Ich hab`den „Längsten“!

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Das muss es einfach sein, eine andere rationale Erklärung habe ich momentan nicht für „das Verhalten“. Denn bei Motorradfahrerinnen habe ich dies bis dato noch nie festgestellt.

Ja, genau. Die Testosterongeschichte muss damit zusammenhängen. Was finden wir im Lexikon und dem allseits beliebten Wikipedia? Imponiergehabe und Kampfverhalten. Kastration soll helfen – aber soweit wollen wir jetzt doch nicht gehen.

Von antisozialem Verhalten und verringerter kognitiver Empathie ist da die Rede. Das passt jetzt alles und schon haben wir unsere Lösung für das Problem gefunden, bevor wir das Problem als solches überhaupt thematisiert haben!

Was habe ich denn jetzt wieder für ein merkwürdiges Thema?

Ich habe nichts gegen das Internet und die diversen Plattformen, die das Medium mit sich bringt. Schließlich mache ich mich momentan selbst auf diesem Blog breit und gebe Nützliches und Unnützes zum Besten.

Auch das ein oder andere Onboard-Video von einer Rennstrecke schaue ich mir gerne an. Helmut Dähne und die 7:49:71 lassen grüßen. Wenn IHM einer nacheifert und seine 8:30er Runde auf der Nordschleife ins Netz stellt – auch gut und Chapeau für den Fahrer oder Fahrerin.

Aber jetzt kommt`s. Keinerlei Verständnis habe ich für die grenzdebilen Spezialisten, die ihre Glanztaten auf Landstraßen ins Netz stellen. Größtenteils dann auch noch auf Streckenabschnitten, die ohnehin im Fokus von Rennleitung, Straßenbaulastträgern und kommunaler Politik stehen.

Spürt IHR noch was?

Haben wir nicht schon Streckensperrungen in einem ausreichenden Umfang für UNS als Motorradfahrer? Müssen wir den „Entscheidern“ vor Ort auch noch selbst die Munition für ihre Flinten geben, damit sie anschließend (bildlich gesprochen) auf UNS schießen können?

Aber scheinbar merkt IHR „Superkönner“ im Testosteronrausch nicht mehr, welches Problem ihr als „Einzelne“ für die Gemeinschaft „Motorradfahrer/-innen“ darstellt und produziert. Gerade an der „50er“ Begrenzung vorbeigeflogen und die „100km/h“ auf dem Tacho gut sichtbar!

Schon mal von dem Sprichwort gehört mit dem Ast absägen auf dem man gerade noch sitzt? Wahrscheinlich schlagt IHR auf dem Boden auf, die Säge noch in der Hand und fragt dann ganz verstört „WER“ das jetzt gemacht hat!

Wenn IHR schon das Bedürfnis habt diese Strecken in derartiger Form abzufahren, dann macht das! (Gebt EUCH aber zumindest die Mühe keine Unbeteiligten zu gefährden)

Wenn IHR diese Glanztat dann auch noch unbedingt für den Eigengebrauch filmen müsst, dann tut auch dies. ABER erspart dem Rest der motorrad-fahrenden Menschheit euer „vorpubertäres Brunftverhalten“ im Netz.

Es interessiert UNS nämlich nicht, dass IHR den „Längsten“ habt!

Die Streckensperrung, die latent durch euer Verhalten im Raum schwebt, interessiert uns aber schon!

Regenfahrten!?

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Was haltet Ihr denn so von Touren durch den strömenden Regen? Nicht gut? Ganz ehrlich gesagt kann ich mir auch schöneres auf dem Motorrad vorstellen, als eine Fahrt durch den Regen mit all den Unzulänglichkeiten die unser „Lieblingsgerät“ so mit sich bringt.

Eine dieser Regenfahrten ist mir aber ganz besonders im Gedächtnis geblieben und ich denke, dass es fast ALLEN unter uns so geht, dass es EINE dieser Wahnsinnstouren durch den „Batsch“ gibt, die wir einfach nie vergessen werden.

Als „Aufmacher“ der Blog-Seite habe ich bereits meine Affinität zur Isle of Man beschrieben und meine unvergessliche „Regenfahrt“ hat unmittelbar mit der ersten Tour zur Man zu tun.

An sich hatten wir Ende Mai 1984 unseren Ausflug zur TT zu dritt geplant, aber kurz vor Fahrtantritt sprang unsere Nr. 3 ab. So machten sich mein Kumpel Klaus und ich eben als Duo auf den Weg. Da zu diesem Zeitpunkt noch keine Rede vom Eurotunnel war, suchten wir nach einem alternativen „zügigen“ Weg. Dergestalt wurden wir bei der Hovercraft, also den Luftkissenbooten fündig, die eine Kanalpassage von Calais nach Dover in einer Stunde realisierten.

Auf nach Calais. Problem war, in Trier bei der Abfahrt hatte „Irgendjemand“ die Himmelsschleusen geöffnet und es sah auch nicht danach aus, dass sich daran zeitnah etwas ändert. Also begann die Tour sofort bei „englischem Wetter“ und -2- Mann mit vollbepacktem „Gerät“ machten sich auf den Weg gen England.

Unterwegs in Luxemburg und Belgien musste der Schreiber dieser Zeilen mehrfach anhalten um unseren eingeschlagenen Weg auf der Karte zu kontrollieren. Leider war das während der Fahrt, wie ansonsten praktiziert, nicht möglich, weil das Sichtfenster meines Harro Elefantenboy vor den Regenmassen kapituliert hatte und derart angelaufen war, dass darunter nichts mehr zu erkennen war.

Der jetzt folgende Hinweis, dass ich entgegen meiner sonstigen Praxis diesmal die Karte im Vorgriff nicht laminiert hatte, wird wahrscheinlich schon beim Leser zur Erkenntnis führen, was jetzt folgt. Beim dritten Halt war meine Karte kurz vor der Veränderung des Aggregatzustandes und nur mit viel Wohlwollen noch als Karte zu identifizieren. Dies resultierte aus dem permanenten „nassen“ rein und raus aus dem Kartenfach meines Tankrucksacks.

Da es mir in jungen Jahren noch mehr an emotionaler Ausgeglichenheit als heute fehlte, landete der „nasse Klumpen Papier“ unter Verwünschungen (und Hinweisen auf die eigene „Dummheit“ → siehe Laminieren) im Graben einer belgischen Nationalstraße.

Also weiter nach Calais ohne topografische Hilfsmittel, schließlich hatten wir unser Date mit dem Luftkissenboot. Im Hinterkopf ständig diese Gedanken, wenn das hier schon derart mies ist, wie sieht denn dann erst das Wetter auf der nicht gerade sonnenverwöhnten englischen Insel aus!

Nach Stunden ohne einen einzigen trockenen Kilometer am Hafen angekommen war mein erster Weg zu einem „netten Herrn“ des dortigen Hafenpersonals, um die „Wetterlage“ auf der „anderen Seite“ zu checken. Seine Antwort: „Dover sonnig und trocken“ wertete ich zunächst als Märchen und Heldensagen unter der Rubrik: Der will uns nicht komplett demoralisieren!

Was soll ich sagen? Der Mann hatte uns tatsächlich nicht belogen und unsere Weiterfahrt bis nach London erfolgte auf trockener Strecke und mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Zeltplatz gesucht – unter Mithilfe eines netten englischen Motorradfahrers, der uns eine kostenfreie Stelle in Greenwich zeigte und am nächsten Morgen schnell die „Touristenrunde“ durch das morgendliche London mit den erforderlichen Fotos für das Poesiealbum (natürlich alle Fotos vom Motorrad aus, denn wir hatten es eilig).

Unser Termin in Liverpool wartete in Form einer „vorgebuchten Fähre“ nach Douglas. Zwischenzeitlich hatte der Typ vom Tag zuvor, der mit den Himmelsschleusen, England erreicht und auch hier alle Luken geöffnet. Ergeben in unser nasses Schicksal und in Vorfreude auf das Mekka aller Motorradfahrer/-innen also weiter Kurs Liverpool. Was sollte jetzt noch schlimmer kommen?

Schon mal von Murphy`s Gesetz gehört? Genau, schlimmer geht immer und was schief gehen kann, geht auch schief. Zumindest ansatzweise.

Irgendwo in Höhe Birmingham machten wir eine Tankpause und trafen eine Gruppe Motorradfahrer aus Hannover, die uns im weiteren Verlauf unserer Tour und auf der Man begleiteten. Warum erzähle ich das? Die Jungs aus Hannover hatten Neuigkeiten für uns, weil sie gerade die Nachrichten im Radio verfolgt hatte. Fährstreik in Liverpool – nichts geht mehr. Die Hafenarbeiter der Steam Packet (Fährreederei) hatten den Bogen raus gute Termine zu finden, um ihren Anliegen die entsprechende Durchsetzungskraft zu verleihen. Weiterfahrt also mit dem mulmigen Gefühl – wie geht es ab Hafen Liverpool weiter?

Weiter ging es zunächst noch gar nicht und auch im Anschluss nur mit recht kurzen Intervallen. Einer der Jungs aus Hannover fuhr eine Laverda RGS 1000 und hatte seiner „Italienerin“, damit „SIE“ besser Luft schnappen kann, offene Ansaugtrichter spendiert. Leider hängt der Motor bei der Laverda in einem bestimmten Winkel im Rahmen, der bei Regen und einem Hinterreifen „ohne“ Radabdeckung zu gewissen Problemchen führt. Klartext: Der Hinterreifen schaufelte bei Dauerregen eine erkleckliche Menge an Spritzwasser in die Vergaser und Resultat war dann eine „spuckende italienische Diva“, die den Betrieb einstellte. Beim nächsten Zwangshalt in Sachen „Trockenlegen“ wurde dann eine „Damenstrumpfvariante“ über dem Einlass gewählt, was die Etappen verlängerte.

Kurz vor Liverpool wurde es dann „trocken“ und wir fuhren zunächst gemeinsam in den Hafen ein. Da die „Hannoveraner“ nicht vorgebucht hatten mussten Sie vor der Reede warten. Wir durften mit unseren Tickets ins Gelände und wurden in eine Halle mit leichten baulichen Eigenheiten „gelotst“. Die Eigenheiten waren dergestalt, dass zwar ein Dachstuhl erkennbar war, das Dach als solches aber nicht eingedeckt. Da es zwischenzeitlich nicht mehr regnete, waren wir mit der Variante bereits zufrieden. Man wird demütig mit der Zeit.

Die Halle war mittig in Längsrichtung unterteilt und wir fuhren auf der rechten Seite bis in die dritte Reihe vor. Wir hatten schnell Kontakt mit den „anderen Leidtragenden“ geknüpft und erfuhren aus der „Gerüchteküche“, dass es wohl im Verlauf der kommenden Nacht doch noch zu einem Transfer nach Douglas kommen sollte. Es war die Rede von „800 Maschinen“ die man auf die Fähre lassen wollte. Da „DIE auf der linken Seite“ bereits längere Zeit in der Warteschleife standen war klar, dass die auch als erste an Bord können. Also begab sich der Schreiber dieser Zeilen in die Tiefen der Grundrechenarten und zählte die Reihen der „linken Hallenhälfte“ ab. Überschlägig kam ich auf 700 Motorräder und die Tatsache, dass wir rechtsseitig in der dritten Reihe standen, machte mir deutlich:

Das wird knapp!

Diesmal hatte Murphy aber keine Chance und wir kamen mitten in der Nacht auf „unsere Fähre“.

Vier Stunden später, hatte ich schon erwähnt, dass es wieder regnete, sahen wir die Lichter vom Hafen in Douglas. ALLES strömte in den Bauch der Fähre, um die Maschinen startklar zu machen. Lautsprecherdurchsagen machten noch darauf aufmerksam die Motoren erst nach Öffnung der Luken zu starten, aber das hatte bei einem Gros der Anwesenden lediglich „hinweisenden Charakter“. Man will ja schließlich nicht mit komplett kaltem Motor auf die Uferpromenade in Douglas einfahren! Kurz vor dem Ersticken, zwischenzeitlich liefen etwa ¾ der Motorräder „warm“, ging dann endlich die Luke auf und die blauen Dunstwolken fanden den Weg ins Freie.

Derart im „Vorstartfieber“ rutschte dann auch der erste Fahrer direkt bei der Ausfahrt von der Fähre auf der regennassen Metallrampe aus und legte sich akkurat mittig in die abfahrende Meute. Was für ein START zu unserem Isle of Man Trip!

Was soll ich sagen. Während der nächsten 9 Tage regnete es zwar hin und wieder, aber der Wind der irischen See trocknete derart schnell die Strecken ab, dass wir einen grandiosen Aufenthalt hatten.

Die Katastrophenanfahrt trat komplett in den Hintergrund und mit dem nötigen Abstand war selbst diese „Regenfahrt“ irgendwie ein „witziges Abenteuer“ und eine schöne Episode.

Wie sehen denn eure unvergessliche Regentouren aus? Lasst von Euch hören!

Wer fällt schon gerne aus dem 3. Stock?

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Direkt als Einstieg: Auch ich fahre nicht überall regelkonform und bin an der ein oder anderen Stelle, aus welchen Gründen auch immer, aus rechtlicher Sicht zu schnell!

Ich denke davon kann sich keiner von uns „freisprechen“ und wer es von sich behauptet, der hat sich wahrscheinlich in diesem Moment selbst betrogen.

Dennoch fasse ich jetzt anhand eines praktischen Beispiels (natürlich ausgedacht und mit keinerlei Anspruch auf ein mögliches reales Ereignis) ein paar Daten zum Nachdenken zusammen. Das Beispiel ist natürlich derart konstruiert, dass bei dem späteren Ablauf niemand von „UNS“ mit fahrerischem Können und Ausweichmanövern jedweder Art brillieren kann und für sich „Alternativen zum Ende“ darstellt:

Wir haben einen wunderschönen Sonntagmorgen und eine vierköpfige Familie macht sich nach ihrem Urlaub mit ihrem Wohnwagengespann vom Campinggelände auf den Heimweg.
Das „Anspannen“ des Campingwagens hat schon längere Zeit als geplant in Anspruch genommen. Junior plärrt bereits: Papa ich hab` Durst und seine nur wenig ältere Schwester stellt die allseits beliebte Frage Sind wir gleich da?

Kurz und gut, genau die Situation die dazu beiträgt, dass der bereits gestresste Papa nicht mehr alle Sinne auf den um ihn herum herrschenden Verkehr fokussiert hat.

Jetzt kommen „WIR“ ins Spiel. Auf unserer morgendlichen Sonntagstour steuern wir zielgenau in Richtung des Kreuzungsbereiches wo sich unsere Urlauberfamilie nähert. In und um die Kreuzung haben wir eine 70 km/h Begrenzung und WIR sind auf der Vorfahrtstraße. Der Fahrer mit seinem Wohnanhänger hat also gefälligst anzuhalten!

Also im Grunde alles im Lot!?

Bis jetzt noch – aber nun kommt die konstruierte Geschichte. Die Familie mit ihrem Gespann aus PKW und Wohnanhänger bekommt von uns nichts mit. Insbesondere Papa bemerkt uns nicht und rollt als Linksabbieger in den Kreuzungsbereich ein. Keine Chance mehr zum Ausweichen nach rechts oder links – gesamte Fahrbahn ist mit dem „schönen Zug“ zu!

Soweit unser Szenario, dass einem den schönen Sonntag gehörig versauen kann!

Das Ganze bemerken wir in etwa bei 50 m Entfernung und gehen in die Bremse!

Fahren wir jetzt die regulären 70 km/h (und dann haben wir auf unserem Tacho wahrscheinlich die Nadel „knapp“ unter der 80er Anzeige!), so stehen wir nach ca. 45 m.

Alles gut gegangen. Wir können dem Fahrer noch einige Verwünschungen hinterhersenden und ihm Tiernamen geben. Nichts passiert!

Wir fahren 75 km/h! Jetzt wird es bereits denkbar knapp mit unserem abendlichen Bier nach einem schönen Motorradausflug. Theoretisch stehen wir nach 49, 77 m.
D. h. wir sehen bereits an unserem Anhaltepunkt an den Seitenfenstern des Wohnwagens die Aufkleber, wo die Familie überall in Urlaub war. Ach, am Gardasee waren sie auch schon!

Ab jetzt beginnen „unsere Probleme“. Diese sind dergestalt, dass wir auf Grund der höheren Geschwindigkeit natürlich auch eine längere Wegstrecke (Reaktionszeit) zurücklegen bis der Bremsdruck anliegt und die eigentliche Verzögerung beginnt.

Also fahren wir jetzt einmal 80 km/h. Anhalten würden wir jetzt bei ca. 55 m. Das Problem ist aber, dass unser Wohnwagen bereits bei 50 m auf uns wartet. Im Vergleich zu dem Fahrer der die 70 km/h einhält und bei ca. 45 m zum Stehen kommt schlagen wir jetzt mit 45 km/h in den Wohnwagen ein!

Jetzt könnte ich schrittweise diese Geschichte weiterführen, denke aber das ein abschließendes Beispiel mit den eigentlich „landstraßenkonformen“ 100 km/h ein ausreichendes ENDE darstellt.
Jetzt legen wir bei unserer Reaktionszeit von 1 sek. bereits 28 m von unserer 50 m Entfernung zum Gespann zurück. Das kann nicht mehr gut gehen. Anhalteweg wäre jetzt ca. 79 m.
Im Vergleich zu dem/der 70er-Fahrer/-in knallen wir jetzt mit ca. 80 km/h in den Wohnwagen.

In empirischen Erhebungen hat man, um die transformierende Bewegungsenergie in solchen Fällen besser darstellen zu können, einen Vergleich Aufprallgeschwindigkeit zu „Fallhöhe“ erstellt.
Aus meiner Sicht ist dieser Vergleich derart plastisch, dass er im Gedächtnis haften bleibt.
Ein Aufprall mit 30 km/h entspricht einem Fall aus einer Höhe von 3,5 m. Das wäre ein Sturz aus dem 1. Stock eines Hauses.
50 km/h Aufprallgeschwindigkeit und wir fallen aus der 3. Etage (10 m). Bei unserem letzten „Versuch“ mit der 100er Anfahrtsgeschwindigkeit und den 80 km/h Aufprallgeschwindigkeit fallen wir bereits aus einem „mittleren Hochhaus“. Hier ist die Aufprallenergie einem Sturz aus 25 m, also etwa der
8. Etage gleichzusetzen.

Fertig!

Wie bereits zu Beginn gesagt. Ich bin auch nicht überall im gesetzlichen Rahmen unterwegs und ertappe mich dabei an der ein oder anderen Kreuzung „locker durchzurollen“.

Aber sind wir doch einmal ehrlich. Ändert es etwas an einer schönen Motorradtour, wenn wir an solchen Kreuzungen den Gasschieber zudrehen und mit der gebotenen Vorsicht den Bereich durchfahren?
Ich denke nicht! Und falls unsere Begleitung anderer Auffassung ist, welchen Zeit- oder Lustgewinn erwirtschaftet sie damit? Wahrscheinlich steckt gerade mal die Zapfpistole im Tank, wenn wir zur Tankpause erscheinen!

Wenn es dumm läuft ist er aber gar nicht vorher an der Tankstelle!

 Aber wer fällt schon gerne aus dem 3. Stock?

 

WARUM fahre ICH eigentlich Motorrad?

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Jetzt ist es passiert! Die alles entscheidende Sinnfrage getreu dem Motto: Wer bin ich und wenn ja wie viele?

Das eigentlich prägende Alter ist bei mir ein schwarzes Loch. Soll heißen Mofa oder Moped gab es nicht, wegen eines strikten elterlichen Verbotes. Zu gefährlich, der fährt schon mit dem Fahrrad wie ein Verrückter.

Vielleicht war gerade „DAS“ aber jetzt das entscheidende Kriterium, dass der Schreiber dieser Zeilen immer noch Motorrad fährt. Denn die meisten aus meinem Freundeskreis, Schule und Sportverein haben mit Mofa und Moped, sowie Kleinkrafträdern derart oft Asphaltproben in der Umgebung genommen, dass mit -18- und dem obligatorischen Autoführerschein die Zweiradkarriere beendet war. Mit dem PKW fällt es sich nicht so leicht.

Bei mir fing „SIE“ jetzt an, die Zweiradkarriere, denn bei Volljährigkeit machte das elterliche Veto nichts mehr aus. Also ran an die Objekte der Begierde und los geht`s.

Aber warum fahre ich jetzt eigentlich und vor allem immer noch Motorrad? Der durchschnittliche Normalbürger fährt Auto. Basta. Irgendwann wird es auch Zeit normal und erwachsen zu werden und diesem eigentlich zu nichts nützlichem Ding Motorrad zu entsagen.

Hahhh. Jetzt haben wir es, zumindest teilweise. Das Peter Pan Syndrom, hier will einer nicht erwachsen werden, denn Normale und Erwachsene sind langweilig. Frage an den geneigten Leser dieser Zeilen, sofern er denn ebenfalls mit dem Virus Motorrad infiziert ist. (Ansonsten hören Sie auf zu Lesen, denn Sie werden alles Weitere nicht verstehen)

Hattest Du schon einmal eine richtig langweilige Ausfahrt mit dem Motorrad?

Ich kann mich an keine erinnern. Irgendetwas Positives und Schönes ist immer. Wobei da die Einschätzung und Bewertung von positiv und schön im Laufe der Jahre wechselt und variiert.

Ich gebe zu, dass mein Fahrstil früherer Jahre heutzutage bei mir Kopfschütteln verursachen würde. Wahrscheinlich habe ich deshalb noch immer für den ein oder anderen Racer auf der Strecke zumindest marginales Verständnis. Aber in diesen Anfangsjahren gehörte das eben irgendwie dazu und hat für dieses Zeitfenster zum positiven Erleben Motorrad beigetragen. Heute nicht mehr. Es ist mir einfach zu viel auf Europas Straßen los, als das ich ein für mich unnötiges oder nicht kalkulierbares Risiko eingehen würde. Wer schon einmal das Treckergespann oder den Mähdrescher mit 5m-Schnittbreite am Kurvenausgang vor sich hatte und Sekunden später nicht mehr wusste „WIE“ er jetzt daran vorbeikam, wird wissen was ich meine.

Ist das jetzt Angst oder Erfahrung? Streichen wir Angst und setzen Respekt, dann kommen wir der Sache wahrscheinlich ein Stück näher. Respekt – oder hat es mit den Erfahrungen der Jahre auch etwas mit Verantwortung zu tun? Verantwortung für sich selbst und den- oder diejenigen die mit Dir unterwegs sind und hinter Dir herfahren! Auch in dem Glauben oder der Erwartung DER weiß schon was er tut! Verantwortung ebenfalls für den „älteren Herrn“ mit dem berühmten Wackeldackel auf der Heckablage den fast der Schlag trifft, weil wir mit der Gruppe Motorräder „ganz normal“ zum Überholen ansetzen!

Aber jetzt driftet es auch schon wieder ins Philosophische und die Sinnfrage überhaupt ab.

Warum fahre ich denn jetzt eigentlich Motorrad?

Da spielt alles bis dato Gelesene sicherlich mit eine Rolle. Ebenso die Tatsache, dass sich der Grund warum und weshalb man etwas tut oder immer noch macht auch mit den Jahren ändern kann. Aber was sich mit den Jahren definitiv nicht geändert hat UND immer noch der ausschlaggebende Faktor ist „Warum ich noch Motorrad fahre“ ist die Tatsache, dass es mir einfach Spaß macht!

Und der Spaß am Motorradfahren hängt für mich nicht mit der Leistung oder dem Hubraum zusammen. Auch nicht mit der Geschwindigkeit mit der man unterwegs ist. Ich nehme die Straße anders wahr, als mit dem Auto. Auch das Gefühl für die Landschaft und meine Umgebung ist auf dem Motorrad für mich von der Wahrnehmung komplett anders, als im Auto.

Es bereitet mir Freude mit einem Motorrad zu fahren, dieses andere Fortbewe-gungsmittel bringt mich lediglich emotionslos an einen Zielort.

Jetzt haben wir`s! Vier Räder bewegen deinen Körper, aber zwei Räder deine Seele! Das und die Freude dabei sind Grund genug damit weiterzumachen bis ich nicht mehr ohne fremde Hilfe auf meine Maschine komme.

Denen, deren Gedankenwelt eine ähnliche sein sollte, wünsche ich viel Spaß beim Weiterlesen, dem Kennenlernen und dem Austausch im Blog. Den Anderen viel Spaß bei der schönsten Nebensache der Welt und ihrer eigenen Fasson mit „ihrem Motorrad“ glücklich zu werden.

Technik, Ausrüstung und Alltagstipps

Ich habe es bereits erwähnt. Die Sozialisierung als Motorradfahrer erfolgte bei mir in den 80ern.

Einige „alte Windgesichter“ werden jetzt sagen: „Was will denn der Jungspund? Da hat er doch den großen Umschwung in der Szene gar nicht mitbekommen.“

Honda CB 750 usw. lassen grüßen! Aber so viel anders war es denn Anno 80 + auch noch nicht. Japaner vorherrschend. Der Markt strotzte nur so vor 4-Zylindern aus Nippon und Europas Hersteller hechelten mehr schlecht als recht hinterdrein und versuchten irgendwo und irgendwie Anschluss zu halten. Nischenmodelle und Nischenlösungen waren angesagt. Und da gaben die Europäer so einiges her, denn die japanischen Motoren hatten zwar Leistung, aber die Fahrwerke würden heutzutage nicht einmal ihr Dasein in einem Mountainbike fristen.

„Rührwerke“ der schlimmsten Sorte kamen da oftmals daher und so wurde der „Zubehörmarkt“ immer größer und die kleinen Edelschmieden schossen wie Pilze aus dem Boden. Wer hatte schon große Lust bei dem kleinsten Bitumenstreifen in haltloses Schlingern zu geraten. Bimota, Egli, Moko, Rickman, Martin, Eckert, Fischer, Rau usw. alles bot sich an, um größtenteils die Japaner fahrbarer zu machen und ihren Fahrern das Erlebnis Motorrad zu erleichtern.

Was ist noch übrig? Ja von Bimota spricht man noch, zumindest hin und wieder. An Japaner gehen sie schon lange nicht mehr dran. Zwischenzeitlich versuchen sie die ohnehin schon mit dem Attribut des „etwas Besonderen“ versehenen Produkte von Ducati noch besonderer zu machen. Der Rest? In der Versenkung verschwunden.

Was sagt uns das?

Leute, etwas „richtig Schlechtes“ ist gar nicht mehr auf dem Markt! Da findet JEDER/JEDE in welchem Segment auch immer ein Modell, das passt, funktioniert UND auch noch gut aussieht!

Und jetzt mal ernsthaft. Wer benötigt bei Leistungen von weit über 100 PS noch eine Leistungsspritze? Die Fahrwerke sind nahe an der Perfektion und werden höchstens noch von Profirennfahrern an ihre Grenzen gebracht. Und selbst die Verlierer der aktuellen Reifenvergleichstests hätten vor einigen Jahren mit weitem Abstand die Tests gewonnen.

Ja, schlechte Zeiten für Tuner und Auspuffbauer, wenn ihre Produkte eher den Alltagsbetrieb verschlechtern, als zur Besserung beizutragen, weil sie das ganze Motormanagement auf den Kopf stellen und die Abstimmung einfach nicht mehr passen will.

ALSO, warum dann noch eine Sparte Technik und Zubehör?

Ich mache es einfach, weil man das ein oder andere an Kleinigkeiten noch findet, das uns den Motorradalltag oder die Motorradtour vereinfacht und erleichtert. Und wer von EUCH ebenfalls auf etwas in der Art gestoßen ist einfach rein damit und mitgeteilt.

 

 

 

Sparte A oder „Absonderliches“, „Anekdoten“ und ALLES andere

Der berühmte Komiker Heinz Erhard erklärte seinem Publikum oftmals, dass sein jetzt anstehender Vortrag zwecks besserer Orientierung des Abends in die Teile A, B und C unterteilt würde.

„A“, weil es der Anfang ist. „B“ wegen der „B(P)ause“ und „C“, weil er später darauf „c(z)urück“ käme. Wir kupfern jetzt nicht beim Giganten des Wortspiels ab, sondern kreieren als Ende unserer Blogstruktur die Sparte „A“.

„A“ für ALLES was sonst nirgendwo hineinpasst. Für „A“bsonderliches und „A“nekdoten, sowie für alle „A“bfallprodukte, die uns aber zumindest derart interessant erscheinen, dass wir unsere „Mitfahrer und Mitfahrerinnen“ darüber in Kenntnis setzen möchten.

Also alles rein damit in die Sparte „A“!

Anderstouren ODER anders unterwegs und anders ans Ziel

Mal abgesehen von Wanderern stimmt der Sinnspruch „Der Weg ist das Ziel“ für keinen anderen Menschenschlag so, wie für Motorradfahrer.

Hier geht es nicht um die kürzeste Verbindung von Punkt A nach Punkt B, sondern um die Streckenführung, welche möglichst nicht in einer „Geraden“ erfolgen sollte, sondern je kurviger umso besser. Die Routenführung und die ausgewählten Strecken meiner vorgeschlagenen Touren sind eher touristisch ausgelegt, d. h. viel Landschaft und schöne Ausblicke. Die Heizer in unseren Reihen werden hier eher weniger ihr Glück finden.

Da noch nicht alle „Tourer“ mit Navigationssystemen ausgerüstet sind und sich einige alte Hasen und Häsinnen immer noch auf die alte Karte verlassen, erwähne ich bei allen Strecken weitestgehend die jeweilige Straßenklassifizierung mit der dazugehörenden Nummer, um die Route beim Kartenstudium schneller nachvollziehen zu können.

Wahrscheinlich ist es altersbedingt, aber in den letzten Jahren kam bei meinen Touren ein weiterer Schwerpunkt außer den Kurven hinzu. Wo ist ein schöner Platz zum Rasten auf der Strecke?

Die Definition „schöner Platz“ ist dabei variabel. Es dürfen und können auch andere Gleichgesinnte auf Mopeds in der Nähe sein – ist aber nicht verpflichtend. Der „Tumult“ in räumlicher Nähe zu „meinem Rastplatz“ sollte sich in Grenzen halten, denn „Ballermann-Ambiente“ ist mir zuwider! UND ausgesprochen hilfreich ist es, wenn mir mein Rastplatz etwas „Anständiges auf die Gabel“ bringt! Denn nichts ist so gefährlich wie „Unterzucker“!

Die Umschreibung „Anständiges auf die Gabel“ umfasst dabei sowohl alles „Herzhafte“, als auch den Bereich der „Kuchentheke“. So wird es zukünftig fester Bestandteil der „Anders-Touren“ sein, dass „Sie“ zumindest eine Station beinhalten, welche zur entsprechenden Nahrungsaufnahme empfohlen wird und natürlich vorab persönlich getestet wurde.

Viel Freude beim „Erfahren“ der Touren und „Guten Appetit“!

Everybodys Darling is everybodys Depp!

Wenn ich mich recht erinnere, dann hat ein schwergewichtiger bayerischer Politiker das Copyright auf diesen Hybridsatz aus englisch und deutsch.

Was hat das jetzt mit Motorrädern oder Motorradfahren zu tun?

Wahrscheinlich werden die kommenden Ausführungen jetzt massiv polarisieren. D. h. entweder Zustimmung oder die komplette Dosis an Ablehnung.

Was verstehe ich im Zusammenhang mit dem Thema „Motorrad“ unter everybody`s darling? Da kann ich als Hauptpunkt die „Landschaft“ der Testsieger nennen. Ein Vergleichstest jagt den nächsten und gaukelt dem geneigten Leser vor warum und weshalb jetzt gerade dieses oder jenes Modell so wahnsinnig viel besser, als das andere ist! Und wir fahren darauf ab, wie die Verkaufsstatistiken beweisen.

Leute – Fakt ist doch mal eines: Das Motorrad ist bei rationaler Betrachtung sicherlich das dümmste Fortbewegungsmittel mit dem wir unterwegs sein können! Bei Regen werden wir nass! Ein Fahrfehler, der im Auto lediglich einer etwas „größeren Lenkkorrektur“ bedarf, kann auf dem Motorrad böse enden. Die Physik und ihre praktischen Alltagsgrenzen begrüßen uns. Also entweder wir verformen unser „gutes Stück“ auf dem Asphalt für ein erkleckliches Sümmchen an Reparaturkosten oder (noch schlimmer) wir fügen uns selbst massiven körperlichen Schaden zu.

Und TROTZDEM fahren wir mit den „Dingern“! Komplett irrational und unvernünftig.

Aber jetzt werden wir urplötzlich in unserer Unvernunft und Irrationalität vernünftig und lassen uns von der Medienlandschaft sagen, was für uns als Individuen „seligmachend“ ist?

Ja, ich orientiere mich auch (hin und wieder) an Vergleichstests. Wenn ich eine Kaffeemaschine, einen Fernseher oder irgendein Küchengerät kaufe. ABER da steht der faktische Nutzen für mich im Vordergrund! Das Ding hat zu funktionieren und sonst nichts! Kaffee kochen, Teig kneten oder mir am Abend die Nachrichten zeigen. Ich stand noch nie mit einem Grinsen vor meinem Kaffeevollautomaten und habe mich einfach nur darüber gefreut, dass ich „ihn“ habe. Wie oft ich mit diesem Grinsen vor meinen Motorrädern stand habe ich nie gezählt und wäre wahrscheinlich jetzt ein Fall für einen Therapeuten (der hoffentlich auch Motorrad fährt, sonst wartet die „Geschlossene“ auf mich).

Was ich sagen will ist – lasst Euch nicht mit viel Zahlen- und Datenschnickschnack erklären was gut für Euch ist. Das Wichtigste beim Motorradkauf ist das Bauchgefühl (und das Herz). Unser eigener „Popometer“ sagt uns nach einer Probefahrt (und die ist bei jedem guten Händler drin) um einiges besser als jeder Vergleichstest OB dieses Ding jetzt zu uns passt oder nicht. Und auf diese irrationalen Signale sollte man dann auch bei dem unvernünftigen Kauf eines unvernünftigen Fortbewegungsmittels hören.

Möglicherweise landet man dann bei dieser Gelegenheit bei irgendeinem kleinen „Hinterhofhändler“ mit seinem „Nischenmarkenprodukt“ und wird gerade dort erstklassig bedient und „gewartet“. Dann noch am „nächsten Motorradtreff“ die erstaunten Blicke der „Testsiegerfahrer“ und das Gemurmel: „……..ach ja. Die gibt`s ja auch noch. Die war aber bei dem Vergleichstest gar nicht mit dabei!“

Spätestens jetzt wissen wir: Alles richtig gemacht! Spaß ohne Ende und ein Individuum (weil für mich jedes Motorrad lebt) für ein Individuum, denn

„Everybody`s darling is Everybody`s Depp“

Biker Welcome !

Hatte ich es schon erwähnt?

Ich bin als Motorradfahrer sozialisiert in den 80ern und von daher im Bezug auf „nicht vorgebuchte Unterkünfte“ oder „Nahrungsmittelaufnahme ohne Reservierung“ einiges gewohnt.

Es hat sich etwas geändert in den Jahren, ohne Zweifel und das ist auch gut so. Und damit meine ich nicht nur die Seite der „Dienstleistungserbringenden“, sondern auch die Kundschaft, sprich uns auf unseren Maschinen.

Obwohl ich der festen Überzeugung bin, dass es den im Hotelzimmer marodierenden und mit Fahrradketten schwingenden Kuttenträger wahrscheinlich nur in der Phantasie des Gewerbes und der Medien gab. Das Gros der Motorradfahrer hat schon immer nach der Tour nur ein „trockenes Plätzchen“ und eine anständige Mahlzeit gesucht und sich ansonsten ruhig verhalten.

Also warum schreibe ich das jetzt eigentlich?

Ich weiß nicht, wie es jetzt gerade den Lesern dieser Zeilen geht, aber für meinen Geschmack steht das Schild, welches „UNS“ willkommen heißt, an der ein oder anderen Stelle zu „oft“ und mancherorts de facto deplatziert!

Ich bin kein Feinschmecker und benötige bei einem gepflegten Abendessen keine Austern oder sonstige Extravaganzen. Aber wenn mein Gastwirt der Auffassung ist mit dem Hinweisschild „Biker Welcome“ kommt Kundschaft zweiter Klasse und man muss „SIE“ auch nur zweitklassig behandeln, dann treibt dies meinen Puls enorm hoch. Bei einigen „Häusern dieser Art“ habe ich das Gefühl, dass ihre wirtschaftliche Existenz mit „normalem Publikum“ nicht mehr gewährleistet war und man jetzt auf den Zug „Biker Welcome“ aufgesprungen ist.

„Für DIE wird`s schon reichen!“

Alles ist Geschmacksache im Leben und das ist auch gut so. Wäre dies nicht so würden wir am Ende alle das gleiche Motorrad fahren. Wie fad!

Ich für meinen Teil habe z. B. eine chronische Abneigung gegen mittägliche oder abendliche Buffets. Wenn ich den „Abendtermin“ um eine Viertelstunde verpasse und finde ein Buffet vor, dass aussieht als ob Attila der Hunnenkönig eine Schneise der Verwüstung hineingeschlagen hat, dann vergeht mir schlagartig jeglicher Appetit. Deshalb orientiere ich mich bei der Auswahl meiner Herberge an dem Hinweis Menü am Tisch. Alles Geschmacksache, sicherlich ist der Ein oder die Andere unter Euch, der die Auswahl an solchen Buffets besonders liebt und deshalb bevorzugt. Wenn dieses Buffet aber mit dem Charme einer Betriebskantine angerichtet ist, dann ist jeder Euro dafür zu viel.

Es sollte bei „jeder Variante“ einfach die erforderliche Qualität drin sein und darum geht es mir hier an dieser Stelle. Vor Jahren hatte ein Hersteller einer Nuss-Nougat-Creme den Wahlspruch: Nur wo ……. draufsteht ist auch ……. drin!

So sollte es bei jedem ehrlichen Slogan sein! Wenn also irgendwo „Biker Welcome“ draufsteht, dann sollte das „Motorradfahrer Willkommen“ auch faktisch drin sein. Dabei sollte der ein oder andere Hotel- oder Gaststättenbetreiber begreifen, dass es sich bei der Spezies Motorradfahrer/-in nicht um eine tiefere Evolutionsstufe der Gattung Mensch handelt, die den Begriff Niveau für eine Handcreme hält.

Damit wir denen, die dieses Willkommen „LEBEN“ und uns damit eine gute Anlaufstelle bieten HELFEN, sollten wir diejenigen, die lediglich einen schnellen Euro machen wollen, „aussortieren“.

Da auch die Internetplattformen mit ihren Hotelbewertungen oftmals ein authentisches Bild vermissen lassen, sollten wir in diesem Blog die Wahrheit „sprechen lassen“. Deshalb lasst uns prüfen und bewerten, denn wir wissen am besten wo der Leitsatz stimmt.

„Biker Welcome“!

Historie – oder – Woher kommt jetzt eigentlich der Name?

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1991 war die beste Sozia von Allen und ich gemeinsam auf der Isle of Man. Eigentlich war fest geplant auf der Insel zu heiraten, aber wie das nun mal mit Planungen so ist. Wenn sie auf gewisse bürokratische Hemmnisse stoßen ist schnell ausgeplant.

Und so begab es sich, dass wir zwar gemeinsam mit den „geplanten Trauzeugen“ im Mekka der Motorradfahrer landeten, aber das Standesamt in Castletown (eine wunderschöne alte Burg, bzw. ihr Turm) nicht der abschließende Zielort unserer Tour wurde. An der Tatsache, dass dann in diesem Jahr trotzdem geheiratet wurde, änderte der Fauxpas herzlich wenig.

Aber jetzt wieder zum Thema. 1984 war ich das erste Mal auf der Isle of Man und hatte sofort für die Insel Feuer gefangen. Egal wo man auch immer hinkam alle Bewohner, Besucher und vor allem Gastronomen waren derart freundlich und entgegenkommend gegenüber den Motorradfahrern, dass es einem die Sprache verschlug. Insbesondere bei den Hotel- und Gaststättenbetreibern war dies für uns eine Überraschung, denn in den 80ern war das heute omnipräsente Schild „Biker Welcome“ und das dazugehörende Verhalten alles andere als die Regel. Da drehte der Herr Hotelier schon einmal pikiert den Kopf beiseite und sprach von „vollbesetztem Haus“, wenn der Motorradfahrer in Leder vor der Rezeption stand.
Auf der „Man“ alles kein Problem. Hier stand man, nach Regenfahrt eine Pfütze auf dem „guten Teppich“ bildend, am Tresen und wurde herzlich willkommen geheißen.

Also 1991 wieder nichts wie hin und den aufstrebenden „Neuen“ hinter dem alles überragenden „Denkmal“ Joey Dunlop im Rennen bewundern. Der „Neue“ war ein junger Schotte namens Steve Hislop. Bei Interviews und im Gespräch mit den Fans ruhig zurückhaltend, ja fast schüchtern.
Auf der Strecke dann ein Kaliber welches Zurückhaltung oder Schüchternheit nicht kannte und nahezu unschlagbar war. Mit gleichem Werksmaterial von Honda unterwegs hatte sein Teamkollege, ein gewisser Carl Fogarty, keine Chance auf dem Straßenkurs. Was zu gewinnen war und wo Steve Hislop in diesem Jahr antrat wurde auch gewonnen.

Ach ja der Name – woher kommt der noch gleich? Der Streckensprecher, der an den üblichen größeren Zuschauerpunkten mittels Lautsprecher gut hörbar war, kommentierte enthusiastisch die Leistungen von Hislop auf der Strecke.
Mit meinem Schulenglisch ausgestattet hatte es dann eine Weile gedauert bis die Synapsen in meinem Hirn soweit korrekt geschaltet waren, dass die Hintergründe seiner Kommentierung klar wurde. Komplett begeistert war der Sprecher von seinem „Flying Haggis“ und damit meinte er nicht das schottische Nationalgericht Haggis, sondern in Anlehnung daran den Spitznamen vom Schotten Steve Hislop.

Wir waren komplett amüsiert über den typischen britischen Humor. Man stelle sich das übertragen auf Deutschland vor. Welchen Namen hätte unser Toni Mang getragen?
Wäre er als „Sausender Semmelknödel“ oder „Fliegender Obatzter“ durch seine Karriere gefahren?

Wie bereits gesagt die Briten und insbesondere die Isle of Man ist „etwas anders“ als Besuche auf den üblichen Strecken dieser Welt. Die Fahrer haben keinerlei Berührungsängste und so kam es dann auch im Verlauf unseres Inselaufenthaltes, dass wir unseren beiden Helden Hislop und Joey Dunlop begegnet sind. Kurze Frage: „Könnten Sie bitte…..? und schon wurde der Stift gezückt und auf dem Helm meiner Frau unterschrieben. Mit Foto versteht sich, lange bevor die Seuche der Selfies um sich griff!

Und so zieren die Unterschriften der beiden TT-Stars immer noch den alten Helm meiner Frau.
Jahre später verstarb Joey Dunlop bei einem Straßenrennen im Baltikum und Steve Hislop stürzte mit einem Hubschrauber tödlich ab. Wir haben nie wieder einen Motorradrennfahrer auf einem Helm unterschreiben lassen.

In memoriam „Flying Haggis – Steve Hislop“. Wo auch immer Du mit Joey unterwegs bist – macht`s gut. Bei meinem nächsten Man-Besuch höre ich euch in der „Villa Marina“ wie ihr auf eure Siege anstoßt. Ich könnte mir keine besseren Geister vorstellen. Die euch kennenlernten werden Euch nicht vergessen!