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Kategorien-Archiv: Aktuelles

Giro d`Italia ODER Quo vadis (Teil 1)

28 Samstag Sept 2019

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren

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Giro d`Italia, Italien, Unsere Tour nach Rom

Nachdem die beste Sozia und ich im Jahr 2017 auf Pilgerfüssen oder sollte man besser sagen Pilgerrädern nach Santiago de Compostela unterwegs waren, beschäftigte uns danach dann der Gedanke: Was machen wir denn demnächst? Wo soll uns die nächste größere Reise hinführen?

Im Grunde genommen war der Gedanke sehr schnell gefasst und in die Tat umgesetzt. Sind wir doch beide italophil, schwärmen für das Land, seine Menschen und das Essen. Nicht zu vergessen den Wein und die italienischen Motorräder. Also ITALIEN sollte es werden, das war nun klar und dementsprechend liefen die Planungen an.

Ein Giro d`Italia mit mehreren Etappenorten wurde angedacht, die Übernachtungsstationen ausgesucht sowie gebucht und dann ging es im September, nach den Sommerferien in Italien, los.

Habe ich es schon irgendwann einmal erwähnt? Ich bin im Grunde genommen der Zwillingsbruder von Hannibal. Nein – nicht der Alpenüberquerer und auch nicht der Kannibale Hannibal Lector, den Anthony Hopkins einst so vortrefflich darstellte. Ich bin der Typ aus dem A-Team, dessen Standardspruch immer war: Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert. Genau das stellte sich jetzt direkt zu Beginn unserer Italienrundfahrt als Problem dar.

Das Wetter spielte komplett verrückt und direkt an dem Wochenende, als wir starten wollten, kamen Wettervorhersagen, die das absolute Grauen waren. Da war plötzlich von Schneefall am Alpenhauptkamm, direkt in unserer Einflugschneise die Rede. Also bauen wir unseren Plan ein klein wenig um und starten einen Tag früher, sozusagen Tag 0 mit der Zwischenstation in Ulm. Hier wollte ich den frühen Morgen abwarten und mir die Wetterentwicklung anschauen. Geht noch das Hahntennjoch? Müssen wir vielleicht doch den Fernpass nehmen oder am Ende eine komplett andere Route?

1. Tag: Ulm – Oetztal

Es ist Morgen in Ulm und der Blick aus dem Fenster verheißt nichts Gutes. Wolkenverhangen verheißen auch sämtliche Wetter-Apps nichts Positives. Beide Varianten sind somit gestorben und wir beißen in den sauren Apfel, der konkret heißt: Autobahn über München und hinein nach Österreich. Kurz hinter München landen wir dann im Vollwaschgang der Waschmaschine von Triers Stadtpatron Petrus. Er ist schließlich für das Wetter verantwortlich und meint es nicht besonders gut mit uns an diesem Tag.

Kurz vor Innsbruck brauchen wir eine Pause und rollen ein Rasthaus an. Schnell haben wir Kontakt mit einem Engländer, der auf seiner 1200er GS unterwegs ist. Gesprächsthema Nr. 1 bei dieser Wetterlage ist, dass unsere Rukka-Kombis besser sind als seine Revit. Er ist „komplett durch“, erduldet dies aber mit der typisch englischen Gleichmütigkeit. Draußen vor der Restauranttür qualmt gerade ein Italiener, der mit seiner Multistrada-Enduro unterwegs ist, eine Zigarette. Er zuckt nur mit den Schultern und grinst.  Was anderes bleibt einem auch nicht mehr übrig.

Als erstes Etappenziel haben wir uns das Oetztal ausgesucht, weil wir dann bereits passend in Fahrtrichtung zu unseren Herausforderungen an Tag 2 Timmelsjoch und Jaufenpass stehen. Wir übernachten in der Hotelpension Stecher in Oetz und der Blick auf das Hinweisschild Timmeljoch lässt uns nur den Kopf schütteln. Gesperrt wegen Schneefalls. Wir genießen einen wunderbaren Abend bei einem guten Essen und einem Glas Bier im Ort und hoffen wieder auf den nächsten Morgen.

2. Tag: Oetztal – Brenner – Toblach

Tag 2 steht an und das Hinweisschild zum Timmelsjoch hat sich nicht geändert. Immer noch gesperrt. Im Internet steht, dass frühestens ein Tag später mit der Öffnung zu rechnen ist. Die Webcam oben vom Museum sieht auch nur gruselig aus.

Einzige mögliche Route – der Weg über den Brenner. also wieder zurück nach Innsbruck und dann über die alte Brennerstraße hinein nach Südtirol. Was soll ich sagen? Unsere Wahlheimat Südtirol empfängt uns mit Sonne und so machen wir in Sterzing bei einem ersten Latte Macchiato und einem Stück Kuchen Rast.

Die weiteren Kilometer von Sterzing bis kurz vor Brixen erledigen wir unspektakulär auf der Brenner Staatsstraße, die parallel zur mautpflichtigen Brennerautobahn führt. Diejenigen unter euch, die sich gerne nach Zahlen orientieren schauen jetzt nach dem blauen Schild SS 49. Dahinter verbirgt sich die Pustertaler Staatsstraße, die jetzt unser Asphaltband zum nächsten Etappenort ist. Wer nicht getrödelt hat und gut in der Zeit liegt, der kann in Bruneck noch abfahren und einen kleinen Bummel durch die wirklich schöne Altstadt mit ihren einladenden Geschäften machen. Oder die Zeit im Messner Mountain Museum nutzen und sich über die Kulturen der Bergvölker unserer Welt kundig machen.

Da wir in den kommenden Tagen auch die ein oder andere Brotzeit für unterwegs in Planung haben, fahren wir weiter bis uns der Weg von der SS 49 rechts ab in Richtung Olang weist. Hier in der Ortslage findet man die Macelleria (Metzgerei) Mair (ja – genau ohne „e“). In all unseren Jahren in Südtirol haben wir noch keine bessere Metzgerei gefunden. Also nichts wie rein und eingedeckt mit Kamin-, Gams- und Hirschwurzen und weil er so lecker aussieht, auch noch ein kleines Stück Gamsschinken. Irgendwo ist in den Koffern immer noch ein Platz zu finden.

Nur noch ein paar Kilometer sind es jetzt bis zu unserem Etappenziel in Toblach. Nomen est omen – im Toblacherhof.

Wer noch etwas Spritgeld sparen möchte zieht die paar Kilometer durch bis kurz hinter Innichen zur Staatsgrenze nach Österreich und macht hier nochmals das Spritfass voll. Wir lassen, nach einem kleinen Spaziergang durch Toblach, den Abend gemütlich bei einem guten Essen ausklingen.

3. Tag: Toblach – Cortina d`Ampezzo – Passo di Giau – Mestre

Frisch gestärkt geht es am Morgen von Toblach aus weiter in Richtung Cortina d`Ampezzo auf der SS 51 durch das Höhensteintal. Wer unterwegs noch eine kleine Fotopause machen möchte kann dies nach ein paar Kilometern kurz vor dem Dürrensee an einem Hotelparkplatz, zur Rechten, machen. Von hier hat man einen wunderschönen freien Blick auf das Bergpanorama der „Dreizinnen“. Näher an das Wahrzeichen der Dolomiten kommen wir nicht mehr heran.

Dann biegen wir links auf die SS 48 nach Misurina ab und fahren über den Passo Tre Croci. Eine schöne landschaftliche Einstimmung auf den Tag.

Cortina ist zu früh für eine ausgiebige Pause und die Begeisterung für den mondänen Bergort mit seiner Olympiahistorie kann ich nicht so ganz teilen. Es gibt in der Region weitaus schönerer Orte, aber das ist natürlich alles Geschmacksache. Apropos Geschmacksache – wir kommen jetzt zu meinem absoluten Favoriten der Dolomitenpässe, dem Passo di Giau. An sich fahre ich lieber die spektakuläre Südrampe aufwärts und dann in Richtung Cortina, aber wir können am heutigen Tag nicht einfach die Erdkugel drehen, weil es Flying Haggis so besser gefallen würde.

Also zunächst einmal die bewaldete SP 638 aufwärts, bis die Sicht frei wird auf die herrlichen Dolomiten. Der Blick geht auf die Bergkette der Croda da Lago. Hier hatten Flying Haggis und die beste Sozia von Allen 2018 die letzte Etappe auf dem Dolomitenhöhenweg. Auf der Passhöhe bietet sich eine kleine Espressopause im Rifugio Fedare an. Der Blick ist einfach grandios. An guten Tagen kann man in Richtung Westen die Marmolada und die Sellagruppe sehen und im Osten den Falzarego.

Aber nach der üblichen Pässerunde steht uns heute nicht der Sinn. Wir haben ja ein anderes Ziel vor Augen. Mit uns geht es jetzt erst einmal abwärts. Zumindest was die Höhenmeter angeht, ansonsten sind wir auf einem mentalen Hoch. Wir cruisen die Serpentinen abwärts nach Selva di Cadore.  Dann auf der SP 251 über die Forcella Staulanza von Mareson, über Zoldo Alto nach Dont. In der Ortslage Dont geht es rechts ab auf die kurvenreiche SP 347 (Passo Duran) in grobe Richtung Agordo / La Valle Agordina. Gut 20 Kilometer folgt auf- und abwärts ein Kurvenschwung auf den Anderen, bei einer teilweise recht schmalen und wunderbaren Streckenführung. Auf der Passhöhe haben wir nochmals Zeit für eine Kaffeepause. Also entweder rein in das Rifugio Tomé oder in das Rifugio San Sebastiano. Wir genießen den Blick auf den Monte Pelmo und dann zieht es uns weiter in Richtung Süden.

Deshalb haben wir zunächst einmal die Wegweiser in Richtung Belluno im Auge und rollen auf der SR 203 gen Süden, den Torrente Cordevole immer zu unserer Rechten.

Danach geht es für uns weiter in Richtung Montebelluna. Es ist wirklich schwer in diesem Bereich noch eine ansprechende Routenführung zu gestalten und so kämpfen wir uns Ortschaft für Ortschaft zu unserem nächsten Etappenziel nach Mestre.

Was wollen wir denn jetzt in Mestre? Einfach erklärt ist dieser Ort die ideale Ausgangsposition für Motorradfahrer, wenn man beabsichtigt „La Serenissima“, die Stadt Venedig, zu besuchen. Wir beziehen unser Hotel Adria in der Via Cappuccina und liegen damit unweit der Busanbindung, die uns am morgigen Tag dann tourimäßig nach Venedig bringen wird. Unsere „Sissy“ verbringt derweil den Tag gut geschützt auf dem Hotelparkplatz.

In Hotelnähe finden wir noch ein richtig gutes Restaurant wo wir es uns am Abend gut gehen lassen. Der erste Motorradruhetag kann also kommen.

4. Tag: Venedig

Nach einem guten Frühstück brechen wir mit „dem öffentlichen Personennahverkehr“ auf in Richtung Venedig. Knappe 20 Minuten dauert die Fahrt, welche uns an die Stadtgrenze bringt und von dort geht es hinein in die Lagunenstadt, die ein ganz besonderes Flair versprüht. Man muss einfach mal dort gewesen sein um das Gefühl nachvollziehen zu können. Für Flying Haggis und die beste Sozia von Allen ist es der dritte Besuch und so finden wir bei unserem Bummel die relevanten Anlaufstellen, wie den „Gewindeschneiderpalast“, recht zügig.

Ist ja schon gut – wir wissen auch, dass dieses spektakuläre Gebäude der Dogenpalast ist, aber die Fenster haben uns vor Jahren zu der alternativen Namensgebung inspiriert.

So richtig interessant wird es erst in den etwas abgelegenen kleinen Gassen, welche von den Touristenströmen eher verschont bleiben. Dort kann man dann gemütlich in einer der vielen kleinen Bars oder auf den sonnenverwöhnten Terrassen seinen Aperol Sprizz schlürfen und den Einheimischen beim Gespräch zuhören. Einfach klasse – italienische Lebensart eben oder wie der Lateiner sagt: Ars vivendi. So wie wir Deutsche leben stellt sich ein Italiener nicht einmal seine Beerdigung vor.


Der Tag Entspannung tut gut und wir laufen am Abend wieder unser Lokal in Mestre an. Genießen erneut die exzellente Küche. Perfekt!

5. Tag: Mestre – Ravenna – Perticara (Novafeltria)

Am nächsten Morgen geht es weiter für uns in Richtung Süden. Fahrerisch wird es heute nicht so anspruchsvoll. Bei der Tour de France würde man wahrscheinlich von einer Überführungsetappe mit Sprinterankunft sprechen. Wir halten uns zunächst in Küstennähe auf und rollen parallel zur Adriaküste auf der gut ausgebauten E 55 in Richtung Chioggia. Von dort dann unspektakulär weiter nach Ravenna.

Von 402 bis 476 n. Chr. war Ravenna der Hauptsitz der weströmischen Kaiser. Odoaker und Theoderich residierten hier und so reiten wir heute, wie anno dazumal die Goten, nur eben jetzt auf dem Motorrad, in die durchaus sehenswerte Stadt ein. Zunächst statten wir dem Mausoleum von König Theoderich einen Besuch ab:


Dann suchen wir uns einen passenden Parkplatz für unsere „Sissy“ und spazieren in der Altstadt durch die Einkaufsmeile, die Via Cavour. Merkt euch die Parkplätze an der Piazza Baracca oder Piazza Resistenza. Hier haben die Verantwortlichen von Ravenna an uns Motorradfahrer gedacht und abschließbare Schränke für Helme oder Rucksäcke installiert. Wirklich vorbildlich. In der Via Cavour beobachten wir das rege Treiben und genehmigen uns ein Gelato und einen Capuccino. Was kann man sich noch anschauen? Die „Chiesa San Francesco“ – die Unterkirche steht teilweise unter Wasser und man kann die planschenden Goldfische bewundern. Daneben ist das Grabmal von Dante Alighieri, dem berühmten Dichter und Philosophen. Mit seiner göttlichen Komödie, die nach heutigen Maßstäben alles aber keine Komödie ist, löste er das Lateinische als Literatursprache ab und ist insofern derjenige, der die „neue“ italienische Sprache hoffähig gemacht hat.

Wieder auf der Strecke begeben wir uns schon einmal auf die Spuren der italienischen Motorradrennfahrer. Der erste auf einer langen Liste ist Andrea „Desmo-Dovi“ Dovizioso. Geboren in Forlimpopoli wohnt er mittlerweile im benachbarten Forli. Angeblich hat sein Teamkollege Danilo Petrucci hier auch irgendwo Quartier bezogen.

Also verlassen wir die Küstennähe zur Adria und steuern kurz Forli an. Dann landeinwärts zu unserem nächsten Quartier. Und das hat es in sich. Wir fahren zum „Pian del Bosco“ nach Novafeltria (Perticara) und landen in einem Hotel, welches wie gemacht ist für Motorradfahrer.

Es ist selten, dass mir die Superlative ausgehen, aber hier ist es so. Wenn IHR für das nächste Jahr noch kein Urlaubsziel ins Auge gefasst habt – Hier ist es! Aber dazu komme ich noch später in einem separaten Bericht.

6. Tag: Rund um Tavullia

Was macht man denn jetzt hier in Perticara und somit irgendwo im Nirgendwo? Das ist schnell erklärt, denn Perticara liegt nicht irgendwo im Nirgendwo, sondern eigentlich ideal und zentral für eine kleine Rundtour mit so interessanten Zwischenstationen wie: San Marino, Gabicce Mare mit der wunderschönen Panoramica Adriatico, Tavullia, der Heimat von unserem Doctor Valentino Rossi sowie Urbino seinem Geburtsort und Schauplatz einer Krimireihe. Leute – diese Aufzählung ist nicht abschließend. Allein diese kleine Region hätte eine Woche Motorradurlaub verdient und man hätte nicht alles gesehen.

Die Region ist das Herz und wahrscheinlich auch die Seele der italienischen Motorradrennfahrerszene. Beispiele gefällig?

Gottvater Valentino Rossi – geboren in Urbino und aufgewachsen in Tavullia. „Desmo-Dovi“ Andrea Dovizioso – geboren in Forlimpopoli und Wohnsitz in Forli. Marco „Super-Sic“ Simoncelli – geboren in Cattolica und aufgewachsen in Coriano. Und Mattia Pasini – geboren in Rimini. Wer hier auf die Welt kommt, der weiß, dass der Gasgriff an einem Motorrad rechts ist.

Wir machen also heute eine kleine Rundreise auf den Spuren von Valentino Rossi und da fangen wir bei seinem Geburtsort in Urbino an. Gute 60 kurvige Kilometer liegen vor uns. Zunächst auf der SP 107 nach Maiolo und dann auf der SP 6 über Mercato Veccio, Bronzo und Schieti nach Urbino.

Unserer Meinung nach ist Urbino einfach ein traumhaftes Städtchen und strahlt komplett die italienische Lebensart aus. Wie gemacht für eine ausgedehnte Pause und die üblichen gestellten Urlaubsfotos. Die Kunstinteressierten unter euch können sich noch das Geburtshaus des berühmten Malers Raffael anschauen. Wirklich sehenswert.

Aber dann müssen wir weiter, denn das war ja erst der Geburtsort von Doctor Valentino Rossi. Auf geht es in sein eigentliches Königreich nach Tavullia. Die knappen 30 Kilometer reißen wir zügig ab und erreichen über Petriano und Montecchio letztendlich Tavullia.

Leute – Tavullia ist der Brüller und nicht nur für eingefleischte Rossifans ein absolutes Muss. Wahrscheinlich haben sämtliche Bewohner des Ortes einen Ruhepuls von 46 Schlägen.


Alles aber wirklich alles atmet hier in GELB und der Nr. 46. In Deutschland undenkbar. Selbst deutsche Fußballhochburgen wie Dortmund oder Gelsenkirchen betreiben nicht einen derartigen Kult und Heldenverehrung wie sie hier in Italien und speziell in Tavullia bei Rossi einem Motorradrennfahrer zu Teil wird. Es ist Rennwochenende in Misano und so sind wohl noch mehr Fans vor Ort als an „normalen Tagen“. Schlangen vor dem VR 46 Store. Schlangen vor der VR 46 Pizzeria. Unfassbar!

Irgendwann machen wir uns dann wieder auf unseren Rückweg. Und der führt uns kurvig noch über die Zwischenstation Coriano. Hier war, oder sollte man besser sagen ist immer noch, die Heimat des besten Kumpels von Valentino Rossi. Dem viel zu früh verstorbenen Marco Simoncelli hat man hier ein Denkmal gebaut.

Da steht in Form eines Auspuffs eine Skulptur die, zu bestimmten Zeiten an den Wochenenden, das macht was eine offene Auspufftüte schon einmal macht. In Anlehnung an die frühere Start-Nummer von Simoncelli schlagen dann für 58 Sekunden die Flammen aus dem Rohr. Das alles in Gedenken an den berühmten Sohn des Ortes. Noch Fragen? In Italien hatte Motorsport schon immer auch mit „Cuore“ zu tun. Pragmatischen Menschen mag dies möglicherweise lächerlich erscheinen, für mich ist es Wertschätzung und ein herzliches Gedenken an einen großen und sympathischen Sportler.

Das Museum für Supersic ist klein aber fein und vor dem Gebäude findet man noch eine kleine Gedenkstätte. Irgendwelche Fahrer haben hier auch noch einen Helm abgelegt und es liegen noch Handschuhe daneben. UND – ein kleines Spielzeugauto, dass wohl ein „kleiner Fan“ dort abgestellt hat. Ich muss vor Rührung ein wenig schlucken!

Unser Rückweg zum Hotel ist auch wieder eine Wegstrecke von etwa 40 Kilometern. In Vorfreude auf unser abendliches Menü im „Pian del Bosco“ spulen wir die Distanz zügig ab. Wir nehmen die Route quer durch San Marino über Borgo Maggiore nach Pietracuta und dann auf der SP 258 zum Hotel.

Der Abend kann kommen mit einem guten Essen und interessanten Benzingesprächen unter Gleichgesinnten.

7. Tag: Perticara – Ascoli di Piceno

Schweren Herzens verlassen wir heute Morgen das „Pian del Bosco“ und machen uns wieder auf den Weg. Interessant wird es heute denn unser Etappenziel Ascoli di Piceno ist die Partnerstadt meiner Heimatstadt Trier. Es ist also irgendwie so, als ob man nach Hause kommt. Hatten wir nicht auch die Gedanken in Bezug auf das Zentrum der italienischen Motorradrennfahrer? Genau – hier in Ascoli ist Romano Fenati, das „enfant terrible“ der Moto 2 Klasse der Saison 2018, zu Hause.

Aber jetzt machen wir uns zunächst mal auf den Weg und fahren von Perticara südlich an San Marino vorbei in Richtung Gabicce Mare an die Adriaküste. Hier zieht es uns auf den Schulweg von dem kleinen Valentino Rossi, konkret auf die Panoramica Adriatico. Den Namen Panoramica trägt die Strecke wirklich zu Recht. Was für eine Aussicht und eine Streckenführung, dass man den Rest des Motorradurlaubs hier verbringen könnte. Die 20 km bis Pesaro sind sensationell und einfach ein Traum.

Wir bleiben noch eine Weile an der Adriaküste und genießen die Nähe zum Meer. Es geht an Ancona vorbei und dann ziehen wir hinein in das Landesinnere. nach Civitanova

Von dort nach Valmir und dann kurvig nach Offida.

Jetzt ist es nur noch der oftmals zitierte Katzensprung und wir haben auch schon unsere heutige Station Ascoli di Piceno erreicht. Auch in Ascoli haben wir im „Antico Borgo Piceno“ eine zentrale Übernachtungsstelle und sind am Abend mittendrin im pulsierenden Leben der schönen Stadt. Unsere „Sissy“ steht gut behütet unmittelbar unter unserem Zimmerfenster und beim Frühstück haben wir auch den direkten Blick auf unsere Maschine.

8. Tag: Rund um Ascoli di Piceno

Wir lassen es heute ruhig angehen und haben keine Eile. Da wir auf unserer morgigen Route den südwestlichen Bereich von Ascoli in Richtung Rom in Angriff nehmen, können wir uns heute Zeit nehmen um die „Citta Gemella“ von Trier zu erkunden.

Am Vorabend haben wir bereits erlebt wie die Einwohner von Ascoli ihren Feierabend genießen. Vor dem Caffè Meletti tanzten Paare Tango und hatten dabei sichtlich ihr Vergnügen. Heute führt eine Gruppe in historischen Kostümen entsprechende Tänze vor. Einfach schön anzusehen.

9. Tag: Ascoli di Piceno – Rom

Bei unserem frühmorgendlichen Start machen wir erst einmal einen kleine Schlenker und fahren über das etwa 20 km entfernte Montegallo durch den Nationalpark der Monti Sibillini. Landschaftlich schön gelegen muss das zur heutigen Einstimmung einfach sein. Es geht also zunächst über Roccafluvione auf die SP 89 und dann in wunderbaren Schwüngen über Montegallo bis Arquata del Tronto, bevor wir uns auf die SS 4 in Richtung Rom begeben.

Unterwegs haben wir in den Bergen noch einen unerwarteten Halt, weil ein Rettungshubschrauber einen Verletzten oder Erkrankten aufnehmen muss. Dabei haben wir noch Gelegenheit ein Plüschtier an den Mann oder korrekterweise an das Kind zu bringen. An den Plüschbären zur Völkerverständigung sind wir über einen ADAC-Stauberater gekommen. Kurzes Gespräch bei unserer Anfahrt im Großraum Stuttgart und das Stofftier, nebst Motorrad-Erste-Hilfetasche fand Platz in unserem Tankrucksack. Jetzt führte es zu totaler Begeisterung bei der italienischen Mama. So schnell kann man Menschen glücklich machen.

Wir sind jetzt auf der Via Salaria, der historischen Salzstraße, die bereits in der Antike von der Adriaküste über den Apennin bis nach Rom führte. Wir bewegen uns also bei der heutigen Route auf historischem Boden. Die Via Salaria ist jetzt unsere Einflugschneise nach Rom.

Total entspannt rollen wir in Rom ein, der ewigen Stadt, und suchen unser Hotel das „St. Moritz“ in der Via Nazionale. Mittendrin in der Stadt die über Jahrhunderte das Zentrum der Welt darstellte. Wir freuen uns schon auf unseren zweitägigen Aufenthalt und auf das was wir zu sehen und zu fühlen bekommen.

Aber dazu mehr in TEIL II meines Reiseberichtes.

 

Frankensteins Tochter Teil II

30 Freitag Aug 2019

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Technik & Ausrüstung

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Frankensteins Tochter, Kawasaki 900 RS

Es gibt ja in der Zwischenzeit kaum eine Firma die nicht in irgendeiner Art und Weise auf den Retro-Zug aufgesprungen ist. Einige dieser Modelle gefallen mir wirklich recht gut, bei anderen beschleicht mich aber auch oftmals das Gefühl, dass man das Endprodukt von nicht Fisch nicht Fleisch auch locker dem Markt hätte ersparen können.

Heute sind wir aber bei einem Modell vor dem ich bereits bei der Präsentation auf der Intermot in Köln mit strahlenden Augen gestanden hatte. Gut gemacht Kawasaki – Chapeau. Die Japaner hatten die ehrwürdige Z 1 in Gestalt der Kawasaki 900 RS auferstehen lassen.

Alles war dem großen alten Vorbild nachempfunden. Sogar die Lackierung und das markante Heck findet sich an der 900 RS wieder. Ein wahrer Augenschmaus.

Die schön gemachten und gut ablesbaren Instrumente informieren den Fahrer über alles Notwendige. Mehr Input braucht im Grunde genommen kein Mensch.

Was wird denn dem Käufer eigentlich geboten? Da ist ein ausgereifter, wassergekühlter Vierzylinder-Reihenmotor (948 ccm) mit 111 PS bei 8.500 U/min und einem Drehmoment von 99 Nm bei 6.500 U/min. Mehr als ausreichend für alles was man auf der Landstraße anstellen kann. Wirft man das Aggregat an, dann entwickeln die beiden schön gemachten Endtöpfe die kawatypische Hintergrundmusik. Leicht heiserer Ton, der mich irgendwie an Adriano Celentano erinnert. Schnell wieder vergessen – wir können ja schließlich keinen italienischen Barden aus einem japanischen Produkt trällern lassen.

Der Motor läuft wirklich seidenweich. Hier merkt man die jahrelange Kernkompetenz der Japaner in Sachen Reihenvierzylinder. Die Kupplung ist in kaltem Zustand etwas ruppig, das gibt sich aber bereits nach einigen Kilometern. Wahrscheinlich bin ich „Weichei“ schon derart an den Quickshifter meiner „Sissy“ gewöhnt, dass dies jetzt Jammern auf hohem Niveau ist.

Man sitzt absolut kommod auf der Kawa, selbst mit meinen knappen 1,90m. Mit dem schönen breiten Lenker hat man die Fuhre zu jeder Zeit im Griff und die serienmäßigen Dunlops geben eine wunderbare Rückmeldung an den Fahrer.

Die Bereifung trägt sicherlich in Zusammenarbeit mit den Vierkolbenbremssätteln zu dem sicheren Gefühl beim Bremsen bei. Die 900 RS liegt auch bei etwas heftigeren Bremsmanövern spurstabil und vermittelt ein sicheres Gefühl. Ihre „Urahnin“ würde jetzt rot anlaufen.

Apropos „Urahnin“. Was zur damaligen Zeit zu dem wenig schmeichelhaften Spitznamen geführt hat war das Fahrwerk. Die Enkelin ist hier über jeden Zweifel erhaben. Sauberer Geradeauslauf und handlich, aber spurstabil in den Kurven ohne nervös zu wirken. Das haben die Ingenieure in Nippon gut hinbekommen. Der alte Doppelschleifenrohrrahmen liegt da wo er hingehört – im Museum oder auf dem Schrottplatz.

Abschließend kann man als Fazit wirklich nur eines sagen: Die 900 RS ist eine wunderbare Landstraßenmaschine, die Fahrgenuss und Fahrspaß pur bringt. Für die Jungs und Mädels aus meiner Generation bringt SIE aber noch etwas. Die Emotionen aus den 70ern sind zurück als man als pickeliger Schüler die Testberichte von „Frankensteins Tochter“ gelesen hat und in Gedanken versunken darüber nachdachte ob man jemals auch dieses Hammerteil fahren könnte.

Jetzt kann man es. Und man kann es ohne die Befürchtungen der früheren Jahre, dass ein Fahrwerk, welches den Namen nicht verdient hatte, bei der kleinsten Unebenheit massive Unruhe in das Fahrwerk bringt und damit den Fahrer permanent in Sturzgefahr.

So gefällt mir Retro. Die tolle Optik der früheren Jahre verbunden mit der zeitgemäßen Technik, dazu richtig wertig gemacht. Ruhig mehr davon, wenn dann das Endprodukt die Qualität dieser Kawasaki 900 RS hat. Gratulation nach Japan. (Das hat jetzt Überwindung gekostet)

 

Ich mach`mir die Welt wie sie mir gefällt

05 Montag Aug 2019

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Nachdenkliches & Provokantes

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Alpenmaster, Testberichte

In Deutschland haben wir die Gewaltenteilung und das ist auch gut so. Die Legislative, Judikative und Exekutive sorgen getrennt und weitestgehend unabhängig voneinander dafür, dass in unserem Lande alles gerecht und fair zugeht oder zumindest zugehen soll.

Für mich gibt es aber seit längerer Zeit eine weitere Gewalt oder sagen wir besser Macht, die, ohne jegliches Mandat der Bevölkerung zu besitzen, die Meinung von uns allen zu bilden versucht und das auch oftmals schafft. Ich spreche von den Medien.

Auch in unserem kleinen Bereich mit unserer Passion Motorrad ist das zu beobachten. In meinem Artikel zum Thema der Testsieger habe ich das Ganze bereits vor längerer Zeit angesprochen.

https://flyinghaggis.net/2015/02/21/everybodys-darling-is-everybodys-depp/

Warum komme ich jetzt wieder darauf zurück? In höchstem Maße manipulierend werden da Berichte verfasst. Habt IHR in der großen deutschen Fachzeitschrift auch den großen Bericht Alpenmaster gelesen? Okay – wahrscheinlich ging es vielen von Euch ähnlich wie mir, dass sie den abschließenden Test mit der Endbewertung nicht mehr lesen mussten, weil der Sieger des Tests bereits vor dem Schreiben des Artikels festgestanden hat. Dennoch gibt es dort Textpassagen und Ausschlusskriterien, die man sich etwas genauer ansehen sollte.

Ich werde jetzt ganz bewusst etwas weiter ausholen. Im Heft Nr. 11 aus dem Jahr 2017 gab es in dieser Zeitschrift einen Vergleichstest der Reiseenduros. Ich zitiere eine Textpassage von Seite 30 aus dem Segment der Landstrassenbewertung: Dass Krach rein gar nichts mit Leistung zu tun hat, beweist die KTM. Mit sonorem, aber vernünftig gedämpftem Klangteppich sammelt die mit 154 PS gemessene Österreicherin erste Sympathiepunkte.

Hört sich an als ob die Manufaktur aus Mattighofen im Bezug Auf Geräuschemissionen alles richtig gemacht hat.

In Heft 16 aus dem Jahrgang 2019 wird nun das Modell, an dem sich von der Ausstattung nichts geändert hat, als Krawallmacher gebrandmarkt. SIE gehört zu den lautesten aller 20 Maschinen im Testfeld. Jetzt könnte man natürlich noch meinen, dass eine derart unterschiedliche Bewertung an unterschiedlichen Testern liegen kann. In diesem Fall war aber bei beiden Tests der Journalist Peter Mayer, den ich eigentlich wegen seiner objektiven Berichterstattung schätze, Autor der Artikel. Erinnere ich mich dann noch an den Klappenauspuff  den ein gewisser Hersteller mittlerweile mit Vorliebe in seine Produkte einbaut, dann frage ich mich wie weit ist es her mit der Objektivität der Bewertungen.

Objektiv war meines Erachtens über einen langen Zeitraum die 1000-Punkte-Bewertung. Da konnte sich jeder aus den unterschiedlichen Segmenten die Bereiche herausziehen, die individuell relevant waren. Da diese Bewertung zwischenzeitlich eine andere Punktezuordnung erfahren hat, sind aktuelle Bewertungen nicht mehr unmittelbar mit den zurückliegenden nach altem Muster vergleichbar. So läuft in Heft 10/17 die BMW 1200 RS, als eines der besten 1000-Punkte-Motorräder, mit 756 Punkten durch das Ziel. Das aktuelle 1250er RS-Modell erreicht in Heft 16/19 deren noch 737 Punkte.

Ach ja – wir waren ja eigentlich beim Alpenmaster. Da gewinnt in der Vorauswahl bei der Kategorie „Scrambler“ die Moto Guzzi V85 TT. Wenn sich jetzt Erstaunen bei euch breit macht, dann seid euch sicher, dass war im Guzzi-Werk sicher ähnlich. Die Maschine wurde konzipiert um im Mittelklassesegment der Enduros unter Gegnern wie der 800er GS oder der Tiger zu wildern. Hier schiebt man die wirklich schön gemachte V85 TT zu den Scramblern und lässt sie dort gewinnen. Mit dem Hinweis – müder Motor und schlechte Fahrleistungen. Schaut mal in die Messwerte – die schlechtesten Durchzugswerte aller Kontrahenten. Das würde mich auf einer Alpentour massiv nerven.

Irgendwie erinnern mich die Testberichte in den Fachzeitschriften seit längerem an ein Lied von Pippi Langstrumpf. Der Refrain klingt mir in den Ohren: Ich mach`mir die Welt, wie sie mir gefällt!

Meine Alpensiegerin steht bereits in der Garage und ich denke eure Siegerin der Herzen ebenfalls. Und das ist auch gut so. Beim Lesen der Tests gebt einfach acht, denn hier wird Meinungsbildung gemacht und wie oftmals bei unserer Judikativen wird nicht Recht gesprochen, sondern nur ein Urteil gefällt.

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Marquez-Festspiele

07 Sonntag Jul 2019

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Sparte A

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Moto GP, Sachsenring 2019

Wie immer berichtet euer Flying Haggis auch in diesem Jahr wieder vom deutschen WM-Lauf am Sachsenring. Nicht mehr ganz so nah am Geschehen wie in den letzten beiden Jahren, aber immer noch nah genug – versprochen. Wahrscheinlich war es der oftmals kritischen Berichterstattung von Flying Haggis geschuldet, dass der diesjährige Veranstalter ADAC die Presseakkreditierung verweigert hat. Das kann man natürlich so machen als größte Lobbyorganisation Deutschlands, damit ändert man aber nichts an der Grundhaltung eures werten Schreibers.

Legen wir los. Wie spannend ging es doch eigentlich los in die Saison und zwar klassenübergreifend. Die Moto 3 sieht permanent neue Sieger auf dem Treppchen und es ist fast nicht möglich hier Prognosen abzugeben. Mit Lorenzo Dalla Porta war ich zumindest nahe dran und ich bleibe weiter bei meinem Tipp hinsichtlich des WM-Titels. Mein zweiter Anwärter Jakob Kornfeil fährt bislang noch etwas hinterher, hat aber mit seinem dritten Platz bei der Dutch TT in Assen sein letztjähriges Können wieder aufblitzen lassen. Die acht bisherigen WM-Läufe haben sieben Sieger gesehen. Lediglich Tony Arbolino konnte sich 2x als Sieger in der Liste eintragen. Was mich wirklich überrascht ist die Konstanz eines Aaron Canet, der noch das Gesamtklassement der Moto 3 anführt.

Die Moto 2 entwickelt sich auch zu einer Wundertüte. Dank der neuen Triumphaggregate sind hier die Karten komplett neu gemischt und es purzeln die Streckenrekorde. Was oder wer auch oftmals purzelt sind die Fahrer dieser Klasse. Nutznießer bislang – die Herren Alex Marquez und Tom Lüthi. Der schnelle Schweizer führt vor dem Sachsenring das Gesamtklassement in der Moto 2 an. Das stärkste Moto 2 Team scheint in diesem Jahr der Spanier Sito Pons zu haben. Seine beiden Fahrer Baldassarri und Fernandez haben in dieser Saison bereits vier Siege eingefahren. Meine beiden eigentlichen Favoriten für die Saison Brad Binder und Luca Marini kommen erst langsam in Tritt und waren beide in Assen gemeinsam auf dem Podest. Für ganz nach vorne wird es in dieser Saison wohl nicht mehr reichen, aber wir werden sehen wohin die Reise noch geht.

Die Moto GP versprach auch Spannung pur. Leider nur bis zum Großen Preis von Spanien. Da sicherte der Pilot mit der Nummer 99 seinem Teamgefährten Marc Marquez den nächsten WM-Titel in dem er durch einen Anfängerfehler vier der direkten Konkurrenten aus dem Rennen kegelte. Der Vorsprung ist unter normalen Umständen nicht mehr aufzuholen und einen sturzbedingten Ausfall wünsche ich niemandem.

Also Platz genommen am Sachsenring und mit Tausenden gut gelaunten Rennfans das Wochenende genießen. Und die Wettervorhersage prognostizierte sogar blendendes Wetter für die Trainingstage.

In der großen Klasse gaukelten die Protagonisten dem neutralen Zuschauer sogar anfänglich so etwas wie Spannung vor. Da tauchten dann die Namen Rins, Quartararo und Vinales auf und alle Nicht-Marquez-Fans rieben sich bereits die Hände. Aber wer die Sessionen genauer betrachtete merkte schnell, dass der König vom Sachsenring lediglich mit seinen Kontrahenten spielte. Auf Alles und auf jeden Angriff hatte Marc Marquez eine Antwort. Nach Belieben konnte er seine eigene Performance steigern und am Ende sah es dann nach den Qualifyings so aus, wie es immer auf dem Sachsenring aussieht. Platz Nr. 1 und Polepositon für Marc Marquez.

Die folgenden Positionen besetzten dann die Fahrer, die am Rennsonntag das Unmögliche anstreben sollen, nämlich Spannung in ein Moto GP Rennen am Sachsenring bei Beteiligung von Marc Marquez zu bringen. Platz 2 Fabio Quartararo vom Yamaha Petronas Team. Keine Überraschung mehr in dieser Saison. Platz 3 geht an Maverick Vinales, der den Aufschwung von seinem Assensieg mit nach Sachsen brachte und Platz 4 Alex Rins. Eine gute Ausgangsposition für den langen Spanier, der normalerweise immer erst in den Rennen an seine eigentliche Leistungsreserve geht. Auf Platz 5 dann die erste Ducati. Aber nicht aus dem Werksteam, sondern Jack „Ass“ Miller auf seiner Pramac-Ducati. Das Werksteam erlebte ein mittelschweres Desaster. Petrux Petrucci im Qualifying 2 bei seinem letzten Versuch der Zeitenjagd gestürzt und damit lediglich auf Platz 12. Desmo-Dovi kam gar nicht erst in das 2. Qualifying und wurde kurz vor Schluß von Nakagami auf Platz 13 zum Zuschauen verdammt. Der Doctor Valentino Rossi erreichte zwar souverän über das Qualifying 1 das 2. Training endete aber hier auch nur auf Platz 11.

Kommen wir zur Moto 2 und damit gehen die Marquez-Festspiele am Sachsenring weiter. Der kleine Bruder vom Dominator machte es sich und seiner Mechanikercrew rund um Stefan Haseneder aber ungleich schwerer. Freitags fackelte seine Kalex nach einem Sturz beinahe ab, weil die Streckenposten etwas lethargisch an die Löscharbeiten gingen und Alex Marquez selbst Hand anlegen musste. Samstags musste Marquez dann auch noch den Umweg über das Qualifying 1 nehmen. Aber diese zusätzlichen Kilometer scheinen dem Spanier gut getan zu haben. Letztendlich grüßte er den Rest der rasenden Moto 2-Meute von Platz 1. Der 2. Platz ging an den kleinen Bruder von Valentino Rossi. Luca Marini mit der pfeilschnellen Kalex aus dem Sky 46-Team sicherte sich den 2. Platz. Ganz besonders schön für die deutschen Zuschauer – Marcel Schrötter zeigte das ganze Wochenende konstant gute Leistungen und qualifizierte sich als Dritter für die erste Startreihe. Irgendwie roch es nach einem deutschen Podium beim Heim-Grand-Prix oder vielleicht sogar nach dem ersten Sieg für Marcel Schrötter.

Dahinter drängelte sich dann alles was in der Moto 2 Rang und Namen hat und auch in jedem Rennen für einen Podestplatz gut ist. Für Spannung am Rennsonntag war damit gesorgt. Die WM-Kandidaten hinter Alex Marquez wie Tom Lüthi und Lorenzo Baldassarri starteten von weiter hinten. Platz 12 für den schnellen Schweizer und Platz 10 für „Balda“.

Die Wundertüte Moto 3 machte ihrem Namen in den Qualifikationstrainings wieder alle Ehre. Das ganze Wochenende war es ein Auf und Ab mit ständig wechselnden Namen. Für den Rennsonntag standen dann Ayumu Sasaki auf der Pole, gefolgt von Kaito Toba. Man spricht also wieder japanisch in der kleinen Klasse. Komplettiert wurde die erste Reihe durch Marcos Ramirez aus dem Leopard-Team, gefolgt von seinem Teamkollegen Lorenzo Dalla Porta. Aber die Moto 3 hat uns ja in diesem Jahr gelehrt, dass man nicht aus den ersten drei Reihen starten muss, um ein Rennen siegreich zu beenden. Und die ersten 8 Saisonrennen sahen 7 verschiedene Sieger.

Der Rennsonntag stand an und damit sind wir, wie fast in jedem Jahr bei dem sächsischen Wetter. Am frühen Morgen regnete es zunächst einmal ordentlich, so dass die Warm Up`s in den Klassen auf feuchter bis nasser Strecke stattfanden. Danach hatte der Wettergott ein Einsehen mit den Rennfans und den Fahrern.

Das Rennen der Moto 3 sah eine ähnliche Dramaturgie wie wir sie bereits aus der laufenden Saison kennen. Zunächst eine große Gruppe mit fast 15 Fahrern, die sich in der Spitze permanent abwechseln, dann fährt sich eine Gruppe mit etwas 7 – 8 Fahrern frei, die aber dann wegen der ewigen Überholmanöver wieder eingeholt werden, so dass wir am ende wieder eine ganz große Gruppe sehen, die sich um den Sieg und um die Plätze auf dem Podest streiten.

Richtig interessant für die Zuschauer war der Kampf im Gesamtklassement der WM. Hier startete der Führende Aron Canet nur von Startplatz 18, um direkt nach dem Start sogar auf Platz 22 zurückzufallen. Im Grunde genommen hatte ich ihn bereits von der Liste der möglichen Sieger gestrichen, was man aber geflissentlich in dieser Saison nicht tun sollte. 5 Runden vor Schluss tauchte die Start-Nr. 44 auf einmal unter den ersten Fünf auf und meldete Ansprüche an um das Podest mitzukämpfen.

Hier waren über das gesamte Rennen aber die ambitionierten Jungs aus dem Leopard-Team permanent mit Führungsarbeit beschäftigt und hatten im Rennverlauf sämtliche Angriffe von John McPhee, Jakob Kornfeil und Romano Fenati abgewehrt.

Das sollte dann auch am Ende so bleiben. Lorenzo Dalla Porta (48)  feierte seinen ersten Saisonsieg, gefolgt von seinem Teamkollegen Marcos Ramirez (42) und letztendlich Aron Canet (44).

Mit dem Sieg übernahm Dalla Porta auch die Führung in der Gesamtwertung der Moto 3. Romano Fenati (5) wurde starker Vierter, gefolgt von Raul Fernandez (25) und dem Schotten Hohn Mc Phee (17).

Der Zweikampf  um den WM-Titel zwischen Dalla Porta und Canet verspricht spannend zu bleiben. Vielleicht sehen wir in der zweiten Saisonhälfte auch noch einen lachenden Dritten aus der zweiten Reihe.

Das folgende Moto 2 Rennen war natürlich aus deutscher Sicht das interessanteste Rennen an diesem Sonntag. Startete doch Marcel Schrötter auf Startplatz 3 aus der ersten Reihe und hat in diesem Jahr bereits zweimal bewiesen, dass er das Zeug hat für das Podest. Gemeinsam mit seinem Teamkollegen Tom Lüthi hat er in diesem Jahr bereits mehrere Highlights gesetzt.

Marcel ging das Rennen auch engagiert an und hielt sich tapfer in der Spitzengruppe. Es ging heiß her in der Spitzengruppe. Insbesondere als KTM-Pilot Brad Binder, nach einem komplett verhagelten Qualifikationstraining, in der Spitzengruppe eintraf mit einem unbändigen Drang nach vorne zur Spitze.

Es bildete sich dann eine 4rt-Spitzengruppe mit Alex Marquez, Brad Binder, Iker Lecuona und Marcel Schrötter. Alex Marquez nutzte dann eine gute Gelegenheit sich von seinen Konkurrenten zu lösen und einen kleinen Vorsprung herauszufahren, den er bis zum Rennende clever verwaltete.

Jetzt war allen Betrachtern auch mit Schwächen in Grundrechenarten klar, dass bei den verbliebenen 3 Fahrern in der Verfolgergruppe einer in Sachen Podest leer ausgehen wird. Wer das sein würde war schwer auszumachen, denn die Führung bei den drei Protagonisten wechselte ständig und wie in einem guten Hitchcockfilm entschied sich die Geschichte in der letzten Kurve vor dem Ziel. Brad Binder hatte auf Platz 2 einen ausreichenden Vorsprung herausgefahren. Iker Lecuona riskierte in der letzten Links gegen Marcel Schrötter jetzt alles und begrub seine Podesthoffnung im sächsischen Kiesbett vor der Besico-Tribüne.

Vierter wurde Fabio di Giannantonio vor dem Schweizer Tom Lüthi und damit war klar, dass Alex Marquez als führender in der Moto 2 Klasse in die Sommerpause gehen würde, dicht gefolgt von Tom Lüthi. Hinter diesen beiden ist dann alles offen, denn auch unser Marcel Schrötter hat sich mit dem heutigen Podest wieder aussichtsreich in Position gebracht.

Jetzt kommen wir zu den Königen der Motorradrennklassen der Moto GP. was hatte ich so inständig auf ein spannendes Rennen gehofft. Mit Führungswechseln und allem Drum und Dran, was der Motorradrennsport so bietet. Das leidige Problem ist, dass sich der Sachsenring im Verbund mit dem Namen Marc Marquez wohl nicht mehr für ein spannendes Moto GP-Rennen eignet. Es ist einfach unfassbar wie der kleine Spanier dieser Strecke seinen Stempel aufdrückt. Genauso unfassbar ist, wie sich mögliche Gegner selbst eliminieren.

Marc Marquez ließ zu keinem Zeitpunkt des Rennens auch nur den geringsten Zweifel aufkommen WER diese heutige Veranstaltung als Sieger verlässt. Mittlerweile übrigens klassenübergreifend zum 10. mal nacheinander. Gegen den FC Bayern München als deutschen Fußballmeister zu tippen ist erfolgversprechender.

Zunächst konnte als einziger der Spanier Alex Rins auf seiner Suzuki der pfeilschnellen Honda von Marquez folgen. Elf Runden vor Schluss begrub Rins seine Suzuki dann fulminant im Kiesbett. Ab diesem Zeitpunkt hätte Marc Marquez das Rennen vermutlich auch auf einem Teamroller siegreich beendet. Bereits zu Rennbeginn hatte ein weiterer möglicher Konkurrent, der junge Franzose Fabio Quartararo, seine Petronas-Yamaha ebenfalls schon im Kies geparkt.

So war der Weg frei für Assensieger Maverick Vinales auf seiner Werksyamaha für Platz 2. Dicht gefolgt von dem schnellen Briten Cal Crutchlow. Der gute Cal hatte sich in Assen bei einem Unfall mit seinem Fahrrad die Kreuzbänder gerissen. Fahrerisch ließ er sich nichts anmerken und fuhr für sein LCR-Team einen wichtigen Podestplatz heraus.

Dahinter betrieb dann das Ducati-Werksteam Schadensbegrenzung. Auf der ungeliebten Strecke in Sachsen fuhr Danilo Petrucci auf Platz 4, gefolgt von Andrea Dovizioso. Die Ducati-Phalanx wurde komplettiert mit Platz 6 für Jack „Ass“ Miller auf der Pramac-Ducati.

Der Doctor Valentino Rossi beendete nach seiner Sturzserie auch wieder ein Rennen und erreicht das Ziel auf Platz 8.

Der deutsche Protagonist Stefan Bradl, der als Lorenzo-Ersatz die zweite Werks-Honda im Repsol-Team pilotierte, wurde starker 10.

Das war es dann für dieses Jahr vom Sachsenring, der sich an dem Wochenende bei 201.000 Zuschauern bedankt. Schön war es wieder und der Termin für das nächste Jahr steht schon – 21. Juni 2020 sehen wir uns wieder am Sachsenring.

Ich find`s (nicht mehr) lustig

24 Montag Jun 2019

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Nachdenkliches & Provokantes

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Straßenbaulastträger, Straßenschäden

Der bekannte Komiker Sascha Grammel tritt mit einer Bühnenshow unter dem Titel „Ich find`s lustig“ auf. Die finde ich lustig und ich kann wirklich herzhaft darüber lachen bis mir die Tränen kommen.

In den zurückliegenden Monaten kommen mir beim Motorradfahren auch immer häufiger die Tränen, allerdings nicht vor Freude. Euer werter Erzähler meidet mit dem Motorrad weitestgehend das Bundesfernstraßennetz, also Autobahnen und Bundesstraßen. Kleinere Landesstraßen und Kreisstraßen das ist mein vorrangiges Revier und hier fühlt sich Flying Haggis wohl. Dieses wohlige Gefühl lässt aber mittlerweile allzu häufig nach. Ich finde es offen gesagt nicht mehr lustig.

Was steht im Straßengesetz unter dem § 9 zum Thema Straßenbaulast?

Die Straßenbaulast umfasst alle mit dem Bau und der Unterhaltung der Straßen zusammenhängenden Aufgaben. Die Träger der Straßenbaulast haben nach ihrer Leistungsfähigkeit die Straßen in einem dem regelmäßigen Verkehrsbedürfnis genügenden und den allgemein anerkannten Regeln des Straßenbaues entsprechenden Zustand zu bauen, zu unterhalten, zu erweitern oder sonst zu verbessern.

Zunächst einmal so weit und so gut, oder besser gesagt überhaupt nicht gut. Die jeweilig zuständigen Straßenbaulastträger basteln und fummeln sich nämlich mittlerweile bei der Instandsetzung einen zurecht, dass einem Angst und Bange werden kann. Insbesondere wenn man, wie wir, mit einem einspurigen Fahrzeug unterwegs ist. Da entsteht in unserem kommunalen Straßennetz ein Flickwerk, welches einem den Angstschweiß auf die Stirn treiben kann.

Ja, ja ich weiß. Da gibt es Passagen in der Straßenverkehrsordnung, die einen mahnen die Geschwindigkeit an die jeweiligen Verhältnisse anzupassen. Die Zauberworte nach einem Unfall: Nicht angepasste Geschwindigkeit.

Was steht da oben in dem § 9? Die Straßen sind in einem dem regelmäßigen Verkehrsbedürfnis genügenden und den allgemein anerkannten Regeln des Straßenbaus entsprechenden Zustand zu bauen, zu unterhalten oder sonst zu verbessern. Mein Gott VERBESSERN? Ich wäre ja schon froh, wenn unsere Straßen wieder ihren ursprünglichen Zustand erreichen würden. Von verbessern will ich noch gar nicht sprechen. Wie man so etwas verbessert sehe ich bei meinen Touren im Nachbarland Luxemburg. Da werden auch Bauarbeiten am Straßennetz beschleunigt erledigt und nicht Gemeinden fast monatelang von der Außenwelt abgeschnitten.
Wenn ich sehen möchte welche unterschiedlichen Asphalt- und Teerdecken auf dem Markt erhältlich sind, dann fahre ich durch Eifel und Hunsrück. Das Sammelsurium an unterschiedlichen Straßenbelägen birgt natürlich für uns Motorradfahrer/-innen die nächste Gefahr, denn ALLE haben natürlich auch unterschiedliche Hafteigenschaften. So ist oftmals für uns auf einer Wegstrecke von nur 20 m von Topgrip bis hin zu Schmierseifenverhältnissen alles erhältlich. Kein Mensch kann sich auf so etwas einstellen. Wendet man das in Fahr- und Sicherheitstrainings angelernte Wissen an, wie Hinterschneiden einer Kurve, dann kann es einem blühen, dass man über drei Teerbuckel cruist und bis zum Kurvenscheitel dreimal den Belag gewechselt hat. So viel zum Thema angepasste Geschwindigkeit. Wie viele Zweiradunfälle in jedem Jahr eigentlich auf diese Asphaltpuzzle zurückzuführen sind wage ich nicht zu schätzen. Jeder Schotterpass in den französischen Seealpen stellt zumindest gleichmäßigere Gripverhältnisse zur Verfügung.

In meinen heimatlichen Gefilden auf der L 149 hat man zwischen Herl und Lorscheid die Fahrbahndecke über Monate derart instandgesetzt, dass keine Haftcreme der Welt die Dritten an ihrem angestammten Platz hält. Eine traumhafte Erprobungsstrecke für Erlkönige. Wer hier mit dem Auto durchkommt ohne dass die Federbeindome durch die Motorhaube fliegen, der hat ein wahrhaft gutes Fahrwerk entwickelt.

Für mich stellt sich die Frage: Was passiert eigentlich mit unserer Kfz-Steuer? Und der Mineralölsteuer? Beides war irgendwann einmal dazu gedacht für ein intaktes Straßensystem zu sorgen.

Über das Jahr gerechnet sind das etwa 50 Milliarden Euro Steuereinnahmen, die wir Besitzer und Nutzer von fahrbaren Untersätzen unserer Regierung zur Verfügung stellen. Aber wir Deutschen haben es raus Gelder in irgendwelchen Kanälen verschwinden zu lassen. Das schaffen wir ganz alleine ohne Zuhilfenahme der Mafia. Das Zauberwort heißt nicht Zweckbindung, sondern Gesamtdeckungsprinzip. Konkret bedeutet das: Alle Einnahmen des Staatshaushaltes werden zur Deckung ALLER Ausgaben verwendet. Und so versickern unsere Milliarden im Staatshaushalt zur Rettung der Welt, der ostanatolischen Wanderfilzlaus und  der Wiedervereinigung der Spalttabletten, während wir weiter von einem Schlagloch und Teerbuckel mit Bitumenstreifen zum Nächsten hoppeln.

Da nur etwa 20 Milliarden zurück in den Straßenbau und die Instandsetzung fließen muss natürlich gespart werden. Das Ergebnis haben wir tagtäglich vor Augen. Bei den Ausschreibungen wird natürlich auf den Preis geachtet und so kommt dann eines zum anderen. Nicht die qualifizierteste Firma erhält den Zuschlag, sondern die Günstigste. Und so wird dann ein Loch auch mal mit der Flachschippe geglättet statt mit dem Rüttler. Die Fahrbahn wieder auf eine Ebene zu bringen geht für das Geld auch nicht und so erfreuen wir uns an einer kostenlosen Buckelpiste, die uns hopsend von Punkt A nach Punkt B bringt. Aber wahrscheinlich bin ich mit meinen naiven Gedankengängen nur nicht im Stande das große Ganze im Kontext mit der Rettung dieser Welt entsprechend zu begreifen. Wenn wir in zwanzig Jahren wieder mit den Postkutschen, die dann wahrscheinlich „grün“ sind, von Ort A nach Ort B unterwegs sind, ist das Tempo nicht mehr so hoch, dass uns die Buckel, Gräben und Risse in der Straße auffallen.

Ich find`s nicht mehr lustig. Wie sieht es in euren Regionen aus.

Wer suchet, der findet

16 Donnerstag Mai 2019

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Technik & Ausrüstung

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Motoland, Motorradbekleidung


Bei Flying Haggis und der besten Sozia von Allen ist es so, dass wir eher zu den bodenständigen Käufern zu zählen sind.

Soll heißen: Wenn wir irgendwo eine richtig gute Beratung erhalten, sei es beim Motorrad- oder Trekkingsektor, dann kaufen wir auch dort ein. Oftmals haben wir schon im Bekanntenkreis mitbekommen, dass mittlerweile viele Leute dazu tendieren sich im „Fachmarkt schlau zu machen“, um dann den letzten Cent oder Euro irgendwo im Internet zu sparen und dort einzukaufen. Natürlich ist das nicht verboten und in heutigen Zeiten ist auch Sparen angesagt. Wir sollten aber bedenken, dass wir mit dieser Handlungsweise zum Sterben des qualifizierten Einzelhandels beitragen.

Warum sage ich DAS jetzt? Weil ich eine wirklich gute Anlaufstelle für euch habe, wenn ihr auf der Suche nach Motorradbekleidung, sei es neue Kombi oder neue Stiefel bis hin zum Helm seid.

Für diejenigen, die vor Ort anprobieren möchten und dabei eine richtig gute und qualifizierte Beratung erhalten, direkt die Adresse:

Motoland St. Wendel GmbH
Frankfurter Str. 1
66606 St. Wendel
Tel.: 06851 / 939 973

https://www.motolandshop.de/


Flying Haggis und die beste Sozia von Allen haben hier die Winterschlafzeit genützt und einen richtig guten Einkauf getätigt. Abschließend sind wir bei -2- RUKKA-Kombis hängengeblieben. Die sind derzeit im Praxistest und ihr erhaltet Nachricht. Bislang sind wir beide restlos begeistert. Nicht billig, aber preiswert – wir konnten bei dem Angebot der netten Verkäuferin nicht mehr nein sagen.

Ein Freund von uns hat, nachdem wir ihm den Tipp Motoland gegeben hatten, dort eine Modeka-Kombi und einen Shoeihelm käuflich erstanden und kam, ob des Preises, auch nur noch kopfschüttelnd aus dem Laden.

Also – Wenn ihr gerade auf der Suche seid und im Großraum Saarland / Trier / Luxemburg wohnt, dann nichts wie hin zum Motoland nach St. Wendel. Am besten bevor ihr an anderer Stelle „zuschlagt“, sonst ist der Ärger groß.

Originale – Teil II

03 Freitag Mai 2019

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Sparte A

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Gunnar, Originale

Zum Themenfeld „Originale“ hatte ich ja bereits einen Beitrag vor etwas längerer Zeit.

https://flyinghaggis.net/2015/11/27/originale-oder-die-besondere-spezies-motorradfahrer/

Von daher wird es höchste Zeit sich um ein weiteres Original zu kümmern und es gibt wohl kaum Einen der diesen Begriff eines Originals mehr verkörpert als unser Gunnar.

Schaut man bei den Szenetreffs oder auf den Parkplätzen an Rennstrecken nach den dort geparkten Motorrädern, dann sieht man fast nur neues Material. Es hat sich viel getan auf dem Sektor Motorrad in den letzten Jahren. Technische Helferlein haben Einzug gehalten und erleichtern den Treibern die Handhabung. Alles gut – es trägt mit zu unser aller Sicherheit bei.

Bei Gunnar ist alles anders. Beim Thema Motorrad hat er ein Funkeln in den Augen. Die pure Lebensfreude und der pure Spaß, gepaart mit Interesse am Objekt Motorrad, der Technik und dem Thema fahren.

Aber diese Freude hängt bei Gunnar überhaupt nicht mit irgendwelchen technischen Neuheiten und Errungenschaften auf dem Motorradmarkt zusammen. Damit kann er irgendwie gar nichts, aber auch so wirklich gar nichts anfangen. Bei ihm darf ein Motorrad ruhig vibrieren und eine dementsprechende Geräuschkulisse entwickeln. Das sind zwar alles Maschinen, aber auch irgendwie lebendig. Und so wundert es den Besucher auch nicht sonderlich, wenn man als Gast das Wohnzimmer von Gunnar und seiner Frau Gertrud betritt.

Wo man vielleicht bei anderen Leuten eine Designercouch von Rolf Benz antreffen würde oder eine Skulptur, da steht bei Gunnar eine Moto Guzzi 750 S aufgebockt und fahrfertig im Wohnzimmer. Irgendwie ja auch eine Skulptur und eine italienische obendrein.

Der absolute Hingucker. Wahrscheinlich war der Adler aus Mandello unmittelbar nach Verlassen der Fabrikhallen nicht in einem derartigen Topzustand wie jetzt, hier zu Hause, bei Gunnar. Wie frisch aus dem Ei gepellt steht SIE da die Guzzi, als Blickfang mitten in der Wohnung. Von dieser Baureihe, die unmittelbar vor der 850er Le Mans entstand, wurden nicht viele Maschinen gebaut. Nur ein paar Hundert haben den Weg zum Endverbraucher gefunden.

Irgendwie wundert es mich jetzt auch kein bisschen, dass ich in einer Ecke das Instrumentenbrett der berühmtesten deutschen Jagdmaschine aus dem II. Weltkrieg finde. Wie selbstverständlich hängen da die Armaturen der Messerschmidt ME 109.

Mit einem vorsichtigen Blick vergewissere ich mich ob nicht noch ein Baker-Schleudersitz als Fernsehsessel zu finden ist. -Fehlanzeige-. Wahrscheinlich habe ich Gunnar jetzt auf eine Idee gebracht und Gertrud gibt mir Tiernamen.

Italien mag er. Die italienischen Motorräder mag er auch. Also müssen zwangsweise ebenfalls Produkte aus Borgo Panigale im Fahrzeugbestand sein. Natürlich keinesfalls mit einem Zahnriemen. Sollen Ducatis stilecht bewegt werden, dann sollten SIE auch über eine Königswelle verfügen, die dann das Herzstück der Desmodromik ist.

Also finden wir eine alte 900er Mike Hailwood Replica genauso vor, wie eine alte 1000er S 2.

Die Mike Hailwood Replica ist ein 83er Modell, aber bereits mit der Verkleidung der 84er Baureihe. Schön steht SIE da, reduziert auf das Wesentliche, was die ersten Modelle ausgezeichnet hat, also nur mit ihrem Kickstarter.

Aus Bologna ist auch noch eine 1000 S 2 in Gunnars Besitz. Man kann sagen, dass diese Ducati aus dem Jahr 1985 eine absolute Rarität ist, denn Moto Thome, der bekannte Ducatihändler aus dem bergischen Land, hat seinerzeit hier Hand angelegt und die Maschine optimiert für den Rennstreckeneinsatz. Kein Gramm zu viel am Rahmen steht SIE da, wie neu aus dem Laden.

Euer Flying Haggis fühlt sich wie im siebten Motorradhimmel. An den Wänden hängen Bilder von Ausfahrten mit dem stolzen Besitzer, der natürlich mit Halbschale auf diesen Modellen unterwegs ist. alles andere wäre für ein „Windgesicht“, wie Gunnar eines ist, ein Stilbruch.

Aber da gibt es ja noch eine Manufaktur aus bella Italia, die richtig schöne und schnittige Motorräder hergestellt hat und die darf im Fahrzeugbestand von Gunnar natürlich nicht fehlen. Eine 1000 C 3 von Laverda in dem firmentypischen orange steht in der Garage. Die erste 1000er aus dem Hause Laverda und Vorläufer der bekannteren Jota-Modelle. In der Langstreckenszene waren die Laverdas wegen ihrer standfesten Motoren beliebt.

Ein Brot- und Buttermotorrad hat Gunnar natürlich auch im Fahrzeugbestand. Eine alte BMW R 60/5 steht da noch in der Garage und hat viel zu erzählen. Bei größeren Urlaubstouren wurde nämlich die BMW als „Maultier“ genutzt, da sie im Vergleich zu den Italienerinnen doch ein Mindestmaß an Komfort in die Waagschale werfen konnte. So kann die „Gummikuh“ auch von der ein oder anderen Tour u. a. auf den Balkan in den 90er erzählen.

Gunnar ist ohnehin ein Weltenbummler und das war auch immer mit dem Thema Motorrad eng verbunden. So waren er und seine Frau Gertrud schon 1983 mit „dem ersten richtigen Motorrad“ einer Yamaha XS 400 mit Sack und Pack, sprich Zelt, Schlafsack, Rucksack und Gepäck bis hinunter nach Portugal.

Richtig Ruhe findet unser Gunnar mit seinen jetzt bald 59 Lenzen aber nicht. Das neueste Projekt steht noch „gestrippt“ in der Garage. Ursprünglich hörte das was man da sieht auf den Namen BMW R 100 S. Wenn SIE fertig ist und das kann nicht mehr lange dauern, dann steht da eine BMW Scrambler made by Gunnar. Wahrscheinlich würde man jede BMW Ninety dafür stehen lassen.

Und dann kommt es so, wie es unter Motorradfahrern häufiger vorkommt. Es wird bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen Benzin geredet. Abschließend steht schon lange bei mir fest. Wenn Gunnar kein Original ist, dann gibt es in diesem Sonnensystem keine Originale mehr. Wahrscheinlich wurde genau für ihn der Begriff geprägt.

 

Auf in das spanische Ländchen

20 Samstag Apr 2019

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Anderstouren

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das spanische Ländchen, Kronenburg

Heute begeben wir uns mal wieder auf Fahrt. Die Reise führt uns, wie kann es anders sein, in die Eifel und so rollen wir aus Trier auf einem unserer altbekannten Wege auf der „Westseite“ stadtauswärts.

Die Mosel zu unserer Rechten fahren wir auf der B 53 an den Stadtteilen Biewer und Ehrang vorbei und biegen dann in Richtung Trier-Quint nach links ab. Die Route haben wir bereits häufiger genutzt und so ist sie uns zum Einrollen längst bekannt. Es geht auf die L 46 in Fahrtrichtung Binsfeld, Spangdahlem.

Nach etwa 11 kurvigen Kilometern auf der L 46 folgen wir den Wegweisern nach Speicher auf die L 36. In Speicher rollen wir einfach in den Ortskern und folgen dem Straßenverlauf bis an die T-Kreuzung Maarstraße / Bahnhofstraße. Dort biegen wir nach rechts ab. Unmittelbar anschließend führt uns der Weg dann nach links wieder auf die L 36 nach Philippsheim. Schön ruhig ist die Streckenführung. Wir sind sozusagen für uns und genießen zum einen die Landschaft und zum anderen den schönen Kurvenverlauf. Dieser führt uns zu einem Verkehrskreisel an die B 50 und jetzt geht es für uns in Richtung Bitburg. Bundesstraßen sind normalerweise nicht so ganz mein Ding, aber dieser kurze Abschnitt ist durchaus zu verkraften.

Den folgenden Verkehrskreisel vor Bitburg verlassen wir im Grunde genommen „geradeaus“ auf die Albachstraße, die uns in Richtung des Bitburger Krankenhauses führt. In der Ortslage Bitburg orientieren wir uns dann in Richtung Prüm (Rittersdorf) auf die L 5.

Der Weg führt uns zügig durch Bickendorf, Seffern und Lasel nach Schönecken. Der Ort ist uns von früheren Touren bereits bekannt, einschließlich seiner gut sichtbaren Burgruine. Im 12. Jahrhundert wurde die Burganlage von den Grafen von Vianden erbaut. Sie wird auch „Bella Costa“ oder „Clara Costa“ genannt. Bei unserer „Rom-Tour“ sind wir aus Richtung Mürlenbach kommend nach Schönecken eingefahren – natürlich auch mit Blick auf die Burg.

Weiter geht es jetzt mitten hinein nach Prüm und wir haben es nicht mehr weit bis zu unserer ersten Pausenstation. Also auf die Zähne beißen und nicht an der Eisdiele am „Hahnplatz“ haltmachen. Genau von dieser Stelle fahren wir etwa für 11 km nochmals ein kurzes Stück Bundesstraße. Wir sind auf der B 265 und rollen an Tafel und Knaufspesch vorbei bis es kurz darauf nach rechts auf die L 20 in Richtung Ormont geht. Von Ormont fahren wir nach Hallschlag. Wir sind jetzt nur noch ca. 3 km von der Grenze nach Belgien entfernt. Hallschlag gehörte geschichtlich zur Herrschaft Kronenburg und genau in dieses Herrschaftsgebiet wollen wir hin. Wir sehen auch schon den Kronenburger See zu unserer Rechten und kurz hinter dem See geht es für uns links ab nach Kronenburg.

Also den Berg hinauf alsdann in einer Rechtskurve halblinks in die Straße „Burgbering“ Kronenburg und dort auf den Parkplatz abbiegen.

Man könnte jetzt auch in „Schrittgeschwindigkeit“ in diesen Bereich einfahren, was wir aber nicht machen. Irgendwie würde es die Idylle dieses wirklich schönen Örtchens stören. Also die letzten Meter fußläufig auf dem Kopfsteinpflaster erledigen und die kleinen gemütlichen Fachwerkhäuser bestaunen. Einfach ein schöner Ort. Hat etwas von Modelleisenbahn H „0“.

Von der Burgruine Kronenburg hat man einen schönen Blick in die Eifel und auf den See. Erstmalig wurde die Kronenburg im 13. Jahrhundert erwähnt. Zwischen 1555 bis 1715 stand der Landsitz unter spanischer Herrschaft. Deshalb nennt man diese ehemalige spanische Exklave auch noch heute häufiger in der Eifel  „spanisches Ländchen“. Aber wir sind ja hierhergekommen um eine wohlverdiente Pause zu genießen. Und die machen wir bodenständig, also nicht mit spanischer Paella.

Erste Möglichkeit: Wenn ihr vom Parkplatz in den Ort spaziert ist direkt im „Torbereich“ das Cafe „Raum C“. Bei Regenwetter – eintreten und hinauf in den ersten Stock. Bei Sonne – raus auf die Terrasse.

Zweite Möglichkeit: An den Wochenenden und an Feiertagen in der Ortslage der Beschilderung „Cafe Zehntscheune“ folgen. Jetzt werden einige Stammleser aufhorchen und sagen: Hey Haggis. Du hast uns doch schon die „Zehntscheune“ empfohlen und die lag damals ganz woanders. Vollkommen korrekt: „Zehntscheune“ Nr. 1 liegt in Herrstein im Hunsrück (Tour: Hunsrück ODER auf Tour mit Herrn Bückler) und die heutige „Zehntscheune“ hat außer dem Namen erfreulicherweise die Gemütlichkeit und die exzellente Kuchentheke gemeinsam. Also Platz nehmen und die Feinkostcontainer füllen.

Frisch gestärkt machen wir uns wieder auf den Weg. Talabwärts aus dem Burgbering in Richtung B 421 und dann knappe 18 km über Stadtkyll und Jünkerath nach Hillesheim, der heimlichen Krimihauptstadt Deutschlands. In Hillesheim folgen wir der Beschilderung nach Gerolstein. Dort suchen wir uns in der Ortslage unseren Weg nach Salm auf die L 29. Schließlich ist endlich wieder Zeit für ein paar schöne Kurven.

Dann folgen wir zunächst den Wegweisern in Richtung Daun auf die B 257, einer der bekannten Einflugschneisen in Richtung Nürburgring. Auf der Bundesstraße bleiben wir aber nur etwa 7 km, denn in Oberstadtfeld biegen wir rechts ab auf die kurvige K 9 / L 65 in Richtung Üdersdorf. Wir sind jetzt schon in der Nähe der Maare, machen aber hinter Üdersdorf noch einen kleinen Schlenker wieder auf die L 65 über Trittscheid und nach Eckfeld.

Hier finden wir in der Brunnenstraße das Bauernhofcafe „Morgenfelderhof“. Platz für unsere Maschinen ist direkt in der kleinen Einfahrt, respektive vor der Terrasse. Alles wie immer bei unseren gepflegten Einkehrtipps: Gute Kuchentheke und ein ruhiges Plätzchen.

Falls ihr wider Erwarten keinen Platz finden solltet, investiert ihr knappe 5 km bis nach Gillenfeld und fahrt zu meinem anderen nahen Einkehrtipp dem „Eifeler Scheunencafe“. Das hatte ich euch bereits in einem anderen Bericht näher gebracht.

Egal wo wir jetzt unsere Pause gemacht haben, der nächste Weg für uns auf die L 64 in grobe Richtung Wittlich. Kurz hinter Hasborn, nachdem wir die Autobahn A 1 unterquert haben, biegen wir rechts ab auf die K 22 und fahren über Greimerath und Plein (K 21) nach Wittlich ein. Alternativ kann man hinter Hasborn auch auf der L 52 verbleiben und gelangt auch mit einer schönen Streckenführung, am städtischen Krankenhaus vorbei, nach Wittlich.

In der Ortslage Wittlich orientieren wir uns nach der Beschilderung Bitburg. Unsere Streckenführung verändert unterwegs mehrfach ihre straßenverkehrsrechtliche Widmung und mutiert von Kreisstraße, zur Landesstraße und abschließend auf den letzten Kilometern von Landscheid nach Binsfeld zur Bundesstraße B 50.

Jetzt treffen wir auf eine alte Bekannte, die L 46. Die bringt uns jetzt kurz hinter Binsfeld, an Herforst vorbei auf die Streckenführung, die wir heute Morgen in Höhe der Abzweigung Speicher verlassen haben. Noch einige kurvige Kilometer zur Entspannung entlang des Quinter Baches abwärts und unser Ausgangsort Trier hat uns wieder.

Wo ihr hier unterkommt oder noch speisen könnt, findet ihr unter meinen Rast- und Übernachtungstipps. ODER – ihr meldet euch bei mir und ich helfe gerne weiter.

Ich packe meinen Koffer …………….

07 Sonntag Apr 2019

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Technik & Ausrüstung

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Gepäcksysteme, SW-Motech, Zusatztaschen

Ich weiß nicht wie es euch bei größeren Touren mit dem Motorrad geht, aber bei mir ist es oftmals so, dass ich, trotz Reduzierung auf das Mindestmaß an notwendigen Utensilien, an die Grenzen der Packmöglichkeiten bei meiner Maschine komme. Da sprechen wir jetzt nicht einmal vom Erreichen des maximalen Gesamtgewichtes unserer Motorräder laut Fahrzeugschein. Das ist wahrscheinlich bei 90 % unserer Touren bereits locker überschritten.

Im Sommer steht jetzt wieder eine längere Tour an und für die fast dreiwöchige Reise muss irgendwie noch etwas ergänzend zu Kofferset und Tankrucksack her. Also ging Flying Haggis auf die Suche.

Fündig wurde ich dann abschließend bei der Firma SW-Motech. Es sind zwei Zusatztaschen, die bei SW-Motech unter dem Begriff TRAX M/L Zusatztaschen firmieren. Passend sind sie für die TRAX-Koffer von SW-Motech, sowie für die originalen BMW-Koffer. Sie lassen sich aber auch auf meinen Touratech-Koffern unserer „Sissy“ gut montieren.

Die Taschen sind mittels der mitgelieferten Gurte gut auf den Topladern zu befestigen. Sitzt, passt und da wackelt oder stört nichts. Man kann SIE sogar als Armlehnen für die beste Sozia von Allen missbrauchen.

Die TRAX Zusatztaschen haben ein Fassungsvermögen von 15 Liter und sind wasserdicht.

Gummierter rundlaufender Reißverschluss, sowie nochmals ein überstehender Deckel verhindern den Wassereintritt.

Alternativ kann man das Innenfach nochmals mittels einer Kletttrennung unterteilen oder ganzflächig nutzen. Je nach Bedarf.

Es bietet sich an die Taschen vielleicht für das wärmende Innenfutter unserer Motorradbekleidung, sowie für Regenjacken zu nutzen. Dann ist die kopflastige Entwicklung der Fahreigenschaften unserer bepackten Maschine nicht ganz so arg. Aber Ölreserve, Kettenspray oder Werkzeug geht natürlich auch.

Wie sich die SW-Motech Zusatztaschen auf unserer großen Tour bewähren werde ich berichten.

Die Taschen gibt es direkt bei SW-Motech unter der Best.-Nr. BC.ALK.00.732.10700/B zum Stückpreis von 79,95 Euronen. Das ist jetzt kein Schnäppchen. Die wertigen Taschen sind den Preis aber allemal wert.

Ganz nah am Himmel……

31 Donnerstag Jan 2019

Posted by flyinghaggis2015 in Aktuelles, Rast & Übernachtung

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Hotel GRUBER, Südtirol, Sexten


Bevor die Saison so richtig losgeht und wir uns alle damit beschäftigen WO uns denn jetzt im Frühling, Sommer oder Herbst die Reise hinführt, sollten WIR uns über unser mögliches Ziel oder zumindest die Region Gedanken machen. Beim Schreiber dieser Zeilen ist das an sich immer recht einfach. In neun von zehn Fällen treibt es Flying Haggis und die beste Sozia von allen in unsere „Wahlheimat“ Südtirol. Wahrscheinlich ist bei meiner letzten Reinkarnation irgendetwas schief gelaufen.  Möglicherweise habe ich als „Tiroler Standschütze“ in meinem vorherigen Leben zu laut geflucht, dass ich jetzt als „Flachlandtiroler“ auf den Planeten zurückkehren musste. Schlechtes Karma.

Aber kommen wir jetzt zum eigentlichen Thema. Motorradurlaub oder Urlaub überhaupt in Südtirol und dort am besten weg vom üblichen Einerlei Sella Ronda. Alternativen sind also gefragt oder Varianten. Was sagt der Duden: Eine Variante ist etwas, was sich von etwas Vergleichbarem unterscheidet.

Und da hat Flying Haggis etwas für Euch, denn genau dieser Unterschied macht aus einen schönen Urlaub einen unvergesslichen Aufenthalt. Weg vom üblichen Trubel und insbesondere weg von diesen Hotels wo groß „Biker welcome“ am Eingang steht aber nur der schnelle Euro gesucht wird. Dorthin wo wir wirklich gern gesehen sind und geradezu familiär untergebracht– Urlaub bei Freunden!

Wie kommen wir denn dahin zu unseren Freunden? Also schnell zwei D-Zug-Varianten aus dem Hut gezaubert. Nr. 1 die Anreise über München dann Autobahn bis Kufstein und über Kitzbühel, Felbertauerntunnel und Lienz hinein in den Himmel für Motorradfahrer Südtirol. Nr. 2 führt uns vom Fernpaß oder Hahntennjoch kommend über den Brenner und bei Brixen hinein in das Pustertal. Hier geht es an Bruneck und Toblach vorbei bis kurz vor Innichen und dann rechts ab. Unser Ziel heißt Sexten und hier steuern wir unser Zuhause an – das Hotel Gruber.

https://www.gruber-sexten.com/

Heutzutage ist man schnell mit Superlativen dabei, die dann, eiligst in allen möglichen Netzwerken und sozialen Medien kommuniziert, noch schneller verblassen als das Licht einer Sternschnuppe. Zu Beginn habe ich bereits erwähnt, dass wir, nachdem wir wirklich viel in der Welt unterwegs waren, schwerpunktmäßig unsere Urlaube in Südtirol verbringen. Noch nie waren wir hier in einem „schlechten“ Hotel. Das Niveau der Hotels in der Region Südtirol ist wirklich sehr hoch und es ist schwer bei derartiger Konkurrenz das berühmte i-Tüpfelchen und Alleinstellungsmerkmal zu setzen. Hier in Sexten bei der Familie Gruber findet IHR genau das. Das i-Tüpfelchen, das Alleinstellungsmerkmal und das Licht, welches nicht schnell verblasst, sondern immer noch leuchtet.

Angekommen merkt IHR schnell, dass der Senior des Hauses ein Herz für Motorradfahrer hat. Das Hotel hat eine Tiefgarage und so stehen unsere Maschinen auch sicher und trocken. Eine Harley-Davidson und eine BMW geben dem Neuankömmling auch schon das Signal – Hier fährt jemand selbst Motorrad und weiß worauf es ankommt. Der ein oder andere Tourentipp ist da auch noch drin.

Fast schon Standard ist, dass natürlich ein Wellnessbereich auf uns wartet, der die ein oder andere verspannte Muskulatur wieder ausreichend lockert.

Einfach gigantisch ist der Ausblick den man von den Zimmern aus oder von der Terrasse bewundern kann. Ein wunderbarer Blick auf die Sextener Sonnenuhr und hinein in die Berglandschaft des Fischleintals. Jetzt noch einen Aperol Sprizz zur Hand und ich weiß wie das Paradies aussehen sollte.

Die hellen Zimmer sind typisch für Südtiroler Hotels stilvoll eingerichtet und auf dem Balkon kann man in der Sonne bereits die nächste Tagestour planen.

Das Essen ist vorzüglich und der Service sehr (sehr) aufmerksam ohne dabei aufdringlich zu sein. Hier trifft die schon exzellente Südtiroler Küche auf italienische Spezialitäten und macht den Aufenthalt damit auch kulinarisch zu einem Highlight. Dies, gepaart mit einem mehr als üppigen Frühstücksbuffet am Morgen, machen klar, dass es sinnvoll ist über dehn- oder verstellbare Motorradbekleidung zu verfügen. Auch wenn man sich noch so sehr im Griff hat – es schmeckt derart lecker, dass permanent zu viele der Kalorientierchen den Weg in den Magen-Darmtrakt finden. Der komplette Bereich Speisesaal und Bar wurde auch aktuell stilvoll modernisiert, aber ohne den Südtiroler Charme zu verlieren. Wirklich gelungen.

Wie soll ich euch jetzt mit wenigen Worten unsere Basisstation beschreiben? Ein durchweg fein geführter Familienbetrieb ist das Hotel Gruber. Ankommen in seiner ureigenen Form – Man betritt die Lobby und später die Zimmer und hat bereits das Gefühl: Hier bist Du zu Hause! Verbunden mit der geistigen Frage: Warst Du hier schon einmal und hast es bloß vergessen ODER woher kommt dieses untrügliche Gefühl? Das Gefühl kommt daher, dass man empfangen wird wie ein alter Freund, bei dem man sich freut IHN wiederzusehen.

Jetzt kommt sicher die Frage UND wo fahren wir jetzt unsere Runden da unten bei deinem Tipp?

Dazu vorab schon einmal Vorschläge. Nr. 1 ist recht naheliegend und führt uns über Toblach und Welsberg in Richtung der Biathlonhochburg Südtirols in das Antholzertal. Der Stallersattel lädt ein zur Überquerung ins Nachbarland Österreich. Ampelgeregelt kann man ruhig und entspannt (höchstens ein verwaister Fahrradfahrer kann hier stören) die Kurven des Passes in Angriff nehmen und ohne Gegenverkehr genießen. Oben angekommen macht IHR Pause in der Hexenschänke bei Isidor. Er scheucht uns im Winter über die Antholzer Weltcuploipen. Im Anschluss dann auf der österreichischen Seite über Osttirol, also konkret Lienz und dann die „Pustertaler Höhenstraße“ zurück. Vor Überquerung der Grenze (Innichen) bietet es sich noch den Tank mit günstigem österreichischen Sprit zu füllen.

Von Sexten aus auf der SS 52 über den Kreuzbergpaß landen wir in der Provinz Belluno, die schon merklich italienischer angehaucht ist als Südtirol. Über Padola auf der SP 532 (Passo Zovo) in grobe Richtung Auronzo di Cadore ABER vorher wieder links ab auf die SS 52 nach Pieve di Cadore. Hier folgen wir dem Straßenverlauf des kleinen, aber wunderschönen Passo Cibiana (1.530 m; mit bis zu 15 % Steigung und einer Länge von ca. 20 km) bis Cibiana di Cadore und haben unseren Pausenplatz, sowie Zwischenstation erreicht.

Aufwärts zum Messner Mountain Museum Dolomites fahren wir mit den dortigen Shuttle-Bussen. Der 2-stündige Fußmarsch in Motorradstiefelen und –kluft wäre nicht vergnügungssteuerpflichtig und so wählen wir hier lieber diese „Touri-Variante“.

http://www.messner-mountain-museum.it/dolomites/museum/

Warum fahren WIR denn jetzt überhaupt dort hinauf? Weil man einfach einmal dagewesen sein muss! Selbst wenn man kein Museumsfreund ist und vielleicht ein gespaltenes Verhältnis zu dem Botschafter der Berge Reinhold Messner hat, sollte man zumindest aus einem Grunde hier hinauf. WENN das Wetter gut ist hat man hier oben von dem ehemaligen Sperrfort des Dolomitenkrieges auf dem Monte Rite (2.181 m) einen Ausblick der mit atemberaubend nur unzureichend beschrieben ist.

Gemütlich bei einem Cappuccino draußen auf der Terrasse der Cafeteria kann man die Aussicht genießen und weiß genau: Heute haben wir wieder alles richtig gemacht!

Irgendwann müssen wir aber auch wieder heimwärts in Richtung Hotel Gruber und das machen wir über Longarone (SP 251) nach Forno Zoldo, Zoldo Alto (Passo Staulanza) nach Selva di Cadore.

Habe ich schon einmal erwähnt, dass mein absoluter Favorit der Dolomitenpässe der GIAU ist? NEIN? Dann kommt jetzt der Hinweis. Also von Selva di Cadore mit einem breiten Grinsen im Gesicht hoch auf den Giau bzw. die SP 638, wenn man es unpersönlich haben will.

Für mich eine der Königsetappen hinauf auf 2.233m Passhöhe und purer Genuss auf 20 km bis nach Cortina d´Ampezzo.

Der Rest ist schnell erzählt, denn der Weg führt uns in sanften Schwüngen nach Toblach und von dort ist es nur noch ein Katzensprung zurück zu Grubers in unser Hotel.

Das waren jetzt nur -2- Tourenempfehlungen, denn wenn ihr zum Einrollen den Weg an anderen Tagen über Toblach nach Cortina wählt steht dort der Hintereingang zur Sellaronda weit offen. Entweder wieder und wieder den Giau und über Pordoi weiter oder von Cortina auf den Falzarego und dann alle gängigen Alternativen abarbeiten.

Auch österreichische Varianten sind noch drin über Innichen – Obertilliach – Maria Luggau – Kötschach – Paluzza – Vigo di Cadore – Auronzo – Padola zurück nach Sexten.

Es gibt viel zu tun – packen wir`s an! Aber als Basisstation unserer Touren wählen wir nicht das überlaufene Grödnertal mit seinen Touristenhotels, sondern unser Hotel Gruber → bei FREUNDEN!

ALTERNATIVEN:

Das Fischleintal. Eine wunderschöne Wanderung, die man auch ohne Wanderausrüstung locker erledigen kann. Ein traumhafter Blick auf die Bergkulisse und am Ende wartet die Talschlusshütte auf uns mit einem schönen Biergarten und guter Küche.

Wer es etwas ambitionierter mag, dem sei die Tour hinauf zur Dreizinnenhütte empfohlen. Für den Aufstieg benötigt man kein Kategorie-C-Schuhwerk. Alljährlich wird die Wegstrecke von Sexten aus auch beim Dreizinnenlauf von den Sportlern mit Trekkinglaufschuhen in Angriff genommen. Es erwartet uns das Wahrzeichen der Dolomiten – die Dreizinnen. In den Sommermonaten ist aber von der Einsamkeit der Berge hier weniger zu spüren.

Bei Regenwetter lohnt sich im Nachbarort Moos die Einkehr im Cafe Kofler. Hier gibt es Kuchenstücke, die man eher als komplette Mahlzeit werten kann und kalorienmäßig wahrscheinlich eine warme Mahlzeit ersetzen.

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