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~ der etwas andere Motorradblog

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Kategorien-Archiv: Anderstouren

Ich kombiniere

19 Freitag Jul 2024

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren

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Karerpass, Karersee, Passo Valles, San Pellegrino

Unsere neue Heimat ist ein asphaltgewordener Motorradtraum. Einmal natürlich wegen der Menschen und der traumhaften Gegend. Aber auch weil man sich hier unten in Südtirol, Trentino, Belluno und Veneto als Motorradfahrer einfach nicht „verfahren“ kann.

Das ist super! Denn auch wenn man eine Abzweigung übersieht und den eigentlich vorgeplanten Weg verpasst und eine andere Strecke nimmt, es kommt immer wieder zum gleichen faszinierenden Ende. Man fährt eine traumhafte Strecke, mit neuen Eindrücken, tollen Bildern und Erinnerungen. Und am Ende hat man in seinem Portfolio an Motorradstrecken eine unendliche Sammlung an Varianten, die man miteinander kombinieren und verbinden kann.

So etwas machen wir heute. Könnt ihr euch noch an unsere Traumrunde Passo Rolle, Brocon und Manghenpass erinnern? Wenn nicht ist das kein Problem. Schließlich könnt ihr sie hier auf der Blogseite nochmals nachlesen und recherchieren.

Aber wir sind ja mit kombinieren beschäftigt. Und so fahren wir heute einfach zunächst in Richtung des besagten Passo Rolle und ca. 9 km vor der Passhöhe biegen wir bei Paneveggio links ab, um der schmalen Streckenführung zum Passo Valles zu folgen. Knapp über 2.000 m geht es nun für uns nach oben.

Oben heißt für uns dann konkret, dass wie sämtliche Klischees aus Berg- und Heimatfilmen erfüllt sehen.

Eine kleine pittoreske Kapelle auf der Anhöhe. Kühe auf der Almwiese mit Glockengeläut und ein wunderbarer Blick in die Ferne. Der Passo Valles liegt im Nationalpark Paneveggio. 2003 war der Valles Bestandteil einer Bergetappe des Giro d`Italia. Damals ging es vom Rolle über den Valles zum San Pellegrino mit der tollen Abfahrt hinab nach Moena.

Falsch machen können wir auch jetzt nichts, also rollen wir talabwärts in Richtung Falcade. Und unser nächster Darsteller ist auch schon ausgeschildert. Es geht zum Passo San Pellegrino, im Süden der bekannten Marmolada gelegen. Im Winter ein stark frequentiertes Skigebiet, haben wir jetzt bei der Auffahrt den ein oder anderen Fahrradfahrer als Begleiter auf der Strecke.

Apropos Begleiter. Euer Erzähler hat bei der Auffahrt zum Rolle und Valles  nicht schlecht gestaunt, als ein „ziemlich durchtrainierter“ Sportler auf seinen Langlaufrollski den Rolle aufwärts strebte. Mit streben meine ich, dass Radfahrer schon Probleme hatten sein Tempo zu halten. Was einem hier in den Bergen und auf den Pässen an ambitionierten Sportlern begegnet ist schon bemerkenswert. Wahrscheinlich erkennen wir den Burschen bei der nächsten Winterolympiade bei irgendeiner Langlaufdisziplin wieder und können dann sagen: Hey, den Jungen haben wir beim Sommertraining in den Bergen gesehen.

Wie bei der Giro-Bergetappe 2003 geht es jetzt für uns vom San Pellegrino abwärts nach Moena ins Fassatal. In Vigo di Fassa ist der nächste Protagonist unserer heutigen Tour bereits ausgezeichnet. Der Karerpass – traumhaft an den Hängen des Latemar gelegen und Grenze zwischen Südtirol und Trentino. Unten im Fassatal hört er noch auf seinen Namen Passo Costalunga. Wir fahren ihn, von hier unten aus dem Fassatal kommend, lieber bergauf, als aus der Richtung Bozen kommend. Irgendwie ist der Streckenverlauf und die Ausblicke für uns harmonischer. Aber – wie so oft im Leben ist alles Geschmacksache.

Je nach Zeitfenster kann man jetzt sogar noch eine kleine Extra-Schleife einbinden und macht noch einen „Schlenker“ über den Nigersattel und dann am Schlern vorbei abwärts ins Eisacktal.

Wir fahren am Karersee vorbei, werfen schnell einen Blick auf den „Regenbogensee“ oder „Lec de Ergobando“ wie ihn die Ladiner nennen. Das die wunderschöne Wasserfee von einst noch den See bewohnt steht bei dem Touristentrubel allerdings nicht zu erwarten. Wahrscheinlich sitzt sie oben am Rosengarten an der Tafel vom Zwergenkönig Laurin und beide wünschen sich die Ruhe früherer Zeiten zurück.

Wer unser heutiges Motto „Ich kombiniere“ noch auf die Spitze treiben will, der kann bei Birchabruck noch in Richtung Eggental abbiegen. Denn wie heißt es so schön bei der Definition? Eine Kombination ist eine sinnvolle Verbindung unterschiedlicher Dinge oder eine geistige Verknüpfung. Und wenn eine Verbindung oder Verknüpfung von mehreren schönen Motorradstrecken nicht sinnvoll ist – WAS DANN?

Viel Spaß beim Nachfahren.

Forza Corsa Rosa

21 Freitag Jun 2024

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren

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Bergetappe, Giro d`Italia, Manghenpass, Passo Brocon, Passo Rolle

Zeit hat man nicht, man nimmt sie sich für Menschen die einem wichtig sind oder für Dinge, die einem wichtig sind. Wir nehmen uns die Zeit um zu genießen. Denn man kann nie wissen wieviel Zeit man noch auf dem Planeten verbringen darf, um selbige zu genießen.

Das machen wir mittlerweile ausgiebig. Selbst zu „Zeitpunkten“ an denen diese speziellen Gedanken einen heimsuchen: Eigentlich müsste man jetzt doch…..!

Darauf kann man dann wirklich nur eines antworten: Einen Scheiß muss ich, denn heute möchte ich viel lieber……. Z. B. Motorradfahren. Und genau das machen wir heute und begeben uns auf die Spuren des Giro d`Italia.

Die 17. Tagesetappe vom 22. Mai 2024 hat es uns heute angetan. Zumindest in Teilen. Soll heißen? Wir picken uns heute ein paar besonders schöne Stellen dieser Bergetappe heraus und genießen mal wieder den Tag und unser Leben. Also auf geht`s.

Bei Neumarkt geht es für uns wieder einmal bergauf in Richtung Montan und den Passo San Lugano. Dann orientieren wir uns in Richtung Val di Fiemme, also ins Fleimstal. Bei unseren letzten Touren sind wir ja hier häufiger in Richtung Trento und das schöne kurvige Cembratal abgebogen. Gemach Leute – kurvig wird es noch in einem mehr als ausreichenden Ausmaß.

So richtig los damit geht es ab Predazzo, auch einer Wintersporthochburg Italiens. Es geht aufwärts zu unserem ersten Protagonisten aus dem Giro d`Italia, dem Passo Rolle.

Knappe 20 km sind es nun von Predazzo zur Passhöhe. Wunderbare Streckenführung mit einer Steigung, die von 4,8 % bis zu 10 % maximal schwankt. Den Lago di Forte Buso lassen wir dabei, natürlich nach kurzer Fotopause, rechts liegen. Gesamt kommen wir auf etwa 44 km und 40 Kehren.

Der Rolle ist einer der ältesten Straßenpässe der Dolomiten und liegt im Parco Regionale Paneveggio. Der 1.970 m hohe Passo Rolle verbindet das nordische Ski-Mekka Val di Fiemme mit dem Valle Cismon, einem der südlichsten Dolomitentäler. Und diesem Auftrag kommt er wirklich erstklassig nach. Wieder einmal wunderbare Aussichten auf die Bergriesen, die in ihrer Form die Dolomiten so einzigartig machen. Wir genießen den Blick auf Tognazza, Punta Rolle und Cimon della Pala.

Der Passo Rolle war wohl schon seit 1820 befahrbar, wurde aber 1872 neugebaut. Auch hier haben wir aber wieder einmal eine militärische Historie. Im I. Weltkrieg wurde er erneut saniert, weil der Passo Rolle Bedeutung für die österreichischen Armee hatte. Über den Pass lief der Nachschub der Österreicher zur Piavefront. Seit 1919 war der Pass dann italienisches Staatsgebiet.

Heutzutage spielt so etwas keinerlei Rolle mehr, was für ein geniales Wortspiel. Beim Giro d`Italia fahren die Profiteams mit ihren bunt gemischten Fahrernationalitäten die Etappen und die Bergwertungen ohne einen Gedanken an die blutige Historie zu verschwenden. Gut so.

Wir fahren jetzt die Südrampe abwärts über San Martino di Castrozza. Typisch italienisch nehmen wir uns noch Zeit für einen schnellen Kaffee. Natürlich bei uns noch ergänzt mit einem Stück Kuchen.

Dann geht es zu unserem nächsten Protagonisten der heutigen Tour. Dem Passo Brocon. Beim diesjährigen Giro kamen die Radprofis zweimal in den Genuss hier hochzufahren. Wer auf diesem Weg noch eine Alternative einbauen möchte, der kann zwischen den Ortschaften Imer und Canal San Bovo noch über den kleinen Passo di Gobbera fahren. Nur ein kleiner „Schlenker“, der nicht viel Zeit kostet.

Wie soll es anders sein im Bereich der Alpenregion und speziell der Dolomiten? Auch der Brocon hat seine spezielle Historie. Im 19. Jahrhundert verbrachte irgendwie ganz Europa seine Zeit damit sich gegenseitig den Schädel einzuschlagen. Bei einer dieser Auseinandersetzungen verlor Österreich-Ungarn den Bereich Venetien an Italien.

Wer also jetzt, vom Passo Rolle kommend, in das Suganertal wollte, der musste als „Österreicher“ ein kleines Stück durch das italienische Territorium reisen. Für das österreichische Militär ein eher abwegiger Gedanke.

Also baute man von 1907 bis 1909 zügig die 45 km lange Passage, die wir jetzt mit unseren Maschinen als Passo Brocon nutzen können. Apropos Nutzen! Der militärische Nutzen des Passes hatte sich mit Ende des I. Weltkrieges erledigt, da der komplette Bereich nun zu Italien gehörte und der vormalige Sinn des österreichischen Militärs nun „sinnfrei“ war.

Heute nutzen ihn im Grunde genommen lediglich noch die Anwohner der Region, Fahrradfahrer und WIR. Nicht überlaufen, mit schöner Streckenführung ist der Passo Brocon, zwischen dem Vanoital und dem Val del Tesino, für uns ein Gedicht. Der Brocon hat Glück, dass er nicht näher an unserem Wohnort liegt. Ansonsten würde ich ihn täglich rauf und runter fahren. Einfach wunderbar, bei nahezu perfektem Asphalt.

Was machen wir jetzt? Wie so häufig im Leben haben wir Alternativen. Die Eiligen unter uns, die auf unserem nächsten größeren Zwischenziel eine längere Pause einlegen möchten, wählen die die SP 75 weiter abwärts bis Grigno und dann auf der SS 47 zackig und zügig bis Castelnuovo. Für die lediglich 12 km erlauben wir uns dann diesen Abstecher auf eine SS.

Die anderen folgen ab Casino Tesino der Routenführung über den Passo della Forcella. Kann man machen und dabei wieder einmal die Ruhe genießen. In Castello Tesino schmunzeln wir etwas über die rosa Schirmchen-Dekoration im Stadtbild. Aber selbst das versprüht hier einen gewissen Charme.

Ab Borgo Valsugana geht es dann hinauf zu unserem „neu gewonnenen Freund“ dem Passo Manghen.

Auf den etwa 23 km haben wir jetzt 1.630 Höhenmeter zu überwinden bis zur Passhöhe auf 2.042 m. Seit unserer ersten Begegnung sind wir Fans geworden vom Manghenpass und die Südrampe ist wirklich einfach wunderbar zu fahren. Ein Traum mit Asphaltdecke und tollen Aussichten auf der Passhöhe und der Manghenhütte. Den Manghenpass hatten wir ja schon ausgiebig betrachtet und bebildert in unserer letzten Tour „Ab in den Süden“.

So – das war es jetzt eigentlich mit unserer Reminiszenz an den Giro d`Italia und insbesondere an das „Maglia Azzurra“ – das Bergtrikot des Giro. Das haben wir uns heute mit den ganzen Bergprüfungen unterschiedlicher Kategorien sicherlich verdient. Das „Maglia Rosa“ maßen wir uns nicht an. Das steht einzig und allein dem Gesamtsieger des Giro zu.

Insofern können wir es jetzt ruhig und entspannt angehen lassen und fahren genau mit dieser entspannten Gelassenheit in Richtung Heimat. Zurück über den San Lugano und Neumarkt, mit einem abschließenden Blick auf den Kalterer See nach Eppan und dann über die Mebo und den Vinschgau zurück nach Schlanders.

Viel Spaß beim Nachfahren! Denn der Passo Rolle spielt eine Rolle.


Hey, ab in den Süden – Der Sonne hinterher

07 Freitag Jun 2024

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren

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Fersental, Levico Terme, Manghenpass

weiter geht es mit: Ey-yo, was geht – bei dem Partyhit von einem gewissen Buddy. Das machen wir heute auch so. Wir orientieren uns in Richtung Süden, genauer gesagt Südosten und schauen mal wo uns die Reise hinführt. Der Sonne hinterher oder entgegen – wie man es nimmt. Seit wir hier unten in Südtirol angekommen sind hat die Region mehr Regenwasser abbekommen als die Jahre zuvor. Möglicherweise sind WIR dafür ursächlich und haben den Regen aus unserer „alten Eifel- und Hunsrückregion“ mit nach Norditalien gebracht. Ergo – wir müssen Richtung Süden, denn da ist üblicherweise auch die Sonne zu finden.

Im D-Zugtempo erledigen wir zunächst unsere Anfahrt in den eigentlichen Bereich, den wir heute erkunden wollen.

Also, wie so häufig, den Vinschgau hinunter in Richtung von Meran und dann kurz vor der Landeshauptstadt Bozen ab zum Kalterer See.

Wir orientieren uns wieder einmal nach Neumarkt und alsdann aufwärts nach Montan zum Passo Lugano. Die richtige Streckenführung um uns langsam einzuschwingen. Wie bei einem langsamen Walzer, bevor die Takte der Melodie dann schneller werden.

Wir wollen zunächst in Richtung Fleimstal oder Valle di Fiemme. Also das Tal, welches Hochburg für den nordischen Skisport Italiens ist.

Der erste Höhepunkt für uns ist heute der Manghenpass, welcher das Fleimstal mit dem Suganertal oder Valsugana verbindet.

Für die italienschen Motorradfahrer*innen, die aus dem Süden kommen ist der Manghenpass das Tor zu den Dolomiten und seinen bekannten Strecken.

Deshalb ist der Pass für viele zweiradelnde Urlauber aus Deutschland und Österreich eher ein unbekanntes Ziel, da sie sich lieber an den großen Namen in den Dolomiten abarbeiten. Gut für uns – es herrscht hier Ruhe. Von Molina aus haben wir bis Castelnuovo jetzt fast 40 km vor uns.

Die Nordrampe des Manghen führt uns auf schmaler Streckenführung durch den Wald bergan. Viele vergleichen dem Streckenabschnitt sogar mit der ungleich bekannteren Südrampe des Passo Giau. Bitte nicht weitersagen, sonst nimmt hier der Verkehr zu, weil das natürlich direkt Begehrlichkeiten weckt.

Kurz vor der 2.042 m hohen Passhöhe liegt der idyllische Lago Cadinello und eine kleine Einkehrmöglichkeit zur Stärkung finden wir natürlich auch noch.

Die Baita Manghen Hütte ist eine absolute Einkehrempfehlung. Nicht nur die Aussicht ist phänomenal, auch die Küche ist ausgezeichnet. Und auf wunderbare Art und Weise bodenständig und regional.

Da wird die Polenta, die zu einigen der Speisen als Beilage gereicht wird, auf einem Ofen täglich frisch zubereitet. Der stolze Koch erklärte der besten Sozia von Allen (und natürlich auch der besten Köchin von allen), wie er die Polenta „mindestens 1 Stunde rührend“ auf dem Ofen im Messingtopf zubereitet. Weltklasse!

Ambitionierte Fahrradfahrer zählen die Südanfahrt zum Manghenpass zu den langen und harten Anstiegen der italienischen Alpen. Wir fahren die Route weniger kraftraubend mit dem Motorrad abwärts und genießen den traumhaften Ausblick.

Wir sind jetzt im Suganertal, welches sich vom Lago Caldonazzo bis nach Bassano del Grappa zieht. Wir haben aber heute nur den kleinen Streckenabschnitt von Castelnuovo nach Levico Therme vor uns. Das ist schnell erledigt.

Fahrradfahrer haben die Region auch schon entdeckt. Auf dem ca. 80 km langen Radweg geht es kommod von Levico Therme bis Bassano del Grappa. Eine gemütliche Tour für die ganze Familie durch eine wunderschöne Region.

Levico Therme ist bekannt für seine Thermalquellen. Hat etwas von Baden-Baden in Italien. Aber für mich etwas mehr Charme und nicht die „Schicki-Micki-Anmutung“. Das Wasser soll einzigartig sein in Italien und u. a. von Stress verursachte Erschöpfungszustände behandeln. Die Zeiten sind bei uns vorbei. Stress haben wir keinen mehr und wir machen uns auch keinen mehr. Die gedankliche Entscheidung ob es jetzt Pizza, Pasta oder doch ein Menü gibt verursacht bei mir keinerlei Stress, sondern eher ein wohliges Gefühl. Vielleicht ist ja noch Platz für Dolce?

Also hinunter an den See von Levico Terme und im Restaurant La Taverna ausgiebig gespeist und den Feinkostcontainer gefüllt. Die Pizzen waren ausgesprochen lecker und der Blick auf den See tat sein Übriges die Pause zu einem bleibenden Erlebnis zu machen.

Jetzt geht es entweder für uns am Lago di Levico vorbei oder wir nehmen die kurvige Variante über den kleinen Passo del Compet. Der ist irgendwie genauso unauffällig wie der Passo San Lugano, aber man kann ihn „mitnehmen“, wenn man schon mal da ist.

Apropos schon mal da ist! Wer ein ausreichend großes Zeitfenster für die heutige Tour mitbracht hat, der kann sich noch in Richtung Süden zwischen Caldonazzo und Santa Giuliana orientieren. Hier wartet dann der Kaiserjägerweg auf Euch, der durchaus auch reizvoll ist, aber dann ergänzend eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt. Weil? Steil, eng und kurvig. Aber landschaftlich ausgesprochen reizvoll und eben auch noch mit der üblichen Historie belastet, welche die Region rund um Südtirol, Trentino und Dolomiten eben mit sich bringt. Sagt uns aber auch schon der Name „Kaiserjäger“.

Eigentlich sind wir jetzt auf dem Weg zum Passo Redebus. Von Pergine Valsugana aus geht das entweder auf direktem Weg über die SP 9 oder man macht den kleinen Schlenker durch das Fersental, auf Italienisch Valle die Mocheni. Die Einheimischen nennen es auch „Bersntol“. Es ist eine bayrisch-alemannische Mundart, die auch rechtlich, ähnlich wie das Ladinische, als Minderheitensprache anerkannt ist. Bei noch knapp 2.000 Einwohnern des Fersentals, die diese Mundart sprechen, ziehe ich den Hut vor der Toleranz und der Akzeptanz durch die italienische Regierung.

So – genug abgeschweift. Es geht hinauf auf den Passo Redebus. Von Canezza aus sind wir knappe 13 km unterwegs bis auf die 1.455 m hohe Spitze.

Dann geht es weiter in Richtung von alten Bekannten. Die Route im Cembratal noch in Erinnerung? Grob geht es wieder in die Richtung, zumindest zum namensgebenden Ort Cembra.

Wer möchte kann unterwegs noch kurz den Abstecher nach Segonzano machen und hier wieder ein Wunderwerk der Natur betrachten. Bis zu 20 m hoch ragen hier die Erdpyramiden in die Höhe und sind natürlich ein häufiges und gern genommenes Fotomotiv.

Neues gesehen haben wir heute schon genug und so nehmen wir einen bekannten Weg in Richtung Heimat. Über den kleinen Croce delle Serre geht es hinüber und dann abwärts ins Etschtal.

Dann lassen wir unsere Maschine entspannt am Ufer der Etsch entlang bis Neumarkt laufen und schlagen unseren alten Weg in Richtung der Weinliebhaber nach Tramin und Kaltern ein.

Wer hat jetzt noch ausgiebigen Appetit und sucht nach entsprechenden Anlaufstellen? Da haben wir jetzt noch unsere üblichen Verdächtigen rund um die o. a. Ortschaften.

Die da wären: Restaurant Klughammer – direkt am Kalterer See; der Altenburger Hof – schön erhöht in Altenburg oberhalb vom Kalterer See; das Cafe S`Platzl – direkt am Marktplatz in Tramin und GANZ NEU im Bunde das Cafe Peter Paul – in St. Pauls mitten im Ort mit einer phänomenalen Kuchenauswahl (DANKE an Juri – ist ein Supertipp).

So – jetzt haben wir wirklich rundherum alles „klar Schiff“ und müssten jede/n zufrieden gestellt haben. Fehlt also nur noch unser gemütlicher Heimweg durch den Vinschgau zurück nach Schlanders.

Wie war das jetzt noch mit dem: Ab in den Süden? Es war ein traumhafter Abstecher mit bleibenden Erinnerungen und dem Fazit, dass wir in unserer Hitliste der Pässe den Manghenpass in vorderster Front mit aufnehmen. Er hat sich redlich eine Platzierung zwischen unseren Podestplätzen Gavia und Albula verdient. Traumhaft! Und darum war es auch nicht das letzte Mal, dass wir IHN besucht haben. Der Monte Grappa ruft nach uns und auf dem Weg nach Bassano del Grappa liegt der Manghen unmittelbar in der Einflugschneise. Also auf bald – wir sehen uns. Ci vediamo, a presto.

Viel Spaß beim Nachfahren!



Es müssen nicht immer Pässe sein

24 Freitag Mai 2024

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren

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Buschenschank Baumann, Hafling, Höhenstraße, Jenesien, Ritten

Ja Leute – alles klar. Ich habe hier textlich eine Anleihe bei Johannes Mario Simmel und seinem Romantitel „Es muss nicht immer Kaviar sein“ genommen. Irgendwie hat es sich angeboten und ich konnte nicht widerstehen.

Südtirol und das angrenzende Trentino, sowie Belluno sind nicht nur Pässe, Pässe und nochmals Pässe. Ich denke, mit dem Cembratal und dem Eggental habe ich euch erst kürzlich gezeigt wie kurvenreich und landschaftlich interessant auch der topografische Rest der Region ist.

Deshalb geht es heute wieder los. Und zwar auf die Höhe und die einmal gewonnene Höhe verlassen wir nur sporadisch auf unserer heutigen Route.

Es geht zunächst wieder einmal durch den Vinschgau bis nach Meran. Dann orientieren wir uns in Richtung Hafling und rollen an Schloss Trauttmansdorff vorbei bergan.

Die Gemeinde Hafling, mit ihren knapp über 800 Einwohnern, hat den berühmten Haflingerpferden ihren Namen gegeben. 2024 feiern diese gutmütigen und vielseitigen Pferde ihr 150-jähriges Jubiläum. Das gerade bei Wintersportlern bekannte Meran 2000 liegt hier oben und ist im Sommer ein Wanderparadies.

Die Streckenführung hinauf nach Hafling gibt schon wunderbare Ausblicke frei hinunter ins Etschtal und nach Meran. Überhaupt ist heute wieder eine dieser Touren, die zwar an Kilometern gar nicht so immens sind, aber zeitlich schon einen Aufwand mit sich bringen. Denn im Grunde genommen könnte man alle hundert Meter anhalten und erneut Fotoaufnahmen machen. Wieder einmal Ausblicke, die einem das Herz aufgehen lassen und für die Ewigkeit sind.

Über Vöran führt unser Weg auf der Hochebene des Tschöggelbergs nach Mölten. Man könnte hier auch über die SP 98 abwärts nach Terlan fahren, was wir aber nicht tun.

Wir orientieren uns auf die schmale SP 99 und fahren alsdann über Flaas nach Jenesien. Eine wunderbare Route. Eng und kurvig schlängelt sich die Straße hier entlang bis nach Jenesien und hat etwas Meditatives. Solange kein Gegenverkehr kommt, denn dann erfordert sie besondere Aufmerksamkeit. Wer sein Wissen in Sachen Haflinger noch auffrischen möchte, der kann in Jenesien das Haflingermuseum besuchen. So – damit sind wir auch unserem Bildungsauftrag in ausreichender Form nachgekommen.

Jetzt geht es erst einmal abwärts. Und zwar in Richtung der Landeshauptstadt Bozen. Den wunderbaren Blick ins Tal nach Bozen haben wir permanent bei unserer Abfahrt.

Wir wollen nun dahin wo die Bozener Bürger*innen seit einer gefühlten Ewigkeit die „Sommerfrische“ begehen. Aufwärts zum Ritten. Und dafür nutzen wir zunächst die Hauptroute durch das Sarntal, bevor wir alsbald rechts abbiegen.

Also geht es wieder aufwärts. Das heißt in unserem Fall, kurvig bergan bis Wangen und dann auf dem Plateau weiter bis Klobenstein.

Hier sind wir bereits wieder 1.140 m hoch über dem Eisacktal. Klobenstein ist der Hauptort hier auf dem Ritten und auch bei Spitzensportlern bekannt. Das Eisstadion, die Ritten-Arena, gilt als die schnellste Freiluftbahn der Welt.

Gegen zügige Kurven haben wir nichts einzuwenden, jedoch liegt mir Eis eher als Gelato in einem leckeren Eisbecher. Unsere Route hat aber noch weitere Leckereien zu bieten und so geht es für uns weiter über Lengstein in Richtung Barbian, das Dorf mit dem „schiefen Turm“.

Der Turm der Pfarrkirche neigt sich tatsächlich sichtbar aus dem Lot. Mit seinen 1, 57 m sogar etwas „schiefer“ als der um einiges bekanntere schiefe Turm von Pisa.

Dann geht es weiter hinab ins Eisacktal in das „Künstlerdorf“ Klausen, unserem Wendepunkt der heutigen Route.

Es geht zurück in Richtung Bozen, aber nur um bei Waidbruck links in Richtung Grödnertal, respektive Kastelruth abzubiegen.

Die Heimat der bekannten „Kastelruther Spatzen“ lassen wir links liegen. Nicht weil mir die Musikrichtung nicht liegt, das auch, aber hauptsächlich weil wir in Richtung des Schlerngebietes wollen. Die Gemeinde Katelruth umfasst insgesamt elf Fraktionen, die auf 2.000 Höhenmeter verteilt liegen. Wahnsinn! St. Vigil auf seinen 720 Höhenmetern ist dabei der tiefste Punkt. Drei der Fraktionen sind dabei bewohnt von ladinisch sprechender Bevölkerung. Ich höre den Ladinern gerne zu bei ihren Unterhaltungen, weil ihre Sprache etwas Melodisches hat. Wer sich davon überzeugen möchte, der kann auch gerne einmal in die Lieder der Popgruppe „Ganes“ (ladinisch für Fee oder Wassernixen) reinhören. Man fühlt sich irgendwie auch an die irische Sängerin Enya und ihre mystischen keltischen Lieder erinnert.

Aber jetzt auf nach Seis, dorthin wo die bekannte Hochalm liegt, und nach Völs am Schlern. Den bekannten und mit seinem markanten Plateau weithin gut sichtbaren Schlern haben wir von der Rittner Seite aus bereits ausreichend bewundern können.

Funde aus der Kupferzeit belegen, dass dieses Gebiet rund um den Schlern bereits im 4. Jahrtausend vor Christus besiedelt wurde.

Unser Weg führt uns nun wieder abwärts in Richtung Eisacktal. Dabei passieren wir auch die Abzweigung in Richtung Nigersattel und Karerpass. Wer also noch ein üppiges Zeitfenster haben sollte, der kann hier noch einen kurvigen Schlenker einbauen.

Wir haben jetzt erst einmal Hunger und sorgen dafür, dass dieser ausreichend gestillt wird. Unsere Fahrt geht in Richtung Bozen, aber vorher biegen wir nochmals kurz nach rechts ab auf die Rittner Landstraße. Denn unser Ziel ist der Buschenschank Baumann und hier machen wir unsere wohlverdiente große Pause mit ausreichender Aufnahme von Nahrungsmitteln. Das haben wir uns verdient und wir müssen ja auch die ganzen Eindrücke entsprechend sacken lassen.

Dabei können wir uns Zeit lassen, denn unser Heimweg ist schnell erklärt und schnell erledigt. Es geht durch die Landeshauptstadt Bozen, kurz auf die Mebo in Richtung Meran, die wir aber bei der Abfahrt Eppan bereits wieder verlassen.

Erfahrene Anderstourer kennen die Route schon. Es geht bei Frangart in Richtung Andrian und dann schleichen wir am Hang, auf kleinen Straßen entlang, über Nals nach Prißian und Tisens.

Dann das kurze Teilstück des Gampen abwärts nach Lana, um über Meran wieder durch den Vinschgau unseren Ausgangsort Schlanders zu erreichen.

KEIN Pass heute! Aber nichts vermisst und ausreichend Eindrücke, Landschaft und Kurven genossen. Viel Spaß beim Nachfahren.



Knotenlehre leicht gemacht mit Mastwurf oder Stangenbund

10 Freitag Mai 2024

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren

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Altenburger Hof, Cafe S`PLatzl, Cembratal, Eggental, Lavazèjoch

Fahren wir wieder los. Natürlich von unserem üblichen Ausgangspunkt im Vinschgau, dem schönen Schlanders.

Heute machen wir einen „Knoten“ in die Landkarte. Ich bin mir nicht so ganz darüber im Klaren ob es letztendlich ein Mastwurf oder ein Stangenbund wird. Eigentlich ist es auch ziemlich egal, denn schön wird es und das ist die Hauptsache bei unseren Touren.

Wir wollen raus in Richtung Osten, also grobe Dolomitenrichtung, heißt also zunächst wieder Richtung Meran. Die Lage im Vinschgau und in Südtirol, speziell, wenn links und rechts der Hauptroute vielfach „Sackgassentäler“ liegen, bringt es mit sich, dass man oftmals die gleiche Routenführung in der Anfahrt hat.

Auch bei unserem heutigen Ausflug ist das wieder so. Aber jeder kann dabei nach seinem Gusto glücklich werden.

Wir fahren bei Lana wieder ab, folgen eine kurze Strecke der Routenführung zum Gampenpass und biegen dann in Richtung Tisens und Prissian ab. Genießen hier oben die Ausblicke und die Landschaft und rollen dann gemütlich durch die Felder in Tallage nach Eppan und dem Kalterer See.

Alternativ kann man auch zu Beginn den Gampenpass und in der Folge den Mendel als Route nehmen oder über das Ultental, der Hofmahd und der Forcella die Brez den Weg zum Kalterer See nehmen. Je nach Kurvenlaune und verfügbarem Zeitfenster.

Der Beginn unseres heutigen „eigentlichen Toureinstiegs“ ist wieder ab Neumarkt, den Berg aufwärts nach Montan und dann der Route zum Passo San Lugano folgend. Bereits hier habe ich immer ein Strahlen im Gesicht, weil der Blick hinab ins Etschtal ist einfach atemberaubend. Aber was erzähle ich hier? Wenn es um traumhafte Blicke geht, dann könnten wir auf unseren Touren wahrscheinlich alle hundert Meter zur Fotopause stehen bleiben. Also behalten wir die Erinnerungen in unseren Herzen. Da sind sie mehr als nur gut aufgehoben.

Also zunächst in Richtung Cavalese und Passo San Lugano und dann biegen wir vorher nach links ab, der Beschilderung Eggental (Aldein. Petersberg, Deutschnofen) folgend.

Zwischen den bekannten Regionen Rosengarten und Latemar lassen viele das Eggental gerne links oder rechts liegen. Gut für uns, denn es ist ruhig und die Streckenführung mit ihrem Kurvenverlauf, sowie den Ausblicken einfach ein Gedicht.

Die Ortschaften haben ihren Schwerpunkt sicherlich auf den Wintersport gelegt mit den 90 Pistenkilometern und 80 km Langlaufloipen. Aber auch für die Sommerurlauber hat man sich gerüstet mit 500 km Wanderwegen und 200 km Routen für die Mountainbiker.

Wahrscheinlich gelten wir Motorradfahrer*innen als „Beifang“. Gut so, denn auf die Art fahren wir entspannt den Kurvenschwung ohne von Knieschleifern gestört zu werden.

Unser erstes Zwischenziel ist ein alter Bekannter der Passo di Lavazè oder auch Lavazèjoch. Wir sind jetzt in den Fleimstaler Alpen und eigentlich in einer der Langlaufhochburgen hier oben auf der 1.808 m hohen Passhöhe.

Von hier oben geht es wieder hinab ins Tal und zwar in den Hauptort im Fleimstal nach Cavalese. Man kann sagen – ziemlich mittig zwischen Bozen und Trient gelegen.

Heute statten wir alten Bekannten wieder einen Besuch ab und verbinden dies mit einer neuen schönen Route.

Also folgen wir der Beschilderung in Richtung Cembratal. Bleiben hier an der Bar – Pizzeria Al Lago für einen kurzen Espresso stehen und halten „Benzingespräch“ mit der einheimischen Zweiradfraktion, die hier ihren Szenetreff hat. Interessant zu sehen, dass die italienische Zweiradszene bei weitem nicht so überaltert ist wie in Deutschland und das Maschinenmaterial eher sportlich orientiert ist. Reiseenduros, die den deutschen Markt beherrschen, sieht man eher seltener.

Jetzt erst wieder flüssiger „Kurvenschwung“, bei Verla der Beschilderung in Richtung Faedo folgen und dann über den kleinen Passo Croce delle Serre hinab ins Etschtal und wieder zurück in Richtung Neumarkt.

Euer werter Erzähler verfolgt ja noch den „Bildungsauftrag“ in Sachen „Südtirolkrimis“.

Also in Neumarkt der Beschilderung nach Tramin folgen. Ja – die Synapsen sind korrekt geschaltet. Hier kommt der berühmte Gewürztraminer her. Wir sind auf der Südtiroler Weinstrasse.

Hier in Tramin können wir Kaffeepause machen im Cafe S`Platzl. Das Team um Commissario Fameo, insbesondere seine Nachfolgerin Francesca Giardi waren hier gerne zu Gast. Ein wirklich gemütliches Cafe und man hat einen schönen Blick auf den pittoresken Marktplatz.

Wem ist nach einer warmen Mahlzeit? Dann auf nach Altenburg und wir machen uns auf die Fährte vom Detektiv Tiberio Tanner.

Wir kehren ein in den Altenburger Hof und lassen uns verwöhnen. Die Pizza ist geschmacklich genial und mehr als üppig belegt. Die beste Sozia von Allen war von ihrem Risotto nur am Schwärmen. Also: Einkehrempfehlung. Tiberio Tanner respektive der Autor hat beim Altenburger Hof mehr als recht.

Was nun?

Kommt auf eure Lösung bei der Anfahrt zur heutigen Route an. Wer wie wir die etwas direkter Streckenführung über Tisens und Prissian gewählt hat, der fährt nun unsere alten Bekannten den Mendel und im Anschluss den Gampenpass weiter in Richtung Lana.

Oder ab Fondo unsere Protagonisten die Forcella di Brez mit der Hofmahd, sowie das Ultental abwärts. Egal was ihr auch auswählen werdet. Die Routen sind ein Gedicht und sie lassen EUCH auf alle Fälle wiederkehren.

Viel Spaß beim Nachfahren und beim Einkehren.

Das Cembratal mit Drumherum

05 Freitag Jan 2024

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren, Auf und Davon

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Schlagwörter

Cembratal, Forcella di Brez, Hofmahd, Klughammer, Lago di Santo, Mendel

Heute drehen wir eine Runde, die wie gemalt ist für eine Saisoneröffnung in unserer Region. Soll heißen – Was können wir machen oder wohin können wir fahren, wenn noch nicht alle üblichen „Verdächtigen“ unter den Pässen geöffnet sind.

Also genießen wir zunächst bei unserer Anfahrt, vom Ausgangsort Schlanders aus, die Bergkulisse zur rechten und zur linken auf unserem Weg in Richtung Meran.

Den ersten Teil unserer heutigen Route kennen erfahrene „Anderstourer“ bereits. Wir können wählen. Zeitig aufgestanden und gestartet? Also dann – bei Lana runter von der Mebo und ein kurzes Stück den Gampenpass aufwärts bis wir links nach Prissian abbiegen und uns dann talabwärts auf kleinen Sträßchen nach Frangart begeben. Hier geht es dann wieder in das Zentrum des Weinanbaus, also Richtung Kaltern / Tramin.

Hinter dem Kalterer See orientieren wir uns in Richtung Neumarkt und Auer und fahren dann bergan hinauf in grobe Richtung Fassatal / Fleimstal.


Es geht für uns hinauf auf den San-Lugano-Sattel, der das Unterland Südtirols mit dem Fleimstal, also Trentino verbindet. Von seiner Westrampe hat man einen wunderschönen Blick hinein ins Etschtal. Seine 1.097 m hohe Spitze waren schon mehrfach für uns Anlaufpunkt, respektive Zwischenstation. Der San Lugano ist die ideale Transferstrecke, wenn man in Richtung San Pellegrino, Lavaze oder auch Manghenpass möchte. Wir sind hier auf der Strada delle Dolomiti.

Zu unserem heutigen, sagen wir einmal Zwischenziel, gibt es jetzt mehrere Varianten. Jede hat etwas für sich und ist alternativ auf der Karte ausgewiesen.

Wir fahren nach Molina di Fiemme. Der kleine Ort hat seinen Namen von seinen Mühlen die am Fluß Avisio liegen. Sogar im Winter ist Molina di Fiemme Anlaufort für sportbegeisterte Besucher. Hier ist nämlich der Einstieg in die weltbekannte „Marcialonga“, eine wunderschöne Langlaufstrecke in der Region.

Nun können wir uns überlegen ob wir den Fluß Avisio, auf unserem weiteren Weg nach Cembra, links oder rechts von uns liegen lassen. Landschaftlich und auch von der Streckenführung hat beides etwas. Insofern kann man auch, soweit man zeitig am Morgen gestartet ist einen kleinen Rundkurs machen.

Cembra ist für seinen Weinanbau bekannt. Müller-Thurgau, Nosiola, Cabernet und Pinot Nero werden hier auf Terrassen angebaut. Allein der Blick auf die abfallenden Weinberge zeigt dem geneigten Betrachter bereits, dass dies hier eine anstrengende Arbeit ist.

667 m liegt Cembra über dem Meeresspiegel. Wir wollen jetzt noch schnell hoch auf etwa 1.200 m und den Lago di Santo besuchen. Wie man sich denken kann leitet sich der Name des kleinen Sees von einer Legende ab. Irgendwie kommen meine Erinnerungen an den „Lec de Ergobando“, an den Regenbogensee oder auch Karersee, wieder hoch und seine Geschichte von der Wasserfee und dem hinterhältigen Zauberer. Ich liebe einfach diese schönen alten Geschichten, die einen so wunderbar in Gedanken träumen lassen.

Wie das so oft ist – es gab Streit zwischen Erben wegen eines Grundstücks. Da man sich nicht einigen konnte „wünschte“ einer der Erben, dass sich das Land in einen See verwandeln sollte, was dann natürlich auch geschah. Früher wurden Wünsche eben noch wahr.

Dass mit Wasser gefüllte große Becken bedrohte alsbald das Tal und die Stadt Cembra. Mutige und gläubige Bewohner der Stadt warfen als Zeichen ihrer inständigen Bitte den Ring der Madonna in den See UND? Das Wasser stoppte. Somit ist der Name Lago Santo ausreichend erklärt.

Traumhaft liegt er hier oben, der Lago di Santo und wir können herrlich die Seele baumeln lassen.

Irgendwann machen wir uns dann aber wieder auf den Weg. Bei Verla geht es hinüber in „grobe“ Richtung Salurn über den Croce delle Serre. Wieder verbunden mit einem tollen Blick in das Etschtal und die beeindruckende Bergkulisse.

Bei Salurn sind wir dann schon wieder in Südtirol und rollen gemütlich nach Neumarkt. Der Ort mit seinem kleinen aber feinen Ortskern und den Lauben ist auch immer eine Pause wert. Jedes Jahr im Mai sind hier die „Blauburgundertage“ und Freunde des guten Tropfens treffen sich dann hier und im angrenzenden Montan. Wir wollen aber noch ein kleines Stück des Weges weiter.

Es geht an den Kalterer See und hier an das ostwärtige Seeufer in das Restaurant Klughammer. Feine Küche, wunderschöne Terrasse mit einem Blick auf den See, Mendel und Penegal, dass man eigentlich Eintritt bezahlen müsste.

Pasta ist fein, die Knödel ebenfalls und der anschließende Espresso hilft wieder die erforderlichen körperlichen Ressourcen für den Heimweg aus dem Magen- / Darmtrakt in das „Hirn“ zu lotsen.

Aufwärts geht es dann auf den Mendelpass, der mit knapp unter 1.400 m schon recht zeitig gut zu befahren ist.

Den eigentlich jetzt üblichen Verdächtigen „Gampen“ lassen wir heute rechts liegen und folgen stattdessen, bei Fondo, unserer Route in Richtung Proveis.

Die Forcella di Brez und die Hofmahd sind heute unsere Zwischenstationen hinein ins Ultental und dann abwärts nach Lana.

Das Brezer Joch verbindet das Tal des Rio Pescara und des Rio Novella. Damit dann die Orte Fondo bzw. Castelfondo mit Laurein und Proveis. Die Route ist wenig befahren und infolgedessen schon allein deswegen ein Genuss.

Die Hofmahd ist mit ihren 1.781 m sogar 200 m höher als der vielbefahrene Gampenpass. Das Joch verbindet die Berge der Ortler-Alpen mit den Gipfeln der Nonsberggruppe. Die Passhöhe liegt dabei noch im Trentino, aber direkt dahinter sind wir in Richtung Ultental bereits wieder im Gebiet Südtirols.

Bei St. Walburg kurz vor dem Pankrazer See sind wir dann auf  unserer Route talabwärts vom Ultental in Richtung Lana. Kurvig und ständig mit einem wunderschönen Blick verbunden geht es jetzt hinab in Richtung Etschtal.

Und da sind wir wieder. Auf unserer alten Route von Meran in Richtung Schlanders und rollen durch den Vinschgau mit seinen wunderbaren Ausblicken zu unserem Ausgangsort.

Da bleibt nur noch eines zu sagen: Viel Spaß beim Nachfahren zum Saisonbeginn in den Bergen.



Ein schönes Quartett zum Beginn

15 Freitag Dez 2023

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren

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Gampenpass, Jaufenpass, Mendel, Pässequartett, Penserjoch

Irgendwie ist doch, wenn man einem Sprichwort folgen möchte, Vorfreude die schönste Freude. Diesem Gedanken folgend schaue ich zum Fenster hinaus und freue mich jetzt schon auf 2024. Wenn die jetzt noch schneebedeckten Berge nur noch auf den Gipfeln den Puderzucker haben und die „alten Bekannten“ wieder geöffnet sind. Motorrad ist vollgetankt, Batterie geladen und auch wir sind voll mit der notwendigen Energie um die heutige Tour in Angriff zu nehmen. Als Kind habe ich mit Begeisterung „Quartett“ gespielt und heute spielen wir auch Quartett. Pässequartett!

Dafür verbinden wir einfach vier alte Bekannte zu einer wunderbaren Runde und rollen uns auf der Vinschgauer Staatsstraße ein. Genießen schon einmal entspannt das schöne Panorama, an Kastelbell vorbei, entlang der Etsch in Richtung Meran.

Hier ist schon unser erster alter Bekannter aus dem Quartett ausgeschildert und wir touren durch das Passeiertal in Richtung St. Leonhard, aufwärts zum Jaufenpass. Das Passeiertal hat eine lange Siedlungsgeschichte. Schmale Saumpfade führten hier einst über das Timmelsjoch und den Jaufenpass und haben das Passeiertal mit dem Ötztal bzw. Sterzing verbunden. Für die Südtiroler hat es einen besonderen Stellenwert, da ihr Nationalheld Andreas Hofer aus dem „Sandhof“ bei St. Leonhard stammte. 1809 führte er die Tiroler Aufstände gegen Napoleon und seine Truppen an. Ein streitbares Völkchen die Südtiroler.

Ein guter Platz für einen kleinen Snack oder einen wärmenden Kaffee ist die Edelweißhütte auf knapp über 2000 m am Jaufenpass. Den Blick zum Genießen gibt es gratis dazu.

Uns ist aber schon nach einer richtigen Mahlzeit und so geht es nach dem Kaffee zügig abwärts nach Sterzing. Etwas versteckt im Zentrum findet ihr die Pizzeria Kolping. Unsere Empfehlung für die Mittagspause auf der Tour. Die Pizzen sind richtig „lecker“.

Ach ja – unser Quartett. Der Nächste im Bunde ist das Penserjoch. Von Sterzing aus aufwärts für mich einfach eine wunderbare Streckenführung. Schön schwungvoll geht es in einem entspannten Kurvenverlauf hinauf auf die 2.211 m zur Passhöhe.

Richtiger Trubel ist hier oben nie und so genießen wir den traumhaften Blick. Abwärts in Richtung Sterzing, wo wir gerade herkamen und abwärts in Richtung Sarntal und Bozen, wo wir jetzt hin wollen.

Das Sarntal ist mit seinen 50 km Länge flächenmäßig die größte Gemeinde Südtirols und hat sich im besten Sinne seine Urspünglichkeit bewahrt. Die Reggele, die Sarner Pfeifen, gehören mit zu den bekannten „Spezialitäten“ aus dem Sarntal und dienen als Mitbringsel. Da ich es mit dem „Rauchen“ nicht so habe, aber dafür beständig „kalte Füße“ mein eigen nenne, sind die „Sarner Toppar“, die Hausschuhe aus Schafwolle eher etwas für mich.

Die Wegstrecke hinunter nach Bozen entlang der Talfer ist komplett entspannend, da der Hauptverkehrsweg in Richtung Süden das Eisacktal ist. Sei es die Staatsstraße oder die Brennerautobahn.
Hinein geht es nach Bozen und dann kurz auf die Mebo, die Hauptverbindung von Meran nach Bozen, woher sie auch ihr „Kürzel“ hat.

Bei der Abfahrt Eppan, mit Blick auf Burg Firmian, geht es runter von der Staatsstraße in Richtung Kalterer See.

Wir haben ja noch etwas vor heute und wollen schließlich unser „Quartett“ komplettieren. Hinauf geht es auf den Mendelpass, der in seiner heutigen Streckenführung bereits 1885 erschlossen wurde. Der „Mendel“ ist der Hausberg von Kaltern und sicherlich zu eurer kompletten Überraschung hat auch schon Kaiserin Sissy hier ihre Sommerfrische verbracht.

Die Standseilbahn, die „Mendelbahn“, wurde 1903 eröffnet und hatte insofern 2023 ein kleines Jubiläum. 1903 war sie mit ihren 64 % Steigung die steilste Standseilbahn Europas und die längste Seilbahn der Welt. Wer hat sie gebaut? Natürlich ein Schweizer – der Ingenieur Emil Strub.

Oben auf dem Mendelpass genießen wir nochmals den einmaligen Blick und dann machen wir uns wieder auf unseren Weg zur abschließenden Nr. 4 in unserem Quartett.

Über Fondo geht unsere Route zum Gampenpass, den wir aus dieser Richtung kommend „fast unbemerkt“ überfahren. Die Streckenführung hinab in Richtung Lana und Meran ist hingegen nicht als unbemerkt zu bezeichnen. Schöne Kurvenkombinationen, bei moderatem Gefälle, führen uns abwärts und so ist der Gampenpass natürlich bei der lokalen Motorradfahrerszene die „Heimstrecke“ und von Frühling bis Herbst strak frequentiert. Also obacht – der ein oder andere „Knieschleifer“ kann einem hier durchaus in beide Richtungen begegnen.

Wir bleiben aber entspannt und genießen die „Asphaltverbindung“ zwischen dem Nonstal und dem Etschtal. Schließlich haben wir unser Quartett vervollständigt. Was als schöner Abschluss jetzt noch fehlt ist eine schöne Station zum Einkehren. Und da habe ich Euch ja schon mehrfach unsere Favoriten wärmstens ans Herz gelegt. Der Gampenpass ist nämlich auch dahingehend ein Treffer.

Macht eure abschließende Rast im Berggasthof Natz, unweit unserer Strecke, oder im Restaurant Bad Gfrill, direkt an einer „Applauskurve“ des Gampen.

In beiden Stationen werdet ihr BESTENS bedient und genießt eine ausgezeichnete Küche. Zu einem späteren Zeitpunkt werde ich beide Lokale noch separat „beleuchten“ und einen Bericht unter Rast & Übernachtung ablegen.

Was bleibt jetzt noch übrig? Eigentlich nicht mehr viel. Abwärts in die Ortslage Lana und dann über Meran und die Vinschgauer Staatsstraße zurück zu unserem Ausgangsort nach Schlanders.

Wer Lust, Laune und auch noch die nötige Zeit im Repertoire hat, der kann sich auch noch auf Schleichwege abseits der Staatsstraße begeben. Da kann man dann noch so „verwunschene Orte“ wie die Kirchenruine St. Laurentius entdecken. Die Ruine wird vom Heimatpflegeverein Naturns-Plaus erhalten. St. Laurentius gehörte mit Prokulus und Zeno zu den Patronen im italienischen Raum und wurde von den römischen Legionären verehrt. Man hat hier von St. Laurentius auch einen wunderbaren Blick hinauf zu Burg Juval.

Schön war es heute und die knapp 300 km Tagesetappe sind vorüber wie im oft zitierten „Flug“. Bleibt nur noch den Tag bei einem Glas Vernatsch oder einem Aperol auf einer Terrasse in Schlanders Revue passieren zu lassen.

Viel Spaß beim Nachfahren.


Kaunertaler Gletscherstraße

27 Freitag Okt 2023

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren, Auf und Davon

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Gletscher, Kaunertaler Gletscherstrasse, Silvretta Classic

Heute machen wir mal ausnahmsweise keine Rundreise, die uns abschließend an unseren Ausgangsort zurückführt. Man muss auch mit liebgewonnenen Gewohnheiten brechen können. Ansonsten fühlt man sich irgendwann wie Bill Murray in täglich grüßt das Murmeltier.

Wobei wir hinsichtlich Murmeltier eigentlich bereits auf dem richtigen Weg sind – zumindest geistig.

Auf dem Weg in den Urlaub oder bei der Rückreise vergisst oder übersieht man häufig die Kleinode am Streckenrand, die eigentlich einen Besuch mehr als wert wären.

Genau ein solches asphaltgewordenes Schmuckstück schauen wir uns heute genauer an. Die Kaunertaler Gletscherstraße.

Für die Statistiker unter uns zunächst einmal die nackten Zahlen. Zur Höhe des Stilfser Jochs fehlen der Kaunertaler Gletscherstraße genau 8 Meter. Bis auf 2.750 Meter führt sie uns hinauf, bei einer durchschnittlichen Steigung von 5,1 %. Die maximale Steigung liegt bei 14 % und in den 29 Kehren erwartet uns eine grandiose Aussicht.

1980 eröffnete oben am Gletscher ein Skigebiet und diesem Umstand verdanken wir heute dieses herrliche Kurvenband im Kaunertal.


Von Fahrradfahrern wird die Gletscherstraße auch gerne genutzt. 1996 und 1999 war der Gipfel Ziel der Österreich-Rundfahrt, bevor die Kaunertaler Gletscherstraße von dem etwas steileren Kitzbüheler Horn verdrängt wurde. Vielleicht hat hier der wohlklingende Name Kitzbühel aber auch die entscheidende Rolle gespielt. Ende Juni jedes Jahr ermitteln immer noch die Hobbyradfahrer den „Kaunertaler Gletscherkaiser“. Ambitioniert muss man sagen.

Die ewigen Nörgler unter uns werden jetzt argumentieren, dass sie nicht für eine Alpenstraße bezahlen wollen. Die Tageskarte für ein Motorrad mit -2- Personen kostet aktuell 18,- Euro. Ich halte dagegen, dass dies gut investiert ist, da man zum einen bedenken muss, dass die Straße 365 Tage im Jahr offen gehalten wird und die Instandsetzung infolgedessen auch etwas kostet.

Außerdem scheint die Maut dazu zu führen, dass sich der Verkehr wirklich im Rahmen hält. Die 39 km Wegstrecke fahren sich entspannt und stressfrei. Keine Raser die versuchen ihre Zeiten zu verbessern und einen an den unmöglichsten Stellen überholen. Da kann einem der Gedanken kommen, dass eine Maut möglicherweise die Lösung für das überbordende Verkehrsaufkommen auf den Dolomitenpässen ist und für Entspannung in Sachen Unfallzahlen sorgen könnte. Okay – gerade habe ich mir tausende Feinde gemacht.

Irgendwann am Parkplatz unterhalb des Weißseeferners angekommen, kann man, als interessierter Besucher, eine Gletscherpalte besichtigen und sich zum Thema Gletscher von der Entstehung bis zum Abschmelzen kundig machen. Man kommt klüger wieder heraus als man hineingegangen ist. Also ist ein Besuch wärmstens ans Herz gelegt. Dies war jetzt kein metaphorischer Hinweis zur Klimaerwärmung.

Wichtig bei unseren Touren und bedeutender Bestandteil ist immer die Einkehr zur Nahrungsmittelaufnahme. Vorschlag und getestet von uns das Seepanorama Cafe. Echt lecker. Der Burger in dem Südtiroler Vinschger war wirklich schmackhaft und auch die Wildbratwurst hat gemundet.

Von einem guten Freund ebenfalls getestet: Das Gepatschhaus und hier das „Gröstl“.

Wir hatten bei unserem Besuch dass Glück und Vergnügen, dass die „Silvretta Classic“ ebenfalls den Gletscher als Ziel ausgewiesen hatte. An diesem Tag war das wie ein i-Tüpfelchen auf einen wunderbaren Ausflug.

Die Oldtimer hier oben zu sehen, zu bewundern und das vor der grandiosen Bergkulisse war einfach klasse.

Also – bei eurer nächsten Anfahrt über den Reschenpass nach oder von Südtirol, macht den Schlenker über das Kaunertal. Es lohnt sich!


Die Marmolada zum zweiten Frühstück

06 Freitag Okt 2023

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren, Auf und Davon

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Fedaia, Marmolada, Pellegrino

Unzählige Varianten haben wir unmittelbar direkt vor unserer Haustür. Einfach klasse!

Also Varianten in Sachen Touren. Sei es mit dem Motorrad oder auch zu Fuß. Ein echtes Luxusproblem. Okay – die Tallage macht es meistens erforderlich bei der An- oder Zufahrt die gleiche Wegstrecke zu wählen, aber das ist zum gemütlichen Einrollen oftmals gar nicht verkehrt.

Raus geht es aus Schlanders in Richtung Meran / Bozen. Wir können hier unsere üblichen „Verdächtigen“ wählen und nutzen die Vinschgauer Staatsstraße bis Meran und in der Folge die „Mebo“ bis zur Ausfahrt Eppan. Das wäre die D-Zug Variante. Die andere Option ist runter von der „Mebo“ bei Lana und dann den Gampenpass bis Abfahrt Prissian. Auch die Route kennen wir bereits und rollen dann über kleine Landsträßchen bis Frangart

Hier sind wir dann bereits wieder auf unserer Strecke für die Weinliebhaber in Richtung Kaltern / Tramin.

Wir wollen aber hinüber auf die andere Seite, wo die Dolomitenriesen in Richtung Himmel wachsen und deshalb orientieren wir uns nach Auer / Neumarkt um dann der Beschilderung Fassatal zu folgen.

Kurvig geht es an Montan vorbei zum Passo San Lugano, den wir fast unbemerkt überschreiten und dann abwärts ins Val di Fiemme, der Hochburg des nordischen Skisports in Italien.

Man sieht bereits überall die Vorbereitungen in Sachen Winterolympiade. Die Neuerungen der Skisprungschanzen bei Predazzo und alles was an Infrastruktur für die Großveranstaltung notwendig wird.

Unser nächstes Zwischenziel ist bereits ausgeschildert und so haben wir in Sachen Orientierung kein Problem.

Es geht hinauf zum San Pellegrino Pass, der die Grenze zwischen den Regionen Trentino und Belluno bildet. Von Moena aus sind es nur ca. 11 km bis zum obligatorischen Hinweisschild und die Streckenführung ist moderat, aber landschaftlich sehr schön.

Übrigens hat der Pass nichts mit dem bekannten Sprudelwasser zu tun, obwohl die Namensgebung diese Vermutung natürlich zulässt. Wer zum Sprudel möchte muss in die Lombardei. Der Bereich der Passhöhe gehört zum Skigebiet Trevalli und dieses wiederum zum „Dolomiti Superski“. Infolgedessen ist der Pass ganzjährig befahrbar und im Winter ist hier oben einiges los.

Apropos – Forscher haben festgestellt, dass Spitzmäuse alle 2 – 3 Stunden Nahrung aufnehmen müssen um nicht zu verhungern. Dahingehend muss ich wohl eingestehen, dass ich genetisch eine Verbindung zu Spitzmäusen haben muss. Permanent „Kohldampf“. Ergo – wir kehren hier am Pellegrino noch zur Nahrungsmittelaufnahme ein und lassen uns die Pasta schmecken. Das Ragù di Cervo ist ausgezeichnet und kann mit dem vom Gaviapass mithalten.

Historisch sind wir hier oben, wie fast immer in den Dolomiten, im Frontgebiet des I. Weltkrieges. Wer Zeit mitbringt und entsprechend alpin gerüstet ist, der kann auf der Costabella einige Grabensysteme besichtigen. Dieser Bereich wurde ab Juni 1915 vom Deutschen Alpencorps wie eine Festung ausgebaut.

In Sachen Kurvenverlauf ist die folgende Abfahrt hinab nach Cencenighe ambitionierter als die vorherige Auffahrt und ebenfalls landschaftlich wunderschön. Bei unserer Tour waren hier Asphaltarbeiten im Gange und die frisch gefrästen Quer- und Längsrillen verlangten etwas Aufmerksamkeit.
Mit frischer Asphaltdecke dürfte dieser Streckenabschnitt der absolute Genuss werden.

Für uns geht es weiter über Alleghe und dem traumhaft gelegenen Lago di Alleghe vorbei nach Caprile und dann mit bis zu 15 % Steigung aufwärts zum Passo di Fedaia. Die Ladiner sagen Jouf de Fedaa. Der Pass liegt mit seinem schön gelegenen Stausee von knapp 2 km Länge zu Füßen der Marmolada, der Königin der Dolomiten. Mit 3.343 m Höhe ist die Marmolada, oder auf Italienisch Marmolata, auch der höchste Berg der Dolomiten.

Luftlinie sind wir jetzt nur ca. 11 km vom Pellegrinopass entfernt. Wie sein Pendant stellt der Fedaia die Verbindung zwischen Belluno und Trentino dar. Wer einen Blick auf die Karte wirft, der erkennt, dass unmittelbar nördlich von uns jetzt der Pordoi verläuft und damit die bekannte und „überlaufene“ Sella-Ronda. Wir haben es hier vergleichsweise ruhiger und genießen entspannt sowohl Strecke als auch Umgebung.

Vor gut hundert Jahren war hier oben mit Entspannung nicht sehr viel. Die Marmolata war das höchste Gefechtsfeld der damaligen Dolomitenfront. An anderer Stelle habe ich, was die menschliche Ideenvielfalt angeht, bereits Stellung bezogen. Hier muss es wieder einmal sein. Ein österreichischer Leutnant, der Herr Leo Handl Kommandant der Bergführer-Kompanie, hatte hier oben eine Anlage geschaffen, die als „Eisstadt“ später ein Begriff wurde.

In den Gletscher zogen die Österreicher bis Beginn des Jahres 1917 ein dichtes Tunnelnetz mit kompletter militärischer Logistik ein. Natürlich eine Meisterleistung. Aber für was? Hätte die Menschheit einen ähnlichen Entwicklergeist und Enthusiasmus für die medizinische Forschung, wie für den Zweck sich gegenseitig umzubringen, es gäbe seit Jahrhunderten keine nennenswerten Krankheiten mehr.

Auf der Marmolata können interessierte Besucher im Museum des I. Weltkrieges noch Fundstücke aus der Zeit in Augenschein nehmen. Die Wunden, die dieses Ereignis schlug, tragen heute noch zu dem angespannten Verhältnis der Region Südtirol zur Regierung in Rom bei. Ein berühmter Mann hat einmal gesagt: Die Zeit heilt keine Wunden, sondern verdeckt nur die Narben.

Vielleicht ist es auch manchmal hilfreich daran zu denken, dass wir ALLE in der gleichen Sprache lachen. Und wer miteinander lacht, der schießt in den seltensten Fällen aufeinander.

Für uns geht es irgendwann wieder abwärts ins Fassatal. Im Winter auch eine Hochburg für nordische Skisportler und oftmals auch Austragungsort von internationalen Wettkämpfen. Landschaftlich schön ist es allemal und zu jeder Jahreszeit.

In Pozza di Fassa ist es höchste Zeit für eine Gelato-Pause, die wir dann unmittelbar in die Eisdiele Leon d`Oro verlegen. Empfehlenswert, weil sehr lecker. Die Spitzmaus erwähne ich an dieser Stelle jetzt nicht mehr.

In Vigo di Fassa geht es dann rechts ab und aufwärts zu einem alten Bekannten, dem Karerpass. In dieser Fahrtrichtung gefällt mir der Karerpass besser, als aus Richtung Bozen – Eisacktal. Er fährt sich irgendwie harmonischer und landschaftlich hat man auch mehr zu bestaunen.

Oben angekommen stellt sich wieder einmal nicht die Sinnfrage, sondern was sagt unser Zeitfenster?

Waren wir heute morgen schon sehr zeitig unterwegs und der „Hintern“ lässt noch eine Ergänzung in Sachen Tageskilometer zu, dann rollen wir jetzt rechts ab, unter den Gipfeln des Rosengartens vorbei auf den Nigersattel.

Die Gattung der Spitzmäuse kann jetzt hier, kurz hinter der Seilbahn zur Kölner Hütte, an der Tscheiner Hütte einen Halt einlegen und Nahrung aufnehmen. ODER die Wegstrecke talabwärts fortsetzen und in Höhe Bozen in Richtung Ritten zur Buschenschänke Baumann abbiegen.

Wir rollen heute ausnahmsweise den direkten Weg, abwärts über Karersee, Welschnofen hinunter ins Eisacktal und an Bozen vorbei auf die Mebo.

Auf unserem Heimweg Richtung Schlanders findet sich auch für die Spitzmäuse noch ausreichend Gelegenheit einen sinnvollen Stopp einzulegen. Wer da Bedarf an Adressen hat – einfach bei mir melden.

Viel Spaß beim Nachfahren.



Und Platz Nr. 1 ist ………

06 Mittwoch Sept 2023

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren, Auf und Davon

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Gavia, Stelvio, Tonale, Umbrail

Oftmals setzt oder stellt man sich ein Ziel und bei genauerer Betrachtung stellt man dann fest: Hoppla. Bis zu deinem eigentlichen Ziel liegt oder steht dir da aber einiges im Weg.

Dann kann man zu dem Schluß kommen, das mit dem eigentlichen Ziel einfach zu lassen, weil „zu anstrengend“. ODER – man sieht es als Anreiz und sagt: Was für ein toller Tag liegt da vor uns. Besser kann es doch gar nicht mehr kommen.

Genau ein solcher Tag liegt heute vor uns. Wir wollen auf den Gaviapass.

Kurzer Blick auf die Karte gefällig? Dem geneigten Betrachter wird sofort klar, soweit er Motorradfahrer ist, der Weg kann nur über den Umbrailpass und den Stelvio nach Bormio führen.

Da jetzt sicherlich jemand den „Klugscheißermodus“ anwirft und mich darauf hinweisen möchte, dass es Stilfserjoch heißt – Ist mir bekannt. Aber heute führt uns unser Weg über die Südwestrampe abwärts nach Bormio und dann ist es für mich der Stelvio.

Warum ist jetzt unsere heutige Anfahrt zum Ziel Gaviapass ambitioniert?

Der Umbrailpass ist mit seinen 33 Kehren und 2.503 m Höhe der höchste asphaltierte Straßenpass der Schweiz. Das Stilfserjoch mit 2.757 m der höchste asphaltierte Gebirgspass Italiens. Und die heute gewählte Südwestrampe steht mit ihren 39 Kehren den berühmten 48 Kehren der Nordseite nur unwesentlich nach.

Was hier de facto heute an KEINER Stelle zu kurz kommt ist die Aussicht, die wir genießen werden. Denn die ist mit phänomenal eigentlich nur unzureichend beschrieben.

Los geht es von Schlanders hinein in das Münstertal und dann aufwärts zu unserem ersten Protagonisten des heutigen Tages – dem Umbrail. Der Zugriff von der Schweizer Seite ist hier lediglich einseitig, weil auf der Südseite der Pass an der Stilfser Jochstraße endet und somit auf italienischer Seite unmittelbar bei den ehemaligen Zollstationen.

Zu unserer Linken können wir die etwa 3 km entfernte Passhöhe vom Stilfser Joch sehen. Wir biegen rechts ab nach Bormio und bleiben dann unweit auf einem Schotterparkplatz für einen Fotohalt stehen. Leute – Der muss sein. Ein Blick zum Niederknien. Einfach schön. Wenn das jetzt keine Endorphine auslöst und das Herz höher schlagen lässt, der ist kein Mensch. Oder man hat vergessen sich am Leben zu freuen – kann auch sein.

Die Kurvenkombinationen, die wir von oben schon bewundern können schwingen wir im Anschluss entspannt nach unten Richtung Bormio.

Der weitere Weg und damit unser heutiger Schwerpunkt der Tour, der Gavia, ist von Bormio aus leicht zu finden, weil bereits frühzeitig ausgeschildert.

Laut prähistorischen Funden nutzten Menschen diesen Übergang zwischen den beiden Gipfeln Corno die tre Signori (3.360 m) und Monte Gavia (3.223 m) bereits seit der Steinzeit. Für uns stellt er heutzutage den asphaltgewordenen Traum von Bormio im Valtellina ins Val di Sole nach Ponte di Legno dar.


Zunächst geht es für uns die Nordrampe aufwärts. Nach jeder Kehre, nach jeder Geraden, Ausblicke für die Ewigkeit und ein traumhafter Blick in die Berge.

Nach ca. 16 Kilometern legen wir eine Pause an einem kleinen Parkplatz ein. Blickfang ist hier ein pyramidenförmiges Monument mit einem großen Bronzeadler auf der Spitze. Denkmal für die gefallenen Soldaten im I. Weltkrieg, denn auch der Bereich um den Gavia war Schauplatz der furchtbaren Kämpfe zwischen den österreichischen Kaiserjägern und den italienischen Alpini. Im August 2004 fand man noch die gefrorenen Leichen von 3 Kaiserjägern unterhalb des Gipfels auf 3.400 m. Was hat sich die Jugend Europas und der Welt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts angetan. Oder besser – was haben hasserfüllte alte Männer ihrer Jugend angetan. Hoffentlich haben wir aus unserer Geschichte ausreichend gelernt.

Die damals hier kämpfenden Einheiten werden wohl keinen Blick dafür gehabt haben, aber das Bergpanorama ist einfach fantastisch. Egal wohin man schaut majestätische Bergriesen, die auf einen niederblicken: Was störst Du kleines Menschenkind uns in unserer Ruhe?


Wir legen jetzt erst einmal eine Verpflegungspause im Rifugio Arnaldo Berni ein. Das Gasthaus hat seinen Namen von einem der italienischen Einheitsführer der Alpini, der seit einem Kampfeinsatz am 3. September 1918 als vermisst gilt. Die Leiche von Kapitän Berni wurde nie gefunden. Vielleicht geistert er noch hier oben in den Bergen herum und sucht seine Einheit. Schließlich wimmelt es auf Burgen auch von unsteten Schloßgespenstern.

Wir genießen jetzt die angenehm kühlen Temperaturen auf 2.560 m Höhe und ebenfalls unsere Pasta. La Nonna hat uns Tagliatelle Ragu di Cervo zubereitet. Wir können euch mitteilen: Der Hirsch ist nicht umsonst gestorben. Echt lecker und hiermit die Einkehrempfehlung von Flying Haggis am Gavia.

Nach dem zwingend erforderlichen Espresso fahren wir weiter Richtung Gipfel und dem Rifugio Bonetta. Wir müssen einfach noch eine Fotopause machen. Die Ausblicke sind einmalig. Wir sind jetzt auf 2.652 m.

Die folgende Abfahrt vom Gavia über die Südrampe sollte mit Bedacht angegangen werden. Irgendwie schweift der Blick immer wieder kurz ab in die wunderschöne Umgebung und dies verträgt sich nicht unbedingt mit der schmalen Streckenführung. Zwei Motorräder passen gut aneinander vorbei. Hat man als entgegenkommendes Fahrzeug einen breiten PKW oder ein Wohnmobil, dann kann es durchaus zur ungewollten Kaltverformung von Anbauteilen führen.

Im unteren Streckenabschnitt, bereits in den Lärchenwäldern, hängt ein Wohnmobil mit gefährlicher Neigung abwärts im Hang. Die Insassen glücklicherweise bereits aus dem Fahrzeug, in Erwartung eines „qualifizierten“ Abschleppunternehmens. Wir trauen uns beim Vorbeifahren nicht einmal zu husten.

Ponte di Legno ist erreicht und nun geht es in Richtung Passo Tonale. Der ist jetzt nicht aufregend und man überquert die Passhöhe im Grunde genommen in einer Ortslage. Besser gesagt in einem riesigen Skigebiet. Jahrmarktatmosphäre. Vom Gefühl her irgendwie gruselig aber die Geschmäcker sind ja unterschiedlich – zum Glück.

Wir sind jetzt im Val di Sole und erfahrene Anderstourer kennen nun die folgende Streckenführung.

Heimweg ist angesagt und der führt uns in Richtung Lago Santa Giustina und Gampenpass. War es eben auf dem Gaviapass mit 22 Grad noch angenehm temperiert, kommen wir uns nun vor wie ein Eintopf  im Thermomix auf Gartemperatur. Außentemperatur wird angezeigt mit 38 Grad. Letzte Hoffnung – Eisakku aus der Kühltasche im Topcase.

Also doch noch eine kurze Getränkepause am Gampenpass und dann schwungvoll abwärts nach Lana und die Vinschgauer Straße heimwärts nach Schlanders.

Was soll ich sagen? Ein Traum war es heute und mein Favorit auf der hauseigenen Pässeliste, der Albulapass, hat einen Megakonkurrenten bekommen: Der GAVIA.

Besser konnte es gar nicht kommen – also viel Spaß beim Nachfahren!

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