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Manchmal empfinde ich sogar meine Schlafstörungen als etwas durchaus positives. So auch an diesem Sonntag. 05:00 Uhr und Flying Haggis starrt an die noch dunkle Decke im Schlafzimmer.

So ein Mist! So früh am Tag und jetzt schon wach! Moment – da war doch noch was? Der Zeitverschiebung sei es gedankt – gerade läuft die Übertragung vom Japan Grand Prix auf einem gewissen Sportsender. Also raus aus den Federn, Frühstück gemacht und die Glotze an, in froher Erwartung auf spannende Rennen. Die Erwartung wird auch komplett erfüllt – aber es ist für einen Sonntag immer noch rechtschaffen früh.

Da die heimatlichen Gefilde bei Flying Haggis etwas höher liegen offenbart der Blick nach draußen bereits blauen Himmel. Also auf geht es Junge – schauen wir einmal wo uns die Füße oder besser die Räder heute hinbringen. Ohne genaues Ziel geht es los. Das sind die besten Touren. Links geblinkt und abgebogen. Rechts abgebogen – hey – hier bist Du schon lange nicht mehr durchgefahren!

Es ist einfach klasse! Das kann kein Autofahrer dieser Welt nachempfinden. Ein Motorrad ist eine Zeitmaschine und diese Zeitmaschine bringt dich von Kilometer zu Kilometer weg aus dem Alltag. Wer Motorrad fährt benötigt keinen Therapeuten.

Und der Herbst mit seinen Farben tut sein Übriges. Ich glaube ich habe es bereits in dem ein oder anderen Bericht erwähnt. Ich liebe den Herbst und seine Farbenvielfalt. Einfach schön!

Wir mit unseren Motorrädern müssen nur ein wenig mehr Obacht geben, weil das Herbstlaub gepaart mit dem Herbstnebel oftmals eine gripunfreundliche Mischung darstellen.

Der Trubel nimmt zu. Da haben wohl noch mehrere Gleichgesinnte ebenfalls mit Schlafstörungen zu kämpfen. Meine Tour ins Geradewohl hat mich in „Ringnähe“ gespült und da ist immer zweirädriger Betrieb.

Kurze Pause an einem der Szenetreffs. Ganz nett hier. Aber wie war das noch mit den Familienverhältnissen von nett oder ganz nett?

Also schnell wieder auf den Weg gemacht und jetzt macht sich im Hinterkopf der Gedanke breit Lass` uns einen Weg einschlagen wo es wieder etwas ruhiger ist!

So heißt es auf den Höhen noch einmal den Herbst und seine Farben genießen. Der zweizylindrige Laubbläser macht sich seine Spur frei und in dieser Jahreszeit entwickeln selbst Stellen und Orte, die im Sommer komplett überlaufen sind, ihren speziellen und besonderen Charme.

Wahrscheinlich war es seit Monaten an der Burg Manderscheid nicht mehr derart ruhig.

Es heißt inne halten, Blick genießen und sich einfach darüber freuen mit der Zeitmaschine unterwegs zu sein. Weg vom Alltag – Seele freimachen. Oweh – was mache ich jetzt in den Wintermonaten? Reicht der Schnee für einen Schneescooter? Also erst einmal auf einen halbwegs schnee- oder besser Salzfreien Winter hoffen. Dann kann man bei sonnigem Wetter noch die ein oder andere Tour machen.

Zügig bin ich wieder zu Hause und rolle in die Garage. Der Alltag kann mich mal – zumindest vorerst. Und wenn er mich wieder angreift oder nach mir tritt, dann trete ich nicht zurück, sondern greife mir mein zweirädriges Therapiegerät, das den Alltag ganz schnell und einfach in etwas Besonderes verwandelt.

Ihr armen, armen Autofahrer! Ihr müsst eben Medikamente schlucken!

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