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Die Rennsportszene im Motorradbereich verfolge ich ja, wie Ihr wisst, bereits seit einigen Jahren. Irgendwie haben mir es die Kerle und auch die wenigen Mädels in der Szene angetan, also aufrichtige Bewunderung allenthalben.

Könnt ihr euch noch an die (aus meiner Sicht) goldenen Zeiten der Superbike-WM erinnern? Habt ihr SIE noch auf dem Schirm die Herren Fogarty, Phillis, Russell, Slight, Falappa und wie sie alle hießen? Das war so Anfang bis Mitte der 90er des zurückliegenden Jahrtausends. Als sich die Helden der Halbliterklasse in der Motorrad-WM mit Zweitaktmonstern herumschlugen, die in etwa so zu fahren waren wie sich ein wilder Mustang im Rodeo reiten ließ. Nur etwas für ganz hartgesottene Burschen mit einer lebensverachtenden Grundeinstellung oder zumindest der Maxime, dass ein gebrochener Knochen keinerlei Grund für Wehklagen darstellt. Der „gelbe Schein“ war nur dann eine Option, wenn die Mechaniker den Fahrer nicht mehr auf seine Maschine heben konnten. Und so fuhren sie dann auch die Schwantz, Mamola, Lawson, Rainey und Doohan. Am Ende ihrer Karriere dann meist mit derart viel Metall im Körper, dass selbst die Detektoren an den Flughäfen vom Dauerpiepton hinter die Luft kamen.

Genau in dieser Zeit ist ES das erste Mal passiert! Die eigentlichen seriennahen Maschinen aus der Superbikeszene kamen an die Referenzzeiten der Könige des Motorradsports der 500er Klasse heran. Immer näher robbten SIE sich an die Rundenzeiten der Halblitermaschinen. Warum?

Weil diese Monster ohne jegliche heutige Fahrhilfen wie Traktionskontrollen etc. nur noch für ganz wenige, nahezu übermenschliche Fahrer beherrschbar waren. In Anbetracht der Verletzungen dieser Stars gewinnt der Begriff „beherrschbar“ aber einen bitteren Beigeschmack.

WARUM dieser Rückblick? Weil es wieder geschehen ist! Ganz aktuell bei den nachsaisonalen Testfahrten in Jerez.

Hier trafen Fahrer der Moto GP Klasse auf ihre Pendants aus der Superbike. Und was ist passiert?

Der amtierende Weltmeister und Titelverteidiger der SBK-WM Johnny Rea hämmerte in Jerez, bei nicht einmal optimalen Witterungsbedingungen, mit seiner Kawasaki eine neue Rekordrunde auf den Asphalt. Bei 1:38,721 min blieb die Uhr stehen. Schneller als der Doctor mit seiner Moto GP Yamaha im Frühjahr bei seiner Polezeit in Spanien.

Natürlich ist die Superbike-Kawasaki von Jonathan Rea nicht vergleichbar mit einem Serienprodukt der ZX 10. Aber dennoch nahe dran in dieser Silhouettenrennklasse. Okay die Superstockklasse wäre noch näher dran aber dennoch – Wir sprechen hier von einer Maschine, die einer Serienbasis entspringt und auf der anderen Seite von reinrassigen Prototypen. Vollgestopft mit allem was Technik und Ingenieurskunst hergibt – und das ist einiges.

Sind wir wieder angekommen an dem Punkt, den wir bereits ganz leicht in den besagten 90ern touchiert hatten? Ist jetzt die Wende bei den Motorradrennen, zumindest bei den Rundenzeiten zu vermelden. Das wir alle selbst im Motorradrennsport feststellen müssen, dass schiere Leistung allein nicht schneller macht, sondern FAHRBARKEIT!

Ich bin gespannt was sich IRTA und FIM einfallen lassen. Wie lange werden sie diese Entwicklung beobachten ohne einzugreifen? Oder rufen am Ende die Stars der Superbikeszene den Helden der Moto GP zu 2 fast 4 you!

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