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~ der etwas andere Motorradblog

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Archiv des Autors: flyinghaggis2015

Eviva España oder Führerlos tut selten gut

08 Freitag Mai 2015

Posted by flyinghaggis2015 in Sparte A

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1987 hatten wir mit unserer Clique den Entschluss gefasst, dass ein Urlaub mit den Motorrädern in Spanien keine schlechte Idee wäre.

Ein entsprechender Urlaubsort unterhalb von Alicante war schnell gefunden und so nahm der Trip zügig Gestalt an. Die 1.760 km sollten auf zwei Tage verteilt kein Problem darstellen und so wurde vereinbart: Am ersten Tag ohne festes Ziel soweit es geht und am zweiten Tag gemütlich die restliche Wegstrecke zu unserem Urlaubsort.

Ich war als Scout eingeteilt mit meiner knapp fünf Monate alten CBR 600 und hatte mir eine Ortsliste mit Autobahnen auf den Tank geklebt die es in der Folge dann anzusteuern galt. Abgesehen von einem kleinen Fauxpas, der uns in fröhlicher Urlaubslaune aber nicht großartig störte, verlief auch alles nach Plan.

Ich war bei diesem Malheur etwas zu sehr ins Studium meiner Etappenliste vertieft, so dass ich in Höhe von Barcelona die Abfahrt in Richtung Tarragona verpasste. Ergebnis war, dass im Anschluss vier Maschinen im Formationsflug durch den Feierabendverkehr von Barcelona brummten. Schnell an den südlän-dischen Fahrstil gewöhnt und angepasst empfanden wir auf unseren Motor-rädern die Episode eher als nette Auflockerung zur eintönigen Autobahnfahrerei, denn als Stressfaktor in der Urlaubsanfahrt.

Das „Barcelona-Zwischenspiel“ soll aber später noch eine Rolle spielen.

Die zwei Wochen Urlaub vergingen wie im Flug und wir hatten wirklich einen schönen Aufenthalt. Es näherte sich unser Urlaubsende und die Heimreise, welche wir wieder in einer 2-Tagesetappe angehen wollten. Jetzt nahm das Drama seinen unverhofften Verlauf.

Wie fast immer, wenn mehr als zwei Motorradfahrer bei einer Tour zusammen sind, ist auch eine „Schlafmütze“ dabei. Alle haben die Maschinen getankt, bis auf EINEN und der bleibt auf dem Weg zur Tankstelle auch noch wegen Spritmangel liegen. Ergo, der Schreiber dieser Zeilen hilft aus, was im konkreten Fall heißt eine Plastikflasche mit etwas Benzin gefüllt und an den „ungewollten Parkplatz“ verbracht. Da ich sicher gehen wollte, dass jetzt auch wirklich alles klappt fuhr ich noch mit zur Tankstelle, die an der vielbefahrenen Nationalstraße in Richtung Alicante lag und positionierte mich etwas versetzt vor unsere „Schlafmütze“.

Wie bereits erwähnt „vielbefahren“ und einem Hupkonzert in Spanien schenkt man auch nicht sofort die Aufmerksamkeit wie in Deutschland, weil Hupen in Spanien eher den Hinweis darstellt: „Hallo hier bin ich!“ Dieses Hupkonzert das an mein Ohr drang war aber irgendwie anders. Also Blickwendung in die Richtung des Krawalls und einen PKW ausgemacht, der quer über die Nationalstraße auf dem Weg zur Tankstelle ist.

Erster Gedanke: „WARUM fährt der Trottel jetzt ausgerechnet an die Zapfsäule an der ICH stehe? Es sind doch alle anderen frei!“

Den Gedanken noch nicht ganz zu Ende gebracht wird mir schlagartig im Bezug auf „Trottel“ klar:

„In dem Auto sitzt NIEMAND!“

Nur noch Sekundenbruchteile Zeit – der Motor ist aus, Maschine ist im Leerlauf. Also schnell mit den Füssen nach vorne „gepaddelt“ in der Manier eines Renn-rodlers am Start. Keine Chance mehr – links im Heck trifft mich der führerlose PKW und ich kippe mit meiner „schönen CBR“ um.

Das kann nur mir passieren: Umgefahren von einem herrenlosen Auto!

Resultat die rechte Verkleidungsseite und das rechte Heckteil sehen aus als ob sie Bekanntschaft mit einem Winkelschleifer gemacht haben, ausgestattet mit Schruppscheibe. Allein der Anblick reicht bereits aus mich in den „roten Bereich drehen“ zu lassen. Der weitere Werdegang trägt nicht dazu bei, dass sich mein Gemütszustand gravierend verbessert.

Der „Fahrzeughalter“ des PKW erscheint auf der „Theaterbühne“. Er war bereits auf der Suche nach seinem Auto, das er zuvor an einer Schreinerei abgestellt hatte. Abgestellt bedeutet in diesem Fall: Leerlauf, keine Handbremse angezogen und darauf gehofft das das Gesetz der Trägheit der Masse seine Karre am Platz hält. Dass sein Wagen einen Schaden verursacht hat interessiert ihn nicht wirklich, schließlich ist er ja nicht gefahren! Also Polizei hinzugerufen in der Hoffnung – die Uniformierten werden DAS jetzt schon regeln! Jetzt erscheint die Policia Municipial bzw. local (die spanische Stadtpolizei) auf unserer „Freilichtbühne“. Ich kann mich bei all meinen Reisen ins Ausland nicht erinnern noch unmotiviertere Polizisten gesehen zu haben und kann für Spanien nur hoffen, dass diese Herren eine Ausnahmeerscheinung dargestellt haben.

Da jetzt eine Unterart der babylonischen Sprachverwirrung eintritt, soll heißen plötzlich spricht oder versteht keiner der anwesenden Spanier englisch, rufen wir eine „deutsche Dolmetscherin“ herbei. Glücklicherweise war uns bei unserem zweiwöchigen Aufenthalt ihr Werbeschild mehrfach aufgefallen. Die nette Frau organisiert jetzt alles Erforderliche, sehr zum Verdruss der komplett sedierten uniformierten Laientruppe, die jetzt den Sachverhalt doch letztendlich aufnehmen muss. Allerdings ist die Geschichte für mich noch mit einem gewissen „Aufwand“ verbunden. Wir haben zwischenzeitlich Freitag Abend und die von Seiten meiner Rechtschutzversicherung erforderliche Abtrittserklärung an einen spanischen Rechtsanwalt muss notariell beglaubigt werden. Das funktioniert, Dank der Dolmetscherin, dann am folgenden Samstag.

Zwischenzeitlich haben sich unsere beiden Pärchen mit ihren Maschinen auf den Heimweg nach Deutschland gemacht. Mein Freund Peter will mich nicht alleine auf den weiten Rückweg lassen und harrt in Seelenruhe auf meine Rückkehr in unserem Urlaubsdomizil.

Der Besuch bei der spanischen Rechtsanwältin ist dann auch noch für eine Anekdote gut. Nach der Übersetzung durch „meine Dolmetscherin“ bricht die Rechtsanwältin in Gelächter aus und redet im Anschluss, sichtlich amüsiert, auf meine Übersetzerin ein. Wie sich dann herausstellt war meine Geschichte nicht allein der Grund ihrer Heiterkeit. Tags zuvor traf eine „deutscher Tourist“ aus Berlin bei ihr ein. Der PKW Fahrer hatte in Höhe Tarragona eine „Erscheinung“. In Tarragona findet wohl alljährlich eine ähnliche Veranstaltung statt wie in Pamplona und man treibt Stiere, die im Anschluss in der Arena ihren großen Auftritt haben, in Richtung der Arena. Einer der schweren vierbeinigen Jungs hatte wohl überhaupt kein Interesse an seinem finalen Auftritt in der Stierkampfarena und schlug stattdessen den Weg in Richtung Autobahn ein. Hier traf er dann auf den PKW mit der Familie aus Berlin. Der Fahrer hatte wohl Probleme das Bild, welches sich ihm darbot, zügig geistig zu erfassen. Infolge der langen Autofahrt dachte er wohl statt „weißen Elefanten“ sind es in Spanien bei Übermüdung eben „Stiere“. Das die Interpretation falsch war hatte er dann unmittelbar bei Kontakt mit den 1.000 kg Frischfleisch gemerkt, aber eben etwas zu spät. Lakonischer Kommentar meiner Rechtsanwältin:

„Ist wohl eine schlechte Zeit für deutsche Touristen momentan!“

Samstag Abend gegen 20:30 Uhr ist dann alles vollbracht und WIR verabschieden uns von der mehr als hilfsbereiten Dolmetscherin. Die Frage OB wir uns jetzt WIRKLICH noch auf den Weg machen musste ich bestätigen, weil am kommenden Montag bereits ein dringender beruflicher Termin auf mich wartete, den ich nicht verschieben konnte.

Also auf nach Deutschland. Noch kurz besprochen, dass wir irgendwo auf einer Raststätte ein Schläfchen halten, wenn uns die Müdigkeit übermannen sollte und los geht es. Da wir in die Nachtstunden hineinfuhren und deshalb nicht mit allzu vielen Geschwindigkeitskontrollen rechneten, einigen wir uns darauf „etwas über Limit“ loszufahren.

Da war doch was mit Barcelona?

Bereits ca. 500 km auf dem Buckel und die Schilder Barcelona größer werdend erinnere ich mich an den Fauxpas von der Hinfahrt. Jetzt nur nicht wieder die „Stadtrundfahrt“ machen, das hält zeitlich zu sehr auf. Da, ein Streckenabschnitt hell erleuchtet, das muss dieses Autobahnkreuz sein, also nichts wie runter, nur nicht wieder in die Stadt Barcelona rein, dann ist unser „schöner Schnitt“ dahin.

Mit 150 km/h auf der „Uhr“ geht es mit Schwung durch eine Autobahntankstelle. Der Adrenalinschub den ich bekomme hätte ausgereicht um Tutenchamun wiederzubeleben. Bei dem nächsten Tankstopp lachen wir schon wieder beide über die Szene und Peter sagt, dass die Angestellten in der Tankstelle ganz komisch geguckt haben. Wen wundert`s.

Wir „optimieren“ jetzt unseren „Parallelflug“ dergestalt, dass wechselweise einer an den Maut- oder Tankstellen stehen bleibt und bezahlt. Der andere fährt „langsamer“ weiter bis aufgeschlossen wird und dann geht es im Marschtempo weiter. Bei Lyon gönnen wir uns einen Kaffee und etwas, das entfernte Ähnlichkeit mit einem belegten Sandwich aufweist. Drei Tage zuvor hätte dieses Produkt sicherlich einen Hauch von Frische versprüht. Nach dem zweifelhaften Genuss geht es in der erprobten Manier weiter in Richtung Heimat.

Sonntag 12:45 Uhr rollen wir zu Hause in Trier ein. Immer noch aufgekratzt von der Tour und kein bisschen müde. 1.760 km in -16- Stunden. Meinen beruflichen Termin habe ich locker einhalten können. Störend war nur das „Rauschen“, welches ich ca. eine Woche auf den Ohren hatte. Mein Helm war wohl in Sachen Geräuschentwicklung nicht auf eine -16- Stunden-Tour ausgelegt.

Übrigens „mein Geld“ (das Versicherungsgutachten belief sich auf knapp über 2.000,- DM) habe ich tatsächlich noch erhalten. 1994 im Herbst war es soweit, nachdem die gegnerische Versicherung sämtliche Instanzen bestritten hatte und überall negativ beschieden wurde.

Zu diesem Zeitpunkt war die CBR lange „Geschichte“ und selbst ihre Nach-folgerin aus Nippon, eine „750er Suzie“ hatte bereits einen neuen Besitzer.

Die Moral von der Geschichte: Hüte Dich vor „herrenlosen Autos“ und warte an der Tankstelle mit „laufendem Motor und eingelegtem Gang“.

Drei auf einen Streich: Eifel, Mosel, Hunsrück

30 Donnerstag Apr 2015

Posted by flyinghaggis2015 in Anderstouren

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Calmont, Eifel, Hunsrück, Mosel

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Es hört sich an wie bei dem „tapferen Schneiderlein“ obwohl es in diesem Märchen noch einige mehr waren, die bei dem besagten einen Streich „erledigt“ wurden. Rund 250 Kilometer haben wir heute vor uns, also eine knappe Tankfüllung und bei ruhiger, kommoder Fahrweise etwa 5 Stunden reine Fahrzeit.

Bei meinen Touren in der Großregion Eifel, Mosel, Hunsrück, sowie Saarland und unserem Nachbarland Luxemburg ist fast immer der Startort Trier. Einmal habe ich eine persönliche Affinität zur ältesten Stadt Deutschlands, denn ich bin sozusagen „Ur-Trierer“. Zum zweiten bietet sich die Stadt aber auch für unsere Motorradfahrer/-innen an, welche die Anders-Touren von weiter weg angehen und eine feste „Basisstation“ benötigen. Da hat Trier ein nahezu perfektes Angebot an Hotels und Unterkünften zu bieten und für einen „motorradfreien Tag“ auch ausreichend Sehenswürdigkeiten die einen Besuch lohnen.

Aber heute fahren wir erst einmal wieder mit unseren Motorrädern und verlassen die Stadtgrenze Trier auf der westlichen Seite in Richtung der Stadtteile Ehrang und Quint. Mit den Sandsteinfelsen zur Linken und der Mosel zur Rechten stimmen wir uns auf die heutige Tour ein und verlassen alsbald die B 53 nach links in Richtung Quint und wenig später, nachdem wir die Abzweigung (L 46) nach links in Richtung Spangdahlem (Bitburg) genommen haben, wedeln wir uns bereits auf den ersten Kurven des Tages am „Quintbach“ entlang ein. Dabei handelt es sich um die „Hausstrecke“ der Trierer Motorrad-fahrer und so tummelt sich bei gutem Wetter einiges mit zwei Rädern auf der L 46. Die 50 km/h Beschilderung im Kurvenverlauf hat dabei scheinbar nur einen hinweisenden Charakter. Wir sind jetzt bereits in der Region „Moseleifel“ unterwegs und fahren durch den Meulenwald, welcher als Waldgebiet des Jahres 2012 ausgezeichnet wurde. Unweit „unserer o. a. Abzweigung“ geht es zum Forstamt Trier Am Rotenberg. Von dort kann man auf einem durchaus lehrreichen Rundgang (aber nur fußläufig) starten, der einem nicht nur die heimischen Baumarten, sondern auch exotische Varianten wie Riesenmammutbäume, Ginkos oder Kuchenbäume (riechen im Herbst nach Lebkuchen und werden deshalb auch häufig „Lebkuchenbaum“ genannt) kennenlernen. Heimische Förster hatten die „Ausländer“ in den 50er Jahren gepflanzt um deren Wuchsfähigkeit in unserer Region zu prüfen und damit Alternativen zu den einheimischen Gewächsen zu finden. Außer der „amerikanischen Douglasie“ konnte aber keine Pflanze so richtig Fuß fassen.

Wer im Kurvenverlauf der L 46 die ein oder andere merkwürdige „Wahrnehmung“ haben sollte braucht sich nicht zu wundern. Laut Legende kam hier der tyrannische Erzbischof Milo von Trier bei einem Jagdunfall ums Leben und einige hundert Jahre zuvor hatte es den römischen Statthalter Rictius Varus erwischt. Wenn man sich mit „ihrer Vita“ beschäftigt kann man nur feststellen, dass es um beide nicht sonderlich Schade war. Die Geister der beiden Herrschaften sollen seitdem im Meulenwald spuken, wobei „sie“ mir bis dato noch nicht begegnet sind.

Wir fahren also weiter auf der L 46 und kurz nachdem wir zur Linken den Ort Zemmer passiert haben biegen wir nach rechts in Richtung „Wittlich“ (Dreis, Heidweiler) auf die L 43 ab. In leichten Schwüngen geht es etwas talabwärts nach Heidweiler und hinter dem Ort orientieren wir uns in Richtung „Binsfeld“ (Niersbach, Arenrath) auf die L 49. Hinter Arenrath kürzen wir etwas ab, um uns die Orstdurchfahrt Binsfeld zu ersparen und biegen rechts auf die K 43 ab nach Niederkail. Hier folgen wir dem Straßenverlauf der B 50 nach Landscheid. Ohne etwas an unserer „Fahrtrichtung“ zu ändern sind wir jetzt auf der L 34 und über Burg Salm, Hupperath, rollen wir in Richtung der Kreisstadt Wittlich (K 54).

Höhepunkt in Wittlich ist alljährlich die sogenannte „Säubrennerkirmes“, welche immer am 3. Augustwochenende eines Jahres ausgetragen wird. Ansonsten ist die Stadt Wittlich jetzt kein Ort der uns zum längeren Verweilen einlädt und so suchen wir auch auf kürzestem Weg wieder den Ortsausgang in Richtung des Krankenhauses der Stadt (L 52; Hasborn). Stopp, da gibt es doch noch einen einzigen Grund den Aufenthalt in Wittlich zu verlängern. Falls die Maschinen bei Abfahrt nicht vollgetankt waren ist hier ein gute Möglichkeit Sprit für die Tagestour zu fassen. Aber jetzt suchen wir schnell das Weite in Richtung Hasborn und fahren nach einem kurvenreichen, leicht ansteigenden Streckenabschnitt vom „Krankenhaus Wittlich“ bis Hasborn, hinter dem Ort nach Oberscheidweiler. Alles auf der L 52 obwohl sich hinter Hasborn unser Weg gegabelt hat und wir die Route nach rechts gewechselt haben.

Ähnlich geht es uns an der nächsten Kreuzung (B 421). Wir nutzen nach dem Linksabbiegen kurz die B 421 und verlassen die „B“ nach gefühlten 100m wieder nach rechts, jetzt wiederum auf der L 52 in Richtung Lutzerath unterwegs.

Wir rollen auf der L 16, die im weiteren Verlauf Gevenich führen würde, nach Driesch und verlassen die L 16 nach rechts Richtung „Mosel“ nach Bremm. Die L 106 „verläuft“ zunächst recht unspektakulär, um in einem Schwung von Serpentinen talabwärts zur Mosel zu enden. Bei der ersten „Links-Spitzkehre“ ist zur Rechten eine kleine „Haltemöglichkeit“ für maximal 2 – 3 Motorräder, aber der „Halt“ lohnt sich. Für mich der schönste Blick des Tages von der Höhe auf das Moseltal und die Flußschleife bei Bremm. Auf der anderen Uferseite die Ruine des Klosters Stuben und wenn man den Blick nach links in die Höhen des dortigen Weinbergs richtet, traut man seinen Augen an sonnigen Tagen nicht. Es ist der „Calmont“, seines Zeichens der steilste Weinberg Europas und als ausgewiesener „Klettersteig“ ein Anziehungspunkt für Wanderer. Kein Geheimtipp mehr, denn an trockenen Tagen ziehen sich lange Reihen von Wanderern durch den Weinberg. Manchmal erinnert mich das Bild an alte Aufnahmen des Chilcoot Trail, als lange Reihen von Goldsuchern durch den Schnee in Richtung Klondike marschierten. Hier suchen die Naturverbundenen kein Gold, sondern ein ruhiges Idyll, welches sie mit ihrem eigenen Massenauflauf ad absurdum führen.

Zeit für eine Pause und eine angemessene Mahlzeit. Also talabwärts an Bremm vorbei nach Ediger-Eller. Im Ortsteil Eller müssen wir jetzt ein wenig aufpassen, damit wir unsere Einfahrt nach links nicht verpassen. Grob an der Kirche von Eller orientieren und dann kann nichts mehr schiefgehen für unsere Anfahrt zum Weincafe Springiersbacher Hof (Oberbachstr. 30). Über Kopfsteinpflaster und enge Gäßchen suchen wir unseren Weg zur Pausenstation und nehmen dann auf der ruhigen Terrasse Platz oder im gemütlichen Gastraum.

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Weg vom Trubel der Moselpromenade genießen „Wir“ jetzt tatsächlich eine idyllische Pause bei einer guten Mahlzeit oder hausgemachtem Kuchen. Der Springiersbacher Hof ist auch noch für etwas anderes bekannt und mehrfach prämiert. Hier werden erstlassige Schnäpse gebrannt.

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Da sich der Genuss heute nicht mit unserer Motorradtour vereinbart, nehmen wir entweder eine (oder mehrere) Flasche/n im Tankrucksack mit oder nächtigen in einem der Gästezimmer.

Nach unserer wohlverdienten Pause überqueren wir bei Nehren die Mosel und erklimmen bei Senheim dann die Höhen hinauf zum Hunsrück auf der L 200 (Liesenich → Blankenrath [L202]). Dann rollen wir auf der B 421 wieder talabwärts nach Zell an die Mosel und begleiten den Fluss zur Rechten bis nach Enkirch.

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Wer die Moseltour bereits abgefahren ist, weiß welcher Ort sich für eine Pause anbietet und rollt zum Hotel-Restaurant Dampfmühle in Enkirch. Aber wahrscheinlich sind wir noch „gesättigt“ und können uns bis zur nächsten Rast noch etwas Zeit lassen. Also kurvig bergan und über Starkenburg wieder talabwärts nach Traben-Trarbach.

Hier in der Ortslage in Richtung Longkamp (Bernkastel-Kues) abbiegen und Kautenbach entlang in das Örtchen Longkamp. Diesmal fahren wir nicht nach Bernkastel-Kues, sondern verweilen auf den Höhen des Hunsrücks.

Auf kleinen Landstraßen führt unser Weg dann von Gonzerath über Heinzerath, Rapperath nach Weiperath. Jetzt könnte dem geneigten Leser die Idee kommen, dass sich hier die Bürgermeister der Ortschaften nicht sonderlich kreativ zeigten und einer von dem anderen die Ortsendung übernommen hat. Dem ist natürlich nicht so, der Hochwälder ist durchaus kreativ. Vielmehr gehen diese Hunsrücker Namensendungen „–rath“ auf „Rodungen“ zurück und sind in ähnlicher Form bundesweit zu finden. Was in den neuen Bundesländern auf –roda endet oder vielfach in der Harzregion auf –rode hat ähnlichen historischen Hintergrund.

Aber genug davon, es wird Zeit die heutige Tour an einem gemütlichen Ort Revue passieren zu lassen und das nicht mehr allzu weit vom Zielort. Wir fahren also von Weiperath nach Hunolstein und kehren dort im Bauerncafe Hunolsteiner Hof ein. Unmittelbar hinter dem Ortsende führt ein geteerter Feldweg rechts ab zu dieser Lokalität. Ich muss nicht extra betonen, dass es hier in jedweder Form wieder etwas Gutes auf die Gabel gibt. Sei es gut bürgerliche Hausmannskost von der auch ein „ausgewachsener Motorradfahrer“ oder –fahrerin satt wird oder der hausgemachte Kuchen, der einen an den ein oder anderen Besuch auf der Dorfkirmes erinnert. Deshalb sind die „Kuchenstücke“ auch in einem Format, dass es bei einem Cafe in der Innenstadt zu „Kalkulationsproblemen“ käme.

Was jetzt? Möglicherweise ist es jetzt einigen unterwegs so ergangen, wie es sicherlich jedem von uns schon passiert ist. An der ein oder anderen Stelle etwas länger verweilt, oder in ein Gespräch verwickelt, oder einfach nur auf einer der Terrassen die Sonne etwas länger als vorgeplant genossen. Deshalb jetzt unterschiedliche Varianten zum Zielort Trier zu gelangen.

Der Eilzug fährt auf die B 327 und folgt der Beschilderung Trier. D. h. in unserem Fall kurz vor Thalfang auf die L 150 und dann über Fell nach Trier.

Wer in Fell bemerkt, dass er noch einige Kurven gebrauchen könnte und dafür jetzt die Zeit wieder „reingefahren“ hat, der biegt in Ortslage Fell über eine kleine Brücke links ab in Richtung Thomm, respektive folgt der Beschilderung Besucherbergwerk. Die „Gudd-Gess-Tourer“ kennen die alte Bergrennstrecke bereits „bergab“, fahren sie aber jetzt in „Rennrichtung“. Aufgepasst in der ersten Spitzkehre rechts. Bei Gegenverkehr kann hier der „Radius“ schnell knapp werden.

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Vierzig Bergrennen, teilweise als Wertungsläufe zur Europameisterschaft, wurden hier unter Regie des Racing Teams Trier ausgerichtet. Die „Könige der Berge“ fuhren dabei dann im Renntempo die anspruchsvolle Strecke hinauf nach Thomm. Die Streckenrekorde nenne ich an dieser Stelle nicht, um nicht noch den ein oder anderen in Versuchung zu bringen. Für uns definitiv unerreichbar und damit soll es gut sein. Bei Thomm angekommen wieder talabwärts nach Waldrach und von dort einfach der Beschilderung nach Trier folgen.

Alternativ kann man den Weg in die Stadt Trier auch ab Waldrach (Kreisver-kehr; 2. Ausfahrt) über Korlingen suchen und dann über den Höhenstadtteil Tarforst nach Trier fahren.

Hier bietet sich, nachdem man die Liegenschaften der Universität Trier zur Linken passiert hat, noch der kleine Schlenker über den Petrisberg an. Dafür nutzen wir in dem Kreisverkehr die 2. Ausfahrt und folgen hier einfach dem Straßenverlauf in Richtung Stadt. Nachdem wir hier ein Wohngebiet (30er Zone) durchfahren haben, gelangen wir an einen der schönsten Aussichtspunkte der Stadt Trier.

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Nicht zu verfehlen, da zu unserer Linken eine größere Parkbucht angelegt ist. Auf der dortigen Mauer ist auch die Historie der Stadt Trier und die dazugehörige „Stadtplanung“ entsprechend dargelegt.

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Jetzt haben wir es geschafft. Nach einer erlebnisreichen Fahrt drei Regionen auf einen Schlag erledigt oder besser zumindest „angerissen“. Denn jeder Bereich für sich ist schon allein eine Tour wert.
Unsere „Rastplätze“ sind bereits unter Rasten & Übernachten eingestellt und
harren eures Besuchs.

Fachleute und andere Spezialisten

11 Samstag Apr 2015

Posted by flyinghaggis2015 in Nachdenkliches & Provokantes

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Goslar, Verkehrsgerichtstag

An sich bin ich ein Befürworter des Verkehrsgerichtstages in Goslar. Hier treffen sich „die Fachleute“, Juristen, Politiker, sowie „Spezialisten“ von Automobilclubs und Versicherern, um in den jeweiligen Arbeitskreisen Empfehlungen zu erarbeiten, welche in den meisten Fällen durchaus ihre Berechtigung haben.

Die Einführung des E-Call-Systems (Notrufsystem) bei neuzugelassenen Fahrzeugen ab 2018 halte ich persönlich z. B. für ein gutes Mittel um nach „schweren Unfällen“ schnellstmöglich die Notfallversorgung an einem Unfallort zu gewährleisten.

Beim diesjährigen Verkehrsgerichtstag „stolpert“ man als Motorradfahrer/-in unweigerlich über den Arbeitskreis IV, welcher sich mit dem „Unfallrisiko Landstraße“ befasst.

Unter dem Punkt 4 wird dann festgehalten:

Motorradfahrende stellen einen großen Anteil der auf Landstraßen Verunglückten. Eine Verbesserung der Situation erfordert an bekannten Motorradstrecken die Möglichkeiten des einschlägigen Merkblattes (MVMot) konsequent umzusetzen. Dies bedeutet unter anderem, dass in Kurvenbereichen die Installation von Schutzplanken nur mit Unterfahrschutz erfolgen darf.

Die MVMot ist ein umfassendes Merkblatt zur Verbesserung der Verkehrssicherheit auf Motorradstrecken und datiert aus dem Jahr „2007“.

http://www.fgsv-verlag.de/catalog/product_info.php?products_id=2366

Auf -47- Seiten wird hier durchaus Sinnvolles zum Besten gegeben. Aber kommen wir jetzt wieder zum Verkehrsgerichtstag. Für „UNS“ nicht neu: Wir stellen auf Landstraßen einen großen Anteil an Verunglückten. Dürfte jedem/jeder von uns klar sein, denn genau „DORT“ fahren wir am liebsten. Ergo ist der Großteil von uns auch dort unterwegs. In Punkt 1 des Arbeitskreises beschäftigt man sich noch mit der Problematik der Baumunfälle und auch hier mit der zwingend erforderlichen Installation von Schutzplanken. Alles gut für UNS.

ABER jetzt kommt es! Was haben unsere „Fachleute“ auf der Landstraße noch vor? Punkt 2 der Empfehlung des Arbeitskreises, die meine „Einlassventile zum flattern bringt“, sieht folgendes vor:

Zur Reduzierung schwerer Unfälle soll die Regelgeschwindigkeit für Pkw und Lkw gleichermaßen bei 80 km/h liegen. Dazu ist eine Umkehrung von Regel und Ausnahme bei der zulässigen Höchstgeschwindigkeit erforderlich. Entsprechend ausgebaute oder ertüchtigte Straßen können danach weiter für Tempo 100 freigegeben werden. 

HALLO! Geht`s noch?

Wer von UNS hat schon von einer „Unfallstrecke“ für Motorräder gehört, bei der man damit Abhilfe schafft, dass WIR „schneller“ fahren dürfen? Nehmen wir einmal zur Entschuldigung der Arbeitskreismitglieder an, dass dieses Thema unmittelbar nach der Mittagspause diskutiert wurde und sich das Gros der Teilnehmer noch im „Suppenkoma“ befunden hat. Auf der Landstraße sind bis dato 60 km/h für die Zielgruppe der LKW-Fahrer erlaubt. Der LETZTE dieser Spezies, der mir auf halbwegs ebenem Geläuf mit den gesetzeskonformen 60 km/h begegnet ist, datiert sich aus dem letzten Jahrtausend. Die SPEZIALISTEN begegnen also dem Problem, dass die „Rennleitung“ diese Tempoüberschreitungen der LKW auf Landstraßen ohnehin nicht mehr kontrolliert in der Form, dass dieses, in der Praxis ohnehin offene „Geschwindigkeitsfenster“ jetzt einfach „legalisiert“ wird.

Weitere Begründung: Damit würden die „gefährlichen Überholmanöver“ entfallen, weil der gestresste PKW-Fahrer jetzt nicht mehr hinter dem 60 km/h fahrenden LKW schleichen muss und dann an unübersichtlichen Stellen zum Überholen ansetzt!

HALLO SPEZIALISTEN – Hört Ihr mich? Die Herrn in den ganz schweren Geräten sind ohnehin schon seit Jahren kein 60 km/h mehr auf Landstraßen gefahren! Wenn man Glück hatte, dann sind SIE einem NUR mit 80 km/h begegnet. IHR klärt gerade ein Problem nach Aktenlage, deren FAKTEN aber bereits seit Jahren im wahrsten Sinne des Wortes überholt sind! Mit „Gleichmacherei“ wird das Problem nicht behoben und aus der Welt geschafft.

Aber vielleicht verhalten WIR uns jetzt besser ganz „ruhig“! Noch ist ja von UNS nicht die Rede. Am Ende werden WIR auf Grund unserer Unfallhäufigkeit auf Landstraßen auf die 60 km/h Höchstgeschwindigkeit gesetzt, weil man ja ein Motorrad als einspuriges Fahrzeug „viel leichter“ überholen kann!

Ich vermute, dass es als Nachtisch beim Verkehrsgerichtstag in Goslar diese „merkwürdigen Kekse aus Holland“ gab! Das würde für mich einiges erklärbar machen.

Wenn im nächsten Jahr in Goslar die „Kekse aus Holland“ auf der Tagesordnung stehen und „SIE“ gesetzlich freigegeben werden haben wir Gewissheit!

Moselfahrt aus Liebeskummer!

06 Montag Apr 2015

Posted by flyinghaggis2015 in Anderstouren

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Mosel, Moseltour

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So hieß der Filmtitel einer Schnulze aus den 50er Jahren, die für diese Generation wohl das Bild der Region rund um die Mosel prägte. Heutzutage ging dieser Film wahrscheinlich als Horrorfilm durch und verstaubt (glücklicherweise) in den Regalen der Archive. Wir haben keinen Liebeskummer, so hoffe ich zumindest, aber trotzdem das Bedürfnis die Region kennenzulernen.

Als Einstieg in die Anderstour „Moselland“ der alles entscheidende Tipp für eine gelungene Moseltour mit dem Motorrad: „Meiden Sie die Mosel!“

Jetzt hat er es gepackt, der arme Kerl. Der Autor des Berichtes konsumiert bewusstseinserweiternde Drogen und hat sie jetzt mit Alkohol eingenommen! Das konnte ja nicht gut gehen!

Weit gefehlt Leute. Die Mosel und ihre Weinberge mit den kleinen Weindörfern, die der Ein oder Andere nur von Flaschenetiketten kennt, ist wunderschön und allemal eine Reise wert. Aber – wir planen eine Tour mit dem Motorrad und jetzt haben wir ein Problem, denn die Schönheit der Region hat sich herumgesprochen. An Wochenenden und Feiertagen, sowie der Ferienzeit tummeln sich an der Ufertrasse von Trier bis Koblenz „Bürgerkäfige auf Schleichfahrt“ und „Wanderbaustellen mit gelben Kennzeichen“. Kurz und gut – alles was der Motorradfahrer/die Motorradfahrerin so dringend benötigt wie einen Kolbenfresser oder eine gerissene Steuerkette.

Ergo gehen wir diesen Problemen weitestgehend aus dem Weg, bewundern aber trotzdem den Flusslauf (an gewissen Stellen) und fahren eine Berg- und Talbahn, die in der Häufung in Deutschland nicht allzu oft vorkommt. Ca. 240 km haben wir heute vor uns. Reine Fahrzeit bei gemütlichem Fahrstil liegt zwischen 4,5 und 5 Stunden. Also Zeit satt für unsere Pausen aller Art.

Wir beginnen unsere Tour in Trier und fahren auf der westlichen Seite von Trier, also den Fluss immer auf der rechten Seite, stadtauswärts in Richtung Schweich (B53). Langsam einrollen für den Tag ist angesagt und so folgen wir dem Fluss- und Straßenverlauf weiter bis Mehring. Jetzt geht es auf die K 85, soll heißen am Ortsende über die Moselbrücke und dann durch ein Neubaugebiet hinaus aus dem Ort und zu unseren ersten Kurven.

Am Ende dieser Wegstrecke wartet eine Kreuzung auf uns und wir biegen links auf die L 150 in Richtung Morbach ab. Die L 150 ist aber für uns nur ein Zubringer zur nächsten schönen Kurverei, denn bereits an der nächsten Kreuzung geht es erneut links ab auf die L 148 ins idyllische Dhrontal. Das Tal liegt so schön eingebettet in der Hügellandschaft, dass selbst im Sommer immer noch ein schattiges Plätzchen zu finden ist.

Nach einem längeren Bergaufstück geht es in einer 90 o Linkskurve für uns nach rechts auf die L 128 in Richtung Papiermühle. Kein Problem für den der die Abzweigung verpasst, denn nach ca. 100m ist linksseitig ein großer Parkplatz zum Wenden. Außerdem bietet sich dieser Platz auch für das erste „Moselfoto“ an, mit dem schönen Blick auf das Winzerörtchen Trittenheim.

Dann geht es wieder weiter auf der L 128 nach Papiermühle und an der Kreuzung dann nach links zum nächsten Winzerort Neumagen-Dhron (L155). Da wir versuchen die Ortsdurchfahrten weitestgehend zu vermeiden fahren wir an der Kreuzung (Ortseingang Dhron) nach rechts auf die L 156. Wir wollen nach Piesport, nehmen deshalb an dem Verkehrskreisel die 2. Ausfahrt (L 50) und dann geht es auch schon jenseits der Mosel wieder den Weinberg hinauf. Die Straße mäandert hier noch mehr, als der Flusslauf unterhalb. Zeit den Blick zu genießen nehmen wir uns gleich, denn wir folgen alsbald der Beschilderung Panoramastrecke (K 52) und biegen rechts ab (Die Abzweigung ist im spitzen Winkel, also ruhig etwas weiter ausholen beim Abbiegen).

Auf der Panoramastrecke haben wir jetzt einige Möglichkeiten mit der Maschine anzuhalten und den Blick ins Moseltal einfach nur zu genießen oder auch Erinnerungsfotos zu machen. Irgendwie hat es was zu sehen wie sich hier die Natur, in persona des Flusses Mosel, ihren Weg durch die Berge gesucht hat.

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Wir kommen anschließend bei unserer Weiterfahrt wieder auf Flussniveau und landen in Minheim. Hier links ab auf die K 53 und zunächst einfach die Mosel rechte Hand „liegen lassen“.

Wir folgen dem Flusslauf bis Lieser und überqueren die Mosel. Jetzt könnte man einfach nach Bernkastel-Kues dem Straßenverlauf der Bundesstraße 53 folgen. Aber das machen wir ja nicht, denn wir wollen nicht direkt im Touristenstrom schwimmen, sondern folgen dem Motto „Der Weg ist das Ziel“.

Also rein in die Ortslage Mülheim auf die Veldenzer Straße (K 88), dem Straßenverlauf ins gleichnamige Örtchen Veldenz folgen und in der Folge weiter auf der K 88 (grobe Richtung Gornhausen). Hier hatte der „Straßenbauer“ wahrscheinlich vor der Planung einen „Kreisel“ verschluckt, denn die Straße dreht derartige Windungen, dass es eine Pracht ist. Fast ist man an eine Alpenpassfahrt erinnert.

Danach wird es kurz etwas entspannend, denn am Ende der K88 wenden wir uns an der Kreuzung nach links L 157 und wenig später erneut links Richtung Gonzerath (B 269). An dem dann folgenden Kreisverkehr hinter Gonzerath fahren wir die 3. Ausfahrt wieder in Richtung Mülheim und kurvenreich geht es talabwärts ins Moseltal auf der L 158.

Unweit der Moselbrücke Mülheim landen wir wieder am Flusslauf und jetzt dürfen wir auch der Wegweisung in Richtung Bernkastel-Kues auf der B 53 folgen. Ist es eigentlich Fluch oder Segen der Tourismus? Vorsicht jetzt bei einer objektiven Betrachtung, denn wir sind mit unseren Maschinen auch ein Teil dieser Zielgruppe Touristen. Wenn man sich die Zeit nehmen möchte und auch einen Parkplatz an der großen Uferpromenade findet, dann kann man durch den wirklich schönen Ortskern von Bernkastel bummeln und die Fachwerkhäuser bewundern. Meistens bummelt man aber im Sommer nicht, sondern man wird durch den Ort „geschoben“. Nach Cochem ist Bernkastel-Kues der wohl am stärksten frequentierte Ort der Mosel und das merkt man auch.

Ansonsten war doch da was mit Kurven. Ach ja, jetzt hab` ich es wieder. Am Ortseingang Bernkastel können wir auch kurz nach der Einfahrt in den Ort rechts in einen Tunnel auf die B 50 abbiegen. Der kleine Tunnel dient hier als Ortsumgehung und im Anschluss geht es wieder kurvig bergan in Richtung Longkamp. In der Ortslage Longkamp wenden wir uns dann in Richtung des nächsten bekannten Moselortes Traben-Trarbach links auf die L 187 (Kautenbach). Seit einiger Zeit ist die Strecke neu asphaltiert und einfach wunderbar durch das kleine Tal zu fahren.

Um die Wende ins 20. Jahrhundert war Traben-Trarbach die zweitgrößte Weinhandelsstadt Europas nach Bordeaux in Frankreich. In der ansonsten katholisch geprägten Moselregion war Traben-Trarbach die einzige protestantische Enklave und hatte eine stark preußische Orientierung. Aus der Nähe zur preußischen Wirtschaftsmacht ergab sich zum einen der o. a. ausgeprägte Welthandel in Sachen „Wein“ und zum zweiten eine Besonderheit in Sachen Architektur. Der Berliner Baumeister Bruno Möhring entdeckte seine Liebe für den Moselort und so gilt heute noch Traben-Trarbach unter Freunden des Jugendstils als Ikone in Deutschland. Wer sich das fachmännisch erklären lassen möchte terminiert seine „Moseltour“ auf den jeweils 1. Sonntag eines Monats. Hier ist dann um 11:00 Uhr Treffpunkt an der Tourist Information in Traben-Trarbach zur „Jugendstilführung“.

Wem es danach nach einer gemütlichen Pause mit „Aussicht“ ist, dem sei das Weingut Conrad Bartz empfohlen (Wolfer Weg 41). Gemütliche Terrasse mit Blick auf die Promenade und eine kleine aber feine Speiseauswahl. Das der „Herr des Hauses“ nicht nur etwas vom Weinanbau versteht sieht man unmittelbar im gemütlichen Gastraum. Hier steht eine wunderbar restaurierte Triumph und unmittelbar neben dem Tresen freut sich der „italophile Motorradfreund“ an einer traumhaften Moto Morini.

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Für alle anderen geht es in der Ortslage Traben-Trarbach rechts ab in die Schottstraße (L 190) Richtung Irmenach. Im weiteren Verlauf würde dieser Weg dann in den Hunsrück führen und das künstlich erschaffene Pseudo-Drehkreuz Flugplatz Frankfurt-Hahn erreichen. Allein die Namensgebung ist bereits ein Witz, weil Hahn und Frankfurt liegen nur auf dem Globus nahe beieinander. Wir fahren aber lange vorher links ab auf die L 192 nach Starkenburg (Enkirch).

Starkenburg ist von der Aussicht her mein Favorit und so ist der Fotohalt im Ort natürlich ein Muss. Der Parkplatz am Weinhaus Schöne Aussicht bietet sich dafür an. Wer eine Pause einlegen möchte könnte dies mit dem wunderbaren Blick an einem „Fensterplatz“ im Restaurant verbinden. Verpflegung ist aber eher als durchschnittlich zu bewerten.

Wer sich noch ein wenig gedulden kann der sollte hinsichtlich des Auffüllens seiner Kohlenhydratespeicher noch warten und die paar Kilometer bis Enkirch zurücklegen. Erste Wahl ist hier das Hotel-Restaurant Dampfmühle. Der Wirt ist Motorradfahrern/-innen gegenüber „wohlgesonnen“ und die Verpflegung ausgezeichnet. Tourenfahrer die unsere „Moseltour“ von weiter her angehen können die „Dampfmühle“ auch als „Basislager Mosel – Hunsrück“ anfahren und sind gut untergebracht.

Der Magen-Darmtrakt ist jetzt gefüllt und ruft zunächst einige körperliche Ressourcen zur Erfüllung seiner Aufgaben ab. Deshalb lassen wir es die ersten Kilometer langsam angehen bis sich wieder Konzentration eingefunden hat.

Wir nutzen zunächst die B 53 bis wir bei Reil wieder die Mosel überqueren. Der Weinort Reil war in der Crosserszene früher durchaus ein Begriff. Der „Heisse Stein“ war lange ein Lauf zur Deutschen Meisterschaft und hat die nationale Crosserelite und die Zuschauer an die Mosel gelockt.

Also Ortslage Reil → Kaiserstraße, Bergstraße (Nomen est omen) und dann links ab auf die K 63 (Am Reiler Hals). Nach einer kurzen Wegstrecke folgen wir der Beschilderung nach rechts auf die K 135 in Richtung Bengel. Die B 49 ist hier eine der „interessanteren Bundesstraßen“ und wir könnten ihr auch bis nach Wittlich folgen, was wir aber nicht tun. In der Ortslage Kinderbeuren biegen wir nach links ab und folgen der Beschilderung (L 58) nach Kröv. Der „Nacktarsch“ lässt grüßen. An dieser Stelle keine Beleidigung aus heiterem Himmel, sondern die Bezeichnung der weltbekannten Weinlage um den Winzerort Kröv.

Nach der kurvenreichen Bergabstrecke mit einem schönen Ausblick auf das Moseltal rollen wir, am Fluss angekommen, nun gemütlich nach rechts und folgen dem Straßenverlauf (B 53) an Ürzig vorbei bis Zeltingen. Hier fahren wir nicht in den Moselort, sondern orientieren uns in Richtung Wittlich. Alles sehr gut beschildert (B 50) und bedarf deshalb keiner weiteren Erläuterung.

Vielleicht fragt sich jetzt der ein oder andere warum ich die unmittelbar an der Moselbrücke Zeltingen liegende Gastwirtschaft, das Kloster Machern, nicht als Station anbiete und hier vorschlage. Wer möchte kann hier gerne pausieren. Das hausgebraute Bier ist wirklich ausgezeichnet, verträgt sich aber nicht mit unserer Motorradtour. Außerdem ist mir das Lokal zu überlaufen und deshalb schlagen wir einen Bogen um diese Lokalität und fahren „etwas Ruhigeres“ an.

Es geht nach Platten. Hier steuern wir das Winzerhofcafe Görgen an (Bahnhofstraße 14), genießen unseren Aufenthalt auf einer schönen und abgelegenen Terrasse und lassen die bisherige Tour Revue passieren. Wer bislang noch nicht gespeist hat kann das jetzt nachholen. Auch die Zuckerlastigen unter uns werden an der Kuchentheke sicherlich fündig. Das Winzerhofcafe liegt an einem der neu geschaffenen Radwege und ist dadurch zwangsläufig hauptsächlich von Radlern besucht. Für Motorräder findet sich aber immer noch irgendwo ein Platz.

Alsdann geht es auf die heutige Schlussetappe und wir verlassen Platten in Richtung Osann-Monzel und orientieren uns über die L 53 und anschließend L 47 in den kleinen Wallfahrtsort Klausen. Alljährlich ist die Kirche zu Saisonbeginn Ziel einer gut frequentierten und organisierten Motorradwallfahrt.

Von Klausen fahren wir wieder ins Moseltal nach Piesport (L50). Hier landen wir kurz auf einem Streckenabschnitt, den wir heute Morgen bereits „bergauf“ genießen durften und fahren die kurvenreiche Strecke jetzt bergab in den Ort Piesport. Die Weinberge, die wir soeben passiert haben sind alljährlich Teil der „Moselwertungsprüfungen“ anlässlich des deutschen Laufes zur Rallyeweltmeisterschaft. Hier drehen dann die Profis ihre Runden durch die Weinberge und die „Moselregion“ rund um Trier begrüßt und beherbergt die Rallyefans aus aller Welt.

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Es ist jetzt wahrscheinlich später Nachmittag und die „Hauptausflugswelle“ ist abgeebbt. Deshalb halten wir uns jetzt ein Stück an der Promenade (B 53) auf und fahren am Moselufer entlang bis nach Klüsserath. Am Ende des Ortes biegen wir rechts ab (K47 / K 40). Es geht jetzt nach Hetzerath und in der Ortslage fahren wir zunächst nach rechts, also nicht in Richtung Trier, weil wir vorher noch schnell ein paar Kurven mitnehmen möchten. In dem folgenden Verteilerkreis fahren wir die 3. Ausfahrt ab und orientieren uns in Richtung Naurath (Bahnhofstraße / K 39). Falls sich jemand hier in der Ortslage Hetzerath „verfährt“ und versehentlich auf der L 49 in Richtung Erlenbach rollt ist dies kein Problem. Nach einigen Kurven haben wir zur Rechten die Ortschaft Dierscheid und wir biegen eben hier nach links in Richtung Naurath ab. In Naurath dann einfach durch den Ort und dem Straßenverlauf weiter folgen bis zur nächsten Kreuzung die uns nur die Wahl „links oder rechts“ lässt. Wir sind jetzt auf der L 46, die wir bei einigen unserer Anderstouren bereits als „Eröffnung“ genutzt haben. Jetzt fahren wir „Sie“ mal genüsslich zum Abschluss unserer Moseltour und folgen abschließend einfach der Beschilderung nach Trier.

Kurven hatten wir ausreichend und so lassen wir den Tag gemütlich cruisend ausklingen. Liebeskummer hatten wir bereits zu Beginn nicht und es steht zu hoffen, dass sich dieser Gemütszustand im Verlauf unserer Tour nicht eingestellt hat. Eines dürfte sich aber auf der Tour herauskristallisiert haben: Abseits der Touristenströme hat die Mosel für Motorradfahrer etwas zu bieten.

Die heutigen Tipps für Rast und Verpflegung sind entsprechend auf meiner „Empfehlungsseite“ ergänzt.

Liest Minister Dobrindt Mark Twain?

02 Donnerstag Apr 2015

Posted by flyinghaggis2015 in Nachdenkliches & Provokantes

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Alexander der Große, PKW-Maut, Politiker

Er hat es schon nicht leicht unser Verkehrsminister. Die ganze Welt hackt auf ihm herum!

Dabei hat doch alles so gut angefangen. Da geben die Eltern „ihrem männlichen Sprössling“ den Namen Alexander. Da sind die Vorzeichen bereits klar. Welch` eine Historie verbinden wir nicht alle mit dem Vornamen Alexander!

Alexander der Große, der Eroberer und Beherrscher der damals bekannten Welt. Das war`s aber dann auch schon und unser Alexander spürt die Bürde seines Namens!

Unser Alexander wächst in Deutschlands Süden auf und weil wohl irgendetwas in seiner Kindheit schief gelaufen ist, wird der „kleine Alexander“ dann Politiker. Möglicherweise wurde er bei den Sportstunden in der Schule immer als Letzter in die Mannschaften gewählt und dann noch die „Mengenlehre“. Bei einer derartigen Häufung negativer Ereignisse musste mit der frühkindlichen Prägung etwas daneben gehen.

Also ab in die Politik, denn wo kann man ansonsten seiner „gemeinen Umwelt und den Mitmenschen“ am besten den Alltag erschweren. Als „Süddeutscher“ entsprechend sozialisiert kommt auch nur eine Partei in Frage und so ist der Weg vorgezeichnet.

Aber aus unserem kleinen Alexander wird immer noch nicht Alexander der Große, denn hier regiert bereits der „große HORST“. HORST achtet pedantisch darauf, dass niemand in seiner Umgebung auftaucht, der seinen Führungsanspruch in Frage stellt. Also ist ein entsprechend devotes Verhalten durchaus von Vorteil für ein innerparteiliches Vorankommen. Das schafft unser Alexander. HORST hat auch die „Lufthoheit über Deutschlands Stammtischen“ oder zumindest über den regionalen Bierzelten im Süden Deutschlands.

Hier kommt HORST jetzt irgendwann zwischen der sechsten oder siebten Maß Bier die Idee von einer PKW-Maut auf Deutschlands Autobahnen und lässt, in seiner unnachahmlichen Art, diesen geistigen Erguss auch öffentlich verbal ab.

Das man (HORST) sich keine Gedanken über den möglichen Ablauf seiner Idee gemacht hat stört ihn nicht, weil er ja unseren Alexander an entscheidender Stelle im Fachministerium positioniert hat. Soll DER sich jetzt Gedanken darüber machen, wie sein CHEF das gemeint hat! Aber weil nicht einmal HORST weiß wie er DAS gemeint hat, wie soll denn da unser Alexander wissen was er mit der Geschichte anfangen soll?

Muss er aber, weil es ist Bestandteil einer Wahl und da ging man mit dem geistigen Erguss hausieren. Bei jeder Pressekonferenz sieht man unseren Alexander jetzt mit schmerzverzerrtem Gesicht Weisheiten von sich geben in Sachen Maut, deren Inhalt ihm selbst suspekt oder unerklärlich sind. Fragen der Anwesenden werden nicht konkret beantwortet oder auf einen späteren Termin verschoben. Fachleute berechnen, dass diese Maut keinesfalls zu den finanziellen Einnahmen führt wie zuvor „prognostiziert“. Alles egal, WIR ziehen das „Ding“ jetzt durch. Bundesländer mit entsprechenden EU-Grenzen ziehen dagegen ins Feld, weil man berechtigterweise befürchtet, dass sich das „grenznahe Einkaufsverhalten“ unserer „noch freundlichen Nachbarn“ ändern wird und die Einnahmen des grenznahen Einzelhandels zukünftig rarer werden.

ABER unsere „Vertreter im Bundestag“ stimmen mehrheitlich zu. Teilweise unter Zurückstellung „größter Bedenken“.
Hier muss ich kurz einlenken für eine Person, deren Freund ich niemals in seiner politischen Laufbahn gewesen bin – ABER jetzt. Dr. Peter Gauweiler hat permanent gegen dieses merkwürdige Konstrukt PKW-Maut gewettert und auch bei der Abstimmung, trotz parteilichen Drucks, dagegen votiert. Es geht also doch. Damit meine ich seine eigene Meinung zu vertreten und standhaft zu bleiben, wenn man „irgendetwas“ für einen „Schildbürgerstreich“ hält. Allerdings wird Rückgrat benötigt und DAS verträgt sich augenscheinlich nicht allzu oft mit dem Berufsbild Politiker.

Jetzt haben wir das DING und wir werden mal sehen, was noch alles „nachgebessert“ wird im Laufe der Zeit. PKW und Wohnmobile. Meine Freunde die „Sprinter“ sind meines Wissens nicht erfasst. WIR sind auch noch raus!

Was war jetzt noch mal mit Mark Twain?

Der berühmte amerikanische Schriftsteller war nicht nur Autor solch berühmter Jugendlektüre wie Tom Sawjer und Huckleberry Finn, sondern auch für den ein oder anderen „starken Ausspruch“ gut. So auch hier.

„Manchmal ist es besser den Mund zu halten und für dumm gehalten zu werden, als den Mund aufzumachen und jeden Zweifel zu beseitigen!“

Vielleicht hätte der ein oder andere Beteiligte in Sachen PKW-Maut vorher Mark Twain lesen sollen.

Ich hab`den „Längsten“!

20 Freitag Mär 2015

Posted by flyinghaggis2015 in Nachdenkliches & Provokantes

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Onboardvideos

Das muss es einfach sein, eine andere rationale Erklärung habe ich momentan nicht für „das Verhalten“. Denn bei Motorradfahrerinnen habe ich dies bis dato noch nie festgestellt.

Ja, genau. Die Testosterongeschichte muss damit zusammenhängen. Was finden wir im Lexikon und dem allseits beliebten Wikipedia? Imponiergehabe und Kampfverhalten. Kastration soll helfen – aber soweit wollen wir jetzt doch nicht gehen.

Von antisozialem Verhalten und verringerter kognitiver Empathie ist da die Rede. Das passt jetzt alles und schon haben wir unsere Lösung für das Problem gefunden, bevor wir das Problem als solches überhaupt thematisiert haben!

Was habe ich denn jetzt wieder für ein merkwürdiges Thema?

Ich habe nichts gegen das Internet und die diversen Plattformen, die das Medium mit sich bringt. Schließlich mache ich mich momentan selbst auf diesem Blog breit und gebe Nützliches und Unnützes zum Besten.

Auch das ein oder andere Onboard-Video von einer Rennstrecke schaue ich mir gerne an. Helmut Dähne und die 7:49:71 lassen grüßen. Wenn IHM einer nacheifert und seine 8:30er Runde auf der Nordschleife ins Netz stellt – auch gut und Chapeau für den Fahrer oder Fahrerin.

Aber jetzt kommt`s. Keinerlei Verständnis habe ich für die grenzdebilen Spezialisten, die ihre Glanztaten auf Landstraßen ins Netz stellen. Größtenteils dann auch noch auf Streckenabschnitten, die ohnehin im Fokus von Rennleitung, Straßenbaulastträgern und kommunaler Politik stehen.

Spürt IHR noch was?

Haben wir nicht schon Streckensperrungen in einem ausreichenden Umfang für UNS als Motorradfahrer? Müssen wir den „Entscheidern“ vor Ort auch noch selbst die Munition für ihre Flinten geben, damit sie anschließend (bildlich gesprochen) auf UNS schießen können?

Aber scheinbar merkt IHR „Superkönner“ im Testosteronrausch nicht mehr, welches Problem ihr als „Einzelne“ für die Gemeinschaft „Motorradfahrer/-innen“ darstellt und produziert. Gerade an der „50er“ Begrenzung vorbeigeflogen und die „100km/h“ auf dem Tacho gut sichtbar!

Schon mal von dem Sprichwort gehört mit dem Ast absägen auf dem man gerade noch sitzt? Wahrscheinlich schlagt IHR auf dem Boden auf, die Säge noch in der Hand und fragt dann ganz verstört „WER“ das jetzt gemacht hat!

Wenn IHR schon das Bedürfnis habt diese Strecken in derartiger Form abzufahren, dann macht das! (Gebt EUCH aber zumindest die Mühe keine Unbeteiligten zu gefährden)

Wenn IHR diese Glanztat dann auch noch unbedingt für den Eigengebrauch filmen müsst, dann tut auch dies. ABER erspart dem Rest der motorrad-fahrenden Menschheit euer „vorpubertäres Brunftverhalten“ im Netz.

Es interessiert UNS nämlich nicht, dass IHR den „Längsten“ habt!

Die Streckensperrung, die latent durch euer Verhalten im Raum schwebt, interessiert uns aber schon!

Regenfahrten!?

06 Freitag Mär 2015

Posted by flyinghaggis2015 in Sparte A

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It`s raining cats and dogs

Was haltet Ihr denn so von Touren durch den strömenden Regen? Nicht gut? Ganz ehrlich gesagt kann ich mir auch schöneres auf dem Motorrad vorstellen, als eine Fahrt durch den Regen mit all den Unzulänglichkeiten die unser „Lieblingsgerät“ so mit sich bringt.

Eine dieser Regenfahrten ist mir aber ganz besonders im Gedächtnis geblieben und ich denke, dass es fast ALLEN unter uns so geht, dass es EINE dieser Wahnsinnstouren durch den „Batsch“ gibt, die wir einfach nie vergessen werden.

Als „Aufmacher“ der Blog-Seite habe ich bereits meine Affinität zur Isle of Man beschrieben und meine unvergessliche „Regenfahrt“ hat unmittelbar mit der ersten Tour zur Man zu tun.

An sich hatten wir Ende Mai 1984 unseren Ausflug zur TT zu dritt geplant, aber kurz vor Fahrtantritt sprang unsere Nr. 3 ab. So machten sich mein Kumpel Klaus und ich eben als Duo auf den Weg. Da zu diesem Zeitpunkt noch keine Rede vom Eurotunnel war, suchten wir nach einem alternativen „zügigen“ Weg. Dergestalt wurden wir bei der Hovercraft, also den Luftkissenbooten fündig, die eine Kanalpassage von Calais nach Dover in einer Stunde realisierten.

Auf nach Calais. Problem war, in Trier bei der Abfahrt hatte „Irgendjemand“ die Himmelsschleusen geöffnet und es sah auch nicht danach aus, dass sich daran zeitnah etwas ändert. Also begann die Tour sofort bei „englischem Wetter“ und -2- Mann mit vollbepacktem „Gerät“ machten sich auf den Weg gen England.

Unterwegs in Luxemburg und Belgien musste der Schreiber dieser Zeilen mehrfach anhalten um unseren eingeschlagenen Weg auf der Karte zu kontrollieren. Leider war das während der Fahrt, wie ansonsten praktiziert, nicht möglich, weil das Sichtfenster meines Harro Elefantenboy vor den Regenmassen kapituliert hatte und derart angelaufen war, dass darunter nichts mehr zu erkennen war.

Der jetzt folgende Hinweis, dass ich entgegen meiner sonstigen Praxis diesmal die Karte im Vorgriff nicht laminiert hatte, wird wahrscheinlich schon beim Leser zur Erkenntnis führen, was jetzt folgt. Beim dritten Halt war meine Karte kurz vor der Veränderung des Aggregatzustandes und nur mit viel Wohlwollen noch als Karte zu identifizieren. Dies resultierte aus dem permanenten „nassen“ rein und raus aus dem Kartenfach meines Tankrucksacks.

Da es mir in jungen Jahren noch mehr an emotionaler Ausgeglichenheit als heute fehlte, landete der „nasse Klumpen Papier“ unter Verwünschungen (und Hinweisen auf die eigene „Dummheit“ → siehe Laminieren) im Graben einer belgischen Nationalstraße.

Also weiter nach Calais ohne topografische Hilfsmittel, schließlich hatten wir unser Date mit dem Luftkissenboot. Im Hinterkopf ständig diese Gedanken, wenn das hier schon derart mies ist, wie sieht denn dann erst das Wetter auf der nicht gerade sonnenverwöhnten englischen Insel aus!

Nach Stunden ohne einen einzigen trockenen Kilometer am Hafen angekommen war mein erster Weg zu einem „netten Herrn“ des dortigen Hafenpersonals, um die „Wetterlage“ auf der „anderen Seite“ zu checken. Seine Antwort: „Dover sonnig und trocken“ wertete ich zunächst als Märchen und Heldensagen unter der Rubrik: Der will uns nicht komplett demoralisieren!

Was soll ich sagen? Der Mann hatte uns tatsächlich nicht belogen und unsere Weiterfahrt bis nach London erfolgte auf trockener Strecke und mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Zeltplatz gesucht – unter Mithilfe eines netten englischen Motorradfahrers, der uns eine kostenfreie Stelle in Greenwich zeigte und am nächsten Morgen schnell die „Touristenrunde“ durch das morgendliche London mit den erforderlichen Fotos für das Poesiealbum (natürlich alle Fotos vom Motorrad aus, denn wir hatten es eilig).

Unser Termin in Liverpool wartete in Form einer „vorgebuchten Fähre“ nach Douglas. Zwischenzeitlich hatte der Typ vom Tag zuvor, der mit den Himmelsschleusen, England erreicht und auch hier alle Luken geöffnet. Ergeben in unser nasses Schicksal und in Vorfreude auf das Mekka aller Motorradfahrer/-innen also weiter Kurs Liverpool. Was sollte jetzt noch schlimmer kommen?

Schon mal von Murphy`s Gesetz gehört? Genau, schlimmer geht immer und was schief gehen kann, geht auch schief. Zumindest ansatzweise.

Irgendwo in Höhe Birmingham machten wir eine Tankpause und trafen eine Gruppe Motorradfahrer aus Hannover, die uns im weiteren Verlauf unserer Tour und auf der Man begleiteten. Warum erzähle ich das? Die Jungs aus Hannover hatten Neuigkeiten für uns, weil sie gerade die Nachrichten im Radio verfolgt hatte. Fährstreik in Liverpool – nichts geht mehr. Die Hafenarbeiter der Steam Packet (Fährreederei) hatten den Bogen raus gute Termine zu finden, um ihren Anliegen die entsprechende Durchsetzungskraft zu verleihen. Weiterfahrt also mit dem mulmigen Gefühl – wie geht es ab Hafen Liverpool weiter?

Weiter ging es zunächst noch gar nicht und auch im Anschluss nur mit recht kurzen Intervallen. Einer der Jungs aus Hannover fuhr eine Laverda RGS 1000 und hatte seiner „Italienerin“, damit „SIE“ besser Luft schnappen kann, offene Ansaugtrichter spendiert. Leider hängt der Motor bei der Laverda in einem bestimmten Winkel im Rahmen, der bei Regen und einem Hinterreifen „ohne“ Radabdeckung zu gewissen Problemchen führt. Klartext: Der Hinterreifen schaufelte bei Dauerregen eine erkleckliche Menge an Spritzwasser in die Vergaser und Resultat war dann eine „spuckende italienische Diva“, die den Betrieb einstellte. Beim nächsten Zwangshalt in Sachen „Trockenlegen“ wurde dann eine „Damenstrumpfvariante“ über dem Einlass gewählt, was die Etappen verlängerte.

Kurz vor Liverpool wurde es dann „trocken“ und wir fuhren zunächst gemeinsam in den Hafen ein. Da die „Hannoveraner“ nicht vorgebucht hatten mussten Sie vor der Reede warten. Wir durften mit unseren Tickets ins Gelände und wurden in eine Halle mit leichten baulichen Eigenheiten „gelotst“. Die Eigenheiten waren dergestalt, dass zwar ein Dachstuhl erkennbar war, das Dach als solches aber nicht eingedeckt. Da es zwischenzeitlich nicht mehr regnete, waren wir mit der Variante bereits zufrieden. Man wird demütig mit der Zeit.

Die Halle war mittig in Längsrichtung unterteilt und wir fuhren auf der rechten Seite bis in die dritte Reihe vor. Wir hatten schnell Kontakt mit den „anderen Leidtragenden“ geknüpft und erfuhren aus der „Gerüchteküche“, dass es wohl im Verlauf der kommenden Nacht doch noch zu einem Transfer nach Douglas kommen sollte. Es war die Rede von „800 Maschinen“ die man auf die Fähre lassen wollte. Da „DIE auf der linken Seite“ bereits längere Zeit in der Warteschleife standen war klar, dass die auch als erste an Bord können. Also begab sich der Schreiber dieser Zeilen in die Tiefen der Grundrechenarten und zählte die Reihen der „linken Hallenhälfte“ ab. Überschlägig kam ich auf 700 Motorräder und die Tatsache, dass wir rechtsseitig in der dritten Reihe standen, machte mir deutlich:

Das wird knapp!

Diesmal hatte Murphy aber keine Chance und wir kamen mitten in der Nacht auf „unsere Fähre“.

Vier Stunden später, hatte ich schon erwähnt, dass es wieder regnete, sahen wir die Lichter vom Hafen in Douglas. ALLES strömte in den Bauch der Fähre, um die Maschinen startklar zu machen. Lautsprecherdurchsagen machten noch darauf aufmerksam die Motoren erst nach Öffnung der Luken zu starten, aber das hatte bei einem Gros der Anwesenden lediglich „hinweisenden Charakter“. Man will ja schließlich nicht mit komplett kaltem Motor auf die Uferpromenade in Douglas einfahren! Kurz vor dem Ersticken, zwischenzeitlich liefen etwa ¾ der Motorräder „warm“, ging dann endlich die Luke auf und die blauen Dunstwolken fanden den Weg ins Freie.

Derart im „Vorstartfieber“ rutschte dann auch der erste Fahrer direkt bei der Ausfahrt von der Fähre auf der regennassen Metallrampe aus und legte sich akkurat mittig in die abfahrende Meute. Was für ein START zu unserem Isle of Man Trip!

Was soll ich sagen. Während der nächsten 9 Tage regnete es zwar hin und wieder, aber der Wind der irischen See trocknete derart schnell die Strecken ab, dass wir einen grandiosen Aufenthalt hatten.

Die Katastrophenanfahrt trat komplett in den Hintergrund und mit dem nötigen Abstand war selbst diese „Regenfahrt“ irgendwie ein „witziges Abenteuer“ und eine schöne Episode.

Wie sehen denn eure unvergessliche Regentouren aus? Lasst von Euch hören!

Wer fällt schon gerne aus dem 3. Stock?

02 Montag Mär 2015

Posted by flyinghaggis2015 in Nachdenkliches & Provokantes

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Der Sonntagsausflug

Direkt als Einstieg: Auch ich fahre nicht überall regelkonform und bin an der ein oder anderen Stelle, aus welchen Gründen auch immer, aus rechtlicher Sicht zu schnell!

Ich denke davon kann sich keiner von uns „freisprechen“ und wer es von sich behauptet, der hat sich wahrscheinlich in diesem Moment selbst betrogen.

Dennoch fasse ich jetzt anhand eines praktischen Beispiels (natürlich ausgedacht und mit keinerlei Anspruch auf ein mögliches reales Ereignis) ein paar Daten zum Nachdenken zusammen. Das Beispiel ist natürlich derart konstruiert, dass bei dem späteren Ablauf niemand von „UNS“ mit fahrerischem Können und Ausweichmanövern jedweder Art brillieren kann und für sich „Alternativen zum Ende“ darstellt:

Wir haben einen wunderschönen Sonntagmorgen und eine vierköpfige Familie macht sich nach ihrem Urlaub mit ihrem Wohnwagengespann vom Campinggelände auf den Heimweg.
Das „Anspannen“ des Campingwagens hat schon längere Zeit als geplant in Anspruch genommen. Junior plärrt bereits: Papa ich hab` Durst und seine nur wenig ältere Schwester stellt die allseits beliebte Frage Sind wir gleich da?

Kurz und gut, genau die Situation die dazu beiträgt, dass der bereits gestresste Papa nicht mehr alle Sinne auf den um ihn herum herrschenden Verkehr fokussiert hat.

Jetzt kommen „WIR“ ins Spiel. Auf unserer morgendlichen Sonntagstour steuern wir zielgenau in Richtung des Kreuzungsbereiches wo sich unsere Urlauberfamilie nähert. In und um die Kreuzung haben wir eine 70 km/h Begrenzung und WIR sind auf der Vorfahrtstraße. Der Fahrer mit seinem Wohnanhänger hat also gefälligst anzuhalten!

Also im Grunde alles im Lot!?

Bis jetzt noch – aber nun kommt die konstruierte Geschichte. Die Familie mit ihrem Gespann aus PKW und Wohnanhänger bekommt von uns nichts mit. Insbesondere Papa bemerkt uns nicht und rollt als Linksabbieger in den Kreuzungsbereich ein. Keine Chance mehr zum Ausweichen nach rechts oder links – gesamte Fahrbahn ist mit dem „schönen Zug“ zu!

Soweit unser Szenario, dass einem den schönen Sonntag gehörig versauen kann!

Das Ganze bemerken wir in etwa bei 50 m Entfernung und gehen in die Bremse!

Fahren wir jetzt die regulären 70 km/h (und dann haben wir auf unserem Tacho wahrscheinlich die Nadel „knapp“ unter der 80er Anzeige!), so stehen wir nach ca. 45 m.

Alles gut gegangen. Wir können dem Fahrer noch einige Verwünschungen hinterhersenden und ihm Tiernamen geben. Nichts passiert!

Wir fahren 75 km/h! Jetzt wird es bereits denkbar knapp mit unserem abendlichen Bier nach einem schönen Motorradausflug. Theoretisch stehen wir nach 49, 77 m.
D. h. wir sehen bereits an unserem Anhaltepunkt an den Seitenfenstern des Wohnwagens die Aufkleber, wo die Familie überall in Urlaub war. Ach, am Gardasee waren sie auch schon!

Ab jetzt beginnen „unsere Probleme“. Diese sind dergestalt, dass wir auf Grund der höheren Geschwindigkeit natürlich auch eine längere Wegstrecke (Reaktionszeit) zurücklegen bis der Bremsdruck anliegt und die eigentliche Verzögerung beginnt.

Also fahren wir jetzt einmal 80 km/h. Anhalten würden wir jetzt bei ca. 55 m. Das Problem ist aber, dass unser Wohnwagen bereits bei 50 m auf uns wartet. Im Vergleich zu dem Fahrer der die 70 km/h einhält und bei ca. 45 m zum Stehen kommt schlagen wir jetzt mit 45 km/h in den Wohnwagen ein!

Jetzt könnte ich schrittweise diese Geschichte weiterführen, denke aber das ein abschließendes Beispiel mit den eigentlich „landstraßenkonformen“ 100 km/h ein ausreichendes ENDE darstellt.
Jetzt legen wir bei unserer Reaktionszeit von 1 sek. bereits 28 m von unserer 50 m Entfernung zum Gespann zurück. Das kann nicht mehr gut gehen. Anhalteweg wäre jetzt ca. 79 m.
Im Vergleich zu dem/der 70er-Fahrer/-in knallen wir jetzt mit ca. 80 km/h in den Wohnwagen.

In empirischen Erhebungen hat man, um die transformierende Bewegungsenergie in solchen Fällen besser darstellen zu können, einen Vergleich Aufprallgeschwindigkeit zu „Fallhöhe“ erstellt.
Aus meiner Sicht ist dieser Vergleich derart plastisch, dass er im Gedächtnis haften bleibt.
Ein Aufprall mit 30 km/h entspricht einem Fall aus einer Höhe von 3,5 m. Das wäre ein Sturz aus dem 1. Stock eines Hauses.
50 km/h Aufprallgeschwindigkeit und wir fallen aus der 3. Etage (10 m). Bei unserem letzten „Versuch“ mit der 100er Anfahrtsgeschwindigkeit und den 80 km/h Aufprallgeschwindigkeit fallen wir bereits aus einem „mittleren Hochhaus“. Hier ist die Aufprallenergie einem Sturz aus 25 m, also etwa der
8. Etage gleichzusetzen.

Fertig!

Wie bereits zu Beginn gesagt. Ich bin auch nicht überall im gesetzlichen Rahmen unterwegs und ertappe mich dabei an der ein oder anderen Kreuzung „locker durchzurollen“.

Aber sind wir doch einmal ehrlich. Ändert es etwas an einer schönen Motorradtour, wenn wir an solchen Kreuzungen den Gasschieber zudrehen und mit der gebotenen Vorsicht den Bereich durchfahren?
Ich denke nicht! Und falls unsere Begleitung anderer Auffassung ist, welchen Zeit- oder Lustgewinn erwirtschaftet sie damit? Wahrscheinlich steckt gerade mal die Zapfpistole im Tank, wenn wir zur Tankpause erscheinen!

Wenn es dumm läuft ist er aber gar nicht vorher an der Tankstelle!

 Aber wer fällt schon gerne aus dem 3. Stock?

 

WARUM fahre ICH eigentlich Motorrad?

21 Samstag Feb 2015

Posted by flyinghaggis2015 in WARUM & Historie

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Der Blog, Die Sinnfrage

Jetzt ist es passiert! Die alles entscheidende Sinnfrage getreu dem Motto: Wer bin ich und wenn ja wie viele?

Das eigentlich prägende Alter ist bei mir ein schwarzes Loch. Soll heißen Mofa oder Moped gab es nicht, wegen eines strikten elterlichen Verbotes. Zu gefährlich, der fährt schon mit dem Fahrrad wie ein Verrückter.

Vielleicht war gerade „DAS“ aber jetzt das entscheidende Kriterium, dass der Schreiber dieser Zeilen immer noch Motorrad fährt. Denn die meisten aus meinem Freundeskreis, Schule und Sportverein haben mit Mofa und Moped, sowie Kleinkrafträdern derart oft Asphaltproben in der Umgebung genommen, dass mit -18- und dem obligatorischen Autoführerschein die Zweiradkarriere beendet war. Mit dem PKW fällt es sich nicht so leicht.

Bei mir fing „SIE“ jetzt an, die Zweiradkarriere, denn bei Volljährigkeit machte das elterliche Veto nichts mehr aus. Also ran an die Objekte der Begierde und los geht`s.

Aber warum fahre ich jetzt eigentlich und vor allem immer noch Motorrad? Der durchschnittliche Normalbürger fährt Auto. Basta. Irgendwann wird es auch Zeit normal und erwachsen zu werden und diesem eigentlich zu nichts nützlichem Ding Motorrad zu entsagen.

Hahhh. Jetzt haben wir es, zumindest teilweise. Das Peter Pan Syndrom, hier will einer nicht erwachsen werden, denn Normale und Erwachsene sind langweilig. Frage an den geneigten Leser dieser Zeilen, sofern er denn ebenfalls mit dem Virus Motorrad infiziert ist. (Ansonsten hören Sie auf zu Lesen, denn Sie werden alles Weitere nicht verstehen)

Hattest Du schon einmal eine richtig langweilige Ausfahrt mit dem Motorrad?

Ich kann mich an keine erinnern. Irgendetwas Positives und Schönes ist immer. Wobei da die Einschätzung und Bewertung von positiv und schön im Laufe der Jahre wechselt und variiert.

Ich gebe zu, dass mein Fahrstil früherer Jahre heutzutage bei mir Kopfschütteln verursachen würde. Wahrscheinlich habe ich deshalb noch immer für den ein oder anderen Racer auf der Strecke zumindest marginales Verständnis. Aber in diesen Anfangsjahren gehörte das eben irgendwie dazu und hat für dieses Zeitfenster zum positiven Erleben Motorrad beigetragen. Heute nicht mehr. Es ist mir einfach zu viel auf Europas Straßen los, als das ich ein für mich unnötiges oder nicht kalkulierbares Risiko eingehen würde. Wer schon einmal das Treckergespann oder den Mähdrescher mit 5m-Schnittbreite am Kurvenausgang vor sich hatte und Sekunden später nicht mehr wusste „WIE“ er jetzt daran vorbeikam, wird wissen was ich meine.

Ist das jetzt Angst oder Erfahrung? Streichen wir Angst und setzen Respekt, dann kommen wir der Sache wahrscheinlich ein Stück näher. Respekt – oder hat es mit den Erfahrungen der Jahre auch etwas mit Verantwortung zu tun? Verantwortung für sich selbst und den- oder diejenigen die mit Dir unterwegs sind und hinter Dir herfahren! Auch in dem Glauben oder der Erwartung DER weiß schon was er tut! Verantwortung ebenfalls für den „älteren Herrn“ mit dem berühmten Wackeldackel auf der Heckablage den fast der Schlag trifft, weil wir mit der Gruppe Motorräder „ganz normal“ zum Überholen ansetzen!

Aber jetzt driftet es auch schon wieder ins Philosophische und die Sinnfrage überhaupt ab.

Warum fahre ich denn jetzt eigentlich Motorrad?

Da spielt alles bis dato Gelesene sicherlich mit eine Rolle. Ebenso die Tatsache, dass sich der Grund warum und weshalb man etwas tut oder immer noch macht auch mit den Jahren ändern kann. Aber was sich mit den Jahren definitiv nicht geändert hat UND immer noch der ausschlaggebende Faktor ist „Warum ich noch Motorrad fahre“ ist die Tatsache, dass es mir einfach Spaß macht!

Und der Spaß am Motorradfahren hängt für mich nicht mit der Leistung oder dem Hubraum zusammen. Auch nicht mit der Geschwindigkeit mit der man unterwegs ist. Ich nehme die Straße anders wahr, als mit dem Auto. Auch das Gefühl für die Landschaft und meine Umgebung ist auf dem Motorrad für mich von der Wahrnehmung komplett anders, als im Auto.

Es bereitet mir Freude mit einem Motorrad zu fahren, dieses andere Fortbewe-gungsmittel bringt mich lediglich emotionslos an einen Zielort.

Jetzt haben wir`s! Vier Räder bewegen deinen Körper, aber zwei Räder deine Seele! Das und die Freude dabei sind Grund genug damit weiterzumachen bis ich nicht mehr ohne fremde Hilfe auf meine Maschine komme.

Denen, deren Gedankenwelt eine ähnliche sein sollte, wünsche ich viel Spaß beim Weiterlesen, dem Kennenlernen und dem Austausch im Blog. Den Anderen viel Spaß bei der schönsten Nebensache der Welt und ihrer eigenen Fasson mit „ihrem Motorrad“ glücklich zu werden.

Technik, Ausrüstung und Alltagstipps

21 Samstag Feb 2015

Posted by flyinghaggis2015 in Technik & Ausrüstung

≈ Ein Kommentar

Ich habe es bereits erwähnt. Die Sozialisierung als Motorradfahrer erfolgte bei mir in den 80ern.

Einige „alte Windgesichter“ werden jetzt sagen: „Was will denn der Jungspund? Da hat er doch den großen Umschwung in der Szene gar nicht mitbekommen.“

Honda CB 750 usw. lassen grüßen! Aber so viel anders war es denn Anno 80 + auch noch nicht. Japaner vorherrschend. Der Markt strotzte nur so vor 4-Zylindern aus Nippon und Europas Hersteller hechelten mehr schlecht als recht hinterdrein und versuchten irgendwo und irgendwie Anschluss zu halten. Nischenmodelle und Nischenlösungen waren angesagt. Und da gaben die Europäer so einiges her, denn die japanischen Motoren hatten zwar Leistung, aber die Fahrwerke würden heutzutage nicht einmal ihr Dasein in einem Mountainbike fristen.

„Rührwerke“ der schlimmsten Sorte kamen da oftmals daher und so wurde der „Zubehörmarkt“ immer größer und die kleinen Edelschmieden schossen wie Pilze aus dem Boden. Wer hatte schon große Lust bei dem kleinsten Bitumenstreifen in haltloses Schlingern zu geraten. Bimota, Egli, Moko, Rickman, Martin, Eckert, Fischer, Rau usw. alles bot sich an, um größtenteils die Japaner fahrbarer zu machen und ihren Fahrern das Erlebnis Motorrad zu erleichtern.

Was ist noch übrig? Ja von Bimota spricht man noch, zumindest hin und wieder. An Japaner gehen sie schon lange nicht mehr dran. Zwischenzeitlich versuchen sie die ohnehin schon mit dem Attribut des „etwas Besonderen“ versehenen Produkte von Ducati noch besonderer zu machen. Der Rest? In der Versenkung verschwunden.

Was sagt uns das?

Leute, etwas „richtig Schlechtes“ ist gar nicht mehr auf dem Markt! Da findet JEDER/JEDE in welchem Segment auch immer ein Modell, das passt, funktioniert UND auch noch gut aussieht!

Und jetzt mal ernsthaft. Wer benötigt bei Leistungen von weit über 100 PS noch eine Leistungsspritze? Die Fahrwerke sind nahe an der Perfektion und werden höchstens noch von Profirennfahrern an ihre Grenzen gebracht. Und selbst die Verlierer der aktuellen Reifenvergleichstests hätten vor einigen Jahren mit weitem Abstand die Tests gewonnen.

Ja, schlechte Zeiten für Tuner und Auspuffbauer, wenn ihre Produkte eher den Alltagsbetrieb verschlechtern, als zur Besserung beizutragen, weil sie das ganze Motormanagement auf den Kopf stellen und die Abstimmung einfach nicht mehr passen will.

ALSO, warum dann noch eine Sparte Technik und Zubehör?

Ich mache es einfach, weil man das ein oder andere an Kleinigkeiten noch findet, das uns den Motorradalltag oder die Motorradtour vereinfacht und erleichtert. Und wer von EUCH ebenfalls auf etwas in der Art gestoßen ist → einfach rein damit und mitgeteilt.

 

 

 

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