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~ der etwas andere Motorradblog

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Kategorien-Archiv: Sparte A

Das „Herz“ des Motorsports und die Fenster ins Leben!

08 Donnerstag Jun 2017

Posted by flyinghaggis2015 in Anderstouren, Sparte A

≈ Ein Kommentar

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Classic Race Museum, Motorradrennsport, Norton Manx, Oldtimer, The Duke

Meine Augen sind die Fenster in mein Leben. Wenn der Genuss an italienischem Rotwein oder an Weizenbier nicht überproportional hoch liegt funktionieren sie auch noch einwandfrei – zumindest auf die Entfernung.

So ist es für mich in neuen Gefilden ein Muss alles Mögliche Neue und auch Alte anzusehen – oder sagen wir besser statt alt historisch. Wo macht man das jetzt besser als in einem Museum!

Was sagt uns das allwissende Internet dazu? Ein Museum ist gemeinhin eine Institution, die eine Sammlung bedeutsamer und lehrreicher oder exemplarischer Gegenstände aufbewahrt und Teile davon für die Öffentlichkeit ausstellt.

Bedeutsam und lehrreich? Da habe ich WAS für Euch und bei exemplarisch aufbewahren und für die Öffentlichkeit ausstellen hätte ich es auch nicht treffender sagen können. Bei zwei der Anderstouren bzw. bei den Einkehrtipps

https://flyinghaggis.net/2015/05/15/eifel-ahr-oder-das-wirtshaus-in-spessart/

https://flyinghaggis.net/2016/08/12/ohne-mampf-kein-kampf/

habe ich euch den Tipp Classic-Race-Museum in Jammelshofen nahegelegt. Diesem Tipp, sowie seinem Gründer und Betreiber gehen wir jetzt buchstäblich näher auf den Grund.

http://classic-race.de/

Frithjof Erpelding hat nach seiner aktiven Zeit als Rennfahrer, immerhin 16 Jahre,  nicht nur seine eigenen Rennmotorräder (eine NSU Fox und eine Norton Manx)

 

sondern eine Vielzahl von weiteren Modellen, die das Herz eines jeden Rennsportfans höher schlagen lassen, in seinem Museum zusammengetragen.

Mittlerweile stellt der umtriebige Frithjof Erpelding über 200 Exponate aller Motorsportklassen und Epochen, beginnend mit dem Jahr 1927 bis zum heutigen Tag, in seinem feinen Museum aus.

Also nichts wie rein in diese Zeitmaschine des Rennsports und einen Blick durch unsere Fenster des Lebens auf die Historie der Motorsportgeschichte geworfen.

 

Da stehen SIE Rad an Rad wie die Botschafter vergangener Epochen der Rennstrecken dieser Welt.

Eine Bultaco, die den großen Preis der Niederlande in Assen gewonnen hat.

Eine DKW Ore 250 → Sie war 2 x auf der Isle of Man erfolgreich.

Mit der Start-Nr. 132 eine 350er Norton aus dem Fuhrpark von Geoff Duke dem Halbliterweltmeister der Jahre 1953 – 1955.

„The Duke“ dominierte die Motorradrennen in den 50er Jahren. Er war sozusagen der erste Superstar der Szene vergleichbar mit Valentino Rossi in unseren Tagen. Sechs Weltmeistertitel und fünf Siege bei der TT auf der Isle of Man sprechen Bände. Und hier im Classic Race Museum dürfen wir einen Blick auf seine 350er Norton werfen.
Das Herz des Motorsportenthusiasten Erpelding gehört aber irgendwie den König-Modellen, die im Museum Ehrenplätze inne haben. Der eigentliche Spezialist für Rennboote König hat seine leistungsstarken Motoren sowohl als Kraftquelle bei den Gespannen, als auch bei so mancher potenten Solomaschine gespendet.

Ein Strahlen in die Augen bekommt Frithjof Erpelding auch wenn er auf seine Velocette zu sprechen kommt.

Nur noch -5- dieser Modelle existieren auf der Welt. Ein spleeniger Brite hat bereits testamentarisch festgelegt, dass seine Velocette im Nachbargrab neben ihm bestattet wird. Erpelding hatte den Engländer daraufhin in seinem rheinischen Humor darum gebeten BITTE die Schaufel direkt liegen zu lassen, damit Er die Maschine unmittelbar nach dem Begräbnis wieder ausbuddeln kann.
Überhaupt streut Erpelding zwischen seinen fachlichen Erläuterungen immer wieder private Anekdoten in die Führung ein. Sein Sohn, Frithjof jun. (zwischenzeitlich gibt es in der Ahnenreihe -3- Herren mit dem Vornamen) war bereits früh vom Motorradbazillus seines Vaters infiziert worden und fuhr ebenfalls schon mit den Maschinen um das heimatliche Anwesen, wo andere Kinder noch mit Tretroller beschäftigt und ausgelastet waren. Da die Beine des Juniors aber noch nicht die richtige Länge aufwiesen um auch sturzfrei anhalten zu können wurden in regelmäßigen Abständen Hohlblocksteine positioniert, damit Klein-Frithjof unfallfrei anhalten und das Manko der kurzen Beine ausgleichen konnte. Auch improvisieren will gelernt sein. Mit vier Rädern war Erpelding ebenfalls unterwegs und so wundert es nicht, dass im Museum auch der ein oder andere Rennwagen zu finden ist. Da ist ein wunderschöner Cooper – eine Leichtbaurakete aus britischer Herstellung.
Zeitweise gehörte Cooper zu den erfolgreichsten Formel-1-Teams. Jack Brabham, Bruce McLaren
und Jochen Rindt fuhren auf Coopers Werkswagen Erfolge ein. Einer der ersten Cooper-Kunden war Stirling Moss; sein Cooper T5 war sein erstes Rennauto.Coopers Quasi-Werksteams in der Formel Junior und der Formel 2 wurde zeitweise von Ken Tyrrell geführt, dem Briten der Jahre später auch seinen eigenen Rennstall Tyrell in der Formel 1 zu Ruhm und Ehre führte.Einige Modelle aus der Fabrikation von Honda, die unter Erpelding Rennluft geschnuppert haben.

UND – wenn hier vielleicht Cineasten unter uns sind, die sich noch an den Tom Cruise Film „Days of Thunder“ erinnern können → ein Nascarbolide aus dem Kinofilm.

Die meisten Maschinen sind ohne ihre Verkleidungen ausgestellt, damit man freien Blick auf die Technik und die Motoren hat. Ich finde es gut. Hat man doch so wirklich den unmittelbaren Blick auf die handwerklichen Problemlösungen früherer Rennsportepochen.
Eine schöne MZ steht mit ihrer windschlüpfrigen Rennverkleidung der 50er in der Ausstellung. Ähnlich wie bei einigen Guzzimodellen dieser Zeit ziert SIE ein wahnsinniges Drum an bauchiger Verkleidung. Sollte windschlüpfrig machen, war aber ausgesprochen empfindlich bei Seiten- oder Aufwind.

Apropos Moto Guzzi. Für einen ausgesprochenen Guzzi-Liebhaber baute Erpelding ein Modell zusammen, welches geziert wird vom Moto Guzzi Emblem. Der Witz daran ist, dass außer diesem Aufkleber nichts aus der Fertigung von Moto Guzzi stammt. So ist u. a. der Motor von einer 4-Zylinder Benelli. Deshalb steht auch abschließend „Giese-Eigenbau“ unter dem Modell.

Ich könnte jetzt noch gut einen Stunde schreiben oder wahrscheinlich sogar noch länger – ist aber letztendlich nicht der Sinn der Sache.

Leute, wenn IHR in „Ringnähe“ seid, dann auf nach Jammelshofen in die Kirchstraße 9 und nichts wie rein in das Classic-Race-Museum.

 Denn wie heißt der Slogan des Museums:

Wo Motorenöl gerne in den Ruhestand geht…..

UND wenn IHR dann im Museum steht und die Modelle mit euren Fenstern ins Leben betrachtet, dann schließt sie einmal für einen Moment und hört einfach nur etwas genauer hin!

Dann hört IHR das dumpfe Grollen und Brummen der Motoren und vielleicht sogar im Hintergrund die Stimme von Jochen „the Voice“ Luck:

Helfer bitte Startplatz räumen! Noch dreißig Sekunden bis zum Start! Helpers clear the track!

https://flyinghaggis.net/2015/07/31/jochen-the-voice-luck-oder-90-jahre-geballter-motorsport/

IMPRESSIONEN:

 

Die „Kittelmenschen“

29 Samstag Okt 2016

Posted by flyinghaggis2015 in Sparte A, Technik & Ausrüstung

≈ 6 Kommentare

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Hauptuntersuchung, TÜV

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So nannten wir sie früher und der im 2-Jahres-Rhythmus stattfindende Termin bei dieser Spezies bereitete uns immer Magenschmerzen.

Nicht das wir bewusst mit irgendwelchen verkehrsunsicheren Maschinen unterwegs gewesen sind ABER das ein oder andere an unseren Motorrädern entsprach oftmals (bei allzu strenger) Auslegung nicht so ganz der STVZO.

Und dann traten SIE aus ihren Hallen mit der gestrengen Miene eines Hüters der heiligen katholischen Inquisition. Die Kladde in der Hand mit dem Prüfbericht zuoberst auf dem dann alle Sünden schriftlich festgehalten werden konnten.

Freispruch oder Scheiterhaufen?

Dann wurde, gewandet in einen blauen Kittel mit den Insignien der Macht auf einem Emblem an der Brust, herangetreten an die Opfer ihrer Begierde. TÜV war weithin auf dem Emblem lesbar. Gesprächsbeginn mit dem Satz der einen in den Grundfesten erschauern ließ:

„Ist DAS da ihre Maschine?“

Ganz besonders geliebt habe ich auch den Satz (wenn wirklich nichts Konstruktives zu finden war): „Ihre Hinterradabdeckung ist zu kurz!“

Seinerzeit die Krönung war ein Halbgott in blau, der (natürlich ohne Helm) die Füße nicht auf den Rasten im Hof der „Anstalt“ schlingernd einen Fahrversuch durchführte. Ein Kreis sollte es werden! Wäre die Rennleitung in der Nähe gewesen hätten die den Probanden sicherlich zur Blutentnahme auf die Dienststelle gebracht, ob der orientierungslosen Schlingerei des Fahrers.

ABER die Zeiten sind „Gottlob“ vorbei (zumindest in den meisten Fällen). Mittlerweile findet man sogar ganz verständige Vertreter die wirklich an der Sache (nämlich der Verkehrssicherheit) orientiert an die Prüfungen herangehen. Oftmals sind es dann aber Motorradenthusiasten, die selbst bereits auf ein langjähriges Zweiradleben zurückblicken und insofern genau wissen was Sache ist.

Ich habe so EINEN gefunden und dort fahre ich auch mit unseren Bürgerkäfigen hin. Von außen etwas unscheinbar und wenig einladend.

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Irgendwie so wie bei der ein oder anderen alten Dorfgaststätte mit Renovierungsstau – wo man vor dem Eintreten denkt: Sollst Du jetzt da wirklich reingehen oder nicht doch besser in den nächsten Ort fahren? UND dann → Super Essen – gastfreundlich und nette Menschen kennengelernt.

So ist es da: An der „alten B 52“ – mit neuem Kartenmaterial der L 151. Konkret an der Kreuzung Osburg-Neuhaus, wenn IHR den Landstraßenweg von Trier nach Hermeskeil nutzt.

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Die Prüfstelle ist nicht IMMER besetzt, sondern nur an gewissen Tagen und dann auch nur zu gewissen Uhrzeiten – ABER dafür landet IHR bei einem Mann, der mit euren Maschinen sowie dem Drumherum etwas anfangen kann UND dabei immer freundlich und praxisorientiert arbeitet.

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Kein arrogantes Getue in der Art: Ich habe zwar keine Ahnung – bestimme aber Kraft meiner Funktion trotzdem über die Zukunft deines fahrbaren Untersatzes!

Wie sieht es bei EUCH aus? Habt IHR auch Adressen wo man mit der Maschine zur Hauptuntersuchung fahren kann und als Motorradfahrer gut aufgehoben ist?

Es geht wieder aufwärts!

24 Donnerstag Dez 2015

Posted by flyinghaggis2015 in Sparte A

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Frohes Neues Jahr

Leute, wir haben es geschafft!

Auch wenn WIR es bis dato gar nicht richtig gemerkt haben – in unseren Breiten ist Winter. Normalerweise eignet sich diese Jahreszeit nicht für uns und unsere Passion, aber der Winter 2015/16 hat uns bislang temperaturtechnisch noch die ein oder andere Ausfahrt ermöglicht UND die auch noch ohne unser bestes Stück einzupökeln.

UND jetzt haben wir auch bereits die zeitliche Phase hinter uns gelassen in der uns die Dunkelheit beherrscht. Seit 22. Dezember wird es wieder „heller“. Nah` – schon gemerkt? Es geht wieder aufwärts und die Motorradmessen im Frühjahr warten bereits auf uns, um die Szene mit Nützlichem (und auch häufig weniger Nützlichem) zu versorgen.

Flying Haggis wünscht EUCH ALLEN eine „Frohe Weihnacht“. Lasst Euch reich beschenken und verbringt eine gute Zeit.
Ein „Frohes Neues Jahr“ und eine sturzfreie Saison 2016. Auf das WIR uns auf irgendeiner „kurvenreichen Strecke“ in 2016 wiedersehen.

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5,- Euro in die Chauvi-Kasse

12 Samstag Dez 2015

Posted by flyinghaggis2015 in Sparte A

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Chauvinismus

Irgendwann ganz zu Beginn von „Flying Haggis“ habe ich auch meinen eigenen Fahrstil zu früheren Zeiten kritisch hinterfragt. Da war zu lesen, dass es heutzutage bei mir Kopfschütteln verursachen würde, aber zum „damaligen Zeitpunkt“ zum Empfinden Motorradfahren dazugehört hat.

Ihr wisst ja mittlerweile, dass Flying Haggis eine Zeit lang sein Unwesen im Großraum Köln / Bonn getrieben hat. Irgendwo verdient (oder erhält) man eben sein Geld damit man Essen und Motorradfahren kann. Aber am Wochenende da zieht es Flying Haggis natürlich wieder in heimatliche Gefilde. Schließlich muss man ja immer noch das „heimatliche Revier“ unsicher machen.

Es begab sich also an einem frühen (sehr frühen) Sommermorgen, dass sich euer werter Erzähler auf seiner D-Zug-Route in Richtung Trier aufmachte. Soll heißen Autobahn aus Bonn heraus und dann über die Kalenborner Höhe rein ins Ahrtal. Mein damaliges „Eisen“ eine Kawasaki GPZ 750, „die mit dem Mäusekino“ auf dem Tank, war zwischenzeitlich warmgefahren und harrte der Dinge die da jetzt kommen würden.
Jetzt muss ich noch anmerken, dass selbst zu schlimmsten Zeiten meine Geschwindigkeiten innerorts nur in Nuancen von der gesetzlichen Norm abwichen.

Infolgedessen war das, was jetzt kommen sollte, eine unmittelbar zu sühnende frevelhafte Handlung.

Da höre ich doch aus dem halb geöffnetem Visier „Geknatter“ und es kommt eine Suzuki RG 500 innerorts in Altenahr an mir vorbei. Auf dieser Kiste saß dann auch noch zu allem Überfluss ein „50 kg-Magermilchkribbel“, der sein Manöver nicht bis Ortsende abwarten konnte. Also gingen sämtliche Systeme bei Flying Haggis in den „Rächermodus“.

„Freundchen, auf einer meiner Heimstrecken – INNERORTS -, DAS wird bestraft mit einem Überholmanöver der besonderen Art und anschließender vernichtender Deklassierung!“

Also Altenahr wieder raus und durch Altenburg und alsdann den Hahn gespannt – was geht. Da stehen jetzt auf einigen der „runden Schilder komplett falsche Zahlen“. Zumindest kommunizieren sie in keinster Weise mit meinem Tacho. Die Häufung der folgenden verkehrsrechtlichen Verfehlungen hätte ausgereicht um die beiden beteiligten Protagonisten, über die nächste Reinkarnation hinaus, mit Führerscheinentzug zu belegen.
Die Reise geht die komplette B 257 entlang mit dem immer wiederkehrenden Szenario – vor der Kurve so lange stehen lassen wie es geht, um vorbeizukommen UND jedes Mal das gleiche Prozedere von dem „Magermilchkribbel“. DER letzte entscheidende Meter bleibt der Gaszug länger bei IHM offen und ich finde keinen Weg vorbei. Die Ortsdurchfahrten sind ja Tabuzone, schließlich bin ich ja auf „Rächermission“, wegen dieses frevelhaften Verhaltens.

Langsam beginne ich bereits damit MIR meine eigene Entschuldigung zusammenzubauen:

„Der ist ja auch leichter und die RG hat noch ein paar PS mehr!“

Aber DAS mit der Mehrleistung hatten meine GPZ und ich ja schon häufiger und nahmen es lediglich als sportliche Herausforderung und Randnotiz wahr, um es abschließend dann als „besondere Leistung“ zu buchen.

In Breidscheid setzt der „Magermilchkribbel“ den Blinker links zur bekannten Pommesbude → Zufahrt Nordschleife.

DEN muss ich mir jetzt genauer anschauen, also ebenfalls den Blinker links und raus auf den Parkplatz. Das Gerät aus Hamamatsu aufgebockt, Helm ab und jetzt folgt mein unverfänglicher Blick in Richtung RG.

Nur unwesentlich älter als ich und mit dunkelblondem Kurzhaarschnitt lächelt mich eine „junge Dame“ an:

„Das war jetzt eine nette Runde. Du fährst nicht schlecht. Vielleicht an der ein oder anderen Ecke etwas abgehackt. Ich bin Instruktorin und gebe hin und wieder auch auf dem Ring einen Kurs. Vielleicht hast Du ja mal Lust mitzumachen?“

Abgehackt, so, so! Während ich keinen Weg vorbei gefunden hatte, hatte die Frau Instruktorin noch Zeit meinen Fahrstil zu begutachten und war nach Lage der Dinge bei Weitem nicht am Limit.

In den kommenden Monaten und Jahren kam es bei Benzingesprächen mit meinen unterschiedlichen Kumpels noch häufiger zum Thema „Frauen und / oder auf Motorräder“. Dabei auch mit Stellungnahmen die in der Chauvinismus-Hitliste einen Podestplatz einnehmen würden.

Meine Antwort war dann immer:

„Wartet bis ihr MEINE auf der RG trefft! Falls IHR bis zum ENDE dranbleibt ist die Kombi nass. Hoffentlich dann nur vom Schweiß!“

Alles frei nach dem Motto:
Zeige immer und überall wie schnell Du bist – aber sei Dir gewiss – Irgendwo wartet EINER/EINE auf Dich, der/die noch schneller ist als Du!

 

Originale ODER die „besondere Spezies“ Motorradfahrer

27 Freitag Nov 2015

Posted by flyinghaggis2015 in Sparte A

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Originale

Irgendwie lebt unser „Motorradfahrerleben“ doch auch von seinen Originalen. Zumindest für meine „Vergangenheit“ hatten diese „Typen“ immer eine gewisse Rolle gespielt, weil allein ihr Auftritt bereits für Erheiterung beim Rest der „Gemeinde“ sorgte.

Zwei dieser „Spezialisten“ aus diesem erweiterten „Bekanntenkreis“ hörten eigentlich auf den „Rufnamen Peter“. Allerdings nutzte niemand aus der Szene diese „Ausführung“ aus den Geburtsurkunden und Ausweispapieren. Den Ureinwohnern der Vereinigten Staaten nicht unähnlich waren diese beiden mit entsprechenden „Ergänzungen“ versehen, die ihren „Allerweltvornamen“ zu einem absoluten Unikat machten.

Da war zum einen im Bereich Trier unser „Kippen-Pit“. Unbedarfte Leser könnten jetzt zunächst assoziieren, dass dieser „Kriegsname“ von einem etwas maßlosen Konsum von Tabakwaren herrühren könnte. Dem ist nicht so – die „Namensdeutung“ ist doch etwas komplexer. Unser „Kippen-Pit“ war lange Zeit im Besitz einer Mülldeponie in der Nähe von Trier, bevor diese dann ins kommunale Eigentum wechselte. Mülldeponie = Müllkippe ergo, da Müllkippen-Pit zu lang → „Kippen-Pit“.

Unser „Kippen-Pit“ war im Großraum Trier mit seiner „BMW R 90 S“ unterwegs. Die 90 S war das Spitzenprodukt der Strich 6er Baureihe und im Grunde genommen mit ihren 67 PS der „Urahne“ der „bayerischen Superbikes“. Natürlich in dem berühmten „Daytona-Orange“.

Ich habe in all den Jahren unseren „Kippen-Pit“ niemals in einem den „Sicherheitsansprüchen“ konformen Motorraddress gesehen. Im Sommer begegnete er einem im „Stadtbetrieb“ meistens mit offenem, kurzärmligem Hemd und Shorts. Seinen Jethelm hatte er ebenfalls so gut wie nie mit dem Kinnriemen geschlossen, weil dies „im Stadtbetrieb“ seiner Meinung nach überflüssig war.

„Ich fall´ doch nitt auf die Fress`!“

Gekannt (zumindest vom Sehen) hatte IHN im Großraum Trier so ziemlich JEDER/JEDE. Das lag auch an seinem unverkennbaren Erscheinungsbild. Langer graumelierter Bart – es sah auf den ersten Blick aus, als ob der bekannteste Sohn der Stadt Trier, Karl Marx, auf einer BMW R 90 S unterwegs ist. Der Ur-Trierer an sich ist etwas rustikal im verbalen Umgang miteinander, was bei dem einen oder anderen Gast unserer Stadt auf Unverständnis stößt oder zumindest zu ungläubigem Kopfschütteln führen kann.

So kam es mehr als einmal vor, dass unser „Kippen-Pit“ an einem unserer „Sommer-Treffs“ mit seiner Gummikuh erschien und uns mit breitem Grinsen fröhlich mit

„Tach ihr Arschlöcher!“

begrüßte. Dies war keineswegs despektierlich oder in irgendeiner Form als Beleidigung für die Anwesenden zu werten. Es war eher eine „moselfränkische Zusammenfassung“ für: Hallo Jungs, wie geht es Euch? Insofern erntete unser „Kippen-Pit“ auch meistens Gelächter oder die mehrstimmige Info: „Alles klar Pit!“ Dies führte dann meistenteils zu noch mehr befremdlichem Kopfschütteln bei „auswärtigen Fremdlingen“.

Originale gibt oder gab es aber nicht nur in Trier. Eine lange Zeit trieb sich der Schreiber dieser Zeilen auch im Großraum Köln / Bonn herum. Der absolute Motorrad-Szene-Treff war dort immer der „Köln-Bonner-Verteiler“. Für nicht Ortskundige – das war der Verteilerkreis den man am Ende der A 555 befuhr um über den Militärring in Köln „einzufallen“. Hier war nicht nur eine „Tanke“, sondern auch immer eine Gaststätte mit wechselnden Besitzern und der Möglichkeit der „kundigen Menge“ vor Ort die Maschinen zu präsentieren.

Allein schon die „Köllsche Mundart“ war bei mir immer für ein Schmunzeln gut. Selbst reine Sachvorträge erreichten bei diesem Dialekt bereits den Status einer exzellenten Büttenrede im Karneval. Hier traf sich also ALLES aus dem Großraum in und um Köln um „Benzingespräche“ zu halten ODER aber schnell noch gemeinsam und immer wieder in unterschiedlicher Zusammensetzung, die ein oder andere „zügige“ abendliche Tour in Angriff zu nehmen. Das ging vom „Bergischen“ über das Siebengebirge und den Rhein bis hin zum „Ring“.

Und hier war dann unser „anderer Peter“. Bei seinem erstmaligen Erscheinen bei einer meiner ersten Touren zum „Verteiler“ rieb ich mir etwas verstört die Augen ob des merkwürdigen Anblicks. Da tauchte EINER mit seinem Motorrad und „Lederkluft“ auf und hatte über die Lederhose eine „RADFAHRHOSE“ gezogen. Auf Nachfrage bei meinen Bekannten wer oder was DAS denn sei kam die Antwort

„Eiih, datt iss däh Prostata-Pitter!“

Die Antwort ließ keinerlei weitere Nachfrage zu, weil SIE in einem derartigen Tonfall erfolgte, als ob man gerade nach dem Namen der „komischen Kirche“ weit im Hintergrund gefragt hätte.

„Prostata-Pitter“ zelebrierte seine „Auftritte“. Ob er dabei wirklich an besagtem „körperlichen Gebrechen“ litt, welches er jedem/jeder erzählte OB man es hören wollte oder nicht, blieb im „Dunkel der Geschichte und Geschichtchen“ verborgen. Denn ob die Radfahrhose tatsächlich einen positiven Beitrag zu seiner „angeschlagenen Vorsteherdrüse“ beitragen konnte wage ich eher zu bezweifeln. Aber – der Glaube versetzt bekanntlich Berge.

Meistens begannen die Geschichten mit der Einleitung

„Hür ens Jung“

und dann erfolgte der „Sachvortrag“ warum und weshalb er z. B. diese „Botz“ über seine Lederhose gezogen hat.

Das sicherlich einige seiner Anekdoten dem Bereich „Märchen und Heldensagen“ zuzuordnen sind ist dabei im Grunde genommen zu vernachlässigen. Alles war irgendwie hörenswert und seine Zuhörerschaft hatte Tränen vor Lachen in den Augen. Es war die Kölsche Motorradfahrervariante der Geschichten aus 1.000 und einer Nacht mit Prinzessin Sheherazade. Nur statt der schönen Prinzessin eben mit „Prostata-Pitter“ und seiner Radfahrhose – also „etwas“ weniger Romantik und stattdessen „rustikales Volkstheater“.

„Prostata-Pitter“ fuhr eine Honda VF 1100 C. Richtig Leute, wir bewegen uns in grauer Vorzeit, den 80ern, als die Japaner noch dachten einen Chopper kreiert man indem einfach ein höherer Lenker und eine abgestufte Sitzbank auf eine Straßenmaschine montiert wird. Diese 1100er C hatte einen Motor im Rahmen stecken, der in seinen Ursprüngen aus einem „Sportler“ kam und seine Gene auch nicht verleugnen konnte. Also von choppermäßiger Fortbewegung wollte der Motor eigentlich nichts wissen.

Eines Abends erschien unser „Pitter“ komplett aufgelöst am Verteiler. Mit gehetztem Blick stieg er von seiner Honda und kam zu uns gestapft, immer wieder in die Richtung seiner „Anfahrt“ blickend. Also war natürlich eine mitfühlende Frage auf Grund der Szenerie logisch:

„Pitter, watt iss. Hast`e Harndrang?“

Nach erneutem „subversivem“ Blick nach hinten folgte die Antwort:

„Hür ens Jungs. De Schmier hat hinnen am Ring en Radarkontroll` gemäht. Wenn die kommen. Ich sinn` en halwe Stunn schon do!“

Merkliches Gemurmel in der Gruppe und dann die nächste Frage:

„Ja Pitter. Hann` se dich dann überhaupt geknipst?“

Jetzt richtet sich unser „Prostata-Pitter“ zur vollen Größe auf und antwortet triumphierend:

„Jo. Awer ich hann` enn Wheelie gemäht. Die hann` höchstens de Ölwann` und de Krümmer druff!“

Tosendes Gelächter am Platze. Das Problem an seinen „Geschichtchen“ war einfach, dass ER durchaus für den ein oder anderen „Kracher dieser Art“ gut gewesen war und man nie richtig abschätzen konnte – wann hat unser „Prostata-Pitter“ tatsächlich die Wahrheit gesagt und wann ist IHM bei seinen Erzählungen die Phantasie etwas zu sehr durchgegangen.

Kurzweilig war jeder Abend mit ihm und ich möchte die Momente nicht missen.

Wie sehen „eure Originale“ aus und WO habt ihr sie kennengelernt?

Jochen „the Voice“ Luck ODER „90“ Jahre geballter Motorsport!

31 Freitag Jul 2015

Posted by flyinghaggis2015 in Sparte A

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Jochen "the Voice" Luck, legendärer Streckensprecher

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Welcher Film oder Filmtitel würde unserem heutigen „Hauptdarsteller“ eigentlich gerecht werden?

Schwer zu sagen, denn im Zeitfenster seines Lebens flimmerte so einiges über die Leinwände, was sicherlich passen könnte. Hört man die Stimme ist man an Lee Marvin und sein „Wandering Star“ erinnert. Das könnte jetzt passen der „unstete Stern“ der immer noch auf Wanderschaft ist. Die Wanderschaft die ihn immer noch auf die Rennstrecken Europas führt.

Unser „Wandering Star“ wird am 23. September 2015 90 Jahre alt. Bei diesem Alter denkt der „unwissende Leser“ an Pflegestufe und/oder seniorengerechtes Wohnen. Ich schaue auf mein „Gegenüber“ und das will jetzt Alles nicht zusammen passen. DER Mann wird 90 Jahre alt? Da hat jemand im Vorgriff schlecht recherchiert.

Richtig recherchiert Leute und hier könnt ihr sehen, dass Motorradfahren und ALLES Drumherum jung und vital hält. So vital, dass der „junge Mann“ mir gegenüber auch mit seinen jetzt fast 90 Lenzen immer noch seine BMW GS, die Richard Schalber feingetunt hat, durch die Kasseler Berge treibt.

Jochen „the Voice“ Luck sitzt mir gegenüber und ich will die Gelegenheit nutzen hier, im schönen Ambiente des Hotels „Alte Mühle“ in Chemnitz, unweit des Sachsenrings und dem diesjährigen Großen Preis von Deutschland, einige Fragen an den legendären Streckensprecher zu stellen:

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Herr Luck, wenn meine Nachforschungen stimmen, dann haben Sie in ihrer Zeit als Streckensprecher zwischen 1949 und 1987 ca. 500 Veranstaltungen moderiert und kommentiert. Davon -36- Motorrad-GP`s und -21- Formel 1 Rennen. Ihr Debüt gaben sie meines Wissens beim ersten Kasseler Sandbahn-rennen 1949 im Auestadion. Da waren Sie aber auch noch selbst als Fahrer aktiv. Ich frage jetzt nicht danach wer für Sie der beste Fahrer in all diesen Jahren gewesen ist, weil dies sicherlich nicht so leicht zu beantworten wäre. Schließlich hat jede Zeit ihre „Helden“ und das Material und die Konkurrenten sind oftmals nicht vergleichbar. Die Frage geht in eine andere Richtung: WER hat SIE menschlich am meisten beeindruckt in all der Zeit?

Jochen Luck nimmt sich etwas Zeit mit der Antwort. Da sind einige in der Erinnerung, die jetzt wahrscheinlich einen Platz oder eine Erwähnung verdient hätten. Aber dann sprudelt es heraus und es sind auch Namen dabei, die man nicht erwartet hätte.

J.L.: Bei den Autos wären da der Graf Berghe von Trips zu erwähnen und Jochen Maas. Bei den Motorrädern natürlich der Toni Mang, Dieter Braun, der Gustav Reiner und Luigi Taveri.

Der Graf Berghe von Trips war natürlich in der Öffentlichkeit der „Herrenfahrer“ mit seinem Adelstitel, aber in natura hatte der Mann keinerlei Allüren und war sehr menschlich. Humorvoll war er auch der Berghe von Trips. Der tauchte zum Interview auch mal mit einer Pudelmütze auf dem Kopf auf.

Der Jochen Maas war auch ein feiner Kerl. Der konnte nicht nur fahren, sondern hatte auch Ahnung von der Technik und wie man sie in Erfolg umsetzt. UND er hatte die Gabe diese Dinge auch erklären zu können. Er hat mir oft in Gesprächen die aktuelle Technik der Fahrzeuge dargelegt.

Bei den Motorradfahrern hat mich wirklich der Dieter Braun beeindruckt. Der war Profirennfahrer von Beruf und in Berufung. Der Dieter Braun ist sehr häufig auch an den Start gegangen obwohl er verletzt war und ohne Rücksicht auf seine Gesundheit. Er musste ja irgendwie auch Geld nach Hause bringen.

Der Gustav Reiner war einfach ein sympathischer Typ mit einer gesunden Brise Humor. Meine Frau ist ja mit ihren Karteikarten immer durchs Fahrerlager marschiert und hat die persönlichen Daten, sowie Hobbys, Beruf usw. der Fahrer aufgeschrieben. Der Gustav Reiner hat dann als Beruf angegeben „Grabsteinsetzer“.

Der Luigi Taveri ist auch ein ganz feiner Mensch und hat den Schalk im Nacken. Am Hockenheimring hatte er mit seinen Mechanikern einmal seine Werkshonda mit den üblichen Gasstößen warmlaufen lassen. Da kam ein Journalist der Heilbronner Nachrichten rein und der hatte gar keine Ahnung von Motorsport. Auf seine Frage: Warum machen Sie das denn, hatte der Luigi Taveri in seinem Schweitzerdeutsch geantwortet: „Wir schlagen das Benzin schaumig. Wir brauchen Schaum, jede Menge Schaum!“

Der Toni Mang war schlichtweg gesagt ein „Typ“. Nicht so der „Kumpel“ aber das was man als Typ bezeichnet.

Herr Luck, auch in der Formel 1 waren Sie als Streckensprecher aktiv und können Vergleiche zur Rennszene im Motorradbereich ziehen. Wenn man aktuell die Formel 1 betrachtet, dann hat man als „neutraler Zuschauer“ das Gefühl, dass die Fahrzeuge die „Gewinner“ machen und nicht die Fahrer. Wie sieht aus Ihrer Sicht der Vergleich in der Grand Prix Szene der Motorräder aus? Sind die Fahrer hier der entscheidende Faktor im Bezug auf Podestplatz oder geschlagenes Feld oder ist es die Maschine?

J. L.: Wenn man die Geschichte gegenüberstellt, sagen wir einmal Fangio 1957 auf Maserati und 2015 einen Rosberg auf Mercedes, dann sieht man klar den Wandel in der Formel 1. Der Fangio, der hatte keinen Funk an Bord und kaum Technik am und im Fahrzeug. DAS war eine Fahrer-Weltmeisterschaft. Heute ist das eine Team-WM und der Fahrer in der Formel 1 ist nur ein Teil des Ganzen aber nicht entscheidend. Der Fahrer bekommt von seinem Team und dem Teamchef auch in Sachen Renntaktik so gut wie Alles vorgeschrieben.

Bei der Motorradweltmeisterschaft gibt es zum Glück noch keinen Funk zwischen Team und Fahrer. Die Maschine hat zwar Transponder an Bord und der Chefmechaniker kann seinem Fahrer detailgetreu sein „Fehlverhalten“ aufzeigen. In der Art: Vor Kurve 2 hast Du 5 Meter zu früh gebremst und das Gas am Kurvenausgang nur zu 80 % aufgezogen, aber alle elektronische Aufzeichnung ändert nichts daran, dass hier auf der Strecke der Fahrer entscheidend ist. Bei der Motorrad-WM ist der Fahrer der Weltmeister. 

In den 60er Jahren soll Mike „the Bike“ Hailwood einmal auf die Frage eines Journalisten im Bezug auf seine Reifen am Rennmotorrad gesagt haben: „Sie waren schwarz und rund!“ Ist der heutige Aufwand in der Rennszene aus ihrer Sicht zu groß – mit unterschiedlichem Aufbau der Pneus, sogar an den Reifenflanken links und rechts, je nach Layout der Rennstrecke?

J. L.: Stellen sie hier einmal die Zeiten gegenüber. Ich kann mich erinnern, dass der Geoff Duke auf seiner 500er Gilera am Nürburgring gewonnen hat. 200 km war die Gesamtdistanz und er hatte eine Zeit von 1 Stunde und 34 Minuten. Alles mit einem Reifen und einer Tankfüllung.

Heute stehen bei der Moto GP etwa 25 Fahrer am Start und jeder hat noch eine zweite Maschine in der Box stehen. Der aktuelle Reifenhersteller und Lieferant der Moto GP hat für DIE 2.000 Reifen an den Rennwochenenden parat stehen!

Was für ein Aufwand! ABER ohne diesen Aufwand und diese Entwicklung würden WIR auch keine 60 ° Schräglage sehen.

Herr Luck, Sie waren bereits in jungen Jahren ein exzellenter Eishockeyspieler. Wenn ich korrekt informiert bin, dann steht bei Ihnen ein A-Länderspiel der Junioren gegen Italien in Cortina d`Ampezzo zu Buche. Dann haben wir da noch ihre „ewige Passion“ das Motorrad. Wenn der Krieg Ihnen nicht ein Schnippchen geschlagen hätte, wie hätte ihre sportliche Wunschkarriere ausgesehen: Jochen Luck der Eishockey-nationalspieler oder Jochen Luck auf den Spuren von Schorsch Meyer?

J. L.: Ich denke wohl Eishockeyspieler. Aber so etwas wie eine Profikarriere im Sport war zu dieser Zeit undenkbar. Ich hatte zum Offiziersnachwuchs gezählt und war dort in der Sportförderung. Mein Vater wurde dann nach Prag versetzt und dort war an der Moldau das Eisstadion. Da begann eigentlich so richtig mein Weg zum Eishockey. Der dortige Cheftrainer war Professor an der Universität und hat mich dann in die Jugendnational-mannschaft gebracht. Das Problem war dann, dass bereits Krieg war. Die „einzige Mannschaft“ die noch gegen uns Deutsche gespielt hat war dann „unser Verbündeter“ Italien. Geplant oder angedacht war von mir eher die weitere berufliche Richtung als Sportoffizier. Also dann in dem Bereich der Sportausbildung der Rekruten, aber an eine Profikarriere heutiger Prägung war damals gar nicht zu denken.

Im Grunde genommen war das für einen jungen Mann in dieser Zeit wie ein Traum. Ich durfte als 15-Jähriger den Segelflugschein machen und hatte mit 16 Jahren meinen Motorradführerschein in der Tasche. Und der galt für alle Maschinen.

Herr Luck, Sie waren am Nürburgring 1976 bei dem schicksalhaften Formel 1 Rennen der Streckensprecher, als Niki Lauda so schwer verunglückte. Wie überrascht waren Sie, als Sie anlässlich der Hollywoodverfilmung des „Stoffes“(Rush – Alles für den Sieg mit Daniel Brühl als Niki Lauda und Chris Hemsworth als James Hunt) unter der Regie des Oscar-Preisträgers Ron Howard gebeten wurden, den Original-Kommentar nochmals für den Film aufzunehmen?

J. L.: Ich fühlte mich natürlich geehrt. Im Tonstudio hatte ich dann den kompletten Kommentar zum Rennen nochmals aufgenommen, beginnend mit der Begrüßung: Willkommen am Nürburgring usw. Das Übliche eben. Irgendwie hatte das dann am Ende dem Regisseur doch nicht so richtig gefallen und es blieb nur noch die Begrüßung übrig. Den Rest hatte dann der Helmut Zwickl (Anmerkung: freier Motorsportjournalist) gesprochen.

Bei einem anderen Film hatte ich aber den kompletten Part des „Streckensprechers“ übernehmen dürfen. Das war bei dem berühmten Rennfilm von Steve Mc Queen „Le Mans“ im Jahr 1970. Die Idee hinter „meinem Kommentar“ war die, dass die deutschsprachigen Kinobesucher die „Stimme“ hören sollten, die sie vom 1.000 km Rennen in Deutschland her kennen. Das war ein toller Film von dem Mc Queen. Der Mann hatte das bis in die Details klasse gemacht. Das ging ja in dem Film um die Konkurrenz zwischen Porsche und Ferrari in dem Rennen. Der Steve Mc Queen hatte da z. B. Schauspieler gefunden, die sahen dem Teamchef von GULF Porsche, dem John Wyer, und dem damaligen Teamchef von Ferrari Mauro Forghieri wirklich zum Verwechseln ähnlich. Der Mc Queen hatte ja auch nicht die tollen Kameras, die heutzutage auf den Moto GP Maschinen montiert sind, zur Verfügung. Die sind ja so klein, wie ein Kugelschreiber. Der Steve Mc Queen hatte bei den Rennaufnahmen Riesenkameras auf den Rennwagen montiert, die dann die Aufnahmen machten. Das war ein Wahnsinnsaufwand.

Herr Luck, gemeinhin sagt man gerne, dass zu jedem starken Mann auch eine starke Frau gehört! Wenn man Sie und ihre Frau Hildegard hier an der Strecke beobachtet und auch alte Fotoaufnahmen von Ihnen beiden sieht, dann hat man das Gefühl, dass dieser „Spruch“ selten besser auf jemanden gepasst hat. Das ALLES wirkt auf den neutralen Betrachter nicht nur wie ein Ehepaar, sondern auch wie ein richtig gut aufeinander eingespieltes Team. Wäre der „Streckensprecher Jochen Luck“ in der Form wie wir Ihn kennen auch OHNE das Team Jochen UND Hildegard Luck vorstellbar gewesen?

J. L.: Ohne meine Frau? Undenkbar! Ohne meine Frau hätte es den Streckensprecher Jochen Luck nicht gegeben. Da hatte ich ganz schön Glück. Sie war es doch die durchs Fahrerlager gelaufen ist und die „Karteikarten“ ausgefüllt hat, bzw. hat ausfüllen lassen. Da stand dann alles Wissenswerte drauf, was in meine Kommentare mit eingeflossen ist.

Meine Frau war ja eher künstlerisch und musisch orientiert. Sie spricht auch ganz gut italienisch.

Da habe ich noch eine schöne Geschichte. Meine Frau ist beim Großen Preis von Deutschland 1957 am Nürburgring auf ihrer obligatorischen Runde in der Box von Fangio bei Maserati gewesen. Da ging dann plötzlich das Rolltor hinunter und der Rennleiter von Maserati gab seine Instruktionen ans Team und den Fahrer. Meine Frau in der hinteren Ecke der Box, aber es wusste ja niemand, dass Sie gut italienisch kann. Also geht der Rennleiter ins „Eingemachte“ und erklärt, dass Sie (Maserati) über die Renndistanz Probleme mit den Reifen haben. Das Fahrzeug war vollgetankt einfach zu schwer. Also wurde die Strategie festgelegt: Tank nur zur Hälfte füllen und dann beizeiten einen Tankstopp einlegen. Meine Frau gab mir jetzt natürlich diese Information weiter und nach der 10. oder 11. Runde, als Fangio bereits 40 Sekunden Vorsprung hatte ließ ich den Kommentar ab: „Fangio mit seinem Maserati hat jetzt 40 Sekunden Vorsprung vor seinem Verfolger. Die braucht er aber auch, weil er bald zu einem Tankstopp an die Box kommen muss!“

Kaum ausgesprochen rief mich komplett aufgelöst der Pressechef eines großen Automobilclubs übers Telefon an:

„Was erzählen Sie denn da für einen Mist. Warum sollte der denn an die Box kommen müssen? Wie kann man denn so etwas bringen?“

Ich hatte ihm dann nur erwidert, dass ich unmittelbar die Sprecherkabine „für IHN“ räumen würde und er weitermachen kann, wenn ich im Unrecht wäre. In der nächsten Runde kam Fangio an die Box gefahren. Der besagte Pressechef hatte sich sogar noch an dem Abend bei mir für seinen „Auftritt“ entschuldigt.

Urlaub fand bei UNS dann immer im November statt. Da war die Rennsaison gelaufen und WIR konnten gemeinsam schöne Reisen auch in Übersee antreten.

Ich habe Glück gehabt mit meiner Frau und wir sind wirklich ein gutes Team.

Wie war das noch zu Beginn? Welcher Film oder welcher Filmtitel würde unserem heutigen „Hauptdarsteller“ gerecht werden? Natürlich ein Film über Rennsport – was denn auch sonst! Und wenn er nicht der Hauptdarsteller, sondern der Regisseur wäre, dann gäbe es eine mehrteilige Serie, denn ein Film wird seinem Wissen und der Szenekenntnis nicht gerecht. So was in der Art:

Jochen Luck – ein Leben im Renntempo!

Helfer bitte Startplatz räumen, denn DIE braucht der Mann nicht.

SAM_1611_KL

Flying Haggis wünscht unserem Jubilaren bereits heute alles Gute zum 90. Geburtstag! Auf das noch viele folgen mögen. Die nächste „0“ feiern wir auf einer Norton Manx mit der Start-Nr. 100!

Eviva España oder Führerlos tut selten gut

08 Freitag Mai 2015

Posted by flyinghaggis2015 in Sparte A

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1987 hatten wir mit unserer Clique den Entschluss gefasst, dass ein Urlaub mit den Motorrädern in Spanien keine schlechte Idee wäre.

Ein entsprechender Urlaubsort unterhalb von Alicante war schnell gefunden und so nahm der Trip zügig Gestalt an. Die 1.760 km sollten auf zwei Tage verteilt kein Problem darstellen und so wurde vereinbart: Am ersten Tag ohne festes Ziel soweit es geht und am zweiten Tag gemütlich die restliche Wegstrecke zu unserem Urlaubsort.

Ich war als Scout eingeteilt mit meiner knapp fünf Monate alten CBR 600 und hatte mir eine Ortsliste mit Autobahnen auf den Tank geklebt die es in der Folge dann anzusteuern galt. Abgesehen von einem kleinen Fauxpas, der uns in fröhlicher Urlaubslaune aber nicht großartig störte, verlief auch alles nach Plan.

Ich war bei diesem Malheur etwas zu sehr ins Studium meiner Etappenliste vertieft, so dass ich in Höhe von Barcelona die Abfahrt in Richtung Tarragona verpasste. Ergebnis war, dass im Anschluss vier Maschinen im Formationsflug durch den Feierabendverkehr von Barcelona brummten. Schnell an den südlän-dischen Fahrstil gewöhnt und angepasst empfanden wir auf unseren Motor-rädern die Episode eher als nette Auflockerung zur eintönigen Autobahnfahrerei, denn als Stressfaktor in der Urlaubsanfahrt.

Das „Barcelona-Zwischenspiel“ soll aber später noch eine Rolle spielen.

Die zwei Wochen Urlaub vergingen wie im Flug und wir hatten wirklich einen schönen Aufenthalt. Es näherte sich unser Urlaubsende und die Heimreise, welche wir wieder in einer 2-Tagesetappe angehen wollten. Jetzt nahm das Drama seinen unverhofften Verlauf.

Wie fast immer, wenn mehr als zwei Motorradfahrer bei einer Tour zusammen sind, ist auch eine „Schlafmütze“ dabei. Alle haben die Maschinen getankt, bis auf EINEN und der bleibt auf dem Weg zur Tankstelle auch noch wegen Spritmangel liegen. Ergo, der Schreiber dieser Zeilen hilft aus, was im konkreten Fall heißt eine Plastikflasche mit etwas Benzin gefüllt und an den „ungewollten Parkplatz“ verbracht. Da ich sicher gehen wollte, dass jetzt auch wirklich alles klappt fuhr ich noch mit zur Tankstelle, die an der vielbefahrenen Nationalstraße in Richtung Alicante lag und positionierte mich etwas versetzt vor unsere „Schlafmütze“.

Wie bereits erwähnt „vielbefahren“ und einem Hupkonzert in Spanien schenkt man auch nicht sofort die Aufmerksamkeit wie in Deutschland, weil Hupen in Spanien eher den Hinweis darstellt: „Hallo hier bin ich!“ Dieses Hupkonzert das an mein Ohr drang war aber irgendwie anders. Also Blickwendung in die Richtung des Krawalls und einen PKW ausgemacht, der quer über die Nationalstraße auf dem Weg zur Tankstelle ist.

Erster Gedanke: „WARUM fährt der Trottel jetzt ausgerechnet an die Zapfsäule an der ICH stehe? Es sind doch alle anderen frei!“

Den Gedanken noch nicht ganz zu Ende gebracht wird mir schlagartig im Bezug auf „Trottel“ klar:

„In dem Auto sitzt NIEMAND!“

Nur noch Sekundenbruchteile Zeit – der Motor ist aus, Maschine ist im Leerlauf. Also schnell mit den Füssen nach vorne „gepaddelt“ in der Manier eines Renn-rodlers am Start. Keine Chance mehr – links im Heck trifft mich der führerlose PKW und ich kippe mit meiner „schönen CBR“ um.

Das kann nur mir passieren: Umgefahren von einem herrenlosen Auto!

Resultat die rechte Verkleidungsseite und das rechte Heckteil sehen aus als ob sie Bekanntschaft mit einem Winkelschleifer gemacht haben, ausgestattet mit Schruppscheibe. Allein der Anblick reicht bereits aus mich in den „roten Bereich drehen“ zu lassen. Der weitere Werdegang trägt nicht dazu bei, dass sich mein Gemütszustand gravierend verbessert.

Der „Fahrzeughalter“ des PKW erscheint auf der „Theaterbühne“. Er war bereits auf der Suche nach seinem Auto, das er zuvor an einer Schreinerei abgestellt hatte. Abgestellt bedeutet in diesem Fall: Leerlauf, keine Handbremse angezogen und darauf gehofft das das Gesetz der Trägheit der Masse seine Karre am Platz hält. Dass sein Wagen einen Schaden verursacht hat interessiert ihn nicht wirklich, schließlich ist er ja nicht gefahren! Also Polizei hinzugerufen in der Hoffnung – die Uniformierten werden DAS jetzt schon regeln! Jetzt erscheint die Policia Municipial bzw. local (die spanische Stadtpolizei) auf unserer „Freilichtbühne“. Ich kann mich bei all meinen Reisen ins Ausland nicht erinnern noch unmotiviertere Polizisten gesehen zu haben und kann für Spanien nur hoffen, dass diese Herren eine Ausnahmeerscheinung dargestellt haben.

Da jetzt eine Unterart der babylonischen Sprachverwirrung eintritt, soll heißen plötzlich spricht oder versteht keiner der anwesenden Spanier englisch, rufen wir eine „deutsche Dolmetscherin“ herbei. Glücklicherweise war uns bei unserem zweiwöchigen Aufenthalt ihr Werbeschild mehrfach aufgefallen. Die nette Frau organisiert jetzt alles Erforderliche, sehr zum Verdruss der komplett sedierten uniformierten Laientruppe, die jetzt den Sachverhalt doch letztendlich aufnehmen muss. Allerdings ist die Geschichte für mich noch mit einem gewissen „Aufwand“ verbunden. Wir haben zwischenzeitlich Freitag Abend und die von Seiten meiner Rechtschutzversicherung erforderliche Abtrittserklärung an einen spanischen Rechtsanwalt muss notariell beglaubigt werden. Das funktioniert, Dank der Dolmetscherin, dann am folgenden Samstag.

Zwischenzeitlich haben sich unsere beiden Pärchen mit ihren Maschinen auf den Heimweg nach Deutschland gemacht. Mein Freund Peter will mich nicht alleine auf den weiten Rückweg lassen und harrt in Seelenruhe auf meine Rückkehr in unserem Urlaubsdomizil.

Der Besuch bei der spanischen Rechtsanwältin ist dann auch noch für eine Anekdote gut. Nach der Übersetzung durch „meine Dolmetscherin“ bricht die Rechtsanwältin in Gelächter aus und redet im Anschluss, sichtlich amüsiert, auf meine Übersetzerin ein. Wie sich dann herausstellt war meine Geschichte nicht allein der Grund ihrer Heiterkeit. Tags zuvor traf eine „deutscher Tourist“ aus Berlin bei ihr ein. Der PKW Fahrer hatte in Höhe Tarragona eine „Erscheinung“. In Tarragona findet wohl alljährlich eine ähnliche Veranstaltung statt wie in Pamplona und man treibt Stiere, die im Anschluss in der Arena ihren großen Auftritt haben, in Richtung der Arena. Einer der schweren vierbeinigen Jungs hatte wohl überhaupt kein Interesse an seinem finalen Auftritt in der Stierkampfarena und schlug stattdessen den Weg in Richtung Autobahn ein. Hier traf er dann auf den PKW mit der Familie aus Berlin. Der Fahrer hatte wohl Probleme das Bild, welches sich ihm darbot, zügig geistig zu erfassen. Infolge der langen Autofahrt dachte er wohl statt „weißen Elefanten“ sind es in Spanien bei Übermüdung eben „Stiere“. Das die Interpretation falsch war hatte er dann unmittelbar bei Kontakt mit den 1.000 kg Frischfleisch gemerkt, aber eben etwas zu spät. Lakonischer Kommentar meiner Rechtsanwältin:

„Ist wohl eine schlechte Zeit für deutsche Touristen momentan!“

Samstag Abend gegen 20:30 Uhr ist dann alles vollbracht und WIR verabschieden uns von der mehr als hilfsbereiten Dolmetscherin. Die Frage OB wir uns jetzt WIRKLICH noch auf den Weg machen musste ich bestätigen, weil am kommenden Montag bereits ein dringender beruflicher Termin auf mich wartete, den ich nicht verschieben konnte.

Also auf nach Deutschland. Noch kurz besprochen, dass wir irgendwo auf einer Raststätte ein Schläfchen halten, wenn uns die Müdigkeit übermannen sollte und los geht es. Da wir in die Nachtstunden hineinfuhren und deshalb nicht mit allzu vielen Geschwindigkeitskontrollen rechneten, einigen wir uns darauf „etwas über Limit“ loszufahren.

Da war doch was mit Barcelona?

Bereits ca. 500 km auf dem Buckel und die Schilder Barcelona größer werdend erinnere ich mich an den Fauxpas von der Hinfahrt. Jetzt nur nicht wieder die „Stadtrundfahrt“ machen, das hält zeitlich zu sehr auf. Da, ein Streckenabschnitt hell erleuchtet, das muss dieses Autobahnkreuz sein, also nichts wie runter, nur nicht wieder in die Stadt Barcelona rein, dann ist unser „schöner Schnitt“ dahin.

Mit 150 km/h auf der „Uhr“ geht es mit Schwung durch eine Autobahntankstelle. Der Adrenalinschub den ich bekomme hätte ausgereicht um Tutenchamun wiederzubeleben. Bei dem nächsten Tankstopp lachen wir schon wieder beide über die Szene und Peter sagt, dass die Angestellten in der Tankstelle ganz komisch geguckt haben. Wen wundert`s.

Wir „optimieren“ jetzt unseren „Parallelflug“ dergestalt, dass wechselweise einer an den Maut- oder Tankstellen stehen bleibt und bezahlt. Der andere fährt „langsamer“ weiter bis aufgeschlossen wird und dann geht es im Marschtempo weiter. Bei Lyon gönnen wir uns einen Kaffee und etwas, das entfernte Ähnlichkeit mit einem belegten Sandwich aufweist. Drei Tage zuvor hätte dieses Produkt sicherlich einen Hauch von Frische versprüht. Nach dem zweifelhaften Genuss geht es in der erprobten Manier weiter in Richtung Heimat.

Sonntag 12:45 Uhr rollen wir zu Hause in Trier ein. Immer noch aufgekratzt von der Tour und kein bisschen müde. 1.760 km in -16- Stunden. Meinen beruflichen Termin habe ich locker einhalten können. Störend war nur das „Rauschen“, welches ich ca. eine Woche auf den Ohren hatte. Mein Helm war wohl in Sachen Geräuschentwicklung nicht auf eine -16- Stunden-Tour ausgelegt.

Übrigens „mein Geld“ (das Versicherungsgutachten belief sich auf knapp über 2.000,- DM) habe ich tatsächlich noch erhalten. 1994 im Herbst war es soweit, nachdem die gegnerische Versicherung sämtliche Instanzen bestritten hatte und überall negativ beschieden wurde.

Zu diesem Zeitpunkt war die CBR lange „Geschichte“ und selbst ihre Nach-folgerin aus Nippon, eine „750er Suzie“ hatte bereits einen neuen Besitzer.

Die Moral von der Geschichte: Hüte Dich vor „herrenlosen Autos“ und warte an der Tankstelle mit „laufendem Motor und eingelegtem Gang“.

Regenfahrten!?

06 Freitag Mär 2015

Posted by flyinghaggis2015 in Sparte A

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It`s raining cats and dogs

Was haltet Ihr denn so von Touren durch den strömenden Regen? Nicht gut? Ganz ehrlich gesagt kann ich mir auch schöneres auf dem Motorrad vorstellen, als eine Fahrt durch den Regen mit all den Unzulänglichkeiten die unser „Lieblingsgerät“ so mit sich bringt.

Eine dieser Regenfahrten ist mir aber ganz besonders im Gedächtnis geblieben und ich denke, dass es fast ALLEN unter uns so geht, dass es EINE dieser Wahnsinnstouren durch den „Batsch“ gibt, die wir einfach nie vergessen werden.

Als „Aufmacher“ der Blog-Seite habe ich bereits meine Affinität zur Isle of Man beschrieben und meine unvergessliche „Regenfahrt“ hat unmittelbar mit der ersten Tour zur Man zu tun.

An sich hatten wir Ende Mai 1984 unseren Ausflug zur TT zu dritt geplant, aber kurz vor Fahrtantritt sprang unsere Nr. 3 ab. So machten sich mein Kumpel Klaus und ich eben als Duo auf den Weg. Da zu diesem Zeitpunkt noch keine Rede vom Eurotunnel war, suchten wir nach einem alternativen „zügigen“ Weg. Dergestalt wurden wir bei der Hovercraft, also den Luftkissenbooten fündig, die eine Kanalpassage von Calais nach Dover in einer Stunde realisierten.

Auf nach Calais. Problem war, in Trier bei der Abfahrt hatte „Irgendjemand“ die Himmelsschleusen geöffnet und es sah auch nicht danach aus, dass sich daran zeitnah etwas ändert. Also begann die Tour sofort bei „englischem Wetter“ und -2- Mann mit vollbepacktem „Gerät“ machten sich auf den Weg gen England.

Unterwegs in Luxemburg und Belgien musste der Schreiber dieser Zeilen mehrfach anhalten um unseren eingeschlagenen Weg auf der Karte zu kontrollieren. Leider war das während der Fahrt, wie ansonsten praktiziert, nicht möglich, weil das Sichtfenster meines Harro Elefantenboy vor den Regenmassen kapituliert hatte und derart angelaufen war, dass darunter nichts mehr zu erkennen war.

Der jetzt folgende Hinweis, dass ich entgegen meiner sonstigen Praxis diesmal die Karte im Vorgriff nicht laminiert hatte, wird wahrscheinlich schon beim Leser zur Erkenntnis führen, was jetzt folgt. Beim dritten Halt war meine Karte kurz vor der Veränderung des Aggregatzustandes und nur mit viel Wohlwollen noch als Karte zu identifizieren. Dies resultierte aus dem permanenten „nassen“ rein und raus aus dem Kartenfach meines Tankrucksacks.

Da es mir in jungen Jahren noch mehr an emotionaler Ausgeglichenheit als heute fehlte, landete der „nasse Klumpen Papier“ unter Verwünschungen (und Hinweisen auf die eigene „Dummheit“ → siehe Laminieren) im Graben einer belgischen Nationalstraße.

Also weiter nach Calais ohne topografische Hilfsmittel, schließlich hatten wir unser Date mit dem Luftkissenboot. Im Hinterkopf ständig diese Gedanken, wenn das hier schon derart mies ist, wie sieht denn dann erst das Wetter auf der nicht gerade sonnenverwöhnten englischen Insel aus!

Nach Stunden ohne einen einzigen trockenen Kilometer am Hafen angekommen war mein erster Weg zu einem „netten Herrn“ des dortigen Hafenpersonals, um die „Wetterlage“ auf der „anderen Seite“ zu checken. Seine Antwort: „Dover sonnig und trocken“ wertete ich zunächst als Märchen und Heldensagen unter der Rubrik: Der will uns nicht komplett demoralisieren!

Was soll ich sagen? Der Mann hatte uns tatsächlich nicht belogen und unsere Weiterfahrt bis nach London erfolgte auf trockener Strecke und mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Zeltplatz gesucht – unter Mithilfe eines netten englischen Motorradfahrers, der uns eine kostenfreie Stelle in Greenwich zeigte und am nächsten Morgen schnell die „Touristenrunde“ durch das morgendliche London mit den erforderlichen Fotos für das Poesiealbum (natürlich alle Fotos vom Motorrad aus, denn wir hatten es eilig).

Unser Termin in Liverpool wartete in Form einer „vorgebuchten Fähre“ nach Douglas. Zwischenzeitlich hatte der Typ vom Tag zuvor, der mit den Himmelsschleusen, England erreicht und auch hier alle Luken geöffnet. Ergeben in unser nasses Schicksal und in Vorfreude auf das Mekka aller Motorradfahrer/-innen also weiter Kurs Liverpool. Was sollte jetzt noch schlimmer kommen?

Schon mal von Murphy`s Gesetz gehört? Genau, schlimmer geht immer und was schief gehen kann, geht auch schief. Zumindest ansatzweise.

Irgendwo in Höhe Birmingham machten wir eine Tankpause und trafen eine Gruppe Motorradfahrer aus Hannover, die uns im weiteren Verlauf unserer Tour und auf der Man begleiteten. Warum erzähle ich das? Die Jungs aus Hannover hatten Neuigkeiten für uns, weil sie gerade die Nachrichten im Radio verfolgt hatte. Fährstreik in Liverpool – nichts geht mehr. Die Hafenarbeiter der Steam Packet (Fährreederei) hatten den Bogen raus gute Termine zu finden, um ihren Anliegen die entsprechende Durchsetzungskraft zu verleihen. Weiterfahrt also mit dem mulmigen Gefühl – wie geht es ab Hafen Liverpool weiter?

Weiter ging es zunächst noch gar nicht und auch im Anschluss nur mit recht kurzen Intervallen. Einer der Jungs aus Hannover fuhr eine Laverda RGS 1000 und hatte seiner „Italienerin“, damit „SIE“ besser Luft schnappen kann, offene Ansaugtrichter spendiert. Leider hängt der Motor bei der Laverda in einem bestimmten Winkel im Rahmen, der bei Regen und einem Hinterreifen „ohne“ Radabdeckung zu gewissen Problemchen führt. Klartext: Der Hinterreifen schaufelte bei Dauerregen eine erkleckliche Menge an Spritzwasser in die Vergaser und Resultat war dann eine „spuckende italienische Diva“, die den Betrieb einstellte. Beim nächsten Zwangshalt in Sachen „Trockenlegen“ wurde dann eine „Damenstrumpfvariante“ über dem Einlass gewählt, was die Etappen verlängerte.

Kurz vor Liverpool wurde es dann „trocken“ und wir fuhren zunächst gemeinsam in den Hafen ein. Da die „Hannoveraner“ nicht vorgebucht hatten mussten Sie vor der Reede warten. Wir durften mit unseren Tickets ins Gelände und wurden in eine Halle mit leichten baulichen Eigenheiten „gelotst“. Die Eigenheiten waren dergestalt, dass zwar ein Dachstuhl erkennbar war, das Dach als solches aber nicht eingedeckt. Da es zwischenzeitlich nicht mehr regnete, waren wir mit der Variante bereits zufrieden. Man wird demütig mit der Zeit.

Die Halle war mittig in Längsrichtung unterteilt und wir fuhren auf der rechten Seite bis in die dritte Reihe vor. Wir hatten schnell Kontakt mit den „anderen Leidtragenden“ geknüpft und erfuhren aus der „Gerüchteküche“, dass es wohl im Verlauf der kommenden Nacht doch noch zu einem Transfer nach Douglas kommen sollte. Es war die Rede von „800 Maschinen“ die man auf die Fähre lassen wollte. Da „DIE auf der linken Seite“ bereits längere Zeit in der Warteschleife standen war klar, dass die auch als erste an Bord können. Also begab sich der Schreiber dieser Zeilen in die Tiefen der Grundrechenarten und zählte die Reihen der „linken Hallenhälfte“ ab. Überschlägig kam ich auf 700 Motorräder und die Tatsache, dass wir rechtsseitig in der dritten Reihe standen, machte mir deutlich:

Das wird knapp!

Diesmal hatte Murphy aber keine Chance und wir kamen mitten in der Nacht auf „unsere Fähre“.

Vier Stunden später, hatte ich schon erwähnt, dass es wieder regnete, sahen wir die Lichter vom Hafen in Douglas. ALLES strömte in den Bauch der Fähre, um die Maschinen startklar zu machen. Lautsprecherdurchsagen machten noch darauf aufmerksam die Motoren erst nach Öffnung der Luken zu starten, aber das hatte bei einem Gros der Anwesenden lediglich „hinweisenden Charakter“. Man will ja schließlich nicht mit komplett kaltem Motor auf die Uferpromenade in Douglas einfahren! Kurz vor dem Ersticken, zwischenzeitlich liefen etwa ¾ der Motorräder „warm“, ging dann endlich die Luke auf und die blauen Dunstwolken fanden den Weg ins Freie.

Derart im „Vorstartfieber“ rutschte dann auch der erste Fahrer direkt bei der Ausfahrt von der Fähre auf der regennassen Metallrampe aus und legte sich akkurat mittig in die abfahrende Meute. Was für ein START zu unserem Isle of Man Trip!

Was soll ich sagen. Während der nächsten 9 Tage regnete es zwar hin und wieder, aber der Wind der irischen See trocknete derart schnell die Strecken ab, dass wir einen grandiosen Aufenthalt hatten.

Die Katastrophenanfahrt trat komplett in den Hintergrund und mit dem nötigen Abstand war selbst diese „Regenfahrt“ irgendwie ein „witziges Abenteuer“ und eine schöne Episode.

Wie sehen denn eure unvergessliche Regentouren aus? Lasst von Euch hören!

Sparte A oder „Absonderliches“, „Anekdoten“ und ALLES andere

21 Samstag Feb 2015

Posted by flyinghaggis2015 in Sparte A

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Der berühmte Komiker Heinz Erhard erklärte seinem Publikum oftmals, dass sein jetzt anstehender Vortrag zwecks besserer Orientierung des Abends in die Teile A, B und C unterteilt würde.

„A“, weil es der Anfang ist. „B“ wegen der „B(P)ause“ und „C“, weil er später darauf „c(z)urück“ käme. Wir kupfern jetzt nicht beim Giganten des Wortspiels ab, sondern kreieren als Ende unserer Blogstruktur die Sparte „A“.

„A“ für ALLES was sonst nirgendwo hineinpasst. Für „A“bsonderliches und „A“nekdoten, sowie für alle „A“bfallprodukte, die uns aber zumindest derart interessant erscheinen, dass wir unsere „Mitfahrer und Mitfahrerinnen“ darüber in Kenntnis setzen möchten.

Also alles rein damit in die Sparte „A“!

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