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Ja – der in den 50er Jahren komponierte Marsch ist so etwas wie die heimliche Tiroler Nationalhymne und erklingt seitdem pathetisch bei vielen Volksfesten und natürlich auch in Bierzelten.

Ingrid Felipe wird das Lied wahrscheinlich nicht spielen, denke ich zumindest. Die „grüne Politikerin“ Felipe ist seit 24. Mai 2013 zweite Landeshauptmann-Stellvertreterin in Tirol. Als solche muss die Frau sich natürlich politisch in Szene setzen und in ihrer Art, ich ergänze es extra nicht mit dem Zusatz unnachahmlich, erinnert mich die Dame stark an unsere Frau Annalena Baerbock und ihren kongenialen Partner Robert Habeck. Auch diese beiden hinreichend bestückt mit einem Drang zur Außendarstellung ohne jeglichen fundierten Hintergrund.

Wie sagte doch einst Heiner Geißler so treffend: Die Berühmtheit mancher Zeitgenossen hängt mit der Blödheit ihrer Bewunderer zusammen.

Aber jetzt erst einmal zum eigentlichen Kern der Angelegenheit. Die Initiative „Nein zum Motorradfahrverbot in Tirol“ hat mit ihrer Beschwerde vor dem EU-Gericht in Brüssel im ersten Anlauf Schiffbruch erlitten.

In dieser Gruppe haben sich u. a. auch viele Tiroler Hoteliers organisiert, die im Sommer ihren Hauptumsatz durch Motorradfahrer*innen machen. Tirol ist eben ein Touristengebiet und der Fremdenverkehr ist eine nicht zu unterschätzende Größe. Bei dieser Größe spielen wir auf unseren Maschinen auch eine tragende Rolle.

Die Werte Frau Felipe hatte in ihrem Ländchen durchgesetzt, dass auf einigen Tiroler Landstraßen Motorräder mit einem Standgeräusch jenseits der 95 db/A mit einem Streckenverbot belegt wurden.

Als wunderschöne Randnotiz muss man dahingehend anmerken, dass die Tiroler Polizei daraufhin ihre Ducati Multistradas ebenfalls nicht mehr bewegen konnte, weil die schönen Italienerinnen diesen Grenzwert nicht einhielten. Die Schildbürger hielten also auch in unserem Nachbarland Österreich Einzug.

Die Gruppe der Tiroler Hoteliers bemerkt nun ziemlich schnell, dass innerhalb der Motorradszene doch so etwas herrscht wie Solidarität. Denn die Motorradgruppen, bei denen der ein oder andere mit Maschinen 95 db/a plus X unterwegs war, blieben geschlossen dem Gebiet Tirol fern und entdeckten, dass es durchaus noch andere schöne Regionen gibt, in denen man seinen Urlaub auf zwei Rädern verbringen kann. Ergo – großes finanzielles Minus in der gastronomischen Kasse.

Die Initiative „Nein zum Motorradfahrverbot in Tirol“ zieht also vor das EU-Gericht mit der Begründung: Die Sperrung verstößt gegen das EU-Recht.

Offen und ehrlich betrachtet war genau dies auch meine Meinung und feste Überzeugung. Wenn ein Motorrad eine EU-Zulassung und Betriebserlaubnis hat, dann darf man dieses Fahrzeug auch im EU-Gebiet in Betrieb nehmen, denn genau dies suggeriert eine allgemeine Betriebserlaubnis dem geneigten Leser. Denn rechtlich relevant und normiert war bis dato lediglich das Fahrgeräusch, was Sinn macht. DENN – ein Motorrad ist ein Fahrzeug und kein Stehzeug. Ich entschuldige mich jetzt schon in allerschärfster Form für dieses schwache Wortspiel.

Warum es mich die Angelegenheit ganz besonders nervt? Das Standgeräusch wird ermittelt, wie der Begriff es bereits sagt, im Stand bei halber Nenndrehzahl. Die Nenndrehzahl ist DAS, was in eurem Fahrzeugschein / Zulassungsbescheinigung hinter der Leistungsangabe steht. Selbst der größte oder die größte Selbstdarsteller*in steht nicht mit der Maschine irgendwo und lässt den Motor im Stand bis zur halben Nenndrehzahl hochdrehen. Diese Art Kasteiung des Materials findet nur im Rhythmus von zwei Jahren beim TÜV statt um ein amtliches Siegel zu erhalten.

Also ist eine Streckensperrung, die ihre Grundlage auf einen derartigen Wert bezieht absolut weltfremd und praxisfern. Damit haben wir jetzt wieder den schlüssigen Bogen zu den „Grünen“ geschlagen und zu der besagten Frau Felipe.

Auch wenn SIE sich jetzt in diesem gerichtlichen Teilerfolg sonnen wird, hat SIE ihrem Land Tirol einen Bärendienst erwiesen. So hoffe ich zumindest.

Denn das Verhalten der motorradfahrenden Gruppen wird sich auch im Jahr 2021 und 2022 nicht ändern. Vielleicht lernt dann Tirol erst, wenn die Tourismuskassen leerer werden, das nicht jeder grüne Vorschlag auch eine gute Idee ist.

Ich für meinen Teil nutze unser Nachbarland nur noch als Transitstrecke in meine Wahlheimat. Denn wie hieß es in dem Liedtext „dem Land Tirol die Treue“ doch so schön:

Ein harter Kampf hat dich entzwei geschlagen,
von dir gerissen wurde Südtirol.
Die Dolomiten grüßen uns von Ferne
in roter Glut zum letzten Lebewohl.

Also auf Leute nach Südtirol. Jenseits des Alpenhauptkamms ist das Wetter ohnehin besser. Und das Gefühl für ihre Natur haben die Südtiroler auch ohne „Grüne“.

In Bezug auf mögliche Konsequenzen dieses EU-Gerichtsurteils in unseren Landen habe ich mich bereits ergiebig im Mai 2020 auseinandergesetzt. Und an dieser Meinung hat sich auch bis heute nichts geändert.

https://flyinghaggis.net/2020/05/22/denk-ich-an-deutschland-in-der-nacht/