• Historie → der „Hintergrund“
  • Warum ODER die „Sinnfrage“
  • Tipps zum Rasten und Übernachten
  • Intensivstationen
  • Nützliche und interessante Internetlinks
  • Geführte Motorradtouren mit Flying Haggis
  • Impressum

flyinghaggisdotnet

~ der etwas andere Motorradblog

flyinghaggisdotnet

Schlagwort-Archiv: Fersental

Essen ist ein Bedürfnis, Genießen ist eine Kunst

02 Donnerstag Jul 2026

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Schlagwörter

Capriolo, Cembratal, Fersental, La Taverna, Levicosee, Monte Bondone

Diejenigen unter Euch, die meinen Blog häufiger besuchen wissen bereits, dass es für mich von zentraler Bedeutung ist auf einer Motorradtour lecker verpflegt zu werden.

Genau dies soll bei unserer heutigen Runde Priorität haben und zwar auf ganz besondere Weise. Deshalb steigen wir in unsere Tour im Cafe Serafini in Lavis ein. Gelato geht immer und kleine Köstlichkeiten aus einer Konditorei ebenfalls. Ergo – idealer Startort das „Serafini“ mit seinen megaleckeren Eisbechern.

Gut gestärkt geht es weiter auf einer unserer vielen Lieblingsrouten, dem Cembratal. Für die Freund eines guten „Tropfens“: Die Region ist bekannt für die Produktion hochwertiger Weine und Grappas. Zunächst geht es für uns stetig aufwärts, dabei mit wechselndem kurvigem Verlauf. Mal mit engerem Radius und mal etwas weiter, aber immer harmonisch. Besser geht es nicht zur Einstimmung auf unsere Tour. Wir sind jetzt im Nationalpark Trudner Horn und beim Ristorante Bar al Lago, den Lago di Stramentizzo zu unserer Rechten, biegen wir rechts ab.

Man kann den Punkt nicht verpassen, denn die Bar hat sich zu einem Motorradtreff entwickelt und es stehen eigentlich permanent Maschinen auf dem Parkplatz.

Wir sind jetzt auf der Provinzstraße 71, der wir bis Sover folgen. Im letzten Jahr hat man sie weitestgehend neu asphaltiert und die Strecke ist einfach ein kurviger Genuss, da sich der Betrieb auch in Grenzen hält. Im Kurvenverlauf des Cembratals kann man sich leicht „verlieren“, also heißt es achtsam bleiben um trotz der entspannten Strecke die Aufmerksamkeit zu behalten.

Einen kleinen Pass bauen wir jetzt schon ein und fahren über den Redebus, den man auch als Einfalltor für das Fersental nutzen kann. Wir orientieren uns aber bergab in Richtung Sant`Orsola Terme.

Bei Agnoletti biegen wir von unserer Hauptroute in die Ortslage ab und fahren den Berg Monte Calvo aufwärts nach Faida. Eine konkrete Beschilderung haben wir hier nicht. Wir müssen uns auf unseren angeborenen Instinkt verlassen. Es geht über den Passo Capriolo (1.221 m).

Auf den meisten Straßenkarten ist er gar nicht ausgewiesen und auch das ein oder andere Navi schüttelt seine kalten Lötbrücken durch und berechnet, je nach Voreinstellung, hier keine Route.

Auf dem Weg stellt sich dann schon hin und wieder die Frage ob das jetzt wirklich eine gute Idee und nötig war. Extrem schmale Streckenführung. Zwei Motorräder kommen aneinander vorbei. Bei einem PKW im Gegenverkehr sollte man die „nonverbale Kommunikation“ mit seinem Gegenüber aufnehmen und sich darüber einigen wie man die Situation jetzt ohne Kaltverformung von Verkleidungsteilen oder lackierten Flächen über die Bühne bringt.

So – jetzt folgt eure Frage: Warum soll ich diesen Blödsinn denn überhaupt machen?

Weil kurz vor dem Scheitelpunkt des kleinen Passes das Ristorante „Al Capriolo“ liegt. IHR wisst ja mittlerweile, dass ich die Ruhe und Abgeschiedenheit liebe und mir Trubel ein Gräuel ist. Damit ist die Frage aber nur zum Teil beantwortet. Denn wir haben obendrein auch noch eine wunderbare Aussicht und was uns dann auf dem Teller erwartet ist einfach ein Gedicht. Wie bei der „Nonna“ zu Hause. Alles was in der Küche von Camilla Fedrizzi gezaubert wird sind exzellente Trentiner Gerichte. Die Fettuccine sind zum Niederknien lecker.

Wer sich einmal hier hoch gekämpft hat, der kommt wegen der einmaligen ruhigen Lage des „Al Capriolo“ und der Küche mit den feinen regionalen Gerichten immer wieder. Frage beantwortet!

Weiter geht es in Richtung Baselga di Piné, wobei wir den Ortskern von Baselga nicht erreichen. Wintersportlern ist Baselga di Piné bekannt als Hochburg der Eisschnellläufer. Hier finden auch internationale Wettkämpfe in dem Kunsteisstadion statt.

Wir haben aber jetzt Sommer und Motorradsaison und fahren mit unserer „Sissy“ über Pergine Valsugana und die beiden kleinen Pässe Sella di Vignola und den Compet hinab zum Levicosee.

Unser heutiger Schwerpunkt der Tour war ja die „Verpflegung“. Alsdann machen wir eine Verpflegungspause unmittelbar am See im Restaurant „La Taverna“.

Pasta oder Pizza sind jetzt natürlich nicht der Gipfel der italienischen Küche. Dennoch muss ich anmerken, dass ich BEIDES locker jeden Tag zu mir nehmen könnte. Ich finde es einfach lecker und die Pizza Calzone im „La Taverna“ gehört für mich zu den besten Calzone die ich im Zeitraum meiner Anwesenheit auf dem Planeten Erde verspeist habe. Das Ganze noch mit einem wunderbaren Blick auf den Levicosee. Es könnte wirklich schlimmer kommen.

Wer unsere heutige Runde noch erweitern möchte, der kann noch einen kleinen „Schlenker“ über die Kaiserjägerstraße machen und dem Drachen von Magrè einen Besuch abstatten. Der Rest schleicht sich auf unserer Route am Lago Caldonazzo vorbei und umgeht Trento im Süden, um bei Aldeno wieder aufwärts in die Berge zu fahren.

Für unseren Rückweg in Richtung Trento haben wir uns den Monte Bondone ausgesucht. Nicht nur wegen der 90 Kurven auf der 17 km langen Bergrennstrecke im Trentino, sondern auch wegen der Ausblicke. Es ist einfach herrlich und dabei nicht so überlaufen wie die „Instagram-Hotspots“ in den Dolomiten. Also einfach nur genießen und verbinden mit der ein oder anderen Fotopause als bleibende Erinnerung. Obwohl wir diese ja auch im Herzen tragen.

Was geht immer? Richtig – ein feiner Eisbecher oder ein leckeres Stück Kuchen. Also beenden wir unsere heutige kulinarische Runde, wo wir sie begonnen haben, im Serafini in Lavis.

Il mio segno zodiacale é Gelato e il mio ascendente é Tiramisú.

Aber das wisst Ihr ja schon länger. Denn wie sagte ein weiser Mensch: Je mehr Du wiegst, desto schwerer kannst Du entführt werden. Viel Spaß beim Nachfahren.

Hey, ab in den Süden – Der Sonne hinterher

07 Freitag Jun 2024

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Schlagwörter

Fersental, Levico Terme, Manghenpass

weiter geht es mit: Ey-yo, was geht – bei dem Partyhit von einem gewissen Buddy. Das machen wir heute auch so. Wir orientieren uns in Richtung Süden, genauer gesagt Südosten und schauen mal wo uns die Reise hinführt. Der Sonne hinterher oder entgegen – wie man es nimmt. Seit wir hier unten in Südtirol angekommen sind hat die Region mehr Regenwasser abbekommen als die Jahre zuvor. Möglicherweise sind WIR dafür ursächlich und haben den Regen aus unserer „alten Eifel- und Hunsrückregion“ mit nach Norditalien gebracht. Ergo – wir müssen Richtung Süden, denn da ist üblicherweise auch die Sonne zu finden.

Im D-Zugtempo erledigen wir zunächst unsere Anfahrt in den eigentlichen Bereich, den wir heute erkunden wollen.

Also, wie so häufig, den Vinschgau hinunter in Richtung von Meran und dann kurz vor der Landeshauptstadt Bozen ab zum Kalterer See.

Wir orientieren uns wieder einmal nach Neumarkt und alsdann aufwärts nach Montan zum Passo Lugano. Die richtige Streckenführung um uns langsam einzuschwingen. Wie bei einem langsamen Walzer, bevor die Takte der Melodie dann schneller werden.

Wir wollen zunächst in Richtung Fleimstal oder Valle di Fiemme. Also das Tal, welches Hochburg für den nordischen Skisport Italiens ist.

Der erste Höhepunkt für uns ist heute der Manghenpass, welcher das Fleimstal mit dem Suganertal oder Valsugana verbindet.

Für die italienschen Motorradfahrer*innen, die aus dem Süden kommen ist der Manghenpass das Tor zu den Dolomiten und seinen bekannten Strecken.

Deshalb ist der Pass für viele zweiradelnde Urlauber aus Deutschland und Österreich eher ein unbekanntes Ziel, da sie sich lieber an den großen Namen in den Dolomiten abarbeiten. Gut für uns – es herrscht hier Ruhe. Von Molina aus haben wir bis Castelnuovo jetzt fast 40 km vor uns.

Die Nordrampe des Manghen führt uns auf schmaler Streckenführung durch den Wald bergan. Viele vergleichen dem Streckenabschnitt sogar mit der ungleich bekannteren Südrampe des Passo Giau. Bitte nicht weitersagen, sonst nimmt hier der Verkehr zu, weil das natürlich direkt Begehrlichkeiten weckt.

Kurz vor der 2.042 m hohen Passhöhe liegt der idyllische Lago Cadinello und eine kleine Einkehrmöglichkeit zur Stärkung finden wir natürlich auch noch.

Die Baita Manghen Hütte ist eine absolute Einkehrempfehlung. Nicht nur die Aussicht ist phänomenal, auch die Küche ist ausgezeichnet. Und auf wunderbare Art und Weise bodenständig und regional.

Da wird die Polenta, die zu einigen der Speisen als Beilage gereicht wird, auf einem Ofen täglich frisch zubereitet. Der stolze Koch erklärte der besten Sozia von Allen (und natürlich auch der besten Köchin von allen), wie er die Polenta „mindestens 1 Stunde rührend“ auf dem Ofen im Messingtopf zubereitet. Weltklasse!

Ambitionierte Fahrradfahrer zählen die Südanfahrt zum Manghenpass zu den langen und harten Anstiegen der italienischen Alpen. Wir fahren die Route weniger kraftraubend mit dem Motorrad abwärts und genießen den traumhaften Ausblick.

Wir sind jetzt im Suganertal, welches sich vom Lago Caldonazzo bis nach Bassano del Grappa zieht. Wir haben aber heute nur den kleinen Streckenabschnitt von Castelnuovo nach Levico Therme vor uns. Das ist schnell erledigt.

Fahrradfahrer haben die Region auch schon entdeckt. Auf dem ca. 80 km langen Radweg geht es kommod von Levico Therme bis Bassano del Grappa. Eine gemütliche Tour für die ganze Familie durch eine wunderschöne Region.

Levico Therme ist bekannt für seine Thermalquellen. Hat etwas von Baden-Baden in Italien. Aber für mich etwas mehr Charme und nicht die „Schicki-Micki-Anmutung“. Das Wasser soll einzigartig sein in Italien und u. a. von Stress verursachte Erschöpfungszustände behandeln. Die Zeiten sind bei uns vorbei. Stress haben wir keinen mehr und wir machen uns auch keinen mehr. Die gedankliche Entscheidung ob es jetzt Pizza, Pasta oder doch ein Menü gibt verursacht bei mir keinerlei Stress, sondern eher ein wohliges Gefühl. Vielleicht ist ja noch Platz für Dolce?

Also hinunter an den See von Levico Terme und im Restaurant La Taverna ausgiebig gespeist und den Feinkostcontainer gefüllt. Die Pizzen waren ausgesprochen lecker und der Blick auf den See tat sein Übriges die Pause zu einem bleibenden Erlebnis zu machen.

Jetzt geht es entweder für uns am Lago di Levico vorbei oder wir nehmen die kurvige Variante über den kleinen Passo del Compet. Der ist irgendwie genauso unauffällig wie der Passo San Lugano, aber man kann ihn „mitnehmen“, wenn man schon mal da ist.

Apropos schon mal da ist! Wer ein ausreichend großes Zeitfenster für die heutige Tour mitbracht hat, der kann sich noch in Richtung Süden zwischen Caldonazzo und Santa Giuliana orientieren. Hier wartet dann der Kaiserjägerweg auf Euch, der durchaus auch reizvoll ist, aber dann ergänzend eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt. Weil? Steil, eng und kurvig. Aber landschaftlich ausgesprochen reizvoll und eben auch noch mit der üblichen Historie belastet, welche die Region rund um Südtirol, Trentino und Dolomiten eben mit sich bringt. Sagt uns aber auch schon der Name „Kaiserjäger“.

Eigentlich sind wir jetzt auf dem Weg zum Passo Redebus. Von Pergine Valsugana aus geht das entweder auf direktem Weg über die SP 9 oder man macht den kleinen Schlenker durch das Fersental, auf Italienisch Valle die Mocheni. Die Einheimischen nennen es auch „Bersntol“. Es ist eine bayrisch-alemannische Mundart, die auch rechtlich, ähnlich wie das Ladinische, als Minderheitensprache anerkannt ist. Bei noch knapp 2.000 Einwohnern des Fersentals, die diese Mundart sprechen, ziehe ich den Hut vor der Toleranz und der Akzeptanz durch die italienische Regierung.

So – genug abgeschweift. Es geht hinauf auf den Passo Redebus. Von Canezza aus sind wir knappe 13 km unterwegs bis auf die 1.455 m hohe Spitze.

Dann geht es weiter in Richtung von alten Bekannten. Die Route im Cembratal noch in Erinnerung? Grob geht es wieder in die Richtung, zumindest zum namensgebenden Ort Cembra.

Wer möchte kann unterwegs noch kurz den Abstecher nach Segonzano machen und hier wieder ein Wunderwerk der Natur betrachten. Bis zu 20 m hoch ragen hier die Erdpyramiden in die Höhe und sind natürlich ein häufiges und gern genommenes Fotomotiv.

Neues gesehen haben wir heute schon genug und so nehmen wir einen bekannten Weg in Richtung Heimat. Über den kleinen Croce delle Serre geht es hinüber und dann abwärts ins Etschtal.

Dann lassen wir unsere Maschine entspannt am Ufer der Etsch entlang bis Neumarkt laufen und schlagen unseren alten Weg in Richtung der Weinliebhaber nach Tramin und Kaltern ein.

Wer hat jetzt noch ausgiebigen Appetit und sucht nach entsprechenden Anlaufstellen? Da haben wir jetzt noch unsere üblichen Verdächtigen rund um die o. a. Ortschaften.

Die da wären: Restaurant Klughammer – direkt am Kalterer See; der Altenburger Hof – schön erhöht in Altenburg oberhalb vom Kalterer See; das Cafe S`Platzl – direkt am Marktplatz in Tramin und GANZ NEU im Bunde das Cafe Peter Paul – in St. Pauls mitten im Ort mit einer phänomenalen Kuchenauswahl (DANKE an Juri – ist ein Supertipp).

So – jetzt haben wir wirklich rundherum alles „klar Schiff“ und müssten jede/n zufrieden gestellt haben. Fehlt also nur noch unser gemütlicher Heimweg durch den Vinschgau zurück nach Schlanders.

Wie war das jetzt noch mit dem: Ab in den Süden? Es war ein traumhafter Abstecher mit bleibenden Erinnerungen und dem Fazit, dass wir in unserer Hitliste der Pässe den Manghenpass in vorderster Front mit aufnehmen. Er hat sich redlich eine Platzierung zwischen unseren Podestplätzen Gavia und Albula verdient. Traumhaft! Und darum war es auch nicht das letzte Mal, dass wir IHN besucht haben. Der Monte Grappa ruft nach uns und auf dem Weg nach Bassano del Grappa liegt der Manghen unmittelbar in der Einflugschneise. Also auf bald – wir sehen uns. Ci vediamo, a presto.

Viel Spaß beim Nachfahren!



Kategorien

  • Aktuelles
  • Anderstouren
  • Auf und Davon
  • Nachdenkliches & Provokantes
  • Rast & Übernachtung
  • Sparte A
  • Technik & Ausrüstung
  • WARUM & Historie

Blogstatistik

  • 91.737 hits

Archiv

Erstelle kostenlos eine Website oder ein Blog auf WordPress.com.

Datenschutz & Cookies: Diese Website verwendet Cookies. Wenn du die Website weiterhin nutzt, stimmst du der Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen, beispielsweise zur Kontrolle von Cookies, findest du hier: Cookie-Richtlinie
  • Abonnieren Abonniert
    • flyinghaggisdotnet
    • Schließe dich 52 anderen Abonnenten an
    • Du hast bereits ein WordPress.com-Konto? Melde dich jetzt an.
    • flyinghaggisdotnet
    • Abonnieren Abonniert
    • Registrieren
    • Anmelden
    • Melde diesen Inhalt
    • Website im Reader anzeigen
    • Abonnements verwalten
    • Diese Leiste einklappen
Kommentare werden geladen …