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Motorradtouren müssen bei mir Spaß machen und im Inneren Freude hervorrufen. Ich halte es da mit dem alten Leonardo da Vinci, der einmal gesagt haben soll: Einfachheit ist die höchste Stufe der Vollendung. Natürlich sagte der Gelehrte dies in einem anderen Zusammenhang. Mir ist bis dato nämlich nicht bekannt ob Leonardo Motorrad fuhr. Komplett unwahrscheinlich erscheint es mir aber bei diesem Genie nicht.

Aber jetzt bin ich mal wieder vom eigentlichen Thema abgekommen. Wo wollte ich denn eigentlich hin?

Jetzt habe ich es wieder. Gerade zu Saisonbeginn sollte man es entspannt angehen lassen. Nichts was uns überfordert oder ein anstrengendes Kriterium beinhaltet, stattdessen komplett entspannt durch die Kurven schwingen und die Gegend genießen. Wenn dann noch die ein oder andere schöne Pausenstation hinzukommt wird die Tour zum Lottogewinn mit Zusatzzahl. So machen wir das heute.

Wir starten in Bozen und fahren hinein in das Sarntal, vorbei an der Burg Runkelstein in Richtung des Penserjoch.

Kennt IHR das eigentlich auch, dass ihr bei gewissen Strecken oder Zielen eine gewisse Fahrtrichtung favorisiert? Bei mir ist das z. B. beim Penserjoch so. Eigentlich fahre ich es lieber aus Richtung Sterzing kommend und dann, wie bei einem Abfahrtslauf den Zielhang hinabrutschend, durch das Sarntal nach Bozen. Heute also einmal umgekehrt und die Perspektiven aus dieser Richtung genießend.

Das Sarntal hat noch etwas Ursprüngliches und ist noch nicht touristisch überlaufen. Flächenmäßig sind wir hier in der größten Gemeinde Südtirols. Wir gleiten jetzt erst einmal stressfrei an der Talfer entlang hinauf auf das Penserjoch mit seiner Höhe von 2.211 m. Also gute 100 m höher als sein, um einiges stärker frequentierter, Nachbar der Jaufenpass.

Ein schöner Aussichtsberg – also erst einmal Panorama genießen und die üblichen Erinnerungsfotos schießen.

Dann geht es abwärts in Richtung Sterzing, dem Einfallstor nach Südtirol, wenn man aus Richtung Brenner kommt. Wie ihr aus vorangegangenen „Anderstouren“ wisst kann man in Sterzing durchaus auch eine kleine Rast einlegen und dies mit einer Nahrungsmittelaufnahme verbinden. Die kleine gemütliche Fußgängerzone lädt dazu mit seinen Restaurants und Cafes ein.

Unser Runde führt uns nun ins Pustertal. Aber nicht auf der SS 49, welche die Region mit Osttirol im angrenzenden Österreich verbindet. Das ist die Haupttransferroute und meistens hoffnungslos überlastet. Braucht kein Mensch.

Also nichts wie weg und ab Vintl hinauf auf die Pustertaler Sonnenstraße. Kaum länger als die Strecke im überlaufenen Tal der Rienz verläuft die Sonnenstraße auf der Höhe über Terenten und Pfalzen bis nach Bruneck, bietet uns die gewünschte Ruhe, die namensgebende Sonne und schöne Ausblicke.

Wer hier möchte kann noch einen kurzen Abstecher ins Zentrum von Bruneck machen. Bummeln in der Altstadt oder auch das Messner Mountain Museum Ripa besichtigen.

Der Rest begibt sich einfach direkt auf die SS 244 in Richtung Corvara und Dolomiten. Unsere Route verläuft zunächst schön kurvig durch das Tal, welches die „Einflugschneise“ zur Sella Ronda ist.

Da wollen wir aber heute gar nicht hin. Uns ist ja nach ruhigem und entspannten Einrollen in die Saison. Deshalb biegen wir auch in St. Martin in Thurn ab in Richtung Antermoia und dem Würzjoch.

Ich mag das Würzjoch. Etwas abseits von den üblichen Verdächtigen der Dolomitenpässe hat sich der Ju de Börz, wie das Würzjoch auf ladinisch heißt, noch seine Gemütlichkeit bewahrt.

Insbesondere in dem Streckenabschnitt von der Passhöhe hinunter in Richtung Villnösstal. Auf der Passhöhe machen wir die üblichen Fotos, legen aber hier keine größere Pause ein.

Das machen wir knappe sechs Kilometer später in der Haslhütte. Hier sitzen wir gemütlicher, ganz ohne Trubel, dafür aber mit perfekter Verpflegung und nettem Service.

Wir sind jetzt hier im Naturpark Puez Geisler. Die namensgebenden „Geislerspitzen“ sehen wir aber bald bei unsere Abfahrt ins Tal zu unserer Linken. Wenn wir die ersten Bauernhöfe an unserer Strecke sichten, können wir einen Fotohalt einlegen. Der wunderbare Blick auf die Geislerspitzen und das Ranuikirchlein sollte verewigt werden.
Apropos verewigen. Das tun mittlerweile seit geraumer Zeit „Horden von asiatischen Touristen“ unten im Villnösstal und lassen dabei jegliche Rücksicht und Anstand vermissen. Irgendwie scheint man diese herrliche Gegend für eine Filmkulisse zu halten und denkt überhaupt nicht mehr daran, dass hier Menschen leben und sowohl mit als auch auf den Feldern ihren Unterhalt verdienen. Also am besten oben auf der Straße, wie beschrieben, Halt machen und ein Foto schießen.

Dann geht es für uns weiter ins Eisacktal, an Klausen vorbei und dann bei Waidbruck wieder hinauf auf die Höhe, grobe Richtung Rittner Horn.

Der „leicht schiefe“ Turm der Kirche ist das Wahrzeichen von Barbian und von hier hat man wieder einen schönen Blick in Richtung Seiser Alm und Dolomiten.

Ihr wisst ja mittlerweile, dass eine schöne Motorradtour bei mir auch immer etwas mit einer oder auch gerne mehreren guten Einkehrstationen zu tun hat. Diese guten Plätze haben oftmals eines gemeinsam. SIE liegen nicht unmittelbar an der Route, sondern gerne auch einmal etwas abseits, wo man seine Ruhe hat und nicht JEDER eine Pause einlegt. So ist es auch jetzt, denn in Lengstein biegen wir links ab und fahren auf einer komplett abgelegenen Strecke zum Zunerhof.

Und schon haben wir es wieder! Traumhafte Aussicht, die Ruhe und eine gemütliche Gaststätte mit ursprünglichem Charme und obendrauf noch exzellente Verpflegung. Also – Pause ist angesagt und die Seele baumeln lassen.

Irgendwann rollen wir dann auf unserem kleinen „Abstecher“ wieder zurück auf unsere Strecke in Richtung Lengmoos und Ritten, wo die Bozener bei sommerlicher Hitze ihre Sommerfrische verbringen.

Die Landeshauptstadt Bozen sehen wir schon von unserer Höhe aus mit dem Blick in Richtung Süden und das Etschtal.

Gleich haben wir unsere Einführungsrunde in die Saison 2026 erledigt. Hinein nach Bozen und dann lassen wir unseren Tag im „Batzenbräu“ ausklingen. Wer sich bislang noch nicht verpflegt hat, der kann es hier bei guter regionaler Küche, bis hin zu Spareribs, Batzenburger oder Künstlerpfanne tun. Dem Motto des „Batzenbräu“ hinsichtlich der Bekämpfung von Durst kann ich nichts mehr hinzufügen. Es treibt mir immer ein Schmunzeln ins Gesicht.

Viel Spaß beim Nachfahren und immer daran denken: Einfachheit ist die höchste Stufe der Vollendung!