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Kategorien-Archiv: Anderstouren

Knotenlehre leicht gemacht mit Mastwurf oder Stangenbund

10 Freitag Mai 2024

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren

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Altenburger Hof, Cafe S`PLatzl, Cembratal, Eggental, Lavazèjoch

Fahren wir wieder los. Natürlich von unserem üblichen Ausgangspunkt im Vinschgau, dem schönen Schlanders.

Heute machen wir einen „Knoten“ in die Landkarte. Ich bin mir nicht so ganz darüber im Klaren ob es letztendlich ein Mastwurf oder ein Stangenbund wird. Eigentlich ist es auch ziemlich egal, denn schön wird es und das ist die Hauptsache bei unseren Touren.

Wir wollen raus in Richtung Osten, also grobe Dolomitenrichtung, heißt also zunächst wieder Richtung Meran. Die Lage im Vinschgau und in Südtirol, speziell, wenn links und rechts der Hauptroute vielfach „Sackgassentäler“ liegen, bringt es mit sich, dass man oftmals die gleiche Routenführung in der Anfahrt hat.

Auch bei unserem heutigen Ausflug ist das wieder so. Aber jeder kann dabei nach seinem Gusto glücklich werden.

Wir fahren bei Lana wieder ab, folgen eine kurze Strecke der Routenführung zum Gampenpass und biegen dann in Richtung Tisens und Prissian ab. Genießen hier oben die Ausblicke und die Landschaft und rollen dann gemütlich durch die Felder in Tallage nach Eppan und dem Kalterer See.

Alternativ kann man auch zu Beginn den Gampenpass und in der Folge den Mendel als Route nehmen oder über das Ultental, der Hofmahd und der Forcella die Brez den Weg zum Kalterer See nehmen. Je nach Kurvenlaune und verfügbarem Zeitfenster.

Der Beginn unseres heutigen „eigentlichen Toureinstiegs“ ist wieder ab Neumarkt, den Berg aufwärts nach Montan und dann der Route zum Passo San Lugano folgend. Bereits hier habe ich immer ein Strahlen im Gesicht, weil der Blick hinab ins Etschtal ist einfach atemberaubend. Aber was erzähle ich hier? Wenn es um traumhafte Blicke geht, dann könnten wir auf unseren Touren wahrscheinlich alle hundert Meter zur Fotopause stehen bleiben. Also behalten wir die Erinnerungen in unseren Herzen. Da sind sie mehr als nur gut aufgehoben.

Also zunächst in Richtung Cavalese und Passo San Lugano und dann biegen wir vorher nach links ab, der Beschilderung Eggental (Aldein. Petersberg, Deutschnofen) folgend.

Zwischen den bekannten Regionen Rosengarten und Latemar lassen viele das Eggental gerne links oder rechts liegen. Gut für uns, denn es ist ruhig und die Streckenführung mit ihrem Kurvenverlauf, sowie den Ausblicken einfach ein Gedicht.

Die Ortschaften haben ihren Schwerpunkt sicherlich auf den Wintersport gelegt mit den 90 Pistenkilometern und 80 km Langlaufloipen. Aber auch für die Sommerurlauber hat man sich gerüstet mit 500 km Wanderwegen und 200 km Routen für die Mountainbiker.

Wahrscheinlich gelten wir Motorradfahrer*innen als „Beifang“. Gut so, denn auf die Art fahren wir entspannt den Kurvenschwung ohne von Knieschleifern gestört zu werden.

Unser erstes Zwischenziel ist ein alter Bekannter der Passo di Lavazè oder auch Lavazèjoch. Wir sind jetzt in den Fleimstaler Alpen und eigentlich in einer der Langlaufhochburgen hier oben auf der 1.808 m hohen Passhöhe.

Von hier oben geht es wieder hinab ins Tal und zwar in den Hauptort im Fleimstal nach Cavalese. Man kann sagen – ziemlich mittig zwischen Bozen und Trient gelegen.

Heute statten wir alten Bekannten wieder einen Besuch ab und verbinden dies mit einer neuen schönen Route.

Also folgen wir der Beschilderung in Richtung Cembratal. Bleiben hier an der Bar – Pizzeria Al Lago für einen kurzen Espresso stehen und halten „Benzingespräch“ mit der einheimischen Zweiradfraktion, die hier ihren Szenetreff hat. Interessant zu sehen, dass die italienische Zweiradszene bei weitem nicht so überaltert ist wie in Deutschland und das Maschinenmaterial eher sportlich orientiert ist. Reiseenduros, die den deutschen Markt beherrschen, sieht man eher seltener.

Jetzt erst wieder flüssiger „Kurvenschwung“, bei Verla der Beschilderung in Richtung Faedo folgen und dann über den kleinen Passo Croce delle Serre hinab ins Etschtal und wieder zurück in Richtung Neumarkt.

Euer werter Erzähler verfolgt ja noch den „Bildungsauftrag“ in Sachen „Südtirolkrimis“.

Also in Neumarkt der Beschilderung nach Tramin folgen. Ja – die Synapsen sind korrekt geschaltet. Hier kommt der berühmte Gewürztraminer her. Wir sind auf der Südtiroler Weinstrasse.

Hier in Tramin können wir Kaffeepause machen im Cafe S`Platzl. Das Team um Commissario Fameo, insbesondere seine Nachfolgerin Francesca Giardi waren hier gerne zu Gast. Ein wirklich gemütliches Cafe und man hat einen schönen Blick auf den pittoresken Marktplatz.

Wem ist nach einer warmen Mahlzeit? Dann auf nach Altenburg und wir machen uns auf die Fährte vom Detektiv Tiberio Tanner.

Wir kehren ein in den Altenburger Hof und lassen uns verwöhnen. Die Pizza ist geschmacklich genial und mehr als üppig belegt. Die beste Sozia von Allen war von ihrem Risotto nur am Schwärmen. Also: Einkehrempfehlung. Tiberio Tanner respektive der Autor hat beim Altenburger Hof mehr als recht.

Was nun?

Kommt auf eure Lösung bei der Anfahrt zur heutigen Route an. Wer wie wir die etwas direkter Streckenführung über Tisens und Prissian gewählt hat, der fährt nun unsere alten Bekannten den Mendel und im Anschluss den Gampenpass weiter in Richtung Lana.

Oder ab Fondo unsere Protagonisten die Forcella di Brez mit der Hofmahd, sowie das Ultental abwärts. Egal was ihr auch auswählen werdet. Die Routen sind ein Gedicht und sie lassen EUCH auf alle Fälle wiederkehren.

Viel Spaß beim Nachfahren und beim Einkehren.

Das Cembratal mit Drumherum

05 Freitag Jan 2024

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren, Auf und Davon

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Cembratal, Forcella di Brez, Hofmahd, Klughammer, Lago di Santo, Mendel

Heute drehen wir eine Runde, die wie gemalt ist für eine Saisoneröffnung in unserer Region. Soll heißen – Was können wir machen oder wohin können wir fahren, wenn noch nicht alle üblichen „Verdächtigen“ unter den Pässen geöffnet sind.

Also genießen wir zunächst bei unserer Anfahrt, vom Ausgangsort Schlanders aus, die Bergkulisse zur rechten und zur linken auf unserem Weg in Richtung Meran.

Den ersten Teil unserer heutigen Route kennen erfahrene „Anderstourer“ bereits. Wir können wählen. Zeitig aufgestanden und gestartet? Also dann – bei Lana runter von der Mebo und ein kurzes Stück den Gampenpass aufwärts bis wir links nach Prissian abbiegen und uns dann talabwärts auf kleinen Sträßchen nach Frangart begeben. Hier geht es dann wieder in das Zentrum des Weinanbaus, also Richtung Kaltern / Tramin.

Hinter dem Kalterer See orientieren wir uns in Richtung Neumarkt und Auer und fahren dann bergan hinauf in grobe Richtung Fassatal / Fleimstal.


Es geht für uns hinauf auf den San-Lugano-Sattel, der das Unterland Südtirols mit dem Fleimstal, also Trentino verbindet. Von seiner Westrampe hat man einen wunderschönen Blick hinein ins Etschtal. Seine 1.097 m hohe Spitze waren schon mehrfach für uns Anlaufpunkt, respektive Zwischenstation. Der San Lugano ist die ideale Transferstrecke, wenn man in Richtung San Pellegrino, Lavaze oder auch Manghenpass möchte. Wir sind hier auf der Strada delle Dolomiti.

Zu unserem heutigen, sagen wir einmal Zwischenziel, gibt es jetzt mehrere Varianten. Jede hat etwas für sich und ist alternativ auf der Karte ausgewiesen.

Wir fahren nach Molina di Fiemme. Der kleine Ort hat seinen Namen von seinen Mühlen die am Fluß Avisio liegen. Sogar im Winter ist Molina di Fiemme Anlaufort für sportbegeisterte Besucher. Hier ist nämlich der Einstieg in die weltbekannte „Marcialonga“, eine wunderschöne Langlaufstrecke in der Region.

Nun können wir uns überlegen ob wir den Fluß Avisio, auf unserem weiteren Weg nach Cembra, links oder rechts von uns liegen lassen. Landschaftlich und auch von der Streckenführung hat beides etwas. Insofern kann man auch, soweit man zeitig am Morgen gestartet ist einen kleinen Rundkurs machen.

Cembra ist für seinen Weinanbau bekannt. Müller-Thurgau, Nosiola, Cabernet und Pinot Nero werden hier auf Terrassen angebaut. Allein der Blick auf die abfallenden Weinberge zeigt dem geneigten Betrachter bereits, dass dies hier eine anstrengende Arbeit ist.

667 m liegt Cembra über dem Meeresspiegel. Wir wollen jetzt noch schnell hoch auf etwa 1.200 m und den Lago di Santo besuchen. Wie man sich denken kann leitet sich der Name des kleinen Sees von einer Legende ab. Irgendwie kommen meine Erinnerungen an den „Lec de Ergobando“, an den Regenbogensee oder auch Karersee, wieder hoch und seine Geschichte von der Wasserfee und dem hinterhältigen Zauberer. Ich liebe einfach diese schönen alten Geschichten, die einen so wunderbar in Gedanken träumen lassen.

Wie das so oft ist – es gab Streit zwischen Erben wegen eines Grundstücks. Da man sich nicht einigen konnte „wünschte“ einer der Erben, dass sich das Land in einen See verwandeln sollte, was dann natürlich auch geschah. Früher wurden Wünsche eben noch wahr.

Dass mit Wasser gefüllte große Becken bedrohte alsbald das Tal und die Stadt Cembra. Mutige und gläubige Bewohner der Stadt warfen als Zeichen ihrer inständigen Bitte den Ring der Madonna in den See UND? Das Wasser stoppte. Somit ist der Name Lago Santo ausreichend erklärt.

Traumhaft liegt er hier oben, der Lago di Santo und wir können herrlich die Seele baumeln lassen.

Irgendwann machen wir uns dann aber wieder auf den Weg. Bei Verla geht es hinüber in „grobe“ Richtung Salurn über den Croce delle Serre. Wieder verbunden mit einem tollen Blick in das Etschtal und die beeindruckende Bergkulisse.

Bei Salurn sind wir dann schon wieder in Südtirol und rollen gemütlich nach Neumarkt. Der Ort mit seinem kleinen aber feinen Ortskern und den Lauben ist auch immer eine Pause wert. Jedes Jahr im Mai sind hier die „Blauburgundertage“ und Freunde des guten Tropfens treffen sich dann hier und im angrenzenden Montan. Wir wollen aber noch ein kleines Stück des Weges weiter.

Es geht an den Kalterer See und hier an das ostwärtige Seeufer in das Restaurant Klughammer. Feine Küche, wunderschöne Terrasse mit einem Blick auf den See, Mendel und Penegal, dass man eigentlich Eintritt bezahlen müsste.

Pasta ist fein, die Knödel ebenfalls und der anschließende Espresso hilft wieder die erforderlichen körperlichen Ressourcen für den Heimweg aus dem Magen- / Darmtrakt in das „Hirn“ zu lotsen.

Aufwärts geht es dann auf den Mendelpass, der mit knapp unter 1.400 m schon recht zeitig gut zu befahren ist.

Den eigentlich jetzt üblichen Verdächtigen „Gampen“ lassen wir heute rechts liegen und folgen stattdessen, bei Fondo, unserer Route in Richtung Proveis.

Die Forcella di Brez und die Hofmahd sind heute unsere Zwischenstationen hinein ins Ultental und dann abwärts nach Lana.

Das Brezer Joch verbindet das Tal des Rio Pescara und des Rio Novella. Damit dann die Orte Fondo bzw. Castelfondo mit Laurein und Proveis. Die Route ist wenig befahren und infolgedessen schon allein deswegen ein Genuss.

Die Hofmahd ist mit ihren 1.781 m sogar 200 m höher als der vielbefahrene Gampenpass. Das Joch verbindet die Berge der Ortler-Alpen mit den Gipfeln der Nonsberggruppe. Die Passhöhe liegt dabei noch im Trentino, aber direkt dahinter sind wir in Richtung Ultental bereits wieder im Gebiet Südtirols.

Bei St. Walburg kurz vor dem Pankrazer See sind wir dann auf  unserer Route talabwärts vom Ultental in Richtung Lana. Kurvig und ständig mit einem wunderschönen Blick verbunden geht es jetzt hinab in Richtung Etschtal.

Und da sind wir wieder. Auf unserer alten Route von Meran in Richtung Schlanders und rollen durch den Vinschgau mit seinen wunderbaren Ausblicken zu unserem Ausgangsort.

Da bleibt nur noch eines zu sagen: Viel Spaß beim Nachfahren zum Saisonbeginn in den Bergen.



Ein schönes Quartett zum Beginn

15 Freitag Dez 2023

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren

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Gampenpass, Jaufenpass, Mendel, Pässequartett, Penserjoch

Irgendwie ist doch, wenn man einem Sprichwort folgen möchte, Vorfreude die schönste Freude. Diesem Gedanken folgend schaue ich zum Fenster hinaus und freue mich jetzt schon auf 2024. Wenn die jetzt noch schneebedeckten Berge nur noch auf den Gipfeln den Puderzucker haben und die „alten Bekannten“ wieder geöffnet sind. Motorrad ist vollgetankt, Batterie geladen und auch wir sind voll mit der notwendigen Energie um die heutige Tour in Angriff zu nehmen. Als Kind habe ich mit Begeisterung „Quartett“ gespielt und heute spielen wir auch Quartett. Pässequartett!

Dafür verbinden wir einfach vier alte Bekannte zu einer wunderbaren Runde und rollen uns auf der Vinschgauer Staatsstraße ein. Genießen schon einmal entspannt das schöne Panorama, an Kastelbell vorbei, entlang der Etsch in Richtung Meran.

Hier ist schon unser erster alter Bekannter aus dem Quartett ausgeschildert und wir touren durch das Passeiertal in Richtung St. Leonhard, aufwärts zum Jaufenpass. Das Passeiertal hat eine lange Siedlungsgeschichte. Schmale Saumpfade führten hier einst über das Timmelsjoch und den Jaufenpass und haben das Passeiertal mit dem Ötztal bzw. Sterzing verbunden. Für die Südtiroler hat es einen besonderen Stellenwert, da ihr Nationalheld Andreas Hofer aus dem „Sandhof“ bei St. Leonhard stammte. 1809 führte er die Tiroler Aufstände gegen Napoleon und seine Truppen an. Ein streitbares Völkchen die Südtiroler.

Ein guter Platz für einen kleinen Snack oder einen wärmenden Kaffee ist die Edelweißhütte auf knapp über 2000 m am Jaufenpass. Den Blick zum Genießen gibt es gratis dazu.

Uns ist aber schon nach einer richtigen Mahlzeit und so geht es nach dem Kaffee zügig abwärts nach Sterzing. Etwas versteckt im Zentrum findet ihr die Pizzeria Kolping. Unsere Empfehlung für die Mittagspause auf der Tour. Die Pizzen sind richtig „lecker“.

Ach ja – unser Quartett. Der Nächste im Bunde ist das Penserjoch. Von Sterzing aus aufwärts für mich einfach eine wunderbare Streckenführung. Schön schwungvoll geht es in einem entspannten Kurvenverlauf hinauf auf die 2.211 m zur Passhöhe.

Richtiger Trubel ist hier oben nie und so genießen wir den traumhaften Blick. Abwärts in Richtung Sterzing, wo wir gerade herkamen und abwärts in Richtung Sarntal und Bozen, wo wir jetzt hin wollen.

Das Sarntal ist mit seinen 50 km Länge flächenmäßig die größte Gemeinde Südtirols und hat sich im besten Sinne seine Urspünglichkeit bewahrt. Die Reggele, die Sarner Pfeifen, gehören mit zu den bekannten „Spezialitäten“ aus dem Sarntal und dienen als Mitbringsel. Da ich es mit dem „Rauchen“ nicht so habe, aber dafür beständig „kalte Füße“ mein eigen nenne, sind die „Sarner Toppar“, die Hausschuhe aus Schafwolle eher etwas für mich.

Die Wegstrecke hinunter nach Bozen entlang der Talfer ist komplett entspannend, da der Hauptverkehrsweg in Richtung Süden das Eisacktal ist. Sei es die Staatsstraße oder die Brennerautobahn.
Hinein geht es nach Bozen und dann kurz auf die Mebo, die Hauptverbindung von Meran nach Bozen, woher sie auch ihr „Kürzel“ hat.

Bei der Abfahrt Eppan, mit Blick auf Burg Firmian, geht es runter von der Staatsstraße in Richtung Kalterer See.

Wir haben ja noch etwas vor heute und wollen schließlich unser „Quartett“ komplettieren. Hinauf geht es auf den Mendelpass, der in seiner heutigen Streckenführung bereits 1885 erschlossen wurde. Der „Mendel“ ist der Hausberg von Kaltern und sicherlich zu eurer kompletten Überraschung hat auch schon Kaiserin Sissy hier ihre Sommerfrische verbracht.

Die Standseilbahn, die „Mendelbahn“, wurde 1903 eröffnet und hatte insofern 2023 ein kleines Jubiläum. 1903 war sie mit ihren 64 % Steigung die steilste Standseilbahn Europas und die längste Seilbahn der Welt. Wer hat sie gebaut? Natürlich ein Schweizer – der Ingenieur Emil Strub.

Oben auf dem Mendelpass genießen wir nochmals den einmaligen Blick und dann machen wir uns wieder auf unseren Weg zur abschließenden Nr. 4 in unserem Quartett.

Über Fondo geht unsere Route zum Gampenpass, den wir aus dieser Richtung kommend „fast unbemerkt“ überfahren. Die Streckenführung hinab in Richtung Lana und Meran ist hingegen nicht als unbemerkt zu bezeichnen. Schöne Kurvenkombinationen, bei moderatem Gefälle, führen uns abwärts und so ist der Gampenpass natürlich bei der lokalen Motorradfahrerszene die „Heimstrecke“ und von Frühling bis Herbst strak frequentiert. Also obacht – der ein oder andere „Knieschleifer“ kann einem hier durchaus in beide Richtungen begegnen.

Wir bleiben aber entspannt und genießen die „Asphaltverbindung“ zwischen dem Nonstal und dem Etschtal. Schließlich haben wir unser Quartett vervollständigt. Was als schöner Abschluss jetzt noch fehlt ist eine schöne Station zum Einkehren. Und da habe ich Euch ja schon mehrfach unsere Favoriten wärmstens ans Herz gelegt. Der Gampenpass ist nämlich auch dahingehend ein Treffer.

Macht eure abschließende Rast im Berggasthof Natz, unweit unserer Strecke, oder im Restaurant Bad Gfrill, direkt an einer „Applauskurve“ des Gampen.

In beiden Stationen werdet ihr BESTENS bedient und genießt eine ausgezeichnete Küche. Zu einem späteren Zeitpunkt werde ich beide Lokale noch separat „beleuchten“ und einen Bericht unter Rast & Übernachtung ablegen.

Was bleibt jetzt noch übrig? Eigentlich nicht mehr viel. Abwärts in die Ortslage Lana und dann über Meran und die Vinschgauer Staatsstraße zurück zu unserem Ausgangsort nach Schlanders.

Wer Lust, Laune und auch noch die nötige Zeit im Repertoire hat, der kann sich auch noch auf Schleichwege abseits der Staatsstraße begeben. Da kann man dann noch so „verwunschene Orte“ wie die Kirchenruine St. Laurentius entdecken. Die Ruine wird vom Heimatpflegeverein Naturns-Plaus erhalten. St. Laurentius gehörte mit Prokulus und Zeno zu den Patronen im italienischen Raum und wurde von den römischen Legionären verehrt. Man hat hier von St. Laurentius auch einen wunderbaren Blick hinauf zu Burg Juval.

Schön war es heute und die knapp 300 km Tagesetappe sind vorüber wie im oft zitierten „Flug“. Bleibt nur noch den Tag bei einem Glas Vernatsch oder einem Aperol auf einer Terrasse in Schlanders Revue passieren zu lassen.

Viel Spaß beim Nachfahren.


Kaunertaler Gletscherstraße

27 Freitag Okt 2023

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren, Auf und Davon

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Gletscher, Kaunertaler Gletscherstrasse, Silvretta Classic

Heute machen wir mal ausnahmsweise keine Rundreise, die uns abschließend an unseren Ausgangsort zurückführt. Man muss auch mit liebgewonnenen Gewohnheiten brechen können. Ansonsten fühlt man sich irgendwann wie Bill Murray in täglich grüßt das Murmeltier.

Wobei wir hinsichtlich Murmeltier eigentlich bereits auf dem richtigen Weg sind – zumindest geistig.

Auf dem Weg in den Urlaub oder bei der Rückreise vergisst oder übersieht man häufig die Kleinode am Streckenrand, die eigentlich einen Besuch mehr als wert wären.

Genau ein solches asphaltgewordenes Schmuckstück schauen wir uns heute genauer an. Die Kaunertaler Gletscherstraße.

Für die Statistiker unter uns zunächst einmal die nackten Zahlen. Zur Höhe des Stilfser Jochs fehlen der Kaunertaler Gletscherstraße genau 8 Meter. Bis auf 2.750 Meter führt sie uns hinauf, bei einer durchschnittlichen Steigung von 5,1 %. Die maximale Steigung liegt bei 14 % und in den 29 Kehren erwartet uns eine grandiose Aussicht.

1980 eröffnete oben am Gletscher ein Skigebiet und diesem Umstand verdanken wir heute dieses herrliche Kurvenband im Kaunertal.


Von Fahrradfahrern wird die Gletscherstraße auch gerne genutzt. 1996 und 1999 war der Gipfel Ziel der Österreich-Rundfahrt, bevor die Kaunertaler Gletscherstraße von dem etwas steileren Kitzbüheler Horn verdrängt wurde. Vielleicht hat hier der wohlklingende Name Kitzbühel aber auch die entscheidende Rolle gespielt. Ende Juni jedes Jahr ermitteln immer noch die Hobbyradfahrer den „Kaunertaler Gletscherkaiser“. Ambitioniert muss man sagen.

Die ewigen Nörgler unter uns werden jetzt argumentieren, dass sie nicht für eine Alpenstraße bezahlen wollen. Die Tageskarte für ein Motorrad mit -2- Personen kostet aktuell 18,- Euro. Ich halte dagegen, dass dies gut investiert ist, da man zum einen bedenken muss, dass die Straße 365 Tage im Jahr offen gehalten wird und die Instandsetzung infolgedessen auch etwas kostet.

Außerdem scheint die Maut dazu zu führen, dass sich der Verkehr wirklich im Rahmen hält. Die 39 km Wegstrecke fahren sich entspannt und stressfrei. Keine Raser die versuchen ihre Zeiten zu verbessern und einen an den unmöglichsten Stellen überholen. Da kann einem der Gedanken kommen, dass eine Maut möglicherweise die Lösung für das überbordende Verkehrsaufkommen auf den Dolomitenpässen ist und für Entspannung in Sachen Unfallzahlen sorgen könnte. Okay – gerade habe ich mir tausende Feinde gemacht.

Irgendwann am Parkplatz unterhalb des Weißseeferners angekommen, kann man, als interessierter Besucher, eine Gletscherpalte besichtigen und sich zum Thema Gletscher von der Entstehung bis zum Abschmelzen kundig machen. Man kommt klüger wieder heraus als man hineingegangen ist. Also ist ein Besuch wärmstens ans Herz gelegt. Dies war jetzt kein metaphorischer Hinweis zur Klimaerwärmung.

Wichtig bei unseren Touren und bedeutender Bestandteil ist immer die Einkehr zur Nahrungsmittelaufnahme. Vorschlag und getestet von uns das Seepanorama Cafe. Echt lecker. Der Burger in dem Südtiroler Vinschger war wirklich schmackhaft und auch die Wildbratwurst hat gemundet.

Von einem guten Freund ebenfalls getestet: Das Gepatschhaus und hier das „Gröstl“.

Wir hatten bei unserem Besuch dass Glück und Vergnügen, dass die „Silvretta Classic“ ebenfalls den Gletscher als Ziel ausgewiesen hatte. An diesem Tag war das wie ein i-Tüpfelchen auf einen wunderbaren Ausflug.

Die Oldtimer hier oben zu sehen, zu bewundern und das vor der grandiosen Bergkulisse war einfach klasse.

Also – bei eurer nächsten Anfahrt über den Reschenpass nach oder von Südtirol, macht den Schlenker über das Kaunertal. Es lohnt sich!


Die Marmolada zum zweiten Frühstück

06 Freitag Okt 2023

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren, Auf und Davon

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Fedaia, Marmolada, Pellegrino

Unzählige Varianten haben wir unmittelbar direkt vor unserer Haustür. Einfach klasse!

Also Varianten in Sachen Touren. Sei es mit dem Motorrad oder auch zu Fuß. Ein echtes Luxusproblem. Okay – die Tallage macht es meistens erforderlich bei der An- oder Zufahrt die gleiche Wegstrecke zu wählen, aber das ist zum gemütlichen Einrollen oftmals gar nicht verkehrt.

Raus geht es aus Schlanders in Richtung Meran / Bozen. Wir können hier unsere üblichen „Verdächtigen“ wählen und nutzen die Vinschgauer Staatsstraße bis Meran und in der Folge die „Mebo“ bis zur Ausfahrt Eppan. Das wäre die D-Zug Variante. Die andere Option ist runter von der „Mebo“ bei Lana und dann den Gampenpass bis Abfahrt Prissian. Auch die Route kennen wir bereits und rollen dann über kleine Landsträßchen bis Frangart

Hier sind wir dann bereits wieder auf unserer Strecke für die Weinliebhaber in Richtung Kaltern / Tramin.

Wir wollen aber hinüber auf die andere Seite, wo die Dolomitenriesen in Richtung Himmel wachsen und deshalb orientieren wir uns nach Auer / Neumarkt um dann der Beschilderung Fassatal zu folgen.

Kurvig geht es an Montan vorbei zum Passo San Lugano, den wir fast unbemerkt überschreiten und dann abwärts ins Val di Fiemme, der Hochburg des nordischen Skisports in Italien.

Man sieht bereits überall die Vorbereitungen in Sachen Winterolympiade. Die Neuerungen der Skisprungschanzen bei Predazzo und alles was an Infrastruktur für die Großveranstaltung notwendig wird.

Unser nächstes Zwischenziel ist bereits ausgeschildert und so haben wir in Sachen Orientierung kein Problem.

Es geht hinauf zum San Pellegrino Pass, der die Grenze zwischen den Regionen Trentino und Belluno bildet. Von Moena aus sind es nur ca. 11 km bis zum obligatorischen Hinweisschild und die Streckenführung ist moderat, aber landschaftlich sehr schön.

Übrigens hat der Pass nichts mit dem bekannten Sprudelwasser zu tun, obwohl die Namensgebung diese Vermutung natürlich zulässt. Wer zum Sprudel möchte muss in die Lombardei. Der Bereich der Passhöhe gehört zum Skigebiet Trevalli und dieses wiederum zum „Dolomiti Superski“. Infolgedessen ist der Pass ganzjährig befahrbar und im Winter ist hier oben einiges los.

Apropos – Forscher haben festgestellt, dass Spitzmäuse alle 2 – 3 Stunden Nahrung aufnehmen müssen um nicht zu verhungern. Dahingehend muss ich wohl eingestehen, dass ich genetisch eine Verbindung zu Spitzmäusen haben muss. Permanent „Kohldampf“. Ergo – wir kehren hier am Pellegrino noch zur Nahrungsmittelaufnahme ein und lassen uns die Pasta schmecken. Das Ragù di Cervo ist ausgezeichnet und kann mit dem vom Gaviapass mithalten.

Historisch sind wir hier oben, wie fast immer in den Dolomiten, im Frontgebiet des I. Weltkrieges. Wer Zeit mitbringt und entsprechend alpin gerüstet ist, der kann auf der Costabella einige Grabensysteme besichtigen. Dieser Bereich wurde ab Juni 1915 vom Deutschen Alpencorps wie eine Festung ausgebaut.

In Sachen Kurvenverlauf ist die folgende Abfahrt hinab nach Cencenighe ambitionierter als die vorherige Auffahrt und ebenfalls landschaftlich wunderschön. Bei unserer Tour waren hier Asphaltarbeiten im Gange und die frisch gefrästen Quer- und Längsrillen verlangten etwas Aufmerksamkeit.
Mit frischer Asphaltdecke dürfte dieser Streckenabschnitt der absolute Genuss werden.

Für uns geht es weiter über Alleghe und dem traumhaft gelegenen Lago di Alleghe vorbei nach Caprile und dann mit bis zu 15 % Steigung aufwärts zum Passo di Fedaia. Die Ladiner sagen Jouf de Fedaa. Der Pass liegt mit seinem schön gelegenen Stausee von knapp 2 km Länge zu Füßen der Marmolada, der Königin der Dolomiten. Mit 3.343 m Höhe ist die Marmolada, oder auf Italienisch Marmolata, auch der höchste Berg der Dolomiten.

Luftlinie sind wir jetzt nur ca. 11 km vom Pellegrinopass entfernt. Wie sein Pendant stellt der Fedaia die Verbindung zwischen Belluno und Trentino dar. Wer einen Blick auf die Karte wirft, der erkennt, dass unmittelbar nördlich von uns jetzt der Pordoi verläuft und damit die bekannte und „überlaufene“ Sella-Ronda. Wir haben es hier vergleichsweise ruhiger und genießen entspannt sowohl Strecke als auch Umgebung.

Vor gut hundert Jahren war hier oben mit Entspannung nicht sehr viel. Die Marmolata war das höchste Gefechtsfeld der damaligen Dolomitenfront. An anderer Stelle habe ich, was die menschliche Ideenvielfalt angeht, bereits Stellung bezogen. Hier muss es wieder einmal sein. Ein österreichischer Leutnant, der Herr Leo Handl Kommandant der Bergführer-Kompanie, hatte hier oben eine Anlage geschaffen, die als „Eisstadt“ später ein Begriff wurde.

In den Gletscher zogen die Österreicher bis Beginn des Jahres 1917 ein dichtes Tunnelnetz mit kompletter militärischer Logistik ein. Natürlich eine Meisterleistung. Aber für was? Hätte die Menschheit einen ähnlichen Entwicklergeist und Enthusiasmus für die medizinische Forschung, wie für den Zweck sich gegenseitig umzubringen, es gäbe seit Jahrhunderten keine nennenswerten Krankheiten mehr.

Auf der Marmolata können interessierte Besucher im Museum des I. Weltkrieges noch Fundstücke aus der Zeit in Augenschein nehmen. Die Wunden, die dieses Ereignis schlug, tragen heute noch zu dem angespannten Verhältnis der Region Südtirol zur Regierung in Rom bei. Ein berühmter Mann hat einmal gesagt: Die Zeit heilt keine Wunden, sondern verdeckt nur die Narben.

Vielleicht ist es auch manchmal hilfreich daran zu denken, dass wir ALLE in der gleichen Sprache lachen. Und wer miteinander lacht, der schießt in den seltensten Fällen aufeinander.

Für uns geht es irgendwann wieder abwärts ins Fassatal. Im Winter auch eine Hochburg für nordische Skisportler und oftmals auch Austragungsort von internationalen Wettkämpfen. Landschaftlich schön ist es allemal und zu jeder Jahreszeit.

In Pozza di Fassa ist es höchste Zeit für eine Gelato-Pause, die wir dann unmittelbar in die Eisdiele Leon d`Oro verlegen. Empfehlenswert, weil sehr lecker. Die Spitzmaus erwähne ich an dieser Stelle jetzt nicht mehr.

In Vigo di Fassa geht es dann rechts ab und aufwärts zu einem alten Bekannten, dem Karerpass. In dieser Fahrtrichtung gefällt mir der Karerpass besser, als aus Richtung Bozen – Eisacktal. Er fährt sich irgendwie harmonischer und landschaftlich hat man auch mehr zu bestaunen.

Oben angekommen stellt sich wieder einmal nicht die Sinnfrage, sondern was sagt unser Zeitfenster?

Waren wir heute morgen schon sehr zeitig unterwegs und der „Hintern“ lässt noch eine Ergänzung in Sachen Tageskilometer zu, dann rollen wir jetzt rechts ab, unter den Gipfeln des Rosengartens vorbei auf den Nigersattel.

Die Gattung der Spitzmäuse kann jetzt hier, kurz hinter der Seilbahn zur Kölner Hütte, an der Tscheiner Hütte einen Halt einlegen und Nahrung aufnehmen. ODER die Wegstrecke talabwärts fortsetzen und in Höhe Bozen in Richtung Ritten zur Buschenschänke Baumann abbiegen.

Wir rollen heute ausnahmsweise den direkten Weg, abwärts über Karersee, Welschnofen hinunter ins Eisacktal und an Bozen vorbei auf die Mebo.

Auf unserem Heimweg Richtung Schlanders findet sich auch für die Spitzmäuse noch ausreichend Gelegenheit einen sinnvollen Stopp einzulegen. Wer da Bedarf an Adressen hat – einfach bei mir melden.

Viel Spaß beim Nachfahren.



Und Platz Nr. 1 ist ………

06 Mittwoch Sept 2023

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren, Auf und Davon

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Gavia, Stelvio, Tonale, Umbrail

Oftmals setzt oder stellt man sich ein Ziel und bei genauerer Betrachtung stellt man dann fest: Hoppla. Bis zu deinem eigentlichen Ziel liegt oder steht dir da aber einiges im Weg.

Dann kann man zu dem Schluß kommen, das mit dem eigentlichen Ziel einfach zu lassen, weil „zu anstrengend“. ODER – man sieht es als Anreiz und sagt: Was für ein toller Tag liegt da vor uns. Besser kann es doch gar nicht mehr kommen.

Genau ein solcher Tag liegt heute vor uns. Wir wollen auf den Gaviapass.

Kurzer Blick auf die Karte gefällig? Dem geneigten Betrachter wird sofort klar, soweit er Motorradfahrer ist, der Weg kann nur über den Umbrailpass und den Stelvio nach Bormio führen.

Da jetzt sicherlich jemand den „Klugscheißermodus“ anwirft und mich darauf hinweisen möchte, dass es Stilfserjoch heißt – Ist mir bekannt. Aber heute führt uns unser Weg über die Südwestrampe abwärts nach Bormio und dann ist es für mich der Stelvio.

Warum ist jetzt unsere heutige Anfahrt zum Ziel Gaviapass ambitioniert?

Der Umbrailpass ist mit seinen 33 Kehren und 2.503 m Höhe der höchste asphaltierte Straßenpass der Schweiz. Das Stilfserjoch mit 2.757 m der höchste asphaltierte Gebirgspass Italiens. Und die heute gewählte Südwestrampe steht mit ihren 39 Kehren den berühmten 48 Kehren der Nordseite nur unwesentlich nach.

Was hier de facto heute an KEINER Stelle zu kurz kommt ist die Aussicht, die wir genießen werden. Denn die ist mit phänomenal eigentlich nur unzureichend beschrieben.

Los geht es von Schlanders hinein in das Münstertal und dann aufwärts zu unserem ersten Protagonisten des heutigen Tages – dem Umbrail. Der Zugriff von der Schweizer Seite ist hier lediglich einseitig, weil auf der Südseite der Pass an der Stilfser Jochstraße endet und somit auf italienischer Seite unmittelbar bei den ehemaligen Zollstationen.

Zu unserer Linken können wir die etwa 3 km entfernte Passhöhe vom Stilfser Joch sehen. Wir biegen rechts ab nach Bormio und bleiben dann unweit auf einem Schotterparkplatz für einen Fotohalt stehen. Leute – Der muss sein. Ein Blick zum Niederknien. Einfach schön. Wenn das jetzt keine Endorphine auslöst und das Herz höher schlagen lässt, der ist kein Mensch. Oder man hat vergessen sich am Leben zu freuen – kann auch sein.

Die Kurvenkombinationen, die wir von oben schon bewundern können schwingen wir im Anschluss entspannt nach unten Richtung Bormio.

Der weitere Weg und damit unser heutiger Schwerpunkt der Tour, der Gavia, ist von Bormio aus leicht zu finden, weil bereits frühzeitig ausgeschildert.

Laut prähistorischen Funden nutzten Menschen diesen Übergang zwischen den beiden Gipfeln Corno die tre Signori (3.360 m) und Monte Gavia (3.223 m) bereits seit der Steinzeit. Für uns stellt er heutzutage den asphaltgewordenen Traum von Bormio im Valtellina ins Val di Sole nach Ponte di Legno dar.


Zunächst geht es für uns die Nordrampe aufwärts. Nach jeder Kehre, nach jeder Geraden, Ausblicke für die Ewigkeit und ein traumhafter Blick in die Berge.

Nach ca. 16 Kilometern legen wir eine Pause an einem kleinen Parkplatz ein. Blickfang ist hier ein pyramidenförmiges Monument mit einem großen Bronzeadler auf der Spitze. Denkmal für die gefallenen Soldaten im I. Weltkrieg, denn auch der Bereich um den Gavia war Schauplatz der furchtbaren Kämpfe zwischen den österreichischen Kaiserjägern und den italienischen Alpini. Im August 2004 fand man noch die gefrorenen Leichen von 3 Kaiserjägern unterhalb des Gipfels auf 3.400 m. Was hat sich die Jugend Europas und der Welt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts angetan. Oder besser – was haben hasserfüllte alte Männer ihrer Jugend angetan. Hoffentlich haben wir aus unserer Geschichte ausreichend gelernt.

Die damals hier kämpfenden Einheiten werden wohl keinen Blick dafür gehabt haben, aber das Bergpanorama ist einfach fantastisch. Egal wohin man schaut majestätische Bergriesen, die auf einen niederblicken: Was störst Du kleines Menschenkind uns in unserer Ruhe?


Wir legen jetzt erst einmal eine Verpflegungspause im Rifugio Arnaldo Berni ein. Das Gasthaus hat seinen Namen von einem der italienischen Einheitsführer der Alpini, der seit einem Kampfeinsatz am 3. September 1918 als vermisst gilt. Die Leiche von Kapitän Berni wurde nie gefunden. Vielleicht geistert er noch hier oben in den Bergen herum und sucht seine Einheit. Schließlich wimmelt es auf Burgen auch von unsteten Schloßgespenstern.

Wir genießen jetzt die angenehm kühlen Temperaturen auf 2.560 m Höhe und ebenfalls unsere Pasta. La Nonna hat uns Tagliatelle Ragu di Cervo zubereitet. Wir können euch mitteilen: Der Hirsch ist nicht umsonst gestorben. Echt lecker und hiermit die Einkehrempfehlung von Flying Haggis am Gavia.

Nach dem zwingend erforderlichen Espresso fahren wir weiter Richtung Gipfel und dem Rifugio Bonetta. Wir müssen einfach noch eine Fotopause machen. Die Ausblicke sind einmalig. Wir sind jetzt auf 2.652 m.

Die folgende Abfahrt vom Gavia über die Südrampe sollte mit Bedacht angegangen werden. Irgendwie schweift der Blick immer wieder kurz ab in die wunderschöne Umgebung und dies verträgt sich nicht unbedingt mit der schmalen Streckenführung. Zwei Motorräder passen gut aneinander vorbei. Hat man als entgegenkommendes Fahrzeug einen breiten PKW oder ein Wohnmobil, dann kann es durchaus zur ungewollten Kaltverformung von Anbauteilen führen.

Im unteren Streckenabschnitt, bereits in den Lärchenwäldern, hängt ein Wohnmobil mit gefährlicher Neigung abwärts im Hang. Die Insassen glücklicherweise bereits aus dem Fahrzeug, in Erwartung eines „qualifizierten“ Abschleppunternehmens. Wir trauen uns beim Vorbeifahren nicht einmal zu husten.

Ponte di Legno ist erreicht und nun geht es in Richtung Passo Tonale. Der ist jetzt nicht aufregend und man überquert die Passhöhe im Grunde genommen in einer Ortslage. Besser gesagt in einem riesigen Skigebiet. Jahrmarktatmosphäre. Vom Gefühl her irgendwie gruselig aber die Geschmäcker sind ja unterschiedlich – zum Glück.

Wir sind jetzt im Val di Sole und erfahrene Anderstourer kennen nun die folgende Streckenführung.

Heimweg ist angesagt und der führt uns in Richtung Lago Santa Giustina und Gampenpass. War es eben auf dem Gaviapass mit 22 Grad noch angenehm temperiert, kommen wir uns nun vor wie ein Eintopf  im Thermomix auf Gartemperatur. Außentemperatur wird angezeigt mit 38 Grad. Letzte Hoffnung – Eisakku aus der Kühltasche im Topcase.

Also doch noch eine kurze Getränkepause am Gampenpass und dann schwungvoll abwärts nach Lana und die Vinschgauer Straße heimwärts nach Schlanders.

Was soll ich sagen? Ein Traum war es heute und mein Favorit auf der hauseigenen Pässeliste, der Albulapass, hat einen Megakonkurrenten bekommen: Der GAVIA.

Besser konnte es gar nicht kommen – also viel Spaß beim Nachfahren!

Julier oder Origen heißt Ursprung

23 Mittwoch Aug 2023

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren, Auf und Davon

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Albulapass, Berninapass, Julierpass, Livigno, Ofenpass

Ich hatte es ja bereits vor Wochen angekündigt. Ich bin ein Fan vom Albulapass geworden und hatte versprochen, dass wir uns wiedersehen. Versprechen muss man schließlich halten und wir verbinden unser Wiedersehen mit einer Etappe, deren Mittelpunkt eigentlich der Julierpass sein wird.

Das hat auch seinen Grund, weil es gibt am Julier noch etwas zu sehen, dass bald nicht mehr zu sehen ist. Dazu kommen wir aber gleich.

Wollen wir von Schlanders in die Schweiz haben wir eigentlich (fast) immer einen routinemäßigen Start und Streckenverlauf. Über das schöne Städtchen Glurns hinein in das Münstertal und dann aufwärts zum altbekannten Ofenpass.

Er eignet sich einfach wunderbar zum „Einrollen“ und im Anschluss ist man unten in Zernez „warm“ für weitere Aufgaben und Herausforderungen.

Zunächst folgen wir dann dem Flußlauf und der Beschilderung nach St. Moritz. Bei La Punt Chamues biegen wir nach rechts ab, aufwärts zum Albulapass. Also diesmal umgekehrt zur Fahrtrichtung unserer „Schweizer Runde“.

Im Gegensatz zu unserer ersten Begegnung zeigt sich der Albula heute komplett schneefrei. Was geblieben ist? Die himmlische Ruhe und eine Landschaft zum Dahinschmelzen.

Was ist neu hinzugekommen? Am Hospiz wird uns ein Schweizer Klischee erfüllt. Wir werden tatsächlich von Schweizer Alphornbläsern begrüßt. Die sind allerdings eher wegen eines zeitgleich stattfindenden Radrennens hier oben, passen aber irgendwie wunderbar in das Bild.

Bei unserer ersten Runde zum Albula haben wir ja bereits den Geschichtsunterricht absolviert. Der Pass ist eine alte Postroute nach Venedig und wurde über Jahrhunderte von den beiden Gemeinden La Punt und Bergün instand gehalten.

Noch ein kurzer Rundumblick zum genießen, natürlich mit Erinnerungsfotos und dann geht es für uns die 1.300 m abwärts nach Tiefencastel.

Über Savognin und an dem Lai da Marmorera (1.684 m) vorbei führt nun unser Weg hinauf auf den Julierpass. Weitestgehend ist der Julier sogar ganzjährig befahrbar und verbindet das, auf 851 m Höhe, recht tiefgelegene Tiefencastel mit dem Ort Silvaplana (1.815 m) im Oberengadin.

Oben auf der Passhöhe steht der Besucher dann zunächst einmal etwas erstaunt und begutachtet auf knapp 2.300 m einen roten Turm mittendrin im Nirgendwo.

Eigentlich muss man aber gar nicht derart erstaunt sein, denn bereits die Römer hatten hier oben nachweislich einen Jupitertempel erbaut und für das Mittelalter ist eine christliche Kapelle verbürgt.

So neu ist also die Idee, die nun der „Origengründer“ Giovanni Netzer hatte gar nicht. Er erbaute den Turm im Jahr 2017 und nun, also 2023, soll er wieder abgebaut werden.

Origen ist ein rätoromanischer Begriff und bedeutet so viel wie „Ursprung“. Und zu seinem Ursprung sollte wohl die Kunst in jedweder Form wieder zurück. Noch ursprünglicher als hier oben auf dem Pass kann kein Theater der Welt mehr sein. Alles was einen Kunstinteressierten begeistert von Ballett über Gesang und Malerei hat hier stattgefunden. Meiner Meinung nach eine wunderbare Idee und auch gut umgesetzt.

Irgendwie hat uns dann der Hunger übermannt und wir haben uns dazu hinreißen lassen unterhalb der Passhöhe etwas zu essen. Muss man nicht machen, wenn man nicht ansonsten Gefahr läuft Auf Grund vom „Hungerast“ von der Maschine zu fallen. Lieber die Nahrungsaufnahme verschieben auf unsere bekannte Lokalität am nächsten Pass.

Irgendwann reißen wir uns dann wieder los und fahren in Richtung des wohlklingenden Ortsnamens St. Moritz. Nur kurz lassen wir die Fassaden der alten hochherrschaftlichen Häuser auf uns wirken und folgen lieber der Beschilderung in Richtung Berninapass.

Unseren alten Bekannten den Bernina fahren wir wieder aufwärts. An Pontresina vorbei, mit dem einmaligen Blick auf den Piz Palü, Piz Bernina und Morteratschgletscher geht es hinauf in das Berninamassiv.

Haben wir es ohne Verpflegung bis hierhin geschafft, dann kehren wir jetzt in das kleine Restaurant Cambrena ein. Denkt an unseren „alten Tipp Capunet“.

Einige Kehren abwärts geht es dann über den Forcola di Livigno hinein in die Ortslage Livigno. Kurz auf die Tankuhr schauen und dann nochmals den Bottich füllen.

Beim Einkaufen im zollfreien Livigno daran denken: Beschränkungen auf 200 Zigaretten oder 50 Zigarren und bei hochprozentigem Alkohol auf 1 Liter pro Erwachsenen. Dieser Tipp erfolgt von einem lebenslangen Nichtraucher und jemandem der Hochprozentiges nicht verträgt.

Unser Weg führt uns jetzt durch den mautpflichtigen Munt la Schera Tunnel hindurch und wir treffen dann auf unseren alten Bekannten den Ofenpass.

Der Rückweg ist nun klar. Abwärts ins Münstertal und dann gen Heimat nach Schlanders.

Es hat etwas für sich das Leben in einem „Dreiländereck“. Wir kennen es noch von unserer alten Heimat und der Variante Deutschland / Frankreich / Luxemburg. Jetzt heißt es für uns Italien / Österreich / Schweiz und wir genießen jeden Moment und jede Tour.

Es hilft. Man wird weltoffener und toleranter und lässt auch Andere und Anderes neben sich gelten. Aber das ist natürlich nur meine Meinung. Und Meinung ist das Billigste was man auf unserem Planeten haben kann, denn eine Meinung hat Jeder.

Viel Spaß beim Nachfahren und beim Nachfühlen!

Oh Madonna!

05 Samstag Aug 2023

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren, Auf und Davon

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Brentadolomiten, Madonna di Campiglio, Molvenosee

Auf geht es Leute. Wir machen wieder einmal eine Runde und werfen heute einen Blick ins Trentino und auf die Brenta-Dolomiten. Also geht es zunächst auf der für uns zwischenzeitlich altbekannten Route in Richtung Meran und dann bei Lana rechts ab in das Ultental. Ich mag die Strecke, weil sie ruhiger ist als der Gampenpass, der doch oftmals einiges an Verkehr aufweist und insofern besondere Achtsamkeit benötigt.

Wir orientieren uns bei der Beschilderung in Richtung Proveis und kommen so automatisch über die Hofmahd, einen 1.781 m hohen Gebirgspass. Wir sind also schon höher als beim Gampen oder Mendel. Die Passhöhe ist übrigens bereits im Trentino.

Dabei durchqueren wir auch einen längeren Tunnel, der uns am heutigen, wirklich brütend heißen Tag, eine angenehme Abkühlung verschafft.

Wir sind nun im Val di Non und haben bald einen schönen Blick auf den Lago di Santa Giustina. Ursprünglich der Energieversorgung gewidmet ist der See heutzutage auch Sport- und Erholungsgebiet. Nicht nur für die unmittelbare Region.

Von der Beschilderung her orientieren wir uns nun in Richtung Passo Tonale. Wir sind auf der SS 42 und folgen parallel dem Flusslauf des Noce, der in der Nähe des Gaviapasses entspringt. Der Noce ist der bedeutendste westliche Nebenfluss der Etsch.

Wer ganz zeitig am Morgen aufgebrochen ist, der kann kurz vor Male noch in das Val di Rabbi abbiegen und sich die Ponte Sospeso, eine mehr als 100 Meter lange und auf ca. 60 Meter Höhe freischwebende Hängebrücke, anschauen.

Die Spätaufsteher biegen mit uns in Höhe Dimaro links ab in Richtung Madonna di Campiglio. Es geht für uns hinauf auf den Passo Campo Carlo Magno.

Der 1.662 m hohe Pass oberhalb von Madonna di Campiglio hat seinen Namen von der Legende, dass Karl der Große bei seinem Kampf gegen die Langobarden diesen Pass im Jahr 787 überquert haben soll. Ob Karl hier oben auf der Passhöhe, wie wir, eine Pause eingelegt hat ist nicht überliefert. Erinnerungsfotos hat er sicherlich nicht „geschossen“.

Weiter geht es dann in Richtung des mondänen Wintersportorts Madonna di Campiglio. Motorsportfans kommen da direkt die Vorstellungen des Ferrari-Teams in den Sinn und natürlich von den Ducati-Werksteams. Kaiser Franz Josef und seine Gattin die Kaiserin Sissy, die ja schließlich Namensgeberin unserer „dicken KTM“ ist, weilten ebenfalls bereits hier. Aber irgendwie gewinnt man in Südtirol das Gefühl, dass es keinen Ort gibt in dem Sissy nicht irgendwie präsent war.

Wir rollen schwungvoll an Madonna di Campiglio vorbei. Irgendwie sind uns kleine verschlafene Bergdörfer lieber als die „Pseudo-Hot-Spots“ wie Cortina d`Ampezzo oder jetzt hier Madonna di Campiglio. Jeder wie er es mag.

Was wir mögen ist eine schöne Landschaft und die haben wir in Hülle und Fülle bei unserer weiteren Streckenführung. Rechts von unserer Route liegt der Adamellogletscher und links von uns türmen sich auch die Bergriesen auf. Alle jenseits der 2000er Marke mit einem grandiosen Blick.

Wir sind jetzt im Val Rendena, können diesem bis Tione di Trento folgen oder folgen bei Spiazzo der Beschilderung zum Passo Daone.

Beide Routen führen uns alsbald zum Flusslauf des Sarca, dem wir parallel folgen. Knappe 80 km Länge hat der Sarca, der im Gletschergebiet des Adamello entspringt um letztendlich im Gardasee zu münden. Wer also jetzt „hineinfällt“ landet über kurz oder lang an der Mündung in Riva del Garda.

Aber wir haben es ja gerne etwas ruhiger und beschaulicher. Also bei Comano Terme links ab und wieder bergauf, der Beschilderung zum Molvenosee folgend.

Die Route ist wieder wunderschön sowie etwas abgelegen und wir kommen zum wirklich traumhaft gelegenen Molvenosee, der geradezu zu einer Pause mit entsprechenden Fotos einlädt.

Der Molvenosee ist mit seinen Maßen von 4,5 km Länge und 1,5 km Breite der größte natürliche Alpensee über 800 m Meereshöhe. Ein italienischer Dichter hatte ihn einmal als „edlen Stein in noch edlerer Schatulle“ bezeichnet. Schöner kann man es nicht mehr beschreiben. Also lasse ich jetzt auch jeglichen Versuch.

Der See verfügt auch über einen vielfältigen Fischbestand. Insofern testen wir das umgehend und lassen ihn uns schmecken. Zur Nachahmung empfohlen.

Wer einen Blick auf die Karte geworfen hat, der hat sicherlich bereits gemerkt, dass wir schon auf dem Rückweg sind. Vom Molvenosee führt er uns zunächst in Richtung Spormaggiore.

Vor der Ortschaft kommen wir noch unmittelbar an der Burgruine des Castel Belfort vorbei. Bei der Vielzahl an Burgen und Schlössern in und um Südtirol ist es irgendwie schon fast nichts Besonderes mehr derartige Baudenkmäler zu sehen. Aber ich liebe einfach schöne und spannende Geschichten. Im 15. Jahrhundert herrschte hier auf dieser Burg der Cristoforo Reifer. Wie in Adelskreisen nicht unüblich litt der gute Mann an Anfällen von Wahnsinn und Verfolgungswahn. Dies ließ ihn an der Treue seiner „dritten Gattin“ Orsola zweifeln, die er daraufhin fast umbrachte. Noch heute soll der „arme verwirrte Mann“ als Geist in den Ruinen umherschweben auf der Recherche für die Untreue seiner Gattin. Merke: Kein Schloss ohne sein hauseigenes Gespenst.

Schön kurvig geht es nun abwärts bis wir auf die wenig spektakuläre SP 73 stoßen. Sie ist nun kurz unser Begleiter auf dem Rückweg zum Stausee St. Giustina.

Über Sarnoninco fahrend folgen wir jetzt der Beschilderung Passo Palade /Gampenpass. Der war zwischenzeitlich bereits mehrfach unser Begleiter bei den Touren und kommt uns auch heute gerade recht mit seinem entspannten Arrangement an Kurven. Mal etwas weiter, mal etwas enger, mit flotter Kurvenfolge. Einfach schön, aber gerade an Wochenenden stark frequentiert.

Zum einfach schön gehört aber auch noch eine zünftige Einkehr hinzu. Die genehmigen wir uns entweder im Berggasthaus Natz oder im Restaurant Bad Gfrill.

Beides absolute Toppadressen und egal wo ihr jetzt einkehrt liegt ihr de facto richtig.

Also nochmal eine leckere Mahlzeit genießen oder Eis oder Kuchen und dann nehmen wir die restlichen Meter in Angriff in Richtung Lana und Meran.

Unser Rückweg ist dann wie üblich die Route auf der Staatsstraße in Richtung Reschenpass und Schlanders, die wir entspannt und mit vielen Eindrücken gemütlich entlangrollen.

Viel Spaß beim Nachfahren!

Haben Sie etwas zu verzollen?

14 Freitag Jul 2023

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren, Auf und Davon

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Berninapass, Foscagno, Livigno, Ofenpass, Stilfserjoch

Heute machen wir uns wieder auf den Weg zu einer wunderschönen Runde. Eigentlich sind alle unsere Touren auf ihre Art wunderschön, aber die heutige hat wieder einmal etwas Besonderes.

Zunächst besuchen wir die Eidgenossen und rollen aus Schlanders hinaus in grobe Richtung Reschenpass um alsbald der Beschilderung in die Schweiz bzw. Taufers im Münstertal zu folgen.

Unsere bekannten Anlaufstellen in Glurns lassen wir dabei außer Acht, da wir noch einiges an Kilometern vor uns haben. Genuss pur – versprochen.

Der erste Pass für heute ist unser alter Bekannter der Ofenpass, den wir mit Schwung nehmen und unseren Weg in Richtung Zernez fortsetzen.

Die folgende Orientierung fällt uns wirklich leicht und funktioniert auch ohne Navigationssystem. Einfach der Beschilderung nach St. Moritz folgen.

Falls jemandem etwas bekannt vorkommen sollte, dann liegt es wahrscheinlich an dem Umstand, dass wir diese Route bei unserer Rückfahrt vom Albulapass genommen haben. Das ist aber Schnee von gestern. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Bei Samedan ist dann bereits Pontresina und der Berninapass ausgeschildert. Also schlagen wir uns links ab in die Berge. Kaum zu glauben, aber Pontresina liegt bereits auf 1.805 m in einem Seitental des Oberengadins unweit des Berninamassivs mit seinen zwei bekanntesten Gipfeln dem Piz Palü und dem Piz Bernina. Der ist mit seinen 4.049 m der höchste Gipfel der Ostalpen. Allemal beeindruckend was sich hier vor einem auftürmt. Garniert das Ganze mit dem Blick auf den Morteratschgletscher.

Laut Fachleuten soll der Morteratsch vor ca. 10.000 Jahren bis nach Pontresina gereicht und eine dicke Eisschicht von 150 m umfasst haben. Vor ca. 7.000 Jahren soll dieser Bereich der Ostalpen aber auch schon einmal komplett eisfrei gewesen sein. Klimawandel gab es also schon immer. Vielleicht nehmen wir Menschen uns, wieder einmal, zu wichtig. Der Planet wird mit dem Problem fertig. Sowohl mit dem Problem Klimawandel als auch mit dem Problem Mensch. Einfach einmal mit einem Dinosaurier sprechen.

Für uns geht es weiter aufwärts auf den Passo del Bernina, der das Bündner Land in der Schweiz mit dem italienischen Veltlin verbindet. Nicht wundern, wenn sich auf unserem Weg ein weiteres „Schweizer Klischee“ erfüllt und einem mit der Berninabahn auf dem Weg zum Gipfel eine Schweizer Eisenbahn begegnet. Sie ist UNESCO-Weltkulturerbe seit 2008 und mit ihren 7 % Steigung eine der steilsten Adhäsionsbahnen der Alpen. Die Höchste ist sie ohnehin. Eine Adhäsionsbahn, auch Reibungsbahn genannt, ist eine Eisenbahn, deren Antrieb alleine über die Haftreibung der Räder erfolgt. Zahnradbahnen können das Ganze noch ein paar Prozente steiler.

Auf der Passhöhe ist erst einmal Pause angesagt. Der Blick ist einmalig und muss natürlich für das digitale Poesiealbum verewigt werden.

Außerdem sind wir bereits eine Weile unterwegs, soll heißen der Feinkostcontainer ruft nach einer Füllung. Das kleine und gemütliche Restaurant Cambrena auf der Passhöhe lacht uns regelrecht an.

Also nichts wie auf die Terrasse und eine Portion Capunet bestellt. Die Schweizer Spinatspätzli werden mit gewürfelten Kartoffeln, Knoblauch und mit Käse überbacken in einem Topf serviert. Wie bei der Schweizer Oma zu Hause und schmecken wirklich köstlich. Also – Empfehlung von Flying Haggis bei einer längeren Pause auf dem Bernina.

Gut gestärkt geht es dann weiter über den Forcola di Livigno hinein in das Tal des Zollausschlussgebietes Livigno. Schöner Nebeneffekt – wir tanken ohne Mehrwertsteuer die Maschine nochmals auf. Insbesondere die Architektur der kleinen Steinhäuschen wirkt auf uns oftmals wie aus der Zeit gefallen. Einfach schön und an unserem Besuchertag war das Tal auch nicht überlaufen.

Im Winter ist Livigno eine Langlaufhochburg. Die Gemeinde tritt auch als Sponsor bekannter Wintersportler*innen auf.

Wir wollen weiter und wenden uns in die grobe Richtung nach Bormio. D. h. für uns wieder aufwärts auf den Passo d`Eira und Foscagno. Den Eira übersieht man gerne, weil einem auf dem Weg über den Foscagno gar nichts anderes übrig bleibt als darüber zu fahren.

Die Wegstrecke ist wieder ein absoluter Traum. Streckenführung schön und die Ausblicke einmalig.

Wer am Morgen wirklich zeitig losgefahren ist und insofern noch ein ausreichendes Zeitfenster zur Verfügung hat, der kann bei Isolaccia in der Ortslage noch in Richtung Passo di Fraele abbiegen und zum Lago di Cancano aufwärts fahren. Da es eine Sackgasse ist bedeutet dies irgendwann wieder denselben Weg zurück.

Wir folgen kurz vor Bormio der Beschilderung in Richtung Stilfserjoch und fahren wieder bergauf.

Wenn man hinauf auf den Gipfel schaut und bedenkt, dass sich im Winter die Abfahrerelite, wie das Südtiroler Idol Dominik Paris, hier den Abfahrtshang des Stelvio bis fast in die Ortslage hinabstürzen, wird mir allein beim Gedanken schlecht. Aber jeder wie er es mag.

Wir fahren also den Stelvio aufwärts, könnten bei der Abzweigung kurz vor der Passhöhe nochmals einen Schweizer Schlenker über den Umbrail machen, was wir aber nicht tun und rollen auf die Passhöhe.

Dort gönnen wir uns noch zwei Cappuccini und wedeln dann das Stilfserjoch auf der Südtirolerseite abwärts in Richtung des namensgebenden Ortes Stilfs. Bei Prad sind wir dann nur noch wenige Kilometer auf der Staatsstraße von unserem Ausgangspunkt Schlanders entfernt. Ein Katzensprung.

Und dann lassen wir wieder die Tour bei einem guten Essen oder einem schönen Glas Lagrein auf der Terrasse Revue passieren. Schön war`s.

Viel Spaß beim Nachfahren!

NEIN – der Lavazé ist keine Kaffeemarke!

28 Mittwoch Jun 2023

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren, Auf und Davon

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Buschenschank Baumann, Karersee, Latemar, Lavazé, Nigerpass, Rosengarten, Tscheinerhütte

Heute rollen wir mal wieder. Ganz gemütlich dahin wo Landschaft ist, viel zu sehen, schön zu fahren und nicht überlaufen. Genau mein Ding und so soll es auch bleiben.

Grob ist der Bereich im Südosten Bozens unser heutiges Ziel und so verlassen wir wieder Schlanders in Richtung Meran, um dann alsbald der Beschilderung zum Gampenpass zu folgen.

Einige werden die Streckenführung bereits von einer anderen Tour in Erinnerung haben und haben noch „auf dem Schirm“, dass es jetzt nicht ganz nach oben zur Passhöhe geht.

Wir biegen zuvor ab in Richtung Tisens und Prissian. Diejenigen unter euch, die bei der letzten Tour die Versoalnrebe noch nicht besucht haben, können dies nun erledigen. Der Rest folgt einfach parallel zur MeBo, aber viel ruhiger, unserer Streckenführung in Richtung Eppan und Kalterer See.

Weinliebhaber kommen jetzt auf ihre Kosten. Es geht vorbei an so berühmten Namen wie dem Ritterhof, Elena Walch und Manincor. Wer jetzt noch zuschlagen möchte, um später am Abend die Tour bei einem feinen Roten oder dem bekannten Gewürztraminer ausklingen zu lassen, kann das natürlich tun.

Grob orientieren wir uns in Richtung Neumarkt, denn von dort wollen wir über Montan aufwärts in die Berge. Die Straßenschilder weisen uns bereits hin auf das Val di Fiemme, eines der Langlaufhochburgen in Italien und Austragungsort der nordischen Disziplinen bei der nächsten Winterolympiade.

Bei Cavalese geht es dann für uns aufwärts zu unserem ersten heutigen Zwischenziel, dem Passo di Lavazé. Mit seinen knapp über 1.800 m gehört der Lavazé jetzt nicht zu den Riesen in den Dolomiten. Für mich ist er aber ein wunderschöner Anlaufpunkt und ein Muss.

Allein schon wegen seines „kurzen Ausläufers“, der von den meisten unbeachtet bleibt, weil er in einer Sackgasse endet. Der Jochgrimm oder Passo Oclini führt uns nochmals hoch auf 1.989 m und ist einfach die asphaltgewordene Entspannung pur. Alle paar Meter eine Aussicht zum Niederknien. Ganz gemütlich fahren wir aufwärts zur Passhöhe. Man muss seiner Seele ausreichend Zeit geben mit dem Tempo des Körpers Schritt zu halten.

Das zufriedene Lächeln will einfach nicht mehr aus dem Gesicht. Gut so.

Im Winter wird der Lavazé oftmals von Langläufern und Biathleten zum Höhentraining genutzt. Wettkämpfe fanden hier oben ebenfalls schon mehrfach statt. Im Sommer wie im Winter ein Paradies.

Eine „Pastapause“, mit Seeblick, muss natürlich auch noch sein und danach schwingen wir weiter auf unserer heutigen Runde in Richtung Latemar und Rosengarten.

Zunächst ist unsere grobe Richtung Bozen um alsbald zum Karerpass abzubiegen, verbunden mit einer Fotopause am Karersee.

Die ladinisch sprechende Bevölkerung nennt ihn auch „Lec de Ergobando“, also Regenbogensee. Passt irgendwie.

Der Name geht, wie so oft in Südtirol, auf eine Sage zurück. Ein Hexenmeister versuchte die liebliche Wasserfee des Karersee zu entführen. Als Juwelenhändler verkleidet zauberte er einen Regenbogen vom Rosengarten hin zum Latemar. Die Wasserfee durchschaute aber das Vorhaben und tauchte auf Nimmerwiedersehen im See ab. Der hinterhältige Zauberer zerbrach voller Wut den Regenbogen und warf ihn, nebst der Juwelen, in den See. Somit Regenbogensee und ich finde die Geschichte so schön, dass der Karersee ab heute für mich auch der Regenbogensee ist.

Die Gegend unmittelbar um den See hat auch über Jahrzehnte Prominente angelockt. Kaiserin Sissy weilte hier in einem Hotel. Winston Churchill gab sich die Ehre und auch Agatha Christie, nach der man hier einen wunderschönen Wanderweg unterhalb des Latemar benannt hat.

Nur ein paar lockere Meter sind es jetzt noch bis wir zum Nigerpass abbiegen und parallel zum Rosengartenmassiv in Richtung Schlerngebiet fahren.

Vor einigen Jahren hatten wir auf einer Wandertour über mehrere Tage den Rosengarten umrundet. Man kann es einfach nur jedem zur Nachahmung empfehlen. Es ist das Reich König Laurins, aber den kennt ihr sicher alle aus vielen Erzählungen, also erspare ich mir das jetzt. Eine Entscheidung zu fällen was schöner ist, eine Bergtour mit dem Motorrad oder als Wanderer, würde mir schwer fallen. Beides schafft Erinnerungen für die Ewigkeit und tut der Seele gut.

Was noch gut tut und bei den Touren niemals zu kurz kommen darf sind die Pausen zur Nahrungsmittelaufnahme. Also Obacht Leute und hinter der Seilbahn, die Wanderer zur Kölner Hütte und ins Rosengartenmassiv bringt, mit dosiertem Tempo weiterfahren.

Dann Pause gemacht in der Tscheiner Hütte. Etwas unscheinbar und unmittelbar an der Nigerpassstraße würde euch sonst etwas entgehen. Haltet also Einkehr und genießt das Essen in einem kleinen aber feinen Restaurant.

Wer direkt weiterfahren möchte – kein Problem – abwärts geht es in das Eisacktal und dann in Richtung Bozen, um alsbald in Richtung Ritten wieder aufwärts zur Buschenschänke Baumann zu fahren.

Urlaub in Südtirol bedeutet als zwingendes Muss auch die Einkehr in den ortsansässigen Buschenschänken, die einen IMMER mit regionalen kulinarischen Genüssen verwöhnen.

Gestärkt, bis hin zum Zustand bewegungsunfähig, machen wir uns dann auf den Heimweg. Der führt uns bei Terlan wieder aufwärts in die Höhen über der Etsch mit schönen Aussichten bis hin zur Heimat der Haflinger, wo es uns wieder nach unten in die Ortslage von Meran zieht.

Der Rest ist Routine und uns wohlbekannt. Wir schwingen an der Forstbrauerei vorbei durch den Vinschgau nach Schlanders und lassen dort den Tag ausklingen wo es uns beliebt. Schöne Plätze hat es dafür genug.

Wir können nur noch eines wünschen: Viel Spaß beim Nachfahren!



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