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~ der etwas andere Motorradblog

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Archiv des Autors: flyinghaggis2015

Jonas Folgaaas,

26 Mittwoch Jul 2017

Posted by flyinghaggis2015 in Sparte A

≈ 3 Kommentare

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Jonas Folger. Tech 3, Moto GP

der neue Stern am deutschen Moto-GP-Himmel. Oftmals habe ich Jonas Folger etwas kritisch gegenüber gestanden. Nicht weil ich an seinen fahrerischen Qualitäten gezweifelt habe, sondern weil er ähnlich wie auch andere gute Piloten im Fahrerfeld an gewissen Tagen (oder auf gewissen Strecken) nur schwer zu schlagen oder sogar unschlagbar war und eine Woche später dann im Punktenirgendwo gelandet ist.

Natürlich kann man jetzt sagen: Flying Haggis was willst Du eigentlich? Schließlich fährst Du auch auf deinen Lieblingsstrecken schneller und besser, als auf der einen oder anderen Piste, die dir nicht liegt oder die für dich neu ist!

Jonas Folger und seine Entwicklung beobachte ich schon lange. Das der, für einen Motorradrennfahrer, lange Kerl mit der 125er bzw. der Moto 3 so seine liebe Mühe hatte war mir klar. Der Gewichts- und Aerodynamiknachteil war nur schwerlich mit fahrerischem Können zu kompensieren, zumindest nicht permanent auszugleichen.

Das einzige Mal, als ich wirklich gedacht hatte: „Junge, was hast Du denn da gemacht?“ – war bei seinem Engagement beim Aki Ajo Team, also der Vorzeigemannschaft in der kleinen Klasse, die als Weltmeisterschmiede bezeichnet werden kann. 

Auf Topmaterial unterwegs war urplötzlich mitten in der Saison Schluss.  Die Werksmaschine ging an seinen Teamkollegen. Gerüchte und Mutmaßungen geisterten da durch die Gazetten, an denen sich Flying Haggis nicht beteiligen möchte. War eben so und damit soll es auch gut sein oder in dem direkten Zusammenhang mit der Historie eher schlecht sein.

Jetzt heuerte Jonas nämlich – sozusagen als letzte Tankstelle vor der Wüste – bei Ioda Racing an, nachdem ein MZ Engagement unmittelbar zuvor geplatzt war.

Ioda? Das war ein Rennteam und Material zu diesem Zeitpunkt, das man seinem schlimmsten Feind nicht wünscht. Bildlich gesprochen gingen selbst Teile, die gar nicht verbaut waren, an diesem Motorrad kaputt. Die Chancen von Jonas Folger mit diesem Material ein Moto 3-Podest zu erreichen waren etwa so groß wie mit einem Heimtrainer die Tour de France zu gewinnen. Sobald ein Licht am Ende des Iodatunnels zu erkennen war schlug der Defektteufel wieder zu.

Manchmal hilft aber auch das Glück und so folgte in der Sommerpause unerwartet das Engagement im Mapfre-Team des Ex-Weltmeisters „Aspar“ Jorge Martinez. Wenn dieser erfahrene (spanische) Teamchef einen solchen Schritt wagt, einen Alberto Moncayo wegen chronischer Erfolglosigkeit vor die Tür zu setzen und gegen einen deutschen Fahrer auszutauschen, dann musste er auch von der Leistung des jungen Deutschen und seinen Qualitäten überzeugt sein. Schließlich gibt es kein anderes europäisches Land, dass vergleichbar mit Spanien Saison für Saison Weltklasse-Nachwuchsfahrer aus den nationalen Klassen in die Motorrad-WM entlässt. 

Und was macht man dann als anständiger Arbeitnehmer in einem Rennteam? Man stellt sein Motorrad im ersten Rennen auf das Podest mit einem dritten Platz (USA – Indianapolis) und im folgenden Rennen in Brünn bedankt man sich mit einem Rennsieg. So fand die Saison 2012 noch einen versöhnlichen Abschluss.

2014 In die Moto 2 aufgestiegen war er dann zunächst in dem guten spanischen AGR Team (Argiñano & Gines Racing) unterwegs und konnte dort auch Highlights setzen. Wahrscheinlich war die Hospitality auch auf hohem Niveau, denn der Teamchef war ein bekannter Fernsehkoch aus dem spanischen Fernsehen. Mit diesem Team legte er auch 2015 einen Traumstart in die Moto 2 Saison hin, als er den ersten Lauf in Katar gewinnen konnte und kurzzeitig die Führung im Klassement übernahm. 

Nächster Karriereschritt war dann das deutsche Team Dynavolt, als Teamkollege von Sandro Cortese.


-24- Podien stehen zwischenzeitlich zu Buche bei Jonas Folger und das klassenübergreifend. 4 x 125er, 8 x Moto 3 und derer 11 in der Moto 2, davon 3 Rennsiege.
Jetzt kam auf dem Sachsenring Podestplatz Nr. 24 insgesamt und Nr. 1 bei der Moto GP hinzu. Erst der zweite deutsche Fahrer, der das von sich behaupten kann. Und das verleitet mich zu einer Kernaussage, die wahrscheinlich einige Leute aufregen wird:
Der Podestplatz von Jonas Folger am Sachsenring ist höher zu bewerten, als der 2. Platz von Stefan Bradl in Laguna Seca 2013!

Warum? Weil Jonas Folger diese Platzierung durch eigene Leistung und fahrerisches Können erreicht hat. Bei Anwesenheit von allen aktuellen Toppiloten und Konkurrenten. Weiland 2013 in Laguna Seca fehlten einige der üblichen Podestanwärter verletzungsbedingt oder waren gesundheitlich, auf Grund ihrer Verletzungen, nicht auf der Höhe.

Was für mich ein weiterer Grund für eine gewagte Prognose ist: Endlich hat Jonas Folger keinen körperlichen Nachteil wegen seiner Größe!

Er passt wie maßgeschneidert auf die Tech3 Yamaha und deren Fahrwerk sowie Motorenkonfiguration scheint auch für seinen Fahrstil wie gemacht zu sein. Diese Tech3 Yamaha, welche der Werksmaschine aus der Saison 2016 entspricht ist in Sachen Fahrwerk augenscheinlich genau das was Jonas benötigt um schnell zu sein. Schon bei den Vorsaisontests hat er adaptiert, dass sein alter Moto 2 Fahrstil quer anbremsen und im Drift in die Kurve nicht die schnellste Variante mit der 2016er Yamaha ist. Stattdessen geht es jetzt weich und rund mit Wahnsinnsschräglagen um die Ecken. 

Und jetzt am Sachsenring kam der nächste Schritt in Sachen Ankommen in der Moto GP hinzu. Das einzige Manko, der einzige Vorwurf den man Jonas Folger noch machen konnte ist Geschichte. Dieser fehlende Biss in den ersten Kurven bzw. der ersten Runde, auf Grund dessen er immer wieder den direkten Anschluss an die Spitze verlor.

Keine Spur mehr davon zu sehen. Wer die Szene beobachtet hat, als er sich am Sachsenring Ausgangs Kurve 2 ins Omega stürzte – im Stile eines Valentino Rossi oder Marc Marquez seinerzeit in der Korkenzieherkurve in Laguna Seca – der hat zu diesem Zeitpunkt gemerkt, dass hier etwas Klick gemacht hat. Kein Zurückziehen, kein weiter Bogen und Plätze verloren – quer durch die Rabatten führte ihn sein Weg direkt in die Weltspitze und dort hält er sich nun auf UND zurecht.

Für den geneigten Betrachter die besagte Szene zum „Zungenschnalzen“ in drei Sequenzen. 

Jetzt hatten wir Sommerpause und Jonas Folger konnte seine Wahnsinnstat am Sachsenring erst einmal verdauen und auf sich wirken lassen. Ich denke dieser zweite Platz am Sachsenring war für Jonas Folger eine Initialzündung. In der Art: Hey Mann, wenn ich einen guten Tag habe dann kann ich bei den Besten nicht nur mithalten, sondern Sie sogar schlagen.

Das dies so ist und DAS ER genau das auch gespürt und gemerkt hat – beobachtete man als Jonas zur Pressekonferenz gekommen ist. Da kam ein gereifter Rennfahrer an – mit einem breiten, selbstbewussten Lächeln im Gesicht: So Leute – ab heute müsst Ihr mit mir rechnen! 

Und was kommt jetzt? Jetzt kommt BRÜNN! Und für diejenigen, die es vielleicht nicht so auf dem Schirm haben:

Erster Grand Prix von Jonas Folger war 2008 in Brünn. Sein letzter Moto2 Sieg war 2016 in Brünn. Und die Mapfre Aprilia hatte er 2012 ebenfalls in der Moto 3 zuoberst auf das tschechische Podest in Brünn gestellt.

Die erste Strecke nach der Sommerpause sollte Jonas also liegen und vielleicht macht er direkt damit weiter womit er aufgehört hat. Mit einem starken und nervenaufreibenden Rennen, in dem die deutschen Rennfans wieder mitfiebern und (hoffentlich) auch jubeln können. Das Podest am Sachsenring wird bestimmt nicht sein Letztes gewesen sein – daran glaubt Flying Haggis fest! Und im Tech3 Team bei dem erfahrenen Herve Poncharal kann Jonas in aller Gemütsruhe reifen und Erfahrungen sammeln – um dann den Platz von Doctor Valentino Rossi in der Saison 2020 zu beerben.

Also Folgaaas!

Wo der Glamour aufhört……….

12 Mittwoch Jul 2017

Posted by flyinghaggis2015 in Sparte A

≈ 2 Kommentare

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Boxenteams, Hinter den Kulissen, Sachsenring

 

……….beginnt die Arbeit. Und die Arbeit kann vor, in und hinter den Kulissen einer derart riesigen Veranstaltung wie dem Großen Preis von Deutschland auf dem Sachsenring vielfältig sein.

Der Glamour im wahrsten Sinne des Wortes ist bei einem Motorradrennen sicherlich immer die Siegerehrung und die sich anschließenden Pressekonferenzen. Aber selbst DAS ist auch Arbeit für die Grand Prix Helden, die jetzt den mentalen Stress haben sich nur ja gut verkaufen zu müssen oder sollte ich statt verkaufen doch besser darstellen sagen? Manchmal sind da Übergänge fließend. 

Also ist Hände schütteln angesagt mit allem was dazu gehört.

„Hallo Marc. Herzlichen Glückwunsch!“ 

„Ja – Danke!“ (Wer ist die Frau überhaupt und woher muss ich die kennen?)

Es geht also durch das jubelnde Spalier der Gratulanten und danach muss bei der Presse, ähnlich wie bei einer Rede zur Oscarverleihung, an jeden gedacht werden, der in welcher Art auch immer an dem Erfolg Teil hatte oder vielleicht auch nur glaubt Teil zu haben.

 

Das nette Gesicht müssen die Jungs aber auch schon während des gesamten Wochenendes machen. Denn die Fans erwarten strahlende Helden, wenn SIE zum gefühlt 1000 x zum Selfie oder Foto aufgefordert werden.

 

Da ist es herzlich egal ob das Training jetzt gut oder schlecht gelaufen ist und MAN sich darüber Sorgen macht OB morgen am Renntag alles gut gehen wird.

 

„Die schaukelt sich so auf nach der Kompression im Omega. Was ist das nur und Warum zum Teufel bekommen wir das nicht weg?“ Oh – Moment ich muss lächeln.

Und jetzt sind wir bei den Boxenteams. Da ist recht wenig Glamour ABER dafür verdammt viel Arbeit angesagt. Das sind für mich die Helden des Wochenendes. Wenn der Fahrer wieder einmal die Maschine im Kiesbett kaltverformt hat und das gute Stück als 3-D-Puzzle in die Box transportiert wird. Steht keine Zweitmaschine zur Verfügung (wie vorgeschrieben in der Moto 2) dann heißt es die Finger fliegen lassen, damit das Motorrad zum nächsten Training wieder fahrfertig und konkurrenzfähig ist.

 

 

Da haben wir auch noch die kleineren Teams (z. B. bei der Moto 3), die wegen der häufig geringen Raumkapazitäten keinen Platz in der Boxengasse haben. Am Sachsenring heißt das – nach Trainingsende zieht die Karawane quer über die Strecke in das Fahrerlager 2, um dort die weiteren Arbeiten zu erledigen.

 

Irgendwann ist dieser ganze Stress und die Hektik dann selbst den ganz Großen der Zunft zu viel und es geht in den wohlverdienten Ruhestand. So einer wie Sepp Schlögl, der bereits Dieter Braun, Toni Mang und Tom Lüthi zu Weltmeisterehren verholfen hat verlässt dann die Weltbühne Moto GP.

 

Wie man sieht hat er aber Wissen und (die Metapher sei gestattet) das „Staffelholz“ an andere übergeben. Stefan „Stef“ Haseneder schraubt derzeit bei Marc VDS und hat, nach der Zeit bei Tom Lüthi, schon die Moto 2 Maschinen von Tito Rabat, Mika Kallio und jetzt Alex Marquez rennfertig und schnell gemacht.

 

Manchmal ist da gerade ein ruhiger Moment um einen Espresso zu genießen. Stile di vita italiano – italienische Lebensart muss auch hier sein UND ausgerechnet jetzt muss einer erscheinen und davon ein Foto schießen. Da darf man dann auch schon einmal etwas ungehalten schauen.

 

Denn das Team muss ja auch gut verpflegt werden und das Menü in der jeweiligen Teamhospitality muss natürlich bei den Sponsorenterminen höchsten Ansprüchen genügen.

 

Da erinnert die Küche, in der das Ganze dann gezaubert wird, eher an die engen Verhältnisse die ein Koch in einem U-Boot vorfindet.

 

Jetzt haben wir von den Hütern des schwarzen Goldes noch gar nicht gesprochen. Kaum zählbare Varianten und unterschiedliche Konfigurationen an Reifen und Gummimischungen werden hier von Dunlop und Michelin angeschleppt, um den Ansprüchen der Teams und Fahrer gerecht zu werden. Am Sachsenring mit seiner linkslastigen Auslegung dann derart, dass die Gummimischungen auf der linken Reifenflanke etwas härter ausfallen als rechts. So halten SIE dann auch ein Rennen aus und laufen (einigermaßen) gleichmäßig ab.

Das war jetzt ein kurzer Blick hinter die Kulissen und dabei haben wir von den unzähligen, freiwilligen Helfern am Streckenrand, den Sanitätern, den Einweisern an den Parkplätzen noch gar nicht gesprochen.

UND von den Leuten die in mühseliger Kleinarbeit und Überstunden die Veranstaltung im Vorgriff planen und organisieren, sowie an den eigentlichen Veranstaltungstagen reibungslos ablaufen lassen. Alle Achtung und Chapeau an die Leute rund um die Sachsenring-Rennstrecken-Management GmbH.

Habt IHR TOLL gemacht – auch wenn sich jetzt einige ewig Nörgler berufen fühlen an der Organisation herumzumäkeln. Denn wo der Glamour aufhört – da fängt die Arbeit an. Und diejenigen, die auf dem Sonnendeck des Kreuzfahrtschiffes Champagner schlürfen sehen die Heizer vor den Kesseln nicht schwitzen.

Wir sehen uns 2018 und da knacken wir auch wieder die 200.000 Zuschauer am Wochenende!

IMPRESSIONEN:

Marcel Schrötter – einmal als „Fake“ an der Hospitality und einmal Original.


FORWARD – Ohne „Balda“ Baldassarri mit Ersatzmann Frederico Fuligni und Luca Marini etwas unter Wert geschlagen. KOPF HOCH – Balda ist bald wieder da und dann geht`s um Podestplätze.

 

Gigi Dall`Igna zieht die Stirn in Falten. 800 m Zielgeraden sind für die bärenstarke Ducati einfach zu wenig.

 

Stefan Kiefer: „Keine Zeit ich muss zur Box!“

 

„Habt Ihr bei KTM noch einen Platz für mich?“
„Nein, Danke. Wir sind bestens bestückt“

 

Wenn man das ganze Wochenende für Sicherheit gesorgt hat, dann darf  auch mit dem Sieger gefeiert werden (auch wenn er nicht aus Deutschland kommt)

Das „Herz“ des Motorsports und die Fenster ins Leben!

08 Donnerstag Jun 2017

Posted by flyinghaggis2015 in Anderstouren, Sparte A

≈ Ein Kommentar

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Classic Race Museum, Motorradrennsport, Norton Manx, Oldtimer, The Duke

Meine Augen sind die Fenster in mein Leben. Wenn der Genuss an italienischem Rotwein oder an Weizenbier nicht überproportional hoch liegt funktionieren sie auch noch einwandfrei – zumindest auf die Entfernung.

So ist es für mich in neuen Gefilden ein Muss alles Mögliche Neue und auch Alte anzusehen – oder sagen wir besser statt alt historisch. Wo macht man das jetzt besser als in einem Museum!

Was sagt uns das allwissende Internet dazu? Ein Museum ist gemeinhin eine Institution, die eine Sammlung bedeutsamer und lehrreicher oder exemplarischer Gegenstände aufbewahrt und Teile davon für die Öffentlichkeit ausstellt.

Bedeutsam und lehrreich? Da habe ich WAS für Euch und bei exemplarisch aufbewahren und für die Öffentlichkeit ausstellen hätte ich es auch nicht treffender sagen können. Bei zwei der Anderstouren bzw. bei den Einkehrtipps

https://flyinghaggis.net/2015/05/15/eifel-ahr-oder-das-wirtshaus-in-spessart/

https://flyinghaggis.net/2016/08/12/ohne-mampf-kein-kampf/

habe ich euch den Tipp Classic-Race-Museum in Jammelshofen nahegelegt. Diesem Tipp, sowie seinem Gründer und Betreiber gehen wir jetzt buchstäblich näher auf den Grund.

http://classic-race.de/

Frithjof Erpelding hat nach seiner aktiven Zeit als Rennfahrer, immerhin 16 Jahre,  nicht nur seine eigenen Rennmotorräder (eine NSU Fox und eine Norton Manx)

 

sondern eine Vielzahl von weiteren Modellen, die das Herz eines jeden Rennsportfans höher schlagen lassen, in seinem Museum zusammengetragen.

Mittlerweile stellt der umtriebige Frithjof Erpelding über 200 Exponate aller Motorsportklassen und Epochen, beginnend mit dem Jahr 1927 bis zum heutigen Tag, in seinem feinen Museum aus.

Also nichts wie rein in diese Zeitmaschine des Rennsports und einen Blick durch unsere Fenster des Lebens auf die Historie der Motorsportgeschichte geworfen.

 

Da stehen SIE Rad an Rad wie die Botschafter vergangener Epochen der Rennstrecken dieser Welt.

Eine Bultaco, die den großen Preis der Niederlande in Assen gewonnen hat.

Eine DKW Ore 250 → Sie war 2 x auf der Isle of Man erfolgreich.

Mit der Start-Nr. 132 eine 350er Norton aus dem Fuhrpark von Geoff Duke dem Halbliterweltmeister der Jahre 1953 – 1955.

„The Duke“ dominierte die Motorradrennen in den 50er Jahren. Er war sozusagen der erste Superstar der Szene vergleichbar mit Valentino Rossi in unseren Tagen. Sechs Weltmeistertitel und fünf Siege bei der TT auf der Isle of Man sprechen Bände. Und hier im Classic Race Museum dürfen wir einen Blick auf seine 350er Norton werfen.
Das Herz des Motorsportenthusiasten Erpelding gehört aber irgendwie den König-Modellen, die im Museum Ehrenplätze inne haben. Der eigentliche Spezialist für Rennboote König hat seine leistungsstarken Motoren sowohl als Kraftquelle bei den Gespannen, als auch bei so mancher potenten Solomaschine gespendet.

Ein Strahlen in die Augen bekommt Frithjof Erpelding auch wenn er auf seine Velocette zu sprechen kommt.

Nur noch -5- dieser Modelle existieren auf der Welt. Ein spleeniger Brite hat bereits testamentarisch festgelegt, dass seine Velocette im Nachbargrab neben ihm bestattet wird. Erpelding hatte den Engländer daraufhin in seinem rheinischen Humor darum gebeten BITTE die Schaufel direkt liegen zu lassen, damit Er die Maschine unmittelbar nach dem Begräbnis wieder ausbuddeln kann.
Überhaupt streut Erpelding zwischen seinen fachlichen Erläuterungen immer wieder private Anekdoten in die Führung ein. Sein Sohn, Frithjof jun. (zwischenzeitlich gibt es in der Ahnenreihe -3- Herren mit dem Vornamen) war bereits früh vom Motorradbazillus seines Vaters infiziert worden und fuhr ebenfalls schon mit den Maschinen um das heimatliche Anwesen, wo andere Kinder noch mit Tretroller beschäftigt und ausgelastet waren. Da die Beine des Juniors aber noch nicht die richtige Länge aufwiesen um auch sturzfrei anhalten zu können wurden in regelmäßigen Abständen Hohlblocksteine positioniert, damit Klein-Frithjof unfallfrei anhalten und das Manko der kurzen Beine ausgleichen konnte. Auch improvisieren will gelernt sein. Mit vier Rädern war Erpelding ebenfalls unterwegs und so wundert es nicht, dass im Museum auch der ein oder andere Rennwagen zu finden ist. Da ist ein wunderschöner Cooper – eine Leichtbaurakete aus britischer Herstellung.
Zeitweise gehörte Cooper zu den erfolgreichsten Formel-1-Teams. Jack Brabham, Bruce McLaren
und Jochen Rindt fuhren auf Coopers Werkswagen Erfolge ein. Einer der ersten Cooper-Kunden war Stirling Moss; sein Cooper T5 war sein erstes Rennauto.Coopers Quasi-Werksteams in der Formel Junior und der Formel 2 wurde zeitweise von Ken Tyrrell geführt, dem Briten der Jahre später auch seinen eigenen Rennstall Tyrell in der Formel 1 zu Ruhm und Ehre führte.Einige Modelle aus der Fabrikation von Honda, die unter Erpelding Rennluft geschnuppert haben.

UND – wenn hier vielleicht Cineasten unter uns sind, die sich noch an den Tom Cruise Film „Days of Thunder“ erinnern können → ein Nascarbolide aus dem Kinofilm.

Die meisten Maschinen sind ohne ihre Verkleidungen ausgestellt, damit man freien Blick auf die Technik und die Motoren hat. Ich finde es gut. Hat man doch so wirklich den unmittelbaren Blick auf die handwerklichen Problemlösungen früherer Rennsportepochen.
Eine schöne MZ steht mit ihrer windschlüpfrigen Rennverkleidung der 50er in der Ausstellung. Ähnlich wie bei einigen Guzzimodellen dieser Zeit ziert SIE ein wahnsinniges Drum an bauchiger Verkleidung. Sollte windschlüpfrig machen, war aber ausgesprochen empfindlich bei Seiten- oder Aufwind.

Apropos Moto Guzzi. Für einen ausgesprochenen Guzzi-Liebhaber baute Erpelding ein Modell zusammen, welches geziert wird vom Moto Guzzi Emblem. Der Witz daran ist, dass außer diesem Aufkleber nichts aus der Fertigung von Moto Guzzi stammt. So ist u. a. der Motor von einer 4-Zylinder Benelli. Deshalb steht auch abschließend „Giese-Eigenbau“ unter dem Modell.

Ich könnte jetzt noch gut einen Stunde schreiben oder wahrscheinlich sogar noch länger – ist aber letztendlich nicht der Sinn der Sache.

Leute, wenn IHR in „Ringnähe“ seid, dann auf nach Jammelshofen in die Kirchstraße 9 und nichts wie rein in das Classic-Race-Museum.

 Denn wie heißt der Slogan des Museums:

Wo Motorenöl gerne in den Ruhestand geht…..

UND wenn IHR dann im Museum steht und die Modelle mit euren Fenstern ins Leben betrachtet, dann schließt sie einmal für einen Moment und hört einfach nur etwas genauer hin!

Dann hört IHR das dumpfe Grollen und Brummen der Motoren und vielleicht sogar im Hintergrund die Stimme von Jochen „the Voice“ Luck:

Helfer bitte Startplatz räumen! Noch dreißig Sekunden bis zum Start! Helpers clear the track!

https://flyinghaggis.net/2015/07/31/jochen-the-voice-luck-oder-90-jahre-geballter-motorsport/

IMPRESSIONEN:

 

Manchmal macht man(n) seine Passion zum Beruf – GILLES Tooling

19 Freitag Mai 2017

Posted by flyinghaggis2015 in Technik & Ausrüstung

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Gilles Tooling, Hochwertiges Motorradzubehör, Passion meets Performance

Es gibt Menschen für die hege ich eine außerordentliche Bewunderung. Das sind z. B. diejenigen, die aus ihrem angestammten Umfeld (sei es Familie oder Beruf) von einem Tag auf den anderen ausbrechen und einfach DAS machen, was Sie immer schon ge- oder erträumt haben.

So frei nach dem Sinnspruch: Träume nicht dein Leben. Lebe deinen Traum!

Und damit sind wir bei der zweiten Gruppe der Menschen, die ich bewundere. Diejenigen, die ihren Traum oder in diesem Falle besser ihre Passion, direkt zu ihrem Beruf und zur Berufung machen.

Gerhard Gilles, ein neudeutsch Selfmademan, geht in der von ihm gegründeten Firma Gilles Tooling

https://www.gillestooling.com/

seiner Passion nach. Soll konkret heißen Motorräder und Motorradrennsport.

Ja Leute – hier ist ein Enthusiast in Sachen Motorräder am Werk und seine wertigen Produkte sind im harten Alltag auf den Rennstrecken dieser Welt ausgetestet.

Sogar unser „Doctor“ Valentino Rossi und das Yamaha Werksteam schwören auf Gilles Tooling und am Heck der Werksmaschinen auf der Radabdeckung prangt stolz das Firmenlogo – die beiden gespiegelten und überkreuzten „G“, welche ineinander verwoben auf den Werksyamahas wie die Brandzeichen auf Rennpferden zu sehen sind.

Der Rest seiner sportlichen Kundschaft liest sich wie das Who is who im Sektor Motorradrennsport. So zählten auch Sam Lowes und Cal Crutchlow bereits zur Kundschaft von Gerhard Gilles.

Das aber nur einmal als Einleitung in die Materie, denn Flying Haggis hatte Gelegenheit das „Allerheiligste“ der Firma Gilles Tooling im nahen Großherzogtum Luxemburg in einem kleinen Industriegebiet bei Grevenmacher zu besichtigen. Der für den Vertrieb im deutschsprachigen Raum (und einige andere Dinge) zuständige Mitarbeiter Andre Michels führte Flying Haggis durch die heiligen Hallen der Firma. Wie soll man jetzt Andre Michels am besten beschreiben? Am treffendsten wäre sicherlich die Metapher → er ist der menschgewordene Produktkatalog der Firma Gilles Tooling. Es gibt nichts was Andre Michels über die Firma nicht weiß und das Strahlen in den Augen bei der Darstellung der Produkte und „seiner Firma“ zeigt dem Besucher ganz eindeutig → Hier steht jemand der zu mehr als 100 Prozent von seiner Firma und den Produkten überzeugt ist.

Was soll ich sagen? Die Firma und die Herstellungsräume vermitteln einen derartigen Eindruck, dass man schlichtweg begeistert ist. Hat man noch aus den frühen 80er Jahren die Hinterhofschrauber im Kopf, die zwar handwerklich fit waren, aber oftmals in Werkstätten ihrer Arbeit nachgingen, die Kramläden nahekamen (links liegt der Krims und rechts liegt der Krams → zusammen genommen dann Krimskrams-Laden), ist man hier im Vergleich dazu in einem anderen Sonnensystem gelandet.

Die Werkbänke und Fertigungsanlagen sind derart klinisch sauber, dass die Angestellten wahrscheinlich auch bakterienfrei Operationen am offenen Herzen durchführen könnten.

Euer werter Erzähler fühlte sich gefühlsmäßig in Kindertage zurückversetzt, als ein kleiner Kerl mit strahlenden Augen durch den Legoladen lief und an jedem Regal irgendetwas gefunden hat, was seine unstillbare Begierde geweckt hat.

Alle Teile sind aus dem Vollen gefräst und werden hier vor Ort gefertigt.

Kein Billigzulieferer aus Fernost findet seinen Weg hier in die Produktion. Das würde dem Qualitätsanspruch von Gerhard Gilles nicht gerecht werden und damit stellen sich diese Fragen und die Option nach Billigimporten erst gar nicht.
Gefertigt wird für Yamaha (MT-Serie, Tracer und R 1) , Suzuki und auch BMW (HP), aber auch für andere Hersteller findet sich ausreichend Material im Produktkatalog. An dem neuen „BMW-Übermodell“ HP 4 werden -30- Komponenten aus dem Hause Gilles verbaut. Wenn das nicht bereits aussagekräftig ist – Was dann?

Da sind z. B. filigran gearbeitete Fußrastenanlagen im Programm → eine schöner gemacht als die andere. Alle offenbaren dabei ein Ziel – die Ergonomie. Variabel und einfach verstellbar lassen sie Fahrer/-in so auf der Maschine Platz finden, dass genau der wichtigste Punkt im Vordergrund steht: Motorradfahren!
Denn wo nichts kneift und beißt hat man seine Gedanken da wo sie hingehören, nämlich auf der Straße und nicht bei der malträtierten Muskulatur oder einem schmerzenden Bandapparat.


Das gilt analog für die Riser und gipfelt dort in dem Modell 2D.GT. Hier ist wirklich alles verstell- und justierbar was dem Fahrer/-in dient. Reichweitenverstellung bis zu 50 mm. Die Höhenanpassung in 5 mm Schritten und die Offseteinstellung 9 – 19 mm in Richtung des Fahrers.


Variabel verstellbare Stummellenker und das alles ohne baulich z. B. bei einer Ducati Panigale Hand an die Verkleidung legen zu müssen. Konkret heißt das: Hier muss nicht Material ein- oder weggeschnitten werden, was abschließend irgendwann einmal einen Rückbau erschwert oder unschön erscheinen lässt.

Eigentlich rechnet man bei der Betrachtung der Artikel nur noch damit, dass Valentino Rossi persönlich kurz vorbeischaut, um sich ein neues Paar für seine M 1 abzuholen.

Ciao ragazzi Sto facendo un test rapido!

Jetzt haben wir von den Kleinoden wie Kupplungs- und Bremshebeln

noch gar nicht gesprochen. Der weltweit erste spielfreie Hebel ist hier bei Gilles im Programm. Hier wackelt nichts mehr in der Aufnahme und die Bewegung geht nur noch in die Richtung für die er auch gedacht ist.

Im Rennsport seit Jahren Pflicht, damit bei engen Manövern nicht versehentlich ein Konkurrent Kontakt zu Brems- oder Kupplungshebel aufnimmt → die Lever Guards; wörtlich Hebelwächter oder Schutzbügel.
Auch hier in einer praxisorientierten Variante mit 2-teiliger Bauart und Sollbruchstelle. Der Haupthalter, wie alles bei Gilles aus dem Vollen gefräst, nimmt den glasfaserverstärkten Schutzbügel aus Kunststoff auf. Besser der Schutzbügel zerlegt sich im Ernstfall in zwei Teile, als
  der schöne teure Bremshebel.

Und falls uns unser Weg doch einmal bei einem Fahrertraining ins Kiesbett oder auf der Heimstrecke in den nächstbesten Acker verschlagen hat – dann hat uns, bzw. den Rahmen unserer Maschine, womöglich eines der patentierten Sturzpads aus der Fertigung von Gilles Tooling vor einem größeren Schadensbild bewahrt.


Was gibt es noch? Felgen von der Firma Galespeed, einem langjährigen Kooperationspartner von Gilles Tooling. Für die in Japan hergestellten Schmiederäder ist Gilles der Europaimporteur. In der Moto 2 werden diese Felgen u. a. auch von Sandro Cortese gefahren.

Gerhard Gilles ist selbst im Rennsport groß geworden. In der nationalen Klasse. Das Material, welches zu diesem Zeitpunkt käuflich zu erwerben war erfüllte aber nicht seinen eigenen Qualitätsanspruch.

Also was tun? Selbermachen!

Und genau das tat er dann auch. Zunächst für den Eigenbedarf und dann schnüffelte die Konkurrenz aus der Nachbarbox. Oh, das sieht aber gut aus! Hast Du toll gemacht!  Und so nahm die Geschichte ihren Lauf, deren Ende noch nicht abzusehen ist. Denn hier im Werk von Gerhard Gilles sieht alles nach Expansion aus und dem Willen jeden Tag etwas Neues zu entwickeln oder Bewährtes noch besser zu machen.

Wenn IHR also richtig wertiges Zubehör für eure Maschinen sucht – dann seid IHR hier richtig!
Nicht billig ABER preiswert! Den Unterschied brauche ich Euch an dieser Stelle nicht zu erklären und verbleibe bei dem alten Sinnspruch:

Irgendwann kann man sich keine billigen Dinge mehr leisten → Denn würden nicht Narren zum Markt gehen, würden schlechte Waren nicht gekauft! Das sagen die Engländer und hin und wieder haben die auch mit ihren Sprüchen recht.

Win on Sunday – sell on Monday! Das trifft ganz besonders auch auf die Produkte von Gilles Tooling zu und vielleicht haucht es uns im Alltag auch ein wenig Grand Prix Gefühl ein.

Ciao ragazzi Sto facendo un test rapido!

Ich werde auf alle Fälle bei meinen nächsten Einkäufen in Sachen Zubehör erst einmal in die Produktpalette von Gilles Tooling schauen – Billige Dinge kann ich mir nicht mehr leisten!

IMPRESSIONEN:


Alter Wein in neuen Schläuchen……..

14 Dienstag Mär 2017

Posted by flyinghaggis2015 in Nachdenkliches & Provokantes, Technik & Ausrüstung

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Marketing, Modellpolitik, Retrobikes

Habt Ihr auch zufälligerweise die Ausgabe 05 2017 der Zeitschrift Motorrad gelesen? Unter dem Titel „Cup-Puccino“ hatte da der Redakteur der Zeitschrift Motorrad, Johannes Müller,  die aktuelle Triumph Street Cup in einem Fahrbericht beschrieben.

Vertieft in den wirklich nett geschriebenen Bericht lese ich dann auch das Fazit des Redakteurs der von einem schönen, voll alltagstauglichen, wertigen Neo-Retro-Cafe-Racerchen (Zitat) für Genießer spricht, die es unkapriziös und stressfrei mögen.

Hey Flying Haggis, dass hört sich ja durchaus interessant an und bei dem Datenblatt steht etwas von 55 PS bei 200 kg Trockengewicht! Mehr braucht eigentlich kein Mensch, um auf einer kurvigen Landstraße mit seinem Motorrad glücklich zu sein.

Wahrscheinlich altersbedingt kommt erst jetzt eurem werten Erzähler ein Gedanke und leicht versonnen marschiert Flying Haggis in die tieferen Gewölbe seiner Höhle. Da war doch noch WAS?

Und richtig – über die Wintermonate wohl schon etwas in Vergessenheit geraten steht SIE da vor mir. Die „Monstro Piccolo“ der besten Sozia von Allen.

Okay, okay – nicht mehr so ganz im Serientrimm steht SIE da, die kleine 600er Monster aus den Hallen von Borgo Panigale in Bologna. Da ist mit der Zeit einiges an hochglanzpolierten Aluprodukten aus der Road Racing Manufaktur angebaut worden. „Kellermännchen“ haben den Platz der etwas klobigen Originalblinker eingenommen und das Originalheck ist einer verkürzten Variante aus dem Hause Pferrer gewichen.

Aber um diese Umbauten geht es mir jetzt eigentlich nicht, sondern vielmehr um einen kleinen Blick in das Datenblatt unserer „Monstro Piccolo“ aus dem Jahr 1996. Hier stehen 54 PS bei 190 kg Trockengewicht im Fahrzeugbrief!

Bei objektiver Betrachtung steht also unsere alte Dame ganz gut im Futter im Vergleich mit aktuellen Produkten aus dem Baujahr 2017. Das einzige was man aus Sicherheitsaspekten vermissen könnte, wäre das ABS. DAS ist also der Fortschritt aus mehr als 20 Jahren technischer Entwicklung?

Denn optisch kann sich das alte Produkt aus Bologna durchaus noch mit der „Neuen“ aus Hinckley messen. Zumindest was meinen Motorradgeschmack angeht.

Im Grunde genommen passiert also gerade im Motorradsektor das, was man bei Bekleidung bereits seit Jahrzehnten feststellen kann. Leute – werft nur ja nichts weg! Egal wie abgefahren es auch immer sein mag – irgendwann kommt die Zeit zurück und ein findiger Stratege verkauft Euch:

Alten Wein in neuen Schläuchen!

Ich bleibe dann aber lieber bei meinem guten alten Roten aus Italien. Einem schönen trockenen Barolo oder Brunello.

La La Land ODER doch Verständnis für die Briten?

28 Samstag Jan 2017

Posted by flyinghaggis2015 in Nachdenkliches & Provokantes

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3. EU Führerscheinrichtlinie, EU, Führerschein Klasse A 2

La La Land – ich habe den Film noch nicht gesehen obwohl sich die Kritiker vor Lob überschlagen und die Hybridvariante aus Musical und Spielfilm für mehrere Oscars vorgeschlagen ist.

Als ich aber das erste Mal den Filmtitel La La Land in den Medien vernommen hatte dachte ich unwillkürlich: Jetzt haben Sie die Geschichte der EU verfilmt. Das kann ja was werden!

So eine Seifenoper aus drittklassigen Darstellern, die ihren Zenit des Schaffens bei Weitem überschritten haben und jetzt in einer – Wie heißt das noch neudeutsch so schön „Daily Soap“ ihr Gnadenbrot fristen.

Wenn La La Land den Oscar erhält, dann müsste die EU in Verbindung mit meinem Lieblingsressortleiter in der deutschen Regierung die goldene Himbeere für die schlechteste Vorstellung des Jahres erhalten.

Wie begeistert war ich einmal von unserer europäischen Union und dem Gedanken jetzt ein einheitliches großes Ganzes zu schaffen, ohne Grenzen, mit einer gemeinsamen Währung und einer einheitlichen Rechtsprechung! UND einer einheitlichen Führerscheinregelung für alle Mitgliedstaaten.

Seit 28.12.16 gilt jetzt auch für uns Deutsche die europäische Regelung im Bereich der Führerscheinklasse A2:

Nur noch Maschinen mit einer Leistung von 35 Kw oder für uns ältere Semester 48 PS. Mit der europäischen Einschränkung, dass von A2-Fahrern genutzte, gedrosselte Varianten nur noch eine Höchstleistung von 95 PS haben dürfen.

Faktisch bedeutet dies die endgültige und vollständige Umsetzung der 3. EU-Führerscheinrichtlinie. Okay, okay – die hätte bereits Mitte des letzten Jahres umgesetzt werden sollen, bei genauerer Betrachtung sogar etwas früher, denn in „Resteuropa“ hat dies Gültigkeit seit 2013 – ABER – Wir sprechen hier schließlich auch von dem Fachressort des Herrn Alexander Dobrindt, welches unsere demokratischen Entscheidungsträger in den Gremien Bundestag und Bundesrat beraten sollte und da muss man auf den ein oder anderen gespielten Witz im Stile des bayrischen Komödienstadels gewappnet sein.

LEUTE – ich spreche jetzt nicht davon ob ich es für sinnvoll halte eine japanische Feuerklinge oder sonstiges Gerät mit annähernd 200 PS auf A2-konforme 48 PS zu drosseln! Ich spreche davon, dass wir genau um derartige Fälle sachgerecht und „bürgernah“ zu regeln ein europäisches Parlament haben (oder sollte ich besser sagen: Haben sollten?)

Stattdessen hat da wohl flächendeckend die deutsche Delegation dem Schlaf des Gerechten gefrönt ODER war gar nicht anwesend. Zumindest liegt letztere Variante nahe, wenn man Berichterstattungen aus dem EU-Parlament sieht und außer den Reinemachfrauen kein Mensch im Saal anwesend ist.

Jetzt wird uns auch noch die Besitzstandswahrung als besonderes Geschenk verkauft: Meine lieben Mitbürgerinnen und Mitbürger. Sie können weiterhin ihre derart gedrosselten Motorräder im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland nutzen!

Jaaa – nur fahrt bei mir hier unten im Dreiländereck mit diesen Maschinen nicht mal schnell ins Großherzogtum Luxemburg tanken ODER nutzt den Wochenendtrip im Schwarzwald noch schnell zu einem Abstecher ins benachbarte Elsass um dem Col de la Schlucht oder dem großen Ballon die Aufwartung zu machen. DANN seid ihr nämlich Dank der deutschen Schnarcherei im illegalen Bereich unterwegs und fahrt nach EU-Recht faktisch ohne gültige Fahrerlaubnis.

Am allerbesten finde ich wirklich die Internetpräsentation unseres mit Fachkompetenz überbordend ausgestatteten Verkehrsministeriums

http://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/LA/rechtliche-grundlagen-des-eu-fuehrerscheins.html?nn=284418

Da steht für alle Interessierten bereits auf der ersten Seite, natürlich leicht versteckt, ein mehr als vielsagender Hinweis:

Sollten Sie Fragen zu Einzelfällen der Erteilung und Entziehung der Fahrerlaubnis und zu Ihrem Führerschein haben, wenden Sie sich bitte an die für Sie zuständige örtliche Fahrerlaubnisbehörde (Straßenverkehrsamt).

Wenn diese Seite korrekt gepflegt würde dann müsste hier im Anschluss stehen:

…… denn wir haben leider von dieser Materie überhaupt keine Ahnung.

Ich versuche in der Zwischenzeit zu recherchieren was Alexander Dobrindt tatsächlich beruflich macht. Ich vermute ja mittlerweile, dass der Mann ein kommunistischer Schläfer aus dem kalten Krieg ist und ihn irgendjemand (versehentlich) geweckt hat, um das Land der Dichter und Denker endgültig in den geistigen Abgrund zu treiben. Wahrscheinlich werde ich aber eher ermitteln können ob Florian Silbereisen mit Batterien funktioniert oder tatsächlich echt ist.

Manchmal gibt es Phasen – da habe ich tatsächlich Verständnis für das Verhalten der Briten!

Venire contra factum proprium ODER soziale Kompetenz Teil 2

17 Samstag Dez 2016

Posted by flyinghaggis2015 in Nachdenkliches & Provokantes

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Gerichtsurteile, Motorradfahren in der Gruppe, OLG Frankfurt

Ja Leute ich weiß → es hört sich ziemlich nach dem Latein in den Asterixheften meiner Jugend an. Obwohl – zwischendrin werfe ich ganz gerne mal wieder ein Blick in die Heftchen, verbunden mit einem Schmunzeln.

Aber jetzt sind wir fast vom Thema weg und zum Schmunzeln ist es schon gleich gar nicht. Aktuell geistert es wieder durch die Gazetten obwohl das Urteil des Oberlandesgerichtes (OLG) Frankfurt schon um mehr als ein Jahr zurückliegt.

Am 18.08.2015 war es und unter dem Az.: 22 U 39/14 des OLG Frankfurt ist es zu finden.

https://openjur.de/u/851932.html

Damit sind wir auch bei unserem „Asterixlatein“ aus der Überschrift und der Urteilbegründung, dessen Ableitung sich im Grundsatz von Treu und Glauben im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) wiederfindet. Nach der Definition dieses unbestimmten Rechtsbegriffes ist es eine unzulässige Rechtsausübung, wenn innerhalb eine Schuldverhältnisses oder einer anders gearteten rechtlichen Sonderverbindung der Berechtigte selbst eine tatsächliche Situation geschaffen hat, auf deren Bestand der andere Beteiligte vertrauen durfte und auch vertraut hat.

Diejenigen unter uns, die bereits das zweifelhafte Vergnügen einer Gerichts-verhandlung hinter sich haben, wissen was sich hinter einem Urteil eines OLG verbirgt. Richtig – hier war bereits irgendein Gericht vorher mit dem Fall betraut. In unserem Fall war es das Landgericht (LG) Darmstadt am 16.01.2014 und danach ging der „Kläger“ in Berufung.

Kläger war in diesem Fall (wie IHR aus den Presseberichten wisst, handelte es sich um eine 4-köpfige Gruppe von Motorradfahrern), der Fahrer an Position 2. Nr. 1 kollidiert in einem Kurvenverlauf mit einem entgegenkommenden PKW. Und das war es im besagten Fall schon mit den Klarheiten. Denn unser Kläger, also Fahrer Nr. 2, behauptet sein Fahrzeug bis zum Stillstand abgebremst zu haben UND dies ohne Sturz oder Kollision. Vielmehr habe nun der Fahrer Nr. 3 (im aktuellen Fall der Beklagte) die Schuld, da er (wegen zu geringen Sicherheitsabstandes) seine Maschine nicht mehr ausreichend abbremsen konnte und dann in das Fahrzeugheck von Nr. 2 krachte. Dadurch wäre mithin der Sturz von Nr. 2 verursacht worden und die daraus resultierenden Folgeschäden.

Soweit so gut oder vielmehr so schlecht. Da hat jetzt jemand einen (unverschuldeten) Schaden [wenn WIR die Auffassung von Nr. 2 teilen], den er beglichen haben möchte und zieht vor Gericht und da haben wir in Deutschland den Grundsatz: Im Zweifelsfall für den Angeklagten UND genau der zieht jetzt.

Denn das LG konnte nach der Beweiserhebung und dem Sachverständigen-gutachten nicht ausreichend sicher feststellen, dass der Beklagte (also Nr. 3) mit seinem Motorrad gegen das Heck des Motorrads des Klägers gestoßen sei und dieses zu Fall gebracht habe. Es sei nicht auszuschließen, dass die Beschädigungen am Heck der Maschine von Nr. 2 und an der Front des Motorrades von Nr. 3 durch Kollisionen während der Rutschphase, insbesondere mit den Fahrbahnbegrenzungen, eingetreten seien.

Genau gegen diese Bewertung des LG Darmstadt ging jetzt unser Fahrer Nr. 2 in Revision und hoffte auf ein anderslautendes Urteil des OLG Frankfurt.

Pustekuchen!

Auch der Frankfurter Senat des OLG teilte die Auffassung des LG Darmstadt, insbesondere unter dem Aspekt, dass die „Reihenfolge“ der Gruppe je nach Verkehrssituation und anderen Umständen auch gewechselt hatte. Des Weiteren wird formuliert über das durchaus im Straßenverkehr vertraute Bild von Motorradfahrern in der Gruppe, bei der alle den erforderlichen Sicherheits-abstand nicht einhalten.

Somit geht das OLG Frankfurt in seiner weiteren Urteilsbegründung davon aus, dass alle Beteiligten in der Gruppe einvernehmlich ein besonderes Risiko eingegangen sind, um das entsprechende Gruppenfahrgefühl zu erreichen. Jedem der Gruppe hätte die gleiche Situation passieren können wie dem Kläger. Dass der Fahrer an Position 4 unfall- und sturzfrei hindurchfahren konnte, mochte daran liegen, dass er eine geringfügig längere Reaktionszeit hatte als die vor ihm fahrenden Motorradfahrer. Sämtliche Teilnehmer der Gruppe nahmen mithin billigend in Kauf, dass entweder sie selbst oder der hinter ihnen fahrende Fahrer bei einer Unfallsituation oder sonstigen Störungen nicht ausreichend bremsen konnte und es mithin zu Schädigungen der anderen Gruppenteilnehmer kommen konnte. Dieses bewusst fahrlässige Handeln schließe die Haftung einzelner Gruppenmitglieder untereinander damit zwingend aus.

Bingo!

Ja und jetzt – was bedeutet das Ganze jetzt für uns im Motorradalltag? Das entscheidende Problem ist, das Urteile eines OLG oftmals präjudizierende Wirkung haben. Soll heißen: Jedes andere Gericht, welches einen ähnlich gelagerten (oder weitestgehend ähnlichen) Sachverhalt zu verhandeln hat, wird jetzt zunächst das o. a. Urteil aus dem Hut zaubern und sich darauf berufen. UND dann werden WIR höchstrichterlich zu hören kriegen: Sie hatten untereinander keinen ausreichenden Sicherheitsabstand und die Reihenfolge innerhalb ihrer Gruppe war ständig wechselnd und nicht festgelegt!

Für MEIN persönliches Dafürhalten bleibe ich einfach weiter bei meinen Ausführungen in dem Artikel „Soziale Kompetenz“ und dann bin ich – egal in welcher Gruppe – auf der sicheren Seite → wenn sich ALLE daran halten!

2 fast 4 you!

02 Freitag Dez 2016

Posted by flyinghaggis2015 in Nachdenkliches & Provokantes

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Moto GP, Rennklassen, Superbike

Die Rennsportszene im Motorradbereich verfolge ich ja, wie Ihr wisst, bereits seit einigen Jahren. Irgendwie haben mir es die Kerle und auch die wenigen Mädels in der Szene angetan, also aufrichtige Bewunderung allenthalben.

Könnt ihr euch noch an die (aus meiner Sicht) goldenen Zeiten der Superbike-WM erinnern? Habt ihr SIE noch auf dem Schirm die Herren Fogarty, Phillis, Russell, Slight, Falappa und wie sie alle hießen? Das war so Anfang bis Mitte der 90er des zurückliegenden Jahrtausends. Als sich die Helden der Halbliterklasse in der Motorrad-WM mit Zweitaktmonstern herumschlugen, die in etwa so zu fahren waren wie sich ein wilder Mustang im Rodeo reiten ließ. Nur etwas für ganz hartgesottene Burschen mit einer lebensverachtenden Grundeinstellung oder zumindest der Maxime, dass ein gebrochener Knochen keinerlei Grund für Wehklagen darstellt. Der „gelbe Schein“ war nur dann eine Option, wenn die Mechaniker den Fahrer nicht mehr auf seine Maschine heben konnten. Und so fuhren sie dann auch → die Schwantz, Mamola, Lawson, Rainey und Doohan. Am Ende ihrer Karriere dann meist mit derart viel Metall im Körper, dass selbst die Detektoren an den Flughäfen vom Dauerpiepton hinter die Luft kamen.

Genau in dieser Zeit ist ES das erste Mal passiert! Die eigentlichen seriennahen Maschinen aus der Superbikeszene kamen an die Referenzzeiten der Könige des Motorradsports der 500er Klasse heran. Immer näher robbten SIE sich an die Rundenzeiten der Halblitermaschinen. Warum?

Weil diese Monster ohne jegliche heutige Fahrhilfen wie Traktionskontrollen etc. nur noch für ganz wenige, nahezu übermenschliche Fahrer beherrschbar waren. In Anbetracht der Verletzungen dieser Stars gewinnt der Begriff „beherrschbar“ aber einen bitteren Beigeschmack.

WARUM dieser Rückblick? Weil es wieder geschehen ist! Ganz aktuell bei den nachsaisonalen Testfahrten in Jerez.

Hier trafen Fahrer der Moto GP Klasse auf ihre Pendants aus der Superbike. Und was ist passiert?

Der amtierende Weltmeister und Titelverteidiger der SBK-WM Johnny Rea hämmerte in Jerez, bei nicht einmal optimalen Witterungsbedingungen, mit seiner Kawasaki eine neue Rekordrunde auf den Asphalt. Bei 1:38,721 min blieb die Uhr stehen. Schneller als der Doctor mit seiner Moto GP Yamaha im Frühjahr bei seiner Polezeit in Spanien.

Natürlich ist die Superbike-Kawasaki von Jonathan Rea nicht vergleichbar mit einem Serienprodukt der ZX 10. Aber dennoch nahe dran in dieser Silhouettenrennklasse. Okay die Superstockklasse wäre noch näher dran aber dennoch – Wir sprechen hier von einer Maschine, die einer Serienbasis entspringt und auf der anderen Seite von reinrassigen Prototypen. Vollgestopft mit allem was Technik und Ingenieurskunst hergibt – und das ist einiges.

Sind wir wieder angekommen an dem Punkt, den wir bereits ganz leicht in den besagten 90ern touchiert hatten? Ist jetzt die Wende bei den Motorradrennen, zumindest bei den Rundenzeiten zu vermelden. Das wir alle selbst im Motorradrennsport feststellen müssen, dass schiere Leistung allein nicht schneller macht, sondern FAHRBARKEIT!

Ich bin gespannt was sich IRTA und FIM einfallen lassen. Wie lange werden sie diese Entwicklung beobachten ohne einzugreifen? Oder rufen am Ende die Stars der Superbikeszene den Helden der Moto GP zu → 2 fast 4 you!

Die „Kittelmenschen“

29 Samstag Okt 2016

Posted by flyinghaggis2015 in Sparte A, Technik & Ausrüstung

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Hauptuntersuchung, TÜV

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So nannten wir sie früher und der im 2-Jahres-Rhythmus stattfindende Termin bei dieser Spezies bereitete uns immer Magenschmerzen.

Nicht das wir bewusst mit irgendwelchen verkehrsunsicheren Maschinen unterwegs gewesen sind ABER das ein oder andere an unseren Motorrädern entsprach oftmals (bei allzu strenger) Auslegung nicht so ganz der STVZO.

Und dann traten SIE aus ihren Hallen mit der gestrengen Miene eines Hüters der heiligen katholischen Inquisition. Die Kladde in der Hand mit dem Prüfbericht zuoberst auf dem dann alle Sünden schriftlich festgehalten werden konnten.

Freispruch oder Scheiterhaufen?

Dann wurde, gewandet in einen blauen Kittel mit den Insignien der Macht auf einem Emblem an der Brust, herangetreten an die Opfer ihrer Begierde. TÜV war weithin auf dem Emblem lesbar. Gesprächsbeginn mit dem Satz der einen in den Grundfesten erschauern ließ:

„Ist DAS da ihre Maschine?“

Ganz besonders geliebt habe ich auch den Satz (wenn wirklich nichts Konstruktives zu finden war): „Ihre Hinterradabdeckung ist zu kurz!“

Seinerzeit die Krönung war ein Halbgott in blau, der (natürlich ohne Helm) die Füße nicht auf den Rasten im Hof der „Anstalt“ schlingernd einen Fahrversuch durchführte. Ein Kreis sollte es werden! Wäre die Rennleitung in der Nähe gewesen hätten die den Probanden sicherlich zur Blutentnahme auf die Dienststelle gebracht, ob der orientierungslosen Schlingerei des Fahrers.

ABER die Zeiten sind „Gottlob“ vorbei (zumindest in den meisten Fällen). Mittlerweile findet man sogar ganz verständige Vertreter die wirklich an der Sache (nämlich der Verkehrssicherheit) orientiert an die Prüfungen herangehen. Oftmals sind es dann aber Motorradenthusiasten, die selbst bereits auf ein langjähriges Zweiradleben zurückblicken und insofern genau wissen was Sache ist.

Ich habe so EINEN gefunden und dort fahre ich auch mit unseren Bürgerkäfigen hin. Von außen etwas unscheinbar und wenig einladend.

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Irgendwie so wie bei der ein oder anderen alten Dorfgaststätte mit Renovierungsstau – wo man vor dem Eintreten denkt: Sollst Du jetzt da wirklich reingehen oder nicht doch besser in den nächsten Ort fahren? UND dann → Super Essen – gastfreundlich und nette Menschen kennengelernt.

So ist es da: An der „alten B 52“ – mit neuem Kartenmaterial der L 151. Konkret an der Kreuzung Osburg-Neuhaus, wenn IHR den Landstraßenweg von Trier nach Hermeskeil nutzt.

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Die Prüfstelle ist nicht IMMER besetzt, sondern nur an gewissen Tagen und dann auch nur zu gewissen Uhrzeiten – ABER dafür landet IHR bei einem Mann, der mit euren Maschinen sowie dem Drumherum etwas anfangen kann UND dabei immer freundlich und praxisorientiert arbeitet.

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Kein arrogantes Getue in der Art: Ich habe zwar keine Ahnung – bestimme aber Kraft meiner Funktion trotzdem über die Zukunft deines fahrbaren Untersatzes!

Wie sieht es bei EUCH aus? Habt IHR auch Adressen wo man mit der Maschine zur Hauptuntersuchung fahren kann und als Motorradfahrer gut aufgehoben ist?

dguard – ODER – der elektronische Schutzengel

15 Samstag Okt 2016

Posted by flyinghaggis2015 in Technik & Ausrüstung

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dguard, E-Call, Schutzengel

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Hattet Ihr auch schon einmal dieses etwas merkwürdige Gefühl? Es kann einen überkommen, wenn man komplett in der Fremde unterwegs ist ODER aber auch zu Hause – gar nicht weit von der Heimstrecke.

Wenn man urplötzlich eine Abzweigung entdeckt, die man nie zuvor bewusst bemerkt hat und dann seinem Entdeckergeist folgt.

Irgendwann dann im Streckenverlauf, wenn man plötzlich bemerkt, dass man jetzt in DER Gegend ist wo das Rückgrat unseres Planeten seinen anständigen Namen verliert → DA wird es einem schlagartig bewusst und dieser merkwürdige Gedanken kommt in Dir hoch!

„Wenn es Dich jetzt hier irgendwo in die Rabatten haut – dann findet Dich kein Mensch mehr! Und kein Aas weiß wo Du dich momentan herumtreibst!“

Es gibt dann zwei Möglichkeiten. Die eine, wenig erbauliche Alternative, nennen wir sie einmal die „Ötzivariante“ ist: In einigen hundert Jahren wirst Du bei Ausgrabungen gefunden und die Fachwelt orakelt darüber, was dieser Mensch in der merkwürdigen Montur hier im Wald gesucht hat?

Die zweite Option gefällt mir persönlich viel besser und zu dieser Variante kommt Flying Haggis jetzt. Du hast deinen elektronischen Schutzengel dabei, der auf den Namen dguard hört.

Dguard ist ein sogenanntes E-Call-System. E-Call neudeutsch für emergency call oder für Menschen wie mich, die keine ausgeprägte Affinität für Anglizismen haben → ein automatisches Notrufsystem. Ab dem 31. März 2018 ist ein solches System verpflichtend für alle neuen PKW-Modelle, sowie für die leichteren Nutzfahrzeuge und ausnahmsweise einmal eine sinnvolle Errungenschaft aus der eSafety-Initiative der Europäischen Kommission.

Richtig gelesen → WIR, also Motorräder sind noch nicht davon betroffen. ABER gerade bei uns macht ein solches elektronisches Helferlein wirklich Sinn. Denkt an das obige Beispiel und sagt mir bitte nicht, dass Euch noch niemals derartige trübe Gedanken in den entlegenen Ecken unserer Touren heimgesucht haben.

Das dguard System besteht aus mehreren Komponenten.

Dem dguard Modul, welches auch die Kommunikationseinheit beinhaltet,

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Dem dguard Sensor,

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sowie dem Taster, der GPS-Antenne

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und der dguard App, die wir auch noch für die sinnvolle zweite Variante der Technik nutzen können, nämlich der Diebstahlwarnung.

Das dguard System erkennt über seinen Sensor zuverlässig einen Unfall und setzt dann automatisch einen Notruf an die nächste Rettungsleitstelle ab. Um der Frage zuvorzukommen – JA, auch im europäischen Ausland – mit Ausnahme von den Niederlanden, aber die besucht der „normale“ Motorradfahrer ohnehin nur zur Moto GP oder SBK WM in Assen.

Der Notruf erfolgt an die Leitstelle in Form einer in der jeweiligen Landessprache gesprochenen Nachricht. Das System erkennt dabei ein jeweiliges Überfahren einer Landesgrenze und stellt dies automatisch um. Sollte man mittels eines Bluetooth-Headsets mit dem dguard verbunden sein und noch in der Lage sein sich zu artikulieren, kann man auch unmittelbar mit der Rettungsleitstelle Kontakt aufnehmen.

Hilfreicher Zusatz an dieser Stelle: Du hast dein dguard-System installiert und kommst jetzt an einer Unfallstelle vorbei OHNE selbst beteiligt zu sein. ABER mit dem oben geschilderten Problem – Du bist Irgendwo im Nirgendwo und hast keine Ahnung wie Du den Unfallort definieren könntest.
Einfach für mehrere Sekunden den roten SOS-Knopf am Lenker drücken und die GPS Position landet zuverlässig bei der Rettungsleitstelle.

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Ich höre jetzt schon die ein oder andere Motorrad-Stammtischdiskussion mit dem Hinweis: „Ich fahre derartige Schräglagen und einen solchen heißen Reifen, wahrscheinlich meldet mich das System alle 400 m mit einem Unfall bei der Rettungsleitstelle“

Der ehemalige Junioren-DM-Meister im Endurobereich Paul Roßbach hat das System ausgiebigen Praxistests unterzogen und dabei Dinge simuliert, die in unserem Alltagsbetrieb nicht möglich, weil zu gefährlich wären oder Herr Newton sein Veto in Sachen physikalische Gesetze eingelegt hätte. Abschließend hat die DEKRA im Frühjahr vor der Serienfertigung Tests sowie Crash-Szenarien durchgeführt und dem System eine einwandfreie Funktionalität attestiert. Also keinerlei Bedenken im Realbetrieb auf der Straße.

Die zweite nützliche Variante des dguard-Systems ist die Diebstahlwarnfunktion. Du stellst deine Maschine ab – also Zündung aus! Jetzt hast Du 30 Sekunden um das beste Stück noch irgendwie zu rangieren oder in anderer Art und Weise an deinem Motorrad zu hantieren. DANN hat das System eingephast und quittiert jedes weitere „Rütteln“ oder „Bewegen“ als UNBEFUGTE Handlung. Über die dguard App wirst Du jetzt über das Problem informiert und Du kannst nach dem rechten schauen ODER direkt die Rennleitung über dein Problem in Kenntnis und in Marsch setzen. Ist tatsächlich der Super-Gau eingetreten und deine Maschine ist weg kann der Standort dank der GPS-Trackingfunktion einfach lokalisiert werden.

Im Vergleich zu herkömmlichen Diebstahlswarnanlagen befindet sich das dguard-System im Bezug auf Stromverbrauch am unteren Level. Weniger als 100 µA zieht das System. Also keine Angst was unsere Fahrzeugbatterie angeht.

Auf der Intermot konnte sich Flying Haggis von der Qualität des Produktes überzeugen und auch die Mitarbeiter der Firma haben überzeugt. Sachkundig, freundlich und eine unverkennbare Affinität zum Thema Motorrad und damit verbunden zur Zweiradsicherheit.

Also nach all dem Positiven von mir rund um den Sachsenring schon wieder etwas Positives aus Sachsen. Momentan ist das Händlernetz der Firma im Aufbau begriffen. In Rheinland-Pfalz und im Saarland gibt es zur Zeit noch keinen direkten Ansprechpartner.
Das sollte Euch aber nicht davon abhalten die 479,- Euronen zu investieren, denn der Einbau ist so schwierig nicht.

Gut investiertes Geld, wenn uns das System dann einmal Leben oder Gesundheit rettet. Und wer kann DAS schon von sich behaupten – Einen elektronischen Schutzengel dabei zu haben, der immer weiß WO man gerade ist?

https://www.dguard.com/de

 

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