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Bei gewissen Ausfahrten ist es für mich gar nicht wichtig welches Ziel die Tour jetzt letztendlich haben soll. Einfach drauflos ist die Devise und es wird sich schon ergeben wo wir abschließend landen. Oftmals ergeben sich unter diesem Aspekt die schönsten Routen, wenn man einfach vom angestammten Weg plötzlich eine bis dato nie bewusst erkannte Abzweigung erspäht und dieser neuen Streckenführung buchstäblich auf den Grund geht. Unter dieser Maxime hätte ich die heutige Tour auch „Links und Rechts der Bundesstraße“ nennen können.

Also verlassen wir heute Trier zu unserer knapp 200 km langen Tour auf der B 51 stadtauswärts in Richtung Konz / Saarburg um kurz vor der Stadtgrenze an der letzten Ampelanlage nach links auf die B 268 in Richtung Pellingen abzubiegen. Nur kurz verbleiben wir auf der Bundesstraße um nur wenige hundert Meter hinter den letzten Häusern nach rechts auf die K 6 in Richtung Niedermennig (Konz) abzubiegen.

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Der Vorfahrtsstraße folgend rollen wir durch den kleinen Ort und biegen alsbald an der nächsten Kreuzung nach links ab (L 138).

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Dieser Route, von den einheimischen liebevoll Tälchen genannt, folgen wir weiter gemächlich bis nach Krettnach. Unschwer erkennbar ist das alte Umlauftal der Mosel vom Weinanbau geprägt. Ortseingang Krettnach biegen wir erneut nach links ab

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und folgen dem kurvigen Verlauf der L 139 wieder bergan zur B 268. Rechtsabbiegend verbleiben wir nur für ca. 1 ½ km auf der B 268 und erneut geht es links ab in Richtung Franzenheim (Pluwig) auf die L 139. Talabwärts in Richtung von Franzenheim fahrend genießen wir die Kurven und bei gutem Wetter die wunderbare Sicht über die Höhenzüge.

Ortsausgang von Franzenheim geht es kurvig bergan. Wir nehmen aber nicht allzu viel Schwung aus den Kurven mit, denn auf der Höhe geht es unmittelbar für uns wieder nach rechts (Orientierungspunkt: hinter der kleinen Baumgruppe) in Richtung Ollmuth. Dem Straßenverlauf der K 46 folgen wir jetzt nach Ollmuth und hier geht es auf der K 45 nach Obersehr.

Von Obersehr führt uns unser Weg über Lampaden (K 43 ) und Hentern (K 44) nach Baldringen und von Baldringen über die K 145 wieder in Richtung B 268, die wir wiederum nur „kurz touchieren“. Soll heißen an der Kreuzung rechts ab und wenige Meter (ca. 200 m) später nach links abbiegen in Richtung Vierherrenborn (L 140). Von dort gelangen wir automatisch auf die B 407 die wir über Irsch nach Saarburg befahren. Die B 407 können wir trotz unserer „Bundesstraßenphobie“ ruhig nutzen, da sie wirklich eine der kurvenreicheren Varianten ihrer Spezies ist.

Durch den Saarburger Ortsteil Beurig fahrend gelangen wir hinunter an die Saar und hier, der Beschilderung Mettlach / Merzig folgend, auf die B 51. Den Flusslauf der Saar halten wir jetzt immer zu unserer Rechten. Ortseingang von Serrig hat unsere Episode Bundesstraße bereits ein Ende und linksabbiegend folgen wir der K 139 in Richtung Losheim.

Wahrscheinlich wundert es jetzt niemanden mehr, dass wir uns an der folgenden Kreuzung wieder an der B 268 befinden.

Wem es jetzt nach einer Pause ist, der kann an dieser Einmündung (ca. 150 m zur Linken) das Gasthaus „Panshaus“ anfahren und dort rasten. Küche ist soweit okay, gute Hausmannskost.

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Vom Panshaus begeben wir uns nochmals kurz auf den Asphalt der B 268 in Richtung Losheim um die ungeliebte Bundesstraße nach etwas mehr als 6 km nach links in Richtung Bergen wieder zu verlassen.

Über Bergen auf der L 373 führt unser Weg nach Scheiden und von Waldhölzbach nach Rappweiler. Hier folgen wir zunächst der Beschilderung nach Weiskirchen (L 157) , um jetzt noch eine „kleine Schleife einzubauen“ und biegen am Ortsbeginn nach links auf die L 151 (Trierer Straße) ab. Nach nicht einmal 4 km Wegstrecke geht es diesmal mitten in einer schönen Waldstrecke nach rechts (K 69). Die führt uns knappe 4 km wunderbar durch den Hochwald zur B 407, der wir nach rechts in Richtung Kell (Hermeskeil) abbiegend nun für 6 ½ – 7 km folgen. In Höhe der Ortschaft Kell weist uns ein Wegweiser nach rechts die Richtung nach Grimburg (Wadern /Wadrill). Also nichts wie runter von der Bundesstraße und auf geht`s wieder auf kleine Kreisstraßen (K 74 / K 76)

Wir sind jetzt aber in einem Gewissenskonflikt der besonderen Art! Haben wir im „Panshaus“ bereits gespeist oder pausiert? Wenn NEIN: Ist uns nach einem gemütlichen und ruhigen Platz mit kleiner Gastronomie und einem schönen „Blick“? Dann bleiben wir für weitere ca. 5 km auf der K 74 und rollen, dem Streckenverlauf in Richtung Wadrill / Wadern folgend, zur „Hochwaldalm“. Nach ca. 5 km auf der K 74 weist uns hier der Weg links ab in den Wald. Die Hochwaldalm Wadrill ist die einzige Alm im Saarland. Jedes Jahr bringen Bauern aus dem Hochwald ihr Vieh auf die saftigen Weiden der Alm. Früher gab es sogar einen Hirten, der sich um das Vieh kümmerte. Heute ist die rustikale Almhütte ganzjährig bewirtschaftet und bietet kleine Speisen für ihre Gäste an.

http://www.hochwald-alm.de/

Die anderen biegen nach etwa 500 m nach links auf die K 76 ab und fahren nach Grimburg. Unschwer nachzuvollziehen wer Namensgeber des kleinen Hochwaldortes war. Natürlich die „Grimburg“, bei der es sich um eine ehemalige kurfürstliche Landesburg des Bischofs (Kurfürsten) von Trier handelt. Wahrscheinlich schon vor 1190 n. Chr. erbaut zählt sie zu den sieben trierischen Landesburgen (Arras, Ehrenbreitstein, Manderscheid, Neuerburg, Saarburg, Welschbillig und Grimburg) Am Ende der Ortsdurchfahrt Grimburg dann rechtsabbiegend auf die L 147 und in der Folge nach Wadrill. In der Ortslage Wadrill angekommen folgt unsere heutige Route jetzt der Wegweisung (links ab) nach Sitzerath auf der L 365.

Was soll ich euch jetzt sagen Leute? Im Grunde genommen kommt jetzt der Höhepunkt unserer heutigen Tour! Nur wird es wahrscheinlich nicht der komplette Höhepunkt, wenn WIR von dieser Station noch nach Hause fahren und dann unumgänglich noch unsere Maschinen nutzen müssen. ALSO bei der Planung dieser heutigen Anderstour vielleicht eine Übernachtung in dem Örtchen Sitzerath ins Auge fassen und dann mit reichlich HUNGER und Vorfreude in das Landgasthaus Paulus einkehren.

http://www.landgasthof-paulus.de/

Warum diese Umstände und die Übernachtung? Beim Chef des Hauses handelt es sich um den 3. Besten Sommelier in der Europa Trophee Ruinart und seine „Chefin“, die bezeichnenderweise den Nachnamen Essenpreis trägt, hat die Verantwortung für eine exzellente Küche. Wirklich ratsam bei der Auswahl der Speisen sind die von Hause aus vorgeschlagenen Alternativen 3- oder 4-Gang Menü mit individueller Zusammenstellung der Speisen. Der Chef des Hauses Hr. Nickel schlägt dann aus dem reichhaltigen Repertoire seines Weinkellers (alles „offene“ Weine) den, dem Gusto des Gastes entsprechenden, Wein für das jeweilige Gericht vor. Die Chance hier in einem noch „fahrfähigen Zustand“ das Lokal zu verlassen geht gegen Null. Also abwägen wo WIR heute unsere Schwerpunkte setzen! Zwei kleine Runden mit dem Motorrad verbinden mit einem exzellenten Menü und einer Übernachtung auf Grund des Weingenusses ODER wir lassen die flüssige Komponente im antialkoholischen Bereich und hängen unsere „Rückfahrtvariante“ unmittelbar an die Pausenstation (Wo auch immer wir sie gemacht haben) dran.

Also Start zur zweiten Runde vom Landgasthof Paulus in Sitzerath auf der L 365 nach Nonnweiler und von dort nach Otzenhausen. Wer möchte kann hier etwas für seine Allgemeinbildung in Sachen Geschichte tun und den Keltenring besichtigen.

http://www.keltenring-otzenhausen.de/

Die mit Kelten, Hunnen o. ä. nichts am Hut haben, fahren sicherlich trotzdem unter dem Schutz von Teutates auf der L 147 weiter an Neuhütten und Züsch vorbei und biegen dann oberhalb des Ortes nach rechts in Richtung Thiergarten auf die L 166 ab. Unversehens landen wir dann mal wieder an einer Kreuzung die uns mit einer Bundesstraße konfrontiert. Der B 327, auch Hunsrückhöhen-straße genannt, folgen wir rechtsabbiegend etwa 4 km bis wir hinter der Ortschaft Malborn der Wegweisung nach Beuren (Höhe Rothmühle) folgen und diesmal links auf die L 152 abbiegen. Ortsende Beuren bleiben wir nur noch etwa 700 – 800 m auf der L 152 und dann biegen wir nach rechts in Richtung Bescheid auf die L 148 ab.

Wie war das noch? Der Weg ist das Ziel! Also schnell noch die Kurven talabwärts an Bescheid vorbei mitgenommen. An der Zufahrt zum „Tourilokal“ Forellenhof vorbei und kurz hinter einem Nobelrestaurant (Landhaus St. Urban → 1 Michelinstern) links ab nach Naurath (Wald).

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Die Kurven der K 87 bergan nehmen wir noch auf die Schnelle mit.

Falls jemand unter uns ist, der bis jetzt keine der Anlaufstellen genutzt hat und nun auf dem „Hungerast“ sitzt, der kann in die Ortslage Naurath einfahren und sucht die Pizzeria „Da Luigi“ auf. Früher hieß die Gaststätte Wilddieb und eine gleichnamige Pension existiert noch immer. Also bei entsprechendem Hunger erfolgt hier der Einkehrschwung und die Aufnahme von Nahrungsmitteln.

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http://www.wilddieb-naurath.de/wilddieb-da-luigi/speisekarte/pizza/

Dann aus Naurath hinaus und nachdem wir die Autobahn passiert haben geht es an der nächsten Kreuzung erneut nach rechts weiter auf der K 85 über Neumehring zu unserer nächsten Abzweigung. Da wir jetzt fast unbemerkt Neu-Mehring passiert haben, zieht es uns hinunter an die Mosel in den ungleich größeren Ort Mehring. Also an der Einmündung der L 150 unweit der Autobahn rechts ab (ca. 600 – 700 m), unter der Autobahn hindurch und dann unmittelbar nach links, schön kurvig bergab nach Mehring (K 85). Wer von seinem Zeitfenster noch ausreichend Luft hat kann jetzt noch einmal Geschichtsunterricht zum Anfassen erleben. Wir sind bei unserer Anfahrt in den Moselort genau auf der richtigen Flussseite um noch einen schnellen Abstecher in die „Villa rustica“, eine alte römische Villa aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., zu machen.

http://www.trier-info.de/roem-villa-mehring-info

In Mehring angekommen folgen wir der Mosel zu unserer Linken auf der B 53 dem Streckenverlauf bis nach Schweich. Also ich für meinen Teil vertrete die Auffassung, dass ein Eis immer noch irgendwie und irgendwo im Magen- Darmtrakt Platz findet. Dies ist jetzt nicht empirisch erhoben, aber mehrfache ausgiebige Selbstversuche haben diese Meinung bei mir gefestigt. Wer ein ähnliches Meinungsbild vertritt fährt, an dem Verteilerkreis Ortsanfang Schweich angekommen, die erste Ausfahrt rechts ab und findet nach ca. 100m zu seiner Rechten die „Weltklasseeisdiele“ Cortina.

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Also das Prädikat Weltklasse hat SIE nicht durch das Platzangebot verdient, dieses ist eher knapp bemessen, ABER durch die Qualität des Eises. Bei Fabiola und Plinio Soccol sind wir gut aufgehoben. Ein Blick in das Allerheiligste des Meisters, die Eisküche, zeigt dem geneigten Betrachter, dass Plinio Soccol nicht nur das richtige Händchen für die Eiszubereitung hat, sondern auch ein Herz für uns Motorradfahrer. Die Fotos zeigen eindeutig, dass es von Vorteil ist wenn man Treiber der Frecce Tricolori ist und irgendetwas aus italienischer Manufaktur durch die Landschaft treibt. Flying Haggis „kontrolliert“ regelmäßig die Produkte und muss infolgedessen über die Sommermonate peinlich darauf achten, dass die Kalorientierchen nicht die Kombi enger nähen.

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Eis erledigt? Dann geht es über die Moselbrücke und im Anschluss unmittelbar nach links über Longuich und Fastrau nach Fell. Für erfahrene Anderstourer erübrigt sich jetzt die weitere Streckenbeschreibung, denn die Route über die alte Bergrennstrecke hinauf nach Thomm ist bereits mehrfach Bestandteil unserer Touren gewesen. Ebenfalls der dann folgende Streckenverlauf, der uns über Waldrach und Korlingen wieder zurück nach Trier führt. Ein schöner kurviger Abschluss zum Ende unserer heutigen Tour → Der Weg war unser Ziel und an schönen Eindrücken sowie gutem Essen hat es uns heute wieder einmal nicht gemangelt!

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Auf bald – im Hochwald!

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