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Archiv des Autors: flyinghaggis2015

Saargau plus Luxemburg

31 Sonntag Mai 2015

Posted by flyinghaggis2015 in Anderstouren

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Luxemburger Schweiz, Müllerthal, Saargau

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Heute machen wir eine kleine (erweiterte) Runde durch den Saargau. Saar ist damit nicht gleichbedeutend mit Saarland. Der kleine Fluss und die angrenzende Region hat auch „Partikel“ in Rheinland-Pfalz.

Unser Startort ist ausnahmsweise nicht gleichbedeutend mit unserem heutigen Ziel, wenn es auch geografisch nicht weit auseinanderliegt. Ca. 160 km warten heute auf uns mit einer reinen Fahrzeit von 3:15 Std. – 3:30 Std, bei unserer gewohnt gemütlichen Fahrweise.

Wir verlassen Trier über die Stadtteile Olewig und Irsch in Richtung von Pluwig (L 143). In der Ortslage biegen wir rechts ab in Richtung Franzenheim (B268). Kurvig geht es hier hinein und alsbald auch wieder in engen Kurven bergan in Richtung B 268. Auf die „B“ treffen wir unmittelbar vor Ortseingang Pellingen und fahren links ab durch den Ort.

Nach einigen langgezogenen Kurven verlassen wir die Bundesstraße wieder und biegen links ab auf die K 45 in Richtung Lampaden. Vor Lampaden biegen wir aber bereits rechts ab und rollen nach Paschel. Über Hentern und Baldringen (K 47) führt unser Weg dann nach Zerf. Im Grunde genommen parallel zur Streckenführung der B 268, aber ungleich „ruhiger und entspannter“.

Jetzt ist die Streckenführung relativ einfach, weil wir ausnahmsweise einmal ein längeres Teilstück „Bundesstraße“ fahren. Konkret in diesem Fall die B 407, die uns für eine Bundesstraße ausgesprochen kurvig über Irsch (nicht der o. a. Stadtteil von Trier) nach Saarburg führt.

Die kleine Stadt Saarburg liegt idyllisch an der Saar und ist ein Touristenmagnet in der Region. Dementsprechend sieht es in der kleinen City aus. Sitzplätze bei der „guten Eisdiele“ in der Fußgängerzone sind rar und wollen „erkämpft“ werden. Wer einen schönen Blick von oben auf die Stadt werfen möchte, der zudem auch noch bei der Zu- und Abfahrt mit schönen Kurvenkombinationen garniert ist, der sollte sich in Richtung „Landal Ferienpark Warsberg“ begeben. Bei der Zufahrt orientieren wir uns an den Zugseilen der kleinen „Seilbahn“ die vom Ortskern zum Ferienpark führt. Unweit einer Tankstelle geht es dann links ab und den kurvigen Weg bergan. Aufgepasst das ein oder andere „gelbe“ Zugfahrzeug bewaffnet mit einem Campingwagen kann einem auf der Zufahrt begegnen. Da es in den „Niederungen“ dieses EU-Landes scheinbar keine Serpentinen gibt ist die „Linienwahl“ der Fahrzeugführer oftmals grenzwertig.

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Blick genossen – Fotoaufnahmen gemacht? Dann machen wir uns auf dem-selben Weg wieder in den Ortskern nach Saarburg auf. Die kleine Festung, die dem Ort den Namen gab, wurde wahrscheinlich im 10. Jahrhundert erbaut, zumindest wurde sie erstmals im Jahr 964 n. Chr. urkundlich erwähnt. In ihrer wechselvollen Geschichte nannten verschiedene Besitzer sie ihr eigen. Meist hatte aber auch der Erzstift in Trier, also der Bischof, seine Finger mit im Spiel. Wie immer in der Region um Trier. 1522 hatte auch der streitbare Franz von Sickingen einige Kanonenkugeln auf die Festung abgefeuert, aber nicht erobert.

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Das wurde dann 30 Jahre später relativ gründlich erledigt. Im Grunde genommen hatte die Burg einen permanenten Kreislauf von Zerstörung und Wiederaufbau zu verzeichnen. Wir fahren jetzt einfach durch die Ortslage der „Hauptverkehrsstraße“ folgend und dann am Ortsende nach rechts auf die L 132 nach Kahren und Merzkirchen abbiegen. Die ländliche Region ist geprägt von Streuobstwiesen und es gibt wahrscheinlich keinen Ort im Saargau in dem nicht irgendein Hof den „Viez“ anbietet. Außerhalb der Region firmiert das Ganze unter dem Sammelbegriff „Apfelwein“ und sobald es „französisch“ wird nennt man das Getränk „Cidre“. So begegnet uns heute auch den ganzen Tag immer mal wieder der Hinweis „Viezstrasse oder Route du Cidre“.

Über Dittlingen und Südlingen erreichen wir Kreuzweiler. Wer einen Faible hat für Landmaschinen, der kann hier haltmachen und beim Bulldog-Museum in der Thorner Str. 7 bei Familie Willkomm Einkehr halten (außerhalb der Wochenenden nach tel. Vereinbarung 06583/1351).

Die Anderen orientieren sich direkt in Richtung Mosel (Palzem). Über Schloss Thorn haben wir dann die Moseluferstraße erreicht und biegen rechts ab in Richtung Palzem (B 419).

Ehrenkodex der Motorradfahrer – Bundesstraßen sind zu meiden. Also biegen wir hinter der „Helfantermühle“, das ist nach einer wunderbaren 180 o Links-kurve nach rechts in Richtung Helfant (K 110) ab. An Helfant vorbei führt unser Weg nach Wincheringen.

Unser nächstes Ziel ist auf der L 134 Bilzingen. Wir sind jetzt an sich schon wieder in der groben Richtung Saarburg. Hinter Bilzingen geht es links ab nach Fisch (K 111) und jetzt „riecht“ es schon stark nach Pause, denn an der nächsten Einmündung (L 135) biegen wir rechts ab nach Mannebach (Kümmern).

In dem Ort Mannebach wartet eine kleine Brauerei auf uns mit selbstgebrautem Bier und gut bürgerlicher Küche. Wem die Käseplatte ganz besonders gut schmecken sollte, der kann auch im Anschluss in der dorfansässigen Käserei noch Proviant für die Tour kaufen.

Von Mannebach rollen wir über die K 112 nach Tawern und halten uns dann in Richtung Temmels (Fellerich). Auf der L 136 genießen wir dabei „talwärts“ bei unserer Fahrt nach Temmels den schönen Blick auf die Mosel. Unten angekommen geht es nach links auf die B 419 nach Wellen, bzw. vorher der Vorfahrtsstraße folgend über die Moselbrücke nach Grevenmacher.

Wir sind jetzt im „benachbarten Ausland“ und das Großherzogtum Luxemburg hat uns als Motorradfahrer einiges zu bieten. Außer einigen kurvenreichen Strecken (die wir auch noch in späteren Anderstouren abfahren) ausgesprochen günstige Spritpreise. Wer also den Tank noch nicht gefüllt hat, kann es auf unserer heutigen „kurzen Stippvisite“ in Luxemburg erledigen. Je nach Gusto oder Vorlieben kann der „orale Lustbefriediger“ noch seine „Vorräte an Nikotinstengeln“ auffüllen (man erkennt unschwer den Nichtraucher) oder das ein oder andere Paket Kaffee kostengünstig im Tankrucksack verstauen.

Nachdem jetzt alles erledigt ist fahren wir in die Ortslage Grevenmacher auf der Hauptdurchgangsstraße ein, orientieren uns dann an einem Kreuzungsbereich nach rechts, um alsbald nach links auf die CR 137 nach Munschecker (Manternach) abzubiegen. Wer sich die Route durch die Ortslage ersparen möchte kann der Uferpromenade in Richtung Wasserbillig folgen um dann später nach links Wegweisung Autobahn abzubiegen. Dieser „Zubringer“ kommt in der Folge auch auf die CR 137 nach Munschecker.

Wir bleiben weiterhin auf der CR 137 und fahren über Berbourg nach Bech. Hier biegen wir in der Ortslage Bech nach links ab in Richtung Consdorf.

In Consdorf folgen wir der Beschilderung Müllerthal (Beaufort) und fahren jetzt auf der CR 364.

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ACHTUNG, nicht versehentlich den unmittelbaren Wegweisungen (CR 137) nach Berdorf folgen, es entgeht euch sonst eine wirklich schöne Wegstrecke. Alsbald geht es für uns erneut nach rechts „bergab“ bis zur nächsten Kreuzung, wo es uns zweimal unmittelbar aufeinander folgend nach rechts in Richtung Berdorf zieht. Achtung auf der Wegstrecke kreuzt der ein oder andere Wanderweg, so dass es durchaus nicht selten vorkommt, dass uns in der Waldpassage größere Gruppen von Wanderern begegnen, die den Müllerthal-Trail per pedes bewältigen.

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In der Ortslage Berdorf biegen wir dann an der Kreuzung links ab in Richtung Echternach. Es geht dann wieder ein kleines Stück an wunderschönen Felsen vorbei talabwärts und an der Sauer angekommen führt uns unser Weg nach rechts in den Ort Echternach (N 10). Echternach ist, gegründet von dem heiligen Willibrord 698 n. Chr. die älteste Stadt Luxemburgs. Ausgehend vom Abteiplatz bis zum Zielort, der alten Basilika, findet hier alljährlich am Dienstag nach Pfingsten die sogenannte „Springprozession“ statt. Seit 2010 ist diese Prozession Weltkulturerbe der UNESCO. Zu Marschmusik „springen“ hier die Pilgergruppen durch den Echternacher Stadtkern. Am Marktplatz finden wir noch ein anderes interes-santes Gebäude, welches als Fotomotiv taugt, das ehemalige Gerichtshaus der „Dingstuhl“ oder auch „Dënzelt“ auf luxemburgisch. Abgeleitet wird der Begriff „Ding“ aus dem Althochdeutschen. Schon zu Zeiten der Kelten wurden die „Things“ abgehalten, die „Beratungen“, welche heute am ehesten mit einer Bürgerversammlung oder auch Gerichtsverhandlungen gleichzusetzen sind. Auf der Hauptdurchgangsstraße rollen wir mitten durchs Zentrum von Echternach. Der Marktplatz lädt dabei durchaus zum Verweilen auf einer der sonnigen Terrassen ein, wenn man denn in Sommermonaten einen der raren Sitzplätze ergattern kann. Am Flusslauf der Sauer angekommen verlassen wir das Großherzogtum Luxemburg nach links über eine kleine Brücke.

Viel falsch machen können wir jetzt nicht mehr. Wir sind auf der B 418 und lassen den kleinen Grenzfluss die Sauer immer zu unserer Rechten. So geht es „grobe Richtung Trier“ am Fluss entlang und durch einige kleine Ortschaften, respektive an diesen vorbei.

Minden, Edingen, Godendorf und dann folgt Ralingen. Wer vergessen haben sollte zu tanken, der kann nochmals zügig über die Sauer und im luxembur-gischen Rosport den Tank der Maschine füllen. Ansonsten führt uns unser Weg weiter nach Wintersdorf. Nach einer 90 o Linkskurve rollen wir in den kleinen Ort. Wen der Hunger bereits übermannt, der sollte jetzt langsam machen, denn unmittelbar an der folgenden Einmündung (Kersch) befindet sich „Hildes Bauernstübchen“. Ganz unscheinbar ist man zügig dran vorbei, wenn man das kleine Bauerncafe nicht kennt.

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Insbesondere an Wochenenden lohnt sich der Halt. Die Kuchentheke ist dann prall gefüllt und man kann entweder auf der kleinen „Terrasse“ Platz nehmen oder in der kleinen Stube, die einen 70er Jahre Charme versprüht. Die Kuchenauswahl erinnert an eine Dorfkirmes und alles ist hausgemacht und ausgesprochen schmackhaft.

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Wer sich noch ein paar Minuten gedulden kann, der folgt der B 418 weiter an Metzdorf vorbei und fährt dann in den folgenden Ort Mesenich ein. Hier ist jetzt unser finaler Haltepunkt der „Johannishof“ (Trierer Str. 24).

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Wir lassen hier im „Johannishof“ unsere Anderstour ausklingen, bei einem gut bürgerlichen Essen von der kleinen, aber feinen Speisekarte oder einem Stück Kuchen. Für unsere „auswärtigen Tourer“ bietet sich der „Johannishof“ auch als Basislager für die Touren in der Region an. Die es etwas ruhiger haben wollen können hier weg vom Trubel in der Stadt Trier nächtigen und die weiteren Anderstouren unter die Räder nehmen. Im unmittelbar angrenzenden Wasserbillig kann man dann auch noch sein „Tankbudget“ im Rahmen halten und die Maschinen vor Fahrantritt mit günstigem „Luxemburger Sprit“ betanken.

Die Tipps in Sachen Rasten und Verpflegen sind, wie gewohnt, ergänzt und in Kürze werden wir uns in einer richtig kurvenreichen Region unseres Nachbarlandes herumtreiben.

Soziale Kompetenz ODER Nr. 5 lebt

23 Samstag Mai 2015

Posted by flyinghaggis2015 in Nachdenkliches & Provokantes

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Motorradgruppen, Soziale Kompetenz

Wenn ich in unserer Region mit dem Motorrad unterwegs bin ist für mich auffällig, dass wieder viele in Gruppen auf ihren Maschinen durch die Lande fahren.

Das ist gut. Der Mensch ist ein Herdentier und was gibt es „Schöneres“, als seine eigene Passion mit Gleichgesinnten zu teilen. Auch das gemütliche „Benzingespräch“ in den Pausen hat etwas „Entschleunigendes“ für unseren stressigen Alltag.

Sagt nicht schon das „Kölsche Grundgesetz“ unter § 6 Jeder Jeck es anders (jeder Mensch ist anders). Soll heißen: Der eine meditiert zum Ausgleich und zur Entspannung und der oder die andere fährt eben mit seinem Motorrad und schafft sich hier seinen seelischen oder vielleicht auch körperlichen Ausgleich.

Wenn ich eine „ausgeglichene Gruppe“ mit ihren Motorrädern vor mir „sehe“, so habe ich Spaß daran dieser Gemeinschaft beim Fahren zuzusehen. Wunderbar versetzt auf der Geraden folgen SIE beim Kurvenverlauf wie an einer unsichtbaren Schnur gezogen der Kurvenlinie des Frontmannes, um anschließend wieder versetzt aufzufächern. Beim Überholen zieht das überholende Gruppenmitglied bis zum rechten Fahrbahnrand und lässt so seinem/er Nachfolgenden ausreichenden Raum zum „Einscheren“.

Wie würden jetzt „Sozialwissenschaftler“ sagen, ein perfektes „Schwarmverhalten“. Jede/r achtet zwar auf sich, aber auch auf sein Gruppenmitglied und so haben ALLE eine wunderbare Ausfahrt.

Die Gruppe ist auch strukturiert. Vorne der „alte Hase“ oder die „alte Häsin“. Hier fährt, wer die Streckenkenntnis hat und „seine Gruppe auch einschätzen kann“. Hinter dem „Leittier“ fährt entweder das „schwächste Moped“ oder aber derjenige, welchem es noch an Fahrpraxis mangelt oder „vielleicht einfach an diesem Tag“ ein wenig unsicher ist. Das ENDE macht dann wieder ein „alter Fuchs“, der auch mal ein Loch zufahren kann (aber nicht zwingend muss) und auch weiß WO die „Reise heute hin geht“. DER hält auch Kommunikation mit seinem Frontmann mit Lichthupe, Handzeichen oder „neuen Kommunikations-mitteln“ und signalisiert „Alles ok – ALLE sind dran“.

Ja, das ist die GRUPPE, bei der es Spaß macht zuzusehen!

Im Vergleich zu früheren Zeiten sehe ich diese homogenen Gruppen aber leider immer seltener. Stattdessen fliegen oftmals „Kolonnen“ durch das Orbit denen jegliches Zusammengehörigkeitsgefühl abhandengekommen ist oder es war NIE richtig vorhanden. Um WAS geht es bei einer GRUPPE, wenn die Nr. 1 an einem Auto „vorbeisegelt“ und anschließend weiter derart am „Kabel zieht“, dass der Anschluss der Gruppe „abreißen muss“? Glorifizierung des eigenen Fahrkönnens? Findet MAN in der Gruppe ansonsten keine Achtung oder Beachtung?

Was kommt jetzt → Nr. 2 zieht hektisch nach! Ich muss hinterher. Ich weiß ja gar nicht wo es heute überhaupt hingehen soll? Jetzt hat er es geschafft und „jagt“ nun seinem Frontmann hinterher, den er noch schemenhaft drei Kurven weiter wahrnimmt.

Man kann jetzt nur hoffen, dass die Gruppe nicht bis Nr. 5 geht, denn DER ist jetzt abschließend wirklich unter Druck. Macht er das „Spiel“ mit? Ist der „Gruppenzwang“ derart, dass er jetzt sein eigenes Limit überschreitet? Ist diese Gruppe noch harmonisch und geht es hier noch um die „Lust am Fahren“ ODER sind wir bereits wieder bei „Ich hab` den Längsten“ angekommen?

So jetzt stehen SIE alle da! Die Nr. 1 ist wieder zurückgefahren, nach einer „Zigarette“, weil „seine Jungs“ nicht ankamen. DIE stehen bereits seit Minuten neben ihrer Nr. 5, der neben seinem Motorrad liegt, weil ihm nicht nur sein Fahrkönnen, sondern abschließend auch die Straße ausging.

JETZT sind SIE wieder alle vereint. Aber auch vereint mit ihrer Unkenntnis in Sachen Erstversorgung am Unfallort. Wann war nochmal „unser“ letzter Erste-Hilfe-Kurs?

Motorradfahren in der Gruppe hat auch etwas mit sozialer Kompetenz zu tun, zumindest für mich. Wenn ich bei einer Tour nur an mich und mein „Vorwärts-kommen“ denke, dann kann ich auch alleine fahren. Bin ich in der Gruppe unterwegs dann denke ich nicht nur an MICH, sondern auch an ALLE anderen die vor oder hinter mir fahren. Und wenn man seine „Mitstreiter“ bereits besser kennt ist es oftmals auch so, dass man nicht nur AN sondern auch FÜR sie mitdenkt. Aber DAS gehört in einer homogenen Gruppe einfach mit dazu, denn vielleicht muss auch mal EINE/R für Flying Haggis mitdenken, wenn ER nicht so ganz bei der Sache ist!

Eifel – Ahr oder „Das Wirtshaus in Spessart“

15 Freitag Mai 2015

Posted by flyinghaggis2015 in Anderstouren

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Ahrtal, Eifel, Nürburgring

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Den Kalauer musste ich jetzt unbedingt bringen, er hatte sich einfach angeboten und regelrecht unter den Nägeln gebrannt. Jaaaa, alles korrekt so und richtig geschrieben. Der Schreiber dieser Zeilen hat keine ausgewiesene Lese- und Rechtschreibschwäche. Ich weiß, dass der Film oder auch die Novelle von Wilhelm Hauff vom Wirtshaus im Spessart handelte, aber wir fahren heute auch gar nicht in den Spessart, sondern treiben uns im Großraum Ahr und Eifel herum. Und wie wir das machen!

Zuerst der alles entscheidende Tipp für unsere heutige Anderstour – Nehmt Euch Zeit! Soll heißen: Wir haben zwar nur 170 km Rundkurs vor uns und reine Fahrzeit ca. 3:45 Std., aber die Runde bietet sich geradezu für ein verlängertes Wochenende mit „Basisstation“ an der „Rundstrecke“ an. Und hier hat der Autor für die geneigten Leser und Tourer direkt -2- unschlagbare Vorschläge. Einziges Auswahlkriterium bei diesen Unterkünften dürfte die jeweilige „Anfahrtsstrecke“ von Euch sein und damit die unmittelbare räumliche Nähe, denn ansonsten seid ihr in beiden Häusern wirklich erstklassig untergebracht.

Also die beiden Übernachtungstipps sind: Das „Wirtshaus in Spessart“ → der Landgasthof Bockshahn (56746 Spessart; Mittelstr. 12). Sicherlich die richtige Wahl für die Maschinen, die über die Nord- / Südachse A 61 oder von Osten her anrollen. Für alles aus der westlichen Richtung und Nordwesten bis Aachen, sowie unsere Besucher aus dem Südwesten, wie Mosel, Saar und Pfalz → der „Landgasthof Schröder“ in 54579 Niederehe-Üxheim; Kerpener Str. 7. Wer aus Trier anreist kann den 1. Teil der Anderstour „Viele Wege führen nach Rom“ zur Anfahrt nutzen und Teil 2 dann später für den Heimweg.

Wo ihr jetzt also die Anderstour beginnt, ob in Spessart oder Niederehe, entscheidet eure ausgewählte Basisstation und somit geht es los auf unserer Eifel – Ahr – Runde. Die „Haupteinflugschneisen der Gebückten“ nutzen wir bei unserer Tour heute nur selten und somit werden wir den „Knieschleifern“ auch weitestgehend aus dem Weg gehen. Schöne Landschaft und wunderbare Ausblicke sind angesagt. Und der erste und vielleicht schönste an diesem Tag liegt gar nicht allzu weit von unserem Startort weg.

Also los geht es und wir verlassen Spessart über die K 61 und biegen alsdann nach links in Richtung Ramersbach auf die L 83 und später L 85 ab. Gemütlich rollen wir uns jetzt auf der L 85 ein und kommen über Staffel nach Kesseling.

Man könnte jetzt auch seine Fahrt fortsetzen in Richtung Ahrbrück, aber das tun wir nicht, weil jetzt haben wir bereits einen ersten Höhepunkt unserer heutigen Tour. Wir biegen im Ortskern Kesseling nach rechts in Richtung Steinerberghaus ab. Es geht alsbald bergan und acht Kehren führen uns auf einem ca. 2m breiten (oder schmalen) durchweg asphaltierten Weg hinauf auf 531 m Höhe zum Steinerberg. Nach ca. 4,5 km sind wir am bewirtschafteten Steinerberghaus angekommen (Mittwoch bis Sonntag [und an Feiertagen] ab 10:00 Uhr geöffnet). Das Kesselinger Tal liegt uns jetzt zu Füssen und wir genießen ein herrliches Panorama auf die Hohe Acht, den Aremberg und die Grafschaft.

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Dies alles soweit das Eifelwetter auch ordentlich mitspielt. Ein wirklich grandioser Ausblick der sich uns bietet. Der einzige der annähernd mithalten kann ist der Blick vom Aussichtsturm auf der Hohen Acht aber der ist nur nach etwas längerem Fußmarsch erreichbar und für unsere Maschinen tabu. Also lassen wir es heute mit dem Panorama vom Steinerberg gut sein, rollen die gleiche Wegstrecke talabwärts nach Kesseling und setzen unsere Fahrt nach Ahrbrück fort.

An der Kreuzung sehen wir zu unserer Linken einen beliebten Motorradtreff. Hieß er zu seinen Anfängen noch Cafe Fahrtwind (die Lokalität ist mittlerweile unweit von unserem Standort in Hönningen zu finden), so hat die Örtlichkeit zwischenzeitlich den Namen gewechselt und hört jetzt auf Cafe Ahrwind. Die Besucher sind annähernd die „Gleichen“ geblieben und so kann man durchaus für ein Benzingespräch eine Pause machen.

Ansonsten rechts ab und unmittelbar danach nach links in Richtung Lind (K 29) abbiegen.

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Ca. 2 km hinter der Ortslage Lind biegen wir nach links ab auf die K 28 und lassen unsere Maschinen über Obliers nach Liers laufen. Vor Obliers haben wir dabei -5- Kehren auf unserer Strecke die Alpenpaßverdächtig sind. Aber wer sich zum Steinerberghaus hochgewagt hat, der hat für die kleinen Kehren fahrerisch nur ein Lächeln übrig. So sehr in „Ringnähe“ und dennoch derart ruhig – ein Paralleluniversum mit einer wunderbar anzuschauenden Landschaft. Hinter Liers benutzen wir ganz kurz eine der Nürburgring-Einflugschneisen die B 257. Die verlassen wir aber unmittelbar in Dümpelfeld wieder und biegen nach rechts in Richtung Insul und Schuld auf die K 25 (Bad Münstereifel) ab. Wir rollen an Fuchshofen vorbei und ca. 1,5 – 2 km hinter der Ortschaft biegen wir rechts auf die K 5 nach Eichenbach ab. Dieser Kreisstraße folgen wir nach Aremberg und landen über Dorsel fahrend an der Kreuzung (rechts ab) zur B 258, welche die „Haupteinflugschneise Nürburgring“ für alle Fahrer/-innen aus dem Großraum Aachen oder Belgien ist.

Weil DAS so ist bleiben wir auch nicht lange auf der B 258. Nach ca. 2,5 km führt unser Weg wieder links ab auf die L 10 in Richtung Nohn (L 70), zunächst schön kurvig bergauf. Ende der Ortslage Nohn biegen wir erneut rechts ab auf die L 68 auf der wir etwa 2 km bleiben und dann in Richtung unserer Pausenstation nach rechts auf die K 59 nach Niederehe (Hillesheim) fahren. Nach etwa 1,5 km weist uns dann ein kleines Hinweisschild den Weg nach links zu unserer bereits sichtbaren „Raststation“ dem Landgasthaus Schröder in Niederehe. Wir sind jetzt fast zwei Stunden reine Fahrzeit unterwegs und mit unseren Fotopausen sicherlich noch eine halbe Stunde länger. Also ist es dringend anzuraten die „Kohlenhydratspeicher“ aufzufüllen. Der Chef des Hauses Markus Schröder „treibt“ selbst eine „GS“ durch die Eifel und kennt sich bestens aus in Sachen Motorrad und was der „Motorradkunde“ alles an Wünschen hat. Diejenigen, die seinen Landgasthof als Basisstation für diese Tour gewählt haben, werden dies bereits gemerkt haben. Außer mit Motorrädern kennt er sich noch in seiner Küche aus und das schmeckt man egal bei welchem Gericht. Also bei gutem Wetter raus auf die Terrasse und wenn es kühler sein sollte – rein in die gemütliche Gaststube und es sich schmecken lassen. Wir haben alle Zeit der Welt am heutigen Tag und lassen uns nicht von Hektik treiben.

Für diejenigen, die im Landgasthaus Schröder nächtigen, ist jetzt der „Start“ der Anderstour. Die „Anderen“ gehen jetzt nach der Mittagspause den zweiten Teil der Tour an.

Also gehen wir jetzt gut gesättigt unsere zweite Runde an und verlassen zunächst Niederehe auf dem Weg wie wir gekommen sind bis nach Nohn. Im Suppenkoma langsam einrollen auf bekannten Wegen ist angesagt bis zur Ortslage Nohn, wo wir nach rechts in Richtung Dankerath auf die K 85 [K 1] abbiegen. An der Kreuzung in der Ortslage Dankerath folgen wir der L 72 nach links und fahren nach Trierscheid. Im weiteren Verlauf unserer Wegstrecke kommen wir über die L 72 auf die L 10 und an die nächste Kreuzung unserer bereits bekannten B 258, der wir linksabbiegend kurz folgen. Kurz heißt diesmal 2,5 – 3 km und dem Ort Müsch. Jetzt geht es für uns rechts ab auf die L 73 bis nach Fuchshofen. Teile der Wegstrecke haben wir dabei heute Morgen bereits befahren, allerdings in entgegengesetzter Richtung.

In Fuchshofen biegen wir rechts ab auf die K 17 in Richtung Reifferscheid. Wer mit Navi fährt glaubt wahrscheinlich seinen Augen nicht bei der Streckenführung, die ihm angezeigt wird. Mehrere enge Kehren die das Gefühl aufkommen lassen man fährt wieder in seine Ausgangsrichtung zurück. Einfach eine schöne Wegstrecke und derart ruhig, dass man nicht das Gefühl hat in der Nähe des Nürburgrings zu sein mit der überall präsenten „Heizerfraktion“.

In Reifferscheid orientieren wir uns in Richtung Adenau und fahren deshalb auf der K 17 weiter bis zu nächsten Kreuzung, an der wir linksabbiegend (L 10) über Honerath in Adenau an einem kleinen Verkehrskreisel landen. Adenau ist sozusagen das „Zentrum“ der Nürburgringreisenden. Wer sich den Marktplatz an Wochenenden zur Pause aussucht, der hat nach ca. einer halben Stunde einen repräsentativen Querschnitt der aktuell erhältlichen Motorradpalette in Deutschland gesehen. Wir fahren aber in der Ortslage rechts ab auf die K 18 nach Wimbach und sind erst einmal wieder weg vom Trubel. Hatten wir heute Morgen von Paralleluniversum gesprochen? Hier passt es ebenfalls. Landschaftlich schön, ruhig und entspannt genießen wir die Kurven. Die K 18 nutzen wir einfach bis zur nächsten großen Kreuzung und hier sind wir wieder an der B 258. Beschilderung Nürburgring ist richtig, also links ab (Wiesemscheid) und nach knapp 5 km an dem großen Verteilerkreis (dem sogenannten „Potsdamer Platz“) der Beschilderung nach Adenau , also 3. Ausfahrt nach Quiddelbach folgen.

Es geht nicht wieder nach Adenau, denn kurz hinter Breidscheid (Tankstelle) biegen wir nach rechts auf die L 10 ab (Mayen, Kempenich). Breidscheid ist wieder so ein typischer „Ringtreffpunkt“. Hier ist eine Auffahrt zur „Nordschleife“ und die alte Rennstrecke überquert hier die B 257. Insofern ist die „Brücke mit ihrer vorangehenden Linkskurve“ ein beliebter „Zuschauerpunkt“ und Applauskurve für die Hobbyrennfahrer auf der alten Nordschleife.

Jetzt kommen wir auf unserem Rückweg nach Jammelshofen und hier sollte jeder der noch ein wenig „Racingblut“ in den Adern hat eine Pause einlegen. Das „Classic Race Museum“ (53520 Kaltenborn [Jammelshofen]) wartet hier an Wochenenden von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr auf unseren Besuch. Ca. 200 Exponate Rennwagen und Motorräder harren hier sauber aufgereiht darauf von uns bewundert zu werden. Was hier Frithjof Erpelding in mühsamer Kleinarbeit gesammelt und für uns aufbereitet hat ist aller Ehren wert und des nahen „Nürburgrings“ und dessen renngeschichtlichen Erbes würdig. Damit meine ich de facto „mehr würdig“ als dieses bauliche Monstrum, welches uns die Landesregierung Rheinland-Pfalz, Millionen an Steuergeldern verprassend, ohne Sinn und Verstand unmittelbar an die Rennstrecke betoniert hat.

Nachdem wir vielleicht noch gemütlich einen Kaffee im kleinen gemütlichen Bistro des Museums genossen haben, verlassen wir Jammelshofen und begeben uns „kurz“ auf der B 412 in Richtung Kempenich. Mit kurz meine ich noch keinen kompletten Kilometer, um wieder rechts auf unsere L 10 und damit eine ruhigere Route abzubiegen. Wir fahren durch Langenfeld um kurz vor dem Ortsende die L 10 nach links zu verlassen. Wir fahren kurz auf die K 14 in Richtung Langscheid, folgen dieser aber nicht bis zur Ortslage. Es geht jetzt über die K 15bis zur nächsten Kreuzung und dann nach links auf der L 83 über Morswiesen nach Weibern.

In Weibern orientieren wir uns dann nach Kempenich und jetzt ist es nicht mehr weit bis zum Ende unserer Tour. Wir kreuzen in Kempenich nochmals die B 412 und nach ca. 1,5 km weist uns der Weg nach links. Unser Wirtshaus in Spessart der „Bockshahn“ und damit unser Ausgangspunkt ist wieder erreicht und wir haben ohne „Räuber im Spessart“ und ohne die „Hauffsche Novelle“ einen erlebnisreichen Tag gehabt.

Wer am Morgen den Weg zum Steinerberghaus gescheut hat, kann jetzt die paar Kilometer noch bis Kesseling und die Auffahrt zum Steinerberghaus unter die Räder nehmen. Wo ließe sich bei gutem Aussichtswetter besser der „neudeutsch Sundowner“ nehmen.

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Die anderen lassen bei einem guten Abendessen im Landgasthaus Bockshahn den Tag ausklingen oder genießen vorab noch eine Massage und treten am nächsten Morgen ausgeruht die Heimfahrt an.

Wie immer sind unsere „neuen Pausenstationen“ unter Rasten & Übernachten aktuell ergänzt

Eviva España oder Führerlos tut selten gut

08 Freitag Mai 2015

Posted by flyinghaggis2015 in Sparte A

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1987 hatten wir mit unserer Clique den Entschluss gefasst, dass ein Urlaub mit den Motorrädern in Spanien keine schlechte Idee wäre.

Ein entsprechender Urlaubsort unterhalb von Alicante war schnell gefunden und so nahm der Trip zügig Gestalt an. Die 1.760 km sollten auf zwei Tage verteilt kein Problem darstellen und so wurde vereinbart: Am ersten Tag ohne festes Ziel soweit es geht und am zweiten Tag gemütlich die restliche Wegstrecke zu unserem Urlaubsort.

Ich war als Scout eingeteilt mit meiner knapp fünf Monate alten CBR 600 und hatte mir eine Ortsliste mit Autobahnen auf den Tank geklebt die es in der Folge dann anzusteuern galt. Abgesehen von einem kleinen Fauxpas, der uns in fröhlicher Urlaubslaune aber nicht großartig störte, verlief auch alles nach Plan.

Ich war bei diesem Malheur etwas zu sehr ins Studium meiner Etappenliste vertieft, so dass ich in Höhe von Barcelona die Abfahrt in Richtung Tarragona verpasste. Ergebnis war, dass im Anschluss vier Maschinen im Formationsflug durch den Feierabendverkehr von Barcelona brummten. Schnell an den südlän-dischen Fahrstil gewöhnt und angepasst empfanden wir auf unseren Motor-rädern die Episode eher als nette Auflockerung zur eintönigen Autobahnfahrerei, denn als Stressfaktor in der Urlaubsanfahrt.

Das „Barcelona-Zwischenspiel“ soll aber später noch eine Rolle spielen.

Die zwei Wochen Urlaub vergingen wie im Flug und wir hatten wirklich einen schönen Aufenthalt. Es näherte sich unser Urlaubsende und die Heimreise, welche wir wieder in einer 2-Tagesetappe angehen wollten. Jetzt nahm das Drama seinen unverhofften Verlauf.

Wie fast immer, wenn mehr als zwei Motorradfahrer bei einer Tour zusammen sind, ist auch eine „Schlafmütze“ dabei. Alle haben die Maschinen getankt, bis auf EINEN und der bleibt auf dem Weg zur Tankstelle auch noch wegen Spritmangel liegen. Ergo, der Schreiber dieser Zeilen hilft aus, was im konkreten Fall heißt eine Plastikflasche mit etwas Benzin gefüllt und an den „ungewollten Parkplatz“ verbracht. Da ich sicher gehen wollte, dass jetzt auch wirklich alles klappt fuhr ich noch mit zur Tankstelle, die an der vielbefahrenen Nationalstraße in Richtung Alicante lag und positionierte mich etwas versetzt vor unsere „Schlafmütze“.

Wie bereits erwähnt „vielbefahren“ und einem Hupkonzert in Spanien schenkt man auch nicht sofort die Aufmerksamkeit wie in Deutschland, weil Hupen in Spanien eher den Hinweis darstellt: „Hallo hier bin ich!“ Dieses Hupkonzert das an mein Ohr drang war aber irgendwie anders. Also Blickwendung in die Richtung des Krawalls und einen PKW ausgemacht, der quer über die Nationalstraße auf dem Weg zur Tankstelle ist.

Erster Gedanke: „WARUM fährt der Trottel jetzt ausgerechnet an die Zapfsäule an der ICH stehe? Es sind doch alle anderen frei!“

Den Gedanken noch nicht ganz zu Ende gebracht wird mir schlagartig im Bezug auf „Trottel“ klar:

„In dem Auto sitzt NIEMAND!“

Nur noch Sekundenbruchteile Zeit – der Motor ist aus, Maschine ist im Leerlauf. Also schnell mit den Füssen nach vorne „gepaddelt“ in der Manier eines Renn-rodlers am Start. Keine Chance mehr – links im Heck trifft mich der führerlose PKW und ich kippe mit meiner „schönen CBR“ um.

Das kann nur mir passieren: Umgefahren von einem herrenlosen Auto!

Resultat die rechte Verkleidungsseite und das rechte Heckteil sehen aus als ob sie Bekanntschaft mit einem Winkelschleifer gemacht haben, ausgestattet mit Schruppscheibe. Allein der Anblick reicht bereits aus mich in den „roten Bereich drehen“ zu lassen. Der weitere Werdegang trägt nicht dazu bei, dass sich mein Gemütszustand gravierend verbessert.

Der „Fahrzeughalter“ des PKW erscheint auf der „Theaterbühne“. Er war bereits auf der Suche nach seinem Auto, das er zuvor an einer Schreinerei abgestellt hatte. Abgestellt bedeutet in diesem Fall: Leerlauf, keine Handbremse angezogen und darauf gehofft das das Gesetz der Trägheit der Masse seine Karre am Platz hält. Dass sein Wagen einen Schaden verursacht hat interessiert ihn nicht wirklich, schließlich ist er ja nicht gefahren! Also Polizei hinzugerufen in der Hoffnung – die Uniformierten werden DAS jetzt schon regeln! Jetzt erscheint die Policia Municipial bzw. local (die spanische Stadtpolizei) auf unserer „Freilichtbühne“. Ich kann mich bei all meinen Reisen ins Ausland nicht erinnern noch unmotiviertere Polizisten gesehen zu haben und kann für Spanien nur hoffen, dass diese Herren eine Ausnahmeerscheinung dargestellt haben.

Da jetzt eine Unterart der babylonischen Sprachverwirrung eintritt, soll heißen plötzlich spricht oder versteht keiner der anwesenden Spanier englisch, rufen wir eine „deutsche Dolmetscherin“ herbei. Glücklicherweise war uns bei unserem zweiwöchigen Aufenthalt ihr Werbeschild mehrfach aufgefallen. Die nette Frau organisiert jetzt alles Erforderliche, sehr zum Verdruss der komplett sedierten uniformierten Laientruppe, die jetzt den Sachverhalt doch letztendlich aufnehmen muss. Allerdings ist die Geschichte für mich noch mit einem gewissen „Aufwand“ verbunden. Wir haben zwischenzeitlich Freitag Abend und die von Seiten meiner Rechtschutzversicherung erforderliche Abtrittserklärung an einen spanischen Rechtsanwalt muss notariell beglaubigt werden. Das funktioniert, Dank der Dolmetscherin, dann am folgenden Samstag.

Zwischenzeitlich haben sich unsere beiden Pärchen mit ihren Maschinen auf den Heimweg nach Deutschland gemacht. Mein Freund Peter will mich nicht alleine auf den weiten Rückweg lassen und harrt in Seelenruhe auf meine Rückkehr in unserem Urlaubsdomizil.

Der Besuch bei der spanischen Rechtsanwältin ist dann auch noch für eine Anekdote gut. Nach der Übersetzung durch „meine Dolmetscherin“ bricht die Rechtsanwältin in Gelächter aus und redet im Anschluss, sichtlich amüsiert, auf meine Übersetzerin ein. Wie sich dann herausstellt war meine Geschichte nicht allein der Grund ihrer Heiterkeit. Tags zuvor traf eine „deutscher Tourist“ aus Berlin bei ihr ein. Der PKW Fahrer hatte in Höhe Tarragona eine „Erscheinung“. In Tarragona findet wohl alljährlich eine ähnliche Veranstaltung statt wie in Pamplona und man treibt Stiere, die im Anschluss in der Arena ihren großen Auftritt haben, in Richtung der Arena. Einer der schweren vierbeinigen Jungs hatte wohl überhaupt kein Interesse an seinem finalen Auftritt in der Stierkampfarena und schlug stattdessen den Weg in Richtung Autobahn ein. Hier traf er dann auf den PKW mit der Familie aus Berlin. Der Fahrer hatte wohl Probleme das Bild, welches sich ihm darbot, zügig geistig zu erfassen. Infolge der langen Autofahrt dachte er wohl statt „weißen Elefanten“ sind es in Spanien bei Übermüdung eben „Stiere“. Das die Interpretation falsch war hatte er dann unmittelbar bei Kontakt mit den 1.000 kg Frischfleisch gemerkt, aber eben etwas zu spät. Lakonischer Kommentar meiner Rechtsanwältin:

„Ist wohl eine schlechte Zeit für deutsche Touristen momentan!“

Samstag Abend gegen 20:30 Uhr ist dann alles vollbracht und WIR verabschieden uns von der mehr als hilfsbereiten Dolmetscherin. Die Frage OB wir uns jetzt WIRKLICH noch auf den Weg machen musste ich bestätigen, weil am kommenden Montag bereits ein dringender beruflicher Termin auf mich wartete, den ich nicht verschieben konnte.

Also auf nach Deutschland. Noch kurz besprochen, dass wir irgendwo auf einer Raststätte ein Schläfchen halten, wenn uns die Müdigkeit übermannen sollte und los geht es. Da wir in die Nachtstunden hineinfuhren und deshalb nicht mit allzu vielen Geschwindigkeitskontrollen rechneten, einigen wir uns darauf „etwas über Limit“ loszufahren.

Da war doch was mit Barcelona?

Bereits ca. 500 km auf dem Buckel und die Schilder Barcelona größer werdend erinnere ich mich an den Fauxpas von der Hinfahrt. Jetzt nur nicht wieder die „Stadtrundfahrt“ machen, das hält zeitlich zu sehr auf. Da, ein Streckenabschnitt hell erleuchtet, das muss dieses Autobahnkreuz sein, also nichts wie runter, nur nicht wieder in die Stadt Barcelona rein, dann ist unser „schöner Schnitt“ dahin.

Mit 150 km/h auf der „Uhr“ geht es mit Schwung durch eine Autobahntankstelle. Der Adrenalinschub den ich bekomme hätte ausgereicht um Tutenchamun wiederzubeleben. Bei dem nächsten Tankstopp lachen wir schon wieder beide über die Szene und Peter sagt, dass die Angestellten in der Tankstelle ganz komisch geguckt haben. Wen wundert`s.

Wir „optimieren“ jetzt unseren „Parallelflug“ dergestalt, dass wechselweise einer an den Maut- oder Tankstellen stehen bleibt und bezahlt. Der andere fährt „langsamer“ weiter bis aufgeschlossen wird und dann geht es im Marschtempo weiter. Bei Lyon gönnen wir uns einen Kaffee und etwas, das entfernte Ähnlichkeit mit einem belegten Sandwich aufweist. Drei Tage zuvor hätte dieses Produkt sicherlich einen Hauch von Frische versprüht. Nach dem zweifelhaften Genuss geht es in der erprobten Manier weiter in Richtung Heimat.

Sonntag 12:45 Uhr rollen wir zu Hause in Trier ein. Immer noch aufgekratzt von der Tour und kein bisschen müde. 1.760 km in -16- Stunden. Meinen beruflichen Termin habe ich locker einhalten können. Störend war nur das „Rauschen“, welches ich ca. eine Woche auf den Ohren hatte. Mein Helm war wohl in Sachen Geräuschentwicklung nicht auf eine -16- Stunden-Tour ausgelegt.

Übrigens „mein Geld“ (das Versicherungsgutachten belief sich auf knapp über 2.000,- DM) habe ich tatsächlich noch erhalten. 1994 im Herbst war es soweit, nachdem die gegnerische Versicherung sämtliche Instanzen bestritten hatte und überall negativ beschieden wurde.

Zu diesem Zeitpunkt war die CBR lange „Geschichte“ und selbst ihre Nach-folgerin aus Nippon, eine „750er Suzie“ hatte bereits einen neuen Besitzer.

Die Moral von der Geschichte: Hüte Dich vor „herrenlosen Autos“ und warte an der Tankstelle mit „laufendem Motor und eingelegtem Gang“.

Drei auf einen Streich: Eifel, Mosel, Hunsrück

30 Donnerstag Apr 2015

Posted by flyinghaggis2015 in Anderstouren

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Calmont, Eifel, Hunsrück, Mosel

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Es hört sich an wie bei dem „tapferen Schneiderlein“ obwohl es in diesem Märchen noch einige mehr waren, die bei dem besagten einen Streich „erledigt“ wurden. Rund 250 Kilometer haben wir heute vor uns, also eine knappe Tankfüllung und bei ruhiger, kommoder Fahrweise etwa 5 Stunden reine Fahrzeit.

Bei meinen Touren in der Großregion Eifel, Mosel, Hunsrück, sowie Saarland und unserem Nachbarland Luxemburg ist fast immer der Startort Trier. Einmal habe ich eine persönliche Affinität zur ältesten Stadt Deutschlands, denn ich bin sozusagen „Ur-Trierer“. Zum zweiten bietet sich die Stadt aber auch für unsere Motorradfahrer/-innen an, welche die Anders-Touren von weiter weg angehen und eine feste „Basisstation“ benötigen. Da hat Trier ein nahezu perfektes Angebot an Hotels und Unterkünften zu bieten und für einen „motorradfreien Tag“ auch ausreichend Sehenswürdigkeiten die einen Besuch lohnen.

Aber heute fahren wir erst einmal wieder mit unseren Motorrädern und verlassen die Stadtgrenze Trier auf der westlichen Seite in Richtung der Stadtteile Ehrang und Quint. Mit den Sandsteinfelsen zur Linken und der Mosel zur Rechten stimmen wir uns auf die heutige Tour ein und verlassen alsbald die B 53 nach links in Richtung Quint und wenig später, nachdem wir die Abzweigung (L 46) nach links in Richtung Spangdahlem (Bitburg) genommen haben, wedeln wir uns bereits auf den ersten Kurven des Tages am „Quintbach“ entlang ein. Dabei handelt es sich um die „Hausstrecke“ der Trierer Motorrad-fahrer und so tummelt sich bei gutem Wetter einiges mit zwei Rädern auf der L 46. Die 50 km/h Beschilderung im Kurvenverlauf hat dabei scheinbar nur einen hinweisenden Charakter. Wir sind jetzt bereits in der Region „Moseleifel“ unterwegs und fahren durch den Meulenwald, welcher als Waldgebiet des Jahres 2012 ausgezeichnet wurde. Unweit „unserer o. a. Abzweigung“ geht es zum Forstamt Trier Am Rotenberg. Von dort kann man auf einem durchaus lehrreichen Rundgang (aber nur fußläufig) starten, der einem nicht nur die heimischen Baumarten, sondern auch exotische Varianten wie Riesenmammutbäume, Ginkos oder Kuchenbäume (riechen im Herbst nach Lebkuchen und werden deshalb auch häufig „Lebkuchenbaum“ genannt) kennenlernen. Heimische Förster hatten die „Ausländer“ in den 50er Jahren gepflanzt um deren Wuchsfähigkeit in unserer Region zu prüfen und damit Alternativen zu den einheimischen Gewächsen zu finden. Außer der „amerikanischen Douglasie“ konnte aber keine Pflanze so richtig Fuß fassen.

Wer im Kurvenverlauf der L 46 die ein oder andere merkwürdige „Wahrnehmung“ haben sollte braucht sich nicht zu wundern. Laut Legende kam hier der tyrannische Erzbischof Milo von Trier bei einem Jagdunfall ums Leben und einige hundert Jahre zuvor hatte es den römischen Statthalter Rictius Varus erwischt. Wenn man sich mit „ihrer Vita“ beschäftigt kann man nur feststellen, dass es um beide nicht sonderlich Schade war. Die Geister der beiden Herrschaften sollen seitdem im Meulenwald spuken, wobei „sie“ mir bis dato noch nicht begegnet sind.

Wir fahren also weiter auf der L 46 und kurz nachdem wir zur Linken den Ort Zemmer passiert haben biegen wir nach rechts in Richtung „Wittlich“ (Dreis, Heidweiler) auf die L 43 ab. In leichten Schwüngen geht es etwas talabwärts nach Heidweiler und hinter dem Ort orientieren wir uns in Richtung „Binsfeld“ (Niersbach, Arenrath) auf die L 49. Hinter Arenrath kürzen wir etwas ab, um uns die Orstdurchfahrt Binsfeld zu ersparen und biegen rechts auf die K 43 ab nach Niederkail. Hier folgen wir dem Straßenverlauf der B 50 nach Landscheid. Ohne etwas an unserer „Fahrtrichtung“ zu ändern sind wir jetzt auf der L 34 und über Burg Salm, Hupperath, rollen wir in Richtung der Kreisstadt Wittlich (K 54).

Höhepunkt in Wittlich ist alljährlich die sogenannte „Säubrennerkirmes“, welche immer am 3. Augustwochenende eines Jahres ausgetragen wird. Ansonsten ist die Stadt Wittlich jetzt kein Ort der uns zum längeren Verweilen einlädt und so suchen wir auch auf kürzestem Weg wieder den Ortsausgang in Richtung des Krankenhauses der Stadt (L 52; Hasborn). Stopp, da gibt es doch noch einen einzigen Grund den Aufenthalt in Wittlich zu verlängern. Falls die Maschinen bei Abfahrt nicht vollgetankt waren ist hier ein gute Möglichkeit Sprit für die Tagestour zu fassen. Aber jetzt suchen wir schnell das Weite in Richtung Hasborn und fahren nach einem kurvenreichen, leicht ansteigenden Streckenabschnitt vom „Krankenhaus Wittlich“ bis Hasborn, hinter dem Ort nach Oberscheidweiler. Alles auf der L 52 obwohl sich hinter Hasborn unser Weg gegabelt hat und wir die Route nach rechts gewechselt haben.

Ähnlich geht es uns an der nächsten Kreuzung (B 421). Wir nutzen nach dem Linksabbiegen kurz die B 421 und verlassen die „B“ nach gefühlten 100m wieder nach rechts, jetzt wiederum auf der L 52 in Richtung Lutzerath unterwegs.

Wir rollen auf der L 16, die im weiteren Verlauf Gevenich führen würde, nach Driesch und verlassen die L 16 nach rechts Richtung „Mosel“ nach Bremm. Die L 106 „verläuft“ zunächst recht unspektakulär, um in einem Schwung von Serpentinen talabwärts zur Mosel zu enden. Bei der ersten „Links-Spitzkehre“ ist zur Rechten eine kleine „Haltemöglichkeit“ für maximal 2 – 3 Motorräder, aber der „Halt“ lohnt sich. Für mich der schönste Blick des Tages von der Höhe auf das Moseltal und die Flußschleife bei Bremm. Auf der anderen Uferseite die Ruine des Klosters Stuben und wenn man den Blick nach links in die Höhen des dortigen Weinbergs richtet, traut man seinen Augen an sonnigen Tagen nicht. Es ist der „Calmont“, seines Zeichens der steilste Weinberg Europas und als ausgewiesener „Klettersteig“ ein Anziehungspunkt für Wanderer. Kein Geheimtipp mehr, denn an trockenen Tagen ziehen sich lange Reihen von Wanderern durch den Weinberg. Manchmal erinnert mich das Bild an alte Aufnahmen des Chilcoot Trail, als lange Reihen von Goldsuchern durch den Schnee in Richtung Klondike marschierten. Hier suchen die Naturverbundenen kein Gold, sondern ein ruhiges Idyll, welches sie mit ihrem eigenen Massenauflauf ad absurdum führen.

Zeit für eine Pause und eine angemessene Mahlzeit. Also talabwärts an Bremm vorbei nach Ediger-Eller. Im Ortsteil Eller müssen wir jetzt ein wenig aufpassen, damit wir unsere Einfahrt nach links nicht verpassen. Grob an der Kirche von Eller orientieren und dann kann nichts mehr schiefgehen für unsere Anfahrt zum Weincafe Springiersbacher Hof (Oberbachstr. 30). Über Kopfsteinpflaster und enge Gäßchen suchen wir unseren Weg zur Pausenstation und nehmen dann auf der ruhigen Terrasse Platz oder im gemütlichen Gastraum.

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Weg vom Trubel der Moselpromenade genießen „Wir“ jetzt tatsächlich eine idyllische Pause bei einer guten Mahlzeit oder hausgemachtem Kuchen. Der Springiersbacher Hof ist auch noch für etwas anderes bekannt und mehrfach prämiert. Hier werden erstlassige Schnäpse gebrannt.

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Da sich der Genuss heute nicht mit unserer Motorradtour vereinbart, nehmen wir entweder eine (oder mehrere) Flasche/n im Tankrucksack mit oder nächtigen in einem der Gästezimmer.

Nach unserer wohlverdienten Pause überqueren wir bei Nehren die Mosel und erklimmen bei Senheim dann die Höhen hinauf zum Hunsrück auf der L 200 (Liesenich → Blankenrath [L202]). Dann rollen wir auf der B 421 wieder talabwärts nach Zell an die Mosel und begleiten den Fluss zur Rechten bis nach Enkirch.

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Wer die Moseltour bereits abgefahren ist, weiß welcher Ort sich für eine Pause anbietet und rollt zum Hotel-Restaurant Dampfmühle in Enkirch. Aber wahrscheinlich sind wir noch „gesättigt“ und können uns bis zur nächsten Rast noch etwas Zeit lassen. Also kurvig bergan und über Starkenburg wieder talabwärts nach Traben-Trarbach.

Hier in der Ortslage in Richtung Longkamp (Bernkastel-Kues) abbiegen und Kautenbach entlang in das Örtchen Longkamp. Diesmal fahren wir nicht nach Bernkastel-Kues, sondern verweilen auf den Höhen des Hunsrücks.

Auf kleinen Landstraßen führt unser Weg dann von Gonzerath über Heinzerath, Rapperath nach Weiperath. Jetzt könnte dem geneigten Leser die Idee kommen, dass sich hier die Bürgermeister der Ortschaften nicht sonderlich kreativ zeigten und einer von dem anderen die Ortsendung übernommen hat. Dem ist natürlich nicht so, der Hochwälder ist durchaus kreativ. Vielmehr gehen diese Hunsrücker Namensendungen „–rath“ auf „Rodungen“ zurück und sind in ähnlicher Form bundesweit zu finden. Was in den neuen Bundesländern auf –roda endet oder vielfach in der Harzregion auf –rode hat ähnlichen historischen Hintergrund.

Aber genug davon, es wird Zeit die heutige Tour an einem gemütlichen Ort Revue passieren zu lassen und das nicht mehr allzu weit vom Zielort. Wir fahren also von Weiperath nach Hunolstein und kehren dort im Bauerncafe Hunolsteiner Hof ein. Unmittelbar hinter dem Ortsende führt ein geteerter Feldweg rechts ab zu dieser Lokalität. Ich muss nicht extra betonen, dass es hier in jedweder Form wieder etwas Gutes auf die Gabel gibt. Sei es gut bürgerliche Hausmannskost von der auch ein „ausgewachsener Motorradfahrer“ oder –fahrerin satt wird oder der hausgemachte Kuchen, der einen an den ein oder anderen Besuch auf der Dorfkirmes erinnert. Deshalb sind die „Kuchenstücke“ auch in einem Format, dass es bei einem Cafe in der Innenstadt zu „Kalkulationsproblemen“ käme.

Was jetzt? Möglicherweise ist es jetzt einigen unterwegs so ergangen, wie es sicherlich jedem von uns schon passiert ist. An der ein oder anderen Stelle etwas länger verweilt, oder in ein Gespräch verwickelt, oder einfach nur auf einer der Terrassen die Sonne etwas länger als vorgeplant genossen. Deshalb jetzt unterschiedliche Varianten zum Zielort Trier zu gelangen.

Der Eilzug fährt auf die B 327 und folgt der Beschilderung Trier. D. h. in unserem Fall kurz vor Thalfang auf die L 150 und dann über Fell nach Trier.

Wer in Fell bemerkt, dass er noch einige Kurven gebrauchen könnte und dafür jetzt die Zeit wieder „reingefahren“ hat, der biegt in Ortslage Fell über eine kleine Brücke links ab in Richtung Thomm, respektive folgt der Beschilderung Besucherbergwerk. Die „Gudd-Gess-Tourer“ kennen die alte Bergrennstrecke bereits „bergab“, fahren sie aber jetzt in „Rennrichtung“. Aufgepasst in der ersten Spitzkehre rechts. Bei Gegenverkehr kann hier der „Radius“ schnell knapp werden.

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Vierzig Bergrennen, teilweise als Wertungsläufe zur Europameisterschaft, wurden hier unter Regie des Racing Teams Trier ausgerichtet. Die „Könige der Berge“ fuhren dabei dann im Renntempo die anspruchsvolle Strecke hinauf nach Thomm. Die Streckenrekorde nenne ich an dieser Stelle nicht, um nicht noch den ein oder anderen in Versuchung zu bringen. Für uns definitiv unerreichbar und damit soll es gut sein. Bei Thomm angekommen wieder talabwärts nach Waldrach und von dort einfach der Beschilderung nach Trier folgen.

Alternativ kann man den Weg in die Stadt Trier auch ab Waldrach (Kreisver-kehr; 2. Ausfahrt) über Korlingen suchen und dann über den Höhenstadtteil Tarforst nach Trier fahren.

Hier bietet sich, nachdem man die Liegenschaften der Universität Trier zur Linken passiert hat, noch der kleine Schlenker über den Petrisberg an. Dafür nutzen wir in dem Kreisverkehr die 2. Ausfahrt und folgen hier einfach dem Straßenverlauf in Richtung Stadt. Nachdem wir hier ein Wohngebiet (30er Zone) durchfahren haben, gelangen wir an einen der schönsten Aussichtspunkte der Stadt Trier.

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Nicht zu verfehlen, da zu unserer Linken eine größere Parkbucht angelegt ist. Auf der dortigen Mauer ist auch die Historie der Stadt Trier und die dazugehörige „Stadtplanung“ entsprechend dargelegt.

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Jetzt haben wir es geschafft. Nach einer erlebnisreichen Fahrt drei Regionen auf einen Schlag erledigt oder besser zumindest „angerissen“. Denn jeder Bereich für sich ist schon allein eine Tour wert.
Unsere „Rastplätze“ sind bereits unter Rasten & Übernachten eingestellt und
harren eures Besuchs.

Fachleute und andere Spezialisten

11 Samstag Apr 2015

Posted by flyinghaggis2015 in Nachdenkliches & Provokantes

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Goslar, Verkehrsgerichtstag

An sich bin ich ein Befürworter des Verkehrsgerichtstages in Goslar. Hier treffen sich „die Fachleute“, Juristen, Politiker, sowie „Spezialisten“ von Automobilclubs und Versicherern, um in den jeweiligen Arbeitskreisen Empfehlungen zu erarbeiten, welche in den meisten Fällen durchaus ihre Berechtigung haben.

Die Einführung des E-Call-Systems (Notrufsystem) bei neuzugelassenen Fahrzeugen ab 2018 halte ich persönlich z. B. für ein gutes Mittel um nach „schweren Unfällen“ schnellstmöglich die Notfallversorgung an einem Unfallort zu gewährleisten.

Beim diesjährigen Verkehrsgerichtstag „stolpert“ man als Motorradfahrer/-in unweigerlich über den Arbeitskreis IV, welcher sich mit dem „Unfallrisiko Landstraße“ befasst.

Unter dem Punkt 4 wird dann festgehalten:

Motorradfahrende stellen einen großen Anteil der auf Landstraßen Verunglückten. Eine Verbesserung der Situation erfordert an bekannten Motorradstrecken die Möglichkeiten des einschlägigen Merkblattes (MVMot) konsequent umzusetzen. Dies bedeutet unter anderem, dass in Kurvenbereichen die Installation von Schutzplanken nur mit Unterfahrschutz erfolgen darf.

Die MVMot ist ein umfassendes Merkblatt zur Verbesserung der Verkehrssicherheit auf Motorradstrecken und datiert aus dem Jahr „2007“.

http://www.fgsv-verlag.de/catalog/product_info.php?products_id=2366

Auf -47- Seiten wird hier durchaus Sinnvolles zum Besten gegeben. Aber kommen wir jetzt wieder zum Verkehrsgerichtstag. Für „UNS“ nicht neu: Wir stellen auf Landstraßen einen großen Anteil an Verunglückten. Dürfte jedem/jeder von uns klar sein, denn genau „DORT“ fahren wir am liebsten. Ergo ist der Großteil von uns auch dort unterwegs. In Punkt 1 des Arbeitskreises beschäftigt man sich noch mit der Problematik der Baumunfälle und auch hier mit der zwingend erforderlichen Installation von Schutzplanken. Alles gut für UNS.

ABER jetzt kommt es! Was haben unsere „Fachleute“ auf der Landstraße noch vor? Punkt 2 der Empfehlung des Arbeitskreises, die meine „Einlassventile zum flattern bringt“, sieht folgendes vor:

Zur Reduzierung schwerer Unfälle soll die Regelgeschwindigkeit für Pkw und Lkw gleichermaßen bei 80 km/h liegen. Dazu ist eine Umkehrung von Regel und Ausnahme bei der zulässigen Höchstgeschwindigkeit erforderlich. Entsprechend ausgebaute oder ertüchtigte Straßen können danach weiter für Tempo 100 freigegeben werden. 

HALLO! Geht`s noch?

Wer von UNS hat schon von einer „Unfallstrecke“ für Motorräder gehört, bei der man damit Abhilfe schafft, dass WIR „schneller“ fahren dürfen? Nehmen wir einmal zur Entschuldigung der Arbeitskreismitglieder an, dass dieses Thema unmittelbar nach der Mittagspause diskutiert wurde und sich das Gros der Teilnehmer noch im „Suppenkoma“ befunden hat. Auf der Landstraße sind bis dato 60 km/h für die Zielgruppe der LKW-Fahrer erlaubt. Der LETZTE dieser Spezies, der mir auf halbwegs ebenem Geläuf mit den gesetzeskonformen 60 km/h begegnet ist, datiert sich aus dem letzten Jahrtausend. Die SPEZIALISTEN begegnen also dem Problem, dass die „Rennleitung“ diese Tempoüberschreitungen der LKW auf Landstraßen ohnehin nicht mehr kontrolliert in der Form, dass dieses, in der Praxis ohnehin offene „Geschwindigkeitsfenster“ jetzt einfach „legalisiert“ wird.

Weitere Begründung: Damit würden die „gefährlichen Überholmanöver“ entfallen, weil der gestresste PKW-Fahrer jetzt nicht mehr hinter dem 60 km/h fahrenden LKW schleichen muss und dann an unübersichtlichen Stellen zum Überholen ansetzt!

HALLO SPEZIALISTEN – Hört Ihr mich? Die Herrn in den ganz schweren Geräten sind ohnehin schon seit Jahren kein 60 km/h mehr auf Landstraßen gefahren! Wenn man Glück hatte, dann sind SIE einem NUR mit 80 km/h begegnet. IHR klärt gerade ein Problem nach Aktenlage, deren FAKTEN aber bereits seit Jahren im wahrsten Sinne des Wortes überholt sind! Mit „Gleichmacherei“ wird das Problem nicht behoben und aus der Welt geschafft.

Aber vielleicht verhalten WIR uns jetzt besser ganz „ruhig“! Noch ist ja von UNS nicht die Rede. Am Ende werden WIR auf Grund unserer Unfallhäufigkeit auf Landstraßen auf die 60 km/h Höchstgeschwindigkeit gesetzt, weil man ja ein Motorrad als einspuriges Fahrzeug „viel leichter“ überholen kann!

Ich vermute, dass es als Nachtisch beim Verkehrsgerichtstag in Goslar diese „merkwürdigen Kekse aus Holland“ gab! Das würde für mich einiges erklärbar machen.

Wenn im nächsten Jahr in Goslar die „Kekse aus Holland“ auf der Tagesordnung stehen und „SIE“ gesetzlich freigegeben werden haben wir Gewissheit!

Moselfahrt aus Liebeskummer!

06 Montag Apr 2015

Posted by flyinghaggis2015 in Anderstouren

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Mosel, Moseltour

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So hieß der Filmtitel einer Schnulze aus den 50er Jahren, die für diese Generation wohl das Bild der Region rund um die Mosel prägte. Heutzutage ging dieser Film wahrscheinlich als Horrorfilm durch und verstaubt (glücklicherweise) in den Regalen der Archive. Wir haben keinen Liebeskummer, so hoffe ich zumindest, aber trotzdem das Bedürfnis die Region kennenzulernen.

Als Einstieg in die Anderstour „Moselland“ der alles entscheidende Tipp für eine gelungene Moseltour mit dem Motorrad: „Meiden Sie die Mosel!“

Jetzt hat er es gepackt, der arme Kerl. Der Autor des Berichtes konsumiert bewusstseinserweiternde Drogen und hat sie jetzt mit Alkohol eingenommen! Das konnte ja nicht gut gehen!

Weit gefehlt Leute. Die Mosel und ihre Weinberge mit den kleinen Weindörfern, die der Ein oder Andere nur von Flaschenetiketten kennt, ist wunderschön und allemal eine Reise wert. Aber – wir planen eine Tour mit dem Motorrad und jetzt haben wir ein Problem, denn die Schönheit der Region hat sich herumgesprochen. An Wochenenden und Feiertagen, sowie der Ferienzeit tummeln sich an der Ufertrasse von Trier bis Koblenz „Bürgerkäfige auf Schleichfahrt“ und „Wanderbaustellen mit gelben Kennzeichen“. Kurz und gut – alles was der Motorradfahrer/die Motorradfahrerin so dringend benötigt wie einen Kolbenfresser oder eine gerissene Steuerkette.

Ergo gehen wir diesen Problemen weitestgehend aus dem Weg, bewundern aber trotzdem den Flusslauf (an gewissen Stellen) und fahren eine Berg- und Talbahn, die in der Häufung in Deutschland nicht allzu oft vorkommt. Ca. 240 km haben wir heute vor uns. Reine Fahrzeit bei gemütlichem Fahrstil liegt zwischen 4,5 und 5 Stunden. Also Zeit satt für unsere Pausen aller Art.

Wir beginnen unsere Tour in Trier und fahren auf der westlichen Seite von Trier, also den Fluss immer auf der rechten Seite, stadtauswärts in Richtung Schweich (B53). Langsam einrollen für den Tag ist angesagt und so folgen wir dem Fluss- und Straßenverlauf weiter bis Mehring. Jetzt geht es auf die K 85, soll heißen am Ortsende über die Moselbrücke und dann durch ein Neubaugebiet hinaus aus dem Ort und zu unseren ersten Kurven.

Am Ende dieser Wegstrecke wartet eine Kreuzung auf uns und wir biegen links auf die L 150 in Richtung Morbach ab. Die L 150 ist aber für uns nur ein Zubringer zur nächsten schönen Kurverei, denn bereits an der nächsten Kreuzung geht es erneut links ab auf die L 148 ins idyllische Dhrontal. Das Tal liegt so schön eingebettet in der Hügellandschaft, dass selbst im Sommer immer noch ein schattiges Plätzchen zu finden ist.

Nach einem längeren Bergaufstück geht es in einer 90 o Linkskurve für uns nach rechts auf die L 128 in Richtung Papiermühle. Kein Problem für den der die Abzweigung verpasst, denn nach ca. 100m ist linksseitig ein großer Parkplatz zum Wenden. Außerdem bietet sich dieser Platz auch für das erste „Moselfoto“ an, mit dem schönen Blick auf das Winzerörtchen Trittenheim.

Dann geht es wieder weiter auf der L 128 nach Papiermühle und an der Kreuzung dann nach links zum nächsten Winzerort Neumagen-Dhron (L155). Da wir versuchen die Ortsdurchfahrten weitestgehend zu vermeiden fahren wir an der Kreuzung (Ortseingang Dhron) nach rechts auf die L 156. Wir wollen nach Piesport, nehmen deshalb an dem Verkehrskreisel die 2. Ausfahrt (L 50) und dann geht es auch schon jenseits der Mosel wieder den Weinberg hinauf. Die Straße mäandert hier noch mehr, als der Flusslauf unterhalb. Zeit den Blick zu genießen nehmen wir uns gleich, denn wir folgen alsbald der Beschilderung Panoramastrecke (K 52) und biegen rechts ab (Die Abzweigung ist im spitzen Winkel, also ruhig etwas weiter ausholen beim Abbiegen).

Auf der Panoramastrecke haben wir jetzt einige Möglichkeiten mit der Maschine anzuhalten und den Blick ins Moseltal einfach nur zu genießen oder auch Erinnerungsfotos zu machen. Irgendwie hat es was zu sehen wie sich hier die Natur, in persona des Flusses Mosel, ihren Weg durch die Berge gesucht hat.

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Wir kommen anschließend bei unserer Weiterfahrt wieder auf Flussniveau und landen in Minheim. Hier links ab auf die K 53 und zunächst einfach die Mosel rechte Hand „liegen lassen“.

Wir folgen dem Flusslauf bis Lieser und überqueren die Mosel. Jetzt könnte man einfach nach Bernkastel-Kues dem Straßenverlauf der Bundesstraße 53 folgen. Aber das machen wir ja nicht, denn wir wollen nicht direkt im Touristenstrom schwimmen, sondern folgen dem Motto „Der Weg ist das Ziel“.

Also rein in die Ortslage Mülheim auf die Veldenzer Straße (K 88), dem Straßenverlauf ins gleichnamige Örtchen Veldenz folgen und in der Folge weiter auf der K 88 (grobe Richtung Gornhausen). Hier hatte der „Straßenbauer“ wahrscheinlich vor der Planung einen „Kreisel“ verschluckt, denn die Straße dreht derartige Windungen, dass es eine Pracht ist. Fast ist man an eine Alpenpassfahrt erinnert.

Danach wird es kurz etwas entspannend, denn am Ende der K88 wenden wir uns an der Kreuzung nach links L 157 und wenig später erneut links Richtung Gonzerath (B 269). An dem dann folgenden Kreisverkehr hinter Gonzerath fahren wir die 3. Ausfahrt wieder in Richtung Mülheim und kurvenreich geht es talabwärts ins Moseltal auf der L 158.

Unweit der Moselbrücke Mülheim landen wir wieder am Flusslauf und jetzt dürfen wir auch der Wegweisung in Richtung Bernkastel-Kues auf der B 53 folgen. Ist es eigentlich Fluch oder Segen der Tourismus? Vorsicht jetzt bei einer objektiven Betrachtung, denn wir sind mit unseren Maschinen auch ein Teil dieser Zielgruppe Touristen. Wenn man sich die Zeit nehmen möchte und auch einen Parkplatz an der großen Uferpromenade findet, dann kann man durch den wirklich schönen Ortskern von Bernkastel bummeln und die Fachwerkhäuser bewundern. Meistens bummelt man aber im Sommer nicht, sondern man wird durch den Ort „geschoben“. Nach Cochem ist Bernkastel-Kues der wohl am stärksten frequentierte Ort der Mosel und das merkt man auch.

Ansonsten war doch da was mit Kurven. Ach ja, jetzt hab` ich es wieder. Am Ortseingang Bernkastel können wir auch kurz nach der Einfahrt in den Ort rechts in einen Tunnel auf die B 50 abbiegen. Der kleine Tunnel dient hier als Ortsumgehung und im Anschluss geht es wieder kurvig bergan in Richtung Longkamp. In der Ortslage Longkamp wenden wir uns dann in Richtung des nächsten bekannten Moselortes Traben-Trarbach links auf die L 187 (Kautenbach). Seit einiger Zeit ist die Strecke neu asphaltiert und einfach wunderbar durch das kleine Tal zu fahren.

Um die Wende ins 20. Jahrhundert war Traben-Trarbach die zweitgrößte Weinhandelsstadt Europas nach Bordeaux in Frankreich. In der ansonsten katholisch geprägten Moselregion war Traben-Trarbach die einzige protestantische Enklave und hatte eine stark preußische Orientierung. Aus der Nähe zur preußischen Wirtschaftsmacht ergab sich zum einen der o. a. ausgeprägte Welthandel in Sachen „Wein“ und zum zweiten eine Besonderheit in Sachen Architektur. Der Berliner Baumeister Bruno Möhring entdeckte seine Liebe für den Moselort und so gilt heute noch Traben-Trarbach unter Freunden des Jugendstils als Ikone in Deutschland. Wer sich das fachmännisch erklären lassen möchte terminiert seine „Moseltour“ auf den jeweils 1. Sonntag eines Monats. Hier ist dann um 11:00 Uhr Treffpunkt an der Tourist Information in Traben-Trarbach zur „Jugendstilführung“.

Wem es danach nach einer gemütlichen Pause mit „Aussicht“ ist, dem sei das Weingut Conrad Bartz empfohlen (Wolfer Weg 41). Gemütliche Terrasse mit Blick auf die Promenade und eine kleine aber feine Speiseauswahl. Das der „Herr des Hauses“ nicht nur etwas vom Weinanbau versteht sieht man unmittelbar im gemütlichen Gastraum. Hier steht eine wunderbar restaurierte Triumph und unmittelbar neben dem Tresen freut sich der „italophile Motorradfreund“ an einer traumhaften Moto Morini.

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Für alle anderen geht es in der Ortslage Traben-Trarbach rechts ab in die Schottstraße (L 190) Richtung Irmenach. Im weiteren Verlauf würde dieser Weg dann in den Hunsrück führen und das künstlich erschaffene Pseudo-Drehkreuz Flugplatz Frankfurt-Hahn erreichen. Allein die Namensgebung ist bereits ein Witz, weil Hahn und Frankfurt liegen nur auf dem Globus nahe beieinander. Wir fahren aber lange vorher links ab auf die L 192 nach Starkenburg (Enkirch).

Starkenburg ist von der Aussicht her mein Favorit und so ist der Fotohalt im Ort natürlich ein Muss. Der Parkplatz am Weinhaus Schöne Aussicht bietet sich dafür an. Wer eine Pause einlegen möchte könnte dies mit dem wunderbaren Blick an einem „Fensterplatz“ im Restaurant verbinden. Verpflegung ist aber eher als durchschnittlich zu bewerten.

Wer sich noch ein wenig gedulden kann der sollte hinsichtlich des Auffüllens seiner Kohlenhydratespeicher noch warten und die paar Kilometer bis Enkirch zurücklegen. Erste Wahl ist hier das Hotel-Restaurant Dampfmühle. Der Wirt ist Motorradfahrern/-innen gegenüber „wohlgesonnen“ und die Verpflegung ausgezeichnet. Tourenfahrer die unsere „Moseltour“ von weiter her angehen können die „Dampfmühle“ auch als „Basislager Mosel – Hunsrück“ anfahren und sind gut untergebracht.

Der Magen-Darmtrakt ist jetzt gefüllt und ruft zunächst einige körperliche Ressourcen zur Erfüllung seiner Aufgaben ab. Deshalb lassen wir es die ersten Kilometer langsam angehen bis sich wieder Konzentration eingefunden hat.

Wir nutzen zunächst die B 53 bis wir bei Reil wieder die Mosel überqueren. Der Weinort Reil war in der Crosserszene früher durchaus ein Begriff. Der „Heisse Stein“ war lange ein Lauf zur Deutschen Meisterschaft und hat die nationale Crosserelite und die Zuschauer an die Mosel gelockt.

Also Ortslage Reil → Kaiserstraße, Bergstraße (Nomen est omen) und dann links ab auf die K 63 (Am Reiler Hals). Nach einer kurzen Wegstrecke folgen wir der Beschilderung nach rechts auf die K 135 in Richtung Bengel. Die B 49 ist hier eine der „interessanteren Bundesstraßen“ und wir könnten ihr auch bis nach Wittlich folgen, was wir aber nicht tun. In der Ortslage Kinderbeuren biegen wir nach links ab und folgen der Beschilderung (L 58) nach Kröv. Der „Nacktarsch“ lässt grüßen. An dieser Stelle keine Beleidigung aus heiterem Himmel, sondern die Bezeichnung der weltbekannten Weinlage um den Winzerort Kröv.

Nach der kurvenreichen Bergabstrecke mit einem schönen Ausblick auf das Moseltal rollen wir, am Fluss angekommen, nun gemütlich nach rechts und folgen dem Straßenverlauf (B 53) an Ürzig vorbei bis Zeltingen. Hier fahren wir nicht in den Moselort, sondern orientieren uns in Richtung Wittlich. Alles sehr gut beschildert (B 50) und bedarf deshalb keiner weiteren Erläuterung.

Vielleicht fragt sich jetzt der ein oder andere warum ich die unmittelbar an der Moselbrücke Zeltingen liegende Gastwirtschaft, das Kloster Machern, nicht als Station anbiete und hier vorschlage. Wer möchte kann hier gerne pausieren. Das hausgebraute Bier ist wirklich ausgezeichnet, verträgt sich aber nicht mit unserer Motorradtour. Außerdem ist mir das Lokal zu überlaufen und deshalb schlagen wir einen Bogen um diese Lokalität und fahren „etwas Ruhigeres“ an.

Es geht nach Platten. Hier steuern wir das Winzerhofcafe Görgen an (Bahnhofstraße 14), genießen unseren Aufenthalt auf einer schönen und abgelegenen Terrasse und lassen die bisherige Tour Revue passieren. Wer bislang noch nicht gespeist hat kann das jetzt nachholen. Auch die Zuckerlastigen unter uns werden an der Kuchentheke sicherlich fündig. Das Winzerhofcafe liegt an einem der neu geschaffenen Radwege und ist dadurch zwangsläufig hauptsächlich von Radlern besucht. Für Motorräder findet sich aber immer noch irgendwo ein Platz.

Alsdann geht es auf die heutige Schlussetappe und wir verlassen Platten in Richtung Osann-Monzel und orientieren uns über die L 53 und anschließend L 47 in den kleinen Wallfahrtsort Klausen. Alljährlich ist die Kirche zu Saisonbeginn Ziel einer gut frequentierten und organisierten Motorradwallfahrt.

Von Klausen fahren wir wieder ins Moseltal nach Piesport (L50). Hier landen wir kurz auf einem Streckenabschnitt, den wir heute Morgen bereits „bergauf“ genießen durften und fahren die kurvenreiche Strecke jetzt bergab in den Ort Piesport. Die Weinberge, die wir soeben passiert haben sind alljährlich Teil der „Moselwertungsprüfungen“ anlässlich des deutschen Laufes zur Rallyeweltmeisterschaft. Hier drehen dann die Profis ihre Runden durch die Weinberge und die „Moselregion“ rund um Trier begrüßt und beherbergt die Rallyefans aus aller Welt.

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Es ist jetzt wahrscheinlich später Nachmittag und die „Hauptausflugswelle“ ist abgeebbt. Deshalb halten wir uns jetzt ein Stück an der Promenade (B 53) auf und fahren am Moselufer entlang bis nach Klüsserath. Am Ende des Ortes biegen wir rechts ab (K47 / K 40). Es geht jetzt nach Hetzerath und in der Ortslage fahren wir zunächst nach rechts, also nicht in Richtung Trier, weil wir vorher noch schnell ein paar Kurven mitnehmen möchten. In dem folgenden Verteilerkreis fahren wir die 3. Ausfahrt ab und orientieren uns in Richtung Naurath (Bahnhofstraße / K 39). Falls sich jemand hier in der Ortslage Hetzerath „verfährt“ und versehentlich auf der L 49 in Richtung Erlenbach rollt ist dies kein Problem. Nach einigen Kurven haben wir zur Rechten die Ortschaft Dierscheid und wir biegen eben hier nach links in Richtung Naurath ab. In Naurath dann einfach durch den Ort und dem Straßenverlauf weiter folgen bis zur nächsten Kreuzung die uns nur die Wahl „links oder rechts“ lässt. Wir sind jetzt auf der L 46, die wir bei einigen unserer Anderstouren bereits als „Eröffnung“ genutzt haben. Jetzt fahren wir „Sie“ mal genüsslich zum Abschluss unserer Moseltour und folgen abschließend einfach der Beschilderung nach Trier.

Kurven hatten wir ausreichend und so lassen wir den Tag gemütlich cruisend ausklingen. Liebeskummer hatten wir bereits zu Beginn nicht und es steht zu hoffen, dass sich dieser Gemütszustand im Verlauf unserer Tour nicht eingestellt hat. Eines dürfte sich aber auf der Tour herauskristallisiert haben: Abseits der Touristenströme hat die Mosel für Motorradfahrer etwas zu bieten.

Die heutigen Tipps für Rast und Verpflegung sind entsprechend auf meiner „Empfehlungsseite“ ergänzt.

Liest Minister Dobrindt Mark Twain?

02 Donnerstag Apr 2015

Posted by flyinghaggis2015 in Nachdenkliches & Provokantes

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Alexander der Große, PKW-Maut, Politiker

Er hat es schon nicht leicht unser Verkehrsminister. Die ganze Welt hackt auf ihm herum!

Dabei hat doch alles so gut angefangen. Da geben die Eltern „ihrem männlichen Sprössling“ den Namen Alexander. Da sind die Vorzeichen bereits klar. Welch` eine Historie verbinden wir nicht alle mit dem Vornamen Alexander!

Alexander der Große, der Eroberer und Beherrscher der damals bekannten Welt. Das war`s aber dann auch schon und unser Alexander spürt die Bürde seines Namens!

Unser Alexander wächst in Deutschlands Süden auf und weil wohl irgendetwas in seiner Kindheit schief gelaufen ist, wird der „kleine Alexander“ dann Politiker. Möglicherweise wurde er bei den Sportstunden in der Schule immer als Letzter in die Mannschaften gewählt und dann noch die „Mengenlehre“. Bei einer derartigen Häufung negativer Ereignisse musste mit der frühkindlichen Prägung etwas daneben gehen.

Also ab in die Politik, denn wo kann man ansonsten seiner „gemeinen Umwelt und den Mitmenschen“ am besten den Alltag erschweren. Als „Süddeutscher“ entsprechend sozialisiert kommt auch nur eine Partei in Frage und so ist der Weg vorgezeichnet.

Aber aus unserem kleinen Alexander wird immer noch nicht Alexander der Große, denn hier regiert bereits der „große HORST“. HORST achtet pedantisch darauf, dass niemand in seiner Umgebung auftaucht, der seinen Führungsanspruch in Frage stellt. Also ist ein entsprechend devotes Verhalten durchaus von Vorteil für ein innerparteiliches Vorankommen. Das schafft unser Alexander. HORST hat auch die „Lufthoheit über Deutschlands Stammtischen“ oder zumindest über den regionalen Bierzelten im Süden Deutschlands.

Hier kommt HORST jetzt irgendwann zwischen der sechsten oder siebten Maß Bier die Idee von einer PKW-Maut auf Deutschlands Autobahnen und lässt, in seiner unnachahmlichen Art, diesen geistigen Erguss auch öffentlich verbal ab.

Das man (HORST) sich keine Gedanken über den möglichen Ablauf seiner Idee gemacht hat stört ihn nicht, weil er ja unseren Alexander an entscheidender Stelle im Fachministerium positioniert hat. Soll DER sich jetzt Gedanken darüber machen, wie sein CHEF das gemeint hat! Aber weil nicht einmal HORST weiß wie er DAS gemeint hat, wie soll denn da unser Alexander wissen was er mit der Geschichte anfangen soll?

Muss er aber, weil es ist Bestandteil einer Wahl und da ging man mit dem geistigen Erguss hausieren. Bei jeder Pressekonferenz sieht man unseren Alexander jetzt mit schmerzverzerrtem Gesicht Weisheiten von sich geben in Sachen Maut, deren Inhalt ihm selbst suspekt oder unerklärlich sind. Fragen der Anwesenden werden nicht konkret beantwortet oder auf einen späteren Termin verschoben. Fachleute berechnen, dass diese Maut keinesfalls zu den finanziellen Einnahmen führt wie zuvor „prognostiziert“. Alles egal, WIR ziehen das „Ding“ jetzt durch. Bundesländer mit entsprechenden EU-Grenzen ziehen dagegen ins Feld, weil man berechtigterweise befürchtet, dass sich das „grenznahe Einkaufsverhalten“ unserer „noch freundlichen Nachbarn“ ändern wird und die Einnahmen des grenznahen Einzelhandels zukünftig rarer werden.

ABER unsere „Vertreter im Bundestag“ stimmen mehrheitlich zu. Teilweise unter Zurückstellung „größter Bedenken“.
Hier muss ich kurz einlenken für eine Person, deren Freund ich niemals in seiner politischen Laufbahn gewesen bin – ABER jetzt. Dr. Peter Gauweiler hat permanent gegen dieses merkwürdige Konstrukt PKW-Maut gewettert und auch bei der Abstimmung, trotz parteilichen Drucks, dagegen votiert. Es geht also doch. Damit meine ich seine eigene Meinung zu vertreten und standhaft zu bleiben, wenn man „irgendetwas“ für einen „Schildbürgerstreich“ hält. Allerdings wird Rückgrat benötigt und DAS verträgt sich augenscheinlich nicht allzu oft mit dem Berufsbild Politiker.

Jetzt haben wir das DING und wir werden mal sehen, was noch alles „nachgebessert“ wird im Laufe der Zeit. PKW und Wohnmobile. Meine Freunde die „Sprinter“ sind meines Wissens nicht erfasst. WIR sind auch noch raus!

Was war jetzt noch mal mit Mark Twain?

Der berühmte amerikanische Schriftsteller war nicht nur Autor solch berühmter Jugendlektüre wie Tom Sawjer und Huckleberry Finn, sondern auch für den ein oder anderen „starken Ausspruch“ gut. So auch hier.

„Manchmal ist es besser den Mund zu halten und für dumm gehalten zu werden, als den Mund aufzumachen und jeden Zweifel zu beseitigen!“

Vielleicht hätte der ein oder andere Beteiligte in Sachen PKW-Maut vorher Mark Twain lesen sollen.

Ich hab`den „Längsten“!

20 Freitag Mär 2015

Posted by flyinghaggis2015 in Nachdenkliches & Provokantes

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Onboardvideos

Das muss es einfach sein, eine andere rationale Erklärung habe ich momentan nicht für „das Verhalten“. Denn bei Motorradfahrerinnen habe ich dies bis dato noch nie festgestellt.

Ja, genau. Die Testosterongeschichte muss damit zusammenhängen. Was finden wir im Lexikon und dem allseits beliebten Wikipedia? Imponiergehabe und Kampfverhalten. Kastration soll helfen – aber soweit wollen wir jetzt doch nicht gehen.

Von antisozialem Verhalten und verringerter kognitiver Empathie ist da die Rede. Das passt jetzt alles und schon haben wir unsere Lösung für das Problem gefunden, bevor wir das Problem als solches überhaupt thematisiert haben!

Was habe ich denn jetzt wieder für ein merkwürdiges Thema?

Ich habe nichts gegen das Internet und die diversen Plattformen, die das Medium mit sich bringt. Schließlich mache ich mich momentan selbst auf diesem Blog breit und gebe Nützliches und Unnützes zum Besten.

Auch das ein oder andere Onboard-Video von einer Rennstrecke schaue ich mir gerne an. Helmut Dähne und die 7:49:71 lassen grüßen. Wenn IHM einer nacheifert und seine 8:30er Runde auf der Nordschleife ins Netz stellt – auch gut und Chapeau für den Fahrer oder Fahrerin.

Aber jetzt kommt`s. Keinerlei Verständnis habe ich für die grenzdebilen Spezialisten, die ihre Glanztaten auf Landstraßen ins Netz stellen. Größtenteils dann auch noch auf Streckenabschnitten, die ohnehin im Fokus von Rennleitung, Straßenbaulastträgern und kommunaler Politik stehen.

Spürt IHR noch was?

Haben wir nicht schon Streckensperrungen in einem ausreichenden Umfang für UNS als Motorradfahrer? Müssen wir den „Entscheidern“ vor Ort auch noch selbst die Munition für ihre Flinten geben, damit sie anschließend (bildlich gesprochen) auf UNS schießen können?

Aber scheinbar merkt IHR „Superkönner“ im Testosteronrausch nicht mehr, welches Problem ihr als „Einzelne“ für die Gemeinschaft „Motorradfahrer/-innen“ darstellt und produziert. Gerade an der „50er“ Begrenzung vorbeigeflogen und die „100km/h“ auf dem Tacho gut sichtbar!

Schon mal von dem Sprichwort gehört mit dem Ast absägen auf dem man gerade noch sitzt? Wahrscheinlich schlagt IHR auf dem Boden auf, die Säge noch in der Hand und fragt dann ganz verstört „WER“ das jetzt gemacht hat!

Wenn IHR schon das Bedürfnis habt diese Strecken in derartiger Form abzufahren, dann macht das! (Gebt EUCH aber zumindest die Mühe keine Unbeteiligten zu gefährden)

Wenn IHR diese Glanztat dann auch noch unbedingt für den Eigengebrauch filmen müsst, dann tut auch dies. ABER erspart dem Rest der motorrad-fahrenden Menschheit euer „vorpubertäres Brunftverhalten“ im Netz.

Es interessiert UNS nämlich nicht, dass IHR den „Längsten“ habt!

Die Streckensperrung, die latent durch euer Verhalten im Raum schwebt, interessiert uns aber schon!

Regenfahrten!?

06 Freitag Mär 2015

Posted by flyinghaggis2015 in Sparte A

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It`s raining cats and dogs

Was haltet Ihr denn so von Touren durch den strömenden Regen? Nicht gut? Ganz ehrlich gesagt kann ich mir auch schöneres auf dem Motorrad vorstellen, als eine Fahrt durch den Regen mit all den Unzulänglichkeiten die unser „Lieblingsgerät“ so mit sich bringt.

Eine dieser Regenfahrten ist mir aber ganz besonders im Gedächtnis geblieben und ich denke, dass es fast ALLEN unter uns so geht, dass es EINE dieser Wahnsinnstouren durch den „Batsch“ gibt, die wir einfach nie vergessen werden.

Als „Aufmacher“ der Blog-Seite habe ich bereits meine Affinität zur Isle of Man beschrieben und meine unvergessliche „Regenfahrt“ hat unmittelbar mit der ersten Tour zur Man zu tun.

An sich hatten wir Ende Mai 1984 unseren Ausflug zur TT zu dritt geplant, aber kurz vor Fahrtantritt sprang unsere Nr. 3 ab. So machten sich mein Kumpel Klaus und ich eben als Duo auf den Weg. Da zu diesem Zeitpunkt noch keine Rede vom Eurotunnel war, suchten wir nach einem alternativen „zügigen“ Weg. Dergestalt wurden wir bei der Hovercraft, also den Luftkissenbooten fündig, die eine Kanalpassage von Calais nach Dover in einer Stunde realisierten.

Auf nach Calais. Problem war, in Trier bei der Abfahrt hatte „Irgendjemand“ die Himmelsschleusen geöffnet und es sah auch nicht danach aus, dass sich daran zeitnah etwas ändert. Also begann die Tour sofort bei „englischem Wetter“ und -2- Mann mit vollbepacktem „Gerät“ machten sich auf den Weg gen England.

Unterwegs in Luxemburg und Belgien musste der Schreiber dieser Zeilen mehrfach anhalten um unseren eingeschlagenen Weg auf der Karte zu kontrollieren. Leider war das während der Fahrt, wie ansonsten praktiziert, nicht möglich, weil das Sichtfenster meines Harro Elefantenboy vor den Regenmassen kapituliert hatte und derart angelaufen war, dass darunter nichts mehr zu erkennen war.

Der jetzt folgende Hinweis, dass ich entgegen meiner sonstigen Praxis diesmal die Karte im Vorgriff nicht laminiert hatte, wird wahrscheinlich schon beim Leser zur Erkenntnis führen, was jetzt folgt. Beim dritten Halt war meine Karte kurz vor der Veränderung des Aggregatzustandes und nur mit viel Wohlwollen noch als Karte zu identifizieren. Dies resultierte aus dem permanenten „nassen“ rein und raus aus dem Kartenfach meines Tankrucksacks.

Da es mir in jungen Jahren noch mehr an emotionaler Ausgeglichenheit als heute fehlte, landete der „nasse Klumpen Papier“ unter Verwünschungen (und Hinweisen auf die eigene „Dummheit“ → siehe Laminieren) im Graben einer belgischen Nationalstraße.

Also weiter nach Calais ohne topografische Hilfsmittel, schließlich hatten wir unser Date mit dem Luftkissenboot. Im Hinterkopf ständig diese Gedanken, wenn das hier schon derart mies ist, wie sieht denn dann erst das Wetter auf der nicht gerade sonnenverwöhnten englischen Insel aus!

Nach Stunden ohne einen einzigen trockenen Kilometer am Hafen angekommen war mein erster Weg zu einem „netten Herrn“ des dortigen Hafenpersonals, um die „Wetterlage“ auf der „anderen Seite“ zu checken. Seine Antwort: „Dover sonnig und trocken“ wertete ich zunächst als Märchen und Heldensagen unter der Rubrik: Der will uns nicht komplett demoralisieren!

Was soll ich sagen? Der Mann hatte uns tatsächlich nicht belogen und unsere Weiterfahrt bis nach London erfolgte auf trockener Strecke und mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Zeltplatz gesucht – unter Mithilfe eines netten englischen Motorradfahrers, der uns eine kostenfreie Stelle in Greenwich zeigte und am nächsten Morgen schnell die „Touristenrunde“ durch das morgendliche London mit den erforderlichen Fotos für das Poesiealbum (natürlich alle Fotos vom Motorrad aus, denn wir hatten es eilig).

Unser Termin in Liverpool wartete in Form einer „vorgebuchten Fähre“ nach Douglas. Zwischenzeitlich hatte der Typ vom Tag zuvor, der mit den Himmelsschleusen, England erreicht und auch hier alle Luken geöffnet. Ergeben in unser nasses Schicksal und in Vorfreude auf das Mekka aller Motorradfahrer/-innen also weiter Kurs Liverpool. Was sollte jetzt noch schlimmer kommen?

Schon mal von Murphy`s Gesetz gehört? Genau, schlimmer geht immer und was schief gehen kann, geht auch schief. Zumindest ansatzweise.

Irgendwo in Höhe Birmingham machten wir eine Tankpause und trafen eine Gruppe Motorradfahrer aus Hannover, die uns im weiteren Verlauf unserer Tour und auf der Man begleiteten. Warum erzähle ich das? Die Jungs aus Hannover hatten Neuigkeiten für uns, weil sie gerade die Nachrichten im Radio verfolgt hatte. Fährstreik in Liverpool – nichts geht mehr. Die Hafenarbeiter der Steam Packet (Fährreederei) hatten den Bogen raus gute Termine zu finden, um ihren Anliegen die entsprechende Durchsetzungskraft zu verleihen. Weiterfahrt also mit dem mulmigen Gefühl – wie geht es ab Hafen Liverpool weiter?

Weiter ging es zunächst noch gar nicht und auch im Anschluss nur mit recht kurzen Intervallen. Einer der Jungs aus Hannover fuhr eine Laverda RGS 1000 und hatte seiner „Italienerin“, damit „SIE“ besser Luft schnappen kann, offene Ansaugtrichter spendiert. Leider hängt der Motor bei der Laverda in einem bestimmten Winkel im Rahmen, der bei Regen und einem Hinterreifen „ohne“ Radabdeckung zu gewissen Problemchen führt. Klartext: Der Hinterreifen schaufelte bei Dauerregen eine erkleckliche Menge an Spritzwasser in die Vergaser und Resultat war dann eine „spuckende italienische Diva“, die den Betrieb einstellte. Beim nächsten Zwangshalt in Sachen „Trockenlegen“ wurde dann eine „Damenstrumpfvariante“ über dem Einlass gewählt, was die Etappen verlängerte.

Kurz vor Liverpool wurde es dann „trocken“ und wir fuhren zunächst gemeinsam in den Hafen ein. Da die „Hannoveraner“ nicht vorgebucht hatten mussten Sie vor der Reede warten. Wir durften mit unseren Tickets ins Gelände und wurden in eine Halle mit leichten baulichen Eigenheiten „gelotst“. Die Eigenheiten waren dergestalt, dass zwar ein Dachstuhl erkennbar war, das Dach als solches aber nicht eingedeckt. Da es zwischenzeitlich nicht mehr regnete, waren wir mit der Variante bereits zufrieden. Man wird demütig mit der Zeit.

Die Halle war mittig in Längsrichtung unterteilt und wir fuhren auf der rechten Seite bis in die dritte Reihe vor. Wir hatten schnell Kontakt mit den „anderen Leidtragenden“ geknüpft und erfuhren aus der „Gerüchteküche“, dass es wohl im Verlauf der kommenden Nacht doch noch zu einem Transfer nach Douglas kommen sollte. Es war die Rede von „800 Maschinen“ die man auf die Fähre lassen wollte. Da „DIE auf der linken Seite“ bereits längere Zeit in der Warteschleife standen war klar, dass die auch als erste an Bord können. Also begab sich der Schreiber dieser Zeilen in die Tiefen der Grundrechenarten und zählte die Reihen der „linken Hallenhälfte“ ab. Überschlägig kam ich auf 700 Motorräder und die Tatsache, dass wir rechtsseitig in der dritten Reihe standen, machte mir deutlich:

Das wird knapp!

Diesmal hatte Murphy aber keine Chance und wir kamen mitten in der Nacht auf „unsere Fähre“.

Vier Stunden später, hatte ich schon erwähnt, dass es wieder regnete, sahen wir die Lichter vom Hafen in Douglas. ALLES strömte in den Bauch der Fähre, um die Maschinen startklar zu machen. Lautsprecherdurchsagen machten noch darauf aufmerksam die Motoren erst nach Öffnung der Luken zu starten, aber das hatte bei einem Gros der Anwesenden lediglich „hinweisenden Charakter“. Man will ja schließlich nicht mit komplett kaltem Motor auf die Uferpromenade in Douglas einfahren! Kurz vor dem Ersticken, zwischenzeitlich liefen etwa ¾ der Motorräder „warm“, ging dann endlich die Luke auf und die blauen Dunstwolken fanden den Weg ins Freie.

Derart im „Vorstartfieber“ rutschte dann auch der erste Fahrer direkt bei der Ausfahrt von der Fähre auf der regennassen Metallrampe aus und legte sich akkurat mittig in die abfahrende Meute. Was für ein START zu unserem Isle of Man Trip!

Was soll ich sagen. Während der nächsten 9 Tage regnete es zwar hin und wieder, aber der Wind der irischen See trocknete derart schnell die Strecken ab, dass wir einen grandiosen Aufenthalt hatten.

Die Katastrophenanfahrt trat komplett in den Hintergrund und mit dem nötigen Abstand war selbst diese „Regenfahrt“ irgendwie ein „witziges Abenteuer“ und eine schöne Episode.

Wie sehen denn eure unvergessliche Regentouren aus? Lasst von Euch hören!

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