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Die Linke zum Gruß! Das ist bei uns so Sitte. Nicht Dogma oder politische Gesinnung, Nein – einfach das Zeichen für unser Gegenüber: Ich habe Dich gesehen und ich finde es klasse, dass Du mein Hobby (oder vielleicht besser meine Passion) teilst!

Wir machen das einfach, weil es uns ein Bedürfnis ist und wir damit auch ein Signal setzen. Wir sind als Motorradfahrer wie eine Seilschaft bei einer Bergtour. Ein Fehltritt am Berg und die gesamte Seilschaft hat ein Problem. Was sie aber gemeinsam meistert. Genauso ist das auch in einer Gruppe Motorradfahrer/-innen. Ein Fehler und es kann gravierende Folgen für die Nachfolgenden in der Gruppe haben. Im schlimmsten Fall der Sturz von einem oder mehreren in der Gruppe. Ein Ölfleck oder ein plötzliches Hindernis auf unserer Strecke. Wir geben den entgegenkommenden Motorrädern Zeichen. Kurzum wir passen aufeinander auf!

Schon einmal genau rekonstruiert wen wir alles grüßen? Nein? Richtig – warum sollten wir das auch tun? Der / die fährt Motorrad, also ist er auch in Ordnung, denn er denkt, fühlt auf seiner Maschine genau wie man selbst.

Und weil das so ist, ist uns auch egal welche Länderkennung hinten auf der Maschine klebt. Ob der jetzt aus Frankreich, Holland, Polen, den Niederlanden, Italien oder dem Planeten Alpha Centauri stammt ist für uns in diesem Moment herrlich egal. Es reicht, dass er oder sie genau wie wir Motorrad fährt.

Und wenn wir neben ihm oder ihr auf einer Rennstrecke sitzen und unseren motorradfahrenden Helden zu jubeln, dann ist es erstens auch egal für wen er jubelt und zweitens auch egal woher er jetzt stammt. Da sind auch Sprachprobleme keine wirkliche Barriere. Es wird geradebrecht was das Zeug hält und irgendwie macht man sich dem Gegenüber auch verständlich. Gemeinsam hat man Spaß und teilt diesen mit zigtausend Gleichgesinnten. Wenn man das Gleiche auch bei Fußballspielen sagen könnte wäre es schön, steht aber jetzt auf einem komplett anderen Blatt.

Was will ich jetzt sagen? Wir Motorradfahrer/-innen sind ein tolerantes Völkchen. Bei genauerer Betrachtung wahrscheinlich die toleranteste Schnittmenge an Erdenbewohnern, die diesen Planeten bevölkert. Und wenn ich mir das aktuelle Weltgeschehen, insbesondere den Hickhack in der EU genauer betrachte, dann tut es Not, dass sich endlich tolerante Menschen um unsere Einheit kümmern. Damit meine ich diejenigen, die ohnehin seit Jahren grenzübergreifend miteinander klar kommen und miteinander (Benzin) reden.

Die Lösung aller politischen Probleme → keine Parteien mehr und stattdessen nur noch Motorradfahrer/-innen ins EU-Parlament oder zur UNO. Die Sache würde laufen wie geschmiert.

Im Kabinett, als EU-Parlamentspräsident il Dottore Valentino Rossi. Als Verteidigungsminister, weil in Sachen Titelverteidigung in den letzten Jahren sehr geübt, Marc Marquez. Finanzminister könnte Jorge Lorenzo werden, denn wie man gute Verträge aushandelt hat er bei Ducati bewiesen. Cal Crutchlow hat schon das ein oder andere Pub von innen gesehen, also Wirtschaftsminister. Maria Herrera wird Familienministerin und unsere Lucy Glöckner Gleichstellungsbeauftragte. Da ich sowohl für Weizenbier, als auch für italienische Rotweine sehr empfänglich bin könnte ich mir eine Anstellung im Ministerium für gesamtdurstige Fragen vorstellen.

Eine Idee hätte ich noch! Dieses EU-Parlament könnte man aus Luxemburg und Brüssel vielleicht nach Bozen verlegen. Dann wäre ich als EU-Abgeordneter näher an meinen geliebten Dolomitenpässen. Möglicherweise haben wir dann aber ein analoges Problem zum aktuellen EU-Parlament. Kaum ein Parlamentarier bei den Sitzungen im Plenarsaal anwesend. Egal – bei wichtigen Tagesordnungspunkten treffen wir uns eben zu einem kurzen Stopp oben am Falzarego – stimmen ab und dann auf zum Giau!

Politik kann auch Spaß machen! Man muss nur die Leute damit beauftragen, die sich ohne viele Worte unter- und miteinander verstehen. Motorradfahrer/-innen eben!

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