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Kategorien-Archiv: Anderstouren

Haben Sie etwas zu verzollen?

14 Freitag Jul 2023

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren, Auf und Davon

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Schlagwörter

Berninapass, Foscagno, Livigno, Ofenpass, Stilfserjoch

Heute machen wir uns wieder auf den Weg zu einer wunderschönen Runde. Eigentlich sind alle unsere Touren auf ihre Art wunderschön, aber die heutige hat wieder einmal etwas Besonderes.

Zunächst besuchen wir die Eidgenossen und rollen aus Schlanders hinaus in grobe Richtung Reschenpass um alsbald der Beschilderung in die Schweiz bzw. Taufers im Münstertal zu folgen.

Unsere bekannten Anlaufstellen in Glurns lassen wir dabei außer Acht, da wir noch einiges an Kilometern vor uns haben. Genuss pur – versprochen.

Der erste Pass für heute ist unser alter Bekannter der Ofenpass, den wir mit Schwung nehmen und unseren Weg in Richtung Zernez fortsetzen.

Die folgende Orientierung fällt uns wirklich leicht und funktioniert auch ohne Navigationssystem. Einfach der Beschilderung nach St. Moritz folgen.

Falls jemandem etwas bekannt vorkommen sollte, dann liegt es wahrscheinlich an dem Umstand, dass wir diese Route bei unserer Rückfahrt vom Albulapass genommen haben. Das ist aber Schnee von gestern. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Bei Samedan ist dann bereits Pontresina und der Berninapass ausgeschildert. Also schlagen wir uns links ab in die Berge. Kaum zu glauben, aber Pontresina liegt bereits auf 1.805 m in einem Seitental des Oberengadins unweit des Berninamassivs mit seinen zwei bekanntesten Gipfeln dem Piz Palü und dem Piz Bernina. Der ist mit seinen 4.049 m der höchste Gipfel der Ostalpen. Allemal beeindruckend was sich hier vor einem auftürmt. Garniert das Ganze mit dem Blick auf den Morteratschgletscher.

Laut Fachleuten soll der Morteratsch vor ca. 10.000 Jahren bis nach Pontresina gereicht und eine dicke Eisschicht von 150 m umfasst haben. Vor ca. 7.000 Jahren soll dieser Bereich der Ostalpen aber auch schon einmal komplett eisfrei gewesen sein. Klimawandel gab es also schon immer. Vielleicht nehmen wir Menschen uns, wieder einmal, zu wichtig. Der Planet wird mit dem Problem fertig. Sowohl mit dem Problem Klimawandel als auch mit dem Problem Mensch. Einfach einmal mit einem Dinosaurier sprechen.

Für uns geht es weiter aufwärts auf den Passo del Bernina, der das Bündner Land in der Schweiz mit dem italienischen Veltlin verbindet. Nicht wundern, wenn sich auf unserem Weg ein weiteres „Schweizer Klischee“ erfüllt und einem mit der Berninabahn auf dem Weg zum Gipfel eine Schweizer Eisenbahn begegnet. Sie ist UNESCO-Weltkulturerbe seit 2008 und mit ihren 7 % Steigung eine der steilsten Adhäsionsbahnen der Alpen. Die Höchste ist sie ohnehin. Eine Adhäsionsbahn, auch Reibungsbahn genannt, ist eine Eisenbahn, deren Antrieb alleine über die Haftreibung der Räder erfolgt. Zahnradbahnen können das Ganze noch ein paar Prozente steiler.

Auf der Passhöhe ist erst einmal Pause angesagt. Der Blick ist einmalig und muss natürlich für das digitale Poesiealbum verewigt werden.

Außerdem sind wir bereits eine Weile unterwegs, soll heißen der Feinkostcontainer ruft nach einer Füllung. Das kleine und gemütliche Restaurant Cambrena auf der Passhöhe lacht uns regelrecht an.

Also nichts wie auf die Terrasse und eine Portion Capunet bestellt. Die Schweizer Spinatspätzli werden mit gewürfelten Kartoffeln, Knoblauch und mit Käse überbacken in einem Topf serviert. Wie bei der Schweizer Oma zu Hause und schmecken wirklich köstlich. Also – Empfehlung von Flying Haggis bei einer längeren Pause auf dem Bernina.

Gut gestärkt geht es dann weiter über den Forcola di Livigno hinein in das Tal des Zollausschlussgebietes Livigno. Schöner Nebeneffekt – wir tanken ohne Mehrwertsteuer die Maschine nochmals auf. Insbesondere die Architektur der kleinen Steinhäuschen wirkt auf uns oftmals wie aus der Zeit gefallen. Einfach schön und an unserem Besuchertag war das Tal auch nicht überlaufen.

Im Winter ist Livigno eine Langlaufhochburg. Die Gemeinde tritt auch als Sponsor bekannter Wintersportler*innen auf.

Wir wollen weiter und wenden uns in die grobe Richtung nach Bormio. D. h. für uns wieder aufwärts auf den Passo d`Eira und Foscagno. Den Eira übersieht man gerne, weil einem auf dem Weg über den Foscagno gar nichts anderes übrig bleibt als darüber zu fahren.

Die Wegstrecke ist wieder ein absoluter Traum. Streckenführung schön und die Ausblicke einmalig.

Wer am Morgen wirklich zeitig losgefahren ist und insofern noch ein ausreichendes Zeitfenster zur Verfügung hat, der kann bei Isolaccia in der Ortslage noch in Richtung Passo di Fraele abbiegen und zum Lago di Cancano aufwärts fahren. Da es eine Sackgasse ist bedeutet dies irgendwann wieder denselben Weg zurück.

Wir folgen kurz vor Bormio der Beschilderung in Richtung Stilfserjoch und fahren wieder bergauf.

Wenn man hinauf auf den Gipfel schaut und bedenkt, dass sich im Winter die Abfahrerelite, wie das Südtiroler Idol Dominik Paris, hier den Abfahrtshang des Stelvio bis fast in die Ortslage hinabstürzen, wird mir allein beim Gedanken schlecht. Aber jeder wie er es mag.

Wir fahren also den Stelvio aufwärts, könnten bei der Abzweigung kurz vor der Passhöhe nochmals einen Schweizer Schlenker über den Umbrail machen, was wir aber nicht tun und rollen auf die Passhöhe.

Dort gönnen wir uns noch zwei Cappuccini und wedeln dann das Stilfserjoch auf der Südtirolerseite abwärts in Richtung des namensgebenden Ortes Stilfs. Bei Prad sind wir dann nur noch wenige Kilometer auf der Staatsstraße von unserem Ausgangspunkt Schlanders entfernt. Ein Katzensprung.

Und dann lassen wir wieder die Tour bei einem guten Essen oder einem schönen Glas Lagrein auf der Terrasse Revue passieren. Schön war`s.

Viel Spaß beim Nachfahren!

NEIN – der Lavazé ist keine Kaffeemarke!

28 Mittwoch Jun 2023

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren, Auf und Davon

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Buschenschank Baumann, Karersee, Latemar, Lavazé, Nigerpass, Rosengarten, Tscheinerhütte

Heute rollen wir mal wieder. Ganz gemütlich dahin wo Landschaft ist, viel zu sehen, schön zu fahren und nicht überlaufen. Genau mein Ding und so soll es auch bleiben.

Grob ist der Bereich im Südosten Bozens unser heutiges Ziel und so verlassen wir wieder Schlanders in Richtung Meran, um dann alsbald der Beschilderung zum Gampenpass zu folgen.

Einige werden die Streckenführung bereits von einer anderen Tour in Erinnerung haben und haben noch „auf dem Schirm“, dass es jetzt nicht ganz nach oben zur Passhöhe geht.

Wir biegen zuvor ab in Richtung Tisens und Prissian. Diejenigen unter euch, die bei der letzten Tour die Versoalnrebe noch nicht besucht haben, können dies nun erledigen. Der Rest folgt einfach parallel zur MeBo, aber viel ruhiger, unserer Streckenführung in Richtung Eppan und Kalterer See.

Weinliebhaber kommen jetzt auf ihre Kosten. Es geht vorbei an so berühmten Namen wie dem Ritterhof, Elena Walch und Manincor. Wer jetzt noch zuschlagen möchte, um später am Abend die Tour bei einem feinen Roten oder dem bekannten Gewürztraminer ausklingen zu lassen, kann das natürlich tun.

Grob orientieren wir uns in Richtung Neumarkt, denn von dort wollen wir über Montan aufwärts in die Berge. Die Straßenschilder weisen uns bereits hin auf das Val di Fiemme, eines der Langlaufhochburgen in Italien und Austragungsort der nordischen Disziplinen bei der nächsten Winterolympiade.

Bei Cavalese geht es dann für uns aufwärts zu unserem ersten heutigen Zwischenziel, dem Passo di Lavazé. Mit seinen knapp über 1.800 m gehört der Lavazé jetzt nicht zu den Riesen in den Dolomiten. Für mich ist er aber ein wunderschöner Anlaufpunkt und ein Muss.

Allein schon wegen seines „kurzen Ausläufers“, der von den meisten unbeachtet bleibt, weil er in einer Sackgasse endet. Der Jochgrimm oder Passo Oclini führt uns nochmals hoch auf 1.989 m und ist einfach die asphaltgewordene Entspannung pur. Alle paar Meter eine Aussicht zum Niederknien. Ganz gemütlich fahren wir aufwärts zur Passhöhe. Man muss seiner Seele ausreichend Zeit geben mit dem Tempo des Körpers Schritt zu halten.

Das zufriedene Lächeln will einfach nicht mehr aus dem Gesicht. Gut so.

Im Winter wird der Lavazé oftmals von Langläufern und Biathleten zum Höhentraining genutzt. Wettkämpfe fanden hier oben ebenfalls schon mehrfach statt. Im Sommer wie im Winter ein Paradies.

Eine „Pastapause“, mit Seeblick, muss natürlich auch noch sein und danach schwingen wir weiter auf unserer heutigen Runde in Richtung Latemar und Rosengarten.

Zunächst ist unsere grobe Richtung Bozen um alsbald zum Karerpass abzubiegen, verbunden mit einer Fotopause am Karersee.

Die ladinisch sprechende Bevölkerung nennt ihn auch „Lec de Ergobando“, also Regenbogensee. Passt irgendwie.

Der Name geht, wie so oft in Südtirol, auf eine Sage zurück. Ein Hexenmeister versuchte die liebliche Wasserfee des Karersee zu entführen. Als Juwelenhändler verkleidet zauberte er einen Regenbogen vom Rosengarten hin zum Latemar. Die Wasserfee durchschaute aber das Vorhaben und tauchte auf Nimmerwiedersehen im See ab. Der hinterhältige Zauberer zerbrach voller Wut den Regenbogen und warf ihn, nebst der Juwelen, in den See. Somit Regenbogensee und ich finde die Geschichte so schön, dass der Karersee ab heute für mich auch der Regenbogensee ist.

Die Gegend unmittelbar um den See hat auch über Jahrzehnte Prominente angelockt. Kaiserin Sissy weilte hier in einem Hotel. Winston Churchill gab sich die Ehre und auch Agatha Christie, nach der man hier einen wunderschönen Wanderweg unterhalb des Latemar benannt hat.

Nur ein paar lockere Meter sind es jetzt noch bis wir zum Nigerpass abbiegen und parallel zum Rosengartenmassiv in Richtung Schlerngebiet fahren.

Vor einigen Jahren hatten wir auf einer Wandertour über mehrere Tage den Rosengarten umrundet. Man kann es einfach nur jedem zur Nachahmung empfehlen. Es ist das Reich König Laurins, aber den kennt ihr sicher alle aus vielen Erzählungen, also erspare ich mir das jetzt. Eine Entscheidung zu fällen was schöner ist, eine Bergtour mit dem Motorrad oder als Wanderer, würde mir schwer fallen. Beides schafft Erinnerungen für die Ewigkeit und tut der Seele gut.

Was noch gut tut und bei den Touren niemals zu kurz kommen darf sind die Pausen zur Nahrungsmittelaufnahme. Also Obacht Leute und hinter der Seilbahn, die Wanderer zur Kölner Hütte und ins Rosengartenmassiv bringt, mit dosiertem Tempo weiterfahren.

Dann Pause gemacht in der Tscheiner Hütte. Etwas unscheinbar und unmittelbar an der Nigerpassstraße würde euch sonst etwas entgehen. Haltet also Einkehr und genießt das Essen in einem kleinen aber feinen Restaurant.

Wer direkt weiterfahren möchte – kein Problem – abwärts geht es in das Eisacktal und dann in Richtung Bozen, um alsbald in Richtung Ritten wieder aufwärts zur Buschenschänke Baumann zu fahren.

Urlaub in Südtirol bedeutet als zwingendes Muss auch die Einkehr in den ortsansässigen Buschenschänken, die einen IMMER mit regionalen kulinarischen Genüssen verwöhnen.

Gestärkt, bis hin zum Zustand bewegungsunfähig, machen wir uns dann auf den Heimweg. Der führt uns bei Terlan wieder aufwärts in die Höhen über der Etsch mit schönen Aussichten bis hin zur Heimat der Haflinger, wo es uns wieder nach unten in die Ortslage von Meran zieht.

Der Rest ist Routine und uns wohlbekannt. Wir schwingen an der Forstbrauerei vorbei durch den Vinschgau nach Schlanders und lassen dort den Tag ausklingen wo es uns beliebt. Schöne Plätze hat es dafür genug.

Wir können nur noch eines wünschen: Viel Spaß beim Nachfahren!



Schweizer Runde

11 Sonntag Jun 2023

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren, Auf und Davon

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Albula, Engadin, Flüela, Graubünden, Ofen, Schweizer Runde

Charakterlich bin ich zum Fremdgehen komplett ungeeignet. Es liegt einfach nicht in meinem Naturell. Jetzt ist es passiert und ich muss zugeben, dass es sogar noch Spaß bereitet hat. Okay – das mit dem Fremdgehen ist in diesem speziellen Fall eher metaphorisch zu betrachten. Insofern dürfte die „Beichte“ in diesem Bericht als ausreichende Buße zu bewerten sein. Ich, als „Neu-Südtiroler“, habe eine Pässe-Runde in der angrenzenden Schweiz gedreht und habe das auch noch in vollen Zügen genossen.

Also los geht es raus aus Schlanders und auf der Staatsstraße in Richtung Reschensee und Österreich.

In Nauders sagen wir der hektischen Betriebsamkeit Aufwiedersehen und folgen der Beschilderung in Richtung Schweiz / St. Moritz. Hier folgen wir dann parallel dem Flußlauf zunächst in Richtung St. Moritz und genießen die flüssigen Kurven des Streckenverlaufes. An Scuol vorbei geht es bis nach Susch und hier ist bereits unser erstes Highlight für heute. Es geht aufwärts zum Flüelapaß.

Übrigens: Susch zählt noch zum Unterengadin und der Flüela liegt bereits im Kanton Graubünden. Gemeinsam mit dem Susten ist der Flüela der nördlichste 2000er Pass der Schweizer Alpen.

Da er eine der Hauptverbindungen nach Davos ist, findet man den Flüela meist selbst im Winter gut befahrbar vor. Und mit dem Motorrad hat es schließlich auch WAS, wenn man kurz vor der Passhöhe mit 2.383 m noch am Straßenrand den Schnee bewundern kann.

Die Aussicht ist in beide Richtungen dann phänomenal und allemal eine Fotopause wert.

Für uns geht es dann weiter nach Davos, der Schweizer Bergstadt. Auf 1.560 m Höhe ist sie die höchste Stadt Europas. Viele Künstler, Philosophen und Schriftsteller weilten in Davos und machten die Stadt berühmt. Der Zauberberg von Thomas Mann setzt der Stadt literarisch ein Denkmal. Das älteste internationale Eishockeyturnier, der Spengler Cup, wurde 1923 erstmals hier in Davos ausgetragen. Sollte die Stadt irgendwie einen „Zauber“ vermitteln, so ist er auf uns nicht übergesprungen.

Also geht es weiter für uns entlang der Landwasserstraße zu unserer nächsten Zwischenstation, wo der Funke übergesprungen ist. Und zwar bereits in der Anfahrt. Wir sind auf dem Weg zum Albulapass.

Von Tiefencastel aus geht es für uns hinauf auf die 2.315 m zur Passhöhe. Dann haben wir fast 1.300 m Höhendifferenz hinter uns gebracht, die einfach traumhaft sind. Der Albula bleibt uns im Gedächtnis und in allen Sinnen verhaftet. Wir werden uns bald wiedersehen – Versprochen!

Seit dem 16. Jahrhundert hatte der Albulapass bereits gewisse Bedeutung. Die Bündner nutzten ihn als Handelsroute für Wein, Salz und Getreide. Aber auch Erze und Metalle fanden den Weg über den Pass. Und die Franzosen richteten einen Postdienst über den Pass nach Venedig ein. Die beiden Gemeinden Bergün und La Punt waren für den Unterhalt des Passes zuständig und durften deshalb auch Wegezoll erheben. Wir müssen glücklicherweise heutzutage keine Maut entrichten und genießen den Pass kostenfrei.

Schmal geht es aufwärts, die Streckenführung nichts für die Raser, die dem Rest der Menschheit ungefragt ihr fahrerisches Können, oder was sie dafür halten, vermitteln müssen. Deshalb herrscht auch auf der Passhöhe angenehme Ruhe. Nur ein paar „Windgesichter“, die ebenfalls Ort, Landschaft und einfach das Gefühl genießen.

Dann geht es abwärts nach La Punt Chamues. Wem der Fluß jetzt irgendwie bekannt vorkommt – Genau – Er war bereits zu Beginn unserer Tour unser Begleiter bis wir zum Flüela abgebogen sind. Rückweg ist angesagt.

Also bleiben wir zunächst parallel zum Fluss zu unserer Linken bis nach Zernez und dann folgen wir der Beschilderung zum Ofenpass, der uns dann durch das Val Müstair zwischen Unter- und Oberengadin führt. Wieder tut sich eine Wunderschöne Region für uns auf und die Streckenführung mit wechselnden weiten und engeren Kurven lässt uns entspannt zur Passhöhe schwingen.

Der Name Ofenpass leitet sich von Schmelzöfen ab, die es bis ins späte Mittelalter in dieser Region gab. Von daher wird uns bewusst seit wann dieser Übergang für die Schweizer bereits Bedeutung hat.

Nach der kurzen Fotopause auf der Passhöhe rollen wir hinab ins Münstertal, passieren dabei ein schönes Skigebiet, welches die Langläufer im Winter nutzen und auch Etappe im Weltcup ist. Dario Cologna lässt grüßen, der berühmte und erfolgreiche Sohn des Münstertals.

Jetzt ist es nicht mehr weit bis wir die Schweiz wieder verlassen und dann talabwärts Glurns erreichen. Die Hungrigen können meinen „alten Tipp“ die Bäckerei Schuster anfahren in der Ortslage. Diejenigen, die am Abend die heutige Tour bei etwas Hochprozentigem ausklingen lassen bzw. „nacharbeiten“, können bei der Puni Destillerie in Glurns einen Halt einlegen. Hier ist die Heimat der ersten Whisky-Brennerei Italiens. Der Malt ist kein ganz günstiges Vergnügen, aber für Kenner der Szene und Liebhaber allemal eine Pause mit Einkehr wert.

Jetzt ist es nur noch ein Katzensprung bis wir wieder an unserem Ausgangspunkt in Schlanders eintreffen und auf irgendeiner der einladenden Terrassen einen Vernatsch oder Aperol genießen. Immer mit dem Gedanken im Hinterkopf: Das Fremdgehen in Südtirol kann man durchaus machen, wenn es sich um die nahen Pässe in der Schweiz handelt.

Viel Spaß beim Nachfahren.


Die Wade des Stiefels oder eine Tour durch die Marken

23 Dienstag Mai 2023

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren, Auf und Davon, Rast & Übernachtung

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Coriano, Marken, Pian del Bosco, Tavullia

San Marino, Rimini und die Marken bedeutet für uns EINES. Unser Basislager kann nur das Hotel Pian del Bosco von Michael Roth bei Perticara sein.

Wir starten heute unsere Runde nach einem mehr als ausgiebigen Frühstück im Pian del Bosco. Dabei im Hinterkopf, dass die Augen nicht größer sein sollten, als der Magen. Ansonsten werden wichtige körperliche Ressourcen zur Verarbeitung der Nahrungsmittel abgerufen, die wir jetzt eigentlich für die kurvige Route zu unserem ersten Zwischenziel am heutigen Tag benötigen.

Unser Weg zieht uns zunächst nach Urbino. Wegen seiner Architektur und Kulturgeschichte ist Urbino Teil des Weltkulturerbes. Kunstliebhabern ist Urbino als die Geburtsstadt von Raffael bekannt, einem der bedeutendsten Künstler Italiens in der Hochrenaissance. Mitten in der Stadt steht sein Geburtshaus, welches jetzt ein Museum ist.

Mittlerweile wisst ihr ja, dass euer werter Erzähler ein Fan der Südtirolkrimis ist. Aber auch die kleine Filmreihe der Urbinokrimis hat es mir angetan. Hier sind die Hauptprotagonisten Leonardo Nigro, als umtriebiger Dorfpolizist, meist mit dem Motorroller unterwegs. Katharina Wackernagel, die eine leicht „verhuschte“ Gerichtsmedizinerin spielt. Und Hannes Jaenicke, der einen frühpensionierten deutschen Kriminalbeamten gibt.

Irgendwie eine Mischung aus Agatha Christie und Inspector Barnaby mit italienischem Flair und Urbino als wunderschöner Filmkulisse. Ich mag es – Popcornkino ohne dass man in einen „Retter der Welt“ Modus mit Dachschaden gerät, wie in vielen deutschen Krimis.

Übrigens – ganz in der Nähe von Raffaels Geburtshaus gibt es auch eine leckere Eisdiele. Überlebenswichtig, wenn der Zuckerhaushalt in den Keller gerät.

Urbino ist aber auch die Geburtsstadt von Valentino Rossi. Damit haben wir die Brücke zu unserer nächsten Zwischenstation geschlagen, denn von Urbino geht es nach Tavullia. Im Grunde genommen sind wir also unterwegs zum Mekka der VR 46 Gemeinde.

Auch wenn der Doctor seine Moto GP Karriere beendet hat, ist Tavullia immer noch Anziehungspunkt vom Popolo Giallo das immer noch die GP-Strecken der Welt bevölkert. Valentino ist hier omnipräsent und seine Ranch mit der Trainingsstrecke auf der seine Nachfolger wie Pecco Bagnaia, Marco Bezzecchi, Franco Morbidelli und Luca Marini trainieren ist allemal ein Besuch wert. Das ganze Dorf strahlt immer noch dieses gewisse Flair von Heiligenverehrung aus. Aber auf eine angenehme und liebenswerte Art und Weise.

Diejenigen, die am heutigen Morgen zeitig aufgebrochen sind, können jetzt noch einen kurzen Schlenker einbauen auf dem Weg zu unserer dritten Station und bauen die Panoramica Adriatico in die Route ein. Kurviger geht es fast nicht mehr und zwischendurch genießt man einen Blick auf das Meer.

Wer etwas länger in Urbino oder Tavullia verbracht hat, der fährt den direkten Weg nach Coriano.

Für Motorradfans ist Coriano eigentlich auch ein Muss. Hier war „Supersic“ Marco Simoncelli zuhause und seine Heimatstadt hat ihm hier ein kleines Denkmal gesetzt.

Vor dem kleinen, schmucken Museum, welches den Besuchern das Leben und die leider viel zu kurze Karriere des Marco Simoncelli näherbringt ist noch ein kleiner Gedenkstein, wo der ein oder andere Fan auch kleinere Geschenke niederlegt.

Die Start-Nr. 58 von Supersic ziert eine Tafel und darauf steht so etwas wie sein Lebensmotto:
Ich möchte als jemand in Erinnerung bleiben, der wusste, wie man in Rennen für Furore sorgt.

Das ist Marco definitiv gelungen. Abschließend wahrscheinlich aber anders, als er es sich gedacht hat. Er bleibt nicht nur in Italien unvergessen, sondern auch auf den Rennstrecken dieser Welt. Sein Vater führt im GP-Zirkus das Rennteam „Sic58“ und hält die Erinnerung an Marco weiterhin hoch.

Das Museum ist wirklich sehenswert und am Ende muss man sich noch in unmittelbarer Nähe zu diesem Museum „The Flame“ anschauen. Ein italienischer Sponsor von Marco hat hier dieses Monument errichtet und zweimal in der Woche schlagen aus dem „stilisierten Auspuff“ für 58 Sekunden Flammen.

Tavullia und Coriano – so etwas gibt es nur in Italien für Rennfahrer. Allein schon deshalb muss man es sich unbedingt anschauen.

Jetzt geht es wieder nach Hause. Versehen mit einem kleinen Schlenker über San Marino erreichen wir wieder unser Basislager – das Hotel Pian del Bosco.

Hier genießen wir dann den Abend und lassen die Tour nochmals geistig Revue passieren. Mit einem Blick über die traumhafte Landschaft rund um das Pian del Bosco, einem Sprung in den Pool oder tiefenentspannt auf einer Liege davor.

Und dann haben wir auch die Muße uns um unser gepflegtes Abendessen zu kümmern, dass uns kreuz und quer durch die italienische Küche führt. Die Mega-Pizzen sind preisverdächtig und konkurrieren mit der exzellenten Pasta.

Platz für Dolce sollte man sich dann auch noch lassen und den Abschluss kann man dann mit einem feinen Roten beim Sonnenuntergang zelebrieren.

Morgen ist auch noch ein Tag und die Marken, als Wade des italienischen Stiefels, geben ausreichend Raum für weitere Touren. Macht es uns einfach nach – ihr werdet immer wieder kommen.


Krimis bilden

13 Donnerstag Apr 2023

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren, Auf und Davon

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Berggasthof Natz, Gampen, Klughammer, Mendel

Es ist so eine Sache mit dem ankommen. Wenn man sein Ziel erreicht hat ist man nicht unbedingt angekommen. Klingt komisch – ist aber so. Euer werter Erzähler hatte zwar bereits Mitte Dezember sein Ziel hier in Südtirol erreicht, aber es hat mit dem Ankommen doch etwas gedauert. Nicht dass es die Umgebung schwer gemacht hätte. Nein – keineswegs. Aber irgendwie war doch wider Erwarten der Akku leer und es hat gedauert bis ich wieder einen gewissen Rhythmus gefunden hatte und das Signal zwischen den Ohren angekommen ist: Du bist tatsächlich hier!

Damit haben wir auch den philosophischen Teil des Tages erledigt und widmen uns nun voll und ganz der pragmatischen Seite. Wir drehen eine Runde mit dem Motorrad.

Anfang April ist das gar nicht mal so leicht, weil viele der üblichen „Verdächtigen“ witterungsbedingt ein Befahren noch gar nicht zulassen. Aber wir finden was.

Raus aus Schlanders in Richtung Meran. Das kann nie verkehrt sein, weil es in der Richtung immer ein paar Grad wärmer wird. Wir orientieren uns dann alsbald, der Wegweisung nach Lana folgend, zum Gampenpass.

Hier nehmen wir aber nur die ersten Kehren mit und biegen ab nach Prissian. Schon sind wir auf den Spuren unserer Südtirolkrimis, denn Commissario Fameo wohnt hier in dem kleinen Ort mit seiner Familie. Ein schönes Plätzchen hat der Autor hier für seinen Protagonisten ausgesucht.

Hoppla – wir haben ja auch noch einen Bildungsauftrag. Beim Schloß Katzenzungen im Ort machen wir einen kurzen Halt und schauen uns die Versoalnrebe an. Unter einer Pergola aus Kastanienholz breitet sich die, mit ca. 400 Jahren, wohl älteste Rebe der Welt auf etwa 300 qm aus. Sie ist alljährlich immer noch gut für ca. 80 kg Ertrag an Tafeltrauben. Die Rebe ist zu Recht ein Naturdenkmal und konnte, Dank des Einsatzes der regionalen Naturschutzbehörden, bislang erhalten werden. Wenn SIE erzählen könnte, dann wäre SIE ein wunderbares Geschichtsbuch der Historie Südtirols.

Über Nals und Andrian rollen wir über schmale Straßen in den Randbereich von  Frangart und folgen dann einfach der Beschilderung nach Kaltern und Tramin. Wir sind auf der Weinstraße und die trägt ihren Namen zu Recht. Südtirol hat vor einigen Jahren im Hinblick auf den Weinanbau einen Wandel vollzogen. Das ist gut so und es hat sich auch für die Südtiroler Weinbauern bezahlt gemacht. Hier geht es nun um Qualität und nicht mehr um Quantität. Einen „Billigheimer“ findet man nun nicht mehr, aber alle Produkte sind durchweg wertig und schmackhaft. Der eigene Geschmack entscheidet eben und das ist auch gut so. Schließlich sitzen wir ja auch nicht alle auf dem gleichen Motorrad.

So bleibt es jedem selbst überlassen wo er bei den bekannten Namen wie Elena Walch, Manincor oder Ritterhof stehen bleibt und „zuschlägt“. Wir machen noch einen kurzen Abstecher an den Kalterer See und genießen hier die kleine mediterrane Oase, die dem stillen Beobachter wie der Gardasee im Märklin H0-Format vorkommt.

Wo machen wir unsere Pause? Am besten folgen wir wieder den „Südtirolkrimis“ und hier dem Detektiv Tiberio Tanner. Also Rast einlegen unmittelbar am See im Restaurant Klughammer und gemütlich die Seele und bei Bedarf andere Körperteile baumeln lassen.

Dann geht es ein Stück zurück in Richtung Eppan und hinauf zum Mendelpass. Die Streckenführung ist genial und es wechseln sich schöne, weitere Kurvenpassagen mit engen Kehren ab. Für jeden ist etwas dabei und an (fast) jeder Kehre öffnet sich der Blick hinunter ins Tal und in Richtung der Dolomiten. Ein Traum.

Also schnell für unser Poesiealbum einige Fotos geschossen und dann weiter. Falsch machen kann man hinsichtlich der Streckenführung nichts. Es geht zunächst bergab in Richtung Fondo. Einfach zusätzlich in Erinnerung halten, dass der Gampenpass im italienischen Sprachraum Passo Palade heißt und dann kann bei der Orientierung nichts schief gehen.

Der Gampenpass ist jetzt mit seinen 1518 m nicht der Riese unter den Südtiroler Bergpässen und so kann es passieren, dass man fast unbemerkt über den „Gipfel“ rollt. Da dort an dem kleinen Restaurant so gut wie immer eine Ansammlung an Motorrädern, wie in einer Boxengasse einer Rennstrecke, steht zieht man schon die richtigen Schlüsse.

Ihr kennt euren werten Erzähler mittlerweile aus unzähligen Streckenbeschreibungen und wisst insofern, dass mir Trubel eher nicht liegt und bei einer „guten Pausenstation“ auch etwas Ordentliches auf die Gabel gehört. Also fahren wir einige Kehren weiter und folgen dann, nach links abbiegend, der Beschilderung zum Berggasthaus Natz. Hier sitzen wir traumhaft auf der Terrasse, genießen den Blick und das Essen. Übrigens – den Tipp habe ich wieder von Commissario Fameo, der hier mit seiner kleinen Familie auch Einkehr gehalten hat. Südtirolkrimis sind eben nicht nur spannend, sie helfen einem auch kulinarisch auf die Sprünge.

Gut gestärkt geht es jetzt auf die Schlussetappe unserer heutigen Tour. Ganz einfach den Gampen abwärts Richtung Lana und dann auf der altbekannten Route heimwärts nach Schlanders.

Viel Spaß beim Nachfahren und immer daran denken: Wenn der liebe Gott „Homeoffice“ macht, dann macht er das in Südtirol.

Da schnalzen wir mit der Zunge – Das Schnalstal

30 Freitag Sept 2022

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren

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Ötzi, MMM Juval, Schnalstal

Bei der Tour „In der Kürze liegt die Würze“ hatten wir das Thema bereits. Südtirol ist voll mit wunderschönen Seitentälern, die oftmals bei Touren unbeachtet liegen gelassen werden, weil sie in Sackgassen enden und so für eine „Rundtour“ wenig geeignet erscheinen.

Wenn man derart plant entgeht einem einiges und das ist oder wäre schade. Denken wir im Pustertal an das Ahrntal oder Gsiesertal. Einfach traumhaft. NEIN – das Antholzertal ist keine Sackgasse. Hier kommen wir über den Stallersattel und die unumgängliche Pause in Isidors „Hexenschenke“ hinüber nach Österreich in das Defereggental.

Zuletzt hatten wir das Martelltal im Vinschgau näher ins Auge gefasst und heute rollen wir in das Schnalstal. Wie sagen die Einheimischen? „Im Schnalstal kannst Du 3 x Wetter haben. Eingangs der Staatsstraße scheint die Sonne. Hinter dem Tunnel regnet es und bei Vernagt oder Kurzras scheint wieder die Sonne.“

Es ist eine schöne Routenführung aufwärts zum Talschluß bei Kurzras.  Allein schon die wunderbare Kurvenkombination hinter Unsere Frau in Schnals hoch zum Vernagt-Stausee hat Ansteckungsgefahr.

Apropos Vernagt-Stausee. Bei unserem Besuch hatten wir eine Fotokonstellation, die jede Folge von „Germany`s next Topmodel“ locker in den Schatten stellt. Unmittelbar an der Straße posierten drei Lamas, oder Alpakas – meine zoologischen Kenntnisse sind nicht sonderlich stark ausgeprägt, und gaben damit ein herrliches Motiv gemeinsam mit dem Stausee ab.

Nach Katharinenberg zweigt eine Seitenstraße ab in das abgelegene Pfossental. Ein Traum für Wanderer und Mountainbiker. In der Folge „Liebe macht zornesblind“ geht Commissario Fameo hier mit seinem Team auf Mörderjagd. Zwei ziemlich skurrile Morde machen ihm hier schwer zu schaffen.

Damit nicht genug. Commissario Grauner und sein Kollege aus Neapel Ispettore Saltapepe haben in der Episode „Der Tote am Gletscher“ auch alle Hände voll zu tun.

Ich sage es Euch Leute – das Schnalstal ist nicht nur schön anzusehen und zu befahren. Allem Anschein nach ist es auch ein Zentrum des Verbrechens in Südtirol. Also äußerste Obacht.

Der berühmteste Bewohner vom Schnalstal hat jetzt sein Zuhause im Museum in Bozen – der Ötzi. Unser Ahne aus dem Eis wurde 1991 am Tisenjoch gefunden. Oweh – der wurde ja auch ermordet!

Von Vernagt können wir per pedes aufwärts zur Similaunhütte und von dort in ca. 1,5 Stunden fußläufig zur Fundstelle des Steinzeitmannes. In Motorradkluft nicht die beste Idee, ergo verschieben wir das Ganze auf einen späteren Zeitpunkt. Wie gesagt – das Schnalstal hat was.

Was wir aber locker auch in Motorradkleidung erledigen können und auch machen sollten, ist ein Besuch auf Schloss Juval im Messner Mountain Museum.

Der wohl bekannteste Südtiroler, außer Andreas Hofer, hat jedes seiner Museen einem gewissen Motto gewidmet. Juval – die Privatresidenz von Reinhold Messner – ist die religiöse Dimension der Berge gewidmet. Herz des Museums ist die weltweit größte Ausstellung an Sammlerstücken aus Tibet. Mehr als beeindruckend und allemal ein Besuch wert.

Im Gasthaus Schlosswirt können wir dann noch unseren Hunger bekämpfen und danach sind wir uns sicher: Das Schnalstal ist ein Zungenschnalzer und einen ausgiebigen Besuch wert.

Die Tour durch das Schnalstal könnt ihr auch an einem ruhigen Tag schön mit unserer Anderstour durch das Martelltal kombinieren und habt dann einen traumhaften Tag verbracht.


Wie mit guten Freunden

16 Freitag Sept 2022

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren

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Schlagwörter

Batzenbräu, Brückenwirt, Jaufenpass, Penserjoch, Südtirolkrimis

Ja – wie ist das denn so mit guten Freunden? Wie mit den Sternen am Himmel. Sie sind auch immer da aber man sieht sie nicht immer. Heute kümmern wir uns mal wieder um zwei gute Freunde. NEIN – bitte nicht direkt wegschauen und sagen: Kenne ich schon!

Wahrscheinlich kommt das ein oder andere heute hinzu, das man eben nicht kennt. Also weiterlesen lohnt sich.

Wir rollen uns wieder auf der Staatsstraße ein und folgen den Wegweisern nach Meran. Da wir noch einiges auf unserer heutigen Route vorhaben, lassen wir das schöne Meran zunächst einmal unbeachtet, umfahren es leicht, damit wir die Innenstadtpassagen reduzieren und folgen dann der Beschilderung zum Jaufenpass hinein in das Passeiertal.

Die Streckenführung vorbei an Dorf Tirol bis nach St. Leonhard ist wirklich schön. Oftmals herrscht nur leider viel Verkehr, so dass man die kurvige Route nicht ausreichend genießen kann. Es gibt auch kein Zeitfenster welches man empfehlen kann um ungestört in den Kurvenschwung hineinzukommen. Tatsächlich spielt hier das Glück die ausschlaggebende Rolle oder Karma. Wer weiß.

Der Jaufenpass ist der nördlichste inneritalienische Pass, der für den Straßenverkehr zugelassen ist und tatsächlich die kürzeste Verbindung zwischen Meran und Sterzing. Bis auf eine Höhe von 2.094 m führt uns die SS 44 und bietet dabei einen tollen Mix aus seinen 20 Kehren und auch schön flüssig zu fahrenden Kurven. Bei schönem Wetter hat man dann auf der Passhöhe einen traumhaften Blick in die Täler.

Die Zeit nehmen wir uns, denn die Achtsamkeit gibt uns die Möglichkeit das was wir tun auch zu erleben. Und zwar mit dem Herzen und nicht nur mit dem Verstand oder der GoPro-Kamera.

Wir fahren weiter in Richtung Sterzing. Für uns war der schöne Ort über Jahre so etwas wie das Eingangstor nach Südtirol. Alljährlich steht im September die schöne Altstadt komplett unter dem Zeichen des „Knödels“. Entlang der kompletten Fußgängerzone kann man hier die Vielfalt des Tiroler Nationalgerichtes ausgiebig testen.

Hatte ich schon einmal erwähnt, dass ich für einen gut gemachten Spinatknödel mit Käsesoße auch „einen Mord begehen könnte“?
Okay – zu dem Themenkreis kommen wir später.

Wer jetzt über das Lesen Appetit bekommen hat, der fährt aus der Ortslage von Sterzing hinaus auf die Höhe und macht eine Pause im Pretzhof. Hier wird nicht nur gut gekocht, hier kann man auch von den heimischen Produkten einiges im Tankrucksack oder den Koffern verstauen. Für schlechte oder hungrige Zeiten. Macht euch nur vorher über die Öffnungszeiten des Pretzhofs kundig damit ihr nicht einen Ruhetag erwischt.

Dann geht es wieder abwärts um uns dem nächsten Protagonisten unserer heutigen Tour zu widmen. Das Penserjoch wartet auf uns mit seinen 2.211 m Höhe und einer Streckenführung, die mir ausgesprochen liegt und gefällt. Ja – ich höre schon die Rufe: Das Penserjoch ist nicht anspruchsvoll.

Aber das Leben muss nicht immer anspruchsvoll sein. Auch nicht das Motorradfahrerleben. Nie fordernd, sondern schön entspannt, flüssig und rund führt uns die Passstraße hinauf auf ihren Gipfel. Einfach klasse!

Und den englischen Literaten Shakespeare behalten wir im Hinterkopf: Gemach! Leicht zum Fallen führt das Eilen! Ob der alte Knabe etwa auch Motorradfahrer war?

Obwohl das Penserjoch die kürzeste Verbindung von Innsbruck über den Brenner nach Bozen ist rollt der Hauptverkehr durch das Eisacktal auf der SS oder Autobahn. Gut für uns. Wir haben die Strecke für uns und teilen sie gerne mit den Rennradfahrern, die das Penserjoch auch häufig im Portfolio haben.

Auf der Passhöhe gilt das Gleiche wie auf dem Jaufenpass. Blick genießen, Leben genießen und einfach freuen da zu sein oder über das Dasein, wenn man jetzt in das Philosophische abgleiten möchte.

Aber da hatte ich doch schon etwas erwähnt zu dem wir noch kommen wollten. Also weiter geht es in Richtung Bozen. Verfahren ist nicht – einfach der Nase lang und der Passstraße abwärts folgen.

Über die letzten Jahre bin ich nicht nur Freund der Südtiroler Küche geworden, sondern auch begeisterter Leser der regionalen „Südtirolkrimis“. Ab der nächsten Saison werde ich deshalb auch in meiner neuen Heimat die „Krimitouren“ anbieten. Dann werdet IHR die Tatorte von Commissario Grauner sowie von Commissario Fabio Fameo genauer kennenlernen.

Aber es geht dabei natürlich nicht nur um die Tatorte. So gut kennt ihr euren verfressenen Erzähler und seinen Hang zur Nahrungsmittelaufnahme mittlerweile.
Also kehren wir ein im Sarntal und genießen die regionale Küche im „Brückenwirt“. In seinem ersten Fall hat Commissario Fameo hier mit seinem Freund und Kollegen Tommaso, einem Carabinieri, auch eine ausgiebige Pause eingelegt und gespeist.

Dann geht es weiter und hinein nach Bozen. Diejenigen unter uns, die diese Tour nicht von Schlanders aus starten, sondern vielleicht in Bozen Quartier bezogen haben, die sollten ins „Batzenhäusl“ gehen.

Betonung auf „gehen“, denn die hauseigene Brauerei stellt unterschiedliche, leckere Biere her, deren Genuss sich aber nicht mit unserem Motorrad verträgt. Sofern die Maschine noch bewegt werden soll.

Für den Rest führt der Weg jetzt nach Meran und da kommt es darauf an, wie die weitere Tagesplanung aussieht.

Für die Spätstarter an diesem Tag bietet sich wohl die MEBO von Bozen bis Meran an, alternativ die nahezu parallel laufende SP 165 durch die kleinen Ortschaften wie Terlan, Vilpian und Burgstall bis Meran. Die Frühaufsteher haben sicherlich noch ausreichend Zeit um ab Terlan auf die SP 98 zu wechseln und die Höhenzüge über Mölten und Hafling bis Meran zu genießen. Ein wunderbarer Abschluss der Tour ist auch ein Besuch auf Schloss Trauttmansdorff. Ein fantastischer Blick auf Meran erwartet uns und die Gartenanlage ist einfach ein Traum. Das schließt die Skulpturen mit ein. Man muss sich schon ein Lachen verkneifen, wenn man Adam und Eva beim „Apfelklau“ beobachten kann.

Das war es jetzt. Unsere Tour zu zwei guten Freunden und das müssen bekanntermaßen nicht unbedingt immer die schwierigen Charaktere sein. Viel Spaß beim Nachfahren.



In der Kürze liegt die Würze

02 Freitag Sept 2022

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren

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Schlagwörter

Cafe Hölderle, Martelltal, Stallwieserhof, Zufrittsee

Manchmal muss etwas gar nicht so furchtbar lang sein, dass es einer ausgiebig geplanten Expedition zur Entdeckung neuer Welten ähnelt. Obwohl? Entdeckung neuer Welten? Vielleicht liege ich heute bei unserem kurzen Hopser gar nicht so weit davon entfernt.

Ich gebe euch einen kleinen Tipp, der durchaus für einen ruhigeren Tag geeignet ist ODER aber den ihr auch in eine andere Tour ergänzend einbauen könnt, die vielleicht noch „zeitlich Luft“ für ein klein wenig mehr hat.

Was sagt euch das Martelltal? Schon einmal gehört?

Lasst mich mal raten – die Erdbeeren? Das Martelltal ist zwischenzeitlich berühmt geworden für seine Erdbeeren. Das kleine wunderschöne Seitental im Vinschgau ist auf einer Höhe zwischen 900 – 1.800 m das höchstgelegene Erdbeer-Anbaugebiet in Europa. Leute – wenn IHR zur richtigen Jahreszeit hier mit halb geöffnetem Visier durch das Tal fahrt, dann habt ihr den herrlichen Duft der Erdbeeren in der Nase. Und Kinnwasser habt ihr kostenlos obendrein, aber dagegen tun wir noch was.

An der Groggalm rollen wir am Langlauf- und Biathlonzentrum vorbei. Auf seinen fast 1.700 m Höhe ist das Zentrum schneesicher und bietet den Sportlern ideale Voraussetzungen zum Training. Also im Winter nicht wundern, wenn man fern der Antholzer Heimat auch die Südtiroler Asse Dorothea Wierer oder Lukas Hofer hier beim Training sieht.

Vor dem Zufrittsee üben wir dann schon einmal entspannt unsere Technik in Sachen Spitzkehren und absolvieren die ersten Sechs bis wir, aus dem Tunnel kommend, den tollen Blick auf den See genießen können.

Gemütlich cruisen wir am See vorbei um alsdann unsere zweite Trainingseinheit in Sachen Spitzkehren zu absolvieren. Aufwärts geht es hier für uns zu den Wanderparkplätzen bei den beiden Alpengasthöfen Enzian und Schönblick. Wo kommt bloß dieser Name her?

Direkt vor uns baut sich jetzt der Cevedale mit seinen 3.769 m auf. Ich grüße artig, weil er ist der Namensgeber meiner Wanderschuhe. Ach ja – wir sind im Nationalpark Stilfserjoch. Diejenigen, die ihre Wanderschuhe eingepackt haben könnten hier die nötigen Höhenmeter aufwärts zum Madritschjoch erklimmen und sich vergewissern. Dort ist der Blick wunderbar frei auf König Ortler und seine Nachbarn.

Eingangs sagten wir ja etwas vom Tal der Erdbeeren. Also sollten wir unseren Schwerpunkt auch darauf setzen diese zu verspeisen. Wir machen unseren Halt im Cafe Hoelderle und lassen es uns gut gehen.

Jemand dabei, der es gerne abgelegen hat und durchaus bereit ist ca. 9 km einfachen Weg zusätzlich zu investieren?

Dann in der Ortslage Gand aufwärts zum Stallwieserhof. Es lohnt sich.

Aber was sage ich – das ganze Tal lohnt sich und ist so wunderbar unberührt, weil der ganze Touristenstrom es bei der Fahrt durch den Vinschgau entweder links oder rechts liegen lässt.

Macht IHR das nicht, denn abseits der landläufigen Routen findet man die schönsten Orte. Auch wenn die Strecke nur klein oder kurz ist, denn in der Kürze liegt die Würze.



Der König ist tot – lang lebe der König

19 Freitag Aug 2022

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren

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Schlagwörter

Cafe Greta, König der Pässe, König Ortler, Stilfserjoch, Umbrail

Machen wir uns also nochmals auf den Weg. Eine kleine Runde – ABER verbunden mit großen und tiefen Eindrücken.

Wo geht es heute hin? Einfach überraschen lassen und hinaus aus Schlanders in Richtung Rechenpass.

In Schluderns halten wir uns in der Ortslage nach links und folgen der Beschilderung nach Glurns. Glurns ist mit seinen knapp unter 1.000 Einwohnern die kleinste Stadt der südlichen Alpen, was aber nicht bedeutet, dass wir es unbeachtet lassen sollten. Schon auf den ersten Blick können wir nämlich erkennen, dass wir es bei den Bewohnern mit einem äußerst wehrhaften Völkchen zu tun haben. Eine mittelalterliche Wehrmauer ziert die kleine pittoreske Stadt und drei Tortürme weisen dem Reisenden den Weg hinein in das schöne Städtchen.

Was muss man noch gesehen oder besucht haben? Die Bäckerei Schuster in der Ortslage. Ihr wisst ja mittlerweile, dass euer werter Erzähler „ausgesprochen verfressen“ ist. Der Chef backt das wunderbare Palabirnenbrot, allein das ist schon die Pause und einen Einkauf wert. Wenn man dann schon dabei ist passt auch das gute Vinschger Urpaarl und die leckeren Krapfen und Gipfel noch in den Tankrucksack.

Weiter geht es in Richtung Münstertal und über Taufers hinein in die Schweiz. Ja – so nah sind wir dran an den Eidgenossen. Sportbegeisterte kennen das Münstertal oder auch Val Müstair aus dem Wintersport.

Das Münstertal ist die Heimat von Dario Cologna, dem bis dato einzigen Langlauf-Gesamtweltcupsieger aus der Schweiz. Vier Goldmedaillen bei Olympiaden und ein WM-Titel zeigen, dass hier ein Ass im Langlauf zu Hause ist. Das Münstertal war auch, natürlich wegen Cologna und seinen Erfolgen, bereits mehrfach Austragungsort von Rennen bei der Tour de Ski.

Im Winter also Eldorado der Skilangläufer und im Sommer sind die Wanderer hier zu Hause UND natürlich auch wir. Auf einer schönen ruhigen Strecke in Richtung Santa Maria im Münstertal.

Übrigens – wenn wir das Münstertal weiterfahren kommen wir über den Ofenpass und können durch einen Tunnel an den Lago di Livigno und von dort über den Passo d`Eira und Passo Foscagno nach Bormio. Warum sage ich das? Weil wir die Runde zu einem späteren Zeitpunkt drehen werden und ich euch nur ein wenig die Nase langmachen wollte.

Heute geht es für uns in der Ortslage von Santa Maria links ab und aufwärts in alpinen Höhen. Der Umbrail ruft und für mich ist er einfach ein traumhafter Alpenpass. Der Umbrail ist mit 2.503 m der höchste Schweizer Straßenpass. Ja – richtig gehört. Vergesst Grimsel, Susten, Furka und Co.

Mittlerweile sind die 14 Kilometer auch komplett asphaltiert und die -33- Kehren bieten einen besonderen Reiz. Fahrerisch schön und stressfreier als….. Aber dazu kommen wir noch.

Also aufwärts und dem Himmel entgegen, bis uns an der Kreuzung die alles entscheidende Frage trifft: Nach rechts in Richtung Bormio oder nach links und die paar Meter hinauf zum Stilfserjoch?

Wir fahren hinauf zum Stilfserjoch oder Stelvio wie er für die Italiener heißt und auf dessen Namen Modelle von Moto Guzzi und Alfa Romeo hören.

Das Stilfserjoch – der König der Alpenpässe. Mit dem wunderbaren Blick auf den König Ortler. Eine tolle Ansammlung an königlichen Majestäten. Der Blick hinüber zum Ortler ist traumhaft. Der Blick von der anderen Seite hinüber zum Stilfserjoch ebenfalls.

Versteht mich an dieser Stelle bitte nicht falsch. Aber ein König hat für mich eine spezielle Würde. Der Ortler hat diese Würde. Nur mit einer gewissen Vorbereitung und mit einem gewissen Können sollte man die letzten 900 m von der Payerhütte hinauf zum höchsten Berg der Südtiroler Alpen in Angriff nehmen.

In den Sommermonaten hat das Stilfserjoch für mich in den Sturm- und Drangzeiten irgendwie seine Würde verloren. Der Trubel und der Andrang, insbesondere zur Mittagszeit hat für mich den Charme von der Drosselgasse in Rüdesheim oder dem Oktoberfest in München.

Eine Audienz bei einem König macht man auch nur, wenn man gerufen wird und es ihrer Majestät Recht ist. Also hinauf zum König der Alpenpässe in den frühen Morgenstunden, so gegen 07:00 Uhr oder am Abend, wenn die meisten Touristen beim Abendmahl in ihren Hotels sitzen – so ab 19:00 Uhr.

Jetzt hat der König wieder seine Würde. Man kann den Blick und die Ruhe genießen und vielleicht noch ein schönes Foto vom König der Lüfte – dem Bartgeier vom Stelvio schießen.

Wer hier eine Pause braucht und wem der Trubel zu viel ist, der fährt einfach einige der Spitzkehren talabwärts und macht im Berghotel Franzenshöhe Rast. Deutlich ruhiger und bei einer passenden Speisekarte kann man hier eine Pause genießen.

Wer noch fit ist wartet einfach bis zu unserem „regulären Halt“.

Verfahren können wir uns hier nicht mehr. Einfach talwärts halten und hinunter bis zur Staatsstraße, die uns bereits heute am Morgen zur Anfahrt diente. In Laas fahren wir aber diesmal ab und rollen zum Cafe Greta. Das ist unser heutiger Einkehrtipp und ich verspreche euch: Ihr werdet nicht enttäuscht. Einfach gemütlich und eine tolle Auswahl an geschmackvollen Torten und Kuchen. Das einzige Problem, das Euch hier erwartet ist: Nehme ich jetzt wirklich nur ein Stück Kuchen oder doch direkt zwei?

Das war es jetzt auch schon Leute, denn Schlanders und damit der Endpunkt der Tour ist nur noch ein Steinwurf entfernt. Wir sehen uns und ich freue mich auf Euch. Auf bald. Und denkt daran: Audienz bei ihrer Majestät dem König der Pässe ist in den frühen Morgenstunden oder am Abend.

Angenehm ruhig

05 Freitag Aug 2022

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren

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Forcella di Brez, Gampen, Hofmahd

Manchmal muss ich schmunzeln und irgendwie bedauere ich dann mein Gegenüber. Wenn ich voller Begeisterung von einer Wanderung oder einer wunderbaren Motorradtour erzähle und dann folgende Antwort erhalte:

„Dafür habe ich nicht genug Zeit!“

Man hat IMMER genug Zeit. Die meisten Menschen nutzen sie nur nicht richtig. Fragt einfach mal jemanden auf dem Sterbebett ob er noch Arbeit auf seinem Schreibtisch liegen gelassen hat?

Es wird ihm in diesem Moment herzlich egal sein. Was ihm / ihr wahrscheinlich nicht egal ist, ist der Umstand, dass der ein oder andere Traum den man hatte nicht in die Tat umgesetzt wurde. Genau nach diesem Prinzip versuche ich zu leben und es gelingt jeden Tag besser. Wenn euer werter Erzähler irgendwann die Augen zum letzten Mal schließt, dann wird es mit einem Grinsen im Gesicht sein: „Alles gemacht, was Dir Spaß und Freude bereitet hat. Sogar das letzte Glas Rotwein ausgetrunken!“

Bis dahin dauert es noch eine ganze Weile und deshalb lassen wir uns heute wieder Zeit für eine wunderbare Tour in unserer neuen Heimat. Erstes Zwischenziel von unserem Startort in Schlanders ist das Ultental. Und so rollen wir uns zunächst einmal auf der Staatsstraße in Richtung Meran langsam ein.

An der Forstbrauerei vorbei, es ist noch zu früh für ein leckeres „Sixtus“, geht es bei Marling ab auf die Gampenstraße. Für uns geht es aber noch nicht auf den Gampenpass, sondern in der Ortslage Lana ins Ultental.

Aufgepasst Leute. Bergauf stehen vor den schönen ersten beiden Kurven zwei „Starenkästen“, von denen man nie weiß welcher materiell bestückt ist. Also Vorsicht mit dem rechten Handgelenk und dosiert bergan.

Ich mag das Ultental und die Streckenführung, sowie die Landschaft. Einfach wunderbar zum Einrollen. Das Ultental ist auch die Heimat von Dominik Paris, dem Speedspezialisten in Sachen Abfahrt und Super-G der italienischen Alpinmannschaft. Pardon – des Südtiroler Abfahrtteams.

Wir haben zwar unseren Wohnsitz nach Südtirol verlegt, das bedeutet aber nicht, dass wir mit lieben Gewohnheiten brechen. Wir haben es gerne ruhig und deshalb orientieren wir uns hinter dem Stausee und noch vor St. Walburg nach links Richtung Proveis.

Wir fahren über die Hofmahd mit wunderbarer Aussicht ins Ultental und Laurein in Richtung Forcella di Brez.

Die Hofmahd verbindet das Ultental mit dem Nonstal und der höchste Punkt liegt auch etwa 200 m höher als der Gampenpass. Verkehrstechnisch ist natürlich der Gampenpass die Hauptverbindungstrasse. Die Hofmahd ist aber „viel ruhiger und weniger befahren“ und deshalb sind WIR hier. Übrigens – die Passhöhe liegt schon im Trentino.

Das sich anschließende Brezer Joch verbindet die Orte Laurein und Proveis im Westen mit den östlich gelegenen Ortschaften Fondo und Castelfondo.

Die Fahrradfahrer haben die Forcella di Brez schon länger für sich entdeckt und so begegnen uns die ein oder andere Gruppe aber auch ambitionierte Solisten. Herrliche Ausblicke, eine wunderbare Route komplett frei von Hektikern, die ihre Urlaubstour dazu nutzen ihre Liste an „Alpenpässen abzuarbeiten“.

Hinein nach Fondo ins Nonstal und kaum merklich aufwärts zur Passhöhe des Gampen. Jetzt nimmt der Betrieb merklich zu.

Ach ja – noch etwas hat sich nicht geändert. Mindestens eine leckere Pausenstation muss sein, ansonsten ist bei einer meiner Anderstouren etwas komplett schiefgelaufen.

Also machen wir talabwärts in einer wunderbaren 180 Grad-Linkskurve am Gfrillerhof Pause, kehren ein und genießen ein leckeres Essen oder einen feinen Eisbecher. Dabei können wir noch die unterschiedliche Linienwahl der Motorradfahrer begutachten, die von Lana aus hinauf zum Gampenpass streben. Eine typische Applauskurve, die es wahrscheinlich an jedem Pass gibt. Irgendwie bin ich an den Besucherhang in Breidscheid am Nürburgring erinnert. Einige Protagonisten geben alles.

Gestärkt geht es dann weiter abwärts in Richtung Lana und wir haben am Kreisverkehr in der Ortslage eine schöne Runde absolviert.

Je nachdem wie es unser Zeitfenster zulässt kann man noch nach Meran hinein und die Gärten von Schloss Trauttmansdorff besichtigen oder jetzt der Forstbrauerei einen Besuch abstatten.

Dann geht es über die Staatsstraße wieder zurück nach Schlanders. Wahrscheinlich ist dabei unser letzter Gedanke: Angenehm ruhig war es heute! Die Hofmahd und die Forcella di Brez haben schon ihre Vorteile.



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