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Heute machen wir eine kleine (erweiterte) Runde durch den Saargau. Saar ist damit nicht gleichbedeutend mit Saarland. Der kleine Fluss und die angrenzende Region hat auch „Partikel“ in Rheinland-Pfalz.

Unser Startort ist ausnahmsweise nicht gleichbedeutend mit unserem heutigen Ziel, wenn es auch geografisch nicht weit auseinanderliegt. Ca. 160 km warten heute auf uns mit einer reinen Fahrzeit von 3:15 Std. – 3:30 Std, bei unserer gewohnt gemütlichen Fahrweise.

Wir verlassen Trier über die Stadtteile Olewig und Irsch in Richtung von Pluwig (L 143). In der Ortslage biegen wir rechts ab in Richtung Franzenheim (B268). Kurvig geht es hier hinein und alsbald auch wieder in engen Kurven bergan in Richtung B 268. Auf die „B“ treffen wir unmittelbar vor Ortseingang Pellingen und fahren links ab durch den Ort.

Nach einigen langgezogenen Kurven verlassen wir die Bundesstraße wieder und biegen links ab auf die K 45 in Richtung Lampaden. Vor Lampaden biegen wir aber bereits rechts ab und rollen nach Paschel. Über Hentern und Baldringen (K 47) führt unser Weg dann nach Zerf. Im Grunde genommen parallel zur Streckenführung der B 268, aber ungleich „ruhiger und entspannter“.

Jetzt ist die Streckenführung relativ einfach, weil wir ausnahmsweise einmal ein längeres Teilstück „Bundesstraße“ fahren. Konkret in diesem Fall die B 407, die uns für eine Bundesstraße ausgesprochen kurvig über Irsch (nicht der o. a. Stadtteil von Trier) nach Saarburg führt.

Die kleine Stadt Saarburg liegt idyllisch an der Saar und ist ein Touristenmagnet in der Region. Dementsprechend sieht es in der kleinen City aus. Sitzplätze bei der „guten Eisdiele“ in der Fußgängerzone sind rar und wollen „erkämpft“ werden. Wer einen schönen Blick von oben auf die Stadt werfen möchte, der zudem auch noch bei der Zu- und Abfahrt mit schönen Kurvenkombinationen garniert ist, der sollte sich in Richtung „Landal Ferienpark Warsberg“ begeben. Bei der Zufahrt orientieren wir uns an den Zugseilen der kleinen „Seilbahn“ die vom Ortskern zum Ferienpark führt. Unweit einer Tankstelle geht es dann links ab und den kurvigen Weg bergan. Aufgepasst das ein oder andere „gelbe“ Zugfahrzeug bewaffnet mit einem Campingwagen kann einem auf der Zufahrt begegnen. Da es in den „Niederungen“ dieses EU-Landes scheinbar keine Serpentinen gibt ist die „Linienwahl“ der Fahrzeugführer oftmals grenzwertig.

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Blick genossen – Fotoaufnahmen gemacht? Dann machen wir uns auf dem-selben Weg wieder in den Ortskern nach Saarburg auf. Die kleine Festung, die dem Ort den Namen gab, wurde wahrscheinlich im 10. Jahrhundert erbaut, zumindest wurde sie erstmals im Jahr 964 n. Chr. urkundlich erwähnt. In ihrer wechselvollen Geschichte nannten verschiedene Besitzer sie ihr eigen. Meist hatte aber auch der Erzstift in Trier, also der Bischof, seine Finger mit im Spiel. Wie immer in der Region um Trier. 1522 hatte auch der streitbare Franz von Sickingen einige Kanonenkugeln auf die Festung abgefeuert, aber nicht erobert.

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Das wurde dann 30 Jahre später relativ gründlich erledigt. Im Grunde genommen hatte die Burg einen permanenten Kreislauf von Zerstörung und Wiederaufbau zu verzeichnen. Wir fahren jetzt einfach durch die Ortslage der „Hauptverkehrsstraße“ folgend und dann am Ortsende nach rechts auf die L 132 nach Kahren und Merzkirchen abbiegen. Die ländliche Region ist geprägt von Streuobstwiesen und es gibt wahrscheinlich keinen Ort im Saargau in dem nicht irgendein Hof den „Viez“ anbietet. Außerhalb der Region firmiert das Ganze unter dem Sammelbegriff „Apfelwein“ und sobald es „französisch“ wird nennt man das Getränk „Cidre“. So begegnet uns heute auch den ganzen Tag immer mal wieder der Hinweis „Viezstrasse oder Route du Cidre“.

Über Dittlingen und Südlingen erreichen wir Kreuzweiler. Wer einen Faible hat für Landmaschinen, der kann hier haltmachen und beim Bulldog-Museum in der Thorner Str. 7 bei Familie Willkomm Einkehr halten (außerhalb der Wochenenden nach tel. Vereinbarung 06583/1351).

Die Anderen orientieren sich direkt in Richtung Mosel (Palzem). Über Schloss Thorn haben wir dann die Moseluferstraße erreicht und biegen rechts ab in Richtung Palzem (B 419).

Ehrenkodex der Motorradfahrer – Bundesstraßen sind zu meiden. Also biegen wir hinter der „Helfantermühle“, das ist nach einer wunderbaren 180 o Links-kurve nach rechts in Richtung Helfant (K 110) ab. An Helfant vorbei führt unser Weg nach Wincheringen.

Unser nächstes Ziel ist auf der L 134 Bilzingen. Wir sind jetzt an sich schon wieder in der groben Richtung Saarburg. Hinter Bilzingen geht es links ab nach Fisch (K 111) und jetzt „riecht“ es schon stark nach Pause, denn an der nächsten Einmündung (L 135) biegen wir rechts ab nach Mannebach (Kümmern).

In dem Ort Mannebach wartet eine kleine Brauerei auf uns mit selbstgebrautem Bier und gut bürgerlicher Küche. Wem die Käseplatte ganz besonders gut schmecken sollte, der kann auch im Anschluss in der dorfansässigen Käserei noch Proviant für die Tour kaufen.

Von Mannebach rollen wir über die K 112 nach Tawern und halten uns dann in Richtung Temmels (Fellerich). Auf der L 136 genießen wir dabei „talwärts“ bei unserer Fahrt nach Temmels den schönen Blick auf die Mosel. Unten angekommen geht es nach links auf die B 419 nach Wellen, bzw. vorher der Vorfahrtsstraße folgend über die Moselbrücke nach Grevenmacher.

Wir sind jetzt im „benachbarten Ausland“ und das Großherzogtum Luxemburg hat uns als Motorradfahrer einiges zu bieten. Außer einigen kurvenreichen Strecken (die wir auch noch in späteren Anderstouren abfahren) ausgesprochen günstige Spritpreise. Wer also den Tank noch nicht gefüllt hat, kann es auf unserer heutigen „kurzen Stippvisite“ in Luxemburg erledigen. Je nach Gusto oder Vorlieben kann der „orale Lustbefriediger“ noch seine „Vorräte an Nikotinstengeln“ auffüllen (man erkennt unschwer den Nichtraucher) oder das ein oder andere Paket Kaffee kostengünstig im Tankrucksack verstauen.

Nachdem jetzt alles erledigt ist fahren wir in die Ortslage Grevenmacher auf der Hauptdurchgangsstraße ein, orientieren uns dann an einem Kreuzungsbereich nach rechts, um alsbald nach links auf die CR 137 nach Munschecker (Manternach) abzubiegen. Wer sich die Route durch die Ortslage ersparen möchte kann der Uferpromenade in Richtung Wasserbillig folgen um dann später nach links Wegweisung Autobahn abzubiegen. Dieser „Zubringer“ kommt in der Folge auch auf die CR 137 nach Munschecker.

Wir bleiben weiterhin auf der CR 137 und fahren über Berbourg nach Bech. Hier biegen wir in der Ortslage Bech nach links ab in Richtung Consdorf.

In Consdorf folgen wir der Beschilderung Müllerthal (Beaufort) und fahren jetzt auf der CR 364.

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ACHTUNG, nicht versehentlich den unmittelbaren Wegweisungen (CR 137) nach Berdorf folgen, es entgeht euch sonst eine wirklich schöne Wegstrecke. Alsbald geht es für uns erneut nach rechts „bergab“ bis zur nächsten Kreuzung, wo es uns zweimal unmittelbar aufeinander folgend nach rechts in Richtung Berdorf zieht. Achtung auf der Wegstrecke kreuzt der ein oder andere Wanderweg, so dass es durchaus nicht selten vorkommt, dass uns in der Waldpassage größere Gruppen von Wanderern begegnen, die den Müllerthal-Trail per pedes bewältigen.

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In der Ortslage Berdorf biegen wir dann an der Kreuzung links ab in Richtung Echternach. Es geht dann wieder ein kleines Stück an wunderschönen Felsen vorbei talabwärts und an der Sauer angekommen führt uns unser Weg nach rechts in den Ort Echternach (N 10). Echternach ist, gegründet von dem heiligen Willibrord 698 n. Chr. die älteste Stadt Luxemburgs. Ausgehend vom Abteiplatz bis zum Zielort, der alten Basilika, findet hier alljährlich am Dienstag nach Pfingsten die sogenannte „Springprozession“ statt. Seit 2010 ist diese Prozession Weltkulturerbe der UNESCO. Zu Marschmusik „springen“ hier die Pilgergruppen durch den Echternacher Stadtkern. Am Marktplatz finden wir noch ein anderes interes-santes Gebäude, welches als Fotomotiv taugt, das ehemalige Gerichtshaus der „Dingstuhl“ oder auch „Dënzelt“ auf luxemburgisch. Abgeleitet wird der Begriff „Ding“ aus dem Althochdeutschen. Schon zu Zeiten der Kelten wurden die „Things“ abgehalten, die „Beratungen“, welche heute am ehesten mit einer Bürgerversammlung oder auch Gerichtsverhandlungen gleichzusetzen sind. Auf der Hauptdurchgangsstraße rollen wir mitten durchs Zentrum von Echternach. Der Marktplatz lädt dabei durchaus zum Verweilen auf einer der sonnigen Terrassen ein, wenn man denn in Sommermonaten einen der raren Sitzplätze ergattern kann. Am Flusslauf der Sauer angekommen verlassen wir das Großherzogtum Luxemburg nach links über eine kleine Brücke.

Viel falsch machen können wir jetzt nicht mehr. Wir sind auf der B 418 und lassen den kleinen Grenzfluss die Sauer immer zu unserer Rechten. So geht es „grobe Richtung Trier“ am Fluss entlang und durch einige kleine Ortschaften, respektive an diesen vorbei.

Minden, Edingen, Godendorf und dann folgt Ralingen. Wer vergessen haben sollte zu tanken, der kann nochmals zügig über die Sauer und im luxembur-gischen Rosport den Tank der Maschine füllen. Ansonsten führt uns unser Weg weiter nach Wintersdorf. Nach einer 90 o Linkskurve rollen wir in den kleinen Ort. Wen der Hunger bereits übermannt, der sollte jetzt langsam machen, denn unmittelbar an der folgenden Einmündung (Kersch) befindet sich „Hildes Bauernstübchen“. Ganz unscheinbar ist man zügig dran vorbei, wenn man das kleine Bauerncafe nicht kennt.

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Insbesondere an Wochenenden lohnt sich der Halt. Die Kuchentheke ist dann prall gefüllt und man kann entweder auf der kleinen „Terrasse“ Platz nehmen oder in der kleinen Stube, die einen 70er Jahre Charme versprüht. Die Kuchenauswahl erinnert an eine Dorfkirmes und alles ist hausgemacht und ausgesprochen schmackhaft.

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Wer sich noch ein paar Minuten gedulden kann, der folgt der B 418 weiter an Metzdorf vorbei und fährt dann in den folgenden Ort Mesenich ein. Hier ist jetzt unser finaler Haltepunkt der „Johannishof“ (Trierer Str. 24).

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Wir lassen hier im „Johannishof“ unsere Anderstour ausklingen, bei einem gut bürgerlichen Essen von der kleinen, aber feinen Speisekarte oder einem Stück Kuchen. Für unsere „auswärtigen Tourer“ bietet sich der „Johannishof“ auch als Basislager für die Touren in der Region an. Die es etwas ruhiger haben wollen können hier weg vom Trubel in der Stadt Trier nächtigen und die weiteren Anderstouren unter die Räder nehmen. Im unmittelbar angrenzenden Wasserbillig kann man dann auch noch sein „Tankbudget“ im Rahmen halten und die Maschinen vor Fahrantritt mit günstigem „Luxemburger Sprit“ betanken.

Die Tipps in Sachen Rasten und Verpflegen sind, wie gewohnt, ergänzt und in Kürze werden wir uns in einer richtig kurvenreichen Region unseres Nachbarlandes herumtreiben.

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