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Schlagwort-Archiv: Buschenschank Baumann

Es müssen nicht immer Pässe sein

24 Freitag Mai 2024

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren

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Buschenschank Baumann, Hafling, Höhenstraße, Jenesien, Ritten

Ja Leute – alles klar. Ich habe hier textlich eine Anleihe bei Johannes Mario Simmel und seinem Romantitel „Es muss nicht immer Kaviar sein“ genommen. Irgendwie hat es sich angeboten und ich konnte nicht widerstehen.

Südtirol und das angrenzende Trentino, sowie Belluno sind nicht nur Pässe, Pässe und nochmals Pässe. Ich denke, mit dem Cembratal und dem Eggental habe ich euch erst kürzlich gezeigt wie kurvenreich und landschaftlich interessant auch der topografische Rest der Region ist.

Deshalb geht es heute wieder los. Und zwar auf die Höhe und die einmal gewonnene Höhe verlassen wir nur sporadisch auf unserer heutigen Route.

Es geht zunächst wieder einmal durch den Vinschgau bis nach Meran. Dann orientieren wir uns in Richtung Hafling und rollen an Schloss Trauttmansdorff vorbei bergan.

Die Gemeinde Hafling, mit ihren knapp über 800 Einwohnern, hat den berühmten Haflingerpferden ihren Namen gegeben. 2024 feiern diese gutmütigen und vielseitigen Pferde ihr 150-jähriges Jubiläum. Das gerade bei Wintersportlern bekannte Meran 2000 liegt hier oben und ist im Sommer ein Wanderparadies.

Die Streckenführung hinauf nach Hafling gibt schon wunderbare Ausblicke frei hinunter ins Etschtal und nach Meran. Überhaupt ist heute wieder eine dieser Touren, die zwar an Kilometern gar nicht so immens sind, aber zeitlich schon einen Aufwand mit sich bringen. Denn im Grunde genommen könnte man alle hundert Meter anhalten und erneut Fotoaufnahmen machen. Wieder einmal Ausblicke, die einem das Herz aufgehen lassen und für die Ewigkeit sind.

Über Vöran führt unser Weg auf der Hochebene des Tschöggelbergs nach Mölten. Man könnte hier auch über die SP 98 abwärts nach Terlan fahren, was wir aber nicht tun.

Wir orientieren uns auf die schmale SP 99 und fahren alsdann über Flaas nach Jenesien. Eine wunderbare Route. Eng und kurvig schlängelt sich die Straße hier entlang bis nach Jenesien und hat etwas Meditatives. Solange kein Gegenverkehr kommt, denn dann erfordert sie besondere Aufmerksamkeit. Wer sein Wissen in Sachen Haflinger noch auffrischen möchte, der kann in Jenesien das Haflingermuseum besuchen. So – damit sind wir auch unserem Bildungsauftrag in ausreichender Form nachgekommen.

Jetzt geht es erst einmal abwärts. Und zwar in Richtung der Landeshauptstadt Bozen. Den wunderbaren Blick ins Tal nach Bozen haben wir permanent bei unserer Abfahrt.

Wir wollen nun dahin wo die Bozener Bürger*innen seit einer gefühlten Ewigkeit die „Sommerfrische“ begehen. Aufwärts zum Ritten. Und dafür nutzen wir zunächst die Hauptroute durch das Sarntal, bevor wir alsbald rechts abbiegen.

Also geht es wieder aufwärts. Das heißt in unserem Fall, kurvig bergan bis Wangen und dann auf dem Plateau weiter bis Klobenstein.

Hier sind wir bereits wieder 1.140 m hoch über dem Eisacktal. Klobenstein ist der Hauptort hier auf dem Ritten und auch bei Spitzensportlern bekannt. Das Eisstadion, die Ritten-Arena, gilt als die schnellste Freiluftbahn der Welt.

Gegen zügige Kurven haben wir nichts einzuwenden, jedoch liegt mir Eis eher als Gelato in einem leckeren Eisbecher. Unsere Route hat aber noch weitere Leckereien zu bieten und so geht es für uns weiter über Lengstein in Richtung Barbian, das Dorf mit dem „schiefen Turm“.

Der Turm der Pfarrkirche neigt sich tatsächlich sichtbar aus dem Lot. Mit seinen 1, 57 m sogar etwas „schiefer“ als der um einiges bekanntere schiefe Turm von Pisa.

Dann geht es weiter hinab ins Eisacktal in das „Künstlerdorf“ Klausen, unserem Wendepunkt der heutigen Route.

Es geht zurück in Richtung Bozen, aber nur um bei Waidbruck links in Richtung Grödnertal, respektive Kastelruth abzubiegen.

Die Heimat der bekannten „Kastelruther Spatzen“ lassen wir links liegen. Nicht weil mir die Musikrichtung nicht liegt, das auch, aber hauptsächlich weil wir in Richtung des Schlerngebietes wollen. Die Gemeinde Katelruth umfasst insgesamt elf Fraktionen, die auf 2.000 Höhenmeter verteilt liegen. Wahnsinn! St. Vigil auf seinen 720 Höhenmetern ist dabei der tiefste Punkt. Drei der Fraktionen sind dabei bewohnt von ladinisch sprechender Bevölkerung. Ich höre den Ladinern gerne zu bei ihren Unterhaltungen, weil ihre Sprache etwas Melodisches hat. Wer sich davon überzeugen möchte, der kann auch gerne einmal in die Lieder der Popgruppe „Ganes“ (ladinisch für Fee oder Wassernixen) reinhören. Man fühlt sich irgendwie auch an die irische Sängerin Enya und ihre mystischen keltischen Lieder erinnert.

Aber jetzt auf nach Seis, dorthin wo die bekannte Hochalm liegt, und nach Völs am Schlern. Den bekannten und mit seinem markanten Plateau weithin gut sichtbaren Schlern haben wir von der Rittner Seite aus bereits ausreichend bewundern können.

Funde aus der Kupferzeit belegen, dass dieses Gebiet rund um den Schlern bereits im 4. Jahrtausend vor Christus besiedelt wurde.

Unser Weg führt uns nun wieder abwärts in Richtung Eisacktal. Dabei passieren wir auch die Abzweigung in Richtung Nigersattel und Karerpass. Wer also noch ein üppiges Zeitfenster haben sollte, der kann hier noch einen kurvigen Schlenker einbauen.

Wir haben jetzt erst einmal Hunger und sorgen dafür, dass dieser ausreichend gestillt wird. Unsere Fahrt geht in Richtung Bozen, aber vorher biegen wir nochmals kurz nach rechts ab auf die Rittner Landstraße. Denn unser Ziel ist der Buschenschank Baumann und hier machen wir unsere wohlverdiente große Pause mit ausreichender Aufnahme von Nahrungsmitteln. Das haben wir uns verdient und wir müssen ja auch die ganzen Eindrücke entsprechend sacken lassen.

Dabei können wir uns Zeit lassen, denn unser Heimweg ist schnell erklärt und schnell erledigt. Es geht durch die Landeshauptstadt Bozen, kurz auf die Mebo in Richtung Meran, die wir aber bei der Abfahrt Eppan bereits wieder verlassen.

Erfahrene Anderstourer kennen die Route schon. Es geht bei Frangart in Richtung Andrian und dann schleichen wir am Hang, auf kleinen Straßen entlang, über Nals nach Prißian und Tisens.

Dann das kurze Teilstück des Gampen abwärts nach Lana, um über Meran wieder durch den Vinschgau unseren Ausgangsort Schlanders zu erreichen.

KEIN Pass heute! Aber nichts vermisst und ausreichend Eindrücke, Landschaft und Kurven genossen. Viel Spaß beim Nachfahren.



NEIN – der Lavazé ist keine Kaffeemarke!

28 Mittwoch Jun 2023

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren, Auf und Davon

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Schlagwörter

Buschenschank Baumann, Karersee, Latemar, Lavazé, Nigerpass, Rosengarten, Tscheinerhütte

Heute rollen wir mal wieder. Ganz gemütlich dahin wo Landschaft ist, viel zu sehen, schön zu fahren und nicht überlaufen. Genau mein Ding und so soll es auch bleiben.

Grob ist der Bereich im Südosten Bozens unser heutiges Ziel und so verlassen wir wieder Schlanders in Richtung Meran, um dann alsbald der Beschilderung zum Gampenpass zu folgen.

Einige werden die Streckenführung bereits von einer anderen Tour in Erinnerung haben und haben noch „auf dem Schirm“, dass es jetzt nicht ganz nach oben zur Passhöhe geht.

Wir biegen zuvor ab in Richtung Tisens und Prissian. Diejenigen unter euch, die bei der letzten Tour die Versoalnrebe noch nicht besucht haben, können dies nun erledigen. Der Rest folgt einfach parallel zur MeBo, aber viel ruhiger, unserer Streckenführung in Richtung Eppan und Kalterer See.

Weinliebhaber kommen jetzt auf ihre Kosten. Es geht vorbei an so berühmten Namen wie dem Ritterhof, Elena Walch und Manincor. Wer jetzt noch zuschlagen möchte, um später am Abend die Tour bei einem feinen Roten oder dem bekannten Gewürztraminer ausklingen zu lassen, kann das natürlich tun.

Grob orientieren wir uns in Richtung Neumarkt, denn von dort wollen wir über Montan aufwärts in die Berge. Die Straßenschilder weisen uns bereits hin auf das Val di Fiemme, eines der Langlaufhochburgen in Italien und Austragungsort der nordischen Disziplinen bei der nächsten Winterolympiade.

Bei Cavalese geht es dann für uns aufwärts zu unserem ersten heutigen Zwischenziel, dem Passo di Lavazé. Mit seinen knapp über 1.800 m gehört der Lavazé jetzt nicht zu den Riesen in den Dolomiten. Für mich ist er aber ein wunderschöner Anlaufpunkt und ein Muss.

Allein schon wegen seines „kurzen Ausläufers“, der von den meisten unbeachtet bleibt, weil er in einer Sackgasse endet. Der Jochgrimm oder Passo Oclini führt uns nochmals hoch auf 1.989 m und ist einfach die asphaltgewordene Entspannung pur. Alle paar Meter eine Aussicht zum Niederknien. Ganz gemütlich fahren wir aufwärts zur Passhöhe. Man muss seiner Seele ausreichend Zeit geben mit dem Tempo des Körpers Schritt zu halten.

Das zufriedene Lächeln will einfach nicht mehr aus dem Gesicht. Gut so.

Im Winter wird der Lavazé oftmals von Langläufern und Biathleten zum Höhentraining genutzt. Wettkämpfe fanden hier oben ebenfalls schon mehrfach statt. Im Sommer wie im Winter ein Paradies.

Eine „Pastapause“, mit Seeblick, muss natürlich auch noch sein und danach schwingen wir weiter auf unserer heutigen Runde in Richtung Latemar und Rosengarten.

Zunächst ist unsere grobe Richtung Bozen um alsbald zum Karerpass abzubiegen, verbunden mit einer Fotopause am Karersee.

Die ladinisch sprechende Bevölkerung nennt ihn auch „Lec de Ergobando“, also Regenbogensee. Passt irgendwie.

Der Name geht, wie so oft in Südtirol, auf eine Sage zurück. Ein Hexenmeister versuchte die liebliche Wasserfee des Karersee zu entführen. Als Juwelenhändler verkleidet zauberte er einen Regenbogen vom Rosengarten hin zum Latemar. Die Wasserfee durchschaute aber das Vorhaben und tauchte auf Nimmerwiedersehen im See ab. Der hinterhältige Zauberer zerbrach voller Wut den Regenbogen und warf ihn, nebst der Juwelen, in den See. Somit Regenbogensee und ich finde die Geschichte so schön, dass der Karersee ab heute für mich auch der Regenbogensee ist.

Die Gegend unmittelbar um den See hat auch über Jahrzehnte Prominente angelockt. Kaiserin Sissy weilte hier in einem Hotel. Winston Churchill gab sich die Ehre und auch Agatha Christie, nach der man hier einen wunderschönen Wanderweg unterhalb des Latemar benannt hat.

Nur ein paar lockere Meter sind es jetzt noch bis wir zum Nigerpass abbiegen und parallel zum Rosengartenmassiv in Richtung Schlerngebiet fahren.

Vor einigen Jahren hatten wir auf einer Wandertour über mehrere Tage den Rosengarten umrundet. Man kann es einfach nur jedem zur Nachahmung empfehlen. Es ist das Reich König Laurins, aber den kennt ihr sicher alle aus vielen Erzählungen, also erspare ich mir das jetzt. Eine Entscheidung zu fällen was schöner ist, eine Bergtour mit dem Motorrad oder als Wanderer, würde mir schwer fallen. Beides schafft Erinnerungen für die Ewigkeit und tut der Seele gut.

Was noch gut tut und bei den Touren niemals zu kurz kommen darf sind die Pausen zur Nahrungsmittelaufnahme. Also Obacht Leute und hinter der Seilbahn, die Wanderer zur Kölner Hütte und ins Rosengartenmassiv bringt, mit dosiertem Tempo weiterfahren.

Dann Pause gemacht in der Tscheiner Hütte. Etwas unscheinbar und unmittelbar an der Nigerpassstraße würde euch sonst etwas entgehen. Haltet also Einkehr und genießt das Essen in einem kleinen aber feinen Restaurant.

Wer direkt weiterfahren möchte – kein Problem – abwärts geht es in das Eisacktal und dann in Richtung Bozen, um alsbald in Richtung Ritten wieder aufwärts zur Buschenschänke Baumann zu fahren.

Urlaub in Südtirol bedeutet als zwingendes Muss auch die Einkehr in den ortsansässigen Buschenschänken, die einen IMMER mit regionalen kulinarischen Genüssen verwöhnen.

Gestärkt, bis hin zum Zustand bewegungsunfähig, machen wir uns dann auf den Heimweg. Der führt uns bei Terlan wieder aufwärts in die Höhen über der Etsch mit schönen Aussichten bis hin zur Heimat der Haflinger, wo es uns wieder nach unten in die Ortslage von Meran zieht.

Der Rest ist Routine und uns wohlbekannt. Wir schwingen an der Forstbrauerei vorbei durch den Vinschgau nach Schlanders und lassen dort den Tag ausklingen wo es uns beliebt. Schöne Plätze hat es dafür genug.

Wir können nur noch eines wünschen: Viel Spaß beim Nachfahren!



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