Bald sind wir wieder da!

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Die Saison 2020 ist Geschichte und wir bereiten uns schon intensiv auf unsere Motorradsaison 2021 vor. Gut – momentan ging bei mir zu Hause nur ein Ausflug mit einer Eisspeedwaymaschine aber ich bin guter Dinge, dass wir bald loslegen können.

Genau für diesen Termin habe ich euch etwas vorbereitet. Wir waren in der zurückliegenden Saison an derart vielen Einkehrstationen, dass die ein oder andere Örtlichkeit Gefahr läuft in Vergessenheit zu geraten. Deshalb kommt jetzt eine kleine Zusammenfassung von wunderbaren Orten wo ihr direkt zu Saisonbeginn hinfahren und einkehren solltet. Insbesondere einkehren, damit SIE uns in der heutigen Zeit noch lange erhalten bleiben und wir noch oft die Beine unter einem lecker gedeckten Tisch ausstrecken können.

Für diejenigen, die nicht mit Adressen arbeiten, habe ich die Koordinaten nach dem Universalen, transversalen Mercatorsystem bzw. nach dem üblichen World Geodetic System von 1984 angefügt. Diese Koordinaten führen Euch größtenteils bis auf den passenden Parkplatz.

Was hatten wir denn alles? Da war in Kröv die „Winkelwerkstatt“ in der Robert-Schumann-Str. 46. Bei Elke Süwer ist man als Motorradfahrer nie alleine und ein gern gesehener Gast. Macht Bekanntschaft mit dem „Pickert“ aus Kartoffel-Hefe-Teig und genießt den Aufenthalt.
UTM32 X 362984.68 Y 5538241.54
WGS84 Y 7.088871 X 49.980758


Wir waren auch im schönen „Scheunencafe in Hollerath“ (53940 Hellenthal-Hollerath; Luxemburger Str. 17). Rustikal und urgemütlich findet ihr hier euren Anlaufpunkt an der deutsch-belgischen Grenze.
UTM32 X 315750.6 Y 5592551.27
WGS84 Y 6.404293 X 50.455991

Wo wir schon im Bereich der Eifel und Ardennen unterwegs sind kehren wir doch direkt nochmals in der Schneifel in Olzheim (Knaufspescher Str. 14) im „Hotel Feldmaus“ ein. Die Feldmaus ist auch die richtige Basisstation für Auswärtige welche Eifel und Ardennen erkunden möchten.
UTM32 X 318430.02 Y 5572358.74
WGS84 Y 6.451741 X 50.275406

Wir sind immer noch in der Eifel und landen in Bettenfeld. Nomen est omen heißt unsere Einkehrstation Cafe „Kleine Auszeit“ (54646 Bettingen; Maximinstr. 13). Das Cafe hat dabei eine Kuchenauswahl wie im
„7. Konditorenhimmel“.
UTM32 X 313461.38 Y 5535356.76
WGS84 Y 6.400156 X 49.941411

Aber wir waren ja auch noch im Saarland unterwegs und wenn man einem Volksstamm Glauben schenken darf im Bezug auf gut essen, dann sind es die „Saarländer“. Auf geht es in den „Dösterhof“ (66687 Wadern).
UTM32 X 348685.4 Y 5486102.85
WGS84 Y 6.909797 X 49.508658

In Richtung der Nahe hat es uns auch gezogen und da sind wir in Meisenheim (Obergasse 33) im „Cafe Meisentörtchen“ fündig geworden. Was für das Cafe Kleine Auszeit galt, das gilt auch hier. Eine nahezu himmlische Auswahl an kleinen Leckereien.
UTM32 X 404143.75 Y 5506961.29
WGS84 Y 7.670507 X 49.707526

Nur unweit von Meisenheim wurden wir erneut fündig und dazu auch noch mit einer unbezahlbaren Aussicht belohnt. In der „Lemberghütte“ (67824 Feilbingert).
UTM32 X 411273.4 Y 5515479.15
WGS84 Y 7.767428 X 49.785215

Apropos schöne Aussicht als kostenlose Zugabe. Wir waren bei der „Rothenburghütte“ bei 55767 Hattgenstein.
UTM32 X 366759.6 Y 5506543.67
WGS84 Y 7.152389 X 49.696662

Als Basisstation für Touren und Pausen im Hunsrück oder auch Mosel haben wir das „Landhotel Karrenberg“ entdeckt (55481 Kirchberg; Straßheck 3).
UTM32 X 383752.88 Y 5532663.58
WGS84 Y 7.380102 X 49.935018

Und wen es auf unseren Touren im Hunsrück fast in die Nähe von Vater Rhein verschlägt, der ist im „Forsthaus Lauschhütte“ (55442 Daxweiler) gut aufgehoben.
UTM32 X 411839.41 Y 5538840.46
WGS84 Y 7.769961 X 49.995367.

Für die kommende Saison hat Flying Haggis auch geführte Motorradtouren für Genießer in der Planung. Wobei der Genuss, wie IHR ihn bei mir und den Anderstouren kennt, nicht auf Geschwindigkeit und „Knieschleifen“ ausgelegt ist, sondern auf Landschaft, Entspannung und wunderbaren Einkehrstationen. Wie das Ganze dann konkret aussehen wird, teile ich noch zeitig mit.

Ich wünsche uns heute schon eine wunderbare Motorradsaison 2021 und bin überzeugt davon, dass wir die auch haben werden, denn eine schöne Motorradtour in der Natur bringt die Seele nach Hause.

Das Motorradjahr 2021 und der Gegenwind

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Irgendwie beginnt für uns Motorradfahrer*innen das Jahr 2021 in vielerlei Hinsicht so wie das Jahr 2020 geendet hat.

Da haben wir z. B. das Thema der Motorradmessen. Für mich sind sie seit Jahrzehnten magische Anziehungspunkte. Ich mag es einfach durch die Messehallen zu bummeln und mir die neuen Maschinen und aktuellen Produkte der Zubehörfirmen usw. anzusehen. Nirgendwo hat man ansonsten diese Möglichkeit auf einem engen Raum eine derartige Palette zu bewundern und zu vergleichen als auf einer derartigen Fachmesse.

Dieser unsichtbare Gegner, der uns im Jahr 2020 vielerorts beherrscht hat, hat auch in Sachen Motorradmessen massive Lücken gerissen. So hat der Industrieverband Motorrad (IVM) die INTERMOT 2020 in Köln auf den 04 bis 09. Oktober 2022 verschoben.

Auch die größte Motorradmesse Europas die EICMA in Mailand fiel dem Covid-Treiben 2020 zum Opfer. Der aktuelle Termin für „normale Besucher“ ist jetzt vom 25. – 28. November 2021. Ich hoffe, dass dieses Zeitfenster spät genug im Jahr 2021 liegt, dass man hier durch die Messehallen schlendern kann.

Nein Leute – ich bin kein Pessimist, sondern eher das Gegenteil. Aber in Sachen Frühjahrsmessen hat der neudeutsch Lockdown schon derbe Lücken gerissen. Gestrichen sind bereits: Die Sachsenkrad in Dresden vom 22.01.21 bis 24.01.21. Die bekannte Motorradmesse Bodensee vom 29.01.21 bis 31.01.21 und die IMOT in München vom 19.02.21 bis 21.02.21. Den Frühjahrsklassiker die Motorradmesse in Dortmund hat man wohlweislich bereits auf den 29.04.21 bis 02.05.21 terminiert. Schauen wir einmal ob das ausreichend ist für ein Gelingen der Dortmunder Messe.

Auch die Motorradsportsaison 2020 hat mein Herz, bildlich gesprochen, ziemlich bluten lassen. Dafür war sie spannend wie lange nicht mehr.

Der GP-Kalender 2021 steht seit einiger Zeit, beginnt aber auch bereits Schatten zu werfen. Früher pflegte ich zu sagen: Wer einen Plan „B“ hat, der vertraut seinem Plan „A“ nicht. In der heutigen Zeit ist man aber dumm, wenn man nicht einen Plan „B“ in petto hat. In der Hoffnung, dass unser Alphabet im Hinblick auf die Alternativen ausreichend Buchstaben hat.

So rechnen die Verantwortlichen der Dorna bereits in Sachen Covid mit den Absagen der Veranstaltungen am 11. und 18. April in Argentinien und den USA und haben den Grand Prix in Qatar für den 4. April „gedoppelt“ und als weiteren Termin am 25. April Portimão in Portugal eingebaut.

Ich zittere bereits für den 20. Juni inwieweit die Bundesregierung die Moto GP am Sachsenring mit mehr als 200.000 Zuschauern zulassen wird. Impfung hin oder her – es könnte knapp werden und wen von den bereits vorverkauften Karten lässt man hinein bzw. lässt man dann draußen. Sollte dann etwa der Impfstatus eine Rolle spielen? Ein Schelm der Böses denkt.

Aber auch WIR selbst können einiges zu einem tollen Motorradjahr 2021 beitragen. Warum sage ich das jetzt? Weil mich in den Motorradforen und den sozialen Medien im zurückliegenden Jahr doch die ein oder andere Frage aus unseren eigenen Reihen gewundert hat.

Sind WIR Teamchefs oder Renningenieure bei der Formel 1 oder der Moto GP? Warum frage ich das jetzt?

Weil diese Menschen ganz hart am jeweiligen Regelwerk ihre Rennfahrzeuge entwickeln und jegliche Art oder Möglichkeit einer „alternativen“ Auslegung des Regelwerks ausnutzen. Dies natürlich zum eigenen Vorteil und um dem Gegenüber die kleine, vielleicht entscheidende, Sekunde voraus zu sein. Ein harter und unbarmherziger Wettkampf.

WIR sind aber nicht in einem Wettkampf. Wir frönen lediglich unserer Passion. Und wenn es dann irgendwo Auflagen oder Beschränkungen gibt, dann sollten wir uns einfach danach richten und nicht wie ein Renningenieur der Moto GP nach der Grauzone im Regelwerk suchen, die uns doch noch eine Option für was auch immer bietet. Getreu dem Motto: Es ist faktisch nicht verboten, demnach ist es erlaubt.

Unser gesunder Menschenverstand wird uns dabei helfen, denn WIR sind schon in einem mehr als ausreichenden Maße im Fokus von gewissen Gruppen, die uns lieber heute als morgen von der Straße hätten.

Gehen wir positiv in das Motorradjahr 2021 – es wird eine tolle Saison für uns werden. Denn wie sagte einst Henry Ford: Wenn alles gegen Dich zu laufen scheint, erinnere Dich daran, dass das Flugzeug gegen den Wind abhebt und nicht mit ihm.

Ich bin hetero……….

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ja – das auch im üblichen Sinne der Verwendung des Wortes. Laut Fazit einer Studie der BAST (Bundesanstalt für Straßenwesen) vom 01.12.2020 handelt es sich bei uns, also uns Motorradfahrern*innen um eine äußerst heterogene Nutzerstruktur. Demnach bin ich also auch in diesem Fall heterogen.

Gehen wir einmal von dem Wortstamm aus, dann ist heterogen etwas, das aus etwas Uneinheitlichem oder Andersartigen zusammengesetzt ist. Das passt bei mir. Ich bin ein großes Puzzle aus einer Unmenge von Teilen mit Ecken und Kanten, die aber am Ende doch ein Ganzes ergeben. Und für mein Gefühl funktioniert dieses Ganze auch ganz ordentlich. Ich denke, eine große Menge von euch findet sich da auf irgendeine Art und Weise wieder. Das Gegenteil von heterogen ist homogen und das ist gleichbedeutend mit Gleichartigkeit und steht auch in Verbindung mit Konformität. Wenn ich etwas nicht sein möchte dann ist es konform. Nein ich bin jetzt nicht auf Krawall gebürstet. Okay – vielleicht ein wenig.

Aus meiner Sicht behandelt die BAST in ihrer Studie das Thema des Unfallaufkommens bei Motorrädern sehr sachlich, wenn auch der abschließende Tenor der erforderlichen speziellen Mobilitätsstudien auf Grund der heterogenen Nutzerstruktur bei mir für Schmunzeln sorgte.

Ansonsten ist diese Studie sehr strukturiert aufgebaut und anhand der Datenbestände schlüssig nachvollziehbar. Wie z. B. die Feststellung, dass die Hälfte der jährlichen Kilometerleistung in den drei Sommermonaten erbracht wird. Das ca. 70 % der zurückgelegten Kilometer dem Freizeitgedanken folgen usw.

Aus dieser Erhebung resultiert letztendlich das Faktum, dass wir Motorradfahrer*innen ein 4,3-fach höheres Unfallrisiko haben, unsere Verunglücktenrate um das 7-fache über dem Gesamtwert aller sonstigen Kfz liegt und die Gefahr als Motorradfahrer*in bei einem Unfall getötet zu werden etwa 13-mal höher ist als im Durchschnitt aller Kfz-Nutzer.

Warum beiße ich mich jetzt derart an dieser BAST-Studie fest?

Weil ein Redakteur des SPIEGEL mit Namen Guido Kleinhubbert am 12.12.2020 einen Artikel veröffentlicht hat, der sich in einer, für den SPIEGEL untypischen, Art und Weise mit dem Thema Motorräder und dem Fahrverhalten der Nutzer befasst.

https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/motorradfahrer-eine-neue-studie-belegt-dass-biker-zum-rasen-neigen-a-03e2da5b-b7d6-4351-b0a1-cdc6540c1373

In seinem Artikel bezieht sich dieser Journalist des SPIEGEL auf eine Studie der Unfallforschung der Versicherer (UdV) und zitiert dabei oftmals den Leiter der Unfallforschung Herrn Siegfried Brockmann, einen ausgewiesenen Fachmann in Sachen Unfällen und nicht von ungefähr Leiter dieser UdV.

Wie das so oft vorkommt bei Zitaten finden wir auch hier im Artikel dieses Journalisten Zeilen, die komplett aus dem Zusammenhang ihres Ursprungs herausgerissen sind.

Dahingehend möchte ich anmerken, dass das Gros der Zitate aus einem Bericht der UdV vom 31.07.2019 ist. Hier ging es eigentlich inhaltlich um das Todesrisiko beim Motorradfahren und dem abschließenden Hinweis, dass jenseits einer Geschwindigkeit von 25 km/h UND einem Aufprall auf ein Hindernis, Schutzbekleidung mit Protektoren lebensbedrohliche Verletzungen nicht mehr verhindern kann.

Wie seiner Zeit Otto von Bismarck bei der Emser Depesche lässt der Journalist Kleinhubbert hier etwas weg und fügt dort etwas aus einer anderen Studie hinzu, um am Ende seiner Ausführungen dann dort anzulangen, wo er eigentlich bereits zu Beginn hin wollte.

Die ewige Verdammnis der Motorradfahrer*innen als hirnlose Raser!

Wie lautet doch so schön sein abschließendes Statement:

Biker neigen tatsächlich dazu mit dem Feuer zu spielen. Ihr Verhalten entspricht manchmal dem von irren Autofahrern, die sich nicht anschnallen, bewusst den Airbag deaktivieren und dann trotzdem zu schnell drauflos brettern.

Wenn man etwas gut, sachlich und sauber recherchiert, dann darf man, wie die BAST in ihrer Studie, abschließend zu einem Schluss kommen. Dies auch dann, wenn abschließend formuliert wird, dass die Ursachen für das höhere Unfallbeteiligungsrisiko auch im Fehlverhalten der Motorradfahrer selbst liegt. Wenn WIR ehrlich zu uns sind, dann wissen wir das auch selbst. Denn wir sind, wie anfangs festgestellt, heterogen und als solches nicht angepasst, andersartig und uneinheitlich. Der Eine weiß eben, dass er an dieser oder jener Stelle zu schnell ist und der Andere eben nicht.

Das Geschreibsel des Herrn Guido Kleinhubbert hingegen ist auf dem Niveau der BILDzeitung und als solches des SPIEGELS unwürdig. Schade, dass hier keiner der Verantwortlichen vor der Veröffentlichung einmal einen Blick darauf geworfen hat und man von einer derartigen plakativen Berichterstattung abgesehen hat.

Oftmals ist es hilfreich einen Blick in den Spiegel zu werfen. In diesen SPIEGEL diesmal nicht.

Ein kleiner Hopser ODER eine „kleine Auszeit“

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Zum Abschluss des Jahres 2020 machen wir noch schnell einen kleinen Hopser und gönnen uns eine „kleine Auszeit“. Das hat natürlich auch wieder mit einer wunderbaren Pausenstation zu tun und aus einer kleinen Auszeit kann man auch eine größere Auszeit machen. Je nach Bedarf.

Also raus aus Trier auf bekannten Wegen und rüber auf die westliche Moselseite in Richtung Trier-Ehrang bzw. Quint. Wer hier noch ein wenig Zeit mitgebracht hat, der kann, bevor er auf die L 46 abbiegt noch einen Abstecher zum Baum-Welt-Pfad machen. In unmittelbarer Nähe zum Forstamt Am Rotenberg hat man vor Jahren ein Experimentierfeld angelegt um Alternativen zu den einheimischen Baumarten auf ihre Wuchsfähigkeit zu testen. So kann der Besucher hier 21 verschiedene Baumarten bewundern u. a. einen Riesenmammutbaum, Japanische Lärchen oder Ginkobäume.

Es zieht uns auf unsere bekannte kurvige Route auf die L 46 und am Kaiserhammerweiher vorbei. Leute – ihr wisst ja noch aus einem früheren Bericht – hier ist äußerste Vorsicht geboten. Wir sind im Meulenwald unterwegs und hier treiben die Geister des tyrannischen Erzbischofs Milo von Trier, sowie der des römischen Statthalters Rictius Varus sein Unwesen. Beide schon zu Lebzeiten keine liebenswerten Zeitgenossen

Hinter dem Weiher biegen wir ab auf die K 34 und fahren über Rodt und Zemmer nach Orenhofen.

Unser Weg führt uns nun hinunter an die Kyll nach Auw. Wenn wir etwas später gestartet sind oder unser Rundweg auf dem Baum-Welt-Pfad länger gedauert hat, dann ist hier ein schöner Platz im „Alten Pfarrhaus“ um Verpflegung aufzunehmen.

Ach ja – Thema Verpflegung. Weiter geht es über Idenheim nach Meckel und da ist der Landgasthof Herrig. Ebenfalls wie gemacht für eine Pause mit exzellenter Verpflegung. Für diejenigen unter euch, die unsere heutige Tour in entgegengesetzter Richtung fahren also zwei ideale Plätze um die Fahrt ausklingen zu lassen.

Die L 2 bleibt weiterhin unsere asphaltierte Partnerin und wir schnuppern hinter Wolsfeld wieder einmal kurz „Rennluft“. Mit ihren 1.640 m Streckenlänge bei einer Steigung von 9 % ist der Wolsfelder Berg die kürzeste Strecke in der Deutschen Bergmeisterschaft. Bei den Tourenwagen hält der Schweizer Ronnie Bratschie seit 2019 mit 1:01,550 Minuten den Streckenrekord. Zugunsten des besseren Drehmomentes hatte er am Renntag seinen bis zu 750 PS starken Mitsubishi Evo 8 auf 600 PS heruntergeregelt. Damit liegt er nur noch Bruchteile vom Rekord der Rennwagen mit 1:00,090 entfernt.

Waren wir gerade noch an der Kyll landen wir jetzt bei Holsthum an der Prüm auf der L 4. Die verlassen wir schon alsbald um in Richtung Peffingen auf die L 7 abzubiegen.

Wir wollen zu unserer versprochenen Pausenstation und biegen bei Bettingen in die Ortslage ab um nach wenigen Metern links am Cafe „Kleine Auszeit“ haltzumachen.

Klein und gemütlich ist unsere Pausenstation und mit viel Liebe hergerichtet. Apropos Liebe. Die kleine Törtchen sind ein Genuss und so haben wir eine gute Möglichkeit aus einer Torte auch mal gerne zwei oder drei zu machen. Oder im Tankrucksack bzw. Koffer ist noch Platz für den Snack zwischendurch bei einem nächsten Fotohalt.

Das Cafe „Kleine Auszeit“ ist auf alle Fälle DER Einkehrtipp unserer heutigen Tour, den ihr auf gar keinen Fall verpassen solltet.

Über Halsdorf und Enzen geht es nun weiter und wir queren für erfahrene Anderstourer einige unserer früheren Routen. Die nächsten Ortsnamen sind Hommerdingen, Lahr und Geichlingen und dann landen wir zwischen Koxhausen und Gaymühle auf der K 50. Hier sind wir jetzt bis Rodershausen auf einer für uns bekannten Strecke. In Rodershausen biegen wir links ab auf die L 1, die wir aber nach knappen eineinhalb Kilometern wieder nach rechts (Waldhof Falkenstein) verlassen.

Wenn wir schon einmal hier sind machen wir wieder einen kleinen Schlenker durch das benachbarte Großherzogtum Luxemburg und rollen in Stolzembourg auf der CR 320 bergan in Richtung Pütscheid. Wie gesagt nur ein kleiner Schlenker, denn es geht auf der CR 322 an einem schönen See entlang wieder talabwärts nach Vianden. Direkt an der Burg vorbei mit einer schönen Möglichkeit für ein Foto. Schnell noch die Maschinen tanken und Kaffee einkaufen und dann geht es am Ortsende links den Berg hinauf wieder nach Deutschland.

Wir suchen uns aber nicht für den weiteren Weg die B 50 aus, sondern biegen rechts ab auf die K 5, der wir schon so häufig parallel zum Flusslauf der Sauer folgen. Hinter Wallendorf sind wir dann auf der L 1 und landen in Bollendorf. Natürlich sind wir schon lange auf unserem Rückweg, aber den gestalten wir natürlich wieder mit einer kleinen Schleife auf Nebenstrecken. Beim Lager Weilerbach biegen wir links ab auf die K 19 nach Ferschweiler. Hier geht es in der Ortslage links ab auf die K 21 nach Prümzurlay, wo wir der Beschilderung zur Prümerburg folgen. So landen wir kurz auf der B 257 nach Irrel.

Jetzt sind wir wieder auf alten Bekannten unterwegs, die uns über Eisenach, Helenenberg und Welschbillig nach Kordel führen. Wir haben ja noch Zeit und so nehmen wir in Kordel nicht den direkten Weg nach Trier, sondern nehmen zum Abschluss noch ein paar Kurven auf der L 43 nach Butzweiler mit, um dann über die K 24 wieder abwärts nach Trier-Biewer zu gelangen.

Das war unsere abschließende Tour über 180 km für das Jahr 2020. Viel Spaß beim Nachfahren.

Halten wir es doch 2021 mit unserem großen Dichter Goethe, der einst folgendes sagte: Eines Tages klopfte die Angst an die Tür. Der Mut stand auf und öffnete, aber da war niemand draußen.

Eines wissen wir alle doch ganz genau. Angst verhindert nie deinen Tod, aber mit Gewissheit verhindert Angst dein Leben.

Ich wünsche Euch allen ein wunderbares Jahr 2021 und eine traumhafte Motorradsaison. Kommt gut in das Neue Jahr und passt auf Euch auf. Aber bitte ohne ÄNGSTE.

Das war ein Fehler

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Oscar Wilde sagte einmal: Erfahrung ist nur der Name, den wir der Summe unserer Fehler geben.

Wenn man also im Laufe seiner Jahre ein gewisses Erfahrungswissen angehäuft hat, dann heißt das im Umkehrschluss, dass hier auch einiges an Fehlern passiert ist.

Gut zu wissen! Insbesondere für diejenigen Menschen, die für sich und ihre Handlungen gerne eine Form der Unfehlbarkeit in Anspruch nehmen. Eigentlich sind die Grenzen zur Dummheit nur dann überschritten, wenn man ein und denselben Fehler permanent wiederholt ohne seine Lehren daraus zu ziehen.

Ich habe einige Fehler in meinem Leben gemacht, aber auch daraus gelernt. An einen speziellen Fehler musste ich dieser Tage aber wieder einmal denken, denn ich hatte ein altes Album durchgeblättert und bin über eine Autogrammkarte „gestolpert“.

Ihr wisst ja mittlerweile zu Genüge, dass der Rennsport und dabei speziell alles im Zusammenhang mit zwei Rädern auf mich eine besondere Faszination ausübt. Und mit unseren deutschen Protagonisten hatte ich immer ganz besonders mitgefiebert.

Über Jahre war die 250ccm-Klasse so etwas wie eine deutsche Domäne. Da waren immer deutsche Fahrer in dem nahen Umfeld der Favoriten unterwegs, welches um den WM-Titel mitfuhr.

Einer dieser Fahrer war Reinhold „Jointie“ Roth. Den Spitznamen „Jointie“ hatte sich der Amtzeller durch seinen regen Nikotinkonsum verdient und der begleitete ihn auch durch sein gesamtes Rennfahrerleben.

Reinhold Roth war einfach ein Sympathieträger. Da wurde nicht geprotzt oder geprahlt. Nach guten Rennen kam als erstes der Dank an das Team und die Mechaniker, die ihm ein tolles Motorrad für das Rennen hingestellt haben. Seine eigene Leistung stellte er nie in den Vordergrund.

Ich kann mich noch gut an ein Fernsehinterview erinnern nach seinem ersten Sieg 1987 in Le Mans. Roth fuhr damals (wie passend) für das HB-Team von Dieter Stappert in der WM und seine Maschine wurde von dem Guru der Motorradmechaniker Sepp Schlögl gewartet. Also – man sah einen strahlenden Reinhold Roth, der emotional berührt vom glücklichsten Tag in seinem Leben sprach. Nur Sekunden später sah man den gedankenverlorenen Blick von „Jointie“ Roth und sein Kopfschütteln. Und dann kam eine für Reinhold Roth so typische Aussage:

„NEIN – das war jetzt Quatsch was ich da gesagt habe. Mein glücklichster Tag im Leben war, als ich meine Frau Elfriede geheiratet habe!“

1987 wurde Roth Vizeweltmeister – direkt hinter Toni Mang. 1989 wurde er erneut Zweiter in der 250er-WM. 1990 sollte endlich der langersehnte und hochverdiente WM-Titel her. Es hätte niemanden gegeben, der es Reinhold Roth nicht gegönnt hätte. Aber das Schicksal kann oftmals ein richtiges Arschloch sein.

Am 17. Juni 1990 kämpften drei deutsche Fahrer Helmut Bradl, Martin Wimmer und Reinhold Roth mit um den Sieg beim Großen Preis von Jugoslawien in Rijeka. Die Drei laufen bei einsetzendem Regen auf den langsam auf der Ideallinie fahrenden und überrundeten Australier Darren Milner auf, der eigentlich zu seiner Box fahren wollte.

Die drei Führenden Carlos Cardus, John Kocinski und Luca Cadalora zirkeln an dem rollenden Hindernis vorbei. Auch Bradl und Wimmer können gerade noch dem Australier ausweichen und Reinhold Roth, dem wahrscheinlich durch die beiden Vorderleute die Sicht versperrt war, knallt in das Heck von Darren Milner.

Die Verletzungen sind gruselig. Das Rückgrat wird ihm in die Schädelbasis gestaucht und die medizinische Versorgung vor Ort eine Katastrophe. Ca. 8 Minuten blieb er an der Unfallstelle ohne Sauerstoff, weil ein entsprechendes Gerät im Rettungsfahrzeug fehlte. Bis heute ist Reinhold Roth ein Pflegefall.

Aber das alles könnt ihr auch an anderer Stelle nachlesen und ist den Rennfans, zumindest den Alten, unter euch bekannt.

Ich kam an diesem Sonntag am Abend von einer Motorradtour zurück und hörte dann die Meldungen im Fernsehen. Leute – ich war wie vom Donner gerührt! Natürlich könnt ihr jetzt sagen: Du sentimentaler Trottel – Wo ist dein Problem? Du hattest doch mit diesem Mann überhaupt nichts zu tun.

Aber irgendwie war das anders. Das Gefühl war einfach anders. Es war so, als ob einem guten Kumpel aus der Clique dieses Unheil widerfahren wäre. Mit genau diesem miesen Gefühl in der Magengegend und der brennenden Hoffnung, dass doch da oben irgendeiner ein Einsehen haben muss und dafür sorgen, dass der Mann bald wieder gesund und munter bei seiner Familie ist. So ein lieber Kerl.

Mein erster Gedanke war: Du setzt Dich jetzt hin und dann schreibst Du der Elfriede Roth einen Brief. All deine Gedanken, die Wünsche und die Hoffnungen. Das Du zwar nicht richtig helfen kannst aber in Gedanken dabei bist und alles Glück dieser Welt wünschst.

Und dann sprang da oben – da oben zwischen den Ohren – der rationale Apparat an: Die hält Dich doch für komplett bescheuert. Die kennt Dich doch gar nicht und denkt, da schreibt irgend so ein Spinner. Mach´ dich nicht lächerlich.

Das war ein Fehler!

Ich hätte auf mein Herz hören sollen und diesen Brief schreiben. Im Laufe der Jahre ist mir aufgegangen wie schön und wie hilfreich es sein kann, wenn man vollkommen unerwartet in einer „kritischen Lebenssituation“ eine Stütze von Menschen erhält und wenn es nur ein paar liebe Worte sind. Oftmals von Menschen, die man gar nicht so gut kennt. Dafür lassen einen dann die unbeachtet mit deren „Stütze“ man eigentlich gerechnet hatte. Das ist dann auch eine Erfahrung und wie wir ja wissen laut Oscar Wilde die Summe der gemachten Fehler.

Irgendwann habe ich dann mitbekommen, dass es ganz vielen Menschen in diesem Moment so gegangen ist wie mir. Elfriede Roth erhielt Post – viel Post. Von Menschen die in diesem Moment auf ihr Herz hörten und nicht, wie ich auf den Kopf und eben diesen Fehler nicht machten.

Aus Fehlern lernt man aber. Heute würde ich mich hinsetzen und schreiben. Vollkommen gleichgültig ob da jemand oder Dritte, die gar nicht die eigentlichen Adressaten sind, meine Zeilen als lächerlich empfinden. Gerade wir Motorradfahrer wissen, dass Herzensdinge oftmals Verstandesmenschen schwer verständlich zu machen sind.

Seid IHR jetzt etwa am überlegen? Dann geht in die Garage und schaut nach diesem völlig unnützen und gefährlichen Ding auf den zwei Rädern, das in eurer Garage steht. Wenn IHR „das Teil“ mit dem Verstand und nicht mit dem Herzen gekauft habt, dann ist etwas gravierend schief gelaufen.


Wir sind dem Untergang geweiht – ODER doch nicht?

Ohhh – Du wirst schon sehen ……..! Was ich genau sehen werde oder was mir möglicherweise blühen könnte ist dabei zunächst einmal Nebensache, denn so begannen oftmals Aussagen der „Altvorderen“.

Aber bereits mit dem Alter ist das ja so eine Sache, denn es ist kein Verdienst sondern lediglich so etwas wie ein Zeitstempel bei der Erfassung der Lebenszeit. Also keinerlei Angabe über Qualität der bisherigen Arbeit oder der Leistung. Ein hohes Alter beinhaltet auch keine Aussage hinsichtlich der erlangten Weisheit oder des Grades an Vernunft der bis dato erreicht wurde. Da habe ich nochmal Glück gehabt – denn, wie ich bereits ganz zu Beginn meines Blogs mitgeteilt habe, schreibt hier eine Art „Peter Pan“, der absolut keine Lust hat vernünftig und erwachsen zu werden.

Also steige ich jetzt ein in die Unvernunft und in mein heutiges Themenfeld, bereit für den Aufschrei des Entsetzens. Vielleicht ist es aber auch ein Freudenschrei und es bricht sich ein Gedanke Bahn bei dem ein oder anderen Leser*in.

Der Beginn unserer Motorradsaison 2020 war komplett überschattet vom sogenannten ersten Lockdown und dem ganzen Drumherum, der damit verbunden war. Motorradhändler geschlossen, nur Werkstattbetrieb freigegeben – es sah aus, als ob der Markt mit einem lauten Knall in sich zusammenbricht. Auf breiter Front düstere Mienen und in Funk und Fernsehen meldeten sich die qualifizierten Fachleute, die alten Weisen und die es sein wollen, zu Wort und prophezeiten, dass die Wirtschaft eine lange Zeit brauchen wird um sich von dieser Maßnahme zu erholen.

Erst langsam nahm die Sparte „Motorrad“ wieder Fahrt auf und irgendwie wirkte es zunächst, beginnend mit dem Monat Mai, auch etwas mühsam. Aber dann Leute ging, fast unbemerkt, die Post ab.

Allein im Monat September 2020 lag der Zuwachs bei den Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahr bei 50,71 %. Und das ist nur der Datenbestand der Motorräder. D. h. Roller und 125er sind herausgerechnet.

Bereits im Monat August lag der Motorradmarkt bei 166.027 Neuzulassungen in Deutschland und damit in Schlagdistanz zum Jahresende 2019. Im gesamten Vorjahr gingen nämlich 168.093 neue Maschinen über die Ladentheken der Händler. Die Messe „Vorjahresverkaufszahlen“ war dann im Monat September locker gelesen.

Was ist dabei zu beobachten? Nicht alle Hersteller scheinen von dem Boom zu profitieren. Da ist z. B. Harley-Davidson, die nicht auf ihre Vorjahreszahlen kommen. Hat da etwa der nette Mann mit dem Vogelnest auf dem Kopf seinen Landsleuten einen Bärendienst erwiesen mit America first und der dann folgenden Retourkutsche aus den boomenden Motorradmärkten in Europa und China?

Aber es sind auch noch andere große Namen zu nennen, wie z. B. BMW und Ducati. Bei BMW ist es sicherlich auch dem Umstand geschuldet, dass man als Marktführer mit hohen Umsatzzahlen eben auch einmal eine kleine Einbuße oder Delle im Markt ertragen muss und ein gleichbleibend hoher Level nur schwerlich auch permanent zu steigern ist. Das prozentuale Minus ist im tiefen einstelligen Bereich. Die höheren Preise der Produktpalette im Vergleich zum Vorjahr dürften das Loch locker gestopft haben. Und die große „GS“ führt weiterhin auf dem Topplatz die Statistik bei den Modellen an. Hier thront SIE seit ewigen Zeiten und vermittelt dem unkundigen Leser das Gefühl, dass diese Maschine wohl preislich ein wahres Schnäppchen sein muss.

Bei Ducati ist das permanente Auf und Ab schon beinahe Firmenphilosophie und nichts Besonderes.

Im Plus im Vergleich zum Vorjahr liegen z. B. Marken wie KTM, Kawasaki, Honda, Triumph und Royal Enfield. Hatte ich da nicht etwas gesagt in einem früheren Artikel? Wir sprechen bei dem Plus von einer Zahl Mitte der 30 %, also durchaus beachtlich. Die Continental GT 650 und die Bullet Electra werden verkauft und finden ihre Kunden*innen.

Hört, hört da liest man auch noch die Marke Zero. Hier gilt sicherlich in umgekehrter Form das was für BMW gegolten hat. Zero schrieb bislang keine hohen Absatzzahlen, aber dennoch ist es bemerkenswert, dass der Nischenanbieter in der Elektroszene jetzt seine Kunden gefunden hat.

Irgendwie kann man also feststellen, dass dieses Virus, welches uns heimsucht und zu Jahresbeginn eine Fiktion der wirtschaftlichen Apokalypse bei allen Fachleuten hervorgerufen hat, für den ein oder anderen Markt sogar eher Vorteile in sich birgt. Die Leute und damit der Markt geben weiterhin Geld aus. Nicht mehr so viel für die Urlaubsflüge ins Ausland und für Fernreisen, aber weiterhin für DAS was uns allen GUT TUT.

Und DAS ist u. a. auch eine schöne Tour mit der eigenen Maschine. Aber WIR Zweiradfahrer sind nicht die Einzigen, die Geld in die Wirtschaft werfen. LEUTE – schaut euch mal die Zulassungszahlen des KBA im Monat Oktober an und seht da nach dem Segment der Wohnmobile. Da steht ein Plus von 83,8 %. Im Monat September sagenhafte + 159,9%.

Also bleibt entspannt, wenn in den nächsten Wochen wieder irgendwelche Spezialisten und Fachleute den nahenden Untergang des Abendlandes prophezeien. So wie es aussieht fahren wir Deutsche dem im Sattel eines Motorrades lächelnd entgegen oder beobachten den Sonnenuntergang aus dem Alkoven eines Wohnmobils.

Der beste Platz für die Vergangenheit ist die Vergangenheit, denn wir können sie nicht mehr ändern. STOPP! Wenn wir clever sind können wir sie ein wenig manipulieren! Genießen wir doch einfach in vollen Zügen unsere Gegenwart, dann haben wir in der Zukunft eine wunderbare Vergangenheit.

Überall schon einmal gewesen

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Heute fahren wir einmal anders aus Trier hinaus und begeben uns auf eine Tour mit alten Bekannten. Freundschaften und Bekanntschaften sollte man pflegen und gemütliche Einkehrstationen sind wie alte Bekannte. In der heutigen Zeit, wo uns mancherorts ein eisiger Wind entgegen bläst sollte es unser Bestreben sein genau DIE zu unterstützen für die wir gern gesehene Gäste sind.

Wir rollen also zunächst hinaus aus Trier und folgen der Beschilderung in Richtung Bitburg. Unser Intermezzo auf der B 51 ist aber ein Kurzes, denn noch in der Steigung geht es für uns rechts ab auf die L 44 und über Aach und Beßlich nach Butzweiler.

Hier geht es auf unserer alten Bekannten der L 43 weiter nach Kordel und von dort über Daufenbach nach Zemmer. Die Routenführung kommt uns bekannt vor und von daher haben wir auch kein Problem dem kurvigen Verlauf entspannt über Heidweiler, Greverath nach Bruch zu folgen.

Jetzt geht es auf das Revier der Kreisstraßen und auf der K 44 / K 45 über Bergweiler und Hupperath nach Minderlittgen. Der nächste größere Orientierungspunkt ist Manderscheid, das wir über Großlittgen erreichen.


Die Oberburg und Niederburg geben dabei ein schönes Fotomotiv ab. Beide Burgen sind durch den Flußlauf der Lieser voneinander getrennt. Wer sich fragt – Warum zwei Burgen in unmittelbarer räumlicher Nähe? Die Oberburg gehörte zum Herrschaftsterritorium des Kurfürsten von Trier und die Niederburg zum Großherzogtum Luxemburg. Die Tatsache, dass beide Herrschaftshäuser nur einen Steinwurf voneinander die Burgen errichteten deutet daraufhin, dass ihr Zusammenleben nicht von Harmonie geprägt war. Am letzten Augustwochenende jedes Jahres findet auf der Burg ein Mittelalterfest statt, das zahlreiche Besucher anlockt.

Jetzt geht es hinaus aus Manderscheid und über Pantenburg auf der L 16 zu unserer ersten Pausenstation nach Gillenfeld in das schöne Scheunencafe.

Hier sind wir schon bei dem eingangs erwähnten Punkt gern gesehen. Der Chef des Hauses hat extra für UNS Motorradfahrer in diesem Jahr gekennzeichnete Parkplätze ausgewiesen – DANKE SCHÖN. Irrtümlicherweise hielt ich die Markierungen bei unserem ersten Besuch 2020 für „Sperrflächen“ und parkte unsere „Sissy“ an anderer Örtlichkeit.

Direkt machte sich Enttäuschung breit: „Jetzt hab` ich euch extra die Parkplätze für die Maschinen markiert und Du stellst sie an die Seite!“

Natürlich wurde der Fauxpas direkt korrigiert. Derart positive Aktionen müssen schließlich umgehend goutiert werden.

Vom Scheunencafe geht unser Weg weiter am Pulvermaar vorbei. Ein schöner Platz zum innehalten und auch wieder ein schönes Fotomotiv.

Dann geht es über Lutzerath nach Bad Bertrich. Wir müssen noch schnell bei jemandem vorbeischauen die auch froh ist wenn sie motorisierte Zweiräder sieht.

Also geht es über Alf-Fabrik nach Bengel und hier in der Ortslage links ab in die Moselstraße nach Kröv. Für Motorradfahrer/-innen ist jetzt der Weg klar – es geht in die Winkelwerkstatt zu Elke Süwer.

Ampel auf Grün?

Also nichts wie hinein oder auf der schönen Terrasse Platz genommen. Der Auftrag ist klar: Wir lassen es uns gut gehen und genießen den Augenblick, denn wir warten nicht auf den perfekten Moment – WIR machen ihn uns selber. Gut gegessen und ein gutes Benzingespräch gehalten? Dann ist ja alles klar und wir fahren weiter. Schließlich müssen wir noch unserem Bildungsauftrag nachkommen. Hört sich jetzt an wie früher bei einer der furchtbaren Klassenfahrten. Versprochen – es wird um Klassen besser.

Wir fahren am Moselufer auf der B 53 entlang und über Ürzig in Richtung Bernkastel-Kues. Wir bleiben auf der „Kueser-Moselseite“, weil wir beim Ortseingang den weithin sichtbaren roten Backsteinbau ansteuern. Wir wollen nämlich in das „Zylinderhaus“. Okay – die Hardliner unter euch werden jetzt sagen: Haggis, du schleppst uns hier in ein Automuseum!

Stimmt – aber es sind auch einige wunderschöne Motorräder dabei und bei den alten Bürgerkäfigen sind sehr viele Teile dabei, die ich auch als Motorradenthusiast gerne in meiner Garage stehen hätte. Ihr findet hier traumhafte Fahrzeuge, die auch alle ein eigenes Gesicht haben und nicht, wie heutzutage, lediglich einen Einheitsbrei aus dem Windkanal darstellen.

Weiter geht es für uns und damit erst einmal auf die andere Moselseite nach Bernkastel und dann durch den Tunnel hinauf in Richtung Longkamp. Wir biegen aber bereits vorher rechts ab nach Monzelfeld und fahren dann über Gonzerath und Elzerath nach Merscheid. Die Ortsendungen -rath und -scheid hatten wir bereits alle hinsichtlich ihrer Herkunft abgearbeitet und lassen somit an dieser Stelle den „Klugscheißermodus“ aus.

Wo wir heute überall unterwegs sind. Eifel, Mosel jetzt auch noch der Hunsrück. Wir haben schon einen repräsentativen Querschnitt durch unser Bundesland erledigt. An Haag und Horath vorbei geht es nun wieder abwärts zur Mosel. Wir sind in Piesport gelandet und rollen jetzt an Neumagen-Dhron vorbei durch Trittenheim nach Klüsserath.

Lasst uns noch einen kleinen Abstecher machen. Es lohnt sich – schon allein wegen der schönen Aussicht und damit für ein schönes Fotomotiv. Zu Beginn der Ortslage Klüsserath biegen wir rechts ab in die Weinberge. Die aufmerksamen Fahrer/-innen unter euch haben den Punkt bereits ausgemacht. Es geht aufwärts zur Wetterstation von Klüsserath. Gut sichtbar oberhalb des Weinberges. Sie ist auch Ausgangspunkt für eine der vielen „Traumschleifen“ (Wanderrundwege) in der Region und gibt uns wieder einen wunderbaren Blick auf die Mosel frei. Wem nach einer Pause oder einer ruhigen Minute ist kann auf einer der Ruhebänke Platz nehmen und genießen.

Dann geht es für uns auf demselben Weg abwärts und an der Mosel entlang bis Mehring. Hier fahren wir über die Brücke und anschließend in wunderbaren Schwüngen auf der K 85 hinauf bis wir in Höhe der Autobahn A 1 herauskommen. Keine Angst – wir fahren keine Autobahn.

Hinunter geht es nun nach Fell, denn für den heutigen Abschluss müssen wir wieder die Bergrennstrecke in Rennrichtung hinauf nach Thomm fahren. Der Italiener Simone Faggioli hält mit 1:31,082 den Streckenrekord der Könige der Berge. Der Lauf zur Europameisterschaft ist aber bereits seit längerer Zeit Geschichte – einfach zu gefährlich.

Also nichts wie drauf auf die K 85, am Feller Bergwerk vorbei und bei Thomm wieder abwärts nach Waldrach.

Alles alte Bekannte und so geht es über Korlingen wieder hinein nach Trier. Überall schon einmal gewesen und doch auch wieder Neues gesehen und entdeckt. Wieder eine schöne Tour gemacht und tiefenentspannt genossen. Wie hat einmal der berühmte John Steinbeck so schön gesagt:

„Die Sklaven von heute werden nicht mit Peitschen angetrieben, sondern mit Terminkalendern.“

WIR lassen uns weder von Peitschen noch von Terminkalendern antreiben und WIR fahren dorthin wo WIR gern gesehene Gäste sind.

Viel Spaß beim Nachfahren!

Der Ring und mehr

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Gefühlt ist es hundert Jahre her da war für mich eine Woche, ohne dass ich in der Nähe vom Nürburgring war, verlorene Zeit. Überhaupt – Nürburgring hat in unserer Clique ohnehin niemand gesagt. Das war DER RING und jeder hat sofort gewusst was gemeint war. Da hat sich die Szene getroffen und nach einer Runde oder gerne auch mehreren Runden hat man sich beim Nettwirt in Drees getroffen – Benzin geredet und etwas gegessen.

Heute fahren wir mal wieder dahin. Nicht zum Nettwirt, der ist bereits seit langem Geschichte, aber zum RING. Wir versuchen aber die Haupteinflugschneisen zu meiden und eine Wegstrecke zu wählen, die uns die Zeit lässt für uns und unseren Genuss.

Auf geht`s auf bekannter Streckenführung hinaus aus Trier und auf der B 53, die Mosel zu unserer Rechten an Trier-Pallien, Biewer und Ehrang vorbei nach Quint. Der Beschilderung Spangdahlem folgend auf die bekannte L 46 und an Spangdahlem und der großen US-Airbase vorbei in Richtung Manderscheid.

Zu dem Ort mit den bekannten Burgen kommen wir heute aber nicht, denn kurz hinter Eisenschmitt biegen wir links ab auf die L 16 in Richtung Deudesfeld. Von dort geht es über Desserath nach Meisburg und hinter Meisburg gelangen wir wieder auf bekannte Gefilde die B 257.

Die ist für uns heute nur eine kurze Episode. Unser Weg geht nach etwa 5 km links ab und über Salm in die Sprudelstadt Gerolstein. Unsere nächsten Zwischenpunkte sind die Krimistadt Hillesheim und das Örtchen Berndorf, welches einem bekannten Krimiautoren den Namen gegeben hat.

Es riecht jetzt schon gewaltig nach Ring und wir suchen uns weiter unseren Weg leicht abseits der Hauptrouten. Heißt im konkreten Fall, an der Spornburg Kerpen und Niederehe vorbei in Richtung Nohn.

Diejenigen unter euch, die am heutigen Tag ausreichend Zeit eingeplant haben folgen hinter Niederehe dem Wegweiser zur Nohener Mühle. Wir wollen hier nicht einkehren sondern investieren noch ein paar Meter hin zum Wasserfall Dreimühlen. Er ist einer der interessantesten Wasserfälle in der Eifel und durch die kalkhaltigen Zuflüsse des Ahrbaches entstanden. Dadurch wächst er jedes Jahr um ca. 10 cm. Seit 1938 zählt der Wasserfall Dreimühlen zu den Naturdenkmälern.

Für mich ist er irgendwie mystisch. Hat etwas vom Elbenland in Herr der Ringe oder man erwartet, dass Morgaine die Fee aus den Nebeln von Avalon auftaucht. Ja lacht ruhig – eurem werten Erzähler ist seine Phantasie wichtig. Seit meinem siebten Geburtstag wurde ich nicht mehr älter und bin lediglich noch gewachsen. Der Zustand des Nichtälterwerdens soll möglichst noch lange andauern.

Wir fahren jetzt über Nohn weiter und nach etwa 3 km biegen wir links ab auf die L 167, weil uns hier noch ein paar schöne flüssige Kehren erwarten. Alle schön einsehbar und es hat was von einem Abfahrtshang im Winter den wir nach unten schwingen. Wir landen kurz auf der B 258, der wir aber nur bis nach Müsch folgen.

Hier biegen wir links auf die L 73 ab und fahren parallel zur Ahr über Fuchshofen, an einem bekannten Motorradtreff vorbei, über Schuld und Insul nach Dümpelfeld. Spätestens seit Müsch werden wir festgestellt haben, dass der Zweiradverkehr zugenommen hat und die Gruppierung der „Gebückten“ die Mehrheit übernommen hat. Deshalb bleiben wir hinter Dümpelfeld nur kurz auf der B 257 bis Ahrbrück und biegen bei dem bekannten Szenetreff Cafe Ahrwind rechts ab in Richtung Kesseling.

Irgendwie brauchen wir jetzt etwas Ruhiges und das finden wir bei dem Ort Kesseling wo wir links abbiegen und die abgelegene und ruhige Auffahrt hinauf zum Steinerberghaus nutzen. Hier kehrt jetzt Ruhe ein und wir können einen wunderbaren Ausblick über die Eifel genießen. Die bereits vom Hunger übermannt werden können jetzt auch zur Nahrungsmittelaufnahme schreiten. Für den Rest kommt noch was versprochen.

Blick vom Steinerberghaus in Richtung Hohe Acht

Irgendwann geht es für uns wieder talwärts und dann auf die ruhige und abgelegene L 90 durch das Kesselingertal über Weidenbach und Herschbach nach Kalenborn, bzw. Jammelshofen. Hier schlagen wir auf der B 412 den direkten Weg zum Ring ein, also im Anschluss der B 258 parallel zur alten Nordschleife auf der Döttinger Höhe folgen.

Wir fahren jetzt hinein in das „alte Fahrerlager“ und stellen hier unsere Maschinen ab. Wer es wirklich überhaupt nicht lassen kann, der darf hier seinen Magen-Darmtrakt mit einer Currywurst oder ähnlichen kulinarischen Hochgenüssen malträtieren. Der Rest schaut sich in dem kleinen Krims-Kramsladen um, ob man nicht etwas Interessantes für die Garage oder den Hobbyraum findet oder nimmt den Weg durch die Unterführung und wirft einen Blick auf die Grandprix-Strecke.

Der Ring ist die längste permanente Rennstrecke der Welt und wurde 1927 als sogenannte Gebirgs-, Renn- und Prüfungsstrecke eingeweiht. Noch heute klingende Namen waren auf dem Ring zu Gast, wie die deutschen Helden Rudolf Caracciola oder Bernd Rosemeyer. Der Schotte Jackie Stewart soll für den Spitznamen „Grüne Hölle“ gesorgt haben. Unvergessen auch der Feuerunfall von Niki Lauda, der für einen massiven Umbau der Strecke gesorgt hat.

Was insbesondere allen Motorradfahrern im Gedächtnis geblieben ist, dass ist der Fabelrekord von Helmut Dähne auf der alten Nordschleife. In 7:49,72 Minuten prügelte Dähne seine RC 30 bei einem Rennen 1993 um den alten Kurs. Ein Rekord für die Ewigkeit.

Irgendwann mutierte der Ring dann zum Millionengrab, als der alte Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Kurt Beck, aus einer Rennstrecke eine neudeutsch „Event Location“ machen wollte. Ein Denkmal hat er sich damit gebaut, allerdings anders als gedacht. Hunderte Millionen Steuergelder in den Sand gesetzt und der Ring, als Rennstrecke, hat sich davon nicht mehr erholt. Zumindest hat der besagte Krimiautor Jacques Berndorf die Story zum Anlass genommen und daraus einen schönen Krimi gemacht – die Nürburg Papiere. Einfach mal lesen. Vielleicht sind Fiktion und Wirklichkeit gar nicht so weit voneinander entfernt.

Wir versuchen jetzt den Knieschleifern weitestgehend aus dem Weg zu gehen und nehmen unseren Weg zunächst auf der L 94 über Welcherath und dann auf der K 89 von Reimerath nach Hünerbach – ja ohne „h“.

Ganz kurz sind wir nur auf der B 410 und dann geht es, wieder auf der K 89, über Bereborn, Kolverath und Sassen, nach Horperath. Wie wir ja wissen begegnen uns die Ortsendungen -rath und -scheid in Eifel und Hunsrück häufig. Es ist nicht mehr weit bis zu unserer großen Pause und unserer heutigen Einkehrempfehlung.

In Ulmen orientieren wir uns nämlich in Richtung Daun und dann rollen wir auf der L 91 nach Schönbach hinein zum Landgasthaus Zum Kreuzberg. Hier machen wir unsere verdiente Rast und lassen sowohl uns als auch unsere Maschinen abkühlen. Falls man von weit außerhalb diese heutige Tour angeht so kann man auch alternativ hier im Landgasthaus Kreuzberg Quartier beziehen und diese Tour, aber auch einige andere Anderstouren angehen.

Exzellent gespeist begeben wir uns wieder auf die Strecke, die uns auf der L 91 durch Darscheid in Richtung Daun bringt. Noch vor der Ortslage biegen wir rechts ab auf die B 421 und fahren in sanften Schwüngen aufwärts in den Bereich der Dauner Maare. Schalkenmehrener Maar, Weinfelder Maar und Gemündener Maar liegen unmittelbar beieinander und dienen euch nun bei Bedarf als Fotomotiv. An Wochenenden ist der Bereich reichlich frequentiert und so werden wir wohl nie alleine den Blick genießen können.

Wir rollen nun auf der L 64 in Richtung Eckfeld und dann parallel zur Autobahn durch Hasborn nach Wittlich. Die Strecke auf der L 52 kurvig durch den Wald und am Krankenhaus vorbei ist eine alte Bekannte. Das Gute an Wittlich ist das Ortsendeschild und so machen wir uns schnell auf der B 50 davon in Richtung Platten. Von dort geht es nach Klausen und weil wir nicht den direkten Weg nach Hause nehmen wollen bauen wir noch eine kleine Schleife ein, die uns über Hetzerath und Naurath wieder auf die L 46 führt.

So sind wir jetzt wieder auf unserer Anfahrtsstrecke vom heutigen Morgen, die wir jetzt für den Rückweg nach Trier nutzen. Knappe 280 km waren das jetzt heute und wir haben motorsportliche Geschichte, viel Gegend und viele Kurven genießen können.

Viel Spaß beim Nachfahren. Ach übrigens – der kanadische Formel 1 Fahrer Jacques Villeneuve soll einmal recht fatalistisch zur Wetterlage auf dem Ring folgendes gesagt haben: „Entweder Du siehst die Burg nicht, dann regnet es. Oder du siehst die Burg, dann regnet es gleich!“

Ich wünsche euch bei der Tour das allerbeste sonnige Wetter und immer ausreichend Asphalt unter den Reifen.

Irgendwann ist auch einmal Schluss

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Das Jahr 2020 hat uns einiges gezeigt, insbesondere im Hinblick auf das Thema Globalisierung. Hatte die Pest im Mittelalter noch ein Weilchen benötigt, um sich flächendeckend in Europa auszubreiten, war dieses ominöse Coronavirus in Windeseile von China hier bei uns und hat Europa in einen verspäteten Winterschlaf versetzt.

Aber das ist jetzt gar nicht der Punkt auf den ich hinaus will. Viele Dinge waren einem, oder zumindest mir, gar nicht derart bewusst, wie SIE mir nun bewusst gemacht wurden.

NEIN – Toilettenpapier war nicht knapp! Aber urplötzlich waren einige Medikamente knapp und da hörte man, dass diese von unseren Pharmariesen im Zuge der Globalisierung der Märkte im „benachbarten Asien“ gefertigt wurden.

Als die Bänder weltweit stillstanden wurde einem klar aus welchen fernen Ländern unsere Firmen Ersatzteile oder Bauteile erhielten. Dieses kam aus China, jenes kam aus Indien, wieder etwas anderes aus Pakistan, Vietnam oder Thailand. ALLES unter dem Aspekt der Globalisierung und der Öffnung der weltweiten Märkte.

Also ihr Kunden dieser Welt – Legt den Kopf in den Nacken und dann lasst euch von den Marketingexperten der Firmen dieser Welt den feinkörnigen Sand in die Augen streuen!

Natürlich ist das auch Globalisierung ABER zum größten Teil ist es GEWINNOPTIMIERUNG!

Da werden nicht nur neue Märkte in Asien, Afrika und Südamerika erschlossen. Da geht es hauptsächlich darum, dass am Jahresende der Gewinn in den Kassen der Firmen noch größer ausfällt als er ohnehin schon war.


Da zieht eine britische Firma wie Triumph, die bekanntermaßen vor Nationalstolz fast platzen, von Hinckley mit der Fertigung nach Thailand. Von den 65.000 Modellen die jährlich gefertigt werden baut man nun ca. 60.000 in Thailand. Zuvor gab es bereits einen Zusammenarbeit mit Bajaj in Indien und Produktion in Brasilien.

Aber auch der österreichische Hersteller KTM hat die Vorteile der fleißigen asiatischen Hände entdeckt. So rollen ab 2021 die 790er und 890er Modelle aus dem Werk in Hangzhou bei CF Moto, dem chinesischen Partner von KTM. Hier werden auch bereits die aus Indien zugelieferten Teile der 200er und 390er Modelle für den chinesischen Markt zusammengebaut.

Auch die italienische Traditionsmarke Ducati hat die Vorteile der auswärtigen Fertigung bemerkt. Die Modelle für den europäischen Markt stammen zwar weiterhin aus Borgo Panigale – aber wie lange noch? Zwischenzeitlich kommt das Ducatiwerk in Thailand bereits auf 20.000 Einheiten. Das hat dann für einen überzeugten Ducatisti so viel mit Ducati zu tun, wie der Glückskeks beim Lieblingschinesen mit italienischer Antipasti.

Jetzt sollten die Besitzer der Modelle mit dem weiß-blauen Propeller nicht zu laut lachen, denn auch BMW produziert in Thailand. Und einige der hubraumschwächeren Modelle haben als Geburtsort China. Ich sage nur Kymco.

Zu guter Letzt erwähnen wir jetzt noch, dass auch die großen japanischen Vier Produktionsstätten in Thailand besitzen und von dort in der Zwischenzeit mehr Maschinen in den Export gehen, als aus dem Mutterland Japan.

NEIN – ich möchte an dieser Stelle nicht bezweifeln, dass Chinesen, Thailänder oder Koreaner nicht in der Lage wären Motorräder zusammenzubauen.

Was ich dreist finde ist, dass hier flächendeckend von unseren großen Herstellern Motorräder in Billiglohnländern gebaut werden, um ihre Produktionskosten zu senken. Wir, die Verbraucher und Käufer, merken aber an der Kasse beim Händler nichts davon. Hier werden weiterhin Preise aufgerufen, als ob die Maschinen von einem Band gelaufen sind, an dem ein gut bezahlter europäischer Monteur seine Arbeit verrichtet.

Gewinnoptimierung wohin das Auge auch immer schaut. Die ganzen Millionen, die seit Jahren in die Kassen sprudeln reichen einfach nicht. Da muss noch eine Null her – natürlich vor dem Komma. Und WIR, die wir unsere Passion Motorrad leben, wir zahlen.

Irgendwann in den frühen 60ern, da hatten die Engländer und Italiener und auch wir Deutsche uns über die kleinen japanischen Motorräder amüsiert und gelacht. Sogar die Beach Boys hatten in ihrem 64er Album All summer long der „kleinen Honda“ einen Song gewidmet. Wie ging noch der Refrain:

First gear, it’s all right (Honda, Honda, go faster, faster)
Second gear, I’ll lean right (Honda, Honda, go faster, faster)
Third gear, hang on tight (Honda, Honda, go faster, faster)
Faster, it’s all right.

It’s not a big motorcycle,
Just a groovy little motorbike.
It’s more fun than a barrel of monkeys.


Es dauerte nicht lange, da hatte keiner mehr amüsiert geschmunzelt und gelacht. Auf den Rennstrecken der Welt schlugen die Japaner ein wie eine Bombe und von den etablierten Namen wie Norton, BSA, Triumph, aber auch Gilera oder Moto Guzzi blieb nichts oder zumindest nicht mehr viel übrig.

Man hatte die „kleinen Konkurrenten“ unterschätzt und die hatten daraus Kapital geschlagen.

Aus meiner Sicht kann DAS wieder passieren und ich erwarte auch, dass es wieder passiert.

Schaut euch Royal Enfield an. Die indische Motorradmarke ist einer der größten Motorradhersteller der Welt. DIE haben ein Entwicklungszentrum in England geschaffen – nicht im heimatlichen Indien! Hier werkeln auch Ingenieure, die nicht vor allzu langer Zeit für eine englische Traditionsmarke gearbeitet haben, deren Produktion jetzt in Thailand ist. Ein Schelm der Böses dabei denkt.

Da drüben in Asien leben und arbeiten fleißige und auch geschäftstüchtige Menschen. Motorräder bauen ist kein Hexenwerk und auch japanische Hersteller haben mit Plagiaten von NSU oder MZ angefangen.

Hoffen wir jetzt einmal, dass sich unsere Schlaumeier in den Geschäftsetagen der berühmten europäischen Motorradfirmen mit ihren asiatischen Produktionsstätten keinen Bärendienst geleistet haben. Ganz schnell könnte es nämlich sein, dass annähernd baugleiche Modelle, nur unter anderem Firmenlogo und Namen ABER um einiges kostengünstiger auf dem Markt auftauchen. Und dafür gibt es auch in heutiger Zeit einen Absatzmarkt.

NSU-Fans oder MZ-Fans sind nahezu ausgestorben, wie ihre Marken und die Dinosaurier. Dass kann auch mit BMW, KTM, Ducati oder wem auch immer passieren. Vielleicht sind die zukünftigen Großen bald Kymco, Hyosung oder Royal Enfield.

Denn irgendwann ist einmal Schluss – mit der Gewinnoptimierung und wohl auch mit dem ein oder anderen großen Namen. Das kann dann passieren, wenn man den berühmten Hals nicht voll bekommt und es den Kunden letztendlich nur auf ein gutes Produkt ankommt und nicht auf DEN Markennamen.

Und doch ganz Nahe!

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Heute verlassen wir Trier einmal in einer neuen Variante. Irgendwie müssen wir ja raus aus der schönen Stadt und so geht es für uns über die Ortsteile Olewig und Irsch an Hockweiler vorbei, also direkt gemütlich über Land.

Grob zieht es uns in den Hochwald und den erreichen wir über Pluwig und dann talwärts nach Pluwigerhammer. Spätestens jetzt erinnert uns nichts mehr an das städtische Treiben und wir haben unsere Ruhe.

Unser Weg führt uns über Schöndorf und Holzerath auf der L 146 nach Reinsfeld. Hier bleiben wir einmal kurz auf einer Bundesstraße und rollen über die B 407 an Abtei und der dortigen Flugausstellung vorbei. Noch ist es eigentlich zu früh für eine Pause. Technikinteressierte, die vielleicht etwas früher am Morgen aufgebrochen sind können aber hier schon einen Halt einplanen. Vielleicht für ein zweites Frühstück in dem Nachbau einer Concorde oder sie bewundern die Super Constellation mit der einst der Bundeskanzler Adenauer nach Russland flog um die letzten deutschen Kriegsgefangenen wieder nach Hause zu bringen.

Kurz hinter der Flugausstellung verlassen wir die Bundesstraße in Richtung Thiergarten und Damflos. An Züsch vorbei geht es weiter in Richtung Börfink. Die Streckenführung hat jetzt bis zur nächsten Kreuzung fast etwas Meditatives, so schön abgelegen ist es hier. Irgendwo hier seitlich im Gelände war zu früheren Zeiten ein Nato-Führungsbunker von dem aus die Luftraumüberwachung im „Kalten Krieg“ gesteuert wurde. Die militärische Anlage, die den unscheinbaren Namen „Bunker Erwin“ hatte, wurde aber bereits 2011 veräußert, da sie bereits lange keinerlei militärischen Nutzen mehr hatte. Ein Glück, dass dieser geballte Unsinn ein Ende gefunden hat. Die Menschheit tut sich auf diesem Planeten schon schwer genug, ohne sich gegenseitig über den Haufen zu schießen.

Grob geht es an der Kreuzung in Richtung Birkenfeld. Bis zu dem Städtchen kommen wir aber gar nicht erst, denn es geht alsbald in Richtung Schwollen. In der Region bekannt für seine Sprudelquelle. Auf der L 175 bleiben wir jetzt eine Weile, denn wir wollen das nahe Idar-Oberstein umfahren. Für mich hat das Mittelzentrum im Hunsrück keinen fahrerischen Wert und Fotos von der bekannten Felsenkirche können wir auch zu einem anderen Zeitpunkt machen.

Unser weiterer Weg führt uns also über Siesbach und Hettenrodt und über Tiefenstein nach Niederwörresbach. Dann folgen wir dem Weg der L 160 nach Fischbach um ganz kurz auf die B 41 abzubiegen.

Nach etwa 2 km geht es für uns rechts ab auf die K 73. Eine schöne Streckenführung haben wir hier wieder vor uns. Eine Ortsendung mit -bach nach der anderen reiht sich hier aneinander. Für uns geht es über Bärenbach, Schmidthachenbach und Becherbach nach Hundsbach.

Wirklich kein Witz. Ein Bach geht noch und so führt uns der Weg über Jeckenbach und Breitenheim nach Meisenheim, wo wir eine kleine Pause im Cafe Meisentörtchen machen.

Ist nicht allein der Name bereits Weltklasse? Okay – Meisenheim und Meisentörtchen, da kann man vielleicht drauf kommen. Aber der Kuchen und die gemütliche Lokalität sind allemal eine Pause wert. Mein „Schokoladenriegel“ hat wahrscheinlich den Kaloriengehalt von drei warmen Mahlzeiten – ist mir aber egal, weil es köstlich schmeckt, wie aus einer himmlischen Zuckerbäckerei.

Das Pflaumenrahm- und das Birnenmarzipantörtchen der besten Sozia von Allen tragen ebenfalls dazu bei, dass bei uns beiden ein zufriedenes Lächeln im Gesicht zu sehen ist. Wir haben beide mit der Zeit gelernt aus unserem Leben eine magische Reise zu machen voll mit kleinen Wundern. Das ist jetzt wieder so ein Augenblick und der wird mit vollen Zügen genossen. Wir fühlen uns an unseren „Giro d`Italia“ erinnert und unsere Pause in der „Pasticceria und Caffetteria da Sara & Co“ mitten in Lucca. Jetzt haben wir also Ars Vivendi am Glan in Meisenheim. Der erstklassige und mehr als freundliche Service runden die ganze Sache noch ab. Besser geht`s nicht.

Meisenheim, auch die Perle am Glan genannt, ist ein wunderschöner kleiner Ort an dem wir unsere Speicherkarte der Kamera rattern lassen. Vermutlich wurde Meisenheim im 7. Jahrhundert gegründet und ging im 12. Jahrhundert, als Lehen, an den Grafen von Veldenz.

Richtig Leute – am Stammsitz der Herren von Veldenz haben wir auch schon eine kurvige Anderstour gedreht. Von der historischen Stadtmauer ist noch einiges, wie das Untertor, sowie der Münz- und Bürgerturm erhalten und man kann auf der Stadtmauer auch in Teilen die Altstadt umrunden. Mit seinen Fachwerkfassaden ist Meisenheim einfach ein knuffiger Ort, wo man gerne innehält.



Auf der B 420 geht unser Weg in der Folge weiter und immer noch verfolgen uns die Ortsendungen mit -bach. Über Callbach und Unkenbach geht es zunächst nach Obermoschel. Dann über Bingert und Feilbingert auf der K 83 zur Lemberghütte. Aufgepasst Leute – gegen Ende sehr schmale Streckenführung. Bei Gegenverkehr wird es eng. Die Lemberghütte ist ein Einkehrtipp unserer Mitbloggerin Rosi Bach. Also an dieser Stelle: Vielen Dank Rosi.

Ruhig und idyllisch liegt die Lemberghütte im Wald.

In der Nähe ist noch ein Aussichtspunkt mit einem wunderbaren Blick auf die Nahe und die Höhenzüge des Hunsrücks.

Wir haben eine herrliche Weitsicht heute und entspannen auf einer der sogenannten Relaxbänke.


Einfach ein schöner Platz zum ausruhen und genießen UND für das ein oder andere zu sich zu nehmen. Denn die Küche passt.

Irgendwann machen wir uns wieder auf den Rückweg, den wir natürlich ein wenig variieren, damit uns nicht langweilig wird. Um die vielen Bundesstraßen der Region einigermaßen zu vermeiden bauen wir den ein oder anderen Schlenker in die Route ein.

Kurz müssen wir aber dennoch unseren angestammten Weg zurück nehmen, um uns aber dann nach Obermoschel zu orientieren. Bei Obermoschel wechseln wir auf die L 379 und fahren über Sitters und Schiersfeld nach Waldgrehweiler.

Dann ist die L 385 unser asphaltierter Begleiter über Gangloff, Becherbach nach Ginsweiler. Wir rollen grob westwärts mit dem Zwischenziel Lauterecken, das wir auf der K 40 über Cronenberg, wieder mit wunderbaren Kurven und Kehren, erreichen.

Für etwa 13 km machen wir jetzt die B 420 zu unserem Partner und nutzen die Bundesstraße für den zügigen Transfer von Lauterecken nach Rathsweiler. Da verlassen wir die Bundesstraße wieder zugunsten der L 169, einer schönen Passage, die uns nach Baumholder bringt.

Wenn ihr auf der Landkarte unsere heutige Route nachverfolgt dann seht ihr, dass wir mit Teilen unserer heutigen Tour den Truppenübungsplatz Baumholder umzingelt haben. Die sogenannte „Panzerplatte“ ist alljährlich spektakuläre Wertungsprüfung des WM-Laufes der Rallye Deutschland.

Irgendwie ist wieder die Zeit gekommen für eine kleine Pause. Also an Ruschberg an der Nahe vorbei nach Heimbach und Hoppstätten-Weiersbach. Dann auf der L 170 über Dienstweiler hinein nach Birkenfeld. Hinein in die Ortslage und dann ins Eiscafe Venezia. Falls keiner der wirklich leckeren Eisbecher hineinpasst, reicht es zumindest für einen Capuccino italiano.

Hinaus zieht es uns dann aus Birkenfeld auf der B 269 und irgendwie kommt uns die Strecke bekannt vor, denn wir kreuzen nun unseren Hinweg.

Unser nächster Orientierungspunkt ist dann Thalfang. Wir kommen jetzt auf die L 150 und die ist für uns von früheren Anderstouren eine alte Bekannte.

Jetzt sind wir zügig zu Hause. Über Fell führt unser Weg nach Mertesdorf und dann sind wir auch schon im Bereich der Vorort von Trier. Über den Ortsteil Ruwer geht es wieder hinein in die Stadt, wo wir in einer der vielen gastronomischen Anlaufstellen den Tag ausklingen lassen können.

Irgendwie war doch alle ganz Nahe.