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Archiv des Autors: flyinghaggis2015

Wer fällt schon gerne aus dem 3. Stock?

02 Montag Mär 2015

Posted by flyinghaggis2015 in Nachdenkliches & Provokantes

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Der Sonntagsausflug

Direkt als Einstieg: Auch ich fahre nicht überall regelkonform und bin an der ein oder anderen Stelle, aus welchen Gründen auch immer, aus rechtlicher Sicht zu schnell!

Ich denke davon kann sich keiner von uns „freisprechen“ und wer es von sich behauptet, der hat sich wahrscheinlich in diesem Moment selbst betrogen.

Dennoch fasse ich jetzt anhand eines praktischen Beispiels (natürlich ausgedacht und mit keinerlei Anspruch auf ein mögliches reales Ereignis) ein paar Daten zum Nachdenken zusammen. Das Beispiel ist natürlich derart konstruiert, dass bei dem späteren Ablauf niemand von „UNS“ mit fahrerischem Können und Ausweichmanövern jedweder Art brillieren kann und für sich „Alternativen zum Ende“ darstellt:

Wir haben einen wunderschönen Sonntagmorgen und eine vierköpfige Familie macht sich nach ihrem Urlaub mit ihrem Wohnwagengespann vom Campinggelände auf den Heimweg.
Das „Anspannen“ des Campingwagens hat schon längere Zeit als geplant in Anspruch genommen. Junior plärrt bereits: Papa ich hab` Durst und seine nur wenig ältere Schwester stellt die allseits beliebte Frage Sind wir gleich da?

Kurz und gut, genau die Situation die dazu beiträgt, dass der bereits gestresste Papa nicht mehr alle Sinne auf den um ihn herum herrschenden Verkehr fokussiert hat.

Jetzt kommen „WIR“ ins Spiel. Auf unserer morgendlichen Sonntagstour steuern wir zielgenau in Richtung des Kreuzungsbereiches wo sich unsere Urlauberfamilie nähert. In und um die Kreuzung haben wir eine 70 km/h Begrenzung und WIR sind auf der Vorfahrtstraße. Der Fahrer mit seinem Wohnanhänger hat also gefälligst anzuhalten!

Also im Grunde alles im Lot!?

Bis jetzt noch – aber nun kommt die konstruierte Geschichte. Die Familie mit ihrem Gespann aus PKW und Wohnanhänger bekommt von uns nichts mit. Insbesondere Papa bemerkt uns nicht und rollt als Linksabbieger in den Kreuzungsbereich ein. Keine Chance mehr zum Ausweichen nach rechts oder links – gesamte Fahrbahn ist mit dem „schönen Zug“ zu!

Soweit unser Szenario, dass einem den schönen Sonntag gehörig versauen kann!

Das Ganze bemerken wir in etwa bei 50 m Entfernung und gehen in die Bremse!

Fahren wir jetzt die regulären 70 km/h (und dann haben wir auf unserem Tacho wahrscheinlich die Nadel „knapp“ unter der 80er Anzeige!), so stehen wir nach ca. 45 m.

Alles gut gegangen. Wir können dem Fahrer noch einige Verwünschungen hinterhersenden und ihm Tiernamen geben. Nichts passiert!

Wir fahren 75 km/h! Jetzt wird es bereits denkbar knapp mit unserem abendlichen Bier nach einem schönen Motorradausflug. Theoretisch stehen wir nach 49, 77 m.
D. h. wir sehen bereits an unserem Anhaltepunkt an den Seitenfenstern des Wohnwagens die Aufkleber, wo die Familie überall in Urlaub war. Ach, am Gardasee waren sie auch schon!

Ab jetzt beginnen „unsere Probleme“. Diese sind dergestalt, dass wir auf Grund der höheren Geschwindigkeit natürlich auch eine längere Wegstrecke (Reaktionszeit) zurücklegen bis der Bremsdruck anliegt und die eigentliche Verzögerung beginnt.

Also fahren wir jetzt einmal 80 km/h. Anhalten würden wir jetzt bei ca. 55 m. Das Problem ist aber, dass unser Wohnwagen bereits bei 50 m auf uns wartet. Im Vergleich zu dem Fahrer der die 70 km/h einhält und bei ca. 45 m zum Stehen kommt schlagen wir jetzt mit 45 km/h in den Wohnwagen ein!

Jetzt könnte ich schrittweise diese Geschichte weiterführen, denke aber das ein abschließendes Beispiel mit den eigentlich „landstraßenkonformen“ 100 km/h ein ausreichendes ENDE darstellt.
Jetzt legen wir bei unserer Reaktionszeit von 1 sek. bereits 28 m von unserer 50 m Entfernung zum Gespann zurück. Das kann nicht mehr gut gehen. Anhalteweg wäre jetzt ca. 79 m.
Im Vergleich zu dem/der 70er-Fahrer/-in knallen wir jetzt mit ca. 80 km/h in den Wohnwagen.

In empirischen Erhebungen hat man, um die transformierende Bewegungsenergie in solchen Fällen besser darstellen zu können, einen Vergleich Aufprallgeschwindigkeit zu „Fallhöhe“ erstellt.
Aus meiner Sicht ist dieser Vergleich derart plastisch, dass er im Gedächtnis haften bleibt.
Ein Aufprall mit 30 km/h entspricht einem Fall aus einer Höhe von 3,5 m. Das wäre ein Sturz aus dem 1. Stock eines Hauses.
50 km/h Aufprallgeschwindigkeit und wir fallen aus der 3. Etage (10 m). Bei unserem letzten „Versuch“ mit der 100er Anfahrtsgeschwindigkeit und den 80 km/h Aufprallgeschwindigkeit fallen wir bereits aus einem „mittleren Hochhaus“. Hier ist die Aufprallenergie einem Sturz aus 25 m, also etwa der
8. Etage gleichzusetzen.

Fertig!

Wie bereits zu Beginn gesagt. Ich bin auch nicht überall im gesetzlichen Rahmen unterwegs und ertappe mich dabei an der ein oder anderen Kreuzung „locker durchzurollen“.

Aber sind wir doch einmal ehrlich. Ändert es etwas an einer schönen Motorradtour, wenn wir an solchen Kreuzungen den Gasschieber zudrehen und mit der gebotenen Vorsicht den Bereich durchfahren?
Ich denke nicht! Und falls unsere Begleitung anderer Auffassung ist, welchen Zeit- oder Lustgewinn erwirtschaftet sie damit? Wahrscheinlich steckt gerade mal die Zapfpistole im Tank, wenn wir zur Tankpause erscheinen!

Wenn es dumm läuft ist er aber gar nicht vorher an der Tankstelle!

 Aber wer fällt schon gerne aus dem 3. Stock?

 

WARUM fahre ICH eigentlich Motorrad?

21 Samstag Feb 2015

Posted by flyinghaggis2015 in WARUM & Historie

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Der Blog, Die Sinnfrage

Jetzt ist es passiert! Die alles entscheidende Sinnfrage getreu dem Motto: Wer bin ich und wenn ja wie viele?

Das eigentlich prägende Alter ist bei mir ein schwarzes Loch. Soll heißen Mofa oder Moped gab es nicht, wegen eines strikten elterlichen Verbotes. Zu gefährlich, der fährt schon mit dem Fahrrad wie ein Verrückter.

Vielleicht war gerade „DAS“ aber jetzt das entscheidende Kriterium, dass der Schreiber dieser Zeilen immer noch Motorrad fährt. Denn die meisten aus meinem Freundeskreis, Schule und Sportverein haben mit Mofa und Moped, sowie Kleinkrafträdern derart oft Asphaltproben in der Umgebung genommen, dass mit -18- und dem obligatorischen Autoführerschein die Zweiradkarriere beendet war. Mit dem PKW fällt es sich nicht so leicht.

Bei mir fing „SIE“ jetzt an, die Zweiradkarriere, denn bei Volljährigkeit machte das elterliche Veto nichts mehr aus. Also ran an die Objekte der Begierde und los geht`s.

Aber warum fahre ich jetzt eigentlich und vor allem immer noch Motorrad? Der durchschnittliche Normalbürger fährt Auto. Basta. Irgendwann wird es auch Zeit normal und erwachsen zu werden und diesem eigentlich zu nichts nützlichem Ding Motorrad zu entsagen.

Hahhh. Jetzt haben wir es, zumindest teilweise. Das Peter Pan Syndrom, hier will einer nicht erwachsen werden, denn Normale und Erwachsene sind langweilig. Frage an den geneigten Leser dieser Zeilen, sofern er denn ebenfalls mit dem Virus Motorrad infiziert ist. (Ansonsten hören Sie auf zu Lesen, denn Sie werden alles Weitere nicht verstehen)

Hattest Du schon einmal eine richtig langweilige Ausfahrt mit dem Motorrad?

Ich kann mich an keine erinnern. Irgendetwas Positives und Schönes ist immer. Wobei da die Einschätzung und Bewertung von positiv und schön im Laufe der Jahre wechselt und variiert.

Ich gebe zu, dass mein Fahrstil früherer Jahre heutzutage bei mir Kopfschütteln verursachen würde. Wahrscheinlich habe ich deshalb noch immer für den ein oder anderen Racer auf der Strecke zumindest marginales Verständnis. Aber in diesen Anfangsjahren gehörte das eben irgendwie dazu und hat für dieses Zeitfenster zum positiven Erleben Motorrad beigetragen. Heute nicht mehr. Es ist mir einfach zu viel auf Europas Straßen los, als das ich ein für mich unnötiges oder nicht kalkulierbares Risiko eingehen würde. Wer schon einmal das Treckergespann oder den Mähdrescher mit 5m-Schnittbreite am Kurvenausgang vor sich hatte und Sekunden später nicht mehr wusste „WIE“ er jetzt daran vorbeikam, wird wissen was ich meine.

Ist das jetzt Angst oder Erfahrung? Streichen wir Angst und setzen Respekt, dann kommen wir der Sache wahrscheinlich ein Stück näher. Respekt – oder hat es mit den Erfahrungen der Jahre auch etwas mit Verantwortung zu tun? Verantwortung für sich selbst und den- oder diejenigen die mit Dir unterwegs sind und hinter Dir herfahren! Auch in dem Glauben oder der Erwartung DER weiß schon was er tut! Verantwortung ebenfalls für den „älteren Herrn“ mit dem berühmten Wackeldackel auf der Heckablage den fast der Schlag trifft, weil wir mit der Gruppe Motorräder „ganz normal“ zum Überholen ansetzen!

Aber jetzt driftet es auch schon wieder ins Philosophische und die Sinnfrage überhaupt ab.

Warum fahre ich denn jetzt eigentlich Motorrad?

Da spielt alles bis dato Gelesene sicherlich mit eine Rolle. Ebenso die Tatsache, dass sich der Grund warum und weshalb man etwas tut oder immer noch macht auch mit den Jahren ändern kann. Aber was sich mit den Jahren definitiv nicht geändert hat UND immer noch der ausschlaggebende Faktor ist „Warum ich noch Motorrad fahre“ ist die Tatsache, dass es mir einfach Spaß macht!

Und der Spaß am Motorradfahren hängt für mich nicht mit der Leistung oder dem Hubraum zusammen. Auch nicht mit der Geschwindigkeit mit der man unterwegs ist. Ich nehme die Straße anders wahr, als mit dem Auto. Auch das Gefühl für die Landschaft und meine Umgebung ist auf dem Motorrad für mich von der Wahrnehmung komplett anders, als im Auto.

Es bereitet mir Freude mit einem Motorrad zu fahren, dieses andere Fortbewe-gungsmittel bringt mich lediglich emotionslos an einen Zielort.

Jetzt haben wir`s! Vier Räder bewegen deinen Körper, aber zwei Räder deine Seele! Das und die Freude dabei sind Grund genug damit weiterzumachen bis ich nicht mehr ohne fremde Hilfe auf meine Maschine komme.

Denen, deren Gedankenwelt eine ähnliche sein sollte, wünsche ich viel Spaß beim Weiterlesen, dem Kennenlernen und dem Austausch im Blog. Den Anderen viel Spaß bei der schönsten Nebensache der Welt und ihrer eigenen Fasson mit „ihrem Motorrad“ glücklich zu werden.

Technik, Ausrüstung und Alltagstipps

21 Samstag Feb 2015

Posted by flyinghaggis2015 in Technik & Ausrüstung

≈ Ein Kommentar

Ich habe es bereits erwähnt. Die Sozialisierung als Motorradfahrer erfolgte bei mir in den 80ern.

Einige „alte Windgesichter“ werden jetzt sagen: „Was will denn der Jungspund? Da hat er doch den großen Umschwung in der Szene gar nicht mitbekommen.“

Honda CB 750 usw. lassen grüßen! Aber so viel anders war es denn Anno 80 + auch noch nicht. Japaner vorherrschend. Der Markt strotzte nur so vor 4-Zylindern aus Nippon und Europas Hersteller hechelten mehr schlecht als recht hinterdrein und versuchten irgendwo und irgendwie Anschluss zu halten. Nischenmodelle und Nischenlösungen waren angesagt. Und da gaben die Europäer so einiges her, denn die japanischen Motoren hatten zwar Leistung, aber die Fahrwerke würden heutzutage nicht einmal ihr Dasein in einem Mountainbike fristen.

„Rührwerke“ der schlimmsten Sorte kamen da oftmals daher und so wurde der „Zubehörmarkt“ immer größer und die kleinen Edelschmieden schossen wie Pilze aus dem Boden. Wer hatte schon große Lust bei dem kleinsten Bitumenstreifen in haltloses Schlingern zu geraten. Bimota, Egli, Moko, Rickman, Martin, Eckert, Fischer, Rau usw. alles bot sich an, um größtenteils die Japaner fahrbarer zu machen und ihren Fahrern das Erlebnis Motorrad zu erleichtern.

Was ist noch übrig? Ja von Bimota spricht man noch, zumindest hin und wieder. An Japaner gehen sie schon lange nicht mehr dran. Zwischenzeitlich versuchen sie die ohnehin schon mit dem Attribut des „etwas Besonderen“ versehenen Produkte von Ducati noch besonderer zu machen. Der Rest? In der Versenkung verschwunden.

Was sagt uns das?

Leute, etwas „richtig Schlechtes“ ist gar nicht mehr auf dem Markt! Da findet JEDER/JEDE in welchem Segment auch immer ein Modell, das passt, funktioniert UND auch noch gut aussieht!

Und jetzt mal ernsthaft. Wer benötigt bei Leistungen von weit über 100 PS noch eine Leistungsspritze? Die Fahrwerke sind nahe an der Perfektion und werden höchstens noch von Profirennfahrern an ihre Grenzen gebracht. Und selbst die Verlierer der aktuellen Reifenvergleichstests hätten vor einigen Jahren mit weitem Abstand die Tests gewonnen.

Ja, schlechte Zeiten für Tuner und Auspuffbauer, wenn ihre Produkte eher den Alltagsbetrieb verschlechtern, als zur Besserung beizutragen, weil sie das ganze Motormanagement auf den Kopf stellen und die Abstimmung einfach nicht mehr passen will.

ALSO, warum dann noch eine Sparte Technik und Zubehör?

Ich mache es einfach, weil man das ein oder andere an Kleinigkeiten noch findet, das uns den Motorradalltag oder die Motorradtour vereinfacht und erleichtert. Und wer von EUCH ebenfalls auf etwas in der Art gestoßen ist → einfach rein damit und mitgeteilt.

 

 

 

Sparte A oder „Absonderliches“, „Anekdoten“ und ALLES andere

21 Samstag Feb 2015

Posted by flyinghaggis2015 in Sparte A

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Der berühmte Komiker Heinz Erhard erklärte seinem Publikum oftmals, dass sein jetzt anstehender Vortrag zwecks besserer Orientierung des Abends in die Teile A, B und C unterteilt würde.

„A“, weil es der Anfang ist. „B“ wegen der „B(P)ause“ und „C“, weil er später darauf „c(z)urück“ käme. Wir kupfern jetzt nicht beim Giganten des Wortspiels ab, sondern kreieren als Ende unserer Blogstruktur die Sparte „A“.

„A“ für ALLES was sonst nirgendwo hineinpasst. Für „A“bsonderliches und „A“nekdoten, sowie für alle „A“bfallprodukte, die uns aber zumindest derart interessant erscheinen, dass wir unsere „Mitfahrer und Mitfahrerinnen“ darüber in Kenntnis setzen möchten.

Also alles rein damit in die Sparte „A“!

Anderstouren ODER anders unterwegs und anders ans Ziel

21 Samstag Feb 2015

Posted by flyinghaggis2015 in Anderstouren

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Mal abgesehen von Wanderern stimmt der Sinnspruch „Der Weg ist das Ziel“ für keinen anderen Menschenschlag so, wie für Motorradfahrer.

Hier geht es nicht um die kürzeste Verbindung von Punkt A nach Punkt B, sondern um die Streckenführung, welche möglichst nicht in einer „Geraden“ erfolgen sollte, sondern je kurviger umso besser. Die Routenführung und die ausgewählten Strecken meiner vorgeschlagenen Touren sind eher touristisch ausgelegt, d. h. viel Landschaft und schöne Ausblicke. Die Heizer in unseren Reihen werden hier eher weniger ihr Glück finden.

Da noch nicht alle „Tourer“ mit Navigationssystemen ausgerüstet sind und sich einige alte Hasen und Häsinnen immer noch auf die alte Karte verlassen, erwähne ich bei allen Strecken weitestgehend die jeweilige Straßenklassifizierung mit der dazugehörenden Nummer, um die Route beim Kartenstudium schneller nachvollziehen zu können.

Wahrscheinlich ist es altersbedingt, aber in den letzten Jahren kam bei meinen Touren ein weiterer Schwerpunkt außer den Kurven hinzu. Wo ist ein schöner Platz zum Rasten auf der Strecke?

Die Definition „schöner Platz“ ist dabei variabel. Es dürfen und können auch andere Gleichgesinnte auf Mopeds in der Nähe sein – ist aber nicht verpflichtend. Der „Tumult“ in räumlicher Nähe zu „meinem Rastplatz“ sollte sich in Grenzen halten, denn „Ballermann-Ambiente“ ist mir zuwider! UND ausgesprochen hilfreich ist es, wenn mir mein Rastplatz etwas „Anständiges auf die Gabel“ bringt! Denn nichts ist so gefährlich wie „Unterzucker“!

Die Umschreibung „Anständiges auf die Gabel“ umfasst dabei sowohl alles „Herzhafte“, als auch den Bereich der „Kuchentheke“. So wird es zukünftig fester Bestandteil der „Anders-Touren“ sein, dass „Sie“ zumindest eine Station beinhalten, welche zur entsprechenden Nahrungsaufnahme empfohlen wird und natürlich vorab persönlich getestet wurde.

Viel Freude beim „Erfahren“ der Touren und „Guten Appetit“!

Everybodys Darling is everybodys Depp!

21 Samstag Feb 2015

Posted by flyinghaggis2015 in Nachdenkliches & Provokantes

≈ Ein Kommentar

Wenn ich mich recht erinnere, dann hat ein schwergewichtiger bayerischer Politiker das Copyright auf diesen Hybridsatz aus englisch und deutsch.

Was hat das jetzt mit Motorrädern oder Motorradfahren zu tun?

Wahrscheinlich werden die kommenden Ausführungen jetzt massiv polarisieren. D. h. entweder Zustimmung oder die komplette Dosis an Ablehnung.

Was verstehe ich im Zusammenhang mit dem Thema „Motorrad“ unter everybody`s darling? Da kann ich als Hauptpunkt die „Landschaft“ der Testsieger nennen. Ein Vergleichstest jagt den nächsten und gaukelt dem geneigten Leser vor warum und weshalb jetzt gerade dieses oder jenes Modell so wahnsinnig viel besser, als das andere ist! Und wir fahren darauf ab, wie die Verkaufsstatistiken beweisen.

Leute – Fakt ist doch mal eines: Das Motorrad ist bei rationaler Betrachtung sicherlich das dümmste Fortbewegungsmittel mit dem wir unterwegs sein können! Bei Regen werden wir nass! Ein Fahrfehler, der im Auto lediglich einer etwas „größeren Lenkkorrektur“ bedarf, kann auf dem Motorrad böse enden. Die Physik und ihre praktischen Alltagsgrenzen begrüßen uns. Also entweder wir verformen unser „gutes Stück“ auf dem Asphalt für ein erkleckliches Sümmchen an Reparaturkosten oder (noch schlimmer) wir fügen uns selbst massiven körperlichen Schaden zu.

Und TROTZDEM fahren wir mit den „Dingern“! Komplett irrational und unvernünftig.

Aber jetzt werden wir urplötzlich in unserer Unvernunft und Irrationalität vernünftig und lassen uns von der Medienlandschaft sagen, was für uns als Individuen „seligmachend“ ist?

Ja, ich orientiere mich auch (hin und wieder) an Vergleichstests. Wenn ich eine Kaffeemaschine, einen Fernseher oder irgendein Küchengerät kaufe. ABER da steht der faktische Nutzen für mich im Vordergrund! Das Ding hat zu funktionieren und sonst nichts! Kaffee kochen, Teig kneten oder mir am Abend die Nachrichten zeigen. Ich stand noch nie mit einem Grinsen vor meinem Kaffeevollautomaten und habe mich einfach nur darüber gefreut, dass ich „ihn“ habe. Wie oft ich mit diesem Grinsen vor meinen Motorrädern stand habe ich nie gezählt und wäre wahrscheinlich jetzt ein Fall für einen Therapeuten (der hoffentlich auch Motorrad fährt, sonst wartet die „Geschlossene“ auf mich).

Was ich sagen will ist – lasst Euch nicht mit viel Zahlen- und Datenschnickschnack erklären was gut für Euch ist. Das Wichtigste beim Motorradkauf ist das Bauchgefühl (und das Herz). Unser eigener „Popometer“ sagt uns nach einer Probefahrt (und die ist bei jedem guten Händler drin) um einiges besser als jeder Vergleichstest OB dieses Ding jetzt zu uns passt oder nicht. Und auf diese irrationalen Signale sollte man dann auch bei dem unvernünftigen Kauf eines unvernünftigen Fortbewegungsmittels hören.

Möglicherweise landet man dann bei dieser Gelegenheit bei irgendeinem kleinen „Hinterhofhändler“ mit seinem „Nischenmarkenprodukt“ und wird gerade dort erstklassig bedient und „gewartet“. Dann noch am „nächsten Motorradtreff“ die erstaunten Blicke der „Testsiegerfahrer“ und das Gemurmel: „……..ach ja. Die gibt`s ja auch noch. Die war aber bei dem Vergleichstest gar nicht mit dabei!“

Spätestens jetzt wissen wir: Alles richtig gemacht! Spaß ohne Ende und ein Individuum (weil für mich jedes Motorrad lebt) für ein Individuum, denn

„Everybody`s darling is Everybody`s Depp“

Biker Welcome !

21 Samstag Feb 2015

Posted by flyinghaggis2015 in Rast & Übernachtung

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Hatte ich es schon erwähnt?

Ich bin als Motorradfahrer sozialisiert in den 80ern und von daher im Bezug auf „nicht vorgebuchte Unterkünfte“ oder „Nahrungsmittelaufnahme ohne Reservierung“ einiges gewohnt.

Es hat sich etwas geändert in den Jahren, ohne Zweifel und das ist auch gut so. Und damit meine ich nicht nur die Seite der „Dienstleistungserbringenden“, sondern auch die Kundschaft, sprich uns auf unseren Maschinen.

Obwohl ich der festen Überzeugung bin, dass es den im Hotelzimmer marodierenden und mit Fahrradketten schwingenden Kuttenträger wahrscheinlich nur in der Phantasie des Gewerbes und der Medien gab. Das Gros der Motorradfahrer hat schon immer nach der Tour nur ein „trockenes Plätzchen“ und eine anständige Mahlzeit gesucht und sich ansonsten ruhig verhalten.

Also warum schreibe ich das jetzt eigentlich?

Ich weiß nicht, wie es jetzt gerade den Lesern dieser Zeilen geht, aber für meinen Geschmack steht das Schild, welches „UNS“ willkommen heißt, an der ein oder anderen Stelle zu „oft“ und mancherorts de facto deplatziert!

Ich bin kein Feinschmecker und benötige bei einem gepflegten Abendessen keine Austern oder sonstige Extravaganzen. Aber wenn mein Gastwirt der Auffassung ist mit dem Hinweisschild „Biker Welcome“ kommt Kundschaft zweiter Klasse und man muss „SIE“ auch nur zweitklassig behandeln, dann treibt dies meinen Puls enorm hoch. Bei einigen „Häusern dieser Art“ habe ich das Gefühl, dass ihre wirtschaftliche Existenz mit „normalem Publikum“ nicht mehr gewährleistet war und man jetzt auf den Zug „Biker Welcome“ aufgesprungen ist.

„Für DIE wird`s schon reichen!“

Alles ist Geschmacksache im Leben und das ist auch gut so. Wäre dies nicht so würden wir am Ende alle das gleiche Motorrad fahren. Wie fad!

Ich für meinen Teil habe z. B. eine chronische Abneigung gegen mittägliche oder abendliche Buffets. Wenn ich den „Abendtermin“ um eine Viertelstunde verpasse und finde ein Buffet vor, dass aussieht als ob Attila der Hunnenkönig eine Schneise der Verwüstung hineingeschlagen hat, dann vergeht mir schlagartig jeglicher Appetit. Deshalb orientiere ich mich bei der Auswahl meiner Herberge an dem Hinweis Menü am Tisch. Alles Geschmacksache, sicherlich ist der Ein oder die Andere unter Euch, der die Auswahl an solchen Buffets besonders liebt und deshalb bevorzugt. Wenn dieses Buffet aber mit dem Charme einer Betriebskantine angerichtet ist, dann ist jeder Euro dafür zu viel.

Es sollte bei „jeder Variante“ einfach die erforderliche Qualität drin sein und darum geht es mir hier an dieser Stelle. Vor Jahren hatte ein Hersteller einer Nuss-Nougat-Creme den Wahlspruch: Nur wo ……. draufsteht ist auch ……. drin!

So sollte es bei jedem ehrlichen Slogan sein! Wenn also irgendwo „Biker Welcome“ draufsteht, dann sollte das „Motorradfahrer Willkommen“ auch faktisch drin sein. Dabei sollte der ein oder andere Hotel- oder Gaststättenbetreiber begreifen, dass es sich bei der Spezies Motorradfahrer/-in nicht um eine tiefere Evolutionsstufe der Gattung Mensch handelt, die den Begriff Niveau für eine Handcreme hält.

Damit wir denen, die dieses Willkommen „LEBEN“ und uns damit eine gute Anlaufstelle bieten HELFEN, sollten wir diejenigen, die lediglich einen schnellen Euro machen wollen, „aussortieren“.

Da auch die Internetplattformen mit ihren Hotelbewertungen oftmals ein authentisches Bild vermissen lassen, sollten wir in diesem Blog die Wahrheit „sprechen lassen“. Deshalb lasst uns prüfen und bewerten, denn wir wissen am besten wo der Leitsatz stimmt.

„Biker Welcome“!

Historie – oder – Woher kommt jetzt eigentlich der Name?

18 Mittwoch Feb 2015

Posted by flyinghaggis2015 in WARUM & Historie

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Isle of Man, Steve Hislop

1991 war die beste Sozia von Allen und ich gemeinsam auf der Isle of Man. Eigentlich war fest geplant auf der Insel zu heiraten, aber wie das nun mal mit Planungen so ist. Wenn sie auf gewisse bürokratische Hemmnisse stoßen ist schnell ausgeplant.

Und so begab es sich, dass wir zwar gemeinsam mit den „geplanten Trauzeugen“ im Mekka der Motorradfahrer landeten, aber das Standesamt in Castletown (eine wunderschöne alte Burg, bzw. ihr Turm) nicht der abschließende Zielort unserer Tour wurde. An der Tatsache, dass dann in diesem Jahr trotzdem geheiratet wurde, änderte der Fauxpas herzlich wenig.

Aber jetzt wieder zum Thema. 1984 war ich das erste Mal auf der Isle of Man und hatte sofort für die Insel Feuer gefangen. Egal wo man auch immer hinkam alle Bewohner, Besucher und vor allem Gastronomen waren derart freundlich und entgegenkommend gegenüber den Motorradfahrern, dass es einem die Sprache verschlug. Insbesondere bei den Hotel- und Gaststättenbetreibern war dies für uns eine Überraschung, denn in den 80ern war das heute omnipräsente Schild „Biker Welcome“ und das dazugehörende Verhalten alles andere als die Regel. Da drehte der Herr Hotelier schon einmal pikiert den Kopf beiseite und sprach von „vollbesetztem Haus“, wenn der Motorradfahrer in Leder vor der Rezeption stand.
Auf der „Man“ alles kein Problem. Hier stand man, nach Regenfahrt eine Pfütze auf dem „guten Teppich“ bildend, am Tresen und wurde herzlich willkommen geheißen.

Also 1991 wieder nichts wie hin und den aufstrebenden „Neuen“ hinter dem alles überragenden „Denkmal“ Joey Dunlop im Rennen bewundern. Der „Neue“ war ein junger Schotte namens Steve Hislop. Bei Interviews und im Gespräch mit den Fans ruhig zurückhaltend, ja fast schüchtern.
Auf der Strecke dann ein Kaliber welches Zurückhaltung oder Schüchternheit nicht kannte und nahezu unschlagbar war. Mit gleichem Werksmaterial von Honda unterwegs hatte sein Teamkollege, ein gewisser Carl Fogarty, keine Chance auf dem Straßenkurs. Was zu gewinnen war und wo Steve Hislop in diesem Jahr antrat wurde auch gewonnen.

Ach ja der Name – woher kommt der noch gleich? Der Streckensprecher, der an den üblichen größeren Zuschauerpunkten mittels Lautsprecher gut hörbar war, kommentierte enthusiastisch die Leistungen von Hislop auf der Strecke.
Mit meinem Schulenglisch ausgestattet hatte es dann eine Weile gedauert bis die Synapsen in meinem Hirn soweit korrekt geschaltet waren, dass die Hintergründe seiner Kommentierung klar wurde. Komplett begeistert war der Sprecher von seinem „Flying Haggis“ und damit meinte er nicht das schottische Nationalgericht Haggis, sondern in Anlehnung daran den Spitznamen vom Schotten Steve Hislop.

Wir waren komplett amüsiert über den typischen britischen Humor. Man stelle sich das übertragen auf Deutschland vor. Welchen Namen hätte unser Toni Mang getragen?
Wäre er als „Sausender Semmelknödel“ oder „Fliegender Obatzter“ durch seine Karriere gefahren?

Wie bereits gesagt die Briten und insbesondere die Isle of Man ist „etwas anders“ als Besuche auf den üblichen Strecken dieser Welt. Die Fahrer haben keinerlei Berührungsängste und so kam es dann auch im Verlauf unseres Inselaufenthaltes, dass wir unseren beiden Helden Hislop und Joey Dunlop begegnet sind. Kurze Frage: „Könnten Sie bitte…..? und schon wurde der Stift gezückt und auf dem Helm meiner Frau unterschrieben. Mit Foto versteht sich, lange bevor die Seuche der Selfies um sich griff!

Und so zieren die Unterschriften der beiden TT-Stars immer noch den alten Helm meiner Frau.
Jahre später verstarb Joey Dunlop bei einem Straßenrennen im Baltikum und Steve Hislop stürzte mit einem Hubschrauber tödlich ab. Wir haben nie wieder einen Motorradrennfahrer auf einem Helm unterschreiben lassen.

In memoriam „Flying Haggis – Steve Hislop“. Wo auch immer Du mit Joey unterwegs bist – macht`s gut. Bei meinem nächsten Man-Besuch höre ich euch in der „Villa Marina“ wie ihr auf eure Siege anstoßt. Ich könnte mir keine besseren Geister vorstellen. Die euch kennenlernten werden Euch nicht vergessen!

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