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In Deutschland haben wir die Gewaltenteilung und das ist auch gut so. Die Legislative, Judikative und Exekutive sorgen getrennt und weitestgehend unabhängig voneinander dafür, dass in unserem Lande alles gerecht und fair zugeht oder zumindest zugehen soll.

Für mich gibt es aber seit längerer Zeit eine weitere Gewalt oder sagen wir besser Macht, die, ohne jegliches Mandat der Bevölkerung zu besitzen, die Meinung von uns allen zu bilden versucht und das auch oftmals schafft. Ich spreche von den Medien.

Auch in unserem kleinen Bereich mit unserer Passion Motorrad ist das zu beobachten. In meinem Artikel zum Thema der Testsieger habe ich das Ganze bereits vor längerer Zeit angesprochen.

https://flyinghaggis.net/2015/02/21/everybodys-darling-is-everybodys-depp/

Warum komme ich jetzt wieder darauf zurück? In höchstem Maße manipulierend werden da Berichte verfasst. Habt IHR in der großen deutschen Fachzeitschrift auch den großen Bericht Alpenmaster gelesen? Okay – wahrscheinlich ging es vielen von Euch ähnlich wie mir, dass sie den abschließenden Test mit der Endbewertung nicht mehr lesen mussten, weil der Sieger des Tests bereits vor dem Schreiben des Artikels festgestanden hat. Dennoch gibt es dort Textpassagen und Ausschlusskriterien, die man sich etwas genauer ansehen sollte.

Ich werde jetzt ganz bewusst etwas weiter ausholen. Im Heft Nr. 11 aus dem Jahr 2017 gab es in dieser Zeitschrift einen Vergleichstest der Reiseenduros. Ich zitiere eine Textpassage von Seite 30 aus dem Segment der Landstrassenbewertung: Dass Krach rein gar nichts mit Leistung zu tun hat, beweist die KTM. Mit sonorem, aber vernünftig gedämpftem Klangteppich sammelt die mit 154 PS gemessene Österreicherin erste Sympathiepunkte.

Hört sich an als ob die Manufaktur aus Mattighofen im Bezug Auf Geräuschemissionen alles richtig gemacht hat.

In Heft 16 aus dem Jahrgang 2019 wird nun das Modell, an dem sich von der Ausstattung nichts geändert hat, als Krawallmacher gebrandmarkt. SIE gehört zu den lautesten aller 20 Maschinen im Testfeld. Jetzt könnte man natürlich noch meinen, dass eine derart unterschiedliche Bewertung an unterschiedlichen Testern liegen kann. In diesem Fall war aber bei beiden Tests der Journalist Peter Mayer, den ich eigentlich wegen seiner objektiven Berichterstattung schätze, Autor der Artikel. Erinnere ich mich dann noch an den Klappenauspuff  den ein gewisser Hersteller mittlerweile mit Vorliebe in seine Produkte einbaut, dann frage ich mich wie weit ist es her mit der Objektivität der Bewertungen.

Objektiv war meines Erachtens über einen langen Zeitraum die 1000-Punkte-Bewertung. Da konnte sich jeder aus den unterschiedlichen Segmenten die Bereiche herausziehen, die individuell relevant waren. Da diese Bewertung zwischenzeitlich eine andere Punktezuordnung erfahren hat, sind aktuelle Bewertungen nicht mehr unmittelbar mit den zurückliegenden nach altem Muster vergleichbar. So läuft in Heft 10/17 die BMW 1200 RS, als eines der besten 1000-Punkte-Motorräder, mit 756 Punkten durch das Ziel. Das aktuelle 1250er RS-Modell erreicht in Heft 16/19 deren noch 737 Punkte.

Ach ja – wir waren ja eigentlich beim Alpenmaster. Da gewinnt in der Vorauswahl bei der Kategorie „Scrambler“ die Moto Guzzi V85 TT. Wenn sich jetzt Erstaunen bei euch breit macht, dann seid euch sicher, dass war im Guzzi-Werk sicher ähnlich. Die Maschine wurde konzipiert um im Mittelklassesegment der Enduros unter Gegnern wie der 800er GS oder der Tiger zu wildern. Hier schiebt man die wirklich schön gemachte V85 TT zu den Scramblern und lässt sie dort gewinnen. Mit dem Hinweis – müder Motor und schlechte Fahrleistungen. Schaut mal in die Messwerte – die schlechtesten Durchzugswerte aller Kontrahenten. Das würde mich auf einer Alpentour massiv nerven.

Irgendwie erinnern mich die Testberichte in den Fachzeitschriften seit längerem an ein Lied von Pippi Langstrumpf. Der Refrain klingt mir in den Ohren: Ich mach`mir die Welt, wie sie mir gefällt!

Meine Alpensiegerin steht bereits in der Garage und ich denke eure Siegerin der Herzen ebenfalls. Und das ist auch gut so. Beim Lesen der Tests gebt einfach acht, denn hier wird Meinungsbildung gemacht und wie oftmals bei unserer Judikativen wird nicht Recht gesprochen, sondern nur ein Urteil gefällt.

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