wir zum Sachsenring, denn der schreibt oftmals ganz andere Geschichten, als die übrigen Rennstrecken im Kalender. Nicht zuletzt das Layout der Strecke mit der Anhäufung von 10 Linkskurven bei lediglich 3 Rechtskurven bereitet gerade den Fahrern in der Moto GP Klasse in Sachen Reifenverschleiß große Probleme. Das war schon bei Bridgestone als Monopolausrüster so und hat sich mit dem Wechsel auf die französischen Michelin nicht wesentlich verändert. Die erste Rechts nach einer gefühlten Ewigkeit auf der linken Reifenflanke sorgte alljährlich für stattliche Besuche im Kiesbett.

UND – wie wird das Wetter in Sachsen und rund um Hohenstein-Ernstthal? Hoffentlich nicht so wie im zurückliegenden Jahr 2016, als es derart wolkenbruchartig geschüttet hatte, dass wahrscheinlich der Surferheld Bjørn Dunkerbeck mit seinem Surfbrett gute Chancen auf ein Moto GP Podium gehabt hätte.

Die ersten Trainings am Freitag waren noch durchweg okay, obwohl die dunkle Wolkendecke die permanent über der Strecke zu sehen war anderes vermuten ließ. Das kombinierte Training 1 und 2 bei der Moto 3 sah die üblichen Verdächtigen in Front: Joan Mir der Gesamtführende auf Platz 1 und nachfolgend Romano Fenati, der Italiener aus Ascoli di Piceno aktuell in Minarelli Farben unterwegs. Platz 3 war reserviert für den Spanier Jorge Martin, der im 2. freien Training einen derben Sturz produzierte, der stark an Lorenzo Baldassari in Assen erinnerte.

Erfreulich für die deutschen Fans der 4. Platz von Philipp Öttl. Es sah zumindest nach einer möglichen deutschen Überraschung im Moto 3 Rennen aus.

Noch besser sah das Moto 2 Training am Freitag aus der deutschen Brille aus oder sollte ich besser deutschsprachigen Brille sagen? Platz 1 für den Schweizer Tom Lüthi und Platz 2 für unseren Marcel Schrötter, der die oftmals schwer zu bändigende Suter in die vorläufige virtuelle Reihe 1 stellte. Platz 3 bürgte aber wieder die übliche Gefahr der Saison 2017. „Morbido“ Morbidelli war nur knappe zwei Zehntel hinter der Spitzenzeit und man wusste ja mittlerweile zu welchen Leistungen der Italiener im Rennen fähig war. Ein Lebenszeichen setzte auch Sandro Cortese mit Platz 6 im Freitagstraining. Er hatte den Kampf um seinen Arbeitsplatz im Dynavolt-Team aufgenommen.

Im Moto GP Training war dann doch noch der obligatorische Regen am Sachsenring zu vermelden. Also war vorsichtige Eingewöhnung in das Terrain der neu asphaltierten Strecke angesagt.
Am Besten bekam das Hector Barbera auf seiner Kunden-Ducati in den Griff, gefolgt von Mister Sachsenring Marc Marquez und seinem Honda-Teamkollegen Dani Pederosa, der sich ebenfalls bereits schon mehrfach in die Siegerlisten in Sachsen hat eintragen können. Geheimfavorit im Regen Danilo Petrucci , der schnellste Polizist Italiens, folgte auf Platz 4.

Samstag ist die Qualifikation für die Rennen angesagt; eingeläutet durch die letzten freien Trainings am Vormittag. In der Moto 3 endete der wirklich spannende Kampf um die Pole und die ersten Reihe mit den üblichen Verdächtigen. Aaron Canet sicherte sich die Pole vor dem Gesamtführenden Joan Mir und auf Platz 3 ordnete sich der junge Italiener Nicolo Bulega auf seiner KTM aus dem VR 46 Team von Valentino Rossi ein.

Philipp Öttl hielt nicht ganz sein tolles Niveau vom Vortag, kann aber mit Platz 7 in der Reihe 3 zufrieden sein. Knappe sechs Zehntel trennten ihn von der Polezeit. Ein guter Start am Sonntag und alles ist möglich. Nur den schnellen Zug an der Spitze nicht abreißen lassen.

Moto GP war dann wieder der Herr Hitchcock Regisseur. Wie am Vortag beginnt es im schönen Sachsen pünktlich zur Moto GP Quali zu regnen. Da es in den Vortrainings für Danilo Petrucci nur für Quali 1 gereicht hatte, nahm der schnelle Italiener die 15 Minuten gerne mit um sich mit seiner Ducati schon einmal auf die Verhältnisse einzustimmen. Als Erster qualifiziert für die zweite Runde war er nun ausreichend „aufgewärmt“ und knallte seine Pramac-Ducati in der abschließenden Sitzung genau zwischen die beiden Werkshondas von Mister Sachsenring Marc Marquez und seinem Teamkollegen Dani Pedrosa. Also wieder einmal die Dauerpodimsbesucher aus Spanien am Sachsenring vorne mit dabei.
Bemerkenswert war bei diesem Resultat noch, dass „Petrux“ Petrucci seine bärenstarke Ducati mit 283,9 km/ h auf die höchste Spitze im Feld trieb. Sein direkter Nachbar in Reihe 1 Dani Pedrosa war dabei mit 266,9 km/h in der Spitze weitaus schlechter gestellt und hatte damit die „langsamste“ Maschine im Feld. Der kleine Spanier hatte seine gute Qualizeit also irgendwo im kurvigen Infield der Strecke gefunden.

Der Rest schaute nur ziemlich ratlos zu und so ordnete sich hinter Cal Crutchlow (Platz 4) der Deutsche Jonas Folger mit seiner Tech 3 Yamaha auf einem exzellenten 5. Platz ein. Der Rest der Protagonisten, die normalerweise die Szenerie in der Saison 2017 mitbestimmt haben, hatten sich ein dickes Paket geschnürt für den Rennsonntag. Der Doctor Valentino Rossi in Reihe 3 auf Platz 9 hatte noch am ehesten Schadensbegrenzung betrieben. Platz 10 für Andrea „Dovi“ Dovizioso, den Gesamtführenden im Klassement und auf Platz 11 der derzeitige WM-Zweite Maverick Vinales. Da stand ein schöner Zug bereit, der am folgenden Sonntag nach vorne wollte.

Moto 2 war dann der nachfolgende Kracher der besonderen Art. Zunächst abtrocknende Strecke und eine erste Richtzeit von Olivera auf seiner KTM, die lange halten sollte, denn es goss in der Folge wie aus Kübeln. Die Moto 2 Jungs ließen sich aber nicht großartig davon beeindrucken. Immer getreu dem Motto – Wenn wir jetzt lange genug ganz, ganz schnell über die nasse Strecke fahren wird die schon wieder trocken.

Das Wahnsinnsende führte dann zu einem, aus deutscher Sicht sehr positiven Platz 3 für Sandro Cortese. Vor ihm nur die beiden Herren aus dem Marc VDS Team Franco Morbidelli und Alex Marquez. Ein spannender Renntag war also angerichtet, denn das ganze Wochenende über waren ein Tom Lüthi (Platz 7) und ein Marcel Schrötter (Platz 13) ebenfalls schnell unterwegs. Es hieß also nur beim Start gut wegkommen und sich an den Zug ganz vorne anhängen.

Rennsonntag und die Frage im Hinterkopf: Können die Rennen vom zurückliegenden Wochenende bei der Dutch TT in Assen an Spannung noch überboten werden? Dazu kann man nur EINES sagen – ASSEN war lediglich der Vorfilm in der Art FSK ab 8 Jahre. Was sich am Sachsenring abspielte war der Film für Erwachsene und da durfte dann keiner dabei sein mit einem schwachen Herzen, denn sonst bestand Gefahr eines Herzstillstandes mit allen Schikanen einschließlich „Fremdstarten“.

Moto 3 ist ja immer die sonntägliche Einführung in Sachen Rennen und war schon immer für einen fulminanten Spannungsbogen gut. So auch heute. An der Spitze ging es direkt ab durch die Mitte in einem fünfköpfigen Pulk mit Größen wie Joan Mir, Romano Fenati Nicolo Bulega, Marcos Ramirez und Tony Arbolino.
Philipp Öttl hatte am Start leider direkt einige Positionen verloren und als er sich endlich aus einer größeren Gruppe herausgearbeitet hatte war vorne die Post, im wahrsten Sinne des Wortes, bereits abgefahren. Ehrlicherweise muss man zugeben, dass seine späteren Rundenzeiten auch für die Spitzengruppe nicht ausgereicht hätten. So erntete Philipp einen grundehrlichen Platz 5 und mehr wäre es mit einem besseren Start auch nicht geworden.

Vorne spielte sich dann aber ein ständiges Wechselspiel der führenden drei Fahrer ab, bei dem man nie genau wusste – WER ist jetzt eigentlich vorne? In den Kurven neben-, hinter- und miteinander (wahrscheinlich weil übereinander technisch nicht möglich ist).
Bilder der drei „Wahnsinnigen“ zeigen, dass ein etwas lappiges Spannbetttuch locker ausreichend war um die Herren abzudecken.

Am Ende war dann Joan Mir der glückliche Sieger. Der Italiener Romano Fenati, nur 0,121 sek dahinter auf Platz 2. Und um läppische 0,218 sek geschlagen auf Platz 3 der Spanier Marcos Ramirez. Nicolo Bulega vom VR 46 Team musste etwas abreißen lassen und war die „Ewigkeit“ von 5.074 sek auf Platz 4. Wer es mag kann jetzt einmal Einlaufzeiten der Formel 1 vergleichen und weiß dann warum Flying Haggis die Formel 1 für unendlich langweilig empfindet.

Moto 2! Da hatten wir doch zumindest mit Sandro Cortese nach dem Training ein heißes Eisen im Feuer. So richtig hatte das aber dann leider nicht funktioniert. In den ersten runden durchaus bei der Musik musste der Berkheimer dann aber abreißen lassen. Im Ziel war es dann später Platz 8, nur noch einen Platz besser als sein von weiter hinten gestarteter Teamkollege Marcel Schrötter.

Vorne ging es spannend zu und WIE. Franco Morbidelli der WM-Führende war von beginn an mit dabei in der Führungsgruppe und auch der Schweizer Tom Lüthi gesellte sich dazu. Beide lieferten sich einen ansehnlichen Zweikampf bis zu dem Zeitpunkt als Tom seine Kalex im Kiesebett begrub. Und das derart nachhaltig, dass die Maschine nicht mehr fahrbereit war.

Jetzt sah alles nach einer Einmannshow von „Morbido“ Morbidelli aus. Da hatte aber der KTM Pilot Miguel Oliveira massiv etwas dagegen. Nur wenig zeit benötigte der Portugiese um das Loch zu dem Italiener zu schließen und folgte ihm dann wie ein Schatten.

Morbidelli wurde den lästigen Begleiter einfach nicht los. Egal wie spät er auch immer in die Bremse ging. Oliveira tauchte binnen einiger Meter wieder in gleichem Abstand auf.

Eingangs der Zielkurve zur letzten Runde hatte Oliveira dann anscheinend genug davon die Auspuffdämpfe von Morbidelli einzuatmen und zog mit einem sehenswerten Bremsmanöver an dem Italiener vorbei.

Flying Haggis zog tief den Atem ein und dachte: Lass` es gut sein Franco. 20 Punkte sind für die Gesamtwertung ein gutes Polster. Die direkte Konkurrenz, einschließlich Mannschaftskollege Alex Marquez hatten bereits Gesteinsproben in den Kiesbetten des Sachsenrings genommen!

Möglicherweise hatte „Morbido“ ähnliche Gedanken – die waren aber nach der kurzen ca. 800 Meter langen Zielgeraden nur noch Makulatur.

QUATSCH – ich nehm` hier die volle Punktzahl mit und wunderschön querstehend anbremsend driftete Morbidelli in Kurve 1 und fuhr ab diesem Zeitpunkt derart stark, dass an ein Überholmanöver von Oliveira gar nicht mehr zu denken war. Also Platz 1 Morbidelli – auf dem Weg zum WM-Titel 2017 und Platz 2 für Miguel Oliveira. Das Podest komplettierte ein Fahrer aus der Akademie von Valentino Rossi; Francesco Bagnaia bremste seine beiden Landsleute Simone Corsi und Mattia Pasini derart gekonnt aus, dass dem Rookie das Podest zu gönnen war.

Rennen Moto GP und die Meteorologen melden ausgangs des Omega ein merkwürdiges Wetterphänomen – gelber NEBEL und Ausgangspunkt scheint die Tribüne 4 zu sein. Die heimatlichen Fans aus Tavullia lassen aus sämtlichen Rauchtöpfen die sie aus dem heimatlichen Italien mitgebracht haben gelbe Nebelschwaden in Richtung Strecke wabern. Die Choreo ist wie immer angemeldet, also alles okay. Anders als in so manchem deutschen Fußballstadion.

 Und DANN Leute begann das Rennen, dass mich Stunden nach Rennende immer noch in Schnappatmung versetzt.

14:00 Uhr und die Protagonisten der Moto GP stürzen sich in die Berg- und Talbahn Sachsenring.

 UND WER ist von Anfang an bei der Musik und hält sich frech in der Spitzengruppe? Der Deutsche Jonas Folger auf seiner Tech 3 Yamaha wirbelt zwischen den Werksfahrern von Repsol Honda derart, dass die nachhaltig beeindruckt sind.

 Der erste, der nicht nur beeindruckt ist sondern Jonas ziehen lassen muss ist Dani Pedrosa.

Und dann kennt Jonas auch gar keine Hemmungen mehr und überholt gekonnt den amtierenden Weltmeister Marc Marquez.

Nach einigen ersten Führungsrunden lässt Jonas Folger den Spanier ausgangs der Zielgeraden vor Kurve 1 passieren und hängt sich hinter Marc Marquez.

Gemeinsam ziehen sie jetzt vom Dritten im Bunde Dani Pedrosa weg.

Der hat wiederum eine schöne Lücke zu seinen Verfolgern gerissen und hier balgen sich drei Siegfahrer um die Plätze vier fortfolgende. Valentino Rossi, Maverick Vinales und Andrea Dovizioso liefern sich ein schönes Duell.

ABER nichts gegen das was GANZ VORNE abgeht! Die Gedanken von Weltmeister Marc Marquez hätte ich zu gerne gewusst. Rund um Runde das gleiche Spiel. Er bekommt von seiner Box Signal 0, 1 vor oder 0, 2 vor und Folger lässt sich einfach nicht abschütteln. Immer am Bremspunkt zu Kurve 1 taucht Folger wieder auf und Marquez hört das tiefe Grollen der Tech 3Yamaha.

Drei Runden vor Schluss passiert es dann. Die Bögen von Folger in den Kurven werden weiter. Der Hinterreifen beginnt stark zu rutschen und er kann die früheren Linien nicht mehr halten.

Jetzt zieht Marquez, Mister Sachsenring weg und feiert einen weiteren Sieg am deutschen Vorzeigekurs.

ALLES aber in den Schatten gestellt von Jonas Folger mit seinem ersten Moto GP-Podest und Platz 2. Was für ein Tag LEUTE!

AN ALLE, die heute tatsächlich zu Hause verbracht haben und nicht nach Hohenstein-Ernstthal gepilgert sind – im nächsten Jahr seid IHR ALLE hier und aus 100.000 Kehlen wird Jonas Folger zum Sieg gebrüllt.

Das Podium machte dann Dani Pedrosa komplett, gefolgt vom Yamaha-Werskteam Maverick Vinales und Valentino Rossi. Der bisherige Gesamtführende Andrea Dovizioso kam abschließend leider nur noch auf Platz 8.

Er musste sogar noch Alvaro Bautista mit der Kunden Ducati und Aleix Espargaro mit seiner Aprilia ziehen lassen.

Ich muss mich jetzt erst wieder auf Leerlaufdrehzahl herunterbringen und begebe mich jetzt zu profanen dingen wie Nahrungsmittelaufnahme.

Ein weiterer Hintergrundbericht zum Sachsenringwochenende folgt in Kürze.

Bis bald FLYING HAGGIS

Impressionen:

Platz da – jetzt komm`ich

MH 6 Schnell unterwegs

Wo ist noch mal meine Fußraste?

60 Grad gewaschen? – Nein 60 Grad Schräglage

Das „Herz“ des Motorsports und die Fenster ins Leben!

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Meine Augen sind die Fenster in mein Leben. Wenn der Genuss an italienischem Rotwein oder an Weizenbier nicht überproportional hoch liegt funktionieren sie auch noch einwandfrei – zumindest auf die Entfernung.

So ist es für mich in neuen Gefilden ein Muss alles Mögliche Neue und auch Alte anzusehen – oder sagen wir besser statt alt historisch. Wo macht man das jetzt besser als in einem Museum!

Was sagt uns das allwissende Internet dazu? Ein Museum ist gemeinhin eine Institution, die eine Sammlung bedeutsamer und lehrreicher oder exemplarischer Gegenstände aufbewahrt und Teile davon für die Öffentlichkeit ausstellt.

Bedeutsam und lehrreich? Da habe ich WAS für Euch und bei exemplarisch aufbewahren und für die Öffentlichkeit ausstellen hätte ich es auch nicht treffender sagen können. Bei zwei der Anderstouren bzw. bei den Einkehrtipps

https://flyinghaggis.net/2015/05/15/eifel-ahr-oder-das-wirtshaus-in-spessart/

https://flyinghaggis.net/2016/08/12/ohne-mampf-kein-kampf/

habe ich euch den Tipp Classic-Race-Museum in Jammelshofen nahegelegt. Diesem Tipp, sowie seinem Gründer und Betreiber gehen wir jetzt buchstäblich näher auf den Grund.

http://classic-race.de/

Frithjof Erpelding hat nach seiner aktiven Zeit als Rennfahrer, immerhin 16 Jahre,  nicht nur seine eigenen Rennmotorräder (eine NSU Fox und eine Norton Manx)

 

sondern eine Vielzahl von weiteren Modellen, die das Herz eines jeden Rennsportfans höher schlagen lassen, in seinem Museum zusammengetragen.

Mittlerweile stellt der umtriebige Frithjof Erpelding über 200 Exponate aller Motorsportklassen und Epochen, beginnend mit dem Jahr 1927 bis zum heutigen Tag, in seinem feinen Museum aus.

Also nichts wie rein in diese Zeitmaschine des Rennsports und einen Blick durch unsere Fenster des Lebens auf die Historie der Motorsportgeschichte geworfen.

 

Da stehen SIE Rad an Rad wie die Botschafter vergangener Epochen der Rennstrecken dieser Welt.

Eine Bultaco, die den großen Preis der Niederlande in Assen gewonnen hat.

Eine DKW Ore 250 → Sie war 2 x auf der Isle of Man erfolgreich.

Mit der Start-Nr. 132 eine 350er Norton aus dem Fuhrpark von Geoff Duke dem Halbliterweltmeister der Jahre 1953 – 1955.

„The Duke“ dominierte die Motorradrennen in den 50er Jahren. Er war sozusagen der erste Superstar der Szene vergleichbar mit Valentino Rossi in unseren Tagen. Sechs Weltmeistertitel und fünf Siege bei der TT auf der Isle of Man sprechen Bände. Und hier im Classic Race Museum dürfen wir einen Blick auf seine 350er Norton werfen.
Das Herz des Motorsportenthusiasten Erpelding gehört aber irgendwie den König-Modellen, die im Museum Ehrenplätze inne haben. Der eigentliche Spezialist für Rennboote König hat seine leistungsstarken Motoren sowohl als Kraftquelle bei den Gespannen, als auch bei so mancher potenten Solomaschine gespendet.

Ein Strahlen in die Augen bekommt Frithjof Erpelding auch wenn er auf seine Velocette zu sprechen kommt.

Nur noch -5- dieser Modelle existieren auf der Welt. Ein spleeniger Brite hat bereits testamentarisch festgelegt, dass seine Velocette im Nachbargrab neben ihm bestattet wird. Erpelding hatte den Engländer daraufhin in seinem rheinischen Humor darum gebeten BITTE die Schaufel direkt liegen zu lassen, damit Er die Maschine unmittelbar nach dem Begräbnis wieder ausbuddeln kann.
Überhaupt streut Erpelding zwischen seinen fachlichen Erläuterungen immer wieder private Anekdoten in die Führung ein. Sein Sohn, Frithjof jun. (zwischenzeitlich gibt es in der Ahnenreihe -3- Herren mit dem Vornamen) war bereits früh vom Motorradbazillus seines Vaters infiziert worden und fuhr ebenfalls schon mit den Maschinen um das heimatliche Anwesen, wo andere Kinder noch mit Tretroller beschäftigt und ausgelastet waren. Da die Beine des Juniors aber noch nicht die richtige Länge aufwiesen um auch sturzfrei anhalten zu können wurden in regelmäßigen Abständen Hohlblocksteine positioniert, damit Klein-Frithjof unfallfrei anhalten und das Manko der kurzen Beine ausgleichen konnte. Auch improvisieren will gelernt sein. Mit vier Rädern war Erpelding ebenfalls unterwegs und so wundert es nicht, dass im Museum auch der ein oder andere Rennwagen zu finden ist. Da ist ein wunderschöner Cooper – eine Leichtbaurakete aus britischer Herstellung.
Zeitweise gehörte Cooper zu den erfolgreichsten Formel-1-Teams. Jack Brabham, Bruce McLaren
und Jochen Rindt fuhren auf Coopers Werkswagen Erfolge ein. Einer der ersten Cooper-Kunden war Stirling Moss; sein Cooper T5 war sein erstes Rennauto.Coopers Quasi-Werksteams in der Formel Junior und der Formel 2 wurde zeitweise von Ken Tyrrell geführt, dem Briten der Jahre später auch seinen eigenen Rennstall Tyrell in der Formel 1 zu Ruhm und Ehre führte.

Einige Modelle aus der Fabrikation von Honda, die unter Erpelding Rennluft geschnuppert haben.

UND – wenn hier vielleicht Cineasten unter uns sind, die sich noch an den Tom Cruise Film „Days of Thunder“ erinnern können → ein Nascarbolide aus dem Kinofilm.

Die meisten Maschinen sind ohne ihre Verkleidungen ausgestellt, damit man freien Blick auf die Technik und die Motoren hat. Ich finde es gut. Hat man doch so wirklich den unmittelbaren Blick auf die handwerklichen Problemlösungen früherer Rennsportepochen.
Eine schöne MZ steht mit ihrer windschlüpfrigen Rennverkleidung der 50er in der Ausstellung. Ähnlich wie bei einigen Guzzimodellen dieser Zeit ziert SIE ein wahnsinniges Drum an bauchiger Verkleidung. Sollte windschlüpfrig machen, war aber ausgesprochen empfindlich bei Seiten- oder Aufwind.

Apropos Moto Guzzi. Für einen ausgesprochenen Guzzi-Liebhaber baute Erpelding ein Modell zusammen, welches geziert wird vom Moto Guzzi Emblem. Der Witz daran ist, dass außer diesem Aufkleber nichts aus der Fertigung von Moto Guzzi stammt. So ist u. a. der Motor von einer 4-Zylinder Benelli. Deshalb steht auch abschließend „Giese-Eigenbau“ unter dem Modell.

Ich könnte jetzt noch gut einen Stunde schreiben oder wahrscheinlich sogar noch länger – ist aber letztendlich nicht der Sinn der Sache.

Leute, wenn IHR in „Ringnähe“ seid, dann auf nach Jammelshofen in die Kirchstraße 9 und nichts wie rein in das Classic-Race-Museum.

 Denn wie heißt der Slogan des Museums:

Wo Motorenöl gerne in den Ruhestand geht…..

UND wenn IHR dann im Museum steht und die Modelle mit euren Fenstern ins Leben betrachtet, dann schließt sie einmal für einen Moment und hört einfach nur etwas genauer hin!

Dann hört IHR das dumpfe Grollen und Brummen der Motoren und vielleicht sogar im Hintergrund die Stimme von Jochen „the Voice“ Luck:

Helfer bitte Startplatz räumen! Noch dreißig Sekunden bis zum Start! Helpers clear the track!

https://flyinghaggis.net/2015/07/31/jochen-the-voice-luck-oder-90-jahre-geballter-motorsport/

IMPRESSIONEN:

 

Manchmal macht man(n) seine Passion zum Beruf – GILLES Tooling

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Es gibt Menschen für die hege ich eine außerordentliche Bewunderung. Das sind z. B. diejenigen, die aus ihrem angestammten Umfeld (sei es Familie oder Beruf) von einem Tag auf den anderen ausbrechen und einfach DAS machen, was Sie immer schon ge- oder erträumt haben.

So frei nach dem Sinnspruch: Träume nicht dein Leben. Lebe deinen Traum!

Und damit sind wir bei der zweiten Gruppe der Menschen, die ich bewundere. Diejenigen, die ihren Traum oder in diesem Falle besser ihre Passion, direkt zu ihrem Beruf und zur Berufung machen.

Gerhard Gilles, ein neudeutsch Selfmademan, geht in der von ihm gegründeten Firma Gilles Tooling

https://www.gillestooling.com/

seiner Passion nach. Soll konkret heißen Motorräder und Motorradrennsport.

Ja Leute – hier ist ein Enthusiast in Sachen Motorräder am Werk und seine wertigen Produkte sind im harten Alltag auf den Rennstrecken dieser Welt ausgetestet.

Sogar unser „Doctor“ Valentino Rossi und das Yamaha Werksteam schwören auf Gilles Tooling und am Heck der Werksmaschinen auf der Radabdeckung prangt stolz das Firmenlogo – die beiden gespiegelten und überkreuzten „G“, welche ineinander verwoben auf den Werksyamahas wie die Brandzeichen auf Rennpferden zu sehen sind.

Der Rest seiner sportlichen Kundschaft liest sich wie das Who is who im Sektor Motorradrennsport. So zählten auch Sam Lowes und Cal Crutchlow bereits zur Kundschaft von Gerhard Gilles.

Das aber nur einmal als Einleitung in die Materie, denn Flying Haggis hatte Gelegenheit das „Allerheiligste“ der Firma Gilles Tooling im nahen Großherzogtum Luxemburg in einem kleinen Industriegebiet bei Grevenmacher zu besichtigen. Der für den Vertrieb im deutschsprachigen Raum (und einige andere Dinge) zuständige Mitarbeiter Andre Michels führte Flying Haggis durch die heiligen Hallen der Firma. Wie soll man jetzt Andre Michels am besten beschreiben? Am treffendsten wäre sicherlich die Metapher er ist der menschgewordene Produktkatalog der Firma Gilles Tooling. Es gibt nichts was Andre Michels über die Firma nicht weiß und das Strahlen in den Augen bei der Darstellung der Produkte und „seiner Firma“ zeigt dem Besucher ganz eindeutig Hier steht jemand der zu mehr als 100 Prozent von seiner Firma und den Produkten überzeugt ist.

Was soll ich sagen? Die Firma und die Herstellungsräume vermitteln einen derartigen Eindruck, dass man schlichtweg begeistert ist. Hat man noch aus den frühen 80er Jahren die Hinterhofschrauber im Kopf, die zwar handwerklich fit waren, aber oftmals in Werkstätten ihrer Arbeit nachgingen, die Kramläden nahekamen (links liegt der Krims und rechts liegt der Krams zusammen genommen dann Krimskrams-Laden), ist man hier im Vergleich dazu in einem anderen Sonnensystem gelandet.

Die Werkbänke und Fertigungsanlagen sind derart klinisch sauber, dass die Angestellten wahrscheinlich auch bakterienfrei Operationen am offenen Herzen durchführen könnten.

Euer werter Erzähler fühlte sich gefühlsmäßig in Kindertage zurückversetzt, als ein kleiner Kerl mit strahlenden Augen durch den Legoladen lief und an jedem Regal irgendetwas gefunden hat, was seine unstillbare Begierde geweckt hat.

Alle Teile sind aus dem Vollen gefräst und werden hier vor Ort gefertigt.

Kein Billigzulieferer aus Fernost findet seinen Weg hier in die Produktion. Das würde dem Qualitätsanspruch von Gerhard Gilles nicht gerecht werden und damit stellen sich diese Fragen und die Option nach Billigimporten erst gar nicht.
Gefertigt wird für Yamaha (MT-Serie, Tracer und R 1) , Suzuki und auch BMW (HP), aber auch für andere Hersteller findet sich ausreichend Material im Produktkatalog. An dem neuen „BMW-Übermodell“ HP 4 werden -30- Komponenten aus dem Hause Gilles verbaut. Wenn das nicht bereits aussagekräftig ist – Was dann?

Da sind z. B. filigran gearbeitete Fußrastenanlagen im Programm eine schöner gemacht als die andere. Alle offenbaren dabei ein Ziel – die Ergonomie. Variabel und einfach verstellbar lassen sie Fahrer/-in so auf der Maschine Platz finden, dass genau der wichtigste Punkt im Vordergrund steht: Motorradfahren!
Denn wo nichts kneift und beißt hat man seine Gedanken da wo sie hingehören, nämlich auf der Straße und nicht bei der malträtierten Muskulatur oder einem schmerzenden Bandapparat.


Das gilt analog für die Riser und gipfelt dort in dem Modell 2D.GT. Hier ist wirklich alles verstell- und justierbar was dem Fahrer/-in dient. Reichweitenverstellung bis zu 50 mm. Die Höhenanpassung in 5 mm Schritten und die Offseteinstellung 9 – 19 mm in Richtung des Fahrers.


Variabel verstellbare Stummellenker und das alles ohne baulich z. B. bei einer Ducati Panigale Hand an die Verkleidung legen zu müssen. Konkret heißt das: Hier muss nicht Material ein- oder weggeschnitten werden, was abschließend irgendwann einmal einen Rückbau erschwert oder unschön erscheinen lässt.

Eigentlich rechnet man bei der Betrachtung der Artikel nur noch damit, dass Valentino Rossi persönlich kurz vorbeischaut, um sich ein neues Paar für seine M 1 abzuholen.

Ciao ragazzi Sto facendo un test rapido!

Jetzt haben wir von den Kleinoden wie Kupplungs- und Bremshebeln

noch gar nicht gesprochen. Der weltweit erste spielfreie Hebel ist hier bei Gilles im Programm. Hier wackelt nichts mehr in der Aufnahme und die Bewegung geht nur noch in die Richtung für die er auch gedacht ist.

Im Rennsport seit Jahren Pflicht, damit bei engen Manövern nicht versehentlich ein Konkurrent Kontakt zu Brems- oder Kupplungshebel aufnimmt die Lever Guards; wörtlich Hebelwächter oder Schutzbügel.
Auch hier in einer praxisorientierten Variante mit 2-teiliger Bauart und Sollbruchstelle. Der Haupthalter, wie alles bei Gilles aus dem Vollen gefräst, nimmt den glasfaserverstärkten Schutzbügel aus Kunststoff auf. Besser der Schutzbügel zerlegt sich im Ernstfall in zwei Teile, als
  der schöne teure Bremshebel.

Und falls uns unser Weg doch einmal bei einem Fahrertraining ins Kiesbett oder auf der Heimstrecke in den nächstbesten Acker verschlagen hat – dann hat uns, bzw. den Rahmen unserer Maschine, womöglich eines der patentierten Sturzpads aus der Fertigung von Gilles Tooling vor einem größeren Schadensbild bewahrt.


Was gibt es noch? Felgen von der Firma Galespeed, einem langjährigen Kooperationspartner von Gilles Tooling. Für die in Japan hergestellten Schmiederäder ist Gilles der Europaimporteur. In der Moto 2 werden diese Felgen u. a. auch von Sandro Cortese gefahren.

Gerhard Gilles ist selbst im Rennsport groß geworden. In der nationalen Klasse. Das Material, welches zu diesem Zeitpunkt käuflich zu erwerben war erfüllte aber nicht seinen eigenen Qualitätsanspruch.

Also was tun? Selbermachen!

Und genau das tat er dann auch. Zunächst für den Eigenbedarf und dann schnüffelte die Konkurrenz aus der Nachbarbox. Oh, das sieht aber gut aus! Hast Du toll gemacht!  Und so nahm die Geschichte ihren Lauf, deren Ende noch nicht abzusehen ist. Denn hier im Werk von Gerhard Gilles sieht alles nach Expansion aus und dem Willen jeden Tag etwas Neues zu entwickeln oder Bewährtes noch besser zu machen.

Wenn IHR also richtig wertiges Zubehör für eure Maschinen sucht – dann seid IHR hier richtig!
Nicht billig ABER preiswert! Den Unterschied brauche ich Euch an dieser Stelle nicht zu erklären und verbleibe bei dem alten Sinnspruch:

Irgendwann kann man sich keine billigen Dinge mehr leisten → Denn würden nicht Narren zum Markt gehen, würden schlechte Waren nicht gekauft! Das sagen die Engländer und hin und wieder haben die auch mit ihren Sprüchen recht.

Win on Sunday – sell on Monday! Das trifft ganz besonders auch auf die Produkte von Gilles Tooling zu und vielleicht haucht es uns im Alltag auch ein wenig Grand Prix Gefühl ein.

Ciao ragazzi Sto facendo un test rapido!

Ich werde auf alle Fälle bei meinen nächsten Einkäufen in Sachen Zubehör erst einmal in die Produktpalette von Gilles Tooling schauen – Billige Dinge kann ich mir nicht mehr leisten!

IMPRESSIONEN:


Eine Variante in Sachen Südtirol

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Was sagt der Duden: Eine Variante ist etwas, was sich von etwas Vergleichbarem unterscheidet.

Und da hat Flying Haggis etwas für Euch. Hört der geneigte Motorradfahrer oder die Motorradfahrerin etwas von Südtirol dann geht bei den meisten unmittelbar die Schublade Sella Ronda auf.

Aber Südtirol besteht nicht nur aus der zweifelsohne wunderschönen Pässerunde am Sellastock – da ist noch weitaus mehr. Und um dies auch schnell mit Fakten zu hinterlegen legen wir gleich los mit einem Lieblingsthema von Flying Haggis.

WO kommen WIR denn jetzt am besten unter also Fahrer / Fahrerin und Maschine? Schließlich haben wir bereits Mitte April und der zweirädrige Sommerurlaub will gut geplant sein!

WIR kehren also dem Eisacktal und der üblichen Abzweigung bei Klausen zu der vielbesagten Sellarunde diesmal den Rücken und fahren bei Brixen ab ins Pustertal. Dann folgen wir den Spuren des Biathlon-Weltcups an Bruneck vorbei und wenn uns die Wegweisung den Hinweis zum Staller Sattel und Antholz weist biegen wir links ab. Hier finden wir in der Ortslage von Oberrasen unser Quartier das Hotel Schmalzlhof.

http://www.schmalzlhof.com/

Wie soll ich euch jetzt mit wenigen Worten unsere Basisstation beschreiben? Ein durchweg fein geführter Familienbetrieb ist der Schmalzhof der Familie Klammer. Ankommen in seiner ureigenen Form – Man betritt die Lobby und später die Zimmer und hat bereits das Gefühl: Hier bist Du zu Hause! Verbunden mit der geistigen Frage: Warst Du hier schon einmal und hast es bloß vergessen ODER woher kommt dieses untrügliche Gefühl? Das Gefühl kommt daher, dass man empfangen wird wie ein alter Freund, bei dem man sich freut IHN wiederzusehen.

Die hellen Zimmer sind typisch für Südtiroler Hotels eingerichtet und auf dem Balkon kann man in der Sonne bereits die nächste Tagestour planen.

Das Essen ist vorzüglich und der Service sehr (sehr) aufmerksam ohne dabei aufdringlich zu wirken.

 

Apropos Essen. An einem Abend kamen WIR als „essenstechnischen Aufmacher“ in den Genuss von Südtiroler Schmankerl. Ich hätte mich buchstäblich in die Köstlichkeiten reinsetzen können, hatte aber immer den Gedanken im Hinterkopf, dass da noch ein 3-Gang Menü auf mich wartet, welches zwingend der Verwertung zugeführt werden musste. Wirklich ein Luxusproblem, dass es hier zu bewältigen galt.

Die Hotelbar ist klein und gemütlich und man hat ausreichend Gelegenheit sich durch die Bestände zu arbeiten. Euer werter Erzähler hat dabei große Gebinde des regional gebrauten Pustertaler Weizenbieres vernichtet wirklich vorzügliches Gebräu.

Ein weiteres Highlight ist der Saunabereich des Schmalzhofs, der einem ausreichende Optionen bietet die malträtierten Knochen und Muskeln nach der Tour zu regenerieren. Finnische Trockensauna, Biosauna, Dampfbad und eine Infrarotkabine stehen als Alternative bereit

 

und ein gemütlicher Ruhebereich der geradezu nach Buchlektüre oder Motorradzeitschrift schreit.

 

Wen ob der guten Verpflegung das schlechte Gewissen plagt und nach sportlichen Aktivitäten dürstet wird ebenfalls fündig. Ein wirklich gut ausgestatteter Fitnessraum mit aktuellen Geräten steht ebenfalls zur Verfügung. Also alles da in Sachen rundum wohl fühlen.

 

 Jetzt kommt sicher die Frage UND wo fahren wir jetzt unsere Runden da unten bei deinem Tipp?

Dazu vorab schon einmal Vorschläge. Nr. 1 ist so naheliegend, dass es bereits eine Frechheit ist. Der Stallersattel lädt ein zur Überquerung ins Nachbarland Österreich. Ampelgeregelt kann man ruhig und entspannt (höchstens ein verwaister Fahrradfahrer kann hier stören) die Kurven des Passes in Angriff nehmen und ohne Gegenverkehr genießen. Im Anschluss dann auf der österreichischen Seite über Osttirol zurück. Vor Überquerung der Grenze (Innichen) bietet es sich noch den Tank mit günstigem österreichischen Sprit zu füllen.

Nr. 2 wäre kurz vor Innichen nach rechts in Richtung Sexten abzubiegen. Dort der SS 52 folgen und wir landen in der Provinz Belluno, die schon merklich italienischer angehaucht ist als Südtirol. Über Padola auf der SP 532 in grobe Richtung Auronzo di Cadore ABER vorher wieder links ab auf die SS 52 nach Pieve di Cadore. Hier folgen wir dem Straßenverlauf des kleinen, aber wunderschönen Passo Cibiana (1.530 m; mit bis zu 15 % Steigung und einer Länge von ca. 20 km) bis Cibiana di Cadore und haben unseren Pausenplatz, sowie Zwischenstation erreicht.

Aufwärts zum Messner Mountain Museum Dolomites fahren wir mit den dortigen Shuttle-Bussen. Der 2-stündige Fußmarsch in Motorradstiefelen und –kluft wäre nicht vergnügungssteuerpflichtig und so wählen wir hier lieber diese „Touri-Variante“.

http://www.messner-mountain-museum.it/dolomites/museum/

Warum fahren WIR denn jetzt überhaupt dort hinauf? Weil man einfach dort hoch muss! Selbst wenn man kein Museumsfreund ist und vielleicht ein gespaltenes Verhältnis zu dem Botschafter der Berge Reinhold Messner hat, sollte man zumindest aus einem Grunde hier hinauf. WENN das Wetter gut ist hat man hier oben von dem ehemaligen Sperrfort des Dolomitenkrieges auf dem Monte Rite (2.181 m) einen Ausblick der mit atemberaubend nur unzureichend beschrieben ist.

Gemütlich bei einem Cappuccino draußen auf der Terrasse der Cafeteria kann man die Aussicht genießen und denkt sich einfach:

„Man ist das hier SCHÖN!“

Irgendwann müssen wir aber auch wieder heimwärts in Richtung Hotel Schmalzlhof und das machen wir über Longarone (SP 251) nach Forno Zoldo, Zoldo Alto nach Selva di Cadore.

Habe ich schon einmal erwähnt, dass mein absoluter Favorit der Dolomitenpässe der GIAU ist? NEIN? Dann kommt jetzt der Hinweis Leute und ich bin auf euer Votum gespannt. Also von Selva di Cadore mit einem breiten Grinsen im Gesicht auf die SP 638, wenn man es unpersönlich haben will.

Für mich eine der Königsetappen hinauf auf 2.233m Passhöhe und purer Genuss auf 20 km bis nach Cortina d´Ampezzo.

Der Rest ist schnell erzählt, denn der Weg führt uns in sanften Schwüngen nach Toblach und von dort ist es nur noch ein Katzensprung  zurück in unser Hotel.

Das waren jetzt nur -2- Tourenempfehlungen, denn wenn ihr zum Einrollen den Weg an anderen Tagen über Toblach nach Cortina wählt steht dort der Hintereingang zur Sellaronda weit offen. Entweder wieder und wieder den Giau und über Pordoi weiter oder von Cortina auf den Falzarego und dann alle gängigen Alternativen abarbeiten.

Es gibt viel zu tun – packen wir`s an! Aber als Basisstation unserer Touren wählen wir nicht das überlaufene Grödnertal mit seinen Touristenhotels, sondern den schönen, ruhigen Schmalzhof bei FREUNDEN!

 

Alter Wein in neuen Schläuchen……..

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Habt Ihr auch zufälligerweise die Ausgabe 05 2017 der Zeitschrift Motorrad gelesen? Unter dem Titel „Cup-Puccino“ hatte da der Redakteur der Zeitschrift Motorrad, Johannes Müller,  die aktuelle Triumph Street Cup in einem Fahrbericht beschrieben.

Vertieft in den wirklich nett geschriebenen Bericht lese ich dann auch das Fazit des Redakteurs der von einem schönen, voll alltagstauglichen, wertigen Neo-Retro-Cafe-Racerchen (Zitat) für Genießer spricht, die es unkapriziös und stressfrei mögen.

Hey Flying Haggis, dass hört sich ja durchaus interessant an und bei dem Datenblatt steht etwas von 55 PS bei 200 kg Trockengewicht! Mehr braucht eigentlich kein Mensch, um auf einer kurvigen Landstraße mit seinem Motorrad glücklich zu sein.

Wahrscheinlich altersbedingt kommt erst jetzt eurem werten Erzähler ein Gedanke und leicht versonnen marschiert Flying Haggis in die tieferen Gewölbe seiner Höhle. Da war doch noch WAS?

Und richtig – über die Wintermonate wohl schon etwas in Vergessenheit geraten steht SIE da vor mir. Die „Monstro Piccolo“ der besten Sozia von Allen.

Okay, okay – nicht mehr so ganz im Serientrimm steht SIE da, die kleine 600er Monster aus den Hallen von Borgo Panigale in Bologna. Da ist mit der Zeit einiges an hochglanzpolierten Aluprodukten aus der Road Racing Manufaktur angebaut worden. „Kellermännchen“ haben den Platz der etwas klobigen Originalblinker eingenommen und das Originalheck ist einer verkürzten Variante aus dem Hause Pferrer gewichen.

Aber um diese Umbauten geht es mir jetzt eigentlich nicht, sondern vielmehr um einen kleinen Blick in das Datenblatt unserer „Monstro Piccolo“ aus dem Jahr 1996. Hier stehen 54 PS bei 190 kg Trockengewicht im Fahrzeugbrief!

Bei objektiver Betrachtung steht also unsere alte Dame ganz gut im Futter im Vergleich mit aktuellen Produkten aus dem Baujahr 2017. Das einzige was man aus Sicherheitsaspekten vermissen könnte, wäre das ABS. DAS ist also der Fortschritt aus mehr als 20 Jahren technischer Entwicklung?

Denn optisch kann sich das alte Produkt aus Bologna durchaus noch mit der „Neuen“ aus Hinckley messen. Zumindest was meinen Motorradgeschmack angeht.

Im Grunde genommen passiert also gerade im Motorradsektor das, was man bei Bekleidung bereits seit Jahrzehnten feststellen kann. Leute – werft nur ja nichts weg! Egal wie abgefahren es auch immer sein mag – irgendwann kommt die Zeit zurück und ein findiger Stratege verkauft Euch:

Alten Wein in neuen Schläuchen!

Ich bleibe dann aber lieber bei meinem guten alten Roten aus Italien. Einem schönen trockenen Barolo oder Brunello.