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Schlagwort-Archiv: Karersee

Ich kombiniere

19 Freitag Jul 2024

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren

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Karerpass, Karersee, Passo Valles, San Pellegrino

Unsere neue Heimat ist ein asphaltgewordener Motorradtraum. Einmal natürlich wegen der Menschen und der traumhaften Gegend. Aber auch weil man sich hier unten in Südtirol, Trentino, Belluno und Veneto als Motorradfahrer einfach nicht „verfahren“ kann.

Das ist super! Denn auch wenn man eine Abzweigung übersieht und den eigentlich vorgeplanten Weg verpasst und eine andere Strecke nimmt, es kommt immer wieder zum gleichen faszinierenden Ende. Man fährt eine traumhafte Strecke, mit neuen Eindrücken, tollen Bildern und Erinnerungen. Und am Ende hat man in seinem Portfolio an Motorradstrecken eine unendliche Sammlung an Varianten, die man miteinander kombinieren und verbinden kann.

So etwas machen wir heute. Könnt ihr euch noch an unsere Traumrunde Passo Rolle, Brocon und Manghenpass erinnern? Wenn nicht ist das kein Problem. Schließlich könnt ihr sie hier auf der Blogseite nochmals nachlesen und recherchieren.

Aber wir sind ja mit kombinieren beschäftigt. Und so fahren wir heute einfach zunächst in Richtung des besagten Passo Rolle und ca. 9 km vor der Passhöhe biegen wir bei Paneveggio links ab, um der schmalen Streckenführung zum Passo Valles zu folgen. Knapp über 2.000 m geht es nun für uns nach oben.

Oben heißt für uns dann konkret, dass wie sämtliche Klischees aus Berg- und Heimatfilmen erfüllt sehen.

Eine kleine pittoreske Kapelle auf der Anhöhe. Kühe auf der Almwiese mit Glockengeläut und ein wunderbarer Blick in die Ferne. Der Passo Valles liegt im Nationalpark Paneveggio. 2003 war der Valles Bestandteil einer Bergetappe des Giro d`Italia. Damals ging es vom Rolle über den Valles zum San Pellegrino mit der tollen Abfahrt hinab nach Moena.

Falsch machen können wir auch jetzt nichts, also rollen wir talabwärts in Richtung Falcade. Und unser nächster Darsteller ist auch schon ausgeschildert. Es geht zum Passo San Pellegrino, im Süden der bekannten Marmolada gelegen. Im Winter ein stark frequentiertes Skigebiet, haben wir jetzt bei der Auffahrt den ein oder anderen Fahrradfahrer als Begleiter auf der Strecke.

Apropos Begleiter. Euer Erzähler hat bei der Auffahrt zum Rolle und Valles  nicht schlecht gestaunt, als ein „ziemlich durchtrainierter“ Sportler auf seinen Langlaufrollski den Rolle aufwärts strebte. Mit streben meine ich, dass Radfahrer schon Probleme hatten sein Tempo zu halten. Was einem hier in den Bergen und auf den Pässen an ambitionierten Sportlern begegnet ist schon bemerkenswert. Wahrscheinlich erkennen wir den Burschen bei der nächsten Winterolympiade bei irgendeiner Langlaufdisziplin wieder und können dann sagen: Hey, den Jungen haben wir beim Sommertraining in den Bergen gesehen.

Wie bei der Giro-Bergetappe 2003 geht es jetzt für uns vom San Pellegrino abwärts nach Moena ins Fassatal. In Vigo di Fassa ist der nächste Protagonist unserer heutigen Tour bereits ausgezeichnet. Der Karerpass – traumhaft an den Hängen des Latemar gelegen und Grenze zwischen Südtirol und Trentino. Unten im Fassatal hört er noch auf seinen Namen Passo Costalunga. Wir fahren ihn, von hier unten aus dem Fassatal kommend, lieber bergauf, als aus der Richtung Bozen kommend. Irgendwie ist der Streckenverlauf und die Ausblicke für uns harmonischer. Aber – wie so oft im Leben ist alles Geschmacksache.

Je nach Zeitfenster kann man jetzt sogar noch eine kleine Extra-Schleife einbinden und macht noch einen „Schlenker“ über den Nigersattel und dann am Schlern vorbei abwärts ins Eisacktal.

Wir fahren am Karersee vorbei, werfen schnell einen Blick auf den „Regenbogensee“ oder „Lec de Ergobando“ wie ihn die Ladiner nennen. Das die wunderschöne Wasserfee von einst noch den See bewohnt steht bei dem Touristentrubel allerdings nicht zu erwarten. Wahrscheinlich sitzt sie oben am Rosengarten an der Tafel vom Zwergenkönig Laurin und beide wünschen sich die Ruhe früherer Zeiten zurück.

Wer unser heutiges Motto „Ich kombiniere“ noch auf die Spitze treiben will, der kann bei Birchabruck noch in Richtung Eggental abbiegen. Denn wie heißt es so schön bei der Definition? Eine Kombination ist eine sinnvolle Verbindung unterschiedlicher Dinge oder eine geistige Verknüpfung. Und wenn eine Verbindung oder Verknüpfung von mehreren schönen Motorradstrecken nicht sinnvoll ist – WAS DANN?

Viel Spaß beim Nachfahren.

NEIN – der Lavazé ist keine Kaffeemarke!

28 Mittwoch Jun 2023

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren, Auf und Davon

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Schlagwörter

Buschenschank Baumann, Karersee, Latemar, Lavazé, Nigerpass, Rosengarten, Tscheinerhütte

Heute rollen wir mal wieder. Ganz gemütlich dahin wo Landschaft ist, viel zu sehen, schön zu fahren und nicht überlaufen. Genau mein Ding und so soll es auch bleiben.

Grob ist der Bereich im Südosten Bozens unser heutiges Ziel und so verlassen wir wieder Schlanders in Richtung Meran, um dann alsbald der Beschilderung zum Gampenpass zu folgen.

Einige werden die Streckenführung bereits von einer anderen Tour in Erinnerung haben und haben noch „auf dem Schirm“, dass es jetzt nicht ganz nach oben zur Passhöhe geht.

Wir biegen zuvor ab in Richtung Tisens und Prissian. Diejenigen unter euch, die bei der letzten Tour die Versoalnrebe noch nicht besucht haben, können dies nun erledigen. Der Rest folgt einfach parallel zur MeBo, aber viel ruhiger, unserer Streckenführung in Richtung Eppan und Kalterer See.

Weinliebhaber kommen jetzt auf ihre Kosten. Es geht vorbei an so berühmten Namen wie dem Ritterhof, Elena Walch und Manincor. Wer jetzt noch zuschlagen möchte, um später am Abend die Tour bei einem feinen Roten oder dem bekannten Gewürztraminer ausklingen zu lassen, kann das natürlich tun.

Grob orientieren wir uns in Richtung Neumarkt, denn von dort wollen wir über Montan aufwärts in die Berge. Die Straßenschilder weisen uns bereits hin auf das Val di Fiemme, eines der Langlaufhochburgen in Italien und Austragungsort der nordischen Disziplinen bei der nächsten Winterolympiade.

Bei Cavalese geht es dann für uns aufwärts zu unserem ersten heutigen Zwischenziel, dem Passo di Lavazé. Mit seinen knapp über 1.800 m gehört der Lavazé jetzt nicht zu den Riesen in den Dolomiten. Für mich ist er aber ein wunderschöner Anlaufpunkt und ein Muss.

Allein schon wegen seines „kurzen Ausläufers“, der von den meisten unbeachtet bleibt, weil er in einer Sackgasse endet. Der Jochgrimm oder Passo Oclini führt uns nochmals hoch auf 1.989 m und ist einfach die asphaltgewordene Entspannung pur. Alle paar Meter eine Aussicht zum Niederknien. Ganz gemütlich fahren wir aufwärts zur Passhöhe. Man muss seiner Seele ausreichend Zeit geben mit dem Tempo des Körpers Schritt zu halten.

Das zufriedene Lächeln will einfach nicht mehr aus dem Gesicht. Gut so.

Im Winter wird der Lavazé oftmals von Langläufern und Biathleten zum Höhentraining genutzt. Wettkämpfe fanden hier oben ebenfalls schon mehrfach statt. Im Sommer wie im Winter ein Paradies.

Eine „Pastapause“, mit Seeblick, muss natürlich auch noch sein und danach schwingen wir weiter auf unserer heutigen Runde in Richtung Latemar und Rosengarten.

Zunächst ist unsere grobe Richtung Bozen um alsbald zum Karerpass abzubiegen, verbunden mit einer Fotopause am Karersee.

Die ladinisch sprechende Bevölkerung nennt ihn auch „Lec de Ergobando“, also Regenbogensee. Passt irgendwie.

Der Name geht, wie so oft in Südtirol, auf eine Sage zurück. Ein Hexenmeister versuchte die liebliche Wasserfee des Karersee zu entführen. Als Juwelenhändler verkleidet zauberte er einen Regenbogen vom Rosengarten hin zum Latemar. Die Wasserfee durchschaute aber das Vorhaben und tauchte auf Nimmerwiedersehen im See ab. Der hinterhältige Zauberer zerbrach voller Wut den Regenbogen und warf ihn, nebst der Juwelen, in den See. Somit Regenbogensee und ich finde die Geschichte so schön, dass der Karersee ab heute für mich auch der Regenbogensee ist.

Die Gegend unmittelbar um den See hat auch über Jahrzehnte Prominente angelockt. Kaiserin Sissy weilte hier in einem Hotel. Winston Churchill gab sich die Ehre und auch Agatha Christie, nach der man hier einen wunderschönen Wanderweg unterhalb des Latemar benannt hat.

Nur ein paar lockere Meter sind es jetzt noch bis wir zum Nigerpass abbiegen und parallel zum Rosengartenmassiv in Richtung Schlerngebiet fahren.

Vor einigen Jahren hatten wir auf einer Wandertour über mehrere Tage den Rosengarten umrundet. Man kann es einfach nur jedem zur Nachahmung empfehlen. Es ist das Reich König Laurins, aber den kennt ihr sicher alle aus vielen Erzählungen, also erspare ich mir das jetzt. Eine Entscheidung zu fällen was schöner ist, eine Bergtour mit dem Motorrad oder als Wanderer, würde mir schwer fallen. Beides schafft Erinnerungen für die Ewigkeit und tut der Seele gut.

Was noch gut tut und bei den Touren niemals zu kurz kommen darf sind die Pausen zur Nahrungsmittelaufnahme. Also Obacht Leute und hinter der Seilbahn, die Wanderer zur Kölner Hütte und ins Rosengartenmassiv bringt, mit dosiertem Tempo weiterfahren.

Dann Pause gemacht in der Tscheiner Hütte. Etwas unscheinbar und unmittelbar an der Nigerpassstraße würde euch sonst etwas entgehen. Haltet also Einkehr und genießt das Essen in einem kleinen aber feinen Restaurant.

Wer direkt weiterfahren möchte – kein Problem – abwärts geht es in das Eisacktal und dann in Richtung Bozen, um alsbald in Richtung Ritten wieder aufwärts zur Buschenschänke Baumann zu fahren.

Urlaub in Südtirol bedeutet als zwingendes Muss auch die Einkehr in den ortsansässigen Buschenschänken, die einen IMMER mit regionalen kulinarischen Genüssen verwöhnen.

Gestärkt, bis hin zum Zustand bewegungsunfähig, machen wir uns dann auf den Heimweg. Der führt uns bei Terlan wieder aufwärts in die Höhen über der Etsch mit schönen Aussichten bis hin zur Heimat der Haflinger, wo es uns wieder nach unten in die Ortslage von Meran zieht.

Der Rest ist Routine und uns wohlbekannt. Wir schwingen an der Forstbrauerei vorbei durch den Vinschgau nach Schlanders und lassen dort den Tag ausklingen wo es uns beliebt. Schöne Plätze hat es dafür genug.

Wir können nur noch eines wünschen: Viel Spaß beim Nachfahren!



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