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Kategorien-Archiv: Anderstouren

Drei auf einen Streich: Eifel, Mosel, Hunsrück

30 Donnerstag Apr 2015

Posted by flyinghaggis2015 in Anderstouren

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Calmont, Eifel, Hunsrück, Mosel

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Es hört sich an wie bei dem „tapferen Schneiderlein“ obwohl es in diesem Märchen noch einige mehr waren, die bei dem besagten einen Streich „erledigt“ wurden. Rund 250 Kilometer haben wir heute vor uns, also eine knappe Tankfüllung und bei ruhiger, kommoder Fahrweise etwa 5 Stunden reine Fahrzeit.

Bei meinen Touren in der Großregion Eifel, Mosel, Hunsrück, sowie Saarland und unserem Nachbarland Luxemburg ist fast immer der Startort Trier. Einmal habe ich eine persönliche Affinität zur ältesten Stadt Deutschlands, denn ich bin sozusagen „Ur-Trierer“. Zum zweiten bietet sich die Stadt aber auch für unsere Motorradfahrer/-innen an, welche die Anders-Touren von weiter weg angehen und eine feste „Basisstation“ benötigen. Da hat Trier ein nahezu perfektes Angebot an Hotels und Unterkünften zu bieten und für einen „motorradfreien Tag“ auch ausreichend Sehenswürdigkeiten die einen Besuch lohnen.

Aber heute fahren wir erst einmal wieder mit unseren Motorrädern und verlassen die Stadtgrenze Trier auf der westlichen Seite in Richtung der Stadtteile Ehrang und Quint. Mit den Sandsteinfelsen zur Linken und der Mosel zur Rechten stimmen wir uns auf die heutige Tour ein und verlassen alsbald die B 53 nach links in Richtung Quint und wenig später, nachdem wir die Abzweigung (L 46) nach links in Richtung Spangdahlem (Bitburg) genommen haben, wedeln wir uns bereits auf den ersten Kurven des Tages am „Quintbach“ entlang ein. Dabei handelt es sich um die „Hausstrecke“ der Trierer Motorrad-fahrer und so tummelt sich bei gutem Wetter einiges mit zwei Rädern auf der L 46. Die 50 km/h Beschilderung im Kurvenverlauf hat dabei scheinbar nur einen hinweisenden Charakter. Wir sind jetzt bereits in der Region „Moseleifel“ unterwegs und fahren durch den Meulenwald, welcher als Waldgebiet des Jahres 2012 ausgezeichnet wurde. Unweit „unserer o. a. Abzweigung“ geht es zum Forstamt Trier Am Rotenberg. Von dort kann man auf einem durchaus lehrreichen Rundgang (aber nur fußläufig) starten, der einem nicht nur die heimischen Baumarten, sondern auch exotische Varianten wie Riesenmammutbäume, Ginkos oder Kuchenbäume (riechen im Herbst nach Lebkuchen und werden deshalb auch häufig „Lebkuchenbaum“ genannt) kennenlernen. Heimische Förster hatten die „Ausländer“ in den 50er Jahren gepflanzt um deren Wuchsfähigkeit in unserer Region zu prüfen und damit Alternativen zu den einheimischen Gewächsen zu finden. Außer der „amerikanischen Douglasie“ konnte aber keine Pflanze so richtig Fuß fassen.

Wer im Kurvenverlauf der L 46 die ein oder andere merkwürdige „Wahrnehmung“ haben sollte braucht sich nicht zu wundern. Laut Legende kam hier der tyrannische Erzbischof Milo von Trier bei einem Jagdunfall ums Leben und einige hundert Jahre zuvor hatte es den römischen Statthalter Rictius Varus erwischt. Wenn man sich mit „ihrer Vita“ beschäftigt kann man nur feststellen, dass es um beide nicht sonderlich Schade war. Die Geister der beiden Herrschaften sollen seitdem im Meulenwald spuken, wobei „sie“ mir bis dato noch nicht begegnet sind.

Wir fahren also weiter auf der L 46 und kurz nachdem wir zur Linken den Ort Zemmer passiert haben biegen wir nach rechts in Richtung „Wittlich“ (Dreis, Heidweiler) auf die L 43 ab. In leichten Schwüngen geht es etwas talabwärts nach Heidweiler und hinter dem Ort orientieren wir uns in Richtung „Binsfeld“ (Niersbach, Arenrath) auf die L 49. Hinter Arenrath kürzen wir etwas ab, um uns die Orstdurchfahrt Binsfeld zu ersparen und biegen rechts auf die K 43 ab nach Niederkail. Hier folgen wir dem Straßenverlauf der B 50 nach Landscheid. Ohne etwas an unserer „Fahrtrichtung“ zu ändern sind wir jetzt auf der L 34 und über Burg Salm, Hupperath, rollen wir in Richtung der Kreisstadt Wittlich (K 54).

Höhepunkt in Wittlich ist alljährlich die sogenannte „Säubrennerkirmes“, welche immer am 3. Augustwochenende eines Jahres ausgetragen wird. Ansonsten ist die Stadt Wittlich jetzt kein Ort der uns zum längeren Verweilen einlädt und so suchen wir auch auf kürzestem Weg wieder den Ortsausgang in Richtung des Krankenhauses der Stadt (L 52; Hasborn). Stopp, da gibt es doch noch einen einzigen Grund den Aufenthalt in Wittlich zu verlängern. Falls die Maschinen bei Abfahrt nicht vollgetankt waren ist hier ein gute Möglichkeit Sprit für die Tagestour zu fassen. Aber jetzt suchen wir schnell das Weite in Richtung Hasborn und fahren nach einem kurvenreichen, leicht ansteigenden Streckenabschnitt vom „Krankenhaus Wittlich“ bis Hasborn, hinter dem Ort nach Oberscheidweiler. Alles auf der L 52 obwohl sich hinter Hasborn unser Weg gegabelt hat und wir die Route nach rechts gewechselt haben.

Ähnlich geht es uns an der nächsten Kreuzung (B 421). Wir nutzen nach dem Linksabbiegen kurz die B 421 und verlassen die „B“ nach gefühlten 100m wieder nach rechts, jetzt wiederum auf der L 52 in Richtung Lutzerath unterwegs.

Wir rollen auf der L 16, die im weiteren Verlauf Gevenich führen würde, nach Driesch und verlassen die L 16 nach rechts Richtung „Mosel“ nach Bremm. Die L 106 „verläuft“ zunächst recht unspektakulär, um in einem Schwung von Serpentinen talabwärts zur Mosel zu enden. Bei der ersten „Links-Spitzkehre“ ist zur Rechten eine kleine „Haltemöglichkeit“ für maximal 2 – 3 Motorräder, aber der „Halt“ lohnt sich. Für mich der schönste Blick des Tages von der Höhe auf das Moseltal und die Flußschleife bei Bremm. Auf der anderen Uferseite die Ruine des Klosters Stuben und wenn man den Blick nach links in die Höhen des dortigen Weinbergs richtet, traut man seinen Augen an sonnigen Tagen nicht. Es ist der „Calmont“, seines Zeichens der steilste Weinberg Europas und als ausgewiesener „Klettersteig“ ein Anziehungspunkt für Wanderer. Kein Geheimtipp mehr, denn an trockenen Tagen ziehen sich lange Reihen von Wanderern durch den Weinberg. Manchmal erinnert mich das Bild an alte Aufnahmen des Chilcoot Trail, als lange Reihen von Goldsuchern durch den Schnee in Richtung Klondike marschierten. Hier suchen die Naturverbundenen kein Gold, sondern ein ruhiges Idyll, welches sie mit ihrem eigenen Massenauflauf ad absurdum führen.

Zeit für eine Pause und eine angemessene Mahlzeit. Also talabwärts an Bremm vorbei nach Ediger-Eller. Im Ortsteil Eller müssen wir jetzt ein wenig aufpassen, damit wir unsere Einfahrt nach links nicht verpassen. Grob an der Kirche von Eller orientieren und dann kann nichts mehr schiefgehen für unsere Anfahrt zum Weincafe Springiersbacher Hof (Oberbachstr. 30). Über Kopfsteinpflaster und enge Gäßchen suchen wir unseren Weg zur Pausenstation und nehmen dann auf der ruhigen Terrasse Platz oder im gemütlichen Gastraum.

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Weg vom Trubel der Moselpromenade genießen „Wir“ jetzt tatsächlich eine idyllische Pause bei einer guten Mahlzeit oder hausgemachtem Kuchen. Der Springiersbacher Hof ist auch noch für etwas anderes bekannt und mehrfach prämiert. Hier werden erstlassige Schnäpse gebrannt.

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Da sich der Genuss heute nicht mit unserer Motorradtour vereinbart, nehmen wir entweder eine (oder mehrere) Flasche/n im Tankrucksack mit oder nächtigen in einem der Gästezimmer.

Nach unserer wohlverdienten Pause überqueren wir bei Nehren die Mosel und erklimmen bei Senheim dann die Höhen hinauf zum Hunsrück auf der L 200 (Liesenich → Blankenrath [L202]). Dann rollen wir auf der B 421 wieder talabwärts nach Zell an die Mosel und begleiten den Fluss zur Rechten bis nach Enkirch.

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Wer die Moseltour bereits abgefahren ist, weiß welcher Ort sich für eine Pause anbietet und rollt zum Hotel-Restaurant Dampfmühle in Enkirch. Aber wahrscheinlich sind wir noch „gesättigt“ und können uns bis zur nächsten Rast noch etwas Zeit lassen. Also kurvig bergan und über Starkenburg wieder talabwärts nach Traben-Trarbach.

Hier in der Ortslage in Richtung Longkamp (Bernkastel-Kues) abbiegen und Kautenbach entlang in das Örtchen Longkamp. Diesmal fahren wir nicht nach Bernkastel-Kues, sondern verweilen auf den Höhen des Hunsrücks.

Auf kleinen Landstraßen führt unser Weg dann von Gonzerath über Heinzerath, Rapperath nach Weiperath. Jetzt könnte dem geneigten Leser die Idee kommen, dass sich hier die Bürgermeister der Ortschaften nicht sonderlich kreativ zeigten und einer von dem anderen die Ortsendung übernommen hat. Dem ist natürlich nicht so, der Hochwälder ist durchaus kreativ. Vielmehr gehen diese Hunsrücker Namensendungen „–rath“ auf „Rodungen“ zurück und sind in ähnlicher Form bundesweit zu finden. Was in den neuen Bundesländern auf –roda endet oder vielfach in der Harzregion auf –rode hat ähnlichen historischen Hintergrund.

Aber genug davon, es wird Zeit die heutige Tour an einem gemütlichen Ort Revue passieren zu lassen und das nicht mehr allzu weit vom Zielort. Wir fahren also von Weiperath nach Hunolstein und kehren dort im Bauerncafe Hunolsteiner Hof ein. Unmittelbar hinter dem Ortsende führt ein geteerter Feldweg rechts ab zu dieser Lokalität. Ich muss nicht extra betonen, dass es hier in jedweder Form wieder etwas Gutes auf die Gabel gibt. Sei es gut bürgerliche Hausmannskost von der auch ein „ausgewachsener Motorradfahrer“ oder –fahrerin satt wird oder der hausgemachte Kuchen, der einen an den ein oder anderen Besuch auf der Dorfkirmes erinnert. Deshalb sind die „Kuchenstücke“ auch in einem Format, dass es bei einem Cafe in der Innenstadt zu „Kalkulationsproblemen“ käme.

Was jetzt? Möglicherweise ist es jetzt einigen unterwegs so ergangen, wie es sicherlich jedem von uns schon passiert ist. An der ein oder anderen Stelle etwas länger verweilt, oder in ein Gespräch verwickelt, oder einfach nur auf einer der Terrassen die Sonne etwas länger als vorgeplant genossen. Deshalb jetzt unterschiedliche Varianten zum Zielort Trier zu gelangen.

Der Eilzug fährt auf die B 327 und folgt der Beschilderung Trier. D. h. in unserem Fall kurz vor Thalfang auf die L 150 und dann über Fell nach Trier.

Wer in Fell bemerkt, dass er noch einige Kurven gebrauchen könnte und dafür jetzt die Zeit wieder „reingefahren“ hat, der biegt in Ortslage Fell über eine kleine Brücke links ab in Richtung Thomm, respektive folgt der Beschilderung Besucherbergwerk. Die „Gudd-Gess-Tourer“ kennen die alte Bergrennstrecke bereits „bergab“, fahren sie aber jetzt in „Rennrichtung“. Aufgepasst in der ersten Spitzkehre rechts. Bei Gegenverkehr kann hier der „Radius“ schnell knapp werden.

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Vierzig Bergrennen, teilweise als Wertungsläufe zur Europameisterschaft, wurden hier unter Regie des Racing Teams Trier ausgerichtet. Die „Könige der Berge“ fuhren dabei dann im Renntempo die anspruchsvolle Strecke hinauf nach Thomm. Die Streckenrekorde nenne ich an dieser Stelle nicht, um nicht noch den ein oder anderen in Versuchung zu bringen. Für uns definitiv unerreichbar und damit soll es gut sein. Bei Thomm angekommen wieder talabwärts nach Waldrach und von dort einfach der Beschilderung nach Trier folgen.

Alternativ kann man den Weg in die Stadt Trier auch ab Waldrach (Kreisver-kehr; 2. Ausfahrt) über Korlingen suchen und dann über den Höhenstadtteil Tarforst nach Trier fahren.

Hier bietet sich, nachdem man die Liegenschaften der Universität Trier zur Linken passiert hat, noch der kleine Schlenker über den Petrisberg an. Dafür nutzen wir in dem Kreisverkehr die 2. Ausfahrt und folgen hier einfach dem Straßenverlauf in Richtung Stadt. Nachdem wir hier ein Wohngebiet (30er Zone) durchfahren haben, gelangen wir an einen der schönsten Aussichtspunkte der Stadt Trier.

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Nicht zu verfehlen, da zu unserer Linken eine größere Parkbucht angelegt ist. Auf der dortigen Mauer ist auch die Historie der Stadt Trier und die dazugehörige „Stadtplanung“ entsprechend dargelegt.

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Jetzt haben wir es geschafft. Nach einer erlebnisreichen Fahrt drei Regionen auf einen Schlag erledigt oder besser zumindest „angerissen“. Denn jeder Bereich für sich ist schon allein eine Tour wert.
Unsere „Rastplätze“ sind bereits unter Rasten & Übernachten eingestellt und
harren eures Besuchs.

Moselfahrt aus Liebeskummer!

06 Montag Apr 2015

Posted by flyinghaggis2015 in Anderstouren

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Mosel, Moseltour

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So hieß der Filmtitel einer Schnulze aus den 50er Jahren, die für diese Generation wohl das Bild der Region rund um die Mosel prägte. Heutzutage ging dieser Film wahrscheinlich als Horrorfilm durch und verstaubt (glücklicherweise) in den Regalen der Archive. Wir haben keinen Liebeskummer, so hoffe ich zumindest, aber trotzdem das Bedürfnis die Region kennenzulernen.

Als Einstieg in die Anderstour „Moselland“ der alles entscheidende Tipp für eine gelungene Moseltour mit dem Motorrad: „Meiden Sie die Mosel!“

Jetzt hat er es gepackt, der arme Kerl. Der Autor des Berichtes konsumiert bewusstseinserweiternde Drogen und hat sie jetzt mit Alkohol eingenommen! Das konnte ja nicht gut gehen!

Weit gefehlt Leute. Die Mosel und ihre Weinberge mit den kleinen Weindörfern, die der Ein oder Andere nur von Flaschenetiketten kennt, ist wunderschön und allemal eine Reise wert. Aber – wir planen eine Tour mit dem Motorrad und jetzt haben wir ein Problem, denn die Schönheit der Region hat sich herumgesprochen. An Wochenenden und Feiertagen, sowie der Ferienzeit tummeln sich an der Ufertrasse von Trier bis Koblenz „Bürgerkäfige auf Schleichfahrt“ und „Wanderbaustellen mit gelben Kennzeichen“. Kurz und gut – alles was der Motorradfahrer/die Motorradfahrerin so dringend benötigt wie einen Kolbenfresser oder eine gerissene Steuerkette.

Ergo gehen wir diesen Problemen weitestgehend aus dem Weg, bewundern aber trotzdem den Flusslauf (an gewissen Stellen) und fahren eine Berg- und Talbahn, die in der Häufung in Deutschland nicht allzu oft vorkommt. Ca. 240 km haben wir heute vor uns. Reine Fahrzeit bei gemütlichem Fahrstil liegt zwischen 4,5 und 5 Stunden. Also Zeit satt für unsere Pausen aller Art.

Wir beginnen unsere Tour in Trier und fahren auf der westlichen Seite von Trier, also den Fluss immer auf der rechten Seite, stadtauswärts in Richtung Schweich (B53). Langsam einrollen für den Tag ist angesagt und so folgen wir dem Fluss- und Straßenverlauf weiter bis Mehring. Jetzt geht es auf die K 85, soll heißen am Ortsende über die Moselbrücke und dann durch ein Neubaugebiet hinaus aus dem Ort und zu unseren ersten Kurven.

Am Ende dieser Wegstrecke wartet eine Kreuzung auf uns und wir biegen links auf die L 150 in Richtung Morbach ab. Die L 150 ist aber für uns nur ein Zubringer zur nächsten schönen Kurverei, denn bereits an der nächsten Kreuzung geht es erneut links ab auf die L 148 ins idyllische Dhrontal. Das Tal liegt so schön eingebettet in der Hügellandschaft, dass selbst im Sommer immer noch ein schattiges Plätzchen zu finden ist.

Nach einem längeren Bergaufstück geht es in einer 90 o Linkskurve für uns nach rechts auf die L 128 in Richtung Papiermühle. Kein Problem für den der die Abzweigung verpasst, denn nach ca. 100m ist linksseitig ein großer Parkplatz zum Wenden. Außerdem bietet sich dieser Platz auch für das erste „Moselfoto“ an, mit dem schönen Blick auf das Winzerörtchen Trittenheim.

Dann geht es wieder weiter auf der L 128 nach Papiermühle und an der Kreuzung dann nach links zum nächsten Winzerort Neumagen-Dhron (L155). Da wir versuchen die Ortsdurchfahrten weitestgehend zu vermeiden fahren wir an der Kreuzung (Ortseingang Dhron) nach rechts auf die L 156. Wir wollen nach Piesport, nehmen deshalb an dem Verkehrskreisel die 2. Ausfahrt (L 50) und dann geht es auch schon jenseits der Mosel wieder den Weinberg hinauf. Die Straße mäandert hier noch mehr, als der Flusslauf unterhalb. Zeit den Blick zu genießen nehmen wir uns gleich, denn wir folgen alsbald der Beschilderung Panoramastrecke (K 52) und biegen rechts ab (Die Abzweigung ist im spitzen Winkel, also ruhig etwas weiter ausholen beim Abbiegen).

Auf der Panoramastrecke haben wir jetzt einige Möglichkeiten mit der Maschine anzuhalten und den Blick ins Moseltal einfach nur zu genießen oder auch Erinnerungsfotos zu machen. Irgendwie hat es was zu sehen wie sich hier die Natur, in persona des Flusses Mosel, ihren Weg durch die Berge gesucht hat.

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Wir kommen anschließend bei unserer Weiterfahrt wieder auf Flussniveau und landen in Minheim. Hier links ab auf die K 53 und zunächst einfach die Mosel rechte Hand „liegen lassen“.

Wir folgen dem Flusslauf bis Lieser und überqueren die Mosel. Jetzt könnte man einfach nach Bernkastel-Kues dem Straßenverlauf der Bundesstraße 53 folgen. Aber das machen wir ja nicht, denn wir wollen nicht direkt im Touristenstrom schwimmen, sondern folgen dem Motto „Der Weg ist das Ziel“.

Also rein in die Ortslage Mülheim auf die Veldenzer Straße (K 88), dem Straßenverlauf ins gleichnamige Örtchen Veldenz folgen und in der Folge weiter auf der K 88 (grobe Richtung Gornhausen). Hier hatte der „Straßenbauer“ wahrscheinlich vor der Planung einen „Kreisel“ verschluckt, denn die Straße dreht derartige Windungen, dass es eine Pracht ist. Fast ist man an eine Alpenpassfahrt erinnert.

Danach wird es kurz etwas entspannend, denn am Ende der K88 wenden wir uns an der Kreuzung nach links L 157 und wenig später erneut links Richtung Gonzerath (B 269). An dem dann folgenden Kreisverkehr hinter Gonzerath fahren wir die 3. Ausfahrt wieder in Richtung Mülheim und kurvenreich geht es talabwärts ins Moseltal auf der L 158.

Unweit der Moselbrücke Mülheim landen wir wieder am Flusslauf und jetzt dürfen wir auch der Wegweisung in Richtung Bernkastel-Kues auf der B 53 folgen. Ist es eigentlich Fluch oder Segen der Tourismus? Vorsicht jetzt bei einer objektiven Betrachtung, denn wir sind mit unseren Maschinen auch ein Teil dieser Zielgruppe Touristen. Wenn man sich die Zeit nehmen möchte und auch einen Parkplatz an der großen Uferpromenade findet, dann kann man durch den wirklich schönen Ortskern von Bernkastel bummeln und die Fachwerkhäuser bewundern. Meistens bummelt man aber im Sommer nicht, sondern man wird durch den Ort „geschoben“. Nach Cochem ist Bernkastel-Kues der wohl am stärksten frequentierte Ort der Mosel und das merkt man auch.

Ansonsten war doch da was mit Kurven. Ach ja, jetzt hab` ich es wieder. Am Ortseingang Bernkastel können wir auch kurz nach der Einfahrt in den Ort rechts in einen Tunnel auf die B 50 abbiegen. Der kleine Tunnel dient hier als Ortsumgehung und im Anschluss geht es wieder kurvig bergan in Richtung Longkamp. In der Ortslage Longkamp wenden wir uns dann in Richtung des nächsten bekannten Moselortes Traben-Trarbach links auf die L 187 (Kautenbach). Seit einiger Zeit ist die Strecke neu asphaltiert und einfach wunderbar durch das kleine Tal zu fahren.

Um die Wende ins 20. Jahrhundert war Traben-Trarbach die zweitgrößte Weinhandelsstadt Europas nach Bordeaux in Frankreich. In der ansonsten katholisch geprägten Moselregion war Traben-Trarbach die einzige protestantische Enklave und hatte eine stark preußische Orientierung. Aus der Nähe zur preußischen Wirtschaftsmacht ergab sich zum einen der o. a. ausgeprägte Welthandel in Sachen „Wein“ und zum zweiten eine Besonderheit in Sachen Architektur. Der Berliner Baumeister Bruno Möhring entdeckte seine Liebe für den Moselort und so gilt heute noch Traben-Trarbach unter Freunden des Jugendstils als Ikone in Deutschland. Wer sich das fachmännisch erklären lassen möchte terminiert seine „Moseltour“ auf den jeweils 1. Sonntag eines Monats. Hier ist dann um 11:00 Uhr Treffpunkt an der Tourist Information in Traben-Trarbach zur „Jugendstilführung“.

Wem es danach nach einer gemütlichen Pause mit „Aussicht“ ist, dem sei das Weingut Conrad Bartz empfohlen (Wolfer Weg 41). Gemütliche Terrasse mit Blick auf die Promenade und eine kleine aber feine Speiseauswahl. Das der „Herr des Hauses“ nicht nur etwas vom Weinanbau versteht sieht man unmittelbar im gemütlichen Gastraum. Hier steht eine wunderbar restaurierte Triumph und unmittelbar neben dem Tresen freut sich der „italophile Motorradfreund“ an einer traumhaften Moto Morini.

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Für alle anderen geht es in der Ortslage Traben-Trarbach rechts ab in die Schottstraße (L 190) Richtung Irmenach. Im weiteren Verlauf würde dieser Weg dann in den Hunsrück führen und das künstlich erschaffene Pseudo-Drehkreuz Flugplatz Frankfurt-Hahn erreichen. Allein die Namensgebung ist bereits ein Witz, weil Hahn und Frankfurt liegen nur auf dem Globus nahe beieinander. Wir fahren aber lange vorher links ab auf die L 192 nach Starkenburg (Enkirch).

Starkenburg ist von der Aussicht her mein Favorit und so ist der Fotohalt im Ort natürlich ein Muss. Der Parkplatz am Weinhaus Schöne Aussicht bietet sich dafür an. Wer eine Pause einlegen möchte könnte dies mit dem wunderbaren Blick an einem „Fensterplatz“ im Restaurant verbinden. Verpflegung ist aber eher als durchschnittlich zu bewerten.

Wer sich noch ein wenig gedulden kann der sollte hinsichtlich des Auffüllens seiner Kohlenhydratespeicher noch warten und die paar Kilometer bis Enkirch zurücklegen. Erste Wahl ist hier das Hotel-Restaurant Dampfmühle. Der Wirt ist Motorradfahrern/-innen gegenüber „wohlgesonnen“ und die Verpflegung ausgezeichnet. Tourenfahrer die unsere „Moseltour“ von weiter her angehen können die „Dampfmühle“ auch als „Basislager Mosel – Hunsrück“ anfahren und sind gut untergebracht.

Der Magen-Darmtrakt ist jetzt gefüllt und ruft zunächst einige körperliche Ressourcen zur Erfüllung seiner Aufgaben ab. Deshalb lassen wir es die ersten Kilometer langsam angehen bis sich wieder Konzentration eingefunden hat.

Wir nutzen zunächst die B 53 bis wir bei Reil wieder die Mosel überqueren. Der Weinort Reil war in der Crosserszene früher durchaus ein Begriff. Der „Heisse Stein“ war lange ein Lauf zur Deutschen Meisterschaft und hat die nationale Crosserelite und die Zuschauer an die Mosel gelockt.

Also Ortslage Reil → Kaiserstraße, Bergstraße (Nomen est omen) und dann links ab auf die K 63 (Am Reiler Hals). Nach einer kurzen Wegstrecke folgen wir der Beschilderung nach rechts auf die K 135 in Richtung Bengel. Die B 49 ist hier eine der „interessanteren Bundesstraßen“ und wir könnten ihr auch bis nach Wittlich folgen, was wir aber nicht tun. In der Ortslage Kinderbeuren biegen wir nach links ab und folgen der Beschilderung (L 58) nach Kröv. Der „Nacktarsch“ lässt grüßen. An dieser Stelle keine Beleidigung aus heiterem Himmel, sondern die Bezeichnung der weltbekannten Weinlage um den Winzerort Kröv.

Nach der kurvenreichen Bergabstrecke mit einem schönen Ausblick auf das Moseltal rollen wir, am Fluss angekommen, nun gemütlich nach rechts und folgen dem Straßenverlauf (B 53) an Ürzig vorbei bis Zeltingen. Hier fahren wir nicht in den Moselort, sondern orientieren uns in Richtung Wittlich. Alles sehr gut beschildert (B 50) und bedarf deshalb keiner weiteren Erläuterung.

Vielleicht fragt sich jetzt der ein oder andere warum ich die unmittelbar an der Moselbrücke Zeltingen liegende Gastwirtschaft, das Kloster Machern, nicht als Station anbiete und hier vorschlage. Wer möchte kann hier gerne pausieren. Das hausgebraute Bier ist wirklich ausgezeichnet, verträgt sich aber nicht mit unserer Motorradtour. Außerdem ist mir das Lokal zu überlaufen und deshalb schlagen wir einen Bogen um diese Lokalität und fahren „etwas Ruhigeres“ an.

Es geht nach Platten. Hier steuern wir das Winzerhofcafe Görgen an (Bahnhofstraße 14), genießen unseren Aufenthalt auf einer schönen und abgelegenen Terrasse und lassen die bisherige Tour Revue passieren. Wer bislang noch nicht gespeist hat kann das jetzt nachholen. Auch die Zuckerlastigen unter uns werden an der Kuchentheke sicherlich fündig. Das Winzerhofcafe liegt an einem der neu geschaffenen Radwege und ist dadurch zwangsläufig hauptsächlich von Radlern besucht. Für Motorräder findet sich aber immer noch irgendwo ein Platz.

Alsdann geht es auf die heutige Schlussetappe und wir verlassen Platten in Richtung Osann-Monzel und orientieren uns über die L 53 und anschließend L 47 in den kleinen Wallfahrtsort Klausen. Alljährlich ist die Kirche zu Saisonbeginn Ziel einer gut frequentierten und organisierten Motorradwallfahrt.

Von Klausen fahren wir wieder ins Moseltal nach Piesport (L50). Hier landen wir kurz auf einem Streckenabschnitt, den wir heute Morgen bereits „bergauf“ genießen durften und fahren die kurvenreiche Strecke jetzt bergab in den Ort Piesport. Die Weinberge, die wir soeben passiert haben sind alljährlich Teil der „Moselwertungsprüfungen“ anlässlich des deutschen Laufes zur Rallyeweltmeisterschaft. Hier drehen dann die Profis ihre Runden durch die Weinberge und die „Moselregion“ rund um Trier begrüßt und beherbergt die Rallyefans aus aller Welt.

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Es ist jetzt wahrscheinlich später Nachmittag und die „Hauptausflugswelle“ ist abgeebbt. Deshalb halten wir uns jetzt ein Stück an der Promenade (B 53) auf und fahren am Moselufer entlang bis nach Klüsserath. Am Ende des Ortes biegen wir rechts ab (K47 / K 40). Es geht jetzt nach Hetzerath und in der Ortslage fahren wir zunächst nach rechts, also nicht in Richtung Trier, weil wir vorher noch schnell ein paar Kurven mitnehmen möchten. In dem folgenden Verteilerkreis fahren wir die 3. Ausfahrt ab und orientieren uns in Richtung Naurath (Bahnhofstraße / K 39). Falls sich jemand hier in der Ortslage Hetzerath „verfährt“ und versehentlich auf der L 49 in Richtung Erlenbach rollt ist dies kein Problem. Nach einigen Kurven haben wir zur Rechten die Ortschaft Dierscheid und wir biegen eben hier nach links in Richtung Naurath ab. In Naurath dann einfach durch den Ort und dem Straßenverlauf weiter folgen bis zur nächsten Kreuzung die uns nur die Wahl „links oder rechts“ lässt. Wir sind jetzt auf der L 46, die wir bei einigen unserer Anderstouren bereits als „Eröffnung“ genutzt haben. Jetzt fahren wir „Sie“ mal genüsslich zum Abschluss unserer Moseltour und folgen abschließend einfach der Beschilderung nach Trier.

Kurven hatten wir ausreichend und so lassen wir den Tag gemütlich cruisend ausklingen. Liebeskummer hatten wir bereits zu Beginn nicht und es steht zu hoffen, dass sich dieser Gemütszustand im Verlauf unserer Tour nicht eingestellt hat. Eines dürfte sich aber auf der Tour herauskristallisiert haben: Abseits der Touristenströme hat die Mosel für Motorradfahrer etwas zu bieten.

Die heutigen Tipps für Rast und Verpflegung sind entsprechend auf meiner „Empfehlungsseite“ ergänzt.

Anderstouren ODER anders unterwegs und anders ans Ziel

21 Samstag Feb 2015

Posted by flyinghaggis2015 in Anderstouren

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Mal abgesehen von Wanderern stimmt der Sinnspruch „Der Weg ist das Ziel“ für keinen anderen Menschenschlag so, wie für Motorradfahrer.

Hier geht es nicht um die kürzeste Verbindung von Punkt A nach Punkt B, sondern um die Streckenführung, welche möglichst nicht in einer „Geraden“ erfolgen sollte, sondern je kurviger umso besser. Die Routenführung und die ausgewählten Strecken meiner vorgeschlagenen Touren sind eher touristisch ausgelegt, d. h. viel Landschaft und schöne Ausblicke. Die Heizer in unseren Reihen werden hier eher weniger ihr Glück finden.

Da noch nicht alle „Tourer“ mit Navigationssystemen ausgerüstet sind und sich einige alte Hasen und Häsinnen immer noch auf die alte Karte verlassen, erwähne ich bei allen Strecken weitestgehend die jeweilige Straßenklassifizierung mit der dazugehörenden Nummer, um die Route beim Kartenstudium schneller nachvollziehen zu können.

Wahrscheinlich ist es altersbedingt, aber in den letzten Jahren kam bei meinen Touren ein weiterer Schwerpunkt außer den Kurven hinzu. Wo ist ein schöner Platz zum Rasten auf der Strecke?

Die Definition „schöner Platz“ ist dabei variabel. Es dürfen und können auch andere Gleichgesinnte auf Mopeds in der Nähe sein – ist aber nicht verpflichtend. Der „Tumult“ in räumlicher Nähe zu „meinem Rastplatz“ sollte sich in Grenzen halten, denn „Ballermann-Ambiente“ ist mir zuwider! UND ausgesprochen hilfreich ist es, wenn mir mein Rastplatz etwas „Anständiges auf die Gabel“ bringt! Denn nichts ist so gefährlich wie „Unterzucker“!

Die Umschreibung „Anständiges auf die Gabel“ umfasst dabei sowohl alles „Herzhafte“, als auch den Bereich der „Kuchentheke“. So wird es zukünftig fester Bestandteil der „Anders-Touren“ sein, dass „Sie“ zumindest eine Station beinhalten, welche zur entsprechenden Nahrungsaufnahme empfohlen wird und natürlich vorab persönlich getestet wurde.

Viel Freude beim „Erfahren“ der Touren und „Guten Appetit“!

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