Vom Sommerloch über die Herbstdepression in den Winterschlaf ODER „Saisonende“

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Unsere Saison 2015 neigt sich witterungsmäßig ihrem Ende zu. Zumindest einige „Saisonkennzeichenfahrer“ werden sich mit Anfang November zunächst einmal von uns verabschieden und statt auf der Maschine vor dem warmen Ofen Platz nehmen.

Wie war es jetzt 2015? Hatten wir eine gute Motorradsaison und konnten wir zufrieden sein?

Was mich erfreut hat und wo ich mit Spannung die abschließende politische Entscheidung erwarte ist DAS hier

https://www.openpetition.de/petition/online/staudurchfahrung-fuer-motorraeder

Wahrscheinlich haben WIR es gar nicht ALLE mitbekommen, ansonsten wäre das Votum sicherlich noch umfangreicher als die 135.248 Unterstützer.

Selten ist es ja das unser, von Bergpässen gesegnetes, Nachbarland Österreich etwas Positives für Motorradfahrer zu bieten hat, aber bei diesem Thema ist es so. Im § 12 Abs. 5 der „österreichischen“ STVO findet der geneigte Motorradfahrer oder die Motorradfahrerin die Möglichkeit, unter Einhaltung gewisser Voraussetzungen, vorsichtig und langsam mit der Maschine durch einen Stau zu fahren. Zumindest wird diese Gesetzespassage als Legitimation dafür genutzt. Wie hätte jetzt Robert Palfrader als Kaiser Robert Heinrich I. in seiner österreichischen Satiresendung „Wir sind Kaiser“ gesagt: „Schau, wir sind überrascht! Seyffenstein, Er notiere: Gute Sache!“

Jetzt höre ich schon die Rufe – „ Das mach` ich doch auch! Wo gerade Platz ist oder Platz gemacht wird, da fahr` ich durch!“

Richtig Leute, aber wir machen DAS in einer „Grauzone“ der gesetzlichen Bestimmungen und in keinster Weise gesetzlich legitimiert. JAA, wir könnten ganz weit links auf dem äußeren Fahrstreifen „überholend“ an diesen Kolonnen vorbeifahren, wenn der Platz ausreichend ist UND wir nicht über diese „ominöse“ äußere weiße Fahrbahnmarkierung „eiern“. Dann hat man UNS schon wieder bei „frevelhaftem Tun“ erwischt, welches einer Sanktion würdig ist. Zum Glück haben die meisten Streifenbesatzungen der Autobahnpolizei in diesen Fällen Wichtigeres zu tun, als sich mit „vorbeischlängelnden Motorradfahrern“ zu beschäftigen.

Oh Du mein Deutschland. Was tust Du Dich wieder einmal so schwer. Alles was nicht ausdrücklich erlaubt ist, gilt bei Dir als VERBOTEN. Spring` einmal über deinen preußischen Schatten und mache daraus

Alles Was nicht ausdrücklich verboten ist – DAS ist erlaubt!

Es ginge wahrscheinlich einiges leichter und problemfreier in unserem Lande von der Hand. Bis auf diese merkwürdige „Wintermüdigkeit“. Ich dreh` mich jetzt auf die Seite und schlafe eine Runde.

Saisonabschluss ODER „Die Stille des Herbstes“

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Der ein oder die andere von uns fährt sicherlich das ganze Jahr Motorrad und genießt auch in den Monaten Dezember bis Februar an sonnigen Tagen recht allein mit sich und seiner Maschine unterwegs zu sein. Das Gros von uns wird aber in Kürze die Maschinen winterfertig machen und in der Garage oder im Keller einmotten.

Also machen wir uns auf und drehen zum Abschluss noch eine kleine Runde. Etwas kürzer als sonst, damit uns der kühle Herbstwind nicht allzu sehr durchs Leder oder die Textilkombi pfeift, lassen wir es heute mit etwa 160 km und ca. 3 Stunden reiner Fahrzeit gut sein.

Ich mag den Herbst mit all seinen Farben, dem ganz speziellen Licht und der Ruhe.

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Für uns heißt es aber aufpassen, denn der Wind hat schon einiges an Laub auf unsere Strecken drapiert und gemeinsam mit dem Frühnebel und seiner Feuchtigkeit kann dies eine unangenehme Mischung für uns werden. Also Obacht – vor allem in den dunklen Waldpassagen.

Heute rollen wir einmal ganz anders aus Trier heraus. Über die Konrad-Adenauer Brücke geht es in den Trierer Westen, konkret in den Stadtteil Euren. Kurz hinter dem Hotel Eurener Hof biegen wir rechts ab in die Burgmühlenstraße, die eine Widmung als Kreisstraße hat (K 3). Zur weiteren optischen Eingrenzung der „Einmündung“, wenn ihr bei der Volksbank in die Straße einbiegt – Alles richtig gemacht. Die weitere Straßenführung zwingt euch in die St. Helena-Straße und in der Folge geht es bergauf in Richtung Herresthal auf der K 1. Nach wenigen Metern glaubt man bereits nicht mehr nur kurz zuvor eine „Großstadt“ mit 100.000 Einwohnern verlassen zu haben. Wunderbar führt uns die K 1schön kurvig durch eine Waldpasssage bergan und durch das kleine Örtchen Herresthal. An der nächsten Kreuzung biegen wir rechts ab und fahren kurz parallel zur Autobahn A 64, die wochentags die Berufspendler nach Luxemburg führt und an den Wochenenden die „Tankausflügler“. An der folgenden Kreuzung zieht es uns erneut nach rechts. Der weitere Straßenverlauf führt uns in die Ortslage Trierweiler und hier orientieren wir uns an der „gabelnden“ Kreuzung wiederum nach rechts. Nach nicht mal einem Kilometer Fahrt durch Trierweiler biegen wir diesmal nach links in Richtung Udelfangen ab. Schön ruhig ist unsere Streckenführung hier und auf den Höhenzügen können wir schon die ersten schönen Ausblicke genießen.

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In Udelfangen verlassen wir jetzt unsere K 1 erneut linksabbiegend, diesmal auf die K 7. Unser Streckenabschnitt ist jetzt „offizielles Naturschutzgebiet“ und die Passage hat auch im Sommer ihren Reiz, weil der dichte Wald kaum Sonne durchlässt und dann eine angenehme Kühle verbreitet. Heute könnten wir allerdings ein paar Grad plus gebrauchen und rollen talabwärts nach Wintersdorf. Wir wollen auf die B 418 an die „Sauer“, die wir schon von anderen Touren gut kennen und orientieren uns bei Ortseinfahrt Wintersdorf kurz nach links auf die K 8. Apropos „gut kennen“! Die Kreuzung zu der wir jetzt gelangen ist „bewährten Anderstourern“ bereits hinreichend bekannt. Zu unserer „Rechten“ haben wir „Hildes Bauernstübchen“ mit der bekannt guten Kuchentheke.

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Dafür ist es aber jetzt noch zu früh. Also höchstens „Proviant“ fassen, im Tankrucksack oder Koffer für die Pause verstauen und weiter geht es.

Altbekannte Wege erwarten uns also zunächst. Parallel zum Flusslauf der Sauer die B 418 über Ralingen nach Echternacherbrück. Wer etwas Zeit mitbringt für die heutige Tour und seine Geschichtskenntnisse etwas auffrischen möchte, der kann in Höhe Minden nach rechts abbiegen und in Irrel das Westwallmuseum besichtigen ( http://www.westwallmuseum-irrel.de/de/). An Sonn- und Feiertagen von 14:00 – 17:00 Uhr geöffnet, erfährt man hier Wissenswertes über die „jüngere“ deutsche Geschichte. Die ist im Bezug auf unseren „kleinen Nachbarn“ kein Ruhmesblatt. Metaphorisch betrachtet sieht es so aus, als ob ein paar Rabauken aus der „Oberstufe“ auf dem Schulhof einen Sextaner vertrimmt haben. Der Begriff „Fairness“ wird in Kriegszeiten überall „kleingeschrieben“ oder aus dem Wortschatz gestrichen – kein rein „deutsches Problem“. Am 10. Mai 1940 hatten die deutschen Truppen gg. 03:15 Uhr an „unserem Grenzfluss Sauer“ die luxemburgische Grenze überschritten. Die sogenannte „Schusterlinie“, eine Art Westwall im Miniformat und ohne jeglichen militärischen Nutzen, stellte keine nennenswerte Barriere dar. In den Abendstunden des 10. Mai 1940 war das kleine Nachbarland bereits von deutschen Truppen besetzt. Vielleicht macht dies klar, warum der ein oder andere ältere Luxemburger den „Preißn“ noch mit einer gewissen Ressentiments begegnet. Geschichtsunterricht beendet.

Der Rest von uns verbleibt auf der „deutschen Seite“ und rollt über die L 1 bis Bollendorf. Dort der „abknickenden Vorfahrt“ folgen und nach ca. 200 m links ab in die Wallendorfer Straße. Es geht bergan und in schönen Kurven folgen wir dem Streckenverlauf der L 1 über Körperich nach Obersgegen. Wir sind jetzt im „Naturpark Südeifel“ unterwegs. Wie immer bei unseren Touren „viel Landschaft“.

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In Obersgegen angekommen, wollen wir im Grunde genommen erst einmal auf der L 1 bleiben. Dafür müssen wir in der Ortslage Obersgegen linksabbiegend (Richtung Vianden) „kurz“ auf die B 50, um bei den „letzten Häusern“ (zu unserer Linken → nach ca. 350 m Wegstrecke) nach rechts abzubiegen. Nach 6,5 – 7 km verlassen wir kurz unsere L1 um eine „Luxemburger Variante“ einzubauen. Es geht bei Waldhof links ab auf die K 47 und talabwärts führt uns die Route an und über Keppeshausen an die Sauer in unser Nachbarland. Hier biegen wir in Stolzembourg rechts ab auf die N 10 und bei Übereisenbach geht es bereits wieder retour nach Deutschland. Rechtsabbiegend über die Brücke und dann zurück nach Gemünd. In der Ortslage dann links ab und bergan auf der L 10 bis zur nächsten Kreuzung. Wer auf der Karte die Route nachvollzieht denkt jetzt sicher: Alles überflüssig, da macht Flying Haggis mit der Schleife nur sinnlos Kilometer. Wir bleiben direkt auf der L 1. Leute nehmt die paar Kilometer mit in Kauf. Streckenführung, Kurven und der wunderbare Blick werden euch entschädigen.

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An besagter Kreuzung haben wir jetzt zwei Alternativen. Einmal die schnellere Variante linksabbiegend über die L 1 an Karlshausen vorbei (dann ist es die L 10) nach Neuerburg. Oder die kurvigere Variante rechtsabbiegend auf die L 1 und nach einem knappen Kilometer in der Ortslage Rodershausen nach links auf die K 50. Deren kurvigem Verlauf folgen wir dann einfach über Gaymühle, Herbstmühle und Koxhausen bis wir zentral in der Ortslage Neuerburg ankommen, um nach rechts abzubiegen. Wer die L 10 er Variante fährt und dabei vom Hunger übermannt wird kann über Sevenig (bei Neuerburg) und die L 1 zur „Machtemes Mühle“ fahren. Das Essen ist gut bürgerlich und die Lokalität liegt recht idyllisch. Lädt also zur Pause ein.
( http://www.machtemes-muehle.com )  Die Anderen, denen es noch nicht nach einer kompletten Mahlzeit ist, halten auf dem Marktplatz in Neuerburg und kehren in „Kyll`s Cafe“ ein, auf ein Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee. Bei unserer K 50 Variante landen wir unmittelbar an der passenden Kreuzung und haben Markt und Cafe zu unserer Linken ( http://kyllscafe.de )

Raus aus Neuerburg sind wir jetzt auf der L 4 und folgen den Kurven in ihrem Verlauf durch Mettendorf bis Holsthum. Hier geht es in der Ortslage für uns links ab (oder besser gesagt eigentlich “geradeaus“) auf die L 2. Wir sind wieder einmal auf den Spuren der „Könige der Berge“, denn unser jetziger Weg führt uns genau auf die Route des „Wolsfelder Bergrennens“. Nomen est Omen geht es für uns kurvig, aber auf Grund unserer Streckenführung, entgegengesetzt der „Rennrichtung“ bergab nach Wolsfeld. Alljährlich finden sich hier am Pfingstwochenende die regionalen und nationalen Größen des Bergrennsports ein und messen sich in unterschiedlichen Klassen. Sogar Formelfahrzeuge waren hier schon vor Ort.

Wir bleiben weiterhin auf der L 2, überqueren die nahe Bundesstraße B 257, die in ihrem Verlauf „Tankwillige“ ins Großherzogtum Luxemburg oder in die Bierstadt Bitburg bringt und orientieren uns in Richtung Meckel. Hier waren wir auch schon einmal, als wir auf den Spuren „Roms“ wandelten oder fuhren. Von daher ist klar wo wir jetzt einkehren – nämlich ins „Landgasthaus Herrig“ in Meckel (Hauptstr. 20). Also lassen wir es uns jetzt zunächst einmal „gut gehen“ und genießen die ausgezeichnete Küche unseres Gastgebers Thomas Herrig.

Über die K 22 fahren wir jetzt nach Gilzem, überqueren die nächste Bundesstraße (die B 51) und rollen nach Welschbillig. Auch hier waren wir bei unserer „Romtour“ bereits und so kennen wir auch den nun folgenden kurvigen Streckenverlauf nach Kordel auf der B 422. Kaum zu glauben, aber auch eine Bundesstraße kann unser Gefallen finden. In der Ortslage Kordel folgen wir jetzt am Bahnübergang nicht der Vorfahrtsstraße, sondern der Wegweisung nach Butzweiler. Jetzt sind wir auf der L 43 und wundern uns wahrscheinlich wie „eng“ auch manche Landesstraßen in Deutschland sein können. Dem Straßenverlauf durch die komplette Ortslage Butzweiler einfach folgen und nach knapp 500 m hinter dem Ortsende biegen wir links ab um unsere finalen Kurven auf der K 24 in Richtung des Ortsteils Trier-Biewer in Angriff zu nehmen. Wieder aufpassen Leute, die Passage durch den Wald birgt mit nassem Laub die eine oder andere Möglichkeit die Reifenhaftung zu prüfen. Jetzt noch an den jeweiligen beiden Kreuzungspunkten jeweils rechts abbiegen und schon rollen wir parallel zum Flusslauf der Mosel zu unserer Linken in die Stadt Trier ein.

Das ist unsere Saisonabschlussfahrt, die sich aber auch zum Einrollen im Frühjahr eignet.

Wo WIR jetzt abschließend den Tag oder Abend ausklingen lassen ist natürlich jedem selbst überlassen. Ich rolle jedenfalls zu meinem „Trierer Einkehrtipp“ dem Restaurant „EXTERNES“. Ein schöner heißer Auflauf ist genau das Richtige für die jetzt kälter werdenden Abende.

 

Deus lo vult

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Gott will es! Mit diesem Ruf und dem entsprechenden Gottvertrauen stürzte sich im 11. Jahrhundert die recht naive Truppe der Kreuzritter in die Schlacht gegen die „Ungläubigen“. Was daraus wurde lehrt uns die Geschichte.

Mit welchem Schlachtruf stürzen WIR uns alljährlich in unsere „Kreuzzüge“ in die Alpenpässe?

ICH sehe was, WAS DU nicht siehst?

Ausreichendes Gottvertrauen scheint ein Gros von UNS bereits mitzubringen! Der Herr wird`s schon richten!

Unsere Urlaubsplanung sah in diesem Jahr eine größere Hüttentour per pedes in den Dolomiten vor und dies ließ sich, trotz der großen Ladekapazität unserer „dicken Österreicherin“, nicht mit dem Motorrad realisieren. Also waren Flying Haggis und die beste Sozia von Allen mit dem Bürgerkäfig unterwegs und sahen „merkwürdige Dinge“.

An welches „höhere Wesen“ diese Kunden auf ihren Maschinen auch immer glauben mögen, de facto rechnen SIE in ihrem grenzenlosen Optimismus mit ihrer alsbaldigen Reinkarnation → in welcher Form auch immer!

Das Hahntennjoch ist jedem von uns, der sich auf der Fahrt gen Süden den leidigen Fernpass und sein Stopp and Go ersparen möchte ein Begriff. Auf meiner Fahrt zur Passhöhe aus Richtung Reutte kommend bin ich mehrfach im Geiste die Maßnahmen zur Ersten-Hilfe durchgegangen. Da flogen auf den „kurzen geraden Passagen“ vor uneinsehbaren Rechtskurven Spezialisten an uns vorbei, die definitiv über eine mediale Veranlagung verfügen mussten, denn zu sehen war im Hinblick auf möglichen Gegenverkehr nichts. Und so gingen dann auch einige dieser Manöver nur um Haaresbreite gut und hatten nichts mit fahrerischen Können oder Geschick zu tun, sondern lediglich mit GLÜCK. Bleiben wir bei der Eröffnung unserer aktuellen Geschichte so hätten die Gegner unserer Kreuzritter wahrscheinlich von Kismet gesprochen, dem vorherbestimmten Schicksal, dass man ohnehin nicht beeinflussen kann!?

Es steht geschrieben – Du mein Bruder kommst in diesem Jahr heil von deiner Alpentour zurück!

Eine andere Begegnung zwischen Nigersattel und Karerpass führte bei mir ebenfalls nur noch zu Kopfschütteln. Uneingeschränkt hätte die Episode auch zu dem Artikel „Soziale Kompetenz“ gepasst. Eine Vierergruppe aus unserem „flachen Nachbarland“ mit den „gelben Kennzeichen“ machte sich auf uns zu überholen. Nr. 1 vorbei und mit entsprechendem Schwung weiter. Bei Nr. 4 war es dann wieder einmal soweit. Die anderen bereits auf und davon und kein Hinterrad mehr zu sehen kam ER, dann kurz vor einem Ortseingang, zum Entschluss mit „Schwung“ vorbeizuziehen. Bis jetzt alles kein Problem – ABER nun bemerkt unsere Nr. 4 die stationäre „Geschwindigkeitsmessung“ am Ortseingang und hält SIE „irrtümlich“ für eine Radaranlage. Also auf „unserer Höhe“ in die „Eisen“. Der Überholvorgang wird aber nicht abgebrochen ODER im Anschluss vollendet, dies wäre zu einfach. Weil ER jetzt überhaupt nicht mehr weiß WAS er machen soll – den Kollegen nach ODER hinter uns einordnen, fährt ER erst einmal mit verkrampftem Gesicht parallel neben uns in die Ortslage ein. Um Ihn nicht noch mehr in die Bredouille zu bringen bremste ich jetzt stark ab, damit ER endlich vor uns einscheren konnte.

Reduzieren wir jetzt die schönsten Wochen im Jahr mit unseren Maschinen, die eigentlich unserer Erholung und Entspannung dienen sollten, auf Glück, Schicksal und Gottvertrauen?

Ich bin an sich zuversichtlich, dass es auch anders geht, weil ich im Verlauf der Tour auch das ANDERE gesehen habe. Nicht gebummelt, sondern zügig ABER ohne Harakiriaktionen und sichtlich entspannt kamen diese Tourer und Tourerinnen an uns vorbei und verschwanden alsbald aus unserem Blickfeld. Das Ganze ohne einen Anflug von Stress oder aggressivem Fahrverhalten und (hin und wieder) mit dem Blick für die wunderbare Berglandschaft und Umgebung.

Bis dann Leute – WIR sehen uns an Odins Tafel in Walhall!

 

Ohne Mampf kein Kampf ODER „Wie hat`s geschmeckt?“

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Flying Haggis ist jetzt etwa ein halbes Jahr auf Sendung und eines meiner ersten Anliegen war die Sache mit dem „Biker Welcome“. WO nimmt man uns tatsächlich gut auf und WO passt Anspruch mit der Wirklichkeit überein?

Mittlerweile hat sich einiges getan!
Nicht nur von mir sind einige Einkehr- und Übernachtungstipps auf unserer Seite für Rasten und Übernachten gelandet, sondern auch einige sehr gute Vorschläge aus dem Kreise der Leser und Blogger.

Wie sieht es aus Leute? Welche Stellen habt „IHR“ bereits in der laufenden Saison angefahren und wie hat es euch dort gefallen?
Vor ALLEM – Wie hat es EUCH geschmeckt?

Meldet EUCH und gebt mir „eure Bewertungen“ zu meinen Vorschlägen.

Beantwortet wird von mir ALLES – kann aber diesmal etwas dauern, weil Flying Haggis in den Urlaub verschwindet und sich in einigen „Webfreien“ Zonen aufhalten wird.

Also bis dann Leute – man hört voneinander!

 

Mein Gesicht passt auf jeden Steckbrief!

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Eigentlich hat sich doch unsere Wahrnehmung in der Öffentlichkeit über die Jahre zum Positiven gewandelt. Damit meine ich wie WIR, als Fahrer/-in unserer Maschinen, in der „nichtmotorradfahrenden“ Welt wahrgenommen werden. Insbesondere Reiseanbieter, sowie Hotel- und Gaststättenbetreiber haben festgestellt, dass HIER solvente Kundschaft unterwegs ist und keine marodierenden Herumtreiber die ihre Umgebung in Schutt und Asche legen.

Der ein oder andere „Ausreißer“ der an seinen lieb gewonnenen Vorurteilen einfach festhalten möchte ist aber immer noch auszumachen. Dies dann oftmals auf eine derart einfältige Art und Weise, dass es einem das Wasser in die Augen treibt. Leider nicht vor Lachen ob dieser grenzenlosen Naivität.

So begab es sich, dass Flying Haggis, erkennbar als Motorradfahrer und frevelhafter Weise mit einem kleinen Rucksack auf dem Rücken, den Baumarkt seines Vertrauens aufsuchte, um einige Kleinartikel käuflich zu erwerben. Vor mir an der Kasse waren bereits zwei Pärchen in der Warteschleife, wobei der jeweils weibliche Part Handtaschen mit sich führten deren Volumen einem Motorradfahrer zur Unterbringung seiner Utensilien für einen ausgedehnten Wochenendtrip ausgereicht hätten. Jetzt folgte zunächst der „übliche Ablauf“ an der Kasse mit dem kundenfreundlichen Geschwafel ……waren Sie mit ihrem Einkauf zufrieden und beehren Sie uns bald wieder…….blablabla und trallalla……. Nun war der Schreiber dieser Zeilen an der Reihe, der vorab ordnungsgemäß seine Artikel auf das Warenband gelegt hatte.

„Kann ich einmal in ihren Rucksack sehen?“

„Es will sich mir jetzt nicht so richtig erschließen WARUM Sie das möchten?“

Diese Antwort war zugegebenermaßen geheuchelt, weil mir sonnenklar war aus welchem Grund „Miss Marple“ einen Blick in meinen Rucksack werfen wollte. Sie war dem Verbrechen auf der Spur und der Typ in der Lederkombi passte in ihr Feindbild.

„Ja, ich möchte einfach in ihren Rucksack sehen! Wir sind von unserer Geschäftsführung angehalten das sporadisch zu machen!“

„Wenn Sie gerne wissen möchten, was in meinem Rucksack ist, dann rufen Sie die Polizei! Die darf hineinsehen, Sie definitiv nicht! Ich warte dann hier.“

Leicht provozierend schob ich noch ein …ich hab` Zeit… hinterher. Miss Marple wurde jetzt unruhig. Irgendwie hatte Sie sich das Überführen eines Ladendiebs etwas einfacher vorgestellt. Die nächsthöhere Instanz anzurufen erschien ihr jetzt als gute Handlungsalternative. Gesagt getan und dann wurde ich zum „Infostand“ gebeten. Die nächste „Dame“ harrte hier bereits meiner Ankunft und es folgte ein sichtlich nervös vorgetragener Erklärungsversuch.

„Ja, wir haben hier eine Anweisung der Geschäftsführung stichpunktartig solche Kontrollen durchzuführen. NATÜRLICH nur wenn der Kunde damit einverstanden ist!“

„Wenn Sie DAS stichpunktartig machen, dann erfolgt diese stichpunktartige Kontrolle sicherlich auch nur bei derartigen Kunden, bei denen ein Ladendiebstahl naheliegt oder ihrerseits vermutet wird? Also scheinen bei Ihnen hier hauptsächlich nur Motorradfahrer zu klauen, denn vor mir haben zwei Damen mit sehr großen Einkaufstaschen die Kasse unbehelligt passieren dürfen?“

Jetzt ist die Dame komplett aus ihrem antrainierten Konzept. Gut daran zu erkennen, dass ihre Hautfarbe in unterschiedlichen Farben changierte und ihr Gesicht eine wunderbare Palette von unterschiedlichen Rottönen wiederspiegelte.

„Ähhh, nein. Das war sicherlich nur Zufall. Ich ziehe Ihnen jetzt ihre Artikel ab und dann können Sie gerne gehen!“

Gegangen bin ich dann, aber OHNE zu bezahlen! NEIN, ich habe die Artikel nicht abschließend gestohlen. Der Dame hatte ich lediglich mitgeteilt, dass ich nicht in einem Geschäft kaufe, dass mir einen Diebstahl unterstellt, nur weil ich in Motorradkluft an der Kasse stehe. Die Artikel ließ ich auf dem Tresen liegen. Als Tipp für „ihre [so oft zitierte] Geschäftsleitung“ gab ich ihr noch auf den Weg entsprechende Schränke aufzubauen, wo man Taschen und Rucksäcke für den Kauf deponieren kann. Dies würde dann abschließend die Verdächtigung von unbescholtener Kundschaft entbehrlich machen, wenn man auf die „verbindliche“ Aufbewahrung dieser Behältnisse hinweist.

Aber Motorradfahrer klauen nicht nur in Baumärkten! Prädestiniert sind WIR auch für Tankstellenüberfälle!

Der „konvertierte Klapphelmträger“ Flying Haggis betritt nach zügigem Tankvorgang die Tankstelle und trabt zur Kasse. Klappe weit aufgerissen, also die vom Helm und Geldbörse, nebst Kreditkarte, bereits in Händen. Nur zwei Kunden vor mir bin ich zügig an der Reihe und schmettere schon mein ….Guten Tag. Säule 2. Euro Super 18 Liter…. der Kassiererin entgegen.

Phonetisch jetzt nicht zu verwechseln mit … Das ist ein Überfall. Geld her und zwar ALLES….

„Beim nächsten Mal ziehen Sie dieses Ding da (Helm) ab. Wir sind schon einmal überfallen worden!“

„Stand DER beim letzten Mal auch mit Portemonnaie und Kreditkarte in der Hand an der Kasse und hat seine Säulen-Nr. angegeben?“

Jetzt bekommt die traumatisierte Kassiererin auch noch Unterstützung von ihrer kreischenden „Backfee“, die bis dato nebenan die Brötchen sortiert hatte.

„Genau, wir sind überfallen worden! Und diese komische Blende (Sonnenblende) haben sie auch erst eben aufgemacht!“

Der Täter wurde sicherlich von der Polizei im unmittelbaren Anschluss an die Tat festgenommen. Bei dem unweigerlichen Tinnitus konnte der Räuber mit den Störungen im Gleichgewichtsinn nicht mehr weit gekommen sein.

„Der Fahrer eines Porsche Cabrio mit Baseballmütze und Sonnenbrille, muss der auch Mütze und Brille bei Ihnen ausziehen ODER reicht bei dem eine Front- und Profilaufnahme?“

Der Kunde hinter mir bricht in Gelächter aus und sagt nur „Da haben Sie mal recht“. Die beiden Damen starren mich mit offenen Mündern an und Flying Haggis genießt die Stille.

DEUTSCHLAND deine Vorurteile! Sollen wir Sie jetzt pflegen ODER langsam daran gehen Sie zu entsorgen? Was sagt unser Internet? Vorurteil ist ein vorab wertendes Urteil, welches eine Handlung leitet. Eine meist wenig reflektierte Meinung ohne verstandesgemäße Würdigung aller relevanten Eigenschaften des Sachverhaltes ODER einer Person.

Vielleicht passt mein Gesicht doch nicht auf jeden Steckbrief!

Vielleicht liegt es einfach daran, das sich manche Leute ihre kleine Welt und ihr Universum gerne derart zurechtlegen, dass SIE ohne viel nachdenken durch ihr Leben „stolpern“ können.

Du bist böse, Flying Haggis!

Wie sehen eure Erfahrungen mit Vorurteilen gegenüber Motorradfahrern/-innen aus?

Almaufstieg

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Heute machen wir wieder eine Tour, die wir in Deutschlands ältester Stadt beginnen lassen. Also starten wir in Trier und rollen uns, auf einem mittlerweile bereits bekannten Weg über das östliche Viertel Trier-Olewig, für die heutige Tour langsam ein. Wir biegen ab in Richtung Korlingen und folgen nun der Beschilderung nach Gutweiler (K 57).

Hier geht es für uns „streckentechnisch“ zunächst abwärts ins Gusterather Tal. In besseren Zeiten war hier eine bekannte deutsche Schuhfabrik beheimatet. Der Slogan „Reintreten und wohlfühlen“ hatte zu diesem Zeitpunkt keinen „aggressiven“ Hintergrund, sondern sollte den Tragekomfort der Produkte aus dem Hause ROMIKA besonders hervorheben. Alsbald geht es aus der Talsohle wieder bergan und wir müssen „aufpassen“, um unseren nächsten Richtungswechsel nicht zu übersehen. Es geht unverhofft links ab auf die K 53. Die führt uns entlang der alten Bahntrasse, die zwischenzeitlich zu einem gut frequentierten Radweg mutiert ist, weiter auf unserem Weg.

Wir passieren zu unserer Rechten einen Hinweis auf eine „Freilichtbühne“ und können erkennen, dass die Bewohner dieser Umgebung durchaus kreativ sind. Hier finden alljährlich „Karl-May-Festspiele“ statt und aus dem reichhaltigen Repertoire des Autoren werden hier Bühnenstücke mit viel Engagement aufgeführt. Bad Segeberg lässt grüßen.

An der nächsten Kreuzung orientieren wir uns nur ganz „kurz“ nach links auf die Landesstraße (L 143) und biegen nach gefühlten 100 m bereits wieder rechts ab in Richtung Ollmuth. Es ist ein ruhiger Streckenabschnitt den wir hier befahren. Viel Gegend, wenig Verkehr. Wer Landschaften zu genießen versteht, der kommt hier auf seine Kosten.

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Auf der K 45 und K 44 rollen wir nun gemütlich über Obersehr nach Lampaden und biegen hier in der Ortslage nach links ab. Kurz talabwärts, um an der nächsten Einmündung bereits wieder nach rechts auf ein kleines Sträßchen abzubiegen, dem wir dann über Hentern nach Zerf folgen.

Zunächst geht es bei unserer Tour in der Ortslage Zerf wieder links ab. Wer es etwas eilig hat kann jetzt eine etwas zügigere Variante wählen und bleibt auf der B 407. Die Anderen biegen kurz vor dem Ortsende links ab in die Manderner Straße (K 68), der wir über Mandern nach Waldweiler folgen. Unweit von unserer Strecke ist der größte Arbeitgeber der Region beheimatet. Die Firma Bilstein ist sicherlich dem ein oder anderen Freund von schnellen PKW-Fahrwerken ein Begriff.

In der Ortslage Waldweiler orientieren wir uns jetzt wieder in Richtung B 407 auf die wir, in der Folge rechtsabbiegend, kurz auffahren. Nach ca. 2,5 km verlassen wir aber bereits wieder die Bundesstraße nach links in Richtung Weiskirchen auf die K 69. Gemütlich geht es jetzt durch eine waldreiche Straße bis zur nächsten Kreuzung und dann erneut nach links (L 151) die Wegweisung nach Weiskirchen vor Augen.

Unser nächster Orientierungspunkt sollte Wadern sein und so verlassen wir Weiskirchen schon wieder auf der L 151. Die nutzen wir in der Folge wie eine Art „Umgehung“ und fahren nicht in der Ortslage Wadern, sondern in einem leichten Bogen um den Ort auf der L 151 zu umfahren. Dann geht es nach rechts auf die L 148 und über Dagstuhl und Lockweiler nach Primstal.

Da das jetzt irgendwie ein wenig fad war, folgen wir nicht dem direkten Weg nach Theley, sondern biegen vorher nach links in Richtung Selbach ab (L 134). Hier in der Ortslage dann der Beschilderung nach Tholey folgen. Jetzt sind wir fast schon an unserer ersten Pausenstation. Vor Tholey (am „Erlebnispark“) nach rechts abbiegen und dann nur noch hinauf zum „Schaumberg“, bzw. Schaumbergturm. Den haben wir bereits seit Selbach formatfüllend vor uns in Sichtweite und somit ist die Orientierung ein Kinderspiel.

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Hier machen wir jetzt unsere wohlverdiente Pause an der „Schaumbergalm“ und genießen die Aussicht. Mit 569 m ist der Schaumberg einer der höchsten Erhebungen im Saarland. Wohl deshalb wird die Schaumbergalm auch gerne einmal als „höchstes Gasthaus im Saarland“ bezeichnet. Wir haben hier ein gemütliches Plätzchen für unsere Rast und können auch eine Kleinigkeit essen.

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Das Angebot ist jetzt kein „kulinarisches Highlight“ aber gut bürgerlich und allemal essbar. Wer sich noch körperlich betätigen möchte kann die Aussichtsplattform des 36 m hohen Schaumbergturms besteigen. Die Anderen benutzen einfach den Fahrstuhl. Bei gutem Wetter kann man den Blick von hier bis in die Vogesen schweifen lassen. Das „zweifelhafte Panorama“ bis zum Kernkraftwerk Cattenom ist allemal drin.

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Alternativen haben wir natürlich auch am heutigen Tage oder für den Fall, dass jemand die Anderstour ein weiteres Mal unter die Räder nimmt und nicht komplett auf die Höhen des Schaumbergs möchte. Dann orientiert man sich von Selbach kommend in der Ortslage Theley nach rechts in die Tholeyer Straße und nach ca. 1,5 km biegen wir nach rechts in die Straße Zur Johann-Adams-Mühle ab. Die führt uns dann unmittelbar zu unserer Pausenstation dem Landgasthof Johann-Adams-Mühle (66636 Theley; Zur Johann-Adams-Mühle 1). Auch hier ein schöner Biergarten, idyllisch gelegen und gut bürgerliche Kost. Mehr braucht kein Mensch.

Irgendwann machen wir uns dann wieder auf den Weg und der führt uns zunächst einige Meter in „altbekannte“ Gefilde, nämlich in Richtung Selbach. Vor dem Ort biegen wir aber bereits nach Oberthal (L 134) rechts ab. In Oberthal wenden wir uns nach links auf die L 319 und folgen dieser über Güdesweiler und Deckenhardt nach Walhausen. Dort folgen wir der Beschilderung nach Wolfersweiler (L 322). Die folgende kurze Episode auf der B 41 beenden wir schleunigst in dem wir die Bundesstraße nach rechts wieder verlassen.

Wir sind jetzt auf der L 316 um einiges ruhiger nach Gimbweiler unterwegs. Kleiner und ruhiger geht immer, deshalb jetzt in Richtung Rückweiler auf die K 61 und dann in Richtung Fohren-Linden, um vorher an der Kreuzung nach links auf die L 347 und der Wegweisung Heimbach abzubiegen. Trotz Widmung als Landesstraßen ist die Streckenführung eine ruhige und deshalb scheuen wir uns auch nicht in der Ortslage Heimbach nach rechts auf die L 169 abzubiegen. Noch vor Ruschberg verlassen wir die L 169 in Richtung Reichenbach (L 176). Diesmal rein in die kleine Ortschaft und auf der L 172 auf zu unserer nächsten Raststation in Nohen.

Wir machen Pause im Cafe „Allerhand“ an der Hauptstraße 26.

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Nohen ist ein derart gemütliches, im besten Sinne „verschlafenes“ Örtchen, dass die Pause an der „Hauptstraße“ nicht gleichbedeutend mit „Lärm“ ist. Wir lassen uns den Kuchen schmecken und strecken unsere Glieder. Nohen ist eher denen unter uns ein Begriff, die eine gewisse Affinität zum Wandern haben. Die Traumschleife die in Nohen Start und Ziel hat wurde vom deutschen Wanderinstitut mit gigantischen 85 Punkten bewertet und ist allemal die Anstrengungen der „Begehung“ wert. Die kleine Brücke über die wir gerade gefahren sind hat wahrscheinlich ihre ersten Ursprünge bereits in der Römerzeit. Die „Besatzer“ hatten die Furt etwas „ausgebaut“, um ihre beiden großen Heerstraßen Mainz – Trier und Mainz – Metz miteinander zu verbinden.

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Wie bereits nach unserer ersten Rast fahren wir auch jetzt erst einmal wieder in die Richtung aus der wir gekommen sind. Von Nohen führt unser Weg auf der L 173 nach Kronweiler. Hier geht es in der Ortslage rechts ab auf die K 14 in schönen Windungen durch den Wald nach Sonnenberg-Winnenberg. Wir bleiben auf der K 14 bis Oberbrombach und nutzen ein kleines Teilstück der B 41 bis Rötsweiler. Die Kurven talabwärts hinter Oberbrombach lassen diesen kurzen Frevel der Nutzung einer Bundesstraße legitim erscheinen.

In Rötsweiler orientieren wir uns nach links (K 19)und nehmen „noch schnell“ über Mackenrodt und Hettenrodt (K 20) nach Siesbach (L 175) ein paar Kurven mit.

Wir setzen unsere Fahrt jetzt auf der L 175 fort und gelangen über Leisel zum „Sprudelort“ Schwollen.

Anmerkung: Wer nach der zweiten Pause bereits unter Zeitdruck geraten ist, hat die Möglichkeit diese aktuelle Streckenführung etwas abzukürzen. Diese Variante würde dann ab Kronweiler auf der L 173 nach Niederbrombach und von dort über Wilzenberg auf der K 16 nach Schwollen führen.

Von Schwollen geht es auf der K 15 weiter nach Hattgenstein und in der Folge landen wir wieder an einer Kreuzung, die uns keine andere Wahl lässt als eine Bundestraße zu nutzen. Also für 5 – 6 km drauf auf das ungeliebte „Ding“ und dann an der nächsten Kreuzung mitten im Wald und irgendwo im Nirgendwo nach links ab auf die L 164 nach Deuselbach (Thalfang).

Unmittelbar hinter der Ortslage Deuselbach biegen wir rechts ab auf die K 118 in Richtung Hoxel und dort an der Kreuzung nach links auf die K 100 bis wir die „Hunsrückhöhenstraße“ oder auch B 327 erreichen und links abbiegen. „Eingeweihte“ und erfahrene „Anderstourer“ wissen schon was kommt! Nach ca. 4 km rechts ab nach Hunolstein und dann der Beschilderung „Hunolsteiner Hof“ folgen. PAUSE und essen. Hinweise zum Angebot im Hunolsteiner Hof erspare ich mir hier, weil SIE bereits mehrfach erfolgt sind. Also wäre es wie bestimmte „Nachtvögel nach Athen zu tragen“.

Vom Hunolsteiner Hof haben wir bereits häufig unseren Heimweg in Angriff genommen. Es ist also bereits ein reichhaltiges Angebot vorhanden, dem wir jetzt noch eine kleine Alternative hinzufügen. Es kann also dann jeder nach seinem Gusto die für ihn passende Route wählen.

Heute verlassen wir Hunolstein über (K 99) Weiperath in „grobe Richtung Morbach“. An der Kreuzung hinter Weiperath biegen wir nach links ab und erreichen über Rapperath (K 80) Merscheid. Nach einigen sanften Schwüngen auf der K 80 biegen wir nach links in Richtung Horath ab und folgen dem Streckenverlauf der K 81 bis „nichts“ mehr geht.

An der Einmündung (L 155) dann rechts ab und leicht abwärts bis „Papiermühle“. Hier kennen wir uns jetzt schon richtig gut aus und biegen links ab – grobe Richtung Trittenheim und Leiwen auf die L 128. Bei deren Widmung als Landesstraße kann es sich nur um ein „Versehen“ gehandelt haben. Kurvig geht es alsbald bergan und an der folgenden Kreuzung nach links zu unserer altbekannten Strecke durch das idyllische Dhrontal auf der L 148. Die nächste große Kreuzung (Büdlicherbrück) bringt uns an die „Verbindungstrasse“ von Trier zum Flugplatz Hahn – der L 150, der wir bis Fell folgen.

Was soll ich sagen – Natürlich machen wir wieder unseren üblichen und kurvigen Abschluss. In der Ortslage links ab in Richtung „Bergwerk“ und dann ab auf die „alte Bergrennstrecke“ (K 82) nach Thomm. Von hier talabwärts nach Waldrach (L 149) und dann wieder bergan nach Korlingen (K 12), um in der Folge, bei der Einfahrt nach Trier über die Höhenstadtteile, bei guter Sicht den wunderbaren Blick auf Deutschlands älteste Stadt zu genießen.

Was haben wir noch genossen? Einige richtig gute Pausenstationen, die wir durchaus bei anderen Touren wieder einflechten können. Weil wir zu Orten wo wir gut aufgenommen werden auch gerne wieder hinfahren.

Jochen „the Voice“ Luck ODER „90“ Jahre geballter Motorsport!

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Welcher Film oder Filmtitel würde unserem heutigen „Hauptdarsteller“ eigentlich gerecht werden?

Schwer zu sagen, denn im Zeitfenster seines Lebens flimmerte so einiges über die Leinwände, was sicherlich passen könnte. Hört man die Stimme ist man an Lee Marvin und sein „Wandering Star“ erinnert. Das könnte jetzt passen der „unstete Stern“ der immer noch auf Wanderschaft ist. Die Wanderschaft die ihn immer noch auf die Rennstrecken Europas führt.

Unser „Wandering Star“ wird am 23. September 2015 90 Jahre alt. Bei diesem Alter denkt der „unwissende Leser“ an Pflegestufe und/oder seniorengerechtes Wohnen. Ich schaue auf mein „Gegenüber“ und das will jetzt Alles nicht zusammen passen. DER Mann wird 90 Jahre alt? Da hat jemand im Vorgriff schlecht recherchiert.

Richtig recherchiert Leute und hier könnt ihr sehen, dass Motorradfahren und ALLES Drumherum jung und vital hält. So vital, dass der „junge Mann“ mir gegenüber auch mit seinen jetzt fast 90 Lenzen immer noch seine BMW GS, die Richard Schalber feingetunt hat, durch die Kasseler Berge treibt.

Jochen „the Voice“ Luck sitzt mir gegenüber und ich will die Gelegenheit nutzen hier, im schönen Ambiente des Hotels „Alte Mühle“ in Chemnitz, unweit des Sachsenrings und dem diesjährigen Großen Preis von Deutschland, einige Fragen an den legendären Streckensprecher zu stellen:

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Herr Luck, wenn meine Nachforschungen stimmen, dann haben Sie in ihrer Zeit als Streckensprecher zwischen 1949 und 1987 ca. 500 Veranstaltungen moderiert und kommentiert. Davon -36- Motorrad-GP`s und -21- Formel 1 Rennen. Ihr Debüt gaben sie meines Wissens beim ersten Kasseler Sandbahn-rennen 1949 im Auestadion. Da waren Sie aber auch noch selbst als Fahrer aktiv. Ich frage jetzt nicht danach wer für Sie der beste Fahrer in all diesen Jahren gewesen ist, weil dies sicherlich nicht so leicht zu beantworten wäre. Schließlich hat jede Zeit ihre „Helden“ und das Material und die Konkurrenten sind oftmals nicht vergleichbar. Die Frage geht in eine andere Richtung: WER hat SIE menschlich am meisten beeindruckt in all der Zeit?

Jochen Luck nimmt sich etwas Zeit mit der Antwort. Da sind einige in der Erinnerung, die jetzt wahrscheinlich einen Platz oder eine Erwähnung verdient hätten. Aber dann sprudelt es heraus und es sind auch Namen dabei, die man nicht erwartet hätte.

J.L.: Bei den Autos wären da der Graf Berghe von Trips zu erwähnen und Jochen Maas. Bei den Motorrädern natürlich der Toni Mang, Dieter Braun, der Gustav Reiner und Luigi Taveri.

Der Graf Berghe von Trips war natürlich in der Öffentlichkeit der „Herrenfahrer“ mit seinem Adelstitel, aber in natura hatte der Mann keinerlei Allüren und war sehr menschlich. Humorvoll war er auch der Berghe von Trips. Der tauchte zum Interview auch mal mit einer Pudelmütze auf dem Kopf auf.

Der Jochen Maas war auch ein feiner Kerl. Der konnte nicht nur fahren, sondern hatte auch Ahnung von der Technik und wie man sie in Erfolg umsetzt. UND er hatte die Gabe diese Dinge auch erklären zu können. Er hat mir oft in Gesprächen die aktuelle Technik der Fahrzeuge dargelegt.

Bei den Motorradfahrern hat mich wirklich der Dieter Braun beeindruckt. Der war Profirennfahrer von Beruf und in Berufung. Der Dieter Braun ist sehr häufig auch an den Start gegangen obwohl er verletzt war und ohne Rücksicht auf seine Gesundheit. Er musste ja irgendwie auch Geld nach Hause bringen.

Der Gustav Reiner war einfach ein sympathischer Typ mit einer gesunden Brise Humor. Meine Frau ist ja mit ihren Karteikarten immer durchs Fahrerlager marschiert und hat die persönlichen Daten, sowie Hobbys, Beruf usw. der Fahrer aufgeschrieben. Der Gustav Reiner hat dann als Beruf angegeben „Grabsteinsetzer“.

Der Luigi Taveri ist auch ein ganz feiner Mensch und hat den Schalk im Nacken. Am Hockenheimring hatte er mit seinen Mechanikern einmal seine Werkshonda mit den üblichen Gasstößen warmlaufen lassen. Da kam ein Journalist der Heilbronner Nachrichten rein und der hatte gar keine Ahnung von Motorsport. Auf seine Frage: Warum machen Sie das denn, hatte der Luigi Taveri in seinem Schweitzerdeutsch geantwortet: „Wir schlagen das Benzin schaumig. Wir brauchen Schaum, jede Menge Schaum!“

Der Toni Mang war schlichtweg gesagt ein „Typ“. Nicht so der „Kumpel“ aber das was man als Typ bezeichnet.

Herr Luck, auch in der Formel 1 waren Sie als Streckensprecher aktiv und können Vergleiche zur Rennszene im Motorradbereich ziehen. Wenn man aktuell die Formel 1 betrachtet, dann hat man als „neutraler Zuschauer“ das Gefühl, dass die Fahrzeuge die „Gewinner“ machen und nicht die Fahrer. Wie sieht aus Ihrer Sicht der Vergleich in der Grand Prix Szene der Motorräder aus? Sind die Fahrer hier der entscheidende Faktor im Bezug auf Podestplatz oder geschlagenes Feld oder ist es die Maschine?

J. L.: Wenn man die Geschichte gegenüberstellt, sagen wir einmal Fangio 1957 auf Maserati und 2015 einen Rosberg auf Mercedes, dann sieht man klar den Wandel in der Formel 1. Der Fangio, der hatte keinen Funk an Bord und kaum Technik am und im Fahrzeug. DAS war eine Fahrer-Weltmeisterschaft. Heute ist das eine Team-WM und der Fahrer in der Formel 1 ist nur ein Teil des Ganzen aber nicht entscheidend. Der Fahrer bekommt von seinem Team und dem Teamchef auch in Sachen Renntaktik so gut wie Alles vorgeschrieben.

Bei der Motorradweltmeisterschaft gibt es zum Glück noch keinen Funk zwischen Team und Fahrer. Die Maschine hat zwar Transponder an Bord und der Chefmechaniker kann seinem Fahrer detailgetreu sein „Fehlverhalten“ aufzeigen. In der Art: Vor Kurve 2 hast Du 5 Meter zu früh gebremst und das Gas am Kurvenausgang nur zu 80 % aufgezogen, aber alle elektronische Aufzeichnung ändert nichts daran, dass hier auf der Strecke der Fahrer entscheidend ist. Bei der Motorrad-WM ist der Fahrer der Weltmeister. 

In den 60er Jahren soll Mike „the Bike“ Hailwood einmal auf die Frage eines Journalisten im Bezug auf seine Reifen am Rennmotorrad gesagt haben: „Sie waren schwarz und rund!“ Ist der heutige Aufwand in der Rennszene aus ihrer Sicht zu groß – mit unterschiedlichem Aufbau der Pneus, sogar an den Reifenflanken links und rechts, je nach Layout der Rennstrecke?

J. L.: Stellen sie hier einmal die Zeiten gegenüber. Ich kann mich erinnern, dass der Geoff Duke auf seiner 500er Gilera am Nürburgring gewonnen hat. 200 km war die Gesamtdistanz und er hatte eine Zeit von 1 Stunde und 34 Minuten. Alles mit einem Reifen und einer Tankfüllung.

Heute stehen bei der Moto GP etwa 25 Fahrer am Start und jeder hat noch eine zweite Maschine in der Box stehen. Der aktuelle Reifenhersteller und Lieferant der Moto GP hat für DIE 2.000 Reifen an den Rennwochenenden parat stehen!

Was für ein Aufwand! ABER ohne diesen Aufwand und diese Entwicklung würden WIR auch keine 60 ° Schräglage sehen.

Herr Luck, Sie waren bereits in jungen Jahren ein exzellenter Eishockeyspieler. Wenn ich korrekt informiert bin, dann steht bei Ihnen ein A-Länderspiel der Junioren gegen Italien in Cortina d`Ampezzo zu Buche. Dann haben wir da noch ihre „ewige Passion“ das Motorrad. Wenn der Krieg Ihnen nicht ein Schnippchen geschlagen hätte, wie hätte ihre sportliche Wunschkarriere ausgesehen: Jochen Luck der Eishockey-nationalspieler oder Jochen Luck auf den Spuren von Schorsch Meyer?

J. L.: Ich denke wohl Eishockeyspieler. Aber so etwas wie eine Profikarriere im Sport war zu dieser Zeit undenkbar. Ich hatte zum Offiziersnachwuchs gezählt und war dort in der Sportförderung. Mein Vater wurde dann nach Prag versetzt und dort war an der Moldau das Eisstadion. Da begann eigentlich so richtig mein Weg zum Eishockey. Der dortige Cheftrainer war Professor an der Universität und hat mich dann in die Jugendnational-mannschaft gebracht. Das Problem war dann, dass bereits Krieg war. Die „einzige Mannschaft“ die noch gegen uns Deutsche gespielt hat war dann „unser Verbündeter“ Italien. Geplant oder angedacht war von mir eher die weitere berufliche Richtung als Sportoffizier. Also dann in dem Bereich der Sportausbildung der Rekruten, aber an eine Profikarriere heutiger Prägung war damals gar nicht zu denken.

Im Grunde genommen war das für einen jungen Mann in dieser Zeit wie ein Traum. Ich durfte als 15-Jähriger den Segelflugschein machen und hatte mit 16 Jahren meinen Motorradführerschein in der Tasche. Und der galt für alle Maschinen.

Herr Luck, Sie waren am Nürburgring 1976 bei dem schicksalhaften Formel 1 Rennen der Streckensprecher, als Niki Lauda so schwer verunglückte. Wie überrascht waren Sie, als Sie anlässlich der Hollywoodverfilmung des „Stoffes“(Rush – Alles für den Sieg mit Daniel Brühl als Niki Lauda und Chris Hemsworth als James Hunt) unter der Regie des Oscar-Preisträgers Ron Howard gebeten wurden, den Original-Kommentar nochmals für den Film aufzunehmen?

J. L.: Ich fühlte mich natürlich geehrt. Im Tonstudio hatte ich dann den kompletten Kommentar zum Rennen nochmals aufgenommen, beginnend mit der Begrüßung: Willkommen am Nürburgring usw. Das Übliche eben. Irgendwie hatte das dann am Ende dem Regisseur doch nicht so richtig gefallen und es blieb nur noch die Begrüßung übrig. Den Rest hatte dann der Helmut Zwickl (Anmerkung: freier Motorsportjournalist) gesprochen.

Bei einem anderen Film hatte ich aber den kompletten Part des „Streckensprechers“ übernehmen dürfen. Das war bei dem berühmten Rennfilm von Steve Mc Queen „Le Mans“ im Jahr 1970. Die Idee hinter „meinem Kommentar“ war die, dass die deutschsprachigen Kinobesucher die „Stimme“ hören sollten, die sie vom 1.000 km Rennen in Deutschland her kennen. Das war ein toller Film von dem Mc Queen. Der Mann hatte das bis in die Details klasse gemacht. Das ging ja in dem Film um die Konkurrenz zwischen Porsche und Ferrari in dem Rennen. Der Steve Mc Queen hatte da z. B. Schauspieler gefunden, die sahen dem Teamchef von GULF Porsche, dem John Wyer, und dem damaligen Teamchef von Ferrari Mauro Forghieri wirklich zum Verwechseln ähnlich. Der Mc Queen hatte ja auch nicht die tollen Kameras, die heutzutage auf den Moto GP Maschinen montiert sind, zur Verfügung. Die sind ja so klein, wie ein Kugelschreiber. Der Steve Mc Queen hatte bei den Rennaufnahmen Riesenkameras auf den Rennwagen montiert, die dann die Aufnahmen machten. Das war ein Wahnsinnsaufwand.

Herr Luck, gemeinhin sagt man gerne, dass zu jedem starken Mann auch eine starke Frau gehört! Wenn man Sie und ihre Frau Hildegard hier an der Strecke beobachtet und auch alte Fotoaufnahmen von Ihnen beiden sieht, dann hat man das Gefühl, dass dieser „Spruch“ selten besser auf jemanden gepasst hat. Das ALLES wirkt auf den neutralen Betrachter nicht nur wie ein Ehepaar, sondern auch wie ein richtig gut aufeinander eingespieltes Team. Wäre der „Streckensprecher Jochen Luck“ in der Form wie wir Ihn kennen auch OHNE das Team Jochen UND Hildegard Luck vorstellbar gewesen?

J. L.: Ohne meine Frau? Undenkbar! Ohne meine Frau hätte es den Streckensprecher Jochen Luck nicht gegeben. Da hatte ich ganz schön Glück. Sie war es doch die durchs Fahrerlager gelaufen ist und die „Karteikarten“ ausgefüllt hat, bzw. hat ausfüllen lassen. Da stand dann alles Wissenswerte drauf, was in meine Kommentare mit eingeflossen ist.

Meine Frau war ja eher künstlerisch und musisch orientiert. Sie spricht auch ganz gut italienisch.

Da habe ich noch eine schöne Geschichte. Meine Frau ist beim Großen Preis von Deutschland 1957 am Nürburgring auf ihrer obligatorischen Runde in der Box von Fangio bei Maserati gewesen. Da ging dann plötzlich das Rolltor hinunter und der Rennleiter von Maserati gab seine Instruktionen ans Team und den Fahrer. Meine Frau in der hinteren Ecke der Box, aber es wusste ja niemand, dass Sie gut italienisch kann. Also geht der Rennleiter ins „Eingemachte“ und erklärt, dass Sie (Maserati) über die Renndistanz Probleme mit den Reifen haben. Das Fahrzeug war vollgetankt einfach zu schwer. Also wurde die Strategie festgelegt: Tank nur zur Hälfte füllen und dann beizeiten einen Tankstopp einlegen. Meine Frau gab mir jetzt natürlich diese Information weiter und nach der 10. oder 11. Runde, als Fangio bereits 40 Sekunden Vorsprung hatte ließ ich den Kommentar ab: „Fangio mit seinem Maserati hat jetzt 40 Sekunden Vorsprung vor seinem Verfolger. Die braucht er aber auch, weil er bald zu einem Tankstopp an die Box kommen muss!“

Kaum ausgesprochen rief mich komplett aufgelöst der Pressechef eines großen Automobilclubs übers Telefon an:

„Was erzählen Sie denn da für einen Mist. Warum sollte der denn an die Box kommen müssen? Wie kann man denn so etwas bringen?“

Ich hatte ihm dann nur erwidert, dass ich unmittelbar die Sprecherkabine „für IHN“ räumen würde und er weitermachen kann, wenn ich im Unrecht wäre. In der nächsten Runde kam Fangio an die Box gefahren. Der besagte Pressechef hatte sich sogar noch an dem Abend bei mir für seinen „Auftritt“ entschuldigt.

Urlaub fand bei UNS dann immer im November statt. Da war die Rennsaison gelaufen und WIR konnten gemeinsam schöne Reisen auch in Übersee antreten.

Ich habe Glück gehabt mit meiner Frau und wir sind wirklich ein gutes Team.

Wie war das noch zu Beginn? Welcher Film oder welcher Filmtitel würde unserem heutigen „Hauptdarsteller“ gerecht werden? Natürlich ein Film über Rennsport – was denn auch sonst! Und wenn er nicht der Hauptdarsteller, sondern der Regisseur wäre, dann gäbe es eine mehrteilige Serie, denn ein Film wird seinem Wissen und der Szenekenntnis nicht gerecht. So was in der Art:

Jochen Luck – ein Leben im Renntempo!

Helfer bitte Startplatz räumen, denn DIE braucht der Mann nicht.

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Flying Haggis wünscht unserem Jubilaren bereits heute alles Gute zum 90. Geburtstag! Auf das noch viele folgen mögen. Die nächste „0“ feiern wir auf einer Norton Manx mit der Start-Nr. 100!

Der Discounter ODER „Ich bin dein Kumpel“

Was für viele „nicht motorradfahrende“, weibliche Bewohner des Planeten der Besuch in dem „schwedischen Einrichtungshaus“ ist, um nützliche Dinge wie Teelichter etc. käuflich zu erwerben, ist dem Motorradfahrer / der Motorradfahrerin der Besuch beim Fachhändler oder „Discounter“.

Das Schlendern zwischen den Regalen auf der Suche nach Dingen, die die Welt und der Fahrer/-in an sich wahrscheinlich gar nicht benötigt hat etwas Metaphysisches.

Es gibt aber auch Momente, da sind wir nicht in diesem transzendentalen Raum unterwegs, sondern tauchen hier einfach auf um FACHLICH sauber beraten zu werden, als Grundlage für einen Kauf.

„Kann ich Dir helfen?“

Die mit lautstarker Stimme in den Raum gerufene Frage reißt mich aus meinen Gedanken. Irgendwie bin ich jetzt schon überrascht darüber, dass überhaupt noch jemand der Auffassung ist MIR helfen zu können!

Also wende ich mich in Richtung der Stimme und meine Überraschung wird größer. Haggis, jetzt hat es Dich doch noch erwischt! In die Soße des gestrigen Jägerschnitzels muss der Koch wohl eine Portion „magic Mushrooms“ eingerührt haben. Der Kühlergrill eines 54er Chevy versucht mit mir Kontakt aufzunehmen?! Bei genauerer Betrachtung klärt sich die Situation dahingehend, dass lediglich das ortsansässige Piercingstudio einen repräsentativen Querschnitt ihrer Produkte im Gesicht meines Gegenübers untergebracht hat.

Haggis, sei nicht immer so konservativ. Alles wird gut!

„Kann ich Dir helfen?“

Die Frage wird wiederholt und da ich gerade erst wieder im Diesseits angekommen bin antworte ich etwas unwirsch: „Kennen wir uns näher oder warum sind wir per Du?“

„ Ich dachte so unter uns Bikern!?“

„Ich bin kein Biker. Ich bin Motorradfahrer!“ Jetzt macht sich bereits eine gewisse Unsicherheit bei meinem Gegenüber bemerkbar. Mit „Motorradfahrern“ scheint man hier seltener Kontakt zu haben. Unmittelbar neben uns „berät“ gerade sein Kollege einen jungen Mann (wohl Fahranfänger A1), der in Begleitung seiner Mutter das Geschäft aufgesucht hat. Man beabsichtigt einen Helm für den jungen Herrn zu kaufen und lässt sich über Vor- und Nachteile der angebotenen Produkte aufklären.

„Der Helm ist gerade Moto-GP Weltmeister geworden!“

Donnerwetter denke ich, hoffentlich weiß Marc Marquez, dass er seinen aktuellen Titel nicht seinem fahrerischen Können und der Qualität seiner Maschine verdankt, sondern seinem HELM.

„Wenn DER mal leicht auf den Boden fällt, dann macht DAS nichts. Der andere Helm ist dann kaputt!“

Was für eine qualitativ hochwertige Aussage. Hatte der Verkäufer bei seinem letzten Sturz gar keinen Helm an? Das würde die angeführten Verkaufsargumente für mich erklärbarer machen.

Meine Fachkraft sucht zwischenzeitlich nach dem gesuchten Artikel im hauseigenen Katalog und teilt mir mit, dass ein derartiges Produkt so selten gewünscht ist, dass man ES nicht auf Lager hält. In meiner grenzenlosen Naivität versuchte ich nach anderweitigen Lösungsmöglichkeiten aus der Angebotspalette „unseres Discounters“ zu suchen. Auf meinen Hinweis, dass die Montage von Halterungen im Cockpitbereich meiner KTM nicht ganz einfach wären, zuckte er bei der Nennung von „KTM“ merklich zusammen. Sein verwirrter Gesichtsausdruck ließ die Vermutung zu, dass er gerade mit der Überlegung beschäftigt war ob seine Waschmaschine in der heimatlichen Wohnung jetzt eine AEG oder KTM ist.

Flying Haggis verließ jetzt das Zentrum der geballten Fachinkontinenz, sowie der „angewandten Verkaufsrhetorik“ und suchte das Weite, in der Hoffnung zumindest dies schnellstmöglich zu finden.

Ich weiß nicht wie eure Erfahrungen an diesen Stellen sind, aber meiner Meinung nach ersetzt „kumpelhaftes Getue“ keine Fach- oder Sachkompetenz. Dies mag ausreichend sein, wenn man in einem viertklassigen Sportschuhdiscounter die aktuellen „Rapperlatschen“ an den Mann oder die Frau bringen möchte. Meiner Meinung nach suchen Motorradfahrer/-innen IMMER NOCH nach einem fachlich versierten Verkäufer/-in der/die weiß wovon sie spricht. Die gibt es nämlich – wenn auch immer seltener. Und DA gehe ich auch hin, egal ob andere Örtlichkeiten bei Marktanalysen als Marktführer ausgeworfen werden.

„NEIN, Sie konnten mir nicht helfen!“

Wenn ich Du wäre, dann wäre ich lieber ich!

Freunde, ich schwelge wieder einmal in Erinnerungen. War das nicht schön mit UNS auf unseren Maschinen in den 80er Jahren?!

War man mal ausnahmsweise mit seiner 750er oder ähnlichem Gerät auf der Autobahn unterwegs um entsprechend Meter zu machen, wer ist einem da schon auf der Überholspur begegnet? Kletterte der Tacho über die 200er Marke, dann waren die Bürgerkäfige zum größten Teil aus dem Rennen. Der Rückspiegel an der Maschine war höchstens in „Betrieb“ um nach anderen Motorrädern Ausschau zu halten oder „möglichem Potenzial aus Zuffenhausen“. Und selbst wenn man auf das „Klientel Sportwagenfahrer“ getroffen ist, so war das Verhalten unter- und miteinander anders als heutzutage. Mann/Frau war eben unter sich und ging „professionell“ miteinander um. Manchmal wurde auch bei Regenfahrten der „spritzfreie Windschatten“ des Sportboliden voraus genutzt und die meisten Fahrer/-innen dieser Fahrzeuge hatten auch schnell verstanden, WAS der „Irre auf 2-Rädern“ da hinter Ihnen veranstaltet.

Die Zeiten haben sich geändert und mit IHNEN auch die Motorisierung der „Bürgerkäfige“.

„200“ in der Spitze lässt heute fast jede biedere „Familienkutsche“ zu. Schauen wir auf die „beliebten“ Vertretervarianten wie hochmotorisierte Kombis oder „neudeutsch“ SUV`s dann sind die 200 meistens der „letzte Schaltpunkt“ im Getriebe.

DAS wäre jetzt ALLES nicht das „PROBLEM“, wenn in diesen Fahrzeugen auch Personen sitzen würden deren Fähigkeiten am Volant mit der gesteigerten PS-Leistung ihrer Fahrzeuge mitgehalten hätte.

Da fährst Du, ausnahmsweise mit deiner Maschine, um Kilometer auf der Urlaubsreise zu machen über die Autobahn. Koffer, Topcase, Tankrucksack und die Sozia / der Sozius auf dem Rücksitz, kurz gesagt wir haben einen Cw-Wert wie eine Wurlitzer-Musikbox. Die übliche „Marschgeschwindigkeit“ von 150 – 160 km/h eingestellt und auf der linken Spur um eine lange Reihe von LKW zu überholen. Und jetzt kommt ER (oder er ist schon da), der „dicke Turbodiesel“ mit Lichthupe und im „Innern“ ein „wild gestikulierendes Männlein“.

WARUM sage ich jetzt derart despektierlich Männlein?

Kennt IHR diese soeben beschriebene Szene? Habt IHR schon einmal bewusst einen Blick in diese Fahrzeuge geworfen? Da sitzen in den seltensten Fällen die Kunden → Marke „Türsteher“ drin. Diesem Klientel würde man ein derartiges Verhalten ja fast schon verzeihen, weil es eben angeboren ist und in der frühkindlichen Prägung etwas schief gelaufen ist.

NEIN, unser beschriebener Fahrer ist in den meisten Fällen der „personifizierte Minderwertigkeitskomplex“. Kennt ihr diesen speziellen Typus Mensch, der einen Saal betritt und man denkt es ist gerade jemand gegangen?

Genau DER sitzt in den meisten Fällen in diesen soeben beschriebenen Fahrzeugen und kompensiert seine Minderwertigkeitskomplexe auf deutschen Autobahnen mittels der PS-Leistung seines Wagens. WIE ich darauf komme? Na dann fahrt mal (wenn IHR die Zeit habt) nach einer derartigen Aktion einem solchen Kunden hinterher und sprecht IHN an der nächsten Tankstelle auf sein „Fehlverhalten“ an. Das der Abstand seines Fahrzeuges zu unserer Maschine nicht auf unsere Zustimmung trifft, wenn er fast mit seiner Stoßstange unseren TÜV-Stempel abkratzt.

Ich gehe jede Wette ein, dass „euer Gegenüber“ eine Person ist, die IHR ansonsten nicht einmal wahrgenommen hättet, wenn er unmittelbar an eurem Nachbartisch in der Stammkneipe gesessen hätte. Und DER steht jetzt vor Euch und bekommt wahrscheinlich weder ein „Guten Tag“ noch eine „Entschuldigung“ heraus.

Und weil DAS so ist, sollten wir mit dem Kundenkreis auch zukünftig anders umgehen. Schaut mal unter dem u. a. Link nach und führt euch bei dieser Gesetzespassage den Absatz 12 besonders zu Gemüte.

https://dejure.org/gesetze/StVG/2.html

Da steht etwas von …..die Polizei hat…….. und das wiederum bedeutet, dass IHR bei der nächsten Begegnung mit unserem o. a. Herrn vielleicht ein paar wertvolle Minuten opfern solltet und eine Anzeige erstattet MIT dem Hinweis auf diesen § 2 Abs. 12 STVG.
Jetzt bekommt UNSER Freund nämlich Post von seiner Führerscheinstelle und die prüfen dann seine „Eignung zum Führen eines Fahrzeuges“. Da zu erwarten steht, dass unser „Freund“ auch bereits ein „Konto in Flensburg“ eröffnet hat, ist jetzt seine stressfreie Zukunft mit einem Bus- und Bahnticket höchst wahrscheinlich. Möglicherweise retten WIR auf diese Art und Weise auch noch einem/einer von UNS das Leben oder zumindest die Gesundheit.

Also beim nächsten „Aufeinandertreffen“ mit unserem „Freund“ → auf zur „Rennleitung“ und ein paar Minuten investiert UND wenn WIR unserem Freund an der nächsten Ampel begegnen, dann entgegnen wir freundlich:

„Wenn ich Du wäre, dann wäre ich lieber ich!“

 

 

Schengen und Europa ODER Burgfestspiele Teil 2

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Es soll keiner behaupten ich hätte Euch nicht gewarnt! Wir sind mit unserem Nachbarland Luxemburg noch nicht fertig. Schließlich liegt das kleine Großherzogtum nicht nur im Herzen Europas, sondern hat IHM eigentlich auch erst richtig das Leben eingehaucht. Aber dazu kommen wir noch. Brechen wir erst einmal auf zu unserer heutigen Tour.

Wir starten an unserer bekannten Ausgangsstation dem „Johannishof“ in Mesenich (Trierer Str. 24), nach einem ausgiebigen Frühstück und machen uns direkt auf in unser gegenüberliegendes Nachbarland. Also rein nach Wasserbillig und an der ersten größeren Einmündung rechts ab.

Nach ca. 250 m biegen wir links ab in die Rue du Bocksberg (CR 141) und verlassen den Ort Wasserbillig in Richtung Mompach. In der Ortslage wenden wir uns erneut nach links auf die CR 135 nach Herborn. Jetzt folgen Ortsnamen, die uns bereits von der „Saargau – Luxemburg Anderstour“ ein Begriff sind. Wir orientieren uns nach rechts (CR 138) und über Geyershof und Bech folgen wir dem Straßenverlauf der CR 137 nach Consdorf. Hier kommen uns auch Streckenabschnitte bekannt vor, denn es geht nach Müllerthal auf der CR 356. Jetzt aber nicht auf unseren „alten Weg“ nach Berdorf, sondern geradeaus über Waldbillig nach (CR 128) Christnach. Nun können wir im Grund nichts mehr falsch machen, denn unsere erste Fotopausenstation ist schon mehrfach ausgeschildert (CR 118) gewesen. Larochette (Fels / Fiels) ist unser Ziel mit der Burg Fels als erstem Fotomotiv.

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Wahrscheinlich im 11. Jahrhundert erbaut liegt die Spornburg, wie der Name es bereits sagt, leicht erhöht über dem Ort und beherbergte die Herren von Fels und zeitweise noch weitere adlige Familien. Die Herren von Fels waren zeitweise Bannerträger ihres Lehensherrn zu Luxemburg und dem Großherzog treu ergeben. Die Burg ist Wahrzeichen von Larochette und ihr habt jetzt sicherlich bei der nunmehr dritten Tour, die teilweise durch das Großherzogtum führt, festgestellt, dass Luxemburg für die geringe territoriale Ausdehnung ein reichhaltiges Angebot für Liebhaber an mittelalterlichen Burgen hat.

Unsere Fahrtrichtung orientiert sich jetzt gen Süden und bevor wir unser eigentliches Zwischenziel bei unserem kleinen „Europatrip“ erreichen, haben wir noch ein kleines Stück des Weges vor uns.

Über Ernzen geht es auf der CR 119 nach Koedange und Altlinster , wobei man Koedange nicht als Ortsdurchfahrt im herkömmlichen Sinne bezeichnen kann. In der Ortslage Altlinster biegen wir rechts ab auf die CR 130 nach Bourglinster.

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Der geneigte Leser wird bereits merken was jetzt kommen wird. Richtig! Eine Burg (6162 Bourglinster; Rue du Chateau 8). Wie die Burg Fels in Larochette wahrscheinlich im 11. Jahrhundert entstanden, erscheint SIE urkundlich in den Chroniken von Sankt Simeon in Trier erstmals im Jahr 1098. Wahrscheinlich handelt es sich bei der Burg um einen der alten „Wehrhöfe“, der mit der Zeit immer weiter zu einer Burg ausgebaut worden ist. Es kann sich in den Grundzügen der Burg allerdings auch um ein altes römisches Kastell gehandelt haben. Lange wollen wir uns jetzt nicht aufhalten, uns zieht es weiter und zwar nach Gonderange (CR 122) und hier im Ort rechtsabbiegend (CR 132) über Ernster, Oberanven nach Niederanven. Wer sich jetzt umschaut sieht, dass sich die Umgebung „etwas“ geändert hat. Das ländliche Idyll hat sich irgendwie geändert, denn wir sind jetzt sozusagen im industriellen Zentrum des Landes und der Randlage zur Stadt Luxemburg. Flugplatz und Bankenzentrum in unmittelbarer Umgebung weisen uns die Richtung → nichts wie weg hier in wieder ruhigere Gefilde. Für diesen Streckenabschnitt entschuldige ich mich jetzt schon ABER irgendwie müssen wir von Punkt A nach Punkt B und eine bessere Alternative ist weit und breit nicht in Sicht.

Also die Autobahn schnell überquert und auf der CR 132 an Munsbach und Uebersyren vorbei nach Schütringen und Oetringen. Im folgenden Ort Mutfort orientieren wir uns in Richtung Dalheim auf die CR 153 und jetzt sind wir auch schon bald an unserer nächsten Fotostation.

Wir rollen nach Bad Mondorf auf der N 13 über Aspelt und dann links ab auf die N 16. Wer jetzt nach dem Motto Glück im Spiel Geld für die Motorradliebe aktiv werden möchte kann dies im Casino 2000 in Bad Mondorf erledigen und seine Kasse aufbessern oder wenn es schlecht läuft, mit der Bahn die Heimreise antreten.

WIR haben aber Europa im Sinn und wagen erneut einen Grenzübertritt. Es geht rechts ab auf die D1 (Rue de Paris – in Richtung Beyren-les Siercks). Hier rollen wir alsbald nach ca. 1,5 km rechts zu unserem angepeilten „Zwischenziel“ auf die D 57. Wir fahren nach Rodemack (57570 Rodemack), um festzustellen, dass auch Frankreich über schöne alte Burgen verfügt.

Rodemack gehört zur Vereinigung der schönsten Dörfer Frankreichs und es hat auch seinen Flair, wenn man wie ein Ritter hoch zu Roß mit dem Motorrad durch die Porte de Sierck in den Ort einfährt. Im 12. Jahrhundert ist die Festung wohl entstanden und hatte, wie so oft bei derartigen Bauten, eine wechselhafte Geschichte. Franzosen und Spanier gaben sich die Klinke in die Hand und sogar das Kloster von Fulda hielt die „schützende kirchliche Hand“ kurzzeitig über dem Ort. Fotomotive haben wir satt und genug und, der Digitalfotografie sei Dank, können wir die „Speicherkarte“ brummen lassen. Alljährlich finden eine Vielzahl von unterschiedlichen Märkten im Bereich der Festungsanlage statt (Antik- und Trödelmarkt, Blumenmarkt etc.). Witterungsbedingt weniger für uns mit unseren Maschinen geeignet ist der „mittelalterliche Weihnachtsmarkt“, der aber wirklich einen besonderen Charme versprüht.

Genug erzählt, wir haben schließlich noch etwas vor am heutigen Tag. Über die D 62 verlassen wir Rodemack in Richtung Fixem und Gavisse. In Gavisse halten wir uns links auf die D 64 nach Berg-sur-Moselle und wie der Name schon sagt folgen wir jetzt dem Flusslauf der noch „jungen Mosel“ über Contz-les-Bains nach Schengen.

Wir waren jetzt nicht lange unterwegs zum Ort der europäischen Historie in Sachen grenzüberschreitender Zusammenarbeit. 30 Jahre ist es jetzt her, seit am 14. Juni 1985 die Regierungen von Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Belgien und den Niederlanden in Schengen den schrittweisen Abbau der Grenzkontrollen vereinbart haben. Heute gehören -26- Länder mit mehr als 400 Millionen Einwohnern zu diesem „Schengen-Raum“.

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Am Flussufer erinnert ein Europadenkmal, welches man recht schnell einmal übersehen kann, an die Unterzeichnung des Vertrages. Im Europäischen Museum wird auf 200 Quadratmetern alles Wissenswerte zum Thema Schengener Abkommen erläutert. Vor dem Europäischen Informationszentrum steht auch noch ein Stück „Berliner Mauer“. Warum die politische Prominenz seinerzeit diesen kleinen und unscheinbaren luxemburgischen Winzerort zur Unterzeichnung genutzt hat wird immer ihr Geheimnis bleiben. Stopp, Fehlinformation „Flying Haggis“! Unterschrieben wurde der Vertrag auf dem Schiff „Marie Astrid“, einem Passagierschiff, welches seinerzeit auf der Mosel schipperte und bei Vertragsunterzeichnung unweit des Ortes Schengen ankerte.

Genug von Schengen. Auf der kurzen Passage entlang der Mosel haben wir doch bereits etwas auf der gegenüberliegenden (wieder französischen) Seite gesehen. Also nichts wie über die Brücke und auf der anderen Moselseite die D 654 über Apach nach Sierck-les-Bains genutzt.

Hier thront über dem Ort wieder eine beeindruckende Festung aus dem 10. oder 11. Jahrhundert. Genau weiß man es nicht und auch ihre Ursprünge liegen etwas im Dunkeln der Geschichte. War doch einmal ein römisches Kastell an der Stelle der heutigen Burg? Keiner weiß es so recht. Was man weiß ist, dass Sierck im 11. Jahrhundert an die Herzöge von Lothringen ging und zuvor im Besitz der Bischöfe von Trier (mal wieder) war. Die Ortschaft als solches entstand, wie zur damaligen Zeit üblich, rund um die alles überragende Burganlage.

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So jetzt wieder raus aus Sierck-les-Bains um eine größere Rast einzulegen. Wer nicht den gleichen Weg an der Mosel zurückfahren möchte, dreht eine kleine Schleife über die D 256 A nach Montenach und von dort links ab über Kirsch-les-Sierck (D 64 C) zurück nach Apach.

Entweder biegen wir jetzt in der Ortslage nach rechts ab in die Apacher Straße oder folgen wenig später der Beschilderung B 407 Perl und anschließend Perl-Borg.

Hier ist die „Taverne“ der Villa Borg (66706 Perl-Borg; Im Meeswald 1) unser wohlverdientes Pausenziel.

Leute, wir speisen jetzt wie die alten Römer in einer nachempfundenen römischen Villa. Gut, wir liegen nicht zu Tische, sondern nehmen wie die Barbaren auf Stühlen Platz, aber dies ist sicherlich bei unserer keltisch-germanischen Prägung kein Problem. Allein schon die Idee und die Umsetzung des Herrn des Hauses Christian Heinsdorf ist allemal die Pause wert.

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Gestärkt geht es jetzt wieder weiter und ein Teil unserer Wegstrecke war bereits Bestandteil der Anderstour durch Saargau und Luxemburg, jedoch in umgekehrter Fahrtrichtung. Insofern ändert sich schon die Betrachtungsweise von der Landschaft und der Streckenführung.

Von unserer Pausenstation sehen wir schon fast auf Oberleuken und da geht es jetzt zunächst hin um auf der L 177 den Weg nach Orscholz fortzusetzen. In der Ortslage biegen wir links ab, um über die L 178 nach Weiten und dann über die L 176 nach Freudenburg zu gelangen. Freudenburg ist in der Region vor allem bei Musikfreunden bekannt. Im Ducsaal (http://www.ducsaal.com/) finden regelmäßig Konzerte statt und auch recht namhafte Gruppen finden sich hier ein. Bei der Sparkasse geht es für uns links ab auf die L 133 und über Kollesleuken nach Kirf. Beuren und Kreuzweiler lassen wir noch hinter uns um in Kreuzweiler rechts auf die angekündigte bekannte Strecke abzubiegen.

Auf der L 132 können wir jetzt nichts mehr falsch machen auf unserem Weg zur nächsten Pausenstation. Wir rollen über die Höhe und passieren Dilmar, Südlingen, Dittlingen, sowie Merzkirchen. Hinter Kahren geht es in einigen Kehren (was für ein Brüller von einem Wortspiel) in die Ortslage Saarburg.

Über Saarburg haben wir uns bereits ausreichend bei unserer „Saargau-Luxemburg“ Anderstour ausgelassen und so legen wir hier, bei Bedarf eine kleine Pause ein, verleiben uns einen Eisbecher in der Eisdiele im Zentrum ein und setzen dann unsere Fahrt fort. Wer möchte kann auch noch das übliche Touristenfoto an den Wasserfällen für sein Poesiealbum fertigen.

Bereits in der Ortslage können wir auf die L 135 in Richtung Nittel und fahren über Mannebach, Kümmern und Onsdorf zu dem kleinen Moselort.

Parallel zum Flusslauf der Mosel rollen wir jetzt kurz auf der B 419 nach Wellen und schon führt uns der Weg wieder über die Moselbrücke ins Großherzogtum Luxemburg und in den Ort Grevenmacher. Der N 10 und N1 am Fluss folgend gelangen wir dann über Mertert nach Wasserbillig und wundern uns an der Hauptstraße über die wohl größte „Tankstellendichte“ Europas. Wer jetzt vergisst für den folgenden Tag seine Maschine zu tanken, dem ist nicht mehr zu helfen.

Mit Wasserbillig haben wir fast unseren Zielort erreicht, den haben wir aber bereits sinnbildlich vor Augen. Schließlich haben wir heute Morgen unsere Schengen-Europa- Tour im Grunde in der Ortslage Wasserbillig begonnen.

Also überqueren wir wieder eine Brücke. Diesmal geht es, wie heute Morgen, über die Sauer und in der Folge links ab, und nach kurzer Wegstrecke biegen wir schon rechts zu unserem Ziel dem „Johannishof“ in Mesenich in den Ort ein.

Europatour beendet. Wir haben stressfrei eine 3-Länder-Tour gemacht und nicht nur Burgen in Luxemburg und Frankreich gesehen, sondern in Schengen noch unser Wissen über Europa aufgefrischt. Höchste Zeit bei einem guten Essen und vielleicht einer Flasche Wein den Tag im „Johannishof“ gemütlich ausklingen zu lassen. Wer diese Tour und seinen Aufenthalt in den Sommer legt, kann am 08.08. -09.08.2015 das Hoffest im Johannishof genießen. Auch für Rallyefans ist sicherlich der gemütliche Hof eine erstklassige Alternative zur Übernachtung während der Deutschland-Rallye im Großraum Trier (20- 23.08.15).