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Schlagwort-Archiv: Bassano del Grappa

Viele Wege führen nach Rom UND nach Bassano del Grappa

12 Mittwoch Aug 2026

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren

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Schlagwörter

Bassano del Grappa, Passo Brocon, Passo Manghen, Passo Rolle, Ponte Valgadena

Ich hatte es ja im letzten Artikel angekündigt, dass ich Euch noch unterschiedliche Anfahrtstrecken nach Bassano del Grappa vorschlagen werde. Also legen wir los, denn versprochen ist versprochen.

Jeder von uns hat unterschiedliche Präferenzen was solche Routen oder für manche auch „Überführungsetappen“ angeht. Bei mir steht immer im Vordergrund: Ich will meinen Spaß haben und schon die Vorfreude schüren auf den eigentlichen Höhepunkt. Das könnt ihr jetzt haben, denn meine Vorschläge beinhalten einige der Pässe, die auf meiner persönlichen Hitliste auf den vorderen Plätzen liegen.

Die meisten von Euch werden sich unserem Ort der Begierde aus Richtung Norden kommend nähern. Also suchen wir uns mal eine Route in räumlicher Nähe von Bozen respektive dem Kalterer See aus.

Wenn wir aus Richtung Kalterer See in die Region Belluno oder Veneto fahren ist so gut wie immer der Passo San Lugano unsere „Einflugschneise“. Schön zum gemütlichen Einrollen über Auer und Montan zu erreichen und in der Folge bereits mit Aussichten wie in einem Heimatfilm.

Dann sind wir auch schon im Val di Fassa und können auf der gut ausgebauten Straße unseren Blick zu den Bergriesen links und rechts schweifen lassen. Mit bekannten Namen wie der Alpe Cermis, die wir ansonsten lediglich aus dem Fernsehen von Sportübertragungen kennen.

Erster richtiger kurviger Protagonist der Route ist dann der Passo Rolle, der eigentlich immer mein Herz höher schlagen lässt. Für mich die Harmonie pur. Tolle Ausblicke paaren sich mit einer wunderbaren und abwechslungsreichen Streckenführung. Nicht dieses stereotypische „Spitzkehrenfahren“ mit Bremsen, abwinkeln, beschleunigen. Das hier ist Spaß pur – darum auch einer meiner Favoriten in Sachen Pässe.

Es gibt Ortsnamen, die tauchen in Südtirol, Trentino und Belluno oftmals wiederkehrend auf. So wie St. Martin. Unsere Abfahrt vom Passo Rolle führt uns nach St. Martin di Castrozza.

Wir kommen jetzt schnell unserem „Bildungsauftrag“ nach 😉. Der Ort ist die Heimat der „Aquile di San Martino“, der Adler von St. Martin. Das ist ein Zusammenschluss von professionellen Bergführern, die ambitionierte Bergwanderer oder Kletterer durch ihre heimatliche Region, wie die Lagorai-Kette und die Belluneser Dolomiten führen. Es ist etwas Besonderes zu diesen „Adlern“ zu gehören und jeder einzelne der Bergführer trägt sein Abzeichen mit Stolz. Wer etwas länger Zeit mitbringt, der kann mit diesen Jungs eine Bergwanderung machen und lernt sicherlich einiges in Sachen Geschichte und Berge, vielleicht sogar für das Leben, hinzu.

Wir machen noch einen kleinen Abstecher zu unserem „Lieblingsbildhauer“ Marco Martalar, denn der hat hier in St. Martin eine weitere seiner Skulpturen aufgestellt.

Eine Wassernymphe, die La Guàna, steht hier mit erhobenem Haupt und wehendem Haar und bewacht stolz das Tal. Mich beeindruckt jede einzelne seiner Skulpturen und auch vor seiner La Guàna stehe ich wieder staunend und mit einem Lächeln.

Weiter geht es auf unserem Weg mit einem weiteren Pass, der weit oben in meiner persönlichen Hitliste steht. Wir machen einen kleinen Schlenker, der einfach sein muss, über den Passo Brocon. Es sind also im Grunde genommen keine zusätzlichen Kilometer sondern zusätzlicher Genuss.

Die Passhöhe liegt lediglich auf 1.616 m Höhe, aber der Brocon ist für mich ein fahrerisches Gedicht. Es gibt einige Pässe im Alpenraum, die lediglich aus oder in eine Fahrtrichtung schön und harmonisch zu fahren sind. Zu der Kategorie gehört der Brocon de facto nicht. Egal aus welcher Richtung ihr kommt oder fahrt – der Passo Brocon ist einfach ein Traum. Also gehört er auch unbedingt auf meine Anfahrtroute nach Bassano del Grappa.

Wie kommt ihr noch nach Bassano oder wieder in Richtung Heimat?

Dazu muss ich eine kurze Erläuterung bringen, denn manchmal spielt einem auch der Zufall in die Hände. Irgendwann beim „Bummeln im Internet“ stolperte ich über eine Örtlichkeit wo Bungee Jumping durchgeführt wurde. Nicht falsch verstehen! Wenn ich beabsichtige meinen Verdauungstrakt zu entleeren, dann bevorzuge ich das übliche Verfahren und die hergebrachten Wege der Entsorgung. Warum ich dafür ein Gummiseil nutzen soll und mich irgendwo herabfallen lassen erschließt sich mir nicht. NEIN – die Fotos von der Örtlichkeit hatten es mir angetan. Die Ponte Valgadena lag derart toll verbunden mit schönen Aussichten, dass ich sie sofort als Wegpunkt abspeichern musste und nun bei unserer Monte Grappa Tour einbaute.

Schaut einfach auf die Karte und der „Rest“ erschließt sich euch von allein. Der Weg hin zur Brücke und in der Folge nach Bassano del Grappa ist für einen Motorradfahrer ein asphaltgewordener Traum. Und das Beste daran – so gut wie kein Verkehr. Man hat das kurvige Geläuf im Grunde für sich allein. Besser geht es nicht. Diese Traumstrecke hört bei den italienischen Straßenbaubehörden auf die profane Bezeichnung SP 76 und SP 73. Also Provinzstraßen, die in Deutschland vergleichbar wären mit Kreisstraßen. Ihr Verlauf ist so, dass sich diese Route vor keinem Alpenpass verstecken muss.

Garniert wird das Ganze noch auf der Route mit einem weiteren Pass aus meiner vorderen Hitliste – dem Manghenpass. Fertig ist eine Anfahrtsroute, die einen mit der Zunge schnalzen lässt. Denn der Manghen gehört auch zu den Pässen, die nicht derart überlaufen sind wie die üblichen Verdächtigen in den Dolomiten. Darüber hinaus finden wir auf der Passhöhe auch noch eine Einkehrmöglichkeit mit echter und ehrlicher Trentiner Küche, garniert mit einem geradezu phänomenalen Ausblick.


Was benötigt IHR jetzt noch als Info?

Wir hatten unsere Basis im Guest House Villa Angaran aufgeschlagen. Die Villa Angaran ist jetzt kein Hotel im herkömmlichen Sinne sondern, wie der Name bereits verrät, ein Gästehaus. Hier werden auch Seminare aller Art abgehalten und es hat ein wenig den Charakter einer Herberge. Dies aber im positiven Sinne.

Die Verpflegung ist gut und der Biergarten ist geradezu phänomenal. Also gerade für Gruppen sicherlich ein optimaler Anlaufpunkt für ein gemütliches Beisammensein. Die Maschinen stehen, gut aufgehoben, unmittelbar vor der Rezeption und bei einem kühlen Bier oder Aperitif kann man den Tag Revue passieren lassen oder den nächsten Tag planen.

Fußläufig ist es etwa 15 Minuten entfernt von der Ponte Vecchio, der „Lebensader“ der Bürgerinnen und Bürger von Bassano.

Hier seid Ihr dann bereits mitten im städtischen Treiben und könnt gemütlich durch die Altstadt von Bassano del Grappa bummeln.

Dolce Vita pur und italienische Lebensfreude. Wenn es Euch so geht wie uns, dann summt ihr wahrscheinlich auch das bekannte Lied der Gruppe Ricchi e Poveri leise vor euch hin „Sarà perché ti amo“.

Viel Spaß bei der Tour nach Bassano del Grappa und im Anschluss auf unsere Runde um den Monte Grappa.

Der heilige Berg und die 100 Tage

22 Mittwoch Jul 2026

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren

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Schlagwörter

Bassano del Grappa, Der heilige Berg, Leone Alato, Monte Grappa, Passo di San Boldo, Straße der 100 Tage

Es gibt Touren, die sind als Tagestouren, von zu Hause aus, einfach zu lang. Also zu lang in dem Sinne, dass es dann nichts mehr mit Genuss und Entspannung zu tun hat. Was macht man dann? Man erstellt die Runde so, dass sie eben genau diese gewünschten Parameter umfasst und sucht sich in der Nähe eine Basisstation, die dann als Zugabe auch noch ein gerüttelt Maß an Genuss und Entspannung zusätzlich für einen bereit hält.

Gesagt getan und geplant. Basisstation in Bassano del Grappa gefunden und schon aus der entspannten Anfahrt dorthin einen Genuss gemacht. Besser geht es nicht, denn der pittoreske Ort trägt seinen Teil dazu bei, die Tour wirklich perfekt zu machen. Mit seinen knapp über 40.000 Einwohnern könnte Bassano del Grappa „italienischer“ gar nicht sein. Schöne gemütliche Ristorante und Bars und das ganze Ambiente wie in einer Filmkulisse – nur eben hier kein Bühnenbild sondern echt. Gelebtes Dolce Vita.

Wir machen heute wieder eine Runde mit dem Motorrad – eine Traumrunde. Abseits von den Strecken, die der „urlaubende Zweiradfahrer“ normalerweise frequentiert, sind unsere heutigen Anlaufpunkte EIN „sollte man mal gesehen haben“.

Die Streckenführung, die Ausblicke, einfach einmalig. Unser erstes heutiges Ziel ist der „heilige Berg des Vaterlandes“ – der Monte Grappa. Von Bassano del Grappa – sinngemäß am Fuße des Grappa lautend – starten wir auf der SP 148 aufwärts. Was für eine profane Bezeichnung für diese Streckenführung. Deshalb heißt sie auch bei vielen „die Schöne“ was eher passend ist und hört auch auf den Namen Strada Cadorna. So hieß ein italienischer Offizier im I. Weltkrieg, dessen Ruf aber mittlerweile recht umstritten ist. Schon nach den ersten Kurven und damit gewonnenen Höhenmetern könnte man gefühlt alle hundert Meter zu einer Fotopause stehenbleiben. Uns bietet sich ein Wahnsinnsblick in die Ebene des Veneto.

Im Grunde genommen wurde schon fast jede „Erhebung“ in Italien zumindest einmal in den Giro d`Italia eingebaut. Natürlich auch der Monte Grappa, der bei der Italienrundfahrt mit in eine Bergetappe eingebaut wurde. Die SP 140, die Strada Giardino natürlich benannt nach einem italienischen General, ging es hinauf und unsere „Schöne“ die SP 148 hinab nach Bassano del Grappa. Man könnte also im Grunde genommen den ganzen Tag hier kurvig bergauf und bergab nach Herzenslust fahren und hätte dabei seinen Spaß.

Machen wir aber nicht, denn schließlich haben wir noch etwas vor. Nachdem wir den Parkplatz auf etwa 1.750 m Höhe unterhalb des Gipfels erreicht haben lassen wir zunächst den Ausblick oder besser gesagt die Ausblicke auf uns wirken. Einfach gigantisch und wunderschön. Es ist ein traumhafter Platz – aber eben auch zugegebenermaßen historisch bedrückend.

Der Monte Grappa heißt nicht umsonst auch heiliger Berg des Vaterlandes. Seine Geschichte ist eng mit den beiden Weltkriegen und den Geschehnissen rundherum verbunden. Der Monte Grappa war das letzte Bollwerk der italienischen Truppen und gilt bis heute historisch als das Herz der italienischen Verteidigung gegen die österreichisch-ungarische Armee.

Und die Denkmäler um den heiligen Berg herum geben beredtes Zeugnis darüber. Hier liegen italienische Alpini und die Kaiserjäger Österreich-Ungarns neben den italienischen Partisanen aus dem II. Weltkrieg und mahnen ihre Besucher besser miteinander zu reden als aufeinander zu schießen. Da meine Phantasie grenzenlos ist stelle ich mir vor wie SIE nun gemeinsam, zur Geisterstunde, Pfeife rauchend den Ausblick genießen und Freundschaft geschlossen haben. Vereint in ihrem festen Entschluss: Wer uns nochmals in den Krieg schicken will, der soll gefälligst selbst hingehen!

In Gedanken versunken, aber die Strecke genießend, geht es in nördlicher Richtung abwärts zum Städtchen Feltre. Beide Streckenführungen, die von Bassano del Grappa und nun diese hinab Richtung Feltre sind genial und mit dem Begriff fantastisch schon fast unzureichend beschrieben. Das zufriedene Lächeln will gar nicht mehr aus meinem Gesicht. Gut so!

Wir fahren nun zunächst der Beschilderung nach Belluno folgend bis Trichiana um zu unserem nächsten Protagonisten des Tages zu gelangen. Verbuchen wir diese knappen 30 km einfach als Verbindungsetappe, denn jetzt wird es wieder interessant.

Wir sind auf dem Weg zum Passo di San Boldo oder auch Passo Sant Ubaldo. In vielen Berichten nennt man ihn auch die „Straße der 100 Tage“, weil Pioniere der österreichischen Armee mit bis zu 1.400 Arbeitern im Schichtbetrieb, diese Meisterleistung in einhundert Tagen vollbrachten. An der Piave-Front im I. Weltkrieg wurde der Pass im Jahr 1918 gebaut. Geografisch betrachtet verbindet der San Boldo das Val Belluno mit dem Val Mareno und gehört zur Region Venetien.

Kurz vor dem San Boldo machen wir eine Rast im Ristorante Laris. Wer sich vorab noch nicht kundig gemacht hat, der kann hier im Gastraum des Ristorante anhand von alten Fotos die Historie des Passes Revue passieren lassen. Ziemlich beeindruckend und gemütlich ist es hier noch obendrein in dem kleinen Lokal. Die Küche und was dem Gast auf den Teller gezaubert wird beeindruckt ebenfalls.

Und dann folgt der erste Blick von oben hinab in die Kehrentunnel, die unseren Weg nach unten bilden. Absolut irre – sieht aus als ob die Bauarbeiter die Tunnel mit einem Gewindeschneider in den Berg gebohrt haben.

Kennt IHR auch dieses Gefühl? Man liest Reiseberichte oder sieht Fotos von einem Ort und baut mit der Zeit eine Art Erwartungshaltung oder sagen wir besser einen „Erwartungsdruck“ auf, dem eigentlich niemand und nichts letztendlich gerecht werden kann? Da muss ich jetzt unbedingt hin – Das wird ganz toll. Und dann – in der realen Welt angekommen – fährt man die Strecke und denkt unwillkürlich: War das jetzt wirklich alles oder kommt da noch was?

Bitte nicht falsch verstehen. Der San Boldo ist im Bereich der Kehrentunnel sicherlich ein architektonisches Meisterwerk. Wenn ER auf der geplanten Strecke oder Route liegt, dann nimmt man ihn natürlich mit. Der San Boldo gehört aber für mich, mit den Erfahrungen dieser Tour, nicht zu den Pässen, die man als „Kernziel“ einer Tour unbedingt anpeilen muss. Bietet es sich an, dann „nimmt man ihn natürlich mit“.

Apropos Kernziel. Bei Tovena machen wir noch einen kurzen „Schlenker“ zum Lago di Lago. An seinem Ufer hat sich nämlich Marco Martalar mit einer weiteren seiner Holzskulpturen verewigt.

Der geflügelte Löwe, Sinnbild für den Evangelisten Markus und Schutzpatron der Stadt Venedig, steht mit stolzgeschwellter Brust hier am Seeufer.

Parallel zur Hauptverbindung zurück nach Bassano suchen wir uns nun unseren Weg, der uns bei der Ortschaft Maser über die Forcola Mostaccin führt. Zwar nur eine kleine Anhöhe, aber mit schönem schwungvoll kurvigen Verlauf, der uns in der Folge bis in die Ortslage Possagno führt.

Wir haben es nicht mehr weit bis Bassano del Grappa. Keine 20 km sind es mehr bis zu unserer Basisstation zentral in der Ortslage. Auf dem Weg lassen wir schon die Eindrücke der heutigen Tour sacken und die sind vielfältig sowie bleibend. Kurven satt und genug – Landschaft satt und genug – und Geschichte satt und genug. Was kann einen solch traumhaften Tag besser abrunden als ein gemütlicher Bummel durch die Altstadt von Bassano del Grappa, natürlich verbunden mit einem Aperitivo und einem feinen Abendessen. Monte Grappa – Du bist vollkommen zu recht der heilige Berg der Italiener!

Viel Spaß beim Nachfahren!

Alternative Routen, die ihr auf eurem Weg nach Bassano del Grappa nehmen könnt folgen in Kürze. Denn Bassano del Grappa ist der ideale Ausgangsort für Touren rund um den Monte Grappa und wir haben Bassano in unser Herz geschlossen.

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