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Schlagwort-Archiv: Santuario Romedio

Rundherum das ist nicht schwer………

22 Freitag Mai 2026

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren

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Schlagwörter

Passo Predaia, Radicosaurus, Santa Giustina Stausee, Santuario Romedio


Kommt Euch das bekannt vor? Das ist aus dem Liedtext des Kinderliedes „Brüderchen komm` tanz mit mir“. Irgendwie ist ja tanzen und eine kurvige Motorradtour vom Bewegungsablauf artverwandt. Es sollte mit einem gewissen, nach Leichtigkeit aussehenden, Schwung erfolgen und rundherum geht es heute für uns definitiv auch. Es gibt ja manchmal solche Tage an denen man zwar eine Runde mit dem Motorrad drehen möchte, diese Runde aber nicht zwingend hunderte von Kilometern beinhalten muss. Also legen wir los auf unserer heutigen kleinen Entspannungsrunde, auf der es aber viel zu sehen gibt.

Der Santa Giustina-Stausee ist der Mittelpunkt von unserem „Rundherum das ist nicht schwer“.

Ursprünglich zur Stromgewinnung geschaffen ist der Santa-Giustina-Stausee der größte Stausee im Trentino. Beim Bau 1951 war es sogar die höchste Staumauer in Europa. Zwischenzeitlich dient der See nicht nur dem profanen Grund der Stromgewinnung, sondern auch als das Naherholungsgebiet der Region. Bei schönem Wetter, also fast immer, tummeln sich die Wassersportler an und auf dem See und die Familien genießen die Nähe zum Wasser und den herrlichen Blick in die Umgebung.

Irgendwo müssen wir unsere Runde beginnen und so tun wir dies am Hotel Viridis. Aufmerksam wurden wir auf dieses Lokal durch eine TV-Sendung. Der Chef hatte hier der etwas unbedarften Moderatorin gezeigt wie man einen feinen Apfelstrudel herstellt und das hausgemachte Eis ist ebenfalls mehr als empfehlenswert. Genießen kann man das Ganze zur Einstimmung bei einem Traumausblick auf den Stausee von der hauseigenen Terrasse. Guter Beginn.

Lasst uns einfach entgegen des Uhrzeigersinns weiterfahren und orientieren uns zunächst in Richtung Cles, der Ort den man getrost als das Oberzentrum am See bezeichnen kann.

Dabei führt unser Weg über die Ponte del Castellaz mit einem schönen Blick über den Stausee und hinein in die Ortslage von Cles, wo wir uns an der Beschilderung zum Tovelsee orientieren. Dieser ist zwar auch sehr schön anzusehen, aber wir wollen dort heute nicht hin. Merke: Tovelsee nur in der Vor- oder Nachsaison – ansonsten hoffnungslos überlaufen.

Wir nehmen nur nebenbei die Kurven der SP 73 mit und passieren auf der Route die Orte Flavon, Cunevo und Denno. Das ist jetzt gerade noch Programm bei unserem Gesamtthema „Rundherum das ist nicht schwer“. Das Mitnehmen von ein paar Kurven.

Also verlassen wir zügig die Hauptverbindungsstrecke aus dem Etschtal zum Giustina-Stausee und orientieren uns bei Mollaro wieder bergauf zum Passo Predaia. Ruhig und abgelegen haben wir diesen fast für uns allein.

Wer von uns einmal in umgekehrter Fahrtrichtung zum Molvenosee unterwegs ist, der kann den Predaia als „ruhige Alternative“ zur belebten Hauptverbindung durch das Tal gut einbauen.

Oben auf dem Gipfel ist im Winter sogar ein kleines Skigebiet. Immerhin bringt es „der kleine Predaia“ auf 1.250 m Höhe und das wäre in einem deutschen Gebirge bereits ein beachtlicher Gipfel.

Entspannt rollen wir wieder talabwärts in Richtung Stausee Santa Giustina und begeben uns jetzt unmittelbar an sein Ufer. Die letzten Meter erledigen wir dabei fußläufig. Dann können wir uns staunend anschauen was man mit angeschwemmten sowie gesammelten Holz und Wurzeln alles schaffen kann, wenn man die nötige Phantasie und sowohl das künstlerische als auch handwerkliche Können besitzt.

Der italienische Künstler Marco Martalar hat hier eine seiner berühmten Holzskulpturen geschaffen.

Der „Radicosaurus“ begrüßt uns stolz und erhobenen Hauptes am Ufer des Santa Giustina-Stausees.

Der Holzbildhauer hat hier eine 7 Meter lange und 5 m hohe Skulptur geschaffen, die den Betrachter beeindruckt. Das kann Marco Martalar bei mir nachhaltig, denn ich habe schon, ähnlich staunend, vor seinem Drachen in Magrè gestanden.

Er schafft es einfach seinen Skulpturen Leben und eine gewisse Dynamik einzuhauchen.

Wir bringen jetzt auch wieder etwas Dynamik in unseren Tag. Ein paar Kilometer geht es nun weiter in grobe Richtung Fondo. In der Ortslage Sanzeno biegen wir aber bereits wieder rechts ab und folgen der Beschilderung in Richtung Santuario San Romedio.

Leute – der Weg zu unserem Zielort kommt einem vor wie aus einer Sage oder einem Märchen. Genau – irgendwie erwartet man jeden Moment, dass eine Fee oder ein Gnom aus dem mystisch wirkenden Wald spaziert kommt und einem zuwinkt.

Ein Blick nach oben und man sieht den Wanderweg der, oberhalb unserer Route, in die Felsen geschlagen ist. Mit dem Holzgeländer wirkt er an manchen Stellen wie ein Wehrgang einer Ritterburg.

Nach ein paar Kilometern durch den Wald kommen wir an einen Parkplatz. Die restlichen Meter müssen wir fußläufig zur Wallfahrtskirche San Romedio erledigen.

Fast als ob sie die Natur aus dem etwa 90 m hohen Kalkfelsen hat herauswachsen lassen steht sie da.

Der älteste Teil des Bauwerkes datiert etwa aus dem Jahr 1000 n. Chr. und wurde auf dem Grab des namensgebenden heiligen Romedius errichtet. Drei kleine Kirchen und zwei Kapellen sind es nun insgesamt und es fällt dem Betrachter und Besucher wirklich schwer sich diesem spirituellen Ort zu entziehen. Einfach zauberhaft und auf eine Art beeindruckend, die den Betrachter nicht „erdrückt“ wie manch kirchliche Monumentalbauten.

Verschachtelt und verschlungen führt unser Weg durch die Anlage. Manchmal erwartet man, dass die Treppen, wie bei der Zauberschule Hogwarts, ihre Richtung wechseln.

Im Eingangsbereich hängt auch ein Porträt des, in Südtirol omnipräsenten, Freiheitskämpfers Andreas Hofer. Im Jahr 1809 pilgerte er mit 700 Tiroler Schützen nach der Zweiten Bergiselschlacht nach San Romedio in die Wallfahrtskirche.

Warum ist es eigentlich in fast allen Religionsgemeinschaften dieses Planeten Usus sich den heiligen göttlichen Segen zu holen, wenn man andere Menschen über den Haufen schießt? Keine Ahnung.

Aber ich bin ja bekanntermaßen ein Freund von Geschichten, Erzählungen und Sagen. Der Heilige Romedio soll auf einem Bären nach Trient geritten sein. Hintergrund war, laut der Sage, dass der besagte Bär zuvor das Pferd des Heiligen getötet und gefressen hat. Was ein Bär eben so macht, wenn ihn der Hunger quält.

Romedio hatte daraufhin den Bären gezähmt und ihn als „Pferdeersatz“ genutzt. Das kann man durchaus als pragmatische Lösung bezeichnen. Zumindest aus Sicht des Heiligen.

Diese Geschichte ist jetzt der Hintergrund warum der heilige Romedio oftmals in Begleitung eines Bären dargestellt wird und es diesen Bezug zu den Tieren gibt.

Im Eingangsbereich der Kirche ist auch eine Skulptur eines Bären dargestellt und es gibt ein Freigehege in der Anlage in der ein Bär sein zuhause gefunden hat.

Man kann wirklich eine Weile hier oben in der ehemaligen Einsiedelei zubringen und aus jeder der vielen Ecken sieht die Landschaft und die Umgebung anders aus. Also Zeit lassen und die Eindrücke „aufsaugen wie ein Schwamm“. Wir haben schließlich alle Zeit der Welt.

Irgendwann schaffen wir es doch zurück zum Parkplatz und fahren den bekannten Weg zurück nach Sanzeno. Über Banco und Revò, den Santa Giustina Stausee immer zu unserer Linken, fahren wir gemütlich zurück zu unserem Ausgangsort dem Hotel Viridis und genießen den Ausblick.

Wie bereits zu Beginn gesagt: Rundherum das ist nicht schwer! Viel Spaß beim Nachfahren.



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