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Kategorien-Archiv: Anderstouren

Goethe war auch schon in Neapel

14 Freitag Nov 2025

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren

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Amalfiküste, Neapel, Phlegräische Felder, Vesuv

Vedi Napoli e puoi muori! Neapel sehen und sterben! Angeblich soll der deutsche „Vorzeigepoet“ Goethe dies, bei seinem Besuch in der süditalienischen Stadt, gesagt haben.

Also – organisch geht es mir bislang noch gut und unser Besuch in Neapel liegt nun bereits einige Wochen zurück. Das ich im Kopf anders „ticke“ als „normale Menschen“ steht nicht in einem kausalen Zusammenhang mit unserem Aufenthalt in Neapel. Verrückt war ich bereits vorher und das ist auch gut so. Lebendig bin ich, nach Stand der Dinge, ebenfalls. Somit ist ein zeitnahes Ableben des geneigten Betrachters der Stadt, nach einem Besuch Neapels, nicht die zwingende Folge.

Es scheint sich demnach eher um eine Metapher des deutschen Dichters gehandelt zu haben, dass Neapel in seiner Schönheit und Pracht erlebt zu haben, von nichts im späteren Leben eines Menschen mehr übertroffen werden kann.

Das lassen wir zunächst einmal unkommentiert im Raum stehen.

Wir hatten ja gerade erst die Sache mit touristischen Höhepunkten im Zusammenhang mit den Cinque Terre thematisiert. Kommen wir also jetzt zu der Amalfiküste und der sagenumwobenen Küstenstraße Amalfitana. Um 1850 eröffnet hat die SS 163 von Sorrent bis Vietri sul Mare natürlich etwas. Traumhafte Ausblicke und eine wunderschöne Streckenführung, die uns kurvenreich an der Topographie der Küste entlangführt.

Stopp! Traumhaft für Sozius oder Beifahrer, sollten wir die Route vielleicht stilecht im Fiat 500 oder einem Alfa Spider befahren. Mit einem Zweirad raten wir zu einem Scooter. Die in Italien beliebten 150er sind dabei völlig ausreichend.

Ansonsten ist das Befahren des Mittleren Ringes um München zur Haupturlaubszeit stressfreier als eine Tour mit einem Motorrad entlang der Amalfitana. Natürlich ist alles auf der Welt Geschmacksache. Aber ich würde jetzt „Topfschlagen in einem Minenfeld“ auch nicht als Belustigung für einen Kindergeburtstag vorschlagen.

Nicht falsch verstehen! Die Amalfiküste gehört nicht umsonst zum Weltkulturerbe und bietet wunderbare Aussichten auf die Küste und die umliegenden Dörfer. NUR – als Motorradtour für jemand, der gerne entspannt einen sauberen Strich fährt und dabei Strecke und Kurven im Vordergrund stehen, für den ist die Amalfitana denkbar ungeeignet. Man steht mehr, als das man fährt.

Wer aber sagt: „Das nehme ich in Kauf. Ich will einfach die Region kennenlernen und die Landschaft genießen“ – Der fährt die Amalfitana entlang und lässt die Fahrdynamik außer Acht.

„Alles nicht so wichtig. Ich schaue mir Amalfi an und Umgebung an und rolle längs der Küste mit permanentem Meeresblick.“

Dann genießen wir in Amalfi das wilde Treiben an der Uferpromenade und dem kleinen Hafen und in Vietri sul Mare betrachten wir die schönen Keramiken in Verbindung mit der Altstadt des Ortes.

Unter diesem Aspekt kommen wir auch bei Hochbetrieb an der Amalfiküste auf unsere Kosten.

Aber wir haben ja noch weitere Protagonisten in räumlicher Nähe zu Neapel.

Einer dieser Hauptdarsteller ist zweifelsohne der Vesuv. Der 1.281 m hohe aktive Vulkan zieht jeden in den Bann, der sich in der Nähe von Neapel aufhält. Bis 79 n. Chr. war der Berg noch um einiges höher. Bei dem berühmten Ausbruch, der von Plinius dem Jüngeren beobachtet und dokumentiert wurde, hatte es den Gipfel des Berges regelrecht weggesprengt und die Städte Pompeji und Herculaneum verschüttet.

Die Neapolitaner haben mit der ständigen Bedrohung durch den aktiven Vulkan leben gelernt. Und ein touristischer Anziehungspunkt ist der Vesuv allemal. Für mich ist der Vesuv das Wahrzeichen Neapels. Aus jeder Fahrtrichtung kommend wirkt er wie DAS Denkmal der Stadt.

Und das Bad an der Küste im Meer, mit dem Vesuv als Hintergrund, wird uns auf ewig im Gedächtnis bleiben.

Die Zufahrt hinauf zum Krater bietet dem Betrachter einen fantastischen Blick auf die riesige Stadt Neapel und die Bucht. Einen schöneren Blick, um Neapel als Ganzes zu sehen, wird es kaum geben.

Für Seismologen ist der Vesuv aber nicht einmal der „Titelheld“ in Sachen vulkanischer Aktivität in der Region rundum Neapel.

Die Phlegräischen Felder unmittelbar bei Neapel werden, mit ihrer hohen vulkanischen Aktivität, als Supervulkan eingestuft. Ihre räumliche Ausdehnung beträgt ca. 200 km2. Also ein riesiges Gebiet in dem nicht nur die Einwohner Neapels, sondern in den Randgebieten etwa 350.000 Menschen leben.

Hätten wir nicht den Hintergrund zu den Phlegräischen Feldern gehabt, dann wäre unser Eindruck an dem Aussichtspunkt, den wir angefahren hatten, mehr als zwiespältig gewesen.

Die „Rauchwolken“ im ungastlichen Niemandsland hätten auch von einer „illegalen Müllkippe“ stammen können auf der Altreifen verbrannt werden.

Hat man jedoch die aktuellen Ergebnisse von Fachleuten im Hinterkopf, die auf den Phlegräischen Feldern Gesteine und eine Magma-Art gefunden haben, die mit der vom letzten großen Ausbruch im Jahr 1538 übereinstimmt, dann begegnet man der „Müllkippe“ mit dem nötigen Respekt und Ehrfurcht.


Sollten sich diese beiden schlummernden Riesen Vesuv und Phlegräischen Felder überlegen auszubrechen, dann ist es besser nicht in räumlicher Nähe zu den „Kollegen“ zu sein. Gruß an die Influencer: Auch nicht um Selfies zu machen!

Wie steht es nun um den Satz: Neapel sehen und sterben?

Italien ist wie ein riesiges Mosaik, welches ein wunderschönes Gesamtbild ergibt. Neapel und die Region um diese riesige Stadt sollte man einmal gesehen haben. Aber sie ist in dem Gesamtmosaik Italien nur ein kleines Bausteinchen.

Jedoch wäre das Bild eben nicht komplett, wenn dieses Mosaiksteinchen fehlen würde. STERBEN müsst IHR aber nicht. Dafür gibt es in Italien noch viel zu viel zu sehen. Also auf geht es Leute! Macht Euch selbst euer Bild über Italien und fügt dem großartigen Mosaik Italien das Mosaiksteinchen Neapel und Umgebung hinzu.


Eine Runde durch Apulien

09 Donnerstag Okt 2025

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren

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Apulien, Castel Monte, Matera, Stauferkaiser Friedrich II, Trulli

Wie sagte einst ein kluger Mann: Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn wir vergessen, was wir gelernt haben!

Schöner kann man eigentlich nicht umschreiben was mit meinem „erlernten Schulwissen“ in großen Teilen passiert ist. VERGESSEN!

Da Geschichte immer zu meinen Lieblingsfächern in der Schule zählte, ist von dieser Sparte mehr hängen geblieben als Fragmente. Grüße an meinen Mathematiklehrer und die binomischen Formeln – hier ist ein schwarzes Loch.

Also machen wir uns heute auf unsere Apulienrunde mit einem Bildungsauftrag.

Beginnen wir einfach mit der „steinernen Krone Apuliens“. Als unsere Italienrundfahrt uns bis hinunter nach Apulien führte, war das Castel Monte eine zwingende Fotopause mit Besichtigung für mich.

Den Beinamen „steinerne Krone Apuliens“ erhielt das Bauwerk, weil seine achteckige Bauform an eine Krone erinnert. Erbaut hat dieses Castel der Stauferkaiser Friedrich II., ein Enkel vom berühmten Friedrich Barbarossa.

Die Burg liegt auf einem 540 m hohen Hügel und ist wegen der umliegenden Topographie weithin sichtbar.

Einfach nur ein Symbol der Macht, eine Trutzburg unter dem Aspekt der Verteidigung oder ganz andere Hintergründe? Bis heute streiten sich die Fachleute was diese beeindruckende Festung letztendlich darstellen und bezwecken sollte.

Und das ist, meiner Meinung nach, gut so. Man muss nicht alles wissen. Vielleicht hatte Friedrich II. auch ganz andere Hintergründe was den Bau des Castel betrifft und es war ihm einfach lästig sie der Nachwelt näher zu erläutern.

Denn Friedrich war ein „cleverer Fuchs“ und ein gewiefter Diplomat. Der Friede von Jaffa von 1229 gibt darüber beredtes Zeugnis. Ein Kreuzfahrer der durch diplomatisches Geschick, ohne Blutvergießen, den Christen Zugang zu den Heiligtümern von Jerusalem verschafft. Alle Achtung. UN und all die anderen heutigen politischen Wichtigtuer auf unserem Planeten sollten sich an Friedrich ein Beispiel nehmen.

Wir betrachten staunend sein Castel von außen und innen.

Lächeln über die kaiserliche Toilette und hören die Ausführungen über die Falkenjagd, welche Friedrich zu Papier brachte und seine weitere Passion war.

Reisen bedeutet eben die Welt mit anderen Augen zu sehen und lehrt Toleranz.

Ein deutscher Kaiser aus einem deutschen Adelsgeschlecht, der auch Sohn Apuliens genannt wurde. Tolerantes und weltoffenes Europa im Mittelalter.

Wir rollen weiter und wollen uns anschauen wofür Apulien noch bekannt und berühmt ist. Da gibt es diese kleinen Rundhäuser, die auf den ersten Blick auch der Filmkulisse von „Herr der Ringe“ entsprungen sein könnten und den Hobbits Unterschlupf gewähren. Die Trulli.

Der Ort Alberobello ist bekannt für seine Trulli und der Anziehungspunkt für jeden Apulienurlauber, der die kleinen Häuschen näher betrachten will.

Seit 1996 sind sie auch UNESCO-Weltkulturerbe. Die charakteristischen Rundhäuser mit ihren, sich nach oben verjüngenden Steindächern, erinnern mich immer an die Zipfelmützen eines Zwerges.

Ja Leute – ich weiß. Mit mir geht häufig die Phantasie durch und ich hoffe inständig, dass dies noch ganz lange so bleibt.

Architektonisch nennt man diese konischen Steindächer mit dem, sie abschließenden Schlussstein, auch Kraggewölbe.

In der Zufahrt auf den Landstraßen rund um Alberobello sieht man in den Feldern einige dieser Trulli. Hier finde ich sie um einiges authentischer als die massive Ansammlung der kleinen Häuser in Alberobello. Ursprünglich dienten die Trulli nämlich als Stallungen oder Lager, sowie als temporäre Unterkünfte für die Bauern und Landarbeiter, die das umliegende Land urbar machten.

Natürlich hat der Ortskern von Alberobello eine eher touristisch orientierte Anmutung. Nichtsdestotrotz sollte man es einmal gesehen haben.

Apropos gesehen haben. Hätten wir in einer derartigen Touristenhochburg nicht erwartet und waren deshalb mehr als angenehm überrascht. Das „Terra Mossa“, ein Restaurant unmittelbar im Zugangsbereich vom Parkplatz zu den Trulli. Der Salat mit Rosmarinkartoffeln und frittierten Tintenfischen – ein Gedicht. Die Crostini mit Thunfischtartar und Pistazien – ebenfalls.

Von Alberobello geht es für uns nun in Richtung Westen. Wir wollen in Europas Kulturhauptstadt des Jahres 2019. Matera war die erste Stadt in Süditalien der diese Ehre zu Teil wurde.

Hintergrund dieser Ehrung waren sicherlich die „Sassi“, die Höhlensiedlungen im Bereich der Altstadt. Die Sassi sind bereits seit 1993 UNESCO Welterbe. Der Bereich rund um Matera war bereits in der Jungsteinzeit besiedelt worden und gilt als eine der ältesten Städte der Welt.

Die „Sassi“ waren anfangs natürliche Höhlen, die im Laufe der Zeit von ihren Bewohnern immer weiter ausgebaut wurden, da sich das Gestein gut bearbeiten ließ. So entstand letztendlich eine Höhlenstadt, die der Autor Carlo Levi in seinem Buch „Christus kam nur bis Eboli“ ziemlich drastisch beschrieb. Zumindest drastischer als es in der Realität tatsächlich war. Dies hatte zur Folge, dass die italienische Regierung in den 50er Jahren fast 30.000 Bewohner umgesiedelt hat. 1986 hat man dann die „Sassi“ unter Denkmalschutz gestellt und heute sind sie der Touristenmagnet in Matera.

Filmliebhaber kennen Matera aber noch aus einem anderen Grund. 2021 diente die pittoreske Altstadt als Kulisse zu dem James-Bond-Film „Keine Zeit zu sterben“ mit Daniel Craig.

Bei der actionreichen Verfolgungsjagd in der Altstadt von Matera hatte der schöne Aston Martin DB 5 arg gelitten.

Gut gegessen haben wir hier auch. In der Pizzeria „Van Gogh“ gemütlich in der Fußgängerzone unweit des Palazzo Lanfranchi, der das Museo d`Arte in Matera beherbergt.

Irgendwann machen wir uns wieder auf den Rückweg in Richtung Norden und rollen gemütlich über Altamura zurück zu unserem Stauferkaiser Friedrich wo unsere heutige Runde begonnen hat.

Fahrerisch war es hier sicherlich keine große Herausforderung – aber gelernt haben wir viel. NEIN – nicht so wie früher in der Schule mit dem Frontalunterricht.

Auf einer Motorradtour lernt man ganz anders, als es „normale Urlauber“ meistenteils können. Wir haben auf unseren Motorradtouren nach dem berühmten Spruch gelernt: Lächle und die Welt wird sich Dir öffnen!

Wie z. B. der liebenswerte Herr am Castel Monte, der mit Akribie seine sanitären Einrichtungen für die Touristen sauber hielt. Von den meisten natürlich unbemerkt. Ein einfaches Lächeln und „Grazie“ hat gereicht und er erzählte uns, dass er bei der Apfelernte in unserer neuen Heimat im Vinschgau als Pflücker arbeitet. Mit einem Strahlen im Gesicht wünschte er uns und unserer Gruppe eine gute Weiterfahrt.

So ergeht es uns fast immer und fast überall wo wir in Italien auf Menschen treffen.

Vielleicht ist einst Friedrich II. den Sarazenenfürsten in Jaffa auch mit einem freundlichen Lächeln begegnet und hat damit seinem Gegenüber Wertschätzung signalisiert. Ich glaube der Besuch auf Castel Monte wirkt schon – zumindest bei mir.

Viel Spaß beim Nachfahren und beim Erfahren.


Achterbahn Gardasee-Ost Monte Baldo

24 Mittwoch Sept 2025

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren

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Gardasee, Monte Baldo

Bei Gardasee-Touristen hört man häufig in den Gesprächen: Wir waren heute auf dem Monte Baldo!

Das suggeriert dem geneigten Zuhörer, dass es sich hier um EINEN Berggipfel handelt, was so nicht ganz korrekt ist.

„Klugscheißermodus“ an: Der Monte Baldo ist eine Bergkette, die sich im Bereich Ostufer des Gardasees entlangschlängelt. Auf ihrer Länge von ca. 38 km überquert sie dabei auch die Provinzgrenzen von Trient und Verona und trennt das Ostufer des Gardasees vom Etschtal. Trennen ist dabei der richtige Ausdruck, denn mit einigen Gipfeln jenseits der 2.000 m kann man von einer räumlichen Trennung sprechen. „Klugscheißermodus“ aus!

Die Bergkette des Monte Baldo ist ein „Muss“, wenn man Urlaub am Gardasee verbringt. Egal ob auf Schusters Rappen, mit dem Mountainbike oder dem Motorrad.

Die einfache Variante ist mit der Seilbahn von Malcesine aus nach oben auf die Höhe. Alle restlichen Alternativen sind zwar mit Schweiß verbunden dafür aber auch mit Ausblicken für die Ewigkeit.

Wenn man einige dieser Bilder als Ölgemälde sehen würde, dann käme wahrscheinlich der Satz: Oh wie kitschig!

Aber die Natur und die Realität kann nicht kitschig sein und so genießen wir, gutes Wetter vorausgesetzt, die Aussicht bis weit hinein in die Alpen und hinab zum Gardasee.

Mit dem Motorrad steigen wir kurz hinter Riva del Garda beim Passo San Giovanni ein. Einige werden jetzt müde lächeln, denn mit seinen 287 m ist der San Giovanni eher ein „Hügelchen“.

Er grenzt aber die Bergkette Monte Baldo im Norden ab und im Rahmen unserer Tour geht es noch nach oben bis auf 1.617 m. Der Höhenunterschied von ca. 1.300 m kann sich sehen lassen und übersteigt das was wir oftmals in den Dolomiten erreichen, da hier die „Einstiegshöhen“ in die Pässe um einiges höher liegen.

Nach knapp 25 km bergauf sind wir auf dem Passo di San Valentino und damit bereits auf 1.314 m Höhe.

Der größte Höhenunterschied ist damit gemacht und nun bewegen wir uns, wie auf einem Hochplateau, mal rauf und mal runter. Schmale Streckenführung aber noch passendes Asphaltband und möglicher Gegenverkehr ist weitestgehend gut erkennbar, da das Plateau eine gute Weitsicht gewährleistet und die Straße gut einsehbar ist.

Bocca del Creer ist mit seinen 1.617 m der höchste Punkt und es führt uns weiter über Bocca di Navene (1.425 m) den Höhenzug entlang.

Wir sind jetzt gleich etwa auf Höhe von Malcesine und dem Punkt auf dem Bergmassiv, den man von dort mit der Seilbahn erreichen kann. Oftmals der Einstieg für Wanderer und Mountainbiker.

Was jetzt rechts von unserer Routenführung entlang an Bergen zu sehen ist liegt allesamt jenseits der 2.000 m. Ganz ordentlich, wenn man bedenkt, dass nur ein paar Minuten entfernt von uns die Touristen am Gardasee schwitzen und dies nur wenig über Meereshöhe.

Ab dem Cavallo del Novezza mit seinen 1.433 m geht es für uns abwärts. Also metaphorisch betrachtet. Fahrerisch ist es für uns weiter ein Hochgenuss, denn wir „verbrennen“ auf unserem Weg zum Passo del Casello (1.055 m) knapp 400 Höhenmeter.

Bis Caprino Veronese sind es nun noch etwa 18 km bergab und wir sind mit den 280 Höhenmeter der Ortschaft fast auf dem Niveau unseres Startpunktes angekommen.

Wir liegen nun ziemlich genau östlich von Torri del Benaco, dem schönen kleinen Ort an der Landzunge des Gardasee. Ca. 66 km haben wir jetzt zurückgelegt, fern von den Touristenmassen und wahrscheinlich hat der ein oder die andere in der Sommerkombi sogar leicht gefröstelt.

Schön war es hier oben auf dem Höhenzug und es hat uns gezeigt, der Gardasee ist nicht nur der SEE, sondern auch eine wunderbare Region links und rechts der Uferpromenade.

Viel Spaß beim Nachfahren!

Einmal rund um Bozen

10 Donnerstag Jul 2025

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren

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Cafe Wieterer, Kloster Maria Weißenstein, Rund um Bozen

Gemeinhin sagt man, der Kreis ist der Spiegel der Ewigkeit. Er hat keinen Anfang und kein Ende.

Unser heutiger Kreis hat einen Anfang und auch ein Ende. Ein feines und gemütliches mit bester Aussicht auf einen leckeren Eisbecher. Ich erspare mir an dieser Stelle meinen üblichen Hinweis auf mein „selbst gewähltes Sternzeichen“.

Wir ziehen heute einen wunderbaren Kreis rund um Südtirols Landeshauptstadt Bozen und sind dabei Luftlinie nie mehr als 20 km von der Stadt entfernt. Okay – so ganz rund und geometrisch in Ordnung ist unser Kreis nicht. Archimedes würde sicherlich die Stirn in Falten legen. Aber meines Wissens war Archimedes auch kein Motorradfahrer. Tolerant wie er war könnte er aber heute sicherlich unser Bedürfnis auf den ein oder anderen Schlenker in diesem Kreis nachvollziehen.

Richtung Süden machen wir uns von Terlan und dem Startpunkt Cafe Wieterer aus auf unseren heutigen Weg und schleichen uns über St. Pauls und Eppan an den Kalterer See.

Es geht über den Kreiter Sattel hinüber auf die andere Seite der Etsch nach Auer. Den südlichsten Punkt unserer Tour haben wir damit schon erreicht. Grob orientieren wir uns nun zunächst nach der Beschilderung Val di Fiemme / Val di Fassa. Es geht aufwärts und wir genießen den Ausblick ins Etschtal und hinüber in Richtung Landeshauptstadt Bozen.

Von dieser Hauptroute in das Mekka des italienischen Langlaufsports verbschieden wir uns aber bald. Es geht ins Eggental in Richtung Deutschnofen.

Wir sind heute mit unserem Freund Wolfgang und seiner Kawasaki unterwegs. Wolfgang war „nahezu entsetzt“, dass unsere bisherigen Touren uns noch nicht zum Kloster Maria Weißenstein geführt haben.

Dies gilt es heute nachzuholen. Was soll man sagen? Supertipp von unserem Wolfgang! Auf 1.520 m Höhe erhebt sich majestätisch dieser barocke Prachtbau. Die Historie, wie es zur Errichtung der Basilika und ihrer Bedeutung als Pilgerort gekommen ist, erspare ich mir an dieser Stelle.

Was ich Euch nicht erspare ist mein Gefühl welches ich in einem der Räumlichkeiten der Basilika hatte. Bis an die Decke war der Raum übersät mit Gedenktafeln von Gläubigen, die hier ihren Wünschen oder Erinnerungen Ausdruck verliehen.

Im Eingangsbereich hingen Helme! Motorradhelme und auch Fahrradhelme. Teilweise versehen mit einem Datum. Vielfach versehen mit Aufschriften wie: Fahrt nie ohne Helm!

Ich bin kein gläubiger Mensch. Die Szenerie macht mich dennoch mehr als betroffen. Ich hoffe inständig, dass es nicht für alle Träger oder Trägerinnen der Helme final ausgegangen ist. Und wenn doch – dann soll die Geste mit den Helmen zumindest Freunden und betroffenen Familien dabei geholfen haben, dass sie in Frieden mit dem Moment abschließen konnten.

Was findet ihr noch an der Abtei? Eine schöne kleine Hausbrauerei. Merke: Mönche wussten schon immer was gut ist. Und eine gemütliche und feine Gastronomie mit einem kleinen Biergarten, die zur Einkehr einlädt.

Wir lassen uns nicht zweimal bitten. Schließlich war das genau der Hintergrund warum uns Wolfgang hierhin gelotst hat. Er weiß wo es gut ist. Vielleicht ist er die Reinkarnation eines mittelalterlichen Mönchs. Bei der nächsten Tour werde ich ihn mal „unverfänglich“ nach seinen „Wurzeln“ fragen.

Gut gestärkt machen wir uns wieder auf den Weg. Wie immer in der Region geht es rauf und runter. Rauf heißt konkret in diesem Fall die Steinegger Panoramastraße zu den Sternendörfern Gummer und Steinegg.

Die Ausblicke von hier oben sind einfach zum Niederknien. Es gibt einige Hochplateaus mit schönen Ausblicken auf den Schlern und den Rosengarten. Der von hier oben lässt mich immer wieder staunend mit offenem Mund zurück. Einfach schön.

Weiter geht es mit unserer heutigen Berg- und Talbahn. Wir fahren hinab in das Eisacktal und am Ortsanfang von Bozen geht es wieder hinauf zum Ritten. Hier oben verlebten schon im 19. Jahrhundert die Bozener Bürger, die es sich leisten konnten, die Sommerfrische. Immer im Hinterkopf behalten – Bozen gehört mit zu den wärmsten Städten Italiens. Mancher glaubt es kaum.

Quer geht es für uns über den Ritten. Wenn wir nicht Bozen oder den Schlern mit dem Rosengarten im Blick haben, dann schauen wir hinein ins Sarntal. Genau da führt uns jetzt unsere kurvige Talfahrt hin.
Es heißt ja heute -Einmal rund um Bozen-. Also müssen wir ja irgendwie halbwegs einen Kreis hinbekommen. Es hilft also alles nichts, kurz vor Bozen geht es für uns wieder aufwärts in Richtung Jenesien.

Hinauf auf das Hochplateau Tschögglberg. Fotomotiv ist natürlich wieder der Schlern und der Rosengarten. Aber aus einer anderen Perspektive. Ein passender Punkt für schöne Fotomotive ist unmittelbar vor dem Ort Flaas. Wir folgen alsdann der kurvigen Streckenführung über den Schermoossattel nach Mölten.

Erfahrene „Eisliebhaber“ wie euer Erzähler riechen jetzt schon den Eisbecher. Terlan ist bereits ausgeschrieben auf den Hinweisschildern und so machen wir unsere heutige Rundtour komplett. Bergab mäandert die Straße nach Terlan und dann zum Cafe Wieterer. Füße unter den Tisch und ein breites Grinsen im Gesicht. Gut haben wir das gemacht. Etwas über 150 km Rundstrecke um Bozen erledigt, obwohl wir Luftlinie nie weiter als 20 km entfernt waren. Eine schöne Runde mit wunderbaren Ausblicken und einer durchaus auch anspruchsvollen Strecke.

Danke an Wolfgang für die tollen Einkehrtipps und Euch – Viel Spaß beim Nachfahren.



Sella Ronda – dahin wo alle sind!

12 Donnerstag Jun 2025

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren

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Grödnerjoch, Pordoi, Sella-Ronda, Sellajoch

Oft höre ich den Hinweis: Da musst Du unbedingt hin. Da sind alle!

Dahingehend kann ich nur erwidern: Nichts schreckt mich mehr ab, als ein solcher Ratschlag. Ich will gar nicht an einen Ort, wo auch immer dieser auch liegen mag, der von Allen „heimgesucht“ wird. Ich war auch noch nie im 17. Bundesland von Deutschland Mallorca. Den „Ballermann“ kenne ich insofern auch nur aus Boulevardsendungen im TV oder Zeitungen. Die Begeisterung für gewisse komplett überlaufene Örtlichkeiten erschließt sich mir insofern überhaupt nicht.

Aber heute werde ich mit meiner liebgewonnenen Gewohnheit oder besser gesagt Schrulligkeit brechen. Wir machen uns auf den Weg zur Sella Ronda.

Der Pässehochburg in den Dolomiten nähern wir uns über den Karerpass und grüßen im Vorbeifahren die Wasserfee am Lec de Ergobando, dem Regenbogensee, auch Karersee genannt.

In San Giovanni di Fassa machen wir kurz im Eiscafe Leon d`Oro Pause und nehmen einen Eisbecher zu uns. Der Zuckerhaushalt sollte für die anstehende Runde ordentlich gefüllt sein.

Hinter Canazei fangen wir dann, mit dem Passo Pordoi, unser heutiges Quartett rund um den Sellastock an.

Der Pordoi ist Bestandteil der großen Dolomitenstraße und der Bau wurde bereits 1905 vollendet. Mit seinen 2.239 Metern ist er der höchste asphaltierte Passübergang in den Dolomiten und war schon des Öfteren Zielankunft beim Giro d`Italia. Südlich von uns liegt die Marmolata und der Fedaiapass.

Mit dem Fahrrad wäre ich bereits auf halber Strecke ein Fall für Wiederbelebungsmaßnahmen oder ein Sauerstoffzelt. Mit dem Motorrad genieße ich Streckenverlauf und die traumhafte Umgebung. So bekannte Namen wie Langkofel, Sass Pordoi und Piz Boé zeigen ihre majestätischen Gipfel. Wie immer in Südtirol und dem Trentino Ausblicke für die Ewigkeit.

Im I. Weltkrieg war hier östlich des Pordoijochs das Kampfgebiet der italienischen und österreichischen Truppen. Unten im Tal bei Arabba verlief die Frontlinie.

Der Betrieb nimmt jetzt stetig zu. Aus beiden möglichen Fahrtrichtungen kommen nun, meist in Gruppen, Motorradfahrer hinauf zum Gipfel des Pordoi auf ihrer Runde um den Sellastock.

Wie sagte doch einst ein schlauer Mensch: Die Sicherheit der Menge liegt in der Ordnung und im Respekt vor dem einzelnen. Fahrstil und Überholmanöver einiger Aspiranten lassen mich daran zweifeln ob der Begriff „Respekt“ hier in deren Wortschatz vorkommt. Was ein Berliner XR-Fahrer und seine Kumpels etwas später bei der Abfahrt nach Canazei abhalten erspare ich mir hier näher zu beschreiben. Er wird sich bestimmt „richtig toll“ gefunden haben.

Irgendwie fühle ich mich bestätigt, dass Pässe wie der Rolle, Valles, Brocon oder Manghen eher meiner Einschätzung einer entspannten Pässerunde entsprechen.

Schluss jetzt mit der Unkerei. Schließlich wollen wir heute den touristischen Höhepunkt einer jeden Dolomitenrunde mit dem Motorrad erkunden. Es geht weiter über Arabba zum Campolongo in nördliche Fahrtrichtung zum Grödnerjoch. Der Campolongo ist eigentlich mit dem Wort „unauffällig“ schon hinreichend beschrieben.

Wenn man, wie wir, die heutige kurze Schleife fahren möchte, dann nutzt man ihn um Pordoi und Grödnerjoch miteinander zu verbinden. Wer mehr Zeit für die Runde mitbringt, der sollte den ostwärts gelegenen Valparolapass nutzen. Was wir auch am Campolongo erledigen ist unsere Aufnahme der Verpflegung. Die Pasta Ragu di Cervo sind lecker und füllen unsere Kohlenhydratespeicher umgehend wieder auf.

Also jetzt hinauf zu unserem nächsten Protagonisten der heutigen Runde zum Grödner Joch auf 2.121 m Höhe. Die Einheimischen hier in dieser Region und im Grödnertal weiter bergabwärts, gehören der ladinischen Sprachgruppe in Südtirol an. Die Sprache hat etwas Melodisches und ich höre den Menschen hier gerne zu. Egal was besprochen wird – es hört sich immer unaufgeregt und freundlich an.

Wir haben wieder den Langkofel im Blick mit seiner namensgebenden langestreckten Südwand. Richtung Osten können wir bis ins Gadertal blicken. Der Weg dorthin über das Würzjoch würde aber heute den zeitlichen Rahmen sprengen. Wir sind südlich vom Naturpark Puez-Geisler, einem traumhaften Gebiet für alle, die sich die Dolomiten auf Schusters Rappen erschließen möchten. Denn wie heißt es so schön: Nur wo Du zu Fuß warst, bist Du auch wirklich gewesen.

Aber für uns geht es jetzt erst einmal mit unserer KTM bergab. Unser Weg führt uns jedoch nicht in die Touristenhochburgen Wolkenstein, St. Christina oder St. Ulrich sondern wieder hinauf zum Sellajoch. Es geht wieder aufwärts bis auf 2.218 m Höhe zum Jouf de Sela, wie die Ladiner zum Sellajoch sagen.

Am 14. Juli 1946 hielten ca. 3.000 Ladiner hier oben auf dem Sellajoch eine Großkundgebung ab. Ihr Ziel war der Anschluss ihrer Täler und eigentlich von ganz Südtirol an Österreich. Bekanntermaßen dauerte es noch eine lange Zeit bis den Südtirolern zumindest ihre gewünschte Autonomie zugestanden wurde.

Das Sellajoch ist die Verbindung zwischen dem Grödnertal und dem Fassatal im Trentino. Und genau in das Fassatal zieht es uns jetzt zum Abschluss unserer Runde wieder hin. Schwungvoll geht es die Kurven des Sellajochs nach unten in Richtung Canazei.

Die Ausblicke bei unserer heutigen Runde sind einfach grandios. Gefühlt könnte man hinter jeder Kehre haltmachen, Landschaft genießen und zur Erinnerung einige Fotos machen. Apropos Gefühl. Für mich ist es heute ähnlich zwiespältig wie beim Ausblick auf das Stilfserjoch.

Wir haben jetzt Anfang Juni. Noch zwei Wochen und diese heutige Runde hat mit Genuss nicht mehr viel zu tun. Dann ist der „Berliner XR-Fahrer“ mit seinen Kumpels nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel und man hat alle Hände voll zu tun um die Sella-Ronda sauber zu absolvieren, weil die Aufmerksamkeit größtenteils diesen Aspiranten gilt und nicht dem eigenen sauberen Strich. Von entspannt reden wir dann gar nicht mehr.

Ich wünsche Euch allen eine tolle Motorradsaison in „unseren Bergen“. WIR werden aber sicherlich die „Hochsaison“ dort zubringen wo sich der Betrieb in Grenzen hält und einem die „Windgesichter“ bei der Pause am Rifugio mit einem wissenden Gesichtsausdruck zuzwinkern.

„Wir wissen warum wir hier sind und nicht da wo ALLE sind!“



Verbinde was zusammengehört oder Kombiniere Teil II

08 Donnerstag Aug 2024

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren

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Eggental, Ritten, Schermoossattel, Sternendorf, Tschöggelberg

Das eine traumhafte Motorradtour durch die Regionen Südtirol oder das Trentino auch (fast) ohne Pässe funktioniert habe ich euch zurückliegend bereits gezeigt und nähergebracht. Okay – den ein oder anderen nicht ganz so netten Kommentar habe ich dafür geerntet, aber das macht nichts. Das Miteinander in der Szene der Motorradfahrer*innen hat sich eben in den letzten Jahrzehnten in ähnlicher Form geändert wie im menschlichen Alltag und WIR sind da auch nur ein Spiegelbild der Gesellschaft.

Also jetzt wieder für diejenigen, die in Sachen Touren ähnlich „ticken“ wie ich, eine schöne Kombination an Strecken, die man in unterschiedlicher Form miteinander verbinden kann. Fernab vom Trubel und fernab vom hektischen Betrieb, aber immer mit einem traumhaften Blick auf die Bergriesen Südtirols und der Dolomiten.

Das Hochplateau Tschögglberg ist so eine Route. Mittlerweile hat sich diese Strecke zu einer unserer Favoriten „gemausert“. Sogar als „Transitroute“ bietet sie sich an, wenn man das erforderliche Zeitfenster hat. Denn die „Mebo“ unten im Etschtal ist an manchen Tagen mit Temperaturen gesegnet, die einem das Gefühl vermitteln von einem Heißluftfön bestrahlt zu werden. Hier oben ist es ein Traum. Von den Temperaturen bis hin zu den Ausblicken. In Vöran kann man noch per pedes zum Knottnkino oder in Jenesien die Erdpyramiden bewundern.

Oder man legt schon eine Verpflegungspause im Gasthof Tomanegger, unmittelbar an unserer Route zwischen Flaas und Jenesien ein.

Zum nächsten Part der passfreien Kombination geht es kurz abwärts ins Sarntal und dann wieder hinauf wo schon seit Generationen die Einwohner von Bozen die „Sommerfrische“ genießen. In schmaler Streckenführung immer mit wunderbarem Blick, entweder hinein in das Sarntal oder hinunter zur Landeshauptstadt Bozen, geht es über Wangen nach Oberrinn und Klobenstein.

Wer noch ein paar zusätzliche Meter investiert, der kann in Lengmoos im Gasthaus Amtmann Verpflegung aufnehmen. Man sitzt schön gemütlich im Biergarten und genießt die sehr gute Küche.

Dann geht es wieder abwärts in Richtung Bozen respektive Eisacktal. Unser Ziel ist der kleine Ort Blumau. Aufgepasst – weil die Abzweigung hoch nach Steinegg kann man schnell übersehen. Also wieder aufwärts in die kühleren Gefilde und den Bereich der wunderbaren Ausblicke. Es mutet zwischenzeitlich fast kitschig an wie in einem Heimatfilm von Luis Trenker. Nur waren die noch schwarzweiß. Für uns erstrahlt hingegen alles in wunderbaren Farben. Der Schlern und der Rosengarten mit Latemar und auch die Vajolettürme zum Greifen nah. Eigentlich kann man hier stundenlang sitzen und sich nur darüber freuen einfach da zu sein. Okay – eine Kaminwurz oder ein Bergkäse wären dabei auch hilfreich.

Kennt ihr das erste europäische „Sternendorf“? Wenn nicht – dann sei euch mitgeteilt, dass ihr auf dem richtigen Weg dahin seid. Die Gemeinde Karneid mit ihren Dörfern Steinegg, Gummer und Karneid bilden nämlich dieses erste europäische Sternendorf. Eine Sternenwarte, ein Observatorium und ein Planetenweg gehören mit dazu. Man hat es hier oben eingerichtet, weil es hier den schönsten Sternenhimmel Italiens geben soll. Wir glauben das sofort.

Aber jetzt erst einmal wieder abwärts mit uns und unseren Maschinen bis zur SS 241 der Zufahrt zum Karerpass, der wir aber nur bis Birchabruck folgen. Dann geht es für uns nämlich wieder weg vom Trubel in Richtung Deutschnofen und ins Eggental.

Wenn solch bekannte Regionen wie Rosengarten und Latemar rufen, dann lassen viele das Eggental gerne links oder rechts liegen. Vollkommen zu Unrecht aber gut für uns. Im Winter ist hier richtig Betrieb angesagt, denn es rufen 90 alpine Pistenkilometern und 80 km Langlaufloipen. Den Sommerurlaubern bietet das Eggental 500 km Wanderwege und rund 200 km Routen für die Mountainbiker.

Was jetzt noch abschließend folgt ist unser Weg über Montan und Auer an den Kalterer See. Und von hier aus habt ihr ja von meinen „alten Routen“ ein ausreichendes weiteres Angebot.

Viel Spaß beim Nachfahren und beim Verbinden von Routen, die einfach zusammengehören. Und diesmal gehört sogar der Blick in die Sterne mit hinzu.



Ich kombiniere

19 Freitag Jul 2024

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren

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Karerpass, Karersee, Passo Valles, San Pellegrino

Unsere neue Heimat ist ein asphaltgewordener Motorradtraum. Einmal natürlich wegen der Menschen und der traumhaften Gegend. Aber auch weil man sich hier unten in Südtirol, Trentino, Belluno und Veneto als Motorradfahrer einfach nicht „verfahren“ kann.

Das ist super! Denn auch wenn man eine Abzweigung übersieht und den eigentlich vorgeplanten Weg verpasst und eine andere Strecke nimmt, es kommt immer wieder zum gleichen faszinierenden Ende. Man fährt eine traumhafte Strecke, mit neuen Eindrücken, tollen Bildern und Erinnerungen. Und am Ende hat man in seinem Portfolio an Motorradstrecken eine unendliche Sammlung an Varianten, die man miteinander kombinieren und verbinden kann.

So etwas machen wir heute. Könnt ihr euch noch an unsere Traumrunde Passo Rolle, Brocon und Manghenpass erinnern? Wenn nicht ist das kein Problem. Schließlich könnt ihr sie hier auf der Blogseite nochmals nachlesen und recherchieren.

Aber wir sind ja mit kombinieren beschäftigt. Und so fahren wir heute einfach zunächst in Richtung des besagten Passo Rolle und ca. 9 km vor der Passhöhe biegen wir bei Paneveggio links ab, um der schmalen Streckenführung zum Passo Valles zu folgen. Knapp über 2.000 m geht es nun für uns nach oben.

Oben heißt für uns dann konkret, dass wie sämtliche Klischees aus Berg- und Heimatfilmen erfüllt sehen.

Eine kleine pittoreske Kapelle auf der Anhöhe. Kühe auf der Almwiese mit Glockengeläut und ein wunderbarer Blick in die Ferne. Der Passo Valles liegt im Nationalpark Paneveggio. 2003 war der Valles Bestandteil einer Bergetappe des Giro d`Italia. Damals ging es vom Rolle über den Valles zum San Pellegrino mit der tollen Abfahrt hinab nach Moena.

Falsch machen können wir auch jetzt nichts, also rollen wir talabwärts in Richtung Falcade. Und unser nächster Darsteller ist auch schon ausgeschildert. Es geht zum Passo San Pellegrino, im Süden der bekannten Marmolada gelegen. Im Winter ein stark frequentiertes Skigebiet, haben wir jetzt bei der Auffahrt den ein oder anderen Fahrradfahrer als Begleiter auf der Strecke.

Apropos Begleiter. Euer Erzähler hat bei der Auffahrt zum Rolle und Valles  nicht schlecht gestaunt, als ein „ziemlich durchtrainierter“ Sportler auf seinen Langlaufrollski den Rolle aufwärts strebte. Mit streben meine ich, dass Radfahrer schon Probleme hatten sein Tempo zu halten. Was einem hier in den Bergen und auf den Pässen an ambitionierten Sportlern begegnet ist schon bemerkenswert. Wahrscheinlich erkennen wir den Burschen bei der nächsten Winterolympiade bei irgendeiner Langlaufdisziplin wieder und können dann sagen: Hey, den Jungen haben wir beim Sommertraining in den Bergen gesehen.

Wie bei der Giro-Bergetappe 2003 geht es jetzt für uns vom San Pellegrino abwärts nach Moena ins Fassatal. In Vigo di Fassa ist der nächste Protagonist unserer heutigen Tour bereits ausgezeichnet. Der Karerpass – traumhaft an den Hängen des Latemar gelegen und Grenze zwischen Südtirol und Trentino. Unten im Fassatal hört er noch auf seinen Namen Passo Costalunga. Wir fahren ihn, von hier unten aus dem Fassatal kommend, lieber bergauf, als aus der Richtung Bozen kommend. Irgendwie ist der Streckenverlauf und die Ausblicke für uns harmonischer. Aber – wie so oft im Leben ist alles Geschmacksache.

Je nach Zeitfenster kann man jetzt sogar noch eine kleine Extra-Schleife einbinden und macht noch einen „Schlenker“ über den Nigersattel und dann am Schlern vorbei abwärts ins Eisacktal.

Wir fahren am Karersee vorbei, werfen schnell einen Blick auf den „Regenbogensee“ oder „Lec de Ergobando“ wie ihn die Ladiner nennen. Das die wunderschöne Wasserfee von einst noch den See bewohnt steht bei dem Touristentrubel allerdings nicht zu erwarten. Wahrscheinlich sitzt sie oben am Rosengarten an der Tafel vom Zwergenkönig Laurin und beide wünschen sich die Ruhe früherer Zeiten zurück.

Wer unser heutiges Motto „Ich kombiniere“ noch auf die Spitze treiben will, der kann bei Birchabruck noch in Richtung Eggental abbiegen. Denn wie heißt es so schön bei der Definition? Eine Kombination ist eine sinnvolle Verbindung unterschiedlicher Dinge oder eine geistige Verknüpfung. Und wenn eine Verbindung oder Verknüpfung von mehreren schönen Motorradstrecken nicht sinnvoll ist – WAS DANN?

Viel Spaß beim Nachfahren.

Forza Corsa Rosa

21 Freitag Jun 2024

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren

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Bergetappe, Giro d`Italia, Manghenpass, Passo Brocon, Passo Rolle

Zeit hat man nicht, man nimmt sie sich für Menschen die einem wichtig sind oder für Dinge, die einem wichtig sind. Wir nehmen uns die Zeit um zu genießen. Denn man kann nie wissen wieviel Zeit man noch auf dem Planeten verbringen darf, um selbige zu genießen.

Das machen wir mittlerweile ausgiebig. Selbst zu „Zeitpunkten“ an denen diese speziellen Gedanken einen heimsuchen: Eigentlich müsste man jetzt doch…..!

Darauf kann man dann wirklich nur eines antworten: Einen Scheiß muss ich, denn heute möchte ich viel lieber……. Z. B. Motorradfahren. Und genau das machen wir heute und begeben uns auf die Spuren des Giro d`Italia.

Die 17. Tagesetappe vom 22. Mai 2024 hat es uns heute angetan. Zumindest in Teilen. Soll heißen? Wir picken uns heute ein paar besonders schöne Stellen dieser Bergetappe heraus und genießen mal wieder den Tag und unser Leben. Also auf geht`s.

Bei Neumarkt geht es für uns wieder einmal bergauf in Richtung Montan und den Passo San Lugano. Dann orientieren wir uns in Richtung Val di Fiemme, also ins Fleimstal. Bei unseren letzten Touren sind wir ja hier häufiger in Richtung Trento und das schöne kurvige Cembratal abgebogen. Gemach Leute – kurvig wird es noch in einem mehr als ausreichenden Ausmaß.

So richtig los damit geht es ab Predazzo, auch einer Wintersporthochburg Italiens. Es geht aufwärts zu unserem ersten Protagonisten aus dem Giro d`Italia, dem Passo Rolle.

Knappe 20 km sind es nun von Predazzo zur Passhöhe. Wunderbare Streckenführung mit einer Steigung, die von 4,8 % bis zu 10 % maximal schwankt. Den Lago di Forte Buso lassen wir dabei, natürlich nach kurzer Fotopause, rechts liegen. Gesamt kommen wir auf etwa 44 km und 40 Kehren.

Der Rolle ist einer der ältesten Straßenpässe der Dolomiten und liegt im Parco Regionale Paneveggio. Der 1.970 m hohe Passo Rolle verbindet das nordische Ski-Mekka Val di Fiemme mit dem Valle Cismon, einem der südlichsten Dolomitentäler. Und diesem Auftrag kommt er wirklich erstklassig nach. Wieder einmal wunderbare Aussichten auf die Bergriesen, die in ihrer Form die Dolomiten so einzigartig machen. Wir genießen den Blick auf Tognazza, Punta Rolle und Cimon della Pala.

Der Passo Rolle war wohl schon seit 1820 befahrbar, wurde aber 1872 neugebaut. Auch hier haben wir aber wieder einmal eine militärische Historie. Im I. Weltkrieg wurde er erneut saniert, weil der Passo Rolle Bedeutung für die österreichischen Armee hatte. Über den Pass lief der Nachschub der Österreicher zur Piavefront. Seit 1919 war der Pass dann italienisches Staatsgebiet.

Heutzutage spielt so etwas keinerlei Rolle mehr, was für ein geniales Wortspiel. Beim Giro d`Italia fahren die Profiteams mit ihren bunt gemischten Fahrernationalitäten die Etappen und die Bergwertungen ohne einen Gedanken an die blutige Historie zu verschwenden. Gut so.

Wir fahren jetzt die Südrampe abwärts über San Martino di Castrozza. Typisch italienisch nehmen wir uns noch Zeit für einen schnellen Kaffee. Natürlich bei uns noch ergänzt mit einem Stück Kuchen.

Dann geht es zu unserem nächsten Protagonisten der heutigen Tour. Dem Passo Brocon. Beim diesjährigen Giro kamen die Radprofis zweimal in den Genuss hier hochzufahren. Wer auf diesem Weg noch eine Alternative einbauen möchte, der kann zwischen den Ortschaften Imer und Canal San Bovo noch über den kleinen Passo di Gobbera fahren. Nur ein kleiner „Schlenker“, der nicht viel Zeit kostet.

Wie soll es anders sein im Bereich der Alpenregion und speziell der Dolomiten? Auch der Brocon hat seine spezielle Historie. Im 19. Jahrhundert verbrachte irgendwie ganz Europa seine Zeit damit sich gegenseitig den Schädel einzuschlagen. Bei einer dieser Auseinandersetzungen verlor Österreich-Ungarn den Bereich Venetien an Italien.

Wer also jetzt, vom Passo Rolle kommend, in das Suganertal wollte, der musste als „Österreicher“ ein kleines Stück durch das italienische Territorium reisen. Für das österreichische Militär ein eher abwegiger Gedanke.

Also baute man von 1907 bis 1909 zügig die 45 km lange Passage, die wir jetzt mit unseren Maschinen als Passo Brocon nutzen können. Apropos Nutzen! Der militärische Nutzen des Passes hatte sich mit Ende des I. Weltkrieges erledigt, da der komplette Bereich nun zu Italien gehörte und der vormalige Sinn des österreichischen Militärs nun „sinnfrei“ war.

Heute nutzen ihn im Grunde genommen lediglich noch die Anwohner der Region, Fahrradfahrer und WIR. Nicht überlaufen, mit schöner Streckenführung ist der Passo Brocon, zwischen dem Vanoital und dem Val del Tesino, für uns ein Gedicht. Der Brocon hat Glück, dass er nicht näher an unserem Wohnort liegt. Ansonsten würde ich ihn täglich rauf und runter fahren. Einfach wunderbar, bei nahezu perfektem Asphalt.

Was machen wir jetzt? Wie so häufig im Leben haben wir Alternativen. Die Eiligen unter uns, die auf unserem nächsten größeren Zwischenziel eine längere Pause einlegen möchten, wählen die die SP 75 weiter abwärts bis Grigno und dann auf der SS 47 zackig und zügig bis Castelnuovo. Für die lediglich 12 km erlauben wir uns dann diesen Abstecher auf eine SS.

Die anderen folgen ab Casino Tesino der Routenführung über den Passo della Forcella. Kann man machen und dabei wieder einmal die Ruhe genießen. In Castello Tesino schmunzeln wir etwas über die rosa Schirmchen-Dekoration im Stadtbild. Aber selbst das versprüht hier einen gewissen Charme.

Ab Borgo Valsugana geht es dann hinauf zu unserem „neu gewonnenen Freund“ dem Passo Manghen.

Auf den etwa 23 km haben wir jetzt 1.630 Höhenmeter zu überwinden bis zur Passhöhe auf 2.042 m. Seit unserer ersten Begegnung sind wir Fans geworden vom Manghenpass und die Südrampe ist wirklich einfach wunderbar zu fahren. Ein Traum mit Asphaltdecke und tollen Aussichten auf der Passhöhe und der Manghenhütte. Den Manghenpass hatten wir ja schon ausgiebig betrachtet und bebildert in unserer letzten Tour „Ab in den Süden“.

So – das war es jetzt eigentlich mit unserer Reminiszenz an den Giro d`Italia und insbesondere an das „Maglia Azzurra“ – das Bergtrikot des Giro. Das haben wir uns heute mit den ganzen Bergprüfungen unterschiedlicher Kategorien sicherlich verdient. Das „Maglia Rosa“ maßen wir uns nicht an. Das steht einzig und allein dem Gesamtsieger des Giro zu.

Insofern können wir es jetzt ruhig und entspannt angehen lassen und fahren genau mit dieser entspannten Gelassenheit in Richtung Heimat. Zurück über den San Lugano und Neumarkt, mit einem abschließenden Blick auf den Kalterer See nach Eppan und dann über die Mebo und den Vinschgau zurück nach Schlanders.

Viel Spaß beim Nachfahren! Denn der Passo Rolle spielt eine Rolle.


Hey, ab in den Süden – Der Sonne hinterher

07 Freitag Jun 2024

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren

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Fersental, Levico Terme, Manghenpass

weiter geht es mit: Ey-yo, was geht – bei dem Partyhit von einem gewissen Buddy. Das machen wir heute auch so. Wir orientieren uns in Richtung Süden, genauer gesagt Südosten und schauen mal wo uns die Reise hinführt. Der Sonne hinterher oder entgegen – wie man es nimmt. Seit wir hier unten in Südtirol angekommen sind hat die Region mehr Regenwasser abbekommen als die Jahre zuvor. Möglicherweise sind WIR dafür ursächlich und haben den Regen aus unserer „alten Eifel- und Hunsrückregion“ mit nach Norditalien gebracht. Ergo – wir müssen Richtung Süden, denn da ist üblicherweise auch die Sonne zu finden.

Im D-Zugtempo erledigen wir zunächst unsere Anfahrt in den eigentlichen Bereich, den wir heute erkunden wollen.

Also, wie so häufig, den Vinschgau hinunter in Richtung von Meran und dann kurz vor der Landeshauptstadt Bozen ab zum Kalterer See.

Wir orientieren uns wieder einmal nach Neumarkt und alsdann aufwärts nach Montan zum Passo Lugano. Die richtige Streckenführung um uns langsam einzuschwingen. Wie bei einem langsamen Walzer, bevor die Takte der Melodie dann schneller werden.

Wir wollen zunächst in Richtung Fleimstal oder Valle di Fiemme. Also das Tal, welches Hochburg für den nordischen Skisport Italiens ist.

Der erste Höhepunkt für uns ist heute der Manghenpass, welcher das Fleimstal mit dem Suganertal oder Valsugana verbindet.

Für die italienschen Motorradfahrer*innen, die aus dem Süden kommen ist der Manghenpass das Tor zu den Dolomiten und seinen bekannten Strecken.

Deshalb ist der Pass für viele zweiradelnde Urlauber aus Deutschland und Österreich eher ein unbekanntes Ziel, da sie sich lieber an den großen Namen in den Dolomiten abarbeiten. Gut für uns – es herrscht hier Ruhe. Von Molina aus haben wir bis Castelnuovo jetzt fast 40 km vor uns.

Die Nordrampe des Manghen führt uns auf schmaler Streckenführung durch den Wald bergan. Viele vergleichen dem Streckenabschnitt sogar mit der ungleich bekannteren Südrampe des Passo Giau. Bitte nicht weitersagen, sonst nimmt hier der Verkehr zu, weil das natürlich direkt Begehrlichkeiten weckt.

Kurz vor der 2.042 m hohen Passhöhe liegt der idyllische Lago Cadinello und eine kleine Einkehrmöglichkeit zur Stärkung finden wir natürlich auch noch.

Die Baita Manghen Hütte ist eine absolute Einkehrempfehlung. Nicht nur die Aussicht ist phänomenal, auch die Küche ist ausgezeichnet. Und auf wunderbare Art und Weise bodenständig und regional.

Da wird die Polenta, die zu einigen der Speisen als Beilage gereicht wird, auf einem Ofen täglich frisch zubereitet. Der stolze Koch erklärte der besten Sozia von Allen (und natürlich auch der besten Köchin von allen), wie er die Polenta „mindestens 1 Stunde rührend“ auf dem Ofen im Messingtopf zubereitet. Weltklasse!

Ambitionierte Fahrradfahrer zählen die Südanfahrt zum Manghenpass zu den langen und harten Anstiegen der italienischen Alpen. Wir fahren die Route weniger kraftraubend mit dem Motorrad abwärts und genießen den traumhaften Ausblick.

Wir sind jetzt im Suganertal, welches sich vom Lago Caldonazzo bis nach Bassano del Grappa zieht. Wir haben aber heute nur den kleinen Streckenabschnitt von Castelnuovo nach Levico Therme vor uns. Das ist schnell erledigt.

Fahrradfahrer haben die Region auch schon entdeckt. Auf dem ca. 80 km langen Radweg geht es kommod von Levico Therme bis Bassano del Grappa. Eine gemütliche Tour für die ganze Familie durch eine wunderschöne Region.

Levico Therme ist bekannt für seine Thermalquellen. Hat etwas von Baden-Baden in Italien. Aber für mich etwas mehr Charme und nicht die „Schicki-Micki-Anmutung“. Das Wasser soll einzigartig sein in Italien und u. a. von Stress verursachte Erschöpfungszustände behandeln. Die Zeiten sind bei uns vorbei. Stress haben wir keinen mehr und wir machen uns auch keinen mehr. Die gedankliche Entscheidung ob es jetzt Pizza, Pasta oder doch ein Menü gibt verursacht bei mir keinerlei Stress, sondern eher ein wohliges Gefühl. Vielleicht ist ja noch Platz für Dolce?

Also hinunter an den See von Levico Terme und im Restaurant La Taverna ausgiebig gespeist und den Feinkostcontainer gefüllt. Die Pizzen waren ausgesprochen lecker und der Blick auf den See tat sein Übriges die Pause zu einem bleibenden Erlebnis zu machen.

Jetzt geht es entweder für uns am Lago di Levico vorbei oder wir nehmen die kurvige Variante über den kleinen Passo del Compet. Der ist irgendwie genauso unauffällig wie der Passo San Lugano, aber man kann ihn „mitnehmen“, wenn man schon mal da ist.

Apropos schon mal da ist! Wer ein ausreichend großes Zeitfenster für die heutige Tour mitbracht hat, der kann sich noch in Richtung Süden zwischen Caldonazzo und Santa Giuliana orientieren. Hier wartet dann der Kaiserjägerweg auf Euch, der durchaus auch reizvoll ist, aber dann ergänzend eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt. Weil? Steil, eng und kurvig. Aber landschaftlich ausgesprochen reizvoll und eben auch noch mit der üblichen Historie belastet, welche die Region rund um Südtirol, Trentino und Dolomiten eben mit sich bringt. Sagt uns aber auch schon der Name „Kaiserjäger“.

Eigentlich sind wir jetzt auf dem Weg zum Passo Redebus. Von Pergine Valsugana aus geht das entweder auf direktem Weg über die SP 9 oder man macht den kleinen Schlenker durch das Fersental, auf Italienisch Valle die Mocheni. Die Einheimischen nennen es auch „Bersntol“. Es ist eine bayrisch-alemannische Mundart, die auch rechtlich, ähnlich wie das Ladinische, als Minderheitensprache anerkannt ist. Bei noch knapp 2.000 Einwohnern des Fersentals, die diese Mundart sprechen, ziehe ich den Hut vor der Toleranz und der Akzeptanz durch die italienische Regierung.

So – genug abgeschweift. Es geht hinauf auf den Passo Redebus. Von Canezza aus sind wir knappe 13 km unterwegs bis auf die 1.455 m hohe Spitze.

Dann geht es weiter in Richtung von alten Bekannten. Die Route im Cembratal noch in Erinnerung? Grob geht es wieder in die Richtung, zumindest zum namensgebenden Ort Cembra.

Wer möchte kann unterwegs noch kurz den Abstecher nach Segonzano machen und hier wieder ein Wunderwerk der Natur betrachten. Bis zu 20 m hoch ragen hier die Erdpyramiden in die Höhe und sind natürlich ein häufiges und gern genommenes Fotomotiv.

Neues gesehen haben wir heute schon genug und so nehmen wir einen bekannten Weg in Richtung Heimat. Über den kleinen Croce delle Serre geht es hinüber und dann abwärts ins Etschtal.

Dann lassen wir unsere Maschine entspannt am Ufer der Etsch entlang bis Neumarkt laufen und schlagen unseren alten Weg in Richtung der Weinliebhaber nach Tramin und Kaltern ein.

Wer hat jetzt noch ausgiebigen Appetit und sucht nach entsprechenden Anlaufstellen? Da haben wir jetzt noch unsere üblichen Verdächtigen rund um die o. a. Ortschaften.

Die da wären: Restaurant Klughammer – direkt am Kalterer See; der Altenburger Hof – schön erhöht in Altenburg oberhalb vom Kalterer See; das Cafe S`Platzl – direkt am Marktplatz in Tramin und GANZ NEU im Bunde das Cafe Peter Paul – in St. Pauls mitten im Ort mit einer phänomenalen Kuchenauswahl (DANKE an Juri – ist ein Supertipp).

So – jetzt haben wir wirklich rundherum alles „klar Schiff“ und müssten jede/n zufrieden gestellt haben. Fehlt also nur noch unser gemütlicher Heimweg durch den Vinschgau zurück nach Schlanders.

Wie war das jetzt noch mit dem: Ab in den Süden? Es war ein traumhafter Abstecher mit bleibenden Erinnerungen und dem Fazit, dass wir in unserer Hitliste der Pässe den Manghenpass in vorderster Front mit aufnehmen. Er hat sich redlich eine Platzierung zwischen unseren Podestplätzen Gavia und Albula verdient. Traumhaft! Und darum war es auch nicht das letzte Mal, dass wir IHN besucht haben. Der Monte Grappa ruft nach uns und auf dem Weg nach Bassano del Grappa liegt der Manghen unmittelbar in der Einflugschneise. Also auf bald – wir sehen uns. Ci vediamo, a presto.

Viel Spaß beim Nachfahren!



Es müssen nicht immer Pässe sein

24 Freitag Mai 2024

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren

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Buschenschank Baumann, Hafling, Höhenstraße, Jenesien, Ritten

Ja Leute – alles klar. Ich habe hier textlich eine Anleihe bei Johannes Mario Simmel und seinem Romantitel „Es muss nicht immer Kaviar sein“ genommen. Irgendwie hat es sich angeboten und ich konnte nicht widerstehen.

Südtirol und das angrenzende Trentino, sowie Belluno sind nicht nur Pässe, Pässe und nochmals Pässe. Ich denke, mit dem Cembratal und dem Eggental habe ich euch erst kürzlich gezeigt wie kurvenreich und landschaftlich interessant auch der topografische Rest der Region ist.

Deshalb geht es heute wieder los. Und zwar auf die Höhe und die einmal gewonnene Höhe verlassen wir nur sporadisch auf unserer heutigen Route.

Es geht zunächst wieder einmal durch den Vinschgau bis nach Meran. Dann orientieren wir uns in Richtung Hafling und rollen an Schloss Trauttmansdorff vorbei bergan.

Die Gemeinde Hafling, mit ihren knapp über 800 Einwohnern, hat den berühmten Haflingerpferden ihren Namen gegeben. 2024 feiern diese gutmütigen und vielseitigen Pferde ihr 150-jähriges Jubiläum. Das gerade bei Wintersportlern bekannte Meran 2000 liegt hier oben und ist im Sommer ein Wanderparadies.

Die Streckenführung hinauf nach Hafling gibt schon wunderbare Ausblicke frei hinunter ins Etschtal und nach Meran. Überhaupt ist heute wieder eine dieser Touren, die zwar an Kilometern gar nicht so immens sind, aber zeitlich schon einen Aufwand mit sich bringen. Denn im Grunde genommen könnte man alle hundert Meter anhalten und erneut Fotoaufnahmen machen. Wieder einmal Ausblicke, die einem das Herz aufgehen lassen und für die Ewigkeit sind.

Über Vöran führt unser Weg auf der Hochebene des Tschöggelbergs nach Mölten. Man könnte hier auch über die SP 98 abwärts nach Terlan fahren, was wir aber nicht tun.

Wir orientieren uns auf die schmale SP 99 und fahren alsdann über Flaas nach Jenesien. Eine wunderbare Route. Eng und kurvig schlängelt sich die Straße hier entlang bis nach Jenesien und hat etwas Meditatives. Solange kein Gegenverkehr kommt, denn dann erfordert sie besondere Aufmerksamkeit. Wer sein Wissen in Sachen Haflinger noch auffrischen möchte, der kann in Jenesien das Haflingermuseum besuchen. So – damit sind wir auch unserem Bildungsauftrag in ausreichender Form nachgekommen.

Jetzt geht es erst einmal abwärts. Und zwar in Richtung der Landeshauptstadt Bozen. Den wunderbaren Blick ins Tal nach Bozen haben wir permanent bei unserer Abfahrt.

Wir wollen nun dahin wo die Bozener Bürger*innen seit einer gefühlten Ewigkeit die „Sommerfrische“ begehen. Aufwärts zum Ritten. Und dafür nutzen wir zunächst die Hauptroute durch das Sarntal, bevor wir alsbald rechts abbiegen.

Also geht es wieder aufwärts. Das heißt in unserem Fall, kurvig bergan bis Wangen und dann auf dem Plateau weiter bis Klobenstein.

Hier sind wir bereits wieder 1.140 m hoch über dem Eisacktal. Klobenstein ist der Hauptort hier auf dem Ritten und auch bei Spitzensportlern bekannt. Das Eisstadion, die Ritten-Arena, gilt als die schnellste Freiluftbahn der Welt.

Gegen zügige Kurven haben wir nichts einzuwenden, jedoch liegt mir Eis eher als Gelato in einem leckeren Eisbecher. Unsere Route hat aber noch weitere Leckereien zu bieten und so geht es für uns weiter über Lengstein in Richtung Barbian, das Dorf mit dem „schiefen Turm“.

Der Turm der Pfarrkirche neigt sich tatsächlich sichtbar aus dem Lot. Mit seinen 1, 57 m sogar etwas „schiefer“ als der um einiges bekanntere schiefe Turm von Pisa.

Dann geht es weiter hinab ins Eisacktal in das „Künstlerdorf“ Klausen, unserem Wendepunkt der heutigen Route.

Es geht zurück in Richtung Bozen, aber nur um bei Waidbruck links in Richtung Grödnertal, respektive Kastelruth abzubiegen.

Die Heimat der bekannten „Kastelruther Spatzen“ lassen wir links liegen. Nicht weil mir die Musikrichtung nicht liegt, das auch, aber hauptsächlich weil wir in Richtung des Schlerngebietes wollen. Die Gemeinde Katelruth umfasst insgesamt elf Fraktionen, die auf 2.000 Höhenmeter verteilt liegen. Wahnsinn! St. Vigil auf seinen 720 Höhenmetern ist dabei der tiefste Punkt. Drei der Fraktionen sind dabei bewohnt von ladinisch sprechender Bevölkerung. Ich höre den Ladinern gerne zu bei ihren Unterhaltungen, weil ihre Sprache etwas Melodisches hat. Wer sich davon überzeugen möchte, der kann auch gerne einmal in die Lieder der Popgruppe „Ganes“ (ladinisch für Fee oder Wassernixen) reinhören. Man fühlt sich irgendwie auch an die irische Sängerin Enya und ihre mystischen keltischen Lieder erinnert.

Aber jetzt auf nach Seis, dorthin wo die bekannte Hochalm liegt, und nach Völs am Schlern. Den bekannten und mit seinem markanten Plateau weithin gut sichtbaren Schlern haben wir von der Rittner Seite aus bereits ausreichend bewundern können.

Funde aus der Kupferzeit belegen, dass dieses Gebiet rund um den Schlern bereits im 4. Jahrtausend vor Christus besiedelt wurde.

Unser Weg führt uns nun wieder abwärts in Richtung Eisacktal. Dabei passieren wir auch die Abzweigung in Richtung Nigersattel und Karerpass. Wer also noch ein üppiges Zeitfenster haben sollte, der kann hier noch einen kurvigen Schlenker einbauen.

Wir haben jetzt erst einmal Hunger und sorgen dafür, dass dieser ausreichend gestillt wird. Unsere Fahrt geht in Richtung Bozen, aber vorher biegen wir nochmals kurz nach rechts ab auf die Rittner Landstraße. Denn unser Ziel ist der Buschenschank Baumann und hier machen wir unsere wohlverdiente große Pause mit ausreichender Aufnahme von Nahrungsmitteln. Das haben wir uns verdient und wir müssen ja auch die ganzen Eindrücke entsprechend sacken lassen.

Dabei können wir uns Zeit lassen, denn unser Heimweg ist schnell erklärt und schnell erledigt. Es geht durch die Landeshauptstadt Bozen, kurz auf die Mebo in Richtung Meran, die wir aber bei der Abfahrt Eppan bereits wieder verlassen.

Erfahrene Anderstourer kennen die Route schon. Es geht bei Frangart in Richtung Andrian und dann schleichen wir am Hang, auf kleinen Straßen entlang, über Nals nach Prißian und Tisens.

Dann das kurze Teilstück des Gampen abwärts nach Lana, um über Meran wieder durch den Vinschgau unseren Ausgangsort Schlanders zu erreichen.

KEIN Pass heute! Aber nichts vermisst und ausreichend Eindrücke, Landschaft und Kurven genossen. Viel Spaß beim Nachfahren.



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