• Historie → der „Hintergrund“
  • Warum ODER die „Sinnfrage“
  • Tipps zum Rasten und Übernachten
  • Intensivstationen
  • Nützliche und interessante Internetlinks
  • Geführte Motorradtouren mit Flying Haggis
  • Impressum

flyinghaggisdotnet

~ der etwas andere Motorradblog

flyinghaggisdotnet

Kategorien-Archiv: Nachdenkliches & Provokantes

Charme – ODER – vom Umgang mit „Querköpfen“

17 Samstag Mär 2018

Posted by flyinghaggis2015 in Nachdenkliches & Provokantes

≈ 2 Kommentare

Im Laufe der Motorradjahre lernt man bei der Spezies Mensch schon ziemlich unterschiedliche Typen / Typinnen kennen. Um mit den Worten meines Vaters zu sprechen:

„Jeder ist zu etwas nutze und wenn es auch nur als abschreckendes Beispiel ist!“

Kommen wir also jetzt zunächst einmal zu der Anekdote. Es war irgendwann Mitte der 80er. Euer werter Erzähler also gerade Anfang 20 und mit seiner Kawasaki GPZ 750 unterwegs. Für Eingeweihte – DIE mit dem „Mäusekino“ auf dem Tank.

WIR, d. h. konkret meine beiden Freunde Klaus und Peter, fassten einen schnellen Wochenendtrip in den Schwarzwald ins Auge. Da unser „Österreicher“ Peter auch einmal kurz im Bereich Waldshut-Tiengen sein Lager aufgeschlagen hatte und sehr streckenkundig war, buchte er bei einem Bekannten im dortigen Hotel Zimmer.

Unsere Anfahrt verlief dann zunächst, aus Zeitersparnis, über Autobahnen und Bundesstraßen bis Baden- Baden und dann ging es wunderbar quer durch den Schwarzwald. Die B 500 Schwarzwaldhochstraße, zu diesem Zeitpunkt noch nicht mit der nervigen Geschwindigkeitsbegrenzung versehen, war ein schöner Einstieg bis Kniebis und dann ging es über Wolfach, St. Georgen, Titisee, Schluchsee nach Waldshut.

Da wir noch einige Zeit bei einer Kaffee- und Kuchenpause in Titisee vertrödelt hatten, trafen wir später im Hotel ein als geplant. Da der Kuchen nicht lange vorhielt, hatten wir ordentlichen Hunger und der Chef des Hauses lotste uns direkt in das Restaurant. Wohlgemerkt noch vor dem Bezug der Zimmer, also drei Mann, fröhlich und gutgelaunt nach der traumhaften Anfahrt ABER in Lederkombi und somit auch für den unbedarften Laien als Motorradfahrer erkennbar.

Mit im Gastraum saßen noch vier ältere Herrn, augenscheinlich Einheimische, mit ihrem Kartenspiel beschäftigt und ein älteres Ehepaar.

Da die Maschinen nicht mehr bewegt werden mussten schnell ein Bier bestellt und das Essen geordert, Füße (in dem Fall Stiefel) unter den Tisch gestreckt und genussvoll den ersten Durst gelöscht – Die Welt ist schön!

„Seit sie hier drin sind riecht es hier nach Benzin!“

Es trifft mich wie Thors Hammer. WAS war das eben? Die alte Dame behauptet mit dem Brustton der Überzeugung und pikiertem Gesichtsausdruck, dass WIR nach Sprit riechen!

Unser letzter Tankstopp war in Baden-Baden, also etwas mehr als 200 km her und lag zeitlich mittlerweile auch einige Stunden zurück. Selbst wenn wir uns alle drei mit Benzin besudelt hätten – der Geruch wäre zwischenzeitlich sicherlich locker verflogen und höchstens noch für die empfindliche Nase eines Spürhundes wahrnehmbar gewesen.

Den Mund bereits halb geöffnet und für eine passende Antwort tief einatmend trifft mich ein Motorradstiefel am Schienbein. Peter hat mir einen Tritt verpasst und schüttelt kaum merklich den Kopf. Das Signal für – keine Antwort und ignorieren. Etwas verwundert blase ich meine verbale Attacke ab und  nippe griesgrämig an meinem Bier. Ist doch sonst nicht die Art von Peter so etwas unbeantwortet zu lassen. Zu gerne hätte ich der Dame dargelegt, dass sich ihr Riechorgan täuscht, weil es schlicht und ergreifend nicht sein kann, dass wir noch in irgendeiner Form nach Treibstoff riechen. Er (Peter) hatte jetzt den Kellner an unseren Tisch gerufen und ein kurzes Gespräch mit ihm gehalten, dessen Wortlaut ich aber nicht mitbekommen hatte. Wahrscheinlich der Hinweis für die Küche was er konkret unter dem Hinweis Steak und „englisch“ versteht.

Aber der Kellner erscheint erstaunlich schnell wieder bei uns am Tisch mit einem Tablett. Einem ziemlich gefüllten Tablett! Eine Lokalrunde mit dem regionalen Obstbrand, die jetzt an die Kartenrunde und das Ehepaar verteilt wird.

Jetzt lässt Peter noch einen süffisanten Kommentar ab:

„ Zum Wohl die Herrschaften. In der Hoffnung, dass der Spritgeruch jetzt verfliegt und nicht mehr so unangenehm ist!“

BUMM – Treffer und Schiff versenkt! Die vier Kartenspieler lachen und prosten uns augenzwinkernd zu.

Die Dame changiert in unterschiedlichen Rottönen im Gesicht und meint nun peinlich berührt:

„Äh, so schlimm war es jetzt auch nicht.“

Ihr Mann flüstert noch etwas sinngemäß in Richtung seiner Frau: Hättest du nur den Mund gehalten.

Der Abend nimmt noch einen fröhlichen Verlauf  und wir haben ein wirklich geniales Wochenende im Schwarzwald mit wunderbaren Touren. Und was noch?

Ich habe dabei gelernt, dass es situationsabhängig oftmals nicht passend ist bei dummen Kommentaren direkt wie ein Ritter im Turnier das Visier zu schließen und in den Kampf zu ziehen.

Häufig ist diese Variante von Peter die bessere Art mit derartigen Dingen umzugehen und strahlt Souveränität aus.

Also – wenn wir dumm, gegenstandslos und unsachlich mit irgendwelchen Anfeindungen oder Kommentaren konfrontiert werden – NICHT in gleicher Form versuchen Paroli zu bieten.

Machen wir es wie der Torero beim Stierkampf. Mit einer eleganten Bewegung der Muleta das Gegenüber ins Leere laufen lassen. Olé – alles Gute und laufe schön vor die Wand.

Wir müssen uns nicht für Alles rechtfertigen und erklären, wenn unser borniertes Gegenüber ohnehin nicht die Absicht hat UNS zu verstehen. Fangen wir am besten zu Saisonbeginn 2018 damit an, wenn die Medien bei den ersten Motorradunfällen wieder über uns herfallen.

Olé!

Toleranz und Solidarität

12 Freitag Jan 2018

Posted by flyinghaggis2015 in Nachdenkliches & Provokantes

≈ 14 Kommentare

Schlagwörter

Toleranz, Werte

seit geraumer Zeit bin ich auch im Internet in einigen Motorradforen und Plattformen, sowie auf gewissen Facebookseiten, die sich ebenfalls mit allem rund um das Thema Motorrad befassen, unterwegs.

Was mir in den letzten Monaten auffällt ist die zunehmende Aggressivität wie wir, oder sollte ich besser sagen einige von uns, miteinander umgehen. Motorradfahrer/-innen sind Individualisten, aber wir sind doch keine Egoisten. Wenn die Motorradsaison 2018 beginnt, dann werden WIR wieder in einem ausreichenden Maße die Titelzeilen der Gazetten und der Boulevardsendungen füllen. Dann kommen SIE wieder die polarisierenden Standardüberschriften in der Art: Die Organspender sind wieder unterwegs. Dann wissen wieder alle und jeder genau wie wir ticken – zumindest angeblich.

Von daher sollten wir wieder verinnerlichen was WIR eigentlich sind: Motorradfahrer, Individualisten aber dennoch bei allem Individualismus, den viele auch durch ihre umgebauten Maschinen nach außen zeigen, eine Solidargemeinschaft.

Leute – WIR gehen ALLE gemeinsam unserer Passion Motorradfahren nach. Ich sage mit Absicht nicht unserem Hobby, denn der Begriff würde die Gefühle und die Emotionen nicht richtig wiedergeben!

Und jeder oder jede von UNS, die Motorrad fährt, hat dabei diese Emotionen und Gefühle. EGAL auf was er jetzt gerade sitzt. Ob das eine alte 250er MZ mit dem dritten Übermaßkolben, eine sündhaft teure Horex, ein Sportler, Tourer oder was weiß ich was ist.

Der Profiathlet der einen Marathon in 2:05 Stunden absolviert steht auch nicht mit spöttischem Grinsen im Zielraum und erwartet den Hobbyläufer, der für die gleiche Strecke 5:00 Stunden oder mehr benötigt. DER weiß nur zu genau, dass sein Pendant aus dem Amateurbereich auch sein Bestes gegeben hat und ähnliche Gefühlserlebnisse auf der Strecke hatte, wie er selbst. Eben Brüder im Geiste.

Also – 2018 kein Hohn und Spott mehr für DIEJENIGEN, die auf einem anderen Produkt als man selbst unterwegs sind. Und für Beleidigungen ist in unserer Gemeinschaft erst recht kein Platz. Denn wir sind tolerant und solidarisch miteinander und keine Egoisten.

Stattdessen wieder wie früher die Linke zum Gruß und Daumen hoch für den ANDEREN, denn DER oder DIE denkt und fühlt in diesem Moment genau wie DU!

Stell` Dir einmal vor……….

31 Sonntag Dez 2017

Posted by flyinghaggis2015 in Nachdenkliches & Provokantes

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Schlagwörter

IDM, Motorradrennsport in Deutschland

wie soll ich denn jetzt anfangen? Am Besten mit einem orthopädischen Beispiel, also einem jener Vergleiche, die etwas hinken, aber dem geneigten Betrachter oder Leser die Absurdität des Ereignisses konkret vor Augen führen.

Jetzt hab` ich es! Weil die Masse an Leuten Anhänger dieser Sportart sind bei der ein Ball per pedes über eine Rasenfläche getrieben wird, bietet es sich wohl geradezu an.

Also – Stellen wir uns vor es ist Ende der Bundesligasaison und überraschenderweise wurde dieser Club aus Deutschlands Süden zum x-ten Male deutscher Meister. Jubel, Trubel, Heiterkeit und bei der anschließenden Meisterfeier teilt der Chef des weltweit größten Sportverbandes (DFB) den staunenden Zuhörern mit, dass es im nächsten Jahr mangels zahlungskräftiger Sponsoren keine Bundesligasaison geben wird.

Staunen, Enttäuschung, Niedergeschlagenheit! Wie konnte es denn dazu kommen? Das gibt es doch gar nicht!

Kurzes Durchatmen – es war ja lediglich ein vergleichendes Beispiel. Zu einem derartigen Supergau wird es in Deutschland, in dem fußballverrückten Deutschland, wahrscheinlich niemals kommen.

Wozu es aber in Deutschland, als zweitgrößtem Motorradmarkt in Europa nach Italien, kommen kann ist, dass es keine nationale Meisterschaft im Motorradrennsport gibt oder vielleicht nur ein fader Abklatsch der früheren Rennserien.

Okay – es war früher vielleicht nicht alles besser, insbesondere was die Sicherheitsstandards angeht. Mir stehen heute noch die Haare zu Berge, wenn ich an den, in seinen tragischen Folgen vermeidbaren, Unfall von Klaus Liegibel auf dem Stadtkurs in St. Wendel denke. Oder das unprofessionelle Pfadfinder-Fahrerlager bei dem DM-Lauf auf der Conti-Teststrecke in Colmar in Luxemburg.

ABER – Zuschauer waren da und begeistert sahen sie den Helden wie WM-Pilot Manfred Herweh in St. Wendel und den Superbikeassen Edwin Weibel, Michael Galinski, Thomas Franz etc. in Colmar und den anderen Strecken wie Nürburgring und Hockenheimring zu.

Der DMSB besitzt die Rechte an der IDM, an der internationalen deutschen Motorradmeisterschaft. Und der sitzt jetzt mit einigen anderen am Tisch und versucht eine „Meisterschaft“ zu kreieren, die den Namen noch verdient. Apropos Namen – da ist so ziemlich alles vertreten was aktuell noch Rang und Namen hat.

BMW, KTM, Honda, Kawasaki, Yamaha und Suzuki. Was wird besprochen? Es soll einige Meisterschaftsklassen geben. Es ist von der Supersport 300 die Rede. Warum eigentlich keine Rennklasse analog der Moto 3, um dem Rennnachwuchs einen direkten Vergleich zu ermöglichen?

Die Supersport 600 und die Superbike bis 1000 ccm. UND die Seitenwagen erhalten eine Klasse. Hey IHR VERANTWORTLICHEN – setzt die Jungs und Mädels in den Seitenwagen nicht wieder an das Ende des Veranstaltungsplans. Die bieten guten Rennsport und Spannung pur und haben einen Lauf vor VOLLEN Rängen verdient.

Und einige „Cup-Rennen“ sind wohl geplant. Da ist von einem Boxer-Cup 2.0 die Rede. Was ist BMW? Traut IHR euch nicht ein Cup-Rennen mit eurer S 1000 R, vergleichbar dem alten Triumph Street Triple Cup, auszuloben?

Des Weiteren ist noch ein Suzuki GSX R 1000 Cup angedacht, sowie ein Twin Cup
700 (?).

Sogar ein provisorischer Veranstaltungskalender geistert bereits durch die Gazetten.

27. – 29.04.18 Oschersleben
07. – 10.06.18 Speedweek Oschersleben
06. – 08.07.18 Zolder / Belgien
27. – 29.07.18 Schleiz
24. – 26.08.18 Lausitzring
07. – 09.09.18 Assen / Niederlande
28. – 30.09.18 Hockenheimring

Wenigstens etwas. Mir ist das zeitliche Loch im Mai und die vier Wochen Pause zwischen der Speedweek und dem Rennen in Zolder zu lang ABER wir versuchen ja gerade zu retten was noch zu retten ist.

Denkt immer daran IHR HERSTELLER! Der alte Spruch:

„Win on sunday – sell on monday“

zählt immer noch. Vielleicht nicht was das beteiligte Modell angeht ABER was die beteiligte Marke angeht.

4,31 Millionen zugelassene Motorräder in Deutschland sind ein Markt, den es zu erhalten gilt. UND zeigt der Politik, dass IHR schneller eine internationale deutsche Motorradmeisterschaft auf die Beine bringt, als unsere Parteien eine funktionsfähige Regierung.

Der Sinn des Lebens………….

14 Donnerstag Dez 2017

Posted by flyinghaggis2015 in Nachdenkliches & Provokantes

≈ 3 Kommentare

Schlagwörter

Sinn des Lebens

Oder frei nach Monty Python: Ein Pfefferminzplätzchen für Monsieur. Da dies jetzt bildlich nicht unbedingt die ästhetischsten Erinnerungen in mir hervorruft muss ich schnellstens einen anderen Gedankengang fassen.

Obwohl die krude Zusammenstellung des Episodenfilms der englischen Komikertruppe vielleicht doch noch irgendwie hilfreich sein kann. Wahrscheinlich nicht bei einer philosophischen Analyse ABER zumindest bei der Betrachtung unter dem Aspekt (un)gesunder Menschenverstand.

Mir ist z. B. aufgefallen, dass die meisten Menschen erst dann über den Sinn ihres Lebens nachdenken, wenn es weitestgehend zu spät ist. Mit zu spät meine ich damit nicht mit dem Sinn, sondern mit ihrem  Leben als solches. Also kurz vor der Einfahrt ins Erdmöbelreich wird urplötzlich reflektiert und dann kommt es oftmals zu erstaunlichen Erkenntnissen.

Was hätte ich denn gerne noch gemacht?

ODER

Warum habe ich da oder dort sinnlos Kraft und Herzblut gelassen?

Wenn es euch jetzt so geht, dass bei Frage 1 eine elendiglich lange Liste erscheint, dann ist etwas komplett schief gelaufen. Dann ist euer Leben an euch vorbei gelaufen ohne dass ihr gelebt habt. Von Sinn wollen wir jetzt gar nicht erst sprechen.

Denn Sinn bedeutet ja für viele, gerade in unserem schönen Deutschland, dass es etwas Tiefsinniges und Produktives sein sollte. Dieses Stadium ist bei Flying Haggis zum Glück vorüber. Allerdings war dies eine ausgesprochen schmerzhafte Lernphase. Immerhin ist euer werter Erzähler sowohl lernfähig, als auch lernwillig.

Der Sinn des Lebens ist für mich z. B. mittlerweile ein wunderbarer unterhaltsamer Abend mit Freunden und der besten Sozia von Allen bei der Komödiantentruppe „Eure Mütter“. Tränen lachen über sinnvolle oder auch sinnlose Sketche – einfach schön.

Der Sinn des Lebens ist für mich eine Berg- oder neudeutsch Trekkingtour mit der besten Sozia von Allen. Aufsaugen der Natur und oftmals Kommunikation ohne viele Worte. Einfach die schöne Landschaft genießen und sich ganz, ganz oft dabei erwischen, dass man im selben Moment den gleichen Gedanken hatte – einfach schön.

UND – der Sinn des Lebens ist für mich eine Tour oder auch nur eine kleine Ausfahrt mit dem Motorrad. Und wenn es nur so bedeutungslos wie zur nächsten Eisdiele ist.

Der war jetzt nicht schlecht Haggis! Ein Eisbecher – für Dich bedeutungslos!

Okay zurück zum Sinn. Der Naturgenuss vergleichbar mit dem einer Bergtour. Intensiv aber irgendwie ANDERS intensiv. Die Sportmediziner sprechen oftmals bei Ausdauersportlern von der Wirkung der freigesetzten Endorphine oder des Serotonin. Von Glückshormonen wird dann gesprochen.

Ganz ehrlich? Nach dem Sport weiß ich, dass ich mir und meinem Körper etwas Gutes getan habe. Glückshormone hat es bei mir noch keine freigesetzt. Zufriedenheit vielleicht aber kein Gefühl des Glücks.

Hingegen sieht das bei einer schönen Runde mit dem Motorrad schon ganz anders aus. Der pure Genuss und wenn man das alles dann auch noch mit einem lieben Menschen teilen kann, dann ist das für mich der Sinn des Lebens. Die Gemeinsamkeit auf der Maschine – wie eine Einheit dahingleiten. Was heißt hier wie – Das ist eine Einheit.

Und wenn dann am Schluss kurz vor dem Augen schließen nicht mehr der Gedanke ist:

Was hättest du doch noch alles tun wollen?

Sondern stattdessen nur noch der Gedanke ist: Wer fährt jetzt eigentlich meine Maschine?

Dann ist alles richtig und gut gelaufen!

In meinem Fall ist selbst DAS geklärt, denn da gibt es ja EINE die im Besitz einer entsprechenden Fahrerlaubnis ist. Oweh – doch nicht Ruhe in alle Ewigkeit, sondern Sondereinsätze als Schutzengel fliegen. Aber vielleicht ist Fliegen ja annähernd so SINNvoll nach dem Leben, wie Motorradfahren im Leben.

Ich lasse es Euch beizeiten wissen!

Indian Summer ODER eine Herbstausfahrt

27 Freitag Okt 2017

Posted by flyinghaggis2015 in Anderstouren, Nachdenkliches & Provokantes

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Schlagwörter

Herbstausfahrt, Indian Summer

Manchmal empfinde ich sogar meine Schlafstörungen als etwas durchaus positives. So auch an diesem Sonntag. 05:00 Uhr und Flying Haggis starrt an die noch dunkle Decke im Schlafzimmer.

So ein Mist! So früh am Tag und jetzt schon wach! Moment – da war doch noch was? Der Zeitverschiebung sei es gedankt – gerade läuft die Übertragung vom Japan Grand Prix auf einem gewissen Sportsender. Also raus aus den Federn, Frühstück gemacht und die Glotze an, in froher Erwartung auf spannende Rennen. Die Erwartung wird auch komplett erfüllt – aber es ist für einen Sonntag immer noch rechtschaffen früh.

Da die heimatlichen Gefilde bei Flying Haggis etwas höher liegen offenbart der Blick nach draußen bereits blauen Himmel. Also auf geht es Junge – schauen wir einmal wo uns die Füße oder besser die Räder heute hinbringen. Ohne genaues Ziel geht es los. Das sind die besten Touren. Links geblinkt und abgebogen. Rechts abgebogen – hey – hier bist Du schon lange nicht mehr durchgefahren!

Es ist einfach klasse! Das kann kein Autofahrer dieser Welt nachempfinden. Ein Motorrad ist eine Zeitmaschine und diese Zeitmaschine bringt dich von Kilometer zu Kilometer weg aus dem Alltag. Wer Motorrad fährt benötigt keinen Therapeuten.

Und der Herbst mit seinen Farben tut sein Übriges. Ich glaube ich habe es bereits in dem ein oder anderen Bericht erwähnt. Ich liebe den Herbst und seine Farbenvielfalt. Einfach schön!

Wir mit unseren Motorrädern müssen nur ein wenig mehr Obacht geben, weil das Herbstlaub gepaart mit dem Herbstnebel oftmals eine gripunfreundliche Mischung darstellen.

Der Trubel nimmt zu. Da haben wohl noch mehrere Gleichgesinnte ebenfalls mit Schlafstörungen zu kämpfen. Meine Tour ins Geradewohl hat mich in „Ringnähe“ gespült und da ist immer zweirädriger Betrieb.

Kurze Pause an einem der Szenetreffs. Ganz nett hier. Aber wie war das noch mit den Familienverhältnissen von nett oder ganz nett?

Also schnell wieder auf den Weg gemacht und jetzt macht sich im Hinterkopf der Gedanke breit → Lass` uns einen Weg einschlagen wo es wieder etwas ruhiger ist!

So heißt es auf den Höhen noch einmal den Herbst und seine Farben genießen. Der zweizylindrige Laubbläser macht sich seine Spur frei und in dieser Jahreszeit entwickeln selbst Stellen und Orte, die im Sommer komplett überlaufen sind, ihren speziellen und besonderen Charme.

Wahrscheinlich war es seit Monaten an der Burg Manderscheid nicht mehr derart ruhig.

Es heißt inne halten, Blick genießen und sich einfach darüber freuen mit der Zeitmaschine unterwegs zu sein. Weg vom Alltag – Seele freimachen. Oweh – was mache ich jetzt in den Wintermonaten? Reicht der Schnee für einen Schneescooter? Also erst einmal auf einen halbwegs schnee- oder besser Salzfreien Winter hoffen. Dann kann man bei sonnigem Wetter noch die ein oder andere Tour machen.

Zügig bin ich wieder zu Hause und rolle in die Garage. Der Alltag kann mich mal – zumindest vorerst. Und wenn er mich wieder angreift oder nach mir tritt, dann trete ich nicht zurück, sondern greife mir mein zweirädriges Therapiegerät, das den Alltag ganz schnell und einfach in etwas Besonderes verwandelt.

Ihr armen, armen Autofahrer! Ihr müsst eben Medikamente schlucken!

Grand Prix Eurovision oder EU einmal anders! (Glosse)

12 Samstag Aug 2017

Posted by flyinghaggis2015 in Nachdenkliches & Provokantes

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Schlagwörter

EU, wahre Europäer

Die Linke zum Gruß! Das ist bei uns so Sitte. Nicht Dogma oder politische Gesinnung, Nein – einfach das Zeichen für unser Gegenüber: Ich habe Dich gesehen und ich finde es klasse, dass Du mein Hobby (oder vielleicht besser meine Passion) teilst!

Wir machen das einfach, weil es uns ein Bedürfnis ist und wir damit auch ein Signal setzen. Wir sind als Motorradfahrer wie eine Seilschaft bei einer Bergtour. Ein Fehltritt am Berg und die gesamte Seilschaft hat ein Problem. Was sie aber gemeinsam meistert. Genauso ist das auch in einer Gruppe Motorradfahrer/-innen. Ein Fehler und es kann gravierende Folgen für die Nachfolgenden in der Gruppe haben. Im schlimmsten Fall der Sturz von einem oder mehreren in der Gruppe. Ein Ölfleck oder ein plötzliches Hindernis auf unserer Strecke. Wir geben den entgegenkommenden Motorrädern Zeichen. Kurzum wir passen aufeinander auf!

Schon einmal genau rekonstruiert wen wir alles grüßen? Nein? Richtig – warum sollten wir das auch tun? Der / die fährt Motorrad, also ist er auch in Ordnung, denn er denkt, fühlt auf seiner Maschine genau wie man selbst.

Und weil das so ist, ist uns auch egal welche Länderkennung hinten auf der Maschine klebt. Ob der jetzt aus Frankreich, Holland, Polen, den Niederlanden, Italien oder dem Planeten Alpha Centauri stammt ist für uns in diesem Moment herrlich egal. Es reicht, dass er oder sie genau wie wir Motorrad fährt.

Und wenn wir neben ihm oder ihr auf einer Rennstrecke sitzen und unseren motorradfahrenden Helden zu jubeln, dann ist es erstens auch egal für wen er jubelt und zweitens auch egal woher er jetzt stammt. Da sind auch Sprachprobleme keine wirkliche Barriere. Es wird geradebrecht was das Zeug hält und irgendwie macht man sich dem Gegenüber auch verständlich. Gemeinsam hat man Spaß und teilt diesen mit zigtausend Gleichgesinnten. Wenn man das Gleiche auch bei Fußballspielen sagen könnte wäre es schön, steht aber jetzt auf einem komplett anderen Blatt.

Was will ich jetzt sagen? Wir Motorradfahrer/-innen sind ein tolerantes Völkchen. Bei genauerer Betrachtung wahrscheinlich die toleranteste Schnittmenge an Erdenbewohnern, die diesen Planeten bevölkert. Und wenn ich mir das aktuelle Weltgeschehen, insbesondere den Hickhack in der EU genauer betrachte, dann tut es Not, dass sich endlich tolerante Menschen um unsere Einheit kümmern. Damit meine ich diejenigen, die ohnehin seit Jahren grenzübergreifend miteinander klar kommen und miteinander (Benzin) reden.

Die Lösung aller politischen Probleme → keine Parteien mehr und stattdessen nur noch Motorradfahrer/-innen ins EU-Parlament oder zur UNO. Die Sache würde laufen wie geschmiert.

Im Kabinett, als EU-Parlamentspräsident il Dottore Valentino Rossi. Als Verteidigungsminister, weil in Sachen Titelverteidigung in den letzten Jahren sehr geübt, Marc Marquez. Finanzminister könnte Jorge Lorenzo werden, denn wie man gute Verträge aushandelt hat er bei Ducati bewiesen. Cal Crutchlow hat schon das ein oder andere Pub von innen gesehen, also Wirtschaftsminister. Maria Herrera wird Familienministerin und unsere Lucy Glöckner Gleichstellungsbeauftragte. Da ich sowohl für Weizenbier, als auch für italienische Rotweine sehr empfänglich bin könnte ich mir eine Anstellung im Ministerium für gesamtdurstige Fragen vorstellen.

Eine Idee hätte ich noch! Dieses EU-Parlament könnte man aus Luxemburg und Brüssel vielleicht nach Bozen verlegen. Dann wäre ich als EU-Abgeordneter näher an meinen geliebten Dolomitenpässen. Möglicherweise haben wir dann aber ein analoges Problem zum aktuellen EU-Parlament. Kaum ein Parlamentarier bei den Sitzungen im Plenarsaal anwesend. Egal – bei wichtigen Tagesordnungspunkten treffen wir uns eben zu einem kurzen Stopp oben am Falzarego – stimmen ab und dann auf zum Giau!

Politik kann auch Spaß machen! Man muss nur die Leute damit beauftragen, die sich ohne viele Worte unter- und miteinander verstehen. Motorradfahrer/-innen eben!

Alter Wein in neuen Schläuchen……..

14 Dienstag Mär 2017

Posted by flyinghaggis2015 in Nachdenkliches & Provokantes, Technik & Ausrüstung

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Schlagwörter

Marketing, Modellpolitik, Retrobikes

Habt Ihr auch zufälligerweise die Ausgabe 05 2017 der Zeitschrift Motorrad gelesen? Unter dem Titel „Cup-Puccino“ hatte da der Redakteur der Zeitschrift Motorrad, Johannes Müller,  die aktuelle Triumph Street Cup in einem Fahrbericht beschrieben.

Vertieft in den wirklich nett geschriebenen Bericht lese ich dann auch das Fazit des Redakteurs der von einem schönen, voll alltagstauglichen, wertigen Neo-Retro-Cafe-Racerchen (Zitat) für Genießer spricht, die es unkapriziös und stressfrei mögen.

Hey Flying Haggis, dass hört sich ja durchaus interessant an und bei dem Datenblatt steht etwas von 55 PS bei 200 kg Trockengewicht! Mehr braucht eigentlich kein Mensch, um auf einer kurvigen Landstraße mit seinem Motorrad glücklich zu sein.

Wahrscheinlich altersbedingt kommt erst jetzt eurem werten Erzähler ein Gedanke und leicht versonnen marschiert Flying Haggis in die tieferen Gewölbe seiner Höhle. Da war doch noch WAS?

Und richtig – über die Wintermonate wohl schon etwas in Vergessenheit geraten steht SIE da vor mir. Die „Monstro Piccolo“ der besten Sozia von Allen.

Okay, okay – nicht mehr so ganz im Serientrimm steht SIE da, die kleine 600er Monster aus den Hallen von Borgo Panigale in Bologna. Da ist mit der Zeit einiges an hochglanzpolierten Aluprodukten aus der Road Racing Manufaktur angebaut worden. „Kellermännchen“ haben den Platz der etwas klobigen Originalblinker eingenommen und das Originalheck ist einer verkürzten Variante aus dem Hause Pferrer gewichen.

Aber um diese Umbauten geht es mir jetzt eigentlich nicht, sondern vielmehr um einen kleinen Blick in das Datenblatt unserer „Monstro Piccolo“ aus dem Jahr 1996. Hier stehen 54 PS bei 190 kg Trockengewicht im Fahrzeugbrief!

Bei objektiver Betrachtung steht also unsere alte Dame ganz gut im Futter im Vergleich mit aktuellen Produkten aus dem Baujahr 2017. Das einzige was man aus Sicherheitsaspekten vermissen könnte, wäre das ABS. DAS ist also der Fortschritt aus mehr als 20 Jahren technischer Entwicklung?

Denn optisch kann sich das alte Produkt aus Bologna durchaus noch mit der „Neuen“ aus Hinckley messen. Zumindest was meinen Motorradgeschmack angeht.

Im Grunde genommen passiert also gerade im Motorradsektor das, was man bei Bekleidung bereits seit Jahrzehnten feststellen kann. Leute – werft nur ja nichts weg! Egal wie abgefahren es auch immer sein mag – irgendwann kommt die Zeit zurück und ein findiger Stratege verkauft Euch:

Alten Wein in neuen Schläuchen!

Ich bleibe dann aber lieber bei meinem guten alten Roten aus Italien. Einem schönen trockenen Barolo oder Brunello.

La La Land ODER doch Verständnis für die Briten?

28 Samstag Jan 2017

Posted by flyinghaggis2015 in Nachdenkliches & Provokantes

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Schlagwörter

3. EU Führerscheinrichtlinie, EU, Führerschein Klasse A 2

La La Land – ich habe den Film noch nicht gesehen obwohl sich die Kritiker vor Lob überschlagen und die Hybridvariante aus Musical und Spielfilm für mehrere Oscars vorgeschlagen ist.

Als ich aber das erste Mal den Filmtitel La La Land in den Medien vernommen hatte dachte ich unwillkürlich: Jetzt haben Sie die Geschichte der EU verfilmt. Das kann ja was werden!

So eine Seifenoper aus drittklassigen Darstellern, die ihren Zenit des Schaffens bei Weitem überschritten haben und jetzt in einer – Wie heißt das noch neudeutsch so schön „Daily Soap“ ihr Gnadenbrot fristen.

Wenn La La Land den Oscar erhält, dann müsste die EU in Verbindung mit meinem Lieblingsressortleiter in der deutschen Regierung die goldene Himbeere für die schlechteste Vorstellung des Jahres erhalten.

Wie begeistert war ich einmal von unserer europäischen Union und dem Gedanken jetzt ein einheitliches großes Ganzes zu schaffen, ohne Grenzen, mit einer gemeinsamen Währung und einer einheitlichen Rechtsprechung! UND einer einheitlichen Führerscheinregelung für alle Mitgliedstaaten.

Seit 28.12.16 gilt jetzt auch für uns Deutsche die europäische Regelung im Bereich der Führerscheinklasse A2:

Nur noch Maschinen mit einer Leistung von 35 Kw oder für uns ältere Semester 48 PS. Mit der europäischen Einschränkung, dass von A2-Fahrern genutzte, gedrosselte Varianten nur noch eine Höchstleistung von 95 PS haben dürfen.

Faktisch bedeutet dies die endgültige und vollständige Umsetzung der 3. EU-Führerscheinrichtlinie. Okay, okay – die hätte bereits Mitte des letzten Jahres umgesetzt werden sollen, bei genauerer Betrachtung sogar etwas früher, denn in „Resteuropa“ hat dies Gültigkeit seit 2013 – ABER – Wir sprechen hier schließlich auch von dem Fachressort des Herrn Alexander Dobrindt, welches unsere demokratischen Entscheidungsträger in den Gremien Bundestag und Bundesrat beraten sollte und da muss man auf den ein oder anderen gespielten Witz im Stile des bayrischen Komödienstadels gewappnet sein.

LEUTE – ich spreche jetzt nicht davon ob ich es für sinnvoll halte eine japanische Feuerklinge oder sonstiges Gerät mit annähernd 200 PS auf A2-konforme 48 PS zu drosseln! Ich spreche davon, dass wir genau um derartige Fälle sachgerecht und „bürgernah“ zu regeln ein europäisches Parlament haben (oder sollte ich besser sagen: Haben sollten?)

Stattdessen hat da wohl flächendeckend die deutsche Delegation dem Schlaf des Gerechten gefrönt ODER war gar nicht anwesend. Zumindest liegt letztere Variante nahe, wenn man Berichterstattungen aus dem EU-Parlament sieht und außer den Reinemachfrauen kein Mensch im Saal anwesend ist.

Jetzt wird uns auch noch die Besitzstandswahrung als besonderes Geschenk verkauft: Meine lieben Mitbürgerinnen und Mitbürger. Sie können weiterhin ihre derart gedrosselten Motorräder im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland nutzen!

Jaaa – nur fahrt bei mir hier unten im Dreiländereck mit diesen Maschinen nicht mal schnell ins Großherzogtum Luxemburg tanken ODER nutzt den Wochenendtrip im Schwarzwald noch schnell zu einem Abstecher ins benachbarte Elsass um dem Col de la Schlucht oder dem großen Ballon die Aufwartung zu machen. DANN seid ihr nämlich Dank der deutschen Schnarcherei im illegalen Bereich unterwegs und fahrt nach EU-Recht faktisch ohne gültige Fahrerlaubnis.

Am allerbesten finde ich wirklich die Internetpräsentation unseres mit Fachkompetenz überbordend ausgestatteten Verkehrsministeriums

http://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/LA/rechtliche-grundlagen-des-eu-fuehrerscheins.html?nn=284418

Da steht für alle Interessierten bereits auf der ersten Seite, natürlich leicht versteckt, ein mehr als vielsagender Hinweis:

Sollten Sie Fragen zu Einzelfällen der Erteilung und Entziehung der Fahrerlaubnis und zu Ihrem Führerschein haben, wenden Sie sich bitte an die für Sie zuständige örtliche Fahrerlaubnisbehörde (Straßenverkehrsamt).

Wenn diese Seite korrekt gepflegt würde dann müsste hier im Anschluss stehen:

…… denn wir haben leider von dieser Materie überhaupt keine Ahnung.

Ich versuche in der Zwischenzeit zu recherchieren was Alexander Dobrindt tatsächlich beruflich macht. Ich vermute ja mittlerweile, dass der Mann ein kommunistischer Schläfer aus dem kalten Krieg ist und ihn irgendjemand (versehentlich) geweckt hat, um das Land der Dichter und Denker endgültig in den geistigen Abgrund zu treiben. Wahrscheinlich werde ich aber eher ermitteln können ob Florian Silbereisen mit Batterien funktioniert oder tatsächlich echt ist.

Manchmal gibt es Phasen – da habe ich tatsächlich Verständnis für das Verhalten der Briten!

Venire contra factum proprium ODER soziale Kompetenz Teil 2

17 Samstag Dez 2016

Posted by flyinghaggis2015 in Nachdenkliches & Provokantes

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Schlagwörter

Gerichtsurteile, Motorradfahren in der Gruppe, OLG Frankfurt

Ja Leute ich weiß → es hört sich ziemlich nach dem Latein in den Asterixheften meiner Jugend an. Obwohl – zwischendrin werfe ich ganz gerne mal wieder ein Blick in die Heftchen, verbunden mit einem Schmunzeln.

Aber jetzt sind wir fast vom Thema weg und zum Schmunzeln ist es schon gleich gar nicht. Aktuell geistert es wieder durch die Gazetten obwohl das Urteil des Oberlandesgerichtes (OLG) Frankfurt schon um mehr als ein Jahr zurückliegt.

Am 18.08.2015 war es und unter dem Az.: 22 U 39/14 des OLG Frankfurt ist es zu finden.

https://openjur.de/u/851932.html

Damit sind wir auch bei unserem „Asterixlatein“ aus der Überschrift und der Urteilbegründung, dessen Ableitung sich im Grundsatz von Treu und Glauben im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) wiederfindet. Nach der Definition dieses unbestimmten Rechtsbegriffes ist es eine unzulässige Rechtsausübung, wenn innerhalb eine Schuldverhältnisses oder einer anders gearteten rechtlichen Sonderverbindung der Berechtigte selbst eine tatsächliche Situation geschaffen hat, auf deren Bestand der andere Beteiligte vertrauen durfte und auch vertraut hat.

Diejenigen unter uns, die bereits das zweifelhafte Vergnügen einer Gerichts-verhandlung hinter sich haben, wissen was sich hinter einem Urteil eines OLG verbirgt. Richtig – hier war bereits irgendein Gericht vorher mit dem Fall betraut. In unserem Fall war es das Landgericht (LG) Darmstadt am 16.01.2014 und danach ging der „Kläger“ in Berufung.

Kläger war in diesem Fall (wie IHR aus den Presseberichten wisst, handelte es sich um eine 4-köpfige Gruppe von Motorradfahrern), der Fahrer an Position 2. Nr. 1 kollidiert in einem Kurvenverlauf mit einem entgegenkommenden PKW. Und das war es im besagten Fall schon mit den Klarheiten. Denn unser Kläger, also Fahrer Nr. 2, behauptet sein Fahrzeug bis zum Stillstand abgebremst zu haben UND dies ohne Sturz oder Kollision. Vielmehr habe nun der Fahrer Nr. 3 (im aktuellen Fall der Beklagte) die Schuld, da er (wegen zu geringen Sicherheitsabstandes) seine Maschine nicht mehr ausreichend abbremsen konnte und dann in das Fahrzeugheck von Nr. 2 krachte. Dadurch wäre mithin der Sturz von Nr. 2 verursacht worden und die daraus resultierenden Folgeschäden.

Soweit so gut oder vielmehr so schlecht. Da hat jetzt jemand einen (unverschuldeten) Schaden [wenn WIR die Auffassung von Nr. 2 teilen], den er beglichen haben möchte und zieht vor Gericht und da haben wir in Deutschland den Grundsatz: Im Zweifelsfall für den Angeklagten UND genau der zieht jetzt.

Denn das LG konnte nach der Beweiserhebung und dem Sachverständigen-gutachten nicht ausreichend sicher feststellen, dass der Beklagte (also Nr. 3) mit seinem Motorrad gegen das Heck des Motorrads des Klägers gestoßen sei und dieses zu Fall gebracht habe. Es sei nicht auszuschließen, dass die Beschädigungen am Heck der Maschine von Nr. 2 und an der Front des Motorrades von Nr. 3 durch Kollisionen während der Rutschphase, insbesondere mit den Fahrbahnbegrenzungen, eingetreten seien.

Genau gegen diese Bewertung des LG Darmstadt ging jetzt unser Fahrer Nr. 2 in Revision und hoffte auf ein anderslautendes Urteil des OLG Frankfurt.

Pustekuchen!

Auch der Frankfurter Senat des OLG teilte die Auffassung des LG Darmstadt, insbesondere unter dem Aspekt, dass die „Reihenfolge“ der Gruppe je nach Verkehrssituation und anderen Umständen auch gewechselt hatte. Des Weiteren wird formuliert über das durchaus im Straßenverkehr vertraute Bild von Motorradfahrern in der Gruppe, bei der alle den erforderlichen Sicherheits-abstand nicht einhalten.

Somit geht das OLG Frankfurt in seiner weiteren Urteilsbegründung davon aus, dass alle Beteiligten in der Gruppe einvernehmlich ein besonderes Risiko eingegangen sind, um das entsprechende Gruppenfahrgefühl zu erreichen. Jedem der Gruppe hätte die gleiche Situation passieren können wie dem Kläger. Dass der Fahrer an Position 4 unfall- und sturzfrei hindurchfahren konnte, mochte daran liegen, dass er eine geringfügig längere Reaktionszeit hatte als die vor ihm fahrenden Motorradfahrer. Sämtliche Teilnehmer der Gruppe nahmen mithin billigend in Kauf, dass entweder sie selbst oder der hinter ihnen fahrende Fahrer bei einer Unfallsituation oder sonstigen Störungen nicht ausreichend bremsen konnte und es mithin zu Schädigungen der anderen Gruppenteilnehmer kommen konnte. Dieses bewusst fahrlässige Handeln schließe die Haftung einzelner Gruppenmitglieder untereinander damit zwingend aus.

Bingo!

Ja und jetzt – was bedeutet das Ganze jetzt für uns im Motorradalltag? Das entscheidende Problem ist, das Urteile eines OLG oftmals präjudizierende Wirkung haben. Soll heißen: Jedes andere Gericht, welches einen ähnlich gelagerten (oder weitestgehend ähnlichen) Sachverhalt zu verhandeln hat, wird jetzt zunächst das o. a. Urteil aus dem Hut zaubern und sich darauf berufen. UND dann werden WIR höchstrichterlich zu hören kriegen: Sie hatten untereinander keinen ausreichenden Sicherheitsabstand und die Reihenfolge innerhalb ihrer Gruppe war ständig wechselnd und nicht festgelegt!

Für MEIN persönliches Dafürhalten bleibe ich einfach weiter bei meinen Ausführungen in dem Artikel „Soziale Kompetenz“ und dann bin ich – egal in welcher Gruppe – auf der sicheren Seite → wenn sich ALLE daran halten!

2 fast 4 you!

02 Freitag Dez 2016

Posted by flyinghaggis2015 in Nachdenkliches & Provokantes

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Schlagwörter

Moto GP, Rennklassen, Superbike

Die Rennsportszene im Motorradbereich verfolge ich ja, wie Ihr wisst, bereits seit einigen Jahren. Irgendwie haben mir es die Kerle und auch die wenigen Mädels in der Szene angetan, also aufrichtige Bewunderung allenthalben.

Könnt ihr euch noch an die (aus meiner Sicht) goldenen Zeiten der Superbike-WM erinnern? Habt ihr SIE noch auf dem Schirm die Herren Fogarty, Phillis, Russell, Slight, Falappa und wie sie alle hießen? Das war so Anfang bis Mitte der 90er des zurückliegenden Jahrtausends. Als sich die Helden der Halbliterklasse in der Motorrad-WM mit Zweitaktmonstern herumschlugen, die in etwa so zu fahren waren wie sich ein wilder Mustang im Rodeo reiten ließ. Nur etwas für ganz hartgesottene Burschen mit einer lebensverachtenden Grundeinstellung oder zumindest der Maxime, dass ein gebrochener Knochen keinerlei Grund für Wehklagen darstellt. Der „gelbe Schein“ war nur dann eine Option, wenn die Mechaniker den Fahrer nicht mehr auf seine Maschine heben konnten. Und so fuhren sie dann auch → die Schwantz, Mamola, Lawson, Rainey und Doohan. Am Ende ihrer Karriere dann meist mit derart viel Metall im Körper, dass selbst die Detektoren an den Flughäfen vom Dauerpiepton hinter die Luft kamen.

Genau in dieser Zeit ist ES das erste Mal passiert! Die eigentlichen seriennahen Maschinen aus der Superbikeszene kamen an die Referenzzeiten der Könige des Motorradsports der 500er Klasse heran. Immer näher robbten SIE sich an die Rundenzeiten der Halblitermaschinen. Warum?

Weil diese Monster ohne jegliche heutige Fahrhilfen wie Traktionskontrollen etc. nur noch für ganz wenige, nahezu übermenschliche Fahrer beherrschbar waren. In Anbetracht der Verletzungen dieser Stars gewinnt der Begriff „beherrschbar“ aber einen bitteren Beigeschmack.

WARUM dieser Rückblick? Weil es wieder geschehen ist! Ganz aktuell bei den nachsaisonalen Testfahrten in Jerez.

Hier trafen Fahrer der Moto GP Klasse auf ihre Pendants aus der Superbike. Und was ist passiert?

Der amtierende Weltmeister und Titelverteidiger der SBK-WM Johnny Rea hämmerte in Jerez, bei nicht einmal optimalen Witterungsbedingungen, mit seiner Kawasaki eine neue Rekordrunde auf den Asphalt. Bei 1:38,721 min blieb die Uhr stehen. Schneller als der Doctor mit seiner Moto GP Yamaha im Frühjahr bei seiner Polezeit in Spanien.

Natürlich ist die Superbike-Kawasaki von Jonathan Rea nicht vergleichbar mit einem Serienprodukt der ZX 10. Aber dennoch nahe dran in dieser Silhouettenrennklasse. Okay die Superstockklasse wäre noch näher dran aber dennoch – Wir sprechen hier von einer Maschine, die einer Serienbasis entspringt und auf der anderen Seite von reinrassigen Prototypen. Vollgestopft mit allem was Technik und Ingenieurskunst hergibt – und das ist einiges.

Sind wir wieder angekommen an dem Punkt, den wir bereits ganz leicht in den besagten 90ern touchiert hatten? Ist jetzt die Wende bei den Motorradrennen, zumindest bei den Rundenzeiten zu vermelden. Das wir alle selbst im Motorradrennsport feststellen müssen, dass schiere Leistung allein nicht schneller macht, sondern FAHRBARKEIT!

Ich bin gespannt was sich IRTA und FIM einfallen lassen. Wie lange werden sie diese Entwicklung beobachten ohne einzugreifen? Oder rufen am Ende die Stars der Superbikeszene den Helden der Moto GP zu → 2 fast 4 you!

← Ältere Beiträge
Neuere Beiträge →

Kategorien

  • Aktuelles
  • Anderstouren
  • Auf und Davon
  • Nachdenkliches & Provokantes
  • Rast & Übernachtung
  • Sparte A
  • Technik & Ausrüstung
  • WARUM & Historie

Blogstatistik

  • 87.850 hits

Archiv

Erstelle kostenlos eine Website oder ein Blog auf WordPress.com.

Datenschutz & Cookies: Diese Website verwendet Cookies. Wenn du die Website weiterhin nutzt, stimmst du der Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen, beispielsweise zur Kontrolle von Cookies, findest du hier: Cookie-Richtlinie
  • Abonnieren Abonniert
    • flyinghaggisdotnet
    • Schließe dich 54 anderen Abonnenten an
    • Du hast bereits ein WordPress.com-Konto? Melde dich jetzt an.
    • flyinghaggisdotnet
    • Abonnieren Abonniert
    • Registrieren
    • Anmelden
    • Melde diesen Inhalt
    • Website im Reader anzeigen
    • Abonnements verwalten
    • Diese Leiste einklappen
 

Kommentare werden geladen …