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Gott will es! Mit diesem Ruf und dem entsprechenden Gottvertrauen stürzte sich im 11. Jahrhundert die recht naive Truppe der Kreuzritter in die Schlacht gegen die „Ungläubigen“. Was daraus wurde lehrt uns die Geschichte.

Mit welchem Schlachtruf stürzen WIR uns alljährlich in unsere „Kreuzzüge“ in die Alpenpässe?

ICH sehe was, WAS DU nicht siehst?

Ausreichendes Gottvertrauen scheint ein Gros von UNS bereits mitzubringen! Der Herr wird`s schon richten!

Unsere Urlaubsplanung sah in diesem Jahr eine größere Hüttentour per pedes in den Dolomiten vor und dies ließ sich, trotz der großen Ladekapazität unserer „dicken Österreicherin“, nicht mit dem Motorrad realisieren. Also waren Flying Haggis und die beste Sozia von Allen mit dem Bürgerkäfig unterwegs und sahen „merkwürdige Dinge“.

An welches „höhere Wesen“ diese Kunden auf ihren Maschinen auch immer glauben mögen, de facto rechnen SIE in ihrem grenzenlosen Optimismus mit ihrer alsbaldigen Reinkarnation → in welcher Form auch immer!

Das Hahntennjoch ist jedem von uns, der sich auf der Fahrt gen Süden den leidigen Fernpass und sein Stopp and Go ersparen möchte ein Begriff. Auf meiner Fahrt zur Passhöhe aus Richtung Reutte kommend bin ich mehrfach im Geiste die Maßnahmen zur Ersten-Hilfe durchgegangen. Da flogen auf den „kurzen geraden Passagen“ vor uneinsehbaren Rechtskurven Spezialisten an uns vorbei, die definitiv über eine mediale Veranlagung verfügen mussten, denn zu sehen war im Hinblick auf möglichen Gegenverkehr nichts. Und so gingen dann auch einige dieser Manöver nur um Haaresbreite gut und hatten nichts mit fahrerischen Können oder Geschick zu tun, sondern lediglich mit GLÜCK. Bleiben wir bei der Eröffnung unserer aktuellen Geschichte so hätten die Gegner unserer Kreuzritter wahrscheinlich von Kismet gesprochen, dem vorherbestimmten Schicksal, dass man ohnehin nicht beeinflussen kann!?

Es steht geschrieben – Du mein Bruder kommst in diesem Jahr heil von deiner Alpentour zurück!

Eine andere Begegnung zwischen Nigersattel und Karerpass führte bei mir ebenfalls nur noch zu Kopfschütteln. Uneingeschränkt hätte die Episode auch zu dem Artikel „Soziale Kompetenz“ gepasst. Eine Vierergruppe aus unserem „flachen Nachbarland“ mit den „gelben Kennzeichen“ machte sich auf uns zu überholen. Nr. 1 vorbei und mit entsprechendem Schwung weiter. Bei Nr. 4 war es dann wieder einmal soweit. Die anderen bereits auf und davon und kein Hinterrad mehr zu sehen kam ER, dann kurz vor einem Ortseingang, zum Entschluss mit „Schwung“ vorbeizuziehen. Bis jetzt alles kein Problem – ABER nun bemerkt unsere Nr. 4 die stationäre „Geschwindigkeitsmessung“ am Ortseingang und hält SIE „irrtümlich“ für eine Radaranlage. Also auf „unserer Höhe“ in die „Eisen“. Der Überholvorgang wird aber nicht abgebrochen ODER im Anschluss vollendet, dies wäre zu einfach. Weil ER jetzt überhaupt nicht mehr weiß WAS er machen soll – den Kollegen nach ODER hinter uns einordnen, fährt ER erst einmal mit verkrampftem Gesicht parallel neben uns in die Ortslage ein. Um Ihn nicht noch mehr in die Bredouille zu bringen bremste ich jetzt stark ab, damit ER endlich vor uns einscheren konnte.

Reduzieren wir jetzt die schönsten Wochen im Jahr mit unseren Maschinen, die eigentlich unserer Erholung und Entspannung dienen sollten, auf Glück, Schicksal und Gottvertrauen?

Ich bin an sich zuversichtlich, dass es auch anders geht, weil ich im Verlauf der Tour auch das ANDERE gesehen habe. Nicht gebummelt, sondern zügig ABER ohne Harakiriaktionen und sichtlich entspannt kamen diese Tourer und Tourerinnen an uns vorbei und verschwanden alsbald aus unserem Blickfeld. Das Ganze ohne einen Anflug von Stress oder aggressivem Fahrverhalten und (hin und wieder) mit dem Blick für die wunderbare Berglandschaft und Umgebung.

Bis dann Leute – WIR sehen uns an Odins Tafel in Walhall!

 

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