Wer suchet, der findet

Schlagwörter

,


Bei Flying Haggis und der besten Sozia von Allen ist es so, dass wir eher zu den bodenständigen Käufern zu zählen sind.

Soll heißen: Wenn wir irgendwo eine richtig gute Beratung erhalten, sei es beim Motorrad- oder Trekkingsektor, dann kaufen wir auch dort ein. Oftmals haben wir schon im Bekanntenkreis mitbekommen, dass mittlerweile viele Leute dazu tendieren sich im „Fachmarkt schlau zu machen“, um dann den letzten Cent oder Euro irgendwo im Internet zu sparen und dort einzukaufen. Natürlich ist das nicht verboten und in heutigen Zeiten ist auch Sparen angesagt. Wir sollten aber bedenken, dass wir mit dieser Handlungsweise zum Sterben des qualifizierten Einzelhandels beitragen.

Warum sage ich DAS jetzt? Weil ich eine wirklich gute Anlaufstelle für euch habe, wenn ihr auf der Suche nach Motorradbekleidung, sei es neue Kombi oder neue Stiefel bis hin zum Helm seid.

Für diejenigen, die vor Ort anprobieren möchten und dabei eine richtig gute und qualifizierte Beratung erhalten, direkt die Adresse:

Motoland St. Wendel GmbH
Frankfurter Str. 1
66606 St. Wendel
Tel.: 06851 / 939 973

https://www.motolandshop.de/


Flying Haggis und die beste Sozia von Allen haben hier die Winterschlafzeit genützt und einen richtig guten Einkauf getätigt. Abschließend sind wir bei -2- RUKKA-Kombis hängengeblieben. Die sind derzeit im Praxistest und ihr erhaltet Nachricht. Bislang sind wir beide restlos begeistert. Nicht billig, aber preiswert – wir konnten bei dem Angebot der netten Verkäuferin nicht mehr nein sagen.

Ein Freund von uns hat, nachdem wir ihm den Tipp Motoland gegeben hatten, dort eine Modeka-Kombi und einen Shoeihelm käuflich erstanden und kam, ob des Preises, auch nur noch kopfschüttelnd aus dem Laden.

Also – Wenn ihr gerade auf der Suche seid und im Großraum Saarland / Trier / Luxemburg wohnt, dann nichts wie hin zum Motoland nach St. Wendel. Am besten bevor ihr an anderer Stelle „zuschlagt“, sonst ist der Ärger groß.

Originale – Teil II

Schlagwörter

,

Zum Themenfeld „Originale“ hatte ich ja bereits einen Beitrag vor etwas längerer Zeit.

https://flyinghaggis.net/2015/11/27/originale-oder-die-besondere-spezies-motorradfahrer/

Von daher wird es höchste Zeit sich um ein weiteres Original zu kümmern und es gibt wohl kaum Einen der diesen Begriff eines Originals mehr verkörpert als unser Gunnar.

Schaut man bei den Szenetreffs oder auf den Parkplätzen an Rennstrecken nach den dort geparkten Motorrädern, dann sieht man fast nur neues Material. Es hat sich viel getan auf dem Sektor Motorrad in den letzten Jahren. Technische Helferlein haben Einzug gehalten und erleichtern den Treibern die Handhabung. Alles gut – es trägt mit zu unser aller Sicherheit bei.

Bei Gunnar ist alles anders. Beim Thema Motorrad hat er ein Funkeln in den Augen. Die pure Lebensfreude und der pure Spaß, gepaart mit Interesse am Objekt Motorrad, der Technik und dem Thema fahren.

Aber diese Freude hängt bei Gunnar überhaupt nicht mit irgendwelchen technischen Neuheiten und Errungenschaften auf dem Motorradmarkt zusammen. Damit kann er irgendwie gar nichts, aber auch so wirklich gar nichts anfangen. Bei ihm darf ein Motorrad ruhig vibrieren und eine dementsprechende Geräuschkulisse entwickeln. Das sind zwar alles Maschinen, aber auch irgendwie lebendig. Und so wundert es den Besucher auch nicht sonderlich, wenn man als Gast das Wohnzimmer von Gunnar und seiner Frau Gertrud betritt.

Wo man vielleicht bei anderen Leuten eine Designercouch von Rolf Benz antreffen würde oder eine Skulptur, da steht bei Gunnar eine Moto Guzzi 750 S aufgebockt und fahrfertig im Wohnzimmer. Irgendwie ja auch eine Skulptur und eine italienische obendrein.

Der absolute Hingucker. Wahrscheinlich war der Adler aus Mandello unmittelbar nach Verlassen der Fabrikhallen nicht in einem derartigen Topzustand wie jetzt, hier zu Hause, bei Gunnar. Wie frisch aus dem Ei gepellt steht SIE da die Guzzi, als Blickfang mitten in der Wohnung. Von dieser Baureihe, die unmittelbar vor der 850er Le Mans entstand, wurden nicht viele Maschinen gebaut. Nur ein paar Hundert haben den Weg zum Endverbraucher gefunden.

Irgendwie wundert es mich jetzt auch kein bisschen, dass ich in einer Ecke das Instrumentenbrett der berühmtesten deutschen Jagdmaschine aus dem II. Weltkrieg finde. Wie selbstverständlich hängen da die Armaturen der Messerschmidt ME 109.

Mit einem vorsichtigen Blick vergewissere ich mich ob nicht noch ein Baker-Schleudersitz als Fernsehsessel zu finden ist. -Fehlanzeige-. Wahrscheinlich habe ich Gunnar jetzt auf eine Idee gebracht und Gertrud gibt mir Tiernamen.

Italien mag er. Die italienischen Motorräder mag er auch. Also müssen zwangsweise ebenfalls Produkte aus Borgo Panigale im Fahrzeugbestand sein. Natürlich keinesfalls mit einem Zahnriemen. Sollen Ducatis stilecht bewegt werden, dann sollten SIE auch über eine Königswelle verfügen, die dann das Herzstück der Desmodromik ist.

Also finden wir eine alte 900er Mike Hailwood Replica genauso vor, wie eine alte 1000er S 2.

Die Mike Hailwood Replica ist ein 83er Modell, aber bereits mit der Verkleidung der 84er Baureihe. Schön steht SIE da, reduziert auf das Wesentliche, was die ersten Modelle ausgezeichnet hat, also nur mit ihrem Kickstarter.

Aus Bologna ist auch noch eine 1000 S 2 in Gunnars Besitz. Man kann sagen, dass diese Ducati aus dem Jahr 1985 eine absolute Rarität ist, denn Moto Thome, der bekannte Ducatihändler aus dem bergischen Land, hat seinerzeit hier Hand angelegt und die Maschine optimiert für den Rennstreckeneinsatz. Kein Gramm zu viel am Rahmen steht SIE da, wie neu aus dem Laden.

Euer Flying Haggis fühlt sich wie im siebten Motorradhimmel. An den Wänden hängen Bilder von Ausfahrten mit dem stolzen Besitzer, der natürlich mit Halbschale auf diesen Modellen unterwegs ist. alles andere wäre für ein „Windgesicht“, wie Gunnar eines ist, ein Stilbruch.

Aber da gibt es ja noch eine Manufaktur aus bella Italia, die richtig schöne und schnittige Motorräder hergestellt hat und die darf im Fahrzeugbestand von Gunnar natürlich nicht fehlen. Eine 1000 C 3 von Laverda in dem firmentypischen orange steht in der Garage. Die erste 1000er aus dem Hause Laverda und Vorläufer der bekannteren Jota-Modelle. In der Langstreckenszene waren die Laverdas wegen ihrer standfesten Motoren beliebt.

Ein Brot- und Buttermotorrad hat Gunnar natürlich auch im Fahrzeugbestand. Eine alte BMW R 60/5 steht da noch in der Garage und hat viel zu erzählen. Bei größeren Urlaubstouren wurde nämlich die BMW als „Maultier“ genutzt, da sie im Vergleich zu den Italienerinnen doch ein Mindestmaß an Komfort in die Waagschale werfen konnte. So kann die „Gummikuh“ auch von der ein oder anderen Tour u. a. auf den Balkan in den 90er erzählen.

Gunnar ist ohnehin ein Weltenbummler und das war auch immer mit dem Thema Motorrad eng verbunden. So waren er und seine Frau Gertrud schon 1983 mit „dem ersten richtigen Motorrad“ einer Yamaha XS 400 mit Sack und Pack, sprich Zelt, Schlafsack, Rucksack und Gepäck bis hinunter nach Portugal.

Richtig Ruhe findet unser Gunnar mit seinen jetzt bald 59 Lenzen aber nicht. Das neueste Projekt steht noch „gestrippt“ in der Garage. Ursprünglich hörte das was man da sieht auf den Namen BMW R 100 S. Wenn SIE fertig ist und das kann nicht mehr lange dauern, dann steht da eine BMW Scrambler made by Gunnar. Wahrscheinlich würde man jede BMW Ninety dafür stehen lassen.

Und dann kommt es so, wie es unter Motorradfahrern häufiger vorkommt. Es wird bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen Benzin geredet. Abschließend steht schon lange bei mir fest. Wenn Gunnar kein Original ist, dann gibt es in diesem Sonnensystem keine Originale mehr. Wahrscheinlich wurde genau für ihn der Begriff geprägt.

 

Auf in das spanische Ländchen

Schlagwörter

,

Heute begeben wir uns mal wieder auf Fahrt. Die Reise führt uns, wie kann es anders sein, in die Eifel und so rollen wir aus Trier auf einem unserer altbekannten Wege auf der „Westseite“ stadtauswärts.

Die Mosel zu unserer Rechten fahren wir auf der B 53 an den Stadtteilen Biewer und Ehrang vorbei und biegen dann in Richtung Trier-Quint nach links ab. Die Route haben wir bereits häufiger genutzt und so ist sie uns zum Einrollen längst bekannt. Es geht auf die L 46 in Fahrtrichtung Binsfeld, Spangdahlem.

Nach etwa 11 kurvigen Kilometern auf der L 46 folgen wir den Wegweisern nach Speicher auf die L 36. In Speicher rollen wir einfach in den Ortskern und folgen dem Straßenverlauf bis an die T-Kreuzung Maarstraße / Bahnhofstraße. Dort biegen wir nach rechts ab. Unmittelbar anschließend führt uns der Weg dann nach links wieder auf die L 36 nach Philippsheim. Schön ruhig ist die Streckenführung. Wir sind sozusagen für uns und genießen zum einen die Landschaft und zum anderen den schönen Kurvenverlauf. Dieser führt uns zu einem Verkehrskreisel an die B 50 und jetzt geht es für uns in Richtung Bitburg. Bundesstraßen sind normalerweise nicht so ganz mein Ding, aber dieser kurze Abschnitt ist durchaus zu verkraften.

Den folgenden Verkehrskreisel vor Bitburg verlassen wir im Grunde genommen „geradeaus“ auf die Albachstraße, die uns in Richtung des Bitburger Krankenhauses führt. In der Ortslage Bitburg orientieren wir uns dann in Richtung Prüm (Rittersdorf) auf die L 5.

Der Weg führt uns zügig durch Bickendorf, Seffern und Lasel nach Schönecken. Der Ort ist uns von früheren Touren bereits bekannt, einschließlich seiner gut sichtbaren Burgruine. Im 12. Jahrhundert wurde die Burganlage von den Grafen von Vianden erbaut. Sie wird auch „Bella Costa“ oder „Clara Costa“ genannt. Bei unserer „Rom-Tour“ sind wir aus Richtung Mürlenbach kommend nach Schönecken eingefahren – natürlich auch mit Blick auf die Burg.

Weiter geht es jetzt mitten hinein nach Prüm und wir haben es nicht mehr weit bis zu unserer ersten Pausenstation. Also auf die Zähne beißen und nicht an der Eisdiele am „Hahnplatz“ haltmachen. Genau von dieser Stelle fahren wir etwa für 11 km nochmals ein kurzes Stück Bundesstraße. Wir sind auf der B 265 und rollen an Tafel und Knaufspesch vorbei bis es kurz darauf nach rechts auf die L 20 in Richtung Ormont geht. Von Ormont fahren wir nach Hallschlag. Wir sind jetzt nur noch ca. 3 km von der Grenze nach Belgien entfernt. Hallschlag gehörte geschichtlich zur Herrschaft Kronenburg und genau in dieses Herrschaftsgebiet wollen wir hin. Wir sehen auch schon den Kronenburger See zu unserer Rechten und kurz hinter dem See geht es für uns links ab nach Kronenburg.

Also den Berg hinauf alsdann in einer Rechtskurve halblinks in die Straße „Burgbering“ Kronenburg und dort auf den Parkplatz abbiegen.

Man könnte jetzt auch in „Schrittgeschwindigkeit“ in diesen Bereich einfahren, was wir aber nicht machen. Irgendwie würde es die Idylle dieses wirklich schönen Örtchens stören. Also die letzten Meter fußläufig auf dem Kopfsteinpflaster erledigen und die kleinen gemütlichen Fachwerkhäuser bestaunen. Einfach ein schöner Ort. Hat etwas von Modelleisenbahn H „0“.

Von der Burgruine Kronenburg hat man einen schönen Blick in die Eifel und auf den See. Erstmalig wurde die Kronenburg im 13. Jahrhundert erwähnt. Zwischen 1555 bis 1715 stand der Landsitz unter spanischer Herrschaft. Deshalb nennt man diese ehemalige spanische Exklave auch noch heute häufiger in der Eifel  „spanisches Ländchen“. Aber wir sind ja hierhergekommen um eine wohlverdiente Pause zu genießen. Und die machen wir bodenständig, also nicht mit spanischer Paella.

Erste Möglichkeit: Wenn ihr vom Parkplatz in den Ort spaziert ist direkt im „Torbereich“ das Cafe „Raum C“. Bei Regenwetter – eintreten und hinauf in den ersten Stock. Bei Sonne – raus auf die Terrasse.

Zweite Möglichkeit: An den Wochenenden und an Feiertagen in der Ortslage der Beschilderung „Cafe Zehntscheune“ folgen. Jetzt werden einige Stammleser aufhorchen und sagen: Hey Haggis. Du hast uns doch schon die „Zehntscheune“ empfohlen und die lag damals ganz woanders. Vollkommen korrekt: „Zehntscheune“ Nr. 1 liegt in Herrstein im Hunsrück (Tour: Hunsrück ODER auf Tour mit Herrn Bückler) und die heutige „Zehntscheune“ hat außer dem Namen erfreulicherweise die Gemütlichkeit und die exzellente Kuchentheke gemeinsam. Also Platz nehmen und die Feinkostcontainer füllen.

Frisch gestärkt machen wir uns wieder auf den Weg. Talabwärts aus dem Burgbering in Richtung B 421 und dann knappe 18 km über Stadtkyll und Jünkerath nach Hillesheim, der heimlichen Krimihauptstadt Deutschlands. In Hillesheim folgen wir der Beschilderung nach Gerolstein. Dort suchen wir uns in der Ortslage unseren Weg nach Salm auf die L 29. Schließlich ist endlich wieder Zeit für ein paar schöne Kurven.

Dann folgen wir zunächst den Wegweisern in Richtung Daun auf die B 257, einer der bekannten Einflugschneisen in Richtung Nürburgring. Auf der Bundesstraße bleiben wir aber nur etwa 7 km, denn in Oberstadtfeld biegen wir rechts ab auf die kurvige K 9 / L 65 in Richtung Üdersdorf. Wir sind jetzt schon in der Nähe der Maare, machen aber hinter Üdersdorf noch einen kleinen Schlenker wieder auf die L 65 über Trittscheid und nach Eckfeld.

Hier finden wir in der Brunnenstraße das Bauernhofcafe „Morgenfelderhof“. Platz für unsere Maschinen ist direkt in der kleinen Einfahrt, respektive vor der Terrasse. Alles wie immer bei unseren gepflegten Einkehrtipps: Gute Kuchentheke und ein ruhiges Plätzchen.

Falls ihr wider Erwarten keinen Platz finden solltet, investiert ihr knappe 5 km bis nach Gillenfeld und fahrt zu meinem anderen nahen Einkehrtipp dem „Eifeler Scheunencafe“. Das hatte ich euch bereits in einem anderen Bericht näher gebracht.

Egal wo wir jetzt unsere Pause gemacht haben, der nächste Weg für uns auf die L 64 in grobe Richtung Wittlich. Kurz hinter Hasborn, nachdem wir die Autobahn A 1 unterquert haben, biegen wir rechts ab auf die K 22 und fahren über Greimerath und Plein (K 21) nach Wittlich ein. Alternativ kann man hinter Hasborn auch auf der L 52 verbleiben und gelangt auch mit einer schönen Streckenführung, am städtischen Krankenhaus vorbei, nach Wittlich.

In der Ortslage Wittlich orientieren wir uns nach der Beschilderung Bitburg. Unsere Streckenführung verändert unterwegs mehrfach ihre straßenverkehrsrechtliche Widmung und mutiert von Kreisstraße, zur Landesstraße und abschließend auf den letzten Kilometern von Landscheid nach Binsfeld zur Bundesstraße B 50.

Jetzt treffen wir auf eine alte Bekannte, die L 46. Die bringt uns jetzt kurz hinter Binsfeld, an Herforst vorbei auf die Streckenführung, die wir heute Morgen in Höhe der Abzweigung Speicher verlassen haben. Noch einige kurvige Kilometer zur Entspannung entlang des Quinter Baches abwärts und unser Ausgangsort Trier hat uns wieder.

Wo ihr hier unterkommt oder noch speisen könnt, findet ihr unter meinen Rast- und Übernachtungstipps. ODER – ihr meldet euch bei mir und ich helfe gerne weiter.

Ich packe meinen Koffer …………….

Schlagwörter

, ,

Ich weiß nicht wie es euch bei größeren Touren mit dem Motorrad geht, aber bei mir ist es oftmals so, dass ich, trotz Reduzierung auf das Mindestmaß an notwendigen Utensilien, an die Grenzen der Packmöglichkeiten bei meiner Maschine komme. Da sprechen wir jetzt nicht einmal vom Erreichen des maximalen Gesamtgewichtes unserer Motorräder laut Fahrzeugschein. Das ist wahrscheinlich bei 90 % unserer Touren bereits locker überschritten.

Im Sommer steht jetzt wieder eine längere Tour an und für die fast dreiwöchige Reise muss irgendwie noch etwas ergänzend zu Kofferset und Tankrucksack her. Also ging Flying Haggis auf die Suche.

Fündig wurde ich dann abschließend bei der Firma SW-Motech. Es sind zwei Zusatztaschen, die bei SW-Motech unter dem Begriff TRAX M/L Zusatztaschen firmieren. Passend sind sie für die TRAX-Koffer von SW-Motech, sowie für die originalen BMW-Koffer. Sie lassen sich aber auch auf meinen Touratech-Koffern unserer „Sissy“ gut montieren.

Die Taschen sind mittels der mitgelieferten Gurte gut auf den Topladern zu befestigen. Sitzt, passt und da wackelt oder stört nichts. Man kann SIE sogar als Armlehnen für die beste Sozia von Allen missbrauchen.

Die TRAX Zusatztaschen haben ein Fassungsvermögen von 15 Liter und sind wasserdicht.

Gummierter rundlaufender Reißverschluss, sowie nochmals ein überstehender Deckel verhindern den Wassereintritt.

Alternativ kann man das Innenfach nochmals mittels einer Kletttrennung unterteilen oder ganzflächig nutzen. Je nach Bedarf.

Es bietet sich an die Taschen vielleicht für das wärmende Innenfutter unserer Motorradbekleidung, sowie für Regenjacken zu nutzen. Dann ist die kopflastige Entwicklung der Fahreigenschaften unserer bepackten Maschine nicht ganz so arg. Aber Ölreserve, Kettenspray oder Werkzeug geht natürlich auch.

Wie sich die SW-Motech Zusatztaschen auf unserer großen Tour bewähren werde ich berichten.

Die Taschen gibt es direkt bei SW-Motech unter der Best.-Nr. BC.ALK.00.732.10700/B zum Stückpreis von 79,95 Euronen. Das ist jetzt kein Schnäppchen. Die wertigen Taschen sind den Preis aber allemal wert.

Neues Spiel, neues Glück!

Schlagwörter

,

Die ersten Testfahrten vor Saisonbeginn sind bereits Geschichte und das erste Rennen am 10. März in Katar steht unmittelbar bevor. Wie sieht es nun aus, was erwartet uns in der Saison 2019? Werfen wir mal wieder einen Blick in die berühmte Glaskugel, um am Saisonende zu schauen wie nah wir an der Realität dran waren.

Ich nehme sofort die komplette Spannung aus dem Thema heraus. Andrea „Desmo-Dovi“ Dovizioso wird Weltmeister in der Moto GP. Warum? Einmal, weil er jetzt einfach an der Reihe ist und sich diesen Titel über die Jahre redlich verdient hat.

Warum noch? Weil ihm jetzt endlich nach all den Jahren akribischer Entwicklungsarbeit der Status der Nr. 1 im Team unumstößlich zusteht und auch zugestanden wird. Die ganze Aufmerksamkeit geht in dieser Saison bei Ducati in Richtung Dovizioso. Kein Andrea Iannone mehr, der auch über gewisse Seilschaften bei Ducati verfügte. Kein Jorge Lorenzo mehr, für den das Werk und die Sponsoren ein horrendes Gehalt zahlten um den Titel nach Bologna zu holen.

Damit sind wir, meiner Meinung nach, bei einem weiteren Grund für den diesjährigen Titel von Desmo-Dovi. Der Überflieger Marc Marquez und ungekrönte König bei Repsol-Honda erhält einen neuen Kollegen.

Schluß ist mit dem loyalen Partner und Arbeitnehmer Dani Pedrosa. Stattdessen steht jetzt mit Jorge Lorenzo ein weiteres Alphatier im Stall. Und Lorenzo war nie einer von der stillen Sorte. Nicht bei Yamaha mit Gottvater Valentino Rossi und auch nicht bei Ducati mit Andrea Dovizioso. Wo Lorenzo auftauchte gab es relativ schnell Unruhe, Zwist und Nicklichkeiten in den Teams. Insbesondere wenn der schnelle Spanier irgendwie das Gefühl bekam nicht die gleiche Aufmerksamkeit zu erhalten wie sein Teampartner. Lorenzo wird nicht den Schildknappen für Marc Marquez spielen und ihm den Rücken für einen weiteren WM-Titel freihalten. Das Ziel von Lorenzo ist: Siege einfahren mit der nunmehr dritten Marke für die er fährt UND zeigen, dass er mit gleichem Material in der Lage ist den WM-Titel vor einem Marc Marquez zu gewinnen.

Marc Marquez wird sich strecken müssen, denn diese Situation im eigenen Team kannte er bis dato nicht. Dieses Jahr wird es Spannungen beim Repsolteam geben und die beiden Protagonisten werden sich gegenseitig Punkte wegnehmen. Denkt man an frühere Szenen im Yamaha- oder Ducatiwerksteam zurück, dann ist auch der ein oder andere gemeinschaftliche Besuch in den Kiesbetten der Rennstreckenwelt durchaus gut denkbar.

Nutznießer wird Andrea Dovizioso sein, denn er sitzt in diesem Jahr auf dem besten Motorrad. Ducati hat nochmals über den Winter nachgebessert. Die Maschine ist bei ihrem letzten Manko, dem Einlenkverhalten in die Kurve, stark verbessert worden ohne ihre bisherigen Tugenden zu verlieren. Damit ist die Rote aus Borgo Panigale für viele Piloten fahrbarer geworden. Beispiel gefällig? Schaut auf die abschließende Zeitenliste der Testfahrten in Malaysia. Auf den vier ersten Plätzen finden sich vier der aktuellen Ducatifahrer. Der „neue Werksfahrer“ Danilo Petrucci hat mit der roten Rakete die bisherige Bestzeit pulverisiert.

Nur einen Wimpernschlag dahinter findet sich der Rookie Francesco „Pecco“ Bagnaia mit seiner Pramac-Ducati. Die Plätze drei und vier komplettieren der schnelle Australier Jack „Ass“ Miller und Andrea Dovizioso. Die Konkurrenz dürfte gewarnt sein.

Hier folgten in Respektabstand Maverick Vinales auf der stark verbesserten Yamaha und Cal Crutchlow der schnelle Brite auf seiner LCR-Honda.

Sein Teamkollege Takaaki Nakagami überraschte bereits bei den abschließenden Saisontests 2018. Jetzt findet sich der Japaner bereits auf Platz 9 der Zeitenliste. Wir sollten also den schnellen Japaner im Hinterkopf behalten. Für die ein oder andere Überraschung wird er in diesem Jahr gut sein.

Direkt hinter Nakagami reihte sich unser Doctor Valentino Rossi ein. Diese Testfahrten haben für den Altmeister mit seinen jetzt 40 Lenzen bereits seit mehreren Jahren ihren Reiz verloren. Er investiert hier keine Kräfte um Bestzeiten zu setzen. Deshalb sollten wir unseren Doctor über die Saison betrachtet weiterhin auf der Rechnung haben. Für den zehnten Titel wird es zwar meiner Meinung nach nicht mehr reichen, aber, er wird sich hinter Dovizioso und Marquez aller Wahrscheinlichkeit mit Lorenzo und „Petrux“ Petrucci um den dritten Platz im Gesamtklassement balgen.

Dahinter wird es dann eng und ganz knapp. Wenn Alex Rins seine Performance aus der Vorsaison retten konnte, dann wird er the best of the rest.

Gespannt bin ich auch auf Johann Zarco. Der schnelle Franzose ist jetzt im Werksteam von KTM unterwegs und die Mattighofener haben nicht als Ziel ausgelobt ewige Zeiten hinter den Etablierten herzufahren. Ab der zweiten Saisonhälfte sehe ich deshalb auch Zarco in den Bereichen Platz 4 bis 8. Wenn die Konkurrenz Fehler macht ist sicherlich auch ein Husarenstück mit einem Platz auf dem Podest möglich. Pol Espargaro hat es bereits zu Saisonende 2018 vorgemacht.

Die Moto 2 startet irgendwie bei der Jahreszahl Null. Die Abstimmung der Maschinen wird sicherlich arbeitsintensiv, denn nach einer gefühlten Ewigkeit mit den Hondamotoren arbeiten jetzt Aggregate des britischen Herstellers Triumph in den Moto 2 Maschinen.

Bei ersten Tests hat u. a. Sam Lowes einen sehr guten Eindruck hinterlassen mit einer Bestzeit. Den schnellen Briten habe ich aber nicht auf dem Zettel, wenn es über die Saison betrachtet um Titel geht. Er ist einfach zu sturzanfällig als das er eine ernsthafte Option für den Titel darstellen könnte.

In der Moto 2 setze ich alles auf den KTM-Werskfahrer Brad Binder. Er weiß wie man Titel gewinnt, hat bereits gezeigt, dass er siegfähig ist und gleichzeitig clever genug auch einmal einen vierten oder fünften Platz nach Hause zu fahren, wenn mehr einfach nicht geht oder sinnloses Risiko bedeuten würde.

Als seinen ärgsten Widersacher sehe ich den „kleinen Bruder“ vom Doctor Valentino Rossi. Luca Marini ist in der letzten Saison in den VR 46-Farben des Sky-Teams zu einem Siegfahrer gereift. Er wird an Brad Binder bis zum Ende der Saison dranbleiben.

Die beiden müssen ein Augenmerk behalten auf Lorenzo Baldassarri und Alex Marquez. „Balda“ sehe ich auf Gesamtrang drei. Bei Alex Marquez bleibt abzuwarten wie er seine Nerven im Griff hat, denn hinter den ersten vier wird es heiß hergehen.

Heimkehrer Tom Lüthi hat noch eine Rechnung mit der Moto 2 offen. Marcel Schrötter könnte an seinem starken Teamkollegen aus der Schweiz wachsen und auch eine Außenseiterrolle spielen.

Auf wen ich noch gespannt bin ist der weitere deutsche Vertreter Lukas Tulovic. Lukas startet in dem starken Kieferteam und ist damit in einem Spitzenumfeld. Lassen wir Lukas 2019 Zeit in der WM zu reifen. Plätze von 10 – 15 halte ich durchaus für möglich, da er ein cleverer Fahrer ist.

Vom dritten deutschen Vertreter Philipp Öttl erwarte ich jetzt keine großen Dinge. In den letzten Jahren war er jeweils solo im Team seines Vaters Peter Öttl unterwegs. Jetzt sitzt er zwar auf Topmaterial von KTM in der Moto 2, hat aber mit Marco Bezzecchi einen bärenstarken Teamkollegen. Bezzecchi wird alles daran setzen zu zeigen, dass er ganz nach vorne gehört und als erstes seinen Teamkollegen Öttl in Grund und Boden fahren. Ich befürchte, dass Phillips erste Saison in der Moto 2 gleichzeitig seine letzte Saison werden wird.

Was sage ich zur Moto 3? In diesem Jahr auf Grund der vielen Abgänge fast nicht einzuschätzen, da aus dem Zahnspangengeschwader der spanischen und italienischen Nachwuchsklassen alljährlich neue und schnelle Fahrer in die WM vorstoßen. Siehe Marco Bezzecchi im letzten Jahr. Trotzdem wage ich für den Titel eine Prognose und die lautet Lorenzo Dalla Porta.

Dalla Porta wird den Titel holen und dahinter werden sich über den Saisonverlauf die Verfolger abwechseln. Am ehesten traue ich es noch Jakub Kornfeil aus dem deutschen Prüstel Team zu mit der nötigen Cleverness den Vizetitel nach Hause zu fahren.

Gefolgt von Aron Canet, er in der zurückliegenden Saison an seinen Nerven und den eigenen hohen Ansprüchen gescheitert ist.

Das wäre die Saisonvorschau von Flying Haggis. Ich hoffe wir sehen uns alle am Sachsenring wieder und heben den deutschen Motorrad Grand Prix wieder über die 200.000er Zuschauermarke. Bis dann!

Ganz nah am Himmel……

Schlagwörter

, ,


Bevor die Saison so richtig losgeht und wir uns alle damit beschäftigen WO uns denn jetzt im Frühling, Sommer oder Herbst die Reise hinführt, sollten WIR uns über unser mögliches Ziel oder zumindest die Region Gedanken machen. Beim Schreiber dieser Zeilen ist das an sich immer recht einfach. In neun von zehn Fällen treibt es Flying Haggis und die beste Sozia von allen in unsere „Wahlheimat“ Südtirol. Wahrscheinlich ist bei meiner letzten Reinkarnation irgendetwas schief gelaufen.  Möglicherweise habe ich als „Tiroler Standschütze“ in meinem vorherigen Leben zu laut geflucht, dass ich jetzt als „Flachlandtiroler“ auf den Planeten zurückkehren musste. Schlechtes Karma.

Aber kommen wir jetzt zum eigentlichen Thema. Motorradurlaub oder Urlaub überhaupt in Südtirol und dort am besten weg vom üblichen Einerlei Sella Ronda. Alternativen sind also gefragt oder Varianten. Was sagt der Duden: Eine Variante ist etwas, was sich von etwas Vergleichbarem unterscheidet.

Und da hat Flying Haggis etwas für Euch, denn genau dieser Unterschied macht aus einen schönen Urlaub einen unvergesslichen Aufenthalt. Weg vom üblichen Trubel und insbesondere weg von diesen Hotels wo groß „Biker welcome“ am Eingang steht aber nur der schnelle Euro gesucht wird. Dorthin wo wir wirklich gern gesehen sind und geradezu familiär untergebracht– Urlaub bei Freunden!

Wie kommen wir denn dahin zu unseren Freunden? Also schnell zwei D-Zug-Varianten aus dem Hut gezaubert. Nr. 1 die Anreise über München dann Autobahn bis Kufstein und über Kitzbühel, Felbertauerntunnel und Lienz hinein in den Himmel für Motorradfahrer Südtirol. Nr. 2 führt uns vom Fernpaß oder Hahntennjoch kommend über den Brenner und bei Brixen hinein in das Pustertal. Hier geht es an Bruneck und Toblach vorbei bis kurz vor Innichen und dann rechts ab. Unser Ziel heißt Sexten und hier steuern wir unser Zuhause an – das Hotel Gruber.

https://www.gruber-sexten.com/

Heutzutage ist man schnell mit Superlativen dabei, die dann, eiligst in allen möglichen Netzwerken und sozialen Medien kommuniziert, noch schneller verblassen als das Licht einer Sternschnuppe. Zu Beginn habe ich bereits erwähnt, dass wir, nachdem wir wirklich viel in der Welt unterwegs waren, schwerpunktmäßig unsere Urlaube in Südtirol verbringen. Noch nie waren wir hier in einem „schlechten“ Hotel. Das Niveau der Hotels in der Region Südtirol ist wirklich sehr hoch und es ist schwer bei derartiger Konkurrenz das berühmte i-Tüpfelchen und Alleinstellungsmerkmal zu setzen. Hier in Sexten bei der Familie Gruber findet IHR genau das. Das i-Tüpfelchen, das Alleinstellungsmerkmal und das Licht, welches nicht schnell verblasst, sondern immer noch leuchtet.

Angekommen merkt IHR schnell, dass der Senior des Hauses ein Herz für Motorradfahrer hat. Das Hotel hat eine Tiefgarage und so stehen unsere Maschinen auch sicher und trocken. Eine Harley-Davidson und eine BMW geben dem Neuankömmling auch schon das Signal – Hier fährt jemand selbst Motorrad und weiß worauf es ankommt. Der ein oder andere Tourentipp ist da auch noch drin.

Fast schon Standard ist, dass natürlich ein Wellnessbereich auf uns wartet, der die ein oder andere verspannte Muskulatur wieder ausreichend lockert.

Einfach gigantisch ist der Ausblick den man von den Zimmern aus oder von der Terrasse bewundern kann. Ein wunderbarer Blick auf die Sextener Sonnenuhr und hinein in die Berglandschaft des Fischleintals. Jetzt noch einen Aperol Sprizz zur Hand und ich weiß wie das Paradies aussehen sollte.

Die hellen Zimmer sind typisch für Südtiroler Hotels stilvoll eingerichtet und auf dem Balkon kann man in der Sonne bereits die nächste Tagestour planen.

Das Essen ist vorzüglich und der Service sehr (sehr) aufmerksam ohne dabei aufdringlich zu sein. Hier trifft die schon exzellente Südtiroler Küche auf italienische Spezialitäten und macht den Aufenthalt damit auch kulinarisch zu einem Highlight. Dies, gepaart mit einem mehr als üppigen Frühstücksbuffet am Morgen, machen klar, dass es sinnvoll ist über dehn- oder verstellbare Motorradbekleidung zu verfügen. Auch wenn man sich noch so sehr im Griff hat – es schmeckt derart lecker, dass permanent zu viele der Kalorientierchen den Weg in den Magen-Darmtrakt finden. Der komplette Bereich Speisesaal und Bar wurde auch aktuell stilvoll modernisiert, aber ohne den Südtiroler Charme zu verlieren. Wirklich gelungen.

Wie soll ich euch jetzt mit wenigen Worten unsere Basisstation beschreiben? Ein durchweg fein geführter Familienbetrieb ist das Hotel Gruber. Ankommen in seiner ureigenen Form – Man betritt die Lobby und später die Zimmer und hat bereits das Gefühl: Hier bist Du zu Hause! Verbunden mit der geistigen Frage: Warst Du hier schon einmal und hast es bloß vergessen ODER woher kommt dieses untrügliche Gefühl? Das Gefühl kommt daher, dass man empfangen wird wie ein alter Freund, bei dem man sich freut IHN wiederzusehen.

Jetzt kommt sicher die Frage UND wo fahren wir jetzt unsere Runden da unten bei deinem Tipp?

Dazu vorab schon einmal Vorschläge. Nr. 1 ist recht naheliegend und führt uns über Toblach und Welsberg in Richtung der Biathlonhochburg Südtirols in das Antholzertal. Der Stallersattel lädt ein zur Überquerung ins Nachbarland Österreich. Ampelgeregelt kann man ruhig und entspannt (höchstens ein verwaister Fahrradfahrer kann hier stören) die Kurven des Passes in Angriff nehmen und ohne Gegenverkehr genießen. Oben angekommen macht IHR Pause in der Hexenschänke bei Isidor. Er scheucht uns im Winter über die Antholzer Weltcuploipen. Im Anschluss dann auf der österreichischen Seite über Osttirol, also konkret Lienz und dann die „Pustertaler Höhenstraße“ zurück. Vor Überquerung der Grenze (Innichen) bietet es sich noch den Tank mit günstigem österreichischen Sprit zu füllen.

Von Sexten aus auf der SS 52 über den Kreuzbergpaß landen wir in der Provinz Belluno, die schon merklich italienischer angehaucht ist als Südtirol. Über Padola auf der SP 532 (Passo Zovo) in grobe Richtung Auronzo di Cadore ABER vorher wieder links ab auf die SS 52 nach Pieve di Cadore. Hier folgen wir dem Straßenverlauf des kleinen, aber wunderschönen Passo Cibiana (1.530 m; mit bis zu 15 % Steigung und einer Länge von ca. 20 km) bis Cibiana di Cadore und haben unseren Pausenplatz, sowie Zwischenstation erreicht.

Aufwärts zum Messner Mountain Museum Dolomites fahren wir mit den dortigen Shuttle-Bussen. Der 2-stündige Fußmarsch in Motorradstiefelen und –kluft wäre nicht vergnügungssteuerpflichtig und so wählen wir hier lieber diese „Touri-Variante“.

http://www.messner-mountain-museum.it/dolomites/museum/

Warum fahren WIR denn jetzt überhaupt dort hinauf? Weil man einfach einmal dagewesen sein muss! Selbst wenn man kein Museumsfreund ist und vielleicht ein gespaltenes Verhältnis zu dem Botschafter der Berge Reinhold Messner hat, sollte man zumindest aus einem Grunde hier hinauf. WENN das Wetter gut ist hat man hier oben von dem ehemaligen Sperrfort des Dolomitenkrieges auf dem Monte Rite (2.181 m) einen Ausblick der mit atemberaubend nur unzureichend beschrieben ist.

Gemütlich bei einem Cappuccino draußen auf der Terrasse der Cafeteria kann man die Aussicht genießen und weiß genau: Heute haben wir wieder alles richtig gemacht!

Irgendwann müssen wir aber auch wieder heimwärts in Richtung Hotel Gruber und das machen wir über Longarone (SP 251) nach Forno Zoldo, Zoldo Alto (Passo Staulanza) nach Selva di Cadore.

Habe ich schon einmal erwähnt, dass mein absoluter Favorit der Dolomitenpässe der GIAU ist? NEIN? Dann kommt jetzt der Hinweis. Also von Selva di Cadore mit einem breiten Grinsen im Gesicht hoch auf den Giau bzw. die SP 638, wenn man es unpersönlich haben will.

Für mich eine der Königsetappen hinauf auf 2.233m Passhöhe und purer Genuss auf 20 km bis nach Cortina d´Ampezzo.

Der Rest ist schnell erzählt, denn der Weg führt uns in sanften Schwüngen nach Toblach und von dort ist es nur noch ein Katzensprung zurück zu Grubers in unser Hotel.

Das waren jetzt nur -2- Tourenempfehlungen, denn wenn ihr zum Einrollen den Weg an anderen Tagen über Toblach nach Cortina wählt steht dort der Hintereingang zur Sellaronda weit offen. Entweder wieder und wieder den Giau und über Pordoi weiter oder von Cortina auf den Falzarego und dann alle gängigen Alternativen abarbeiten.

Auch österreichische Varianten sind noch drin über Innichen – Obertilliach – Maria Luggau – Kötschach – Paluzza – Vigo di Cadore – Auronzo – Padola zurück nach Sexten.

Es gibt viel zu tun – packen wir`s an! Aber als Basisstation unserer Touren wählen wir nicht das überlaufene Grödnertal mit seinen Touristenhotels, sondern unser Hotel Gruber → bei FREUNDEN!

ALTERNATIVEN:

Das Fischleintal. Eine wunderschöne Wanderung, die man auch ohne Wanderausrüstung locker erledigen kann. Ein traumhafter Blick auf die Bergkulisse und am Ende wartet die Talschlusshütte auf uns mit einem schönen Biergarten und guter Küche.

Wer es etwas ambitionierter mag, dem sei die Tour hinauf zur Dreizinnenhütte empfohlen. Für den Aufstieg benötigt man kein Kategorie-C-Schuhwerk. Alljährlich wird die Wegstrecke von Sexten aus auch beim Dreizinnenlauf von den Sportlern mit Trekkinglaufschuhen in Angriff genommen. Es erwartet uns das Wahrzeichen der Dolomiten – die Dreizinnen. In den Sommermonaten ist aber von der Einsamkeit der Berge hier weniger zu spüren.

Bei Regenwetter lohnt sich im Nachbarort Moos die Einkehr im Cafe Kofler. Hier gibt es Kuchenstücke, die man eher als komplette Mahlzeit werten kann und kalorienmäßig wahrscheinlich eine warme Mahlzeit ersetzen.

Sturmfreie Birne

Schlagwörter

, ,


Ich hatte mich ja bereits vor einiger Zeit mit dem Thema Kommunikationssysteme und Motorradfahren auseinandergesetzt.

https://flyinghaggis.net/2015/06/20/nolan-n-104-n-com-b5-oder-alles-klar-ich-verstehe-dich/

In diesem mehr als schnelllebigem Bereich hat sich natürlich mittlerweile wieder einiges getan und genau damit befassen wir uns jetzt. Flying Haggis hat sich nämlich auf der Intermot kundig gemacht und sich u. a. auf dem Stand von Midland die Ohren volldröhnen lassen.

Halt – das war jetzt falsch, denn die Ohren wurden nicht vollgedröhnt und eben dies ist das Positive für diejenigen unter Euch, die für die kommende Saison mit dem Gedanken spielen sich ein Kommunikationssystem zuzulegen.

Helm auf und bei Midland in den Windkanal gestapft.

Vorteil bei den Midlandprodukten – Ihr seid nicht an eine Helmfirma gebunden und könnt auf dem freien Markt das Helmprodukt erwerben, welches auch tatsächlich passt und/oder auch gefällt.

Auf der Intermot hatte Midland insbesondere die Neuheiten BT Mesh und BTween im Portfolio. BT steht dabei für Bluetooth.

Mit dem BT Mesh sind dabei Konferenzschaltungen mit bis zu -10- anderen Personen/Geräten möglich. Vorteil dabei – die Geräte werden netzartig miteinander verbunden und nicht in Reihe geschaltet. So kann auch zwischendurch mal eine oder mehrere Personen diese Gruppe „verlassen“ und wieder hinzukommen ohne dass dies neu konfiguriert werden muss. Sicherlich die richtige Wahl für die Leute, die oftmals in Gruppen auf Tour gehen. Ab dem 2. Quartal 2019 steht das BT Mesh als Einzelgerät oder als 2er-Set zum Verkauf.

Foto MIDLAND

Die etwas „abgespeckte“ Variante BTween ist für die Zielgruppe Fahrer mit Beifahrer, respektive von Motorrad zu Motorrad, wenn die Reichweite nicht jenseits der 200 m liegt. Das Gerät ist auch eine kostengünstige Alternative für den Fahrer oder die Fahrerin, die Solo unterwegs sind aber eine Kommunikation mit Navigationsgerät oder Smartphone wünschen.

Foto MIDLAND

Beide Geräte sind dabei mit der DSP-Geräuschunterdrückung versehen. Apropos Geräuschunterdrückung. Flying Haggis konnte sich im Windkanal davon überzeugen, dass die von Midland neu konzipierte „Wind Experience“ wirklich erstaunlich gut funktioniert. Wir wollen ja alle unsere Motoren hören und haben auch nichts gegen den Fahrtwind auf der Strecke. Ganz im Gegenteil. Sobald es aber um Kommunikation geht ist all dies ausgesprochen störend und nervig. Jetzt kommt es auf Klangqualität an und gut zu verstehende Ansagen unserer Dame aus dem Navi oder unserer Begleitung. Bei der kompletten BT-Pro-Serie hat Midland jetzt diese „Wind Experience“ verbaut. Bis zu 80 % der Windgeräusche werden dabei unterdrückt. Aus meiner Sicht DER Weg in die richtige Richtung bei Kommunikationssystemen und der Schritt weg vom nächsten Tinnitus, den kein Mensch braucht.

Da wir gerade bei innovativ sind und bei technischen Möglichkeiten. Die Smartphone-Generation sitzt ja bereits zwischenzeitlich auf den Motorrädern und da hat Midland die BTTalk-App im Angebot.

Über das Smartphone (iOS oder Android) die App aktivieren und dann kann man benutzerfreundlich die BTTalk-Taste am Lenker montieren und ohne weitere Verkabelung per Tastendruck kommunizieren.

Foto MIDLAND

Ich für meinen Teil bin überzeugt von den Produkten. Die Technik ist ausgereift und mit der Geräuschunterdrückung hat Midland einen Riesenschritt gemacht. Die Tasten am Helm sind in einer ausreichenden Größe, dass sie mit Handschuhen gut zu handhaben sind. Die Apparatur wird mit der Außenschale verklebt und man muss nicht irgendwie am Helm „herumbasteln“.

Wenn irgendwann eine neue Helmanschaffung ansteht, nebst Kommunikationssystem, dann ist Midland für mich aktuell der Favorit und für euch die Kaufempfehlung.

Kleiner Mann ganz groß

Schlagwörter

,

Es gibt Leute in dem großen Fahrerfeld der Moto GP deren Namen man nennt und niemand der Zuhörer oder Leser findet auch nur irgendetwas Negatives an der Person oder einen unangenehmen Charakterzug.

Daniel „Dani“ Pedrosa ist so ein Fahrer oder sagen wir besser so ein Mensch. Am 29.09.1985 wurde Dani Pedrosa in dem katalanischen Ort Sabadell  geboren. Stolz sind die Spanier und ganz besonders stolz sind die Katalanen. Das hat ganz Europa in den zurückliegenden Jahren mitbekommen. Ob der „kleine Dani“  wegen seiner Körpergröße auch in dem katalanischen Volkssport der „Castells“ aktiv war ist mir nicht überliefert, aber bei seinem Ehrgeiz ist es denkbar und höchst wahrscheinlich, dass er auch hier versuchte das oberste Stockwerk der berühmten Menschentürme zu erklimmen.

Apropos erklimmen und hohe Stockwerke. 295 Rennen hat Dani Pedrosa in seiner GP-Karriere bestritten. Bei mehr als jedem zweiten Rennen sah man den kleinen Spanier auf dem Podest. Nämlich 153 x, davon grüßte er 54 x zuoberst vom Siegertreppchen.

Diese beeindruckenden Zahlen ermöglichten Dani Pedroa -3- Weltmeistertitel. 1 x war er Weltmeister in der Klasse bis 125 ccm und 2 x kürte er sich zum Weltmeister in der 250er Klasse.

Aber selbst in dieser Phase seiner großen Erfolge mit 3 aufeinanderfolgenden WM-Titeln bemerkte man als neutraler Betrachter, dass das Glück dem Spanier nicht immer hold war. Jeder Motorradrennfahrer stürzt in seiner Karriere. Das bringt dieser Sport so mit sich und wird auch von den Fahrern einkalkuliert. Da gibt es welche unter diesen Protagonisten, die es zu wahren Meisterschaften im Bezug auf ihre Stürze bringen und ähnlich wie eine Katze ohne gravierende Verletzungen immer auf den Füßen landen.

Zu denen gehörte Dani Pedrosa nicht. Ganz im Gegenteil. 2003 machte er mit einem Sieg in Sepang (Malaysia) seinen ersten WM-Titel in der 125er Klasse klar. Eine Woche später brach sich Pedrosa bei einem Sturz in Phillip Island beim Grand Prix in Australien beide Sprunggelenke.

2004 folgte dann der Aufstieg in die 250er Klasse. Verletzungsbedingt fiel die Vorbereitung von Dani Pedrosa denkbar schlecht aus. Das hinderte ihn aber nicht daran in seiner Debütsaison den Titel in der Viertelliterklasse ziemlich souverän einzuheimsen. 13 x auf dem Podium davon -7- Siege sprechen Bände. Ähnlich sah sein folgendes Jahr aus. -11- Podestplätze, davon -8- Siege. Abschließend bedeutete dies die souveräne Titelverteidigung.

Im Grunde genommen war jetzt allen Beobachtern klar was die logische Konsequenz aus einer derartigen Dominanz in den kleinen Klassen war. Dani Pedrosa stieg auf in die Königsklasse, die Moto GP.

In seiner Debütsaison 2006 wurde Pedrosa bereits Gesamtfünfter mit
-8- Podestplätzen, davon -2- Rennsiege. Beinahe hätte der kleine Spanier aber für die Katastrophe des Jahres gesorgt. Sein Teamkollege Nicky Hayden war auf dem Weg zum Titel in der Moto GP. Beim vorletzten Rennen in Estoril stürzte Pedrosa derart unglücklich, dass er seinen Stallgefährten mit ins Unglück riss. Der sichergeglaubte Titel für Hayden rückte in weite Ferne. Beim abschließenden Rennen in Valencia unterlief Altmeister Valentino Rossi aber auch ein Fahrfehler, der im Kiesbett endete und so entführte Nicky Hayden die Moto GP Krone doch noch ins Repsol-Hondateam.

2007 lief es dann mit den neuen 800ern richtig gut für Dani Pedrosa. Wieder -8- Podestplätze, wieder -2- Siege in der Saison. Pech war nur, dass in dieser Saison Casey Stoner auf seiner schnellen Ducati unschlagbar war. Also Vizeweltmeistertitel für Dani Pedrosa.

2008 war wieder sinnbildlich für die Moto-GP Laufbahn des kleinen Spaniers. Durch einen Sturz in der Vorbereitungsphase gehandicapt erreichte er zwar wieder ansehnliche -11- Podestplätze (-2- Siege), jubeln durfte aber diesmal wieder Valentino Rossi gefolgt von Casey Stoner. So blieb für Dani Pedrosa der dritte Gesamtrang in der Saison 2008.

Den 3. Platz hatte der kleine Spanier dann irgendwie gepachtet, denn das war auch sein Endrang in der Saison 2009.

2010 sprang dann wieder der Vizeweltmeistertitel heraus. Es war wie verhext. Jetzt konnte er endlich die üblichen Widersacher Valentino Rossi und Casey Stoner hinter sich lassen und dann fährt ihm sein Landsmann Jorge Lorenzo vor die Nase. 9 x auf dem Podest, davon -4- Rennsiege und es hatte wieder einmal nicht gereicht für das Treppchen ganz  oben.

2011 sollte es dann irgendwie wieder ganz schlimm kommen. Pedrosa war die Leistungsentfaltung der Honda-Werksmaschine zu aggressiv. Sein Teamkollege war in dieser Saison erstmals der von Ducati abgewanderte Casey Stoner. Der war die brachiale rote Bestie aus Bologna gewöhnt und „freute sich über die sanfte Leistungskurve“ der Honda. So kam es wie es kommen musste. Stoner brachte seinen zweiten WM-Titel unter Dach und Fach und Pedrosa blieb kopfschüttelnd auf Gesamtrang 4 (-9- Podestplätze; -3- Siege).

2012 hatte sich Pedrosa dann wieder an seine Honda gewöhnt und fuhr eine fulminante Saison. Nach -7- Siegen (-11- Podestplätze)  im Saisonverlauf  lag er am Ende sogar einen Sieg vor seinem Kontrahenten Jorge Lorenzo. Das Problem war nur, dass Lorenzo am Saisonende 350 Punkte gesammelt hatte und Pedrosa 332 Punkte. Wiederum blieb also nur der Vizeweltmeistertitel und näher an das Ziel seiner Begierde sollte Pedrosa auch nicht mehr kommen.

Auch in den Folgejahren war Dani Pedrosa stets eine Konstante in der Moto GP. In jeder Saison musste man mit ihm noch auf dem Podium rechnen und an guten Tagen waren auch weiterhin Siege drin. Einzig sein Streben nach dem Weltmeistertitel in der Moto GP endete nicht mehr erfolgreich. Nachdem zunächst Fahrer vom Schlage eines Valentino Rossi oder Casey Stoner im Wege standen war es dann später Jorge Lorenzo und, was sicherlich noch mehr an Dani Pedrosa nagte, sein Teamkollege Marc Marquez. Irgendwie sollte es einfach nicht sein und ich finde es auch gar nicht schlimm oder bedeutend, dass es so ist.

Dani Pedrosa war immer ein fairer und toller Sportsmann. Vielleicht ein wenig zu ruhig für die heutige Zeit. In der Anfangszeit war Pedrosa sogar recht zurückhaltend bei seinen Fans. Man hatte immer das Gefühl, dass es diesem Mann peinlich ist, dass es da Leute gibt, die extra wegen ihm da sind und ein Foto oder Autogramm von ihm wünschten. Ein wenig erinnerte er mich da an den Australier Casey Stoner, der auch immer mit leicht eingezogenem Kopf durch das Fahrerlager ging.

„Ich bin da um zu fahren. Die Show können andere machen!“

So oder zumindest so ähnlich könnte wohl die Maxime von Dani Pedrosa lauten.
Aus dem Grand Prix Zirkus der Aktiven ist der Spanier nun ausgeschieden. Die Szene behält ihn aber trotzdem. Sein alter Mentor und Cheftechniker Mike Leitner hat den seit Ewigkeiten mit Honda verbandelten Spanier zu KTM gezogen. Hier wird er die Testarbeit, gemeinsam mit Mika Kallio, für das Moto GP Projekt der Österreicher erledigen.

Einen Besseren für diese Arbeit könnten die Herrn aus Mattighofen nicht bekommen. Jahrelange Erfahrung mit den immer siegfähigen Honda-Werksrennern kann Pedrosa jetzt bei Ready to Race in Orange einbringen. Und wenn am Ende der Saison dann bei den Österreichern auch ein Sieg zu Buche steht, dann wird ein kleiner Spanier lächelnd im Hintergrund der Box stehen und denken: Das ist auch mein Sieg!

Der kleine Dani Pedrosa, der für mich ein ganz Großer ist!

 

Rückblick Motorrad WM 2018 – Moto 2 und Moto 3

Schlagwörter

, ,

Schauen wir uns nach dem Moto GP Rückblick in aller Ruhe die anderen beiden Klassen an, denn hier war mehr Spannung angesagt.

In meiner Vorschau für die Saison 2018 hatte ich in der Moto 2 den Titel für den Portugiesen Miguel Oliveira auf seiner schnellen KTM vorausgesehen, dicht gefolgt von Francesco „Pecco“ Bagnaia auf der schwarzen Kalex des VR 46 Teams von Pablo Nieto.

https://flyinghaggis.net/2018/02/04/saisonvorschau-moto-gp-2018/

Wie man sieht kann man oder besser Flying Haggis sich auch irren beim Thema „Lesen im Kaffeesatz“. Genau umgekehrt sollte es nun ausgehen. Eine nahezu fehlerfreie Saison fuhr Bagnaia. Keiner der Protagonisten war häufiger zuoberst auf dem Podest und die siegreichen Rennen waren allesamt clever herausgefahren.

„Pecco“ Bagnaia kannte seinen härtesten Widersacher nur zu gut und wusste um dessen Stärke des „kontinuierlichen Punktens“. Deshalb fuhr auch er bei schier aussichtslosen Rennen, wie z. B. am Sachsenring, als er in der ersten Runde unverschuldet einen Umweg durch das sächsische Kiesbett nehmen musste, immer noch engagiert bis zur karierten Flagge und sicherte sich die Punkte.

Oliveira hielt lange Zeit tapfer dagegen. Nach der Sommerpause war aber dann die Messe so gut wie gelesen, als Bagnaia bei fünf Rennen 4 x auf Platz 1 landete und 1 x auf Platz 2. Danach verwaltete der Italiener clever seinen Vorsprung. 8 Siege in der laufenden Saison und 4 weitere Podestplätze machen Bagnaia zum verdienten Moto 2 Weltmeister der Saison 2018.

Was hatte ich bei der Saisonvorschau geschrieben? Bei Fehlern der beiden Titelaspiranten werden Brad Binder und Alex Marquez bereitstehen und die Chance nutzen. Drei Siege hatte Brad Binder am Saisonende auf seinem Konto. Seine weiteren Ergebnisse konnten sich im ausgeglichenen Moto 2 Fahrerfeld ebenfalls sehen lassen und verschafften dem Südafrikaner einen blitzsauberen 3. Platz im Endklassement. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit geht über ihn der Moto 2 Titel in der Saison 2019.

Alex Marquez kam irgendwie nicht mit der Bürde des Favoriten auf den WM-Titel zurecht, denn dort hatten ihn einige Experten gesehen. Fünf Nuller schrieb Marquez über die Saison. Das ist bei einem derartigen Klassefeld einfach zu viel.

Deshalb fand er sich in der abschließenden Jahreswertung auch nicht dort wieder, wo ihn einige Fachleute zuvor gesehen hatten. Eine richtige Chance auf den WM-Titel war auf Grund seiner mangelnden Konstanz über den gesamten Saisonverlauf nicht ersichtlich. Sein letztes Rennen in Valencia war fast sinnbildlich für seinen Saisonverlauf. In Führung liegend gestürzt, wieder aufgerappelt und letztendlich den dritten Platz auf dem Podest gesichert. Abschließend springt für Alex Marquez der 4. Gesamtrang im Endklassement heraus, wie zu Saisonbeginn prophezeit.

Im Saisonverlauf bekam Marquez sogar noch ungebetenen Besuch von seinem jungen Teamkollegen Joan Mir, der als Rookie mit vier Podestplätzen aufhorchen ließ und damit interessant wurde für höhere Aufgaben. Sein Blick geht bereits in die kommende Saison wo wir den Spanier zukünftig als Werksfahrer in der Moto GP bei Suzuki sehen. Ob er da tatsächlich Andrea Iannone ersetzen kann ziehe ich mal in Zweifel.

Gefreut hat mich die tolle Saison von Lorenzo Baldassarri. Neu im Pons-Team verbuchte der sympathische Italiener nicht nur einen Sieg, sondern auch noch
3 x Platz 2 und einen dritten Rang. „Balda“ kann sich über einen guten 5. Platz im Gesamtklassement freuen und hat Ambitionen für die kommende Saison 2019. Überhaupt kann man sagen, dass die ehemaligen Schützlinge von Milena Körner im Forwardteam unter neuen Farben zur Höchstform aufliefen.

Auch der kleine Bruder von Valentino Rossi Luca Marini zeigte im VR 46 Team, dass er gewillt ist aus den großen Fußstapfen des Bruders herauszutreten. Der erste Sieg in Malaysia und weitere 3 Podestplätze (2 x Platz 2 und 1 x Platz 3) zeigen, dass man Luca Marini in der kommenden Saison auf der Rechnung haben sollte, wenn es um vordere Plätze in der Gesamtwertung geht. Aktuell reichte das bereits für Platz 7 im Reigen der Besten der Welt. Da wäre mehr drin gewesen, denn Marini dominierte die Trainings in Valencia und ging als Trainingsschnellster ins Rennen. Statt eines weiteren Sieges oder zumindest einer Podestplatzierung endete sein Rennen aber unverschuldet im Kiesbett.

Da habe ich aber jetzt noch einen wichtigen Protagonisten vergessen. Unser Marcel Schrötter lieferte auch eine durchaus ansehnliche Saison ab. Mehrfach schnupperte er an den Podestplätzen und landete dabei 3 x auf dem undankbaren vierten Platz. Es hat aber dann doch noch für das erste Podium in seiner GP-Karriere gereicht. Platz 3 in Misano – Gratulation an Marcel. Punktgleich mit Luca Marini, aber mit den schlechteren Einzelplatzierungen, landet er unmittelbar hinter dem Italiener auf Gesamtrang 8.

Wen hatte ich zu Saisonbeginn noch auf der Rechnung für Topplatzierungen? Mattia Pasini war aus meiner Sicht einer der Anwärter für die vorderen Plätze im Gesamtklassement. Das fing auch alles sehr gut an mit einem 4. Platz in Katar und einem Saisonsieg in Argentinien. Fünf mal Null Punkte sind aber über die Saison betrachtet zu viel um mit den Besten um den Titel kämpfen zu können. Zwei versöhnliche 4. Plätze bei den letzten beiden Saisonrennen hieven den Italiener aber noch auf Platz 9 des Endklassements.

Die Top-Ten schließt Fabio Quartararo ab. Mitte der Saison hatte man kurz das Gefühl, dass der schnelle Franzose noch zu den Topleuten aufschließen kann. Ein Sieg in Barcelona und unmittelbar folgend ein 2. Platz bei der Dutch TT in Assen. Damit war aber das französische Pulver schon fast verschossen. Nennenswert waren danach noch die 5. Plätze in Thailand und in Malaysia. Sein Sieg in Motegi wurde Quartararo aberkannt. Grund war der im Nachhinein bei der technischen Abnahme festgestellte zu niedrige Luftdruck der Bereifung. Natürlich gibt es ein technisches Regelwerk, welches von den Teams und den Fahrern einzuhalten ist, aber wegen eines derartigen Verstoßes einen Sieg abzuerkennen finde ich kleinlich. Diese 25 Punkte hätten den Franzosen um einige Plätze im Gesamtklassement nach vorne gebracht.

Der (Noch)Teamkollege von Marcel Schrötter Xavi Vierge landete knapp hinter den besten 10 des Gesamtklassements auf Rang 11. Aus meiner Sicht zeigt dies dennoch wie stark das Dynavolt-Team aufgestellt ist und lässt schon für die kommende Saison hoffen. Vierge sicherte Dynavolt 2 Podestplätze mit Platz 2 in Argentinien und Platz 3 in Australien. Etwas unrühmlich fand ich seinen ominösen Vertragsabschluss mit Marc VDS in der laufenden Saison, da Dynavolt auch mittelfristig mit dem Spanier geplant hatte. Das Team hat das Beste aus der Situation gemacht und mit dem Moto GP Heimkehrer Tom Lüthi für die kommende Saison ein heißes Eisen im Feuer.

Was hatten wir noch in der Moto 2? Wahrscheinlich den Aufreger des Jahres. Als der italienische Heißsporn Romano Fenati mal wieder seine Nerven nicht im Griff hatte und seinem Landsmann Stefano Manzi auf der Geraden in die Bremse griff. Manzi flog dabei fast ab und Fenati flog für die Aktion raus. Und zwar gänzlich. Sein aktuelles Team kündigte den Vertrag. Sein zukünftiges Team, pikanterweise die Mannschaft seines Kontrahenten Manzi, kündigte ebenfalls und als Gipfel sprachen einige Menschen in der Folge von einer Anklage wegen versuchten Mordes.

Leute – behaltet die Nerven. Das war alles andere als gut, was sich Fenati da geleistet hat und die folgende Sperre war auch korrekt. Romani Fenati ist bereits mehrfach aufgefallen, weil ihm seine Nerven einen Streich spielen, aber nach einer entsprechenden Zwangspause, verbunden mit entsprechenden Gesprächen und Ermahnungen sollte man den Mann wieder das machen lassen, was er mit Leib und Seele machen möchte, nämlich Motorradrennen fahren.

Übrigens – fragt mal einige der alten deutschen Protagonisten wie Toni Mang, Martin Wimmer und Manfred Herweh nach einem 250er Weltmeister (1983 und 1986) Carlos Lavado. Der Venezolaner war genau für diese Eskapaden – in die Bremse greifen auf der Geraden – bekannt. NUR er hatte das Glück, dass es in den 80ern nicht diese gestochen scharfen Fernsehbilder der kompletten Strecke gab und seine Aktionen damit ungesühnt blieben.

Kommen wir zur Moto 3. Zunächst zum Thema – Wie sahen hier die Voraussagen aus? Den Spanier Jorge Martin hatte ich als Weltmeister gesehen. Mit 7 Siegen in der laufenden Saison und 3 weiteren Podestplätzen ist er ein würdiger Weltmeister der kleinen Klasse. 5 x standen aber auch Null Punkte zu Buche und damit machte es sich der schnelle Spanier sinnloserweise schwerer als gedacht.

Denn da kam aus dem Nichts ein kleiner Italiener daher. Marco Bezzecchi forderte Jorge Martin in der laufenden Saison mehr als ihm lieb war. 9 x stand der kleine Italiener im Saisonverlauf auf dem Podest. Davon strahlte er 3 x zuoberst von Platz 1 auf seine Kontrahenten. Eine mehr als reife Leistung, die Marco Bezzecchi zeigte und ihn damit bereits früh – sehr früh für höhere Aufgaben befähigt. 2019 sehen wir ihn bereits in der Moto 2 beim Tech 3 Racing Team wieder auf einer schnellen KTM. Hier wird er seinen ebenfalls aufsteigenden Teamkollegen Phillip Öttl wohl das Fürchten lehren. Aber zu Phillip kommen wir später. Bezzecchi zahlte gegen Saisonende dann doch noch ob seines jugendlichen Elans Lehrgeld und verspielte den fast sicher geglaubten Vizeweltmeistertitel in der Moto 3.

Jorge Martin sehen wir übrigens ebenfalls in der Moto 2 wieder. Im Aki Ajo Team wird er Teamkollege von Brad Binder und hat damit schon die unmittelbare Referenz wenn es um den Titelkampf in der Moto 2 2019 geht.

Überhaupt sehen wir viele der Moto 3 Protagonisten 2019 in der Moto 2 wieder. So auch den Vizeweltmeister der abgelaufenen Saison Fabio di Giannantonio, den Teamkollegen von Jorge Martin. Auch „Digi“ fuhr eine bärenstarke Saison, wie seine 6 Podestplätze, davon 2 Siege, zeigen. Bis kurz vor Saisonende blieb er immer in Schlagdistanz zu den beiden Kontrahenten an der Spitze. In Brünn war er siegreich und in Thailand winkte er auch zuoberst vom Podest. Mit einem clever herausgefahrenen 4. Platz in Valencia sicherte er seinem Team die Gesamtplätze 1 und 2. Chapeau – besser geht es nicht.

Beim Fußball spricht man gerne von einer geschlossenen Teamleistung. Die kann man in der abgelaufenen Saison durchaus dem Leopard-Team zusprechen. Enea Bastianini auf Gesamtplatz 4 und sein Teamkollege Lorenzo Dalla Porta auf Platz 5. Nach dem witterungsbedingten Ausfall des britischen Grand Prix sammelte nur der Weltmeister Jorge Martin mehr Punkte als Dalla Porta. Vier Nuller in der ersten Saisonhälfte ließen ihn jedoch schnell den Anschluss an die Spitze verlieren.

Auf Gesamtplatz 6 finden wir jemanden, den ich eigentlich als unmittelbaren Verfolger des Weltmeisters Jorge Martin gesehen hatte. Aron Canet kam irgendwie im gesamten Saisonverlauf nicht so in Tritt wie man es von der vorangegangenen Saison 2017 hätte erwarten können. Okay 4 x Platz 2 ist auch eine schöne Ausbeute, aber so knapp am letztjährigen Titel vorbeigeschrammt hatte man im Team sicherlich andere Ziele. Die muss man jetzt auf 2019 verschieben. Dann sollte er aber die 8 Nuller dieser Saison zwingend vermeiden.

Apropos verschieben – da kommen wir jetzt zu den Jungs, die in der aktuellen Saison gute Leistungen abgerufen haben und jetzt schon die Messer für die Saison 2019 wetzen, da viele der Etablierten in die Moto 2 abwandern.

Gabriel Rodrigo ist einer von denen auf Gesamtplatz 7 und sicherlich in einem Atemzug zu nennen mit Marcos Ramirez auf Platz 10. Die beiden haben sich in der laufenden Saison den ein oder anderen heißen Kampf geliefert und auch schon Podestluft geschnuppert. Rodrigo mit Platz 3 in Barcelona und Ramirez mit dritten Plätzen in Jerez und Le Mans.

Wen ich für das nächste Jahr auch bereits auf dem Zettel habe ist Albert Arenas. An Wochenenden an denen es bei Arenas passt hat er auch schon in diesem Jahr Titelanwärter zum Schwitzen gebracht. 2 Siege stehen in diesem Jahr zu Buche. 1 x in Le Mans und den zweiten Sieg ließ er in Australien folgen.

Wer auch im Konzert der besten Zehn mitgespielt hat war Jakub Kornfeil. Sein Pech in dieser Saison war, dass seine durchaus gute Leistung bei der sensationellen Saison seines Teamkollegen Bezzecchi unterging. Auch Kornfeil wird sicherlich schon in froher Erwartung auf die Saison 2019 sein. Gesamtplatz 8 in dieser Saison zeigt bereits, dass er durchaus Chancen für 2019 hat.

Die deutsche Flagge hat Philipp Öttl hochgehalten. Endlich mit dem ersten und über die Jahre sicherlich verdienten ersten Sieg. Besonders für mich war, dass der Erfolg in Jerez erzielt wurde. Auf der Strecke, die für eine Vielzahl von Tests genutzt wird und im Grunde genommen für alle Piloten so etwas wie ein Heimrennen ist, weil sie alle die Strecke blind kennen. Außer diesem einen Highlight kam aber in der Folge nichts mehr von Öttl. Es ist für mich bemerkenswert, dass Philipp Öttl auf der einen Strecke mit der Weltklasse mitfahren kann und sogar für Podestplätze gut ist und auf der nächsten reicht es nicht einmal für Punkte. Seine KTM zählt dabei stets zu den schnellsten Maschinen im Feld. Am Material liegt es also nicht und das ist bereits seit Jahren zu beobachten.

Ich prophezeie, dass wir von Philipp Öttl im nächsten Jahr so gut wie nichts hören werden. Sein Aufstieg in die Moto 2 ist fahrerisch für ihn zu früh und sein Teamkollege, der junge Marco Bezzecchi, wird ihm sinnbildlich um die Ohren fahren.

Warten wir also ab was die Frühjahrstests an Informationen bringen und wie die Stars der Szene aus dem kurzen Winter kommen. Man darf wieder gespannt sein und Flying Haggis wird frühzeitig Bericht erstatten.

Same procedure as last year…..

Schlagwörter

Valencia ist vorbei und damit das letzte und ausgesprochen turbulente Rennen der diesjährigen Moto-GP-Saison. Nach 13 Runden wurde der spanische Grand Prix nach einer Vielzahl von Stürzen, resultierend aus sintflutartigen Regenfällen, abgebrochen. Den Neustart und damit das abschließende Rennen gewann letztendlich Andrea „Desmo-Dovi“ Dovizioso vor Alex Rins auf seiner Suzuki. Vollkommen überraschend gelang Pol Espargaro bei dem Sturzspektakel in Valencia der erste Moto GP Podestplatz für KTM. Gratulation für einen sauberen dritten Platz nach Mattighofen. Ein schöner Saisonabschluß.

Irgendwie hat man nach dieser Saison dieses Gefühl das Ganze schon einmal in dieser Form durchlebt zu haben. Zumindest ähnlich, was nicht großartig verwunderlich ist, da sich die Protagonisten weitestgehend nicht geändert haben.

Was hatte Flying Haggis zu Saisonbeginn orakelt?

https://flyinghaggis.net//?s=Saisonvorschau+2018&search=Los

Mit einem Dreikampf hatte ich gerechnet. Eine spannende Entscheidung zwischen dem Titelverteidiger Marc Marquez, dem Vizeweltmeister Andrea Dovizioso und seinem Stallkollegen Jorge Lorenzo. Natürlich war da auch im Hinterkopf der Wunsch Vater des Gedankens, dass es bei Ducati zumindest zum Weltmeistertitel bei der Team- und Herstellerwertung reichen möge.

Es wurde dann nicht so spannend wie ich erhofft hatte. Relativ schnell war in der Saison klar, dass Marc Marquez einem weiteren WM-Titel in der Moto GP entgegenfährt. Zu ausgeglichen war seine Leistung über die Saison betrachtet.

Konnte man zu Saisonbeginn noch einen Andrea Dovizioso an der Spitze des WM-Klassements bewundern und sogar kurzzeitig den Briten Cal Crutchlow, so war es dann am Ende doch wieder der kleine Spanier der bereits drei Rennen vor Schluss in Motegi den Deckel auf den WM-Topf setzte.

Ich werde kein Freund mehr von Marc Marquez. Zu unsportlich sind, aus meiner Sicht, oftmals seine Aktionen im direkten Zweikampf mit Kontrahenten, wenn er sich in Lücken hineinbremst, die außer ihm niemand sehen kann. Siehe in diesem Jahr das Rennen in Argentinien. Dennoch muss man abschließend seine Leistung und sein Können anerkennen. Marc Marquez ist momentan der Mann, den es zu schlagen gilt, wenn man die WM-Krone der Moto GP haben möchte.

Während sich die Konkurrenz durch Stürze und dumme Fehler selbst schwächte, punktete Marquez konstant und erarbeitete sich damit bis zu Sommerpause einen Vorsprung. Den verwaltete er dann auch clever in der Drangperiode der Ducatipiloten, als es kurzzeitig danach aussah als ob doch noch so etwas wie Spannung aufkommen sollte.

In einem Anflug von Selbstzerstörung, wie man ihn zuvor in dieser Form nur von Dani Pedrosa kannte, sorgte Jorge Lorenzo dafür, dass sich sein aktueller Arbeitgeber doch nicht über den WM-Titel in der Team- und Herstellerwertung freuen konnte. Diese verletzungsbedingten Ausfälle waren auch ausschlaggebend dafür, dass Lorenzo abschließend in der Gesamtwertung bis auf Platz 9 zurückgereicht wurde. Da in seinem Vertrag mit Ducati wohl auch eine Klausel war, die bei vier Rennausfällen starke finanzielle Einbußen für Lorenzo zur Folge gehabt hätte, sah man den cleveren Spanier zumindest in den freien Trainings noch bei einigen zaghaften Versuchen auf der Strecke. Sein volles Salär war damit gerettet. So kann man vertragliche Absprachen auch ad absurdum führen.

Sein neuer Arbeitgeber ist das siegverwöhnte Repsol-Honda-Werksteam um den neuen und alten Weltmeister Marc Marquez. Ob die im Widerspruch zum alten Leitsatz „never change a running system“ nun die Honda für einen Jorge Lorenzo fahrbarer machen und damit möglicherweise einen Marc Marquez schwächen, sei einmal dahingestellt.

Ausreichender Explosivstoff ist jetzt bereits in der Hondabox, da Jorge Lorenzo seinen zukünftigen Teamkollegen für eine seiner o. a. Verletzungen verantwortlich gemacht hat.

Also waren in der Endabrechnung die Positionen bezogen und die ähnelten in frappierender Art und Weise dem Vorjahr. Weltmeister Marc Marquez und Vizeweltmeister Andrea „Desmo-Dovi“ Dovizioso.

Zu Saisonbeginn zeitweise sogar in der Gesamtwertung in Führung liegend war die Fehlerquote des Italieners, oftmals unverschuldet, bis etwa zu Saisonmitte einfach zu hoch. So war der Punkteabstand zu Marc Marquez bereits derart angewachsen, dass keine reale Chance mehr auf den Titel bestand.

Der Altmeister Valentino Rossi, den ich eigentlich bei meiner Saisonvorschau erst auf Platz 4 vermutet hatte, zeigte seine Qualitäten als Punktesammler. Wie ein Eichhörnchen, das eifrig die Nüsse und Eicheln für den langen Winter sammelt, war Scoiattolo Valentino damit beschäftigt kontinuierlich sein Punktekonto zu füllen. Ein Sieg gelang dem Altmeister in dieser Saison nicht, obwohl er nur denkbar knapp in Malaysia daran scheiterte. Bis zur viertletzten Runde lag er hier in Führung und verabschiedete sich hier mit einem Flüchtigkeitsfehler in das Kiesbett. Aber 5 x Podestplätze ( 1 x Platz 2; 4 x Platz 3) reichten in der Endabrechnung für den dritten Gesamtrang.

Sein Teamkollege Maverick Vinales folgte ihm auf dem Fuße. Seine Saison auf der Yamaha sah ähnlich aus. Gute Punkteausbeute aber lange Zeit nichts Herausragendes. Soll heißen, wie Teamkollege Valentino Rossi, ebenfalls kein Sieg. Das änderte sich dann beim Grand Prix von Australien in Phillip Island. Hier war Vinales Nutznießer einer Spätbremsaktion von Johann Zarco. Der Franzose demolierte dabei das Heck der Honda von Marc Marquez derart nachhaltig, dass dieser seine Box aufsuchen musste. Zufrieden war Maverick Vinales nicht mit seinem diesjährigen Material von Yamaha und tat dies auch das ein oder andere Mal bei den Verantwortlichen und der Presse unverblümt kund.

Vielleicht ging sein Blick auch des Öfteren zu seinem früheren Arbeitgeber Suzuki. Es gab einige Strecken da zeigten die beiden Werksfahrer Andrea Iannone und Alex Rins zu was die „Suzis“ mit ihrem tollen Fahrwerk fähig waren, wenn alles passt.

5 x war Rins und 4 x war Iannone gut für das Podest, was in der Endabrechnung für die Plätze 5 und 10 gut war. Für den ein oder anderen Sturz waren die beiden Protagonisten aber ebenfalls immer gut.

Bester NICHT-Werksfahrer wäre in dieser Saison sicherlich wieder Cal Crutchlow gewesen. Konjunktiv deshalb, weil er sich auf Phillip Island im Training einen Knöchelbruch zuzog und damit für die letzten drei Rennen ausfiel. Also 3 x Null-Punkte und damit ging es von einem sicher geglaubten 5. Gesamtrang abwärts bis auf Platz 7. Zu Saisonbeginn strahlte er nach einem vierten Platz und einem Sieg im zweiten Rennen sogar kurzzeitig von der Spitze des Gesamtklassement. Der Brite fuhr eine solide Saison und nutzte die Fehler oder Stürze der Konkurrenz noch zu zwei weiteren Podestplätzen. Sein Teamchef Lucio Cecchinello kann trotzdem mit seinem Fahrer zufrieden sein. Der zweitbeste Hondapilot fährt im LCR-Team.

Dann sind wir auch schon bei dem schnellen Franzosen Johann Zarco, der im letzten Jahr in der Moto GP einschlug wie eine Bombe. Keinerlei Berührungsängste bei den Zweikämpfen mit den Etablierten brachten ihm nicht nur den Respekt der Konkurrenz sondern auch einige Podien ein. In diesem Jahr war die Leistung seiner Kunden-Yamaha des Tech3-Teams vergleichbar mit dem Werksteam. Auf einigen Strecken hui, auf anderen wiederum pfui. Zu Saisonbeginn reichte es noch für 2 x Platz 2 in den Rennen drei und vier. Dann schlug Zarco erst wieder beim vorletzten Rennen in Malaysia mit Platz 3 zu. Dazwischen war es aber ein stetiges Auf und Ab. Wahrscheinlich war dies auch mit der ausschlaggebende Grund für seinen Wechsel in der kommenden Saison in das KTM-Werksteam. Dann sehen wir Johann Zarco Ready to Race in orange. Ich bin gespannt ob er die Mattighofener unter die besten Zehn in der Gesamtwertung 2019 bringt und er seinen guten 6. Platz im diesjährigen Klassement wiederholen kann.

Da wären wir beim nächsten Protagonisten Danilo Petrucci. Schon früh in der Saison war klar, dass er Jorge Lorenzo im Werksteam der „Roten“ im kommenden Jahr ersetzen wird. Irgendwie wirkte Petrux danach etwas verkrampft. Ihm fehlte die Lockerheit früherer Rennen bei denen er die Etablierten durchaus herausfordern konnte. Lediglich einmal sprang mit Platz 2 in Le Mans ein Podestplatz heraus. In der kommenden Saison muss er mit dem dann aktuellen Werksmaterial eine Schippe drauflegen, wenn die ersehnte Team- und Konstrukteursmeisterschaft für die Roten aus Borgo Panigale gewonnen werden soll. Heuer war es Platz 8 in der Gesamtwertung.

Wen hatten wir noch nicht? Einen der ganz Großen über die Jahre. Dani Pedrosa. Den kleinen Spanier musste man im Grunde genommen in jedem Jahr auf dem Schirm haben, wenn es um Podestplätze bei der Moto GP ging. Seinen großen Erfolgen mit Titeln in der 125er und 250er Klasse konnte er zwar keinen WM-Titel in der Moto GP folgen lassen, er war aber immer einer der Hauptakteure im Zirkus. Irgendwie kam es schon fast einem Drama von Shakespeare gleich, wenn man die Historie Revue passieren lässt. Da wird die Moto GP Honda fast maßgeschneidert auf den kleinen Spanier und was passiert? Seine Teamkollegen Nicky Hayden, Casey Stoner und Marc Marquez gewinnen die Titel und Pedrosa, oftmals durch Sturzverletzungen gehandicapt, schaut in die Röhre. Leise, wie es immer die Art von Dani Pedrosa war, tritt er von der aktiven Bühne ab.

Im kommenden Jahr wird er Testfahrer bei KTM und trifft dort auf seinen langjährigen Begleiter Mike Leitner. Ich bin gespannt ob die Testerfahrungen des kleinen und leichtgewichtigen Spaniers dem zukünftigen Werksfahrer Johann Zarco weiterhelfen. Bislang erledigte hauptsächlich Mika Kallio die Testarbeit bei den Österreichern goutiert mit dem einen oder anderen Gastauftritt bei den Rennen.

Was ist sonst noch auffällig gewesen in der Saison 2018? Ducati stellt für die Privatteams die meisten Maschinen. Und? Es ist auffällig, dass Piloten, die zuvor mit ihren Hondas merkliche Probleme hatten, urplötzlich für Highlights gut sind. Jack „Ass“ Miller ließ mit zwei blitzsauberen 4. Plätzen aufhorchen und einigen sehr respektablen Trainingsergebnissen (3 x 1. Reihe; 1 x Pole). Die Duc passt auf den Fahrstil des Australiers.

Bei wem merkt man das noch? Bei Tito Rabat. Der Spanier wirkte auf der Honda des Marc VDS Teams in der zurückliegenden Saison fast schon deplatziert in der Moto GP. Jetzt ließ er zu Saisonbeginn mit einigen richtig guten Ergebnissen aufhorchen. Dies hätte sich sicherlich weiter bestätigt, wenn er nicht nach einem harmlosen Sturz von der Maschine eines ebenfalls stürzenden Kontrahenten getroffen worden wäre. Resultat – Beinbruch und die Saison vorzeitig beendet.

Ansonsten ist festzustellen, dass die Moto GP einfach die Königsklasse des Motorradrennsportes ist und bleibt. Wenn die Elitekräfte der Moto GP in den letzten Runden zur Attacke blasen, dann sind selbst Weltklassepiloten und Aufsteiger aus der Moto 2 wie Franco Morbidelli, Takaaki Nakagami und Xavier Simeon auf verlorenem Posten. Sie kämpfen dann um die restlichen Punkte und fahren „ihr eigenes Rennen“ aus.

Sein eigenes Rennen fuhr oftmals auch Tom Lüthi. Wie sagte einst ein Fußballspieler: Erst hatten wir kein Glück und dann kam auch noch Pech hinzu! So kann man es auch bei Tom Lüthi auf den Punkt bringen. In Australien schaffte Xavier Simeon auf seiner Ducati GP 17 (die durfte er seit dem verletzungsbedingten Ausfall von Tito Rabat fahren) seinen ersten WM-Punkt. Damit war Tom Lüthi der einzige der Rookies und Moto GP-Stammfahrer ohne Punkte und damit auch in dieser Wertung Letzter. In der kommenden Saison sehen wir ihn wieder als Teamkollegen von Marcel Schrötter in der Moto 2 beim Dynavolt-Team. Dann mit den neuen Triumphmotoren, welche die Moto 2 angeblich näher an den Moto-GP-Fahrstil bringen sollen. Also neues Spiel – neues Glück für Tom Lüthi. Zu wünschen wäre es dem sympathischen Schweizer.

Last but not least kommen wir zum letzten Werksteam und damit zu Aprilia. Die beiden Piloten Aleix Espargaro und Scott Redding mühten sich nach Kräften mit dem zur Verfügung stehenden Material. Außer einem respektablen 6. Platz für Aleix Espargaro im Motoradland Aragon kam aber nichts relevant Zählbares bei den Bemühungen heraus. 8 Nuller bei Aleix und deren 11 bei Scott Redding sprechen Bände. Ich bin gespannt was Andrea Iannone im nächsten Jahr auf der Aprilia zustande bringt. Er hat ja bereits bei Ducati und Suzuki gezeigt, dass er an guten Tagen für Podestplätze gut ist.

Wir werden es sehen. Was IHR noch sehen werdet ist zeitnah die Zusammenfassung der Moto 2 und Moto 3 Saison auf meiner Blogseite. Auf bald UND immer ausreichend Asphalt unter den Reifen!